Weltgebetstag 2009: Rückblick

Viele sind wir, doch eins
in Christus

Als bei uns in
Deutschland am 6. März mit den Weltgebetstagsgottesdiensten begonnen
wurde, war in Papua-Neuguinea schon alles vorbei. Die große Insel
und die rund 600 kleineren, die den Staat ausmachen, liegen für
uns „am anderen Ende der Welt“, nördlich von Australien,  neun
Stunden uns voraus. „Kommt mit uns in das Land der Überraschungen“,
luden die Verfasserinnen ein: Dicht am Äquator gelegen, hat das
Land keine Jahreszeiten, ist meist tropisch heiß und dennoch liegt
Schnee auf den hohen Gebirgen, besonders auf dem Mount Wilhelm (4509
m).

Der Name stammt
aus der Zeit, als Nordneuguinea bis 1914 deutsche Kolonie war und
dort Kaffeeplantagen angelegt und Kokospalmen gepflanzt wurden.
Überraschend ist auch, dass man erst vor rund 30 Jahren beim Überfliegen
des zerklüfteten Hochlandes menschliche Besiedelung im Regenwald
entdeckt hat. Als inzwischen Parlamentarische Monarchie – Königin
ist Elizabeth II. von England – macht Papua-Neuguinea eine rasante
Entwicklung ins 21.Jh. durch. Vom Grabstock zum Handy, von der Subsistenzwirtschaft
im Urwalddorf in den knappen Arbeitsmarkt der modernen Hauptstadt
Port Moresby, vom Geister- und Zauberglauben in eine globale Welt
mit ihrer Fülle verschiedener „Glaubenswahrheiten“.

Die christlichen
Kirchen (60 – 96% der ca. 6,3 Mio. EinwohnerInnen verstehen sich
als ChristInnen) stehen vor großen Herausforderungen. In der Vielfalt
menschlicher Möglichkeiten suchen sie einen Weg zum einigenden Glauben
an Christus, wollen ermutigen, alle Begabungen und Fähigkeiten einzusetzen
zum Wohl der Menschen und zum Aufbau der Gemeinden.

Die meisten Einwohner
leben in ländlichen Regionen und überwiegend von dem, was Frauen
in ihren Gärten anbauen, wie Süßkartoffeln und Gemüse. Überschüsse
und speziell Angebautes, wie Kaffeebohnen werden verkauft. um Geld
für den täglichen Bedarf, für Schulgebühren, medizinische Versorgung
oder Transport zu erwirtschaften. Hungern muss in Papua-Neuguinea,
diesem fruchtbaren Land mit tropischem Klima, niemand. Aber reich
sind auch nur Wenige. Derzeit lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung
unterhalb der Armutsgrenze. Nur etwa die Hälfte der Frauen und zwei
Drittel der Männer können lesen und schreiben. Aber mehrsprachig
sind in Papua-Neuguinea alle, denn in diesem Land werden außer der
Amtssprache Englisch und „Tok Pisin“, dem Pidgin Englisch über 800
verschiedene Sprachen von ebenso vielen Ethnien gesprochen – ein
Viertel aller in der Welt gesprochenen Sprachen! Wie wichtig angesichts
dieser Vielfalt die eigenen „Wantoks“ (one talk = engl. Begriff
für „eine Sprache“) sind, also die Angehörigen der gleichen Sprachgruppe,
ist nachvollziehbar. Wer die gleiche Sprache spricht, hilft einander
selbstverständlich – ein wichtiges soziales Netz in einem Land ohne
Krankenversicherung und ohne staatliche Sozialleistungen.

Viele sind wir,
doch eins in Christus. Fast beschwörend können die Weltgebetstagsfrauen
das Motto ihres Gottesdienstes sagen und beten. Ihr Land braucht
in seiner Vielfalt den einigenden Glauben an Christus. Darum wählten
sie aus dem Römerbrief den Text von dem einen Leib der Gemeinde,
in dem alle untrennbar zueinander gehören, weil Gott es so will.
Und doch bleibt der Friede untereinander ein immer gefährdetes,
zerbrechliches Gut. Mit Mut, Phantasie und Zähigkeit versuchen Frauen
in Papua-Neuguinea, für Frieden zu arbeiten. In ihren Familien,
zwischen Clans und Stämmen und bis in die Politik hinein. Mit Erfolg
retten sie Leben. Wie damals in Ägypten drei Frauen miteinander
den kleinen Mose aus dem Nil erretten. Mit dieser Geschichte feierten
sie mit uns und aller Welt Gottesdienst.

Viele sind wir,
doch eins in Christus: auf vielfältige Weise:  in unserer Gott
geschenkten Vielfalt und Einzigartigkeit, aber auch in Spannungen
und Spaltungen unter uns, die es im Glauben zu überwinden gilt.
Gott hat uns alle – Frauen und Männer – mit Gaben und Fähigkeiten
ausgestattet, die wir zum Wohle der Gemeinschaft einsetzen sollen
und zwar über Grenzen und Begrenzungen hinweg, damit wir „das Böse
durch das Gute überwinden“. Wir sind aufgerufen, wie ein großer
weltumspannender „Wantok“ alle unsere Güter gerecht miteinander
zu teilen.

Es ist jedes Jahr
wieder ein ganz besonderes Gefühl am Weltgebetstagsgottesdienst
teilzunehmen und zu  wissen, dass am gleichen Tag weltweit
in über 170 Ländern der Erde mit einer gemeinsamen Liturgie dieser
Gottesdienst gefeiert wird.

Auch unser Vorbereitungsteam
in Klafeld hat in diesem Jahr wieder viel über ein uns bisher eher
unbekanntes Land erfahren und wir hatten viel Freude bei den Vorbereitungen
im Team mit Pfrn. Schwichow. Unser Gottesdienst ist sicherlich auch
deshalb so gut gelungen, weil sich jede Frau mit ihren ganz persönlichen
Gaben und Fähigkeiten bereitwillig eingebracht hat, sei es beim
Singen, beim Schmücken der Kirche, bei den vielen Dingen, die durchdacht,
besprochen und besorgt werden müssen oder beim Zubereiten der Speisen
aus Papua-Neuguinea, die es im Anschluss an den Gottesdienst bei
einer Tasse Tee oder einer Tasse Kaffee aus Papua-Neuguinea in gemütlicher
Runde zu probieren gab.

Im Vorfeld des
Weltgebetstages informierte uns Pfrn. Schwichow auch über Geschichte,
Wirtschaft, Politik, Religion und die spezielle Situation von Frauen
aus Papua-Neuguinea, damit wir die Hintergründe des Gottesdienstes
verstehen und "informiert" beten können.

Dass zum Beten
auch das Handeln gehört, zeigen sowohl die große Spende, die in
jedem Jahr zur Unterstützung von Frauenprojekten in aller Welt gesammelt
wird, als auch die Aktionen, die im Nachhinein auf den Weg gebracht
werden.

Ein Beispiel von
vielen:
Nach dem Weltgebetstag aus Thailand entwickelte sich
1980 aus einer Unterschriftenaktion gegen Sextourismus eine Ökumenische
Asiengruppe in Frankfurt am Main, aus der eine Beratungsstelle für
Migrantinnen hervorging, heute FIM.
Vielleicht haben Sie ja im
nächsten Jahr auch Zeit und Lust sich unserem Vorbereitungsteam
anzuschließen und dabei zu sein, wenn wir den Weltgebetstag 2010
aus Kamerun vorbereiten. Wir freuen uns auf Sie!

Ute Kwarteng-Acheampong

Predigt vom 8. März 2009

GOTTESDIENST FÜR DEN SONNTAG
REMINISZERE

Talkirche, 8.3. 2009
mit
Einführung von Katrin Breitweiser und Lukas Hermeling ins Presbyteramt
Pfr.
Dr. Martin Klein
Text: Mk 12,1-12

In unseren globalisierten Zeiten fällt es
Ihnen sicher nicht schwer, sich folgendes vorzustellen:

Ein großer deutscher Industrie-Konzern hat
ein neues Werk in – sagen wir mal – Südamerika gebaut. Man hat viel
investiert, das Werk nach dem neusten Stand der Technik ausgerüstet,
Personal eingestellt und geschult und schließlich auch das Management
mit einheimischen Kräften besetzt. Die sollen nun eigenständig wirtschaften
und lediglich einen Anteil vom Gewinn an den Mutter-Konzern abführen.
Alles scheint bestens geregelt, die deutschen Experten rücken ab
und dem Vernehmen nach laufen Produktion und Absatz gut. Nur: Es
vergeht ein Jahr nach dem anderen, aber aus dem neuen Werk gehen
keine Gewinne ein, kein einziger müder Euro. Nach einigem Abwarten
wird man in der Konzernzentrale unruhig. Man hat schließlich viel
rein gesteckt in dieses Werk, und die Aktionäre fragen, wo ihre
Dividende bleibt. Also wird viel telefoniert und gemailt und die
Vorlage der Bilanzen verlangt, aber es kommt keine Rückmeldung.
Interne Wirtschaftsprüfer werden hingeschickt, aber die werden unfreundlich
abgewiesen und erhalten keine Akteneinsicht. Schließlich reist eine
hochrangige Delegation an mit dem Vize-Konzernchef an der Spitze.
Das wird nun endlich Eindruck machen, denkt man. Aber die Delegation
hat kaum das Gelände betreten, da kommt der Werkschutz, zwingt die
ganze Gesellschaft mit vorgehaltener Waffe in einen Kleinbus und
fährt sie umgehend zurück zum Flughafen. Anschließend werden alle
wegen angeblich ungültiger Visa des Landes verwiesen – der Innenminister
war der Werksleitung noch einen Gefallen schuldig.

Ein unglaublicher Vorgang, oder? Was meinen
Sie, was die Konzernspitze in Deutschland nun tun wird? Sicher Ähnliches
wie jener Weinbergbesitzer, von dem Jesus mal erzählt hat:

Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und
zog einen Zaun darum und grub eine Kelter und baute einen Turm und
verpachtete ihn an Weingärtner und ging außer Landes. Und er sandte,
als die Zeit kam, einen Knecht zu den Weingärtnern, damit er von
den Weingärtnern seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs hole.
Sie nahmen ihn aber, schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen
fort. Abermals sandte er zu ihnen einen andern Knecht; dem schlugen
sie auf den Kopf und schmähten ihn. Und er sandte noch einen andern,
den töteten sie; und viele andere: die einen schlugen sie, die andern
töteten sie. Da hatte er noch einen, seinen geliebten Sohn; den
sandte er als letzten auch zu ihnen und sagte sich: „Sie werden
sich vor meinem Sohn scheuen.“ Sie aber, die Weingärtner, sprachen
untereinander: „Dies ist der Erbe; kommt, lasst uns ihn töten, so
wird das Erbe unser sein!“ Und sie nahmen ihn und töteten ihn und
warfen ihn hinaus vor den Weinberg. Was wird nun der Herr des Weinbergs
tun? Er wird kommen und die Weingärtner umbringen und den Weinberg
andern geben.

Wenn man das so liest und hört, fragt man
sich vor allem eins: Was ist das für ein Weinbergbesitzer, der in
fast unerschütterlichem Gleichmut einen Boten nach dem anderen und
schließlich sogar seinen geliebten Sohn ins Verderben schickt, obwohl
er damit absolut nichts erreicht? Schon die oben erwähnte Konzernführung
wird sich wahrscheinlich auf der nächsten Aktionärsversammlung unbequeme
Fragen anhören müssen: Warum habt ihr die Sache bloß so lange schleifen
lassen? Warum habt ihr nicht früher ernsthaft durchgegriffen? Aber
dieser Weinbergbesitzer setzt da noch einen drauf. Er scheint der
lebendige Beweis für die These zu sein, dass realitätsblinde Gutmenschen
für die Gesellschaft mindestens genauso gefährlich sind wie notorische
Bösewichter. Denn es zeigt sich ja hier wieder mal, dass man mit
Geduld und Zurückhaltung bei hartnäckigen Übeltätern nichts erreicht,
außer dass ihre Verbrechen immer dreister werden und die Gewalt
immer mehr eskaliert.

Jesus will allerdings weder den Spruch „Vertrauen
ist gut, Kontrolle ist besser“ illustrieren, noch geht es ihm um
die Frage, ob man Kriminalität besser auf die harte oder auf die
weiche Tour bekämpft. Vielmehr spielt Jesus hier deutlicher als
sonst auf sich selber an, auf seine Sendung und sein Schicksal.
Viele Ausleger meinen deshalb, dass dieses Gleichnis erst nach Jesu
Tod und Auferstehung entstanden sein kann. Ich denke aber, dass
es in den Zusammenhang, in dem es bei Markus steht, gut hineinpasst.

Es sind die letzten Tage vor dem Passahfest,
die letzten Tage Jesu in Jerusalem. Sein umjubelter Einzug hat beim
Hohen Rat, der jüdischen Autonomiebehörde im römisch besetzten Judäa,
Anstoß und Besorgnis erregt: „Wieder einer, der sich für den Messias
hält! Nicht nur, dass er damit Gott lästert, er beschwört auch politische
Unruhen herauf. Wenn die eskalieren, dann schlagen die Römer zu,
und es gibt Hunderte, wenn nicht Tausende von Toten in der überfüllten
Stadt.“ Dass Jesus dann im Tempelhof auch noch Wechselstuben demoliert
und Opfervieh verjagt, bestätigt die schlimmsten Befürchtungen.
Und man kommt zu dem Schluss: Dieser Jesus muss weg, ehe er noch
Schlimmeres anrichtet,  möglichst ohne großes Aufsehen, weil
er so viele Anhänger hat.

In diese gespannte Lage hinein erzählt nun
Jesus dieses Gleichnis. Er kann sich ausrechnen, was seine Gegner
vorhaben. Er weiß, dass er sterben muss. Aber er flieht nicht, und
er nimmt auch nichts von dem zurück, was er gesagt und getan hat.
Im Gegenteil: er spitzt es noch zu. Von der Wahrheit, wie er sie
sieht, kann und will er keine Abstriche machen.

Die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Ältesten
aus dem Hohen Rat, begreifen sofort, dass Jesu Gleichnis auf sie
gemünzt ist. Der „Weinberg“ war ein altes biblisches Bild für das
Volk Israel. Deutlich spielt Jesus auf den Jesaja-Text an, den wir
vorhin als Schriftlesung gehört haben. Aber während Jesaja den Weinberg,
also das ganze Volk anklagt, weil es keine Frucht bringt, trifft
der Vorwurf Jesu die Weinbergpächter, also die Führungsschicht,
die vor Gott für sein Volk Verantwortung trägt. Die, so lässt er
durchblicken, hat noch nie auf Gottes Boten gehört: den Propheten
Amos hat sie des Landes verwiesen, Jesajas Mahnungen in den Wind
geschlagen, Jeremia fast ums Leben gebracht. Noch vor kurzem hat
sie für Johannes den Täufer keinen Finger gerührt, als Herodes Antipas
ihn einkerkern und enthaupten ließ. Jahrhunderte lang hat Gott eine
Engelsgeduld bewiesen, hat nichts unversucht gelassen, um die Oberen
seines Volkes zu warnen und zur Umkehr zu rufen. Aber nie wollten
sie die unbequeme Wahrheit hören, immer sind sie nur ihren eigenen
Interessen gefolgt, wollten ihre Macht, ihren Besitz, ihre Privilegien
sichern. All ihre Sorge um Ruhe und Frieden im Land ist für Jesus
nur vorgeschoben. In Wahrheit geht es ihnen einzig und allein um
sich selbst.

Und so trifft nun Jesus das gleiche Schicksal
wie alle Propheten vor ihm. Er stellt sich mit ihnen in eine Reihe,
aber zugleich ist er mehr als sie: er ist der geliebte Sohn, er
redet nicht nur die Wahrheit, er ist Gottes Wahrheit für die Menschen.
Viele im Volk spüren diese Wahrheit, aber die Oberen, in ihrer egoistischen
Logik gefangen, nehmen sie nicht wahr. Sie können dafür sorgen,
dass Jesus stirbt, und sie werden es tun. Aber Gottes Wahrheit können
sie nicht zerstören – im Gegenteil: indem sie Jesus verurteilen,
richten sie über sich selbst.

Wie das geschehen ist, das deutet das Bibelwort
an, dass die christliche Gemeinde später an Jesu Gleichnis angefügt
hat:

Habt ihr denn nicht dieses Schriftwort
gelesen: »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum
Eckstein geworden. Vom Herrn ist das geschehen und ist ein Wunder
vor unsern Augen«?

Die jüdischen Oberen, die römischen Henker,
sie alle glaubten mit Jesus fertig zu sein. Ausgestoßen hatten sie
ihn aus dem Volk Gottes, beseitigt war der Störenfried, und seine
Anhänger würden sich zerstreuen. Aber sie haben alle nicht damit
gerechnet, dass Gott das letzte Wort spricht. Dass er Jesus auferweckt
von den Toten, dass er damit bestätigt: dieser Verstoßene, dieser
angebliche Gotteslästerer ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen
habe. Und so wird Jesus zum Grundstein eines neuen Tempels, zum
Begründer eines neuen Gottesvolkes, zu dem jetzt nicht mehr nur
Israel gehört, sondern Menschen aus aller Welt. Für dieses neue
Gottesvolk tragen nun andere Menschen die Verantwortung. Ob sie
ihr besser gerecht werden?

Und damit bin ich bei uns, heute und hier
in diesem Gottesdienst. Zwei Menschen aus unserer Gemeinde werden
heute ins Presbyteramt eingeführt. Auch sie werden damit Pächter
im Weinberg, übernehmen Verantwortung für das Volk Gottes, Abteilung
Ev.-Ref. Kirchengemeinde Klafeld – eine Verantwortung die wir anderen
Mitglieder des Presbyteriums schon eine längere oder kürzere Weile
tragen. Werden wir ihr gerecht? Sorgen wir so für die Glieder dieser
Gemeinde, kümmern wir uns so um die materiellen Dinge, die dafür
nötig sind, dass wir damit vor Gott bestehen können, wenn er nach
dem Ertrag unserer Arbeit fragt? Wir sollten nicht denken, dass
man bei Kirchens Papst oder mindestens Bischof sein muss, um vom
Machtvirus angesteckt zu werden. Auch so mancher einfache Pfarrer
oder Presbyter hat schon sein Amt missbraucht, um sein eigenes Geltungsbedürfnis
zu befriedigen, und es nach Kräften ignoriert, wenn die Gemeinde
dabei Schaden erlitten hat.

Ich habe zwar nicht den Eindruck, dass wir
im Moment in dieser Gefahr stehen. Im Gegenteil: Diesem Presbyterium
ist es in den letzten Jahren in seltener Weise gelungen, persönliche
Wünsche und Interessen zurückzustellen und auch unpopuläre Entscheidungen
einmütig zu treffen, um damit letztlich dem Wohl der ganzen Gemeinde
zu dienen. Dieses gute Einvernehmen ist ein hohes Gut und verdient
den Respekt der ganzen Gemeinde. Und wir sind auch zuversichtlich,
dass die beiden neuen Leute sich mit ihren Gaben gut in diese Gemeinschaft
einfügen werden. Aber wir dürfen uns nicht darauf ausruhen. Wir
müssen uns immer wieder neu fragen, jeder für sich persönlich und
auch im Gespräch miteinander, ob wir mit unserem Handeln Gott die
Ehre geben und das Beste für die uns anvertrauten Menschen tun.
Wenn wir uns dabei an Jesus ausrichten, an der Wahrheit Gottes,
die er verkörpert und zu uns bringt, dürften wir auf der richtigen
Spur sein.

Und natürlich gilt das alles nicht nur für
das Leitungspersonal im Weinberg des Herrn, sondern für jeden Christen,
der seinen Glauben bewusst im Alltag leben will. Uns allen hat Gott
etwas anvertraut: Gaben und Aufgaben. Uns allen begegnet er immer
wieder mit Liebe und Geduld, nicht, damit wir sie schamlos ausnutzen,
sondern damit wir sie zum Maßstab unseres Handelns machen. Und dann
möchte er auch die Früchte sehen, die daraus wachsen: in der Familie,
im Freundeskreis, bei der Arbeit und in der Freizeit, in der Politik
und gerade auch in der Wirtschaft, von der anfangs die Rede war.
Warum sollten wir ihm diese Früchte vorenthalten?

Amen.

Gospelworkshop 2009: Rückblick

Gospelworkshop vom 13. – 15.
Februar 2009

Dieses Jahr konnten wir vom Chor Wegweiser
nicht sagen,

„The same procedure as every
year“,

es kam alles anders.

Bereits Mitte
Januar hatten wir so viele Anmeldungen, wie sonst noch nie in den
Vorjahren. Dann der Schreck, Hanjo Gäbler teilte uns mit, dass er
aus gesundheitlichen Gründen, den diesjährigen Workshop nicht leiten
könnte.

Er
machte uns aber einige Vertretungsvorschläge, woraus
sich dann ergab, dass wir als Workshopleiter David Thomas
verpflichten konnten. Seine Wurzeln hat David Thomas
in der Karibik, aufgewachsen ist er in England und wohnt
seit ca. 16 Jahren in Deutschland. Wir waren natürlich
froh, solch einen Ersatz für Hanjo zu bekommen.

Eine Woche vor
Workshopbeginn stand dann fest, wir hatten 130 Anmeldungen für dieses
Wochenende. Guter Rat war teuer, diese vielen Teilnehmer konnten
wir nicht im großen Saal der Wenschter Kirche unterbringen. Nach
einigem Überlegen kam uns die rettende Idee. Die ersten 5 Reihen
der Kirchenbänke wurden abgeschraubt und an ihre Stelle wurden Stühle
gestellt. Wir hatten dadurch genug Platz für die vielen Workshopteilnehmer.
Natürlich mussten wir uns mit den Essenportionen auch auf die Menge
der vielen Teilnehmer einstellen.
Der Freitagabend konnte kommen.
Die genaue Teilnehmerzahl lag dann bei 120 im Alter von 12 bis Mitte
50. Zu aller Freude waren auch bestimmt ca. 20 Männer unter den
Teilnehmern.
Bis David alle sortiert hatte, wie sie nach Stimmen
sitzen sollten, dauerte es einige Zeit und dann ging es los. 5 bis
6 neue Lieder wollte er an dem Wochenende mit uns einüben.
Freitag
probten wir bis 21.30 und Samstag von 10.00 bis 18.00. Die neuen
Lieder waren gut einzuüben, bis auf einige“ Hänger“ im Sopran. Nach
längerem Üben klappte es dann fast bei Allen.
He Lives, A brighter
day, Tickin’ Away, The meaning of life und Gloria waren die Stücke.
Tickin’ Away hatte einen karibischen Einschlag und bei the meaning
of life sangen Tini und Gabi die Strophen solo. Der Renner unter
den Liedern war Gloria , gleichzeitig aber auch das Schwerste. Dieses
Lied, praktisch das „Vater unser“ auf Englisch, beginnt ganz langsam
und dann geht die Post ab.
Das Mittagessen am Samstag wurde von
allen Teilnehmern auf das Höchste gelobt. Es gab selbst gemachte
Salate, Würstchen und wer wollte, konnte sich mit der heißen Lauchcremsuppe
von Sybille Mackenbach den Bauch wärmen. Nachmittags gab es dann
zum Kaffee noch selbst gebackenen Kuchen.
Sonntag trafen wir
uns bereits um 9.00 Uhr zur Aufstellung und Generalprobe in der
Wenschtkirche. Die Kirchenbänke waren natürlich am Samstagabend
wieder fest montiert worden. Damit auch alle Chorsänger gut aufgestellt
sehen konnten, hatten Klaus Mackenbach und seine Helfer, fleißig
Podeste aufgebaut.


 
 

Zum Gospelgottesdienst war die Kirche fast
voll besetzt. Wir sangen in zwei Blöcken unsere eingeübten Lieder,
welche bei den Besuchern so gut ankamen, dass diese im Takt mitklatschten
und bei dem Medley auch mit sangen.

Fazit: Ich glaube es hat allen Workshopteilnehmern
wieder sehr viel Spaß gemacht. Schade, dass solch ein Wochenende
immer so schnell vorbei geht. Freuen wir uns also auf 2010, dann
findet bereits der 10. Workshop statt.

Heidi Georg

Die Kirchenmäuse sind da …

Die Kirchenmäuse
sind da …

Seit dem 22. Januar 2009 krabbeln die Kirchenmäuse
in den Gemeinderäumen der Wenschtkirche. Mit sechs Kindern haben
wir begonnen. Inzwischen hat sich die Krabbelgruppe auf etwa zehn
Kinder erweitert. Sie sind im Alter von acht Monaten bis eineinhalb
Jahren. Dankeswerterweise haben wir viel Spielzeug aus der Gemeinde
erhalten, das von den Kindern mit Freunde und reichlich genutzt
wird. Auch die Mütter sollen nicht zu kurz kommen. Bei einem Tässchen
Kaffee tauschen wir uns aus. Natürlich wird bei uns viel gesungen.
Inzwischen gibt es schon die ersten „Schlager“. Aber auch anderes
haben wir zu bieten. Wer möchte kann malen oder basteln. Für unsere
„Kleinen“ gibt es Dinge, die man befühlen und erforschen kann wie
Luftballons, Dosen, Beutel mit Reis oder Nudeln und vieles mehr.
Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auch Töpfe zum draufhauen
gibt’s bei uns. Das steckt sogar die „Großen“ an. Die Stimmung ist
gut und ausgelassen. Und wir freuen uns über jeden, der noch kommen
möchte. Wer Lust hat, ist herzlich eingeladen donnerstags von 9.30
Uhr bis 11 Uhr mit uns zu spielen, zu basteln und zu klönen.
 

 

 Marcella Ciraldo
Sandra Kleinschmidt
Charlotte
Boes

 


von
den Krabbel-Mäusen
und den Krabbel-Müttern

 

 

Auf ein Wort ….

 

Mensch, hat der’s gut …

Sehnsüchtig geht
der Blick auf die da oben. Die haben es geschafft. Die Karriereleiter
erklommen. Schöne Aussichten und ein schönes Leben.

Ich steh hier
unten, im luftleeren Raum, ohne Halt und Unterstützung. Ich muss
zu sehen, wie ich klar komme. Ich habe keine starke Hand, die mich
unterstützt.

Diesen Neid und
das Selbstmitleid kennen viele. Von Zeit zu Zeit überfällt es einen.
Dann steht die ganze Ungerechtigkeit vor Augen: die Menschen, die
sich auf Kosten der anderen bereichern; die Umstände, die gegen
mich sind. In einer Gesellschaft, in der arm und reich immer weiter
auseinander klaffen, sind diese Gefühle berechtigt und häufiger
auszumachen.

Doch dabei werde
ich blind. Blind für die Hand, die mich trägt. Gerade dann, wenn
ich nicht damit rechne; blind dafür, dass Jesus nicht als Verlierer
ans Kreuz gegangen ist, sondern als Bezwinger des Todes.

Ich weiß, dass
es vielen Menschen schwer fällt, daran zu glauben. Der Tod und die
Probleme dieser Welt sind ja auch sehr erdrückend. Doch wer es glauben
kann, wer diese tragende Hand spürt, wird nicht mehr Angst haben
müssen. Die Leere kann dann nicht mehr schrecken.

Der Raum eröffnet
vielmehr ungeahnte Freiheiten. Schwerelos und frei bin ich bereit,
mein Leben zu leben. Denn ich werde getragen. Das ist Ostern.

Ich wünsche ihnen ein gesegnetes Fest

Ihr
Frank Boes, Pfr.