„Aufkreuzen für die Gemeinde“

 

 „Aufkreuzen für die
Gemeinde“

Gemeindeversammlung zur Presbyterwahl

Am
5. Februar 2012 sind Presbyteriumswahlen. Alle Gemeindeglieder ab
sechzehn Jahren können dann darüber entscheiden, wer in den nächsten
vier Jahren unsere Gemeinde leiten soll. Sie können damit unter
Beweis stellen, dass die evangelische Kirche sich tatsächlich von
unten nach oben aufbaut und dass die Basis der mündigen Christenmenschen
in Sachen Gemeinde- und Kirchenleitung das erste und wichtigste
Wort spricht.

So weit, so gut,
so demokratisch (oder presbyterial-synodal). Aber leider seit vielen
Jahren graue Theorie, sowohl in unserer Gemeinde als auch in der
Evangelischen Kirche von Westfalen insgesamt. Erstens gab es bei
uns schon lange nicht mehr genügend Kandidatinnen und Kandidaten
für eine echte Wahl. Und zweitens: Wo tatsächlich gewählt wurde,
war die Wahlbeteiligung in der Regel erschreckend niedrig – im Schnitt
lag sie bei der letzten Wahl 2008 bei kläglichen 8,3 %.

Es wäre also höchste
Zeit, dass sich etwas ändert. Aber ausgerechnet dieses Mal liegt
die Hürde dafür besonders hoch: Mindestens sechs Mitglieder des
Presbyteriums werden nicht wieder kandidieren – aus verständlichen
persönlichen Gründen oder weil sie die Altersgrenze erreichen. Zwei
Stellen sind schon jetzt vakant. Also werden mindestens acht neue
Presbyterinnen und Presbyter gebraucht – und wenn wirklich gewählt
werden soll, mindestens neun Kandidaten.

Das heißt: Wenn
aus der Wahl etwas werden soll, müssen wir uns alle miteinander
auf Kandidatensuche machen. Denken Sie also mit uns gemeinsam nach:
Wem trauen Sie es zu, dass er unsere Gemeinde im Team mit Pfarrerin
und Pfarrern und den anderen Mitgliedern des Presbyteriums leiten
kann? Wenn Ihnen dazu jemand einfällt, sagen Sie uns Bescheid oder
sprechen Sie die Betreffenden selber an! Und wenn Sie diese Aufgabe
selber reizen würde, dann geben Sie sich einen Ruck und lassen Sie
sich aufstellen! Wenn Sie ein erwachsenes unbescholtenes Glied unserer
Gemeinde sind, brauchen Sie dafür nur noch die Unterschriften von
fünf Gemeindegliedern (früher waren es zehn).

Noch ein Wort
zu den beiden häufigsten Gegenargumenten: Natürlich ist nicht jede
und jeder fürs Presbyteramt geeignet. Aber gerade weil wir ein Team
mit vielfältigen Aufgaben sind, haben wir Platz für viele verschiedene
Gaben. Und natürlich kostet es Zeit, Presbyter/in zu sein. Aber
(erst mal) vier Jahre sind ja nicht das ganze Leben, und langjährige
Mitglieder werden Ihnen gern bestätigen, dass ihnen die Arbeit im
Presbyterium gerade in letzter Zeit zunehmend Freude macht, weil
der Zusammenhalt gegenüber früheren Zeiten deutlich besser geworden
ist.

Ein wichtiges
Datum auf dem Weg zur Presbyteriumswahl ist die Gemeindeversammlung
am Donnerstag, 17. November 2011, um 19 Uhr im Gemeindezentrum Wenscht.

Mit ihr beginnt das so genannte Wahlvorschlagsverfahren: Es wird
über die Wahl und das Presbyteramt informiert, und Wahlvorschläge
werden an diesem Abend und danach noch bis zum 26. November gesammelt.
Also: Kreuzen Sie dort auf für die Gemeinde, machen Sie Vorschläge
oder kandidieren Sie selber, und helfen Sie mit, dass dieses zentrale
und wichtige Element unserer Kirchenordnung nicht immer mehr zur
Farce wird!

 

Kirchmeister – Info

 

Kirchmeisterinfo

Liebe Gemeindeglieder,

wie Sie wissen
ist die Kirchengemeinde mit fünf Kindergärten der größte Träger
im Kirchenkreis. Nachdem in den letzten beiden Jahren in den Einrichtungen
Setzen, Sohlbach und Jasminweg der Ausbau für Kinder unter drei
(U3) vorgenommen wurde, werden nun auch die beiden letzten Einrichtungen
U3 fähig gemacht.

Die Bausubstanz
der Einrichtung „Am Kindergarten“ (Schießberg)  hätte eine
Grundsanierung  zur Folge, die aus Kostengründen (ca. 300.000
Euro) nicht umsetzbar war. Aus diesem Grund hat sich das Presbyterium,
nach Rücksprache mit der Stadt Siegen, entschlossen im Kindergarten
in der Stormstraße „Am Hohen Rain“, der für mehrere Monate Zuflucht
für die Kinder der Einrichtung im Jasminweg war, einen internen
U3 Ausbau vorzunehmen. Dies bedeutet, dass aus den ehemaligen drei
Gruppen eine zwei Gruppeneinrichtung wird. Die Arbeiten sollen am
Ende des Jahres abgeschlossen sein, damit dann der Umzug der Kinder
der Einrichtung „An der Talkirche“ erfolgen kann. Wie Sie sehen
ist in unseren Kindergärten immer viel los.

Leider musste
sich die Gemeinde vor vier Jahren von vier Gebäuden trennen. Für
die Kirche in Setzen, das Paul-Gerhardt-Haus in Sohlbach und das
Lutherhaus konnten gute Lösungen gefunden werden. Nunmehr wollen
wir unser Versprechen einlösen und die Gemeindearbeit an der Geisweider
Talkirche, dem geographischen und ideellen Mittelpunkt der Gemeinde,
konzentrieren. Im Erntedankgottesdienst am Sonntag, den 2. Oktober
ist der Startschuss zu unserer Spendenaktion „mittendrin“ gefallen.
Wir hoffen und wünschen uns sehr, auch mit Hilfe von verschiedenen
Aktionen, die notwendige Spendensumme von 240.000 Euro in den nächsten
drei Jahren einzunehmen.

Liebe Gemeindeglieder,

auch für das vierte
Gebäude der Kirche in Birlenbach gibt es einen Interessenten. Es
handelt sich dabei um eine Wohnbaugesellschaft, die im Auftrag eines
Pflegedienstes seit mehreren Monaten interessante und intensive
Gespräche mit uns führen. Die letzten Planungen sehen bei Beibehaltung
der Kirche einschl. Glockenturm zwei Wohngruppen für insgesamt vierzehn
Senioren vor. Ein erheblicher Teil muss über die NRW-Bank finanziert
werden. Da es sich hier um eine Erbpacht handelt würde das Grundstück
im Besitz der Kirchengemeinde bleiben. Ich hoffe sehr Ihnen schon
bald von einem erfolgreichen Abschluss berichten zu können. Denn
dies wäre sicherlich nicht nur für alle Birlenbacher eine erstklassige
Lösung.

Im Februar 2012
finden Presbyteriumswahlen statt. Aber was heißt Wahlen. Leider
gibt es schon lange keine Wahlen mehr. Da einige Presbyter aus Altersgründen
nicht mehr zur Verfügung stehen und andere aus gesundheitlichen
und persönlichen Gründen nicht weiter machen suchen wir 9 neue Presbyter.
Genau 9 alte Presbyter möchten auch in den nächsten vier Jahren
Verantwortung übernehmen. Ich lade Sie auch auf diesem Weg recht
herzlich zu der Gemeindeversammlung am Donnerstag, den 17. November
um 19.00 Uhr ins Gemeindezentrum Wenscht ein. Nach Zeiten der Entbehrung
schaffen wir mit unserem Neubau ein gemeinsames Dach für die gesamte
Gemeinde, das nicht nur Raum für Begegnung schafft sondern das zarte
Pflänzchen des Zusammenwachsens fördert. Dazu brauchen wir PresbyterInnen
aus allen Ortsteilen.

Eine gesegnete
Zeit bis zum Wiedersehen im Gottesdienst oder an einem anderen Ort
wünscht Ihnen

Hartmut Heinbach (Finanzkirchmeister)

 

Neues aus Gemeinde und Presbyterium

 

Neues aus Gemeinde und Presbyterium

von Peter – Christian Rose

  • Wertvoll:

2011 ist in Westfalen
das „Jahr der Taufe“. Auch die evangelischen Landeskirchen
im Rheinland und in Lippe stellen die Taufe unter dem Motto „Gottesgeschenk“
in den Mittelpunkt. Viele Kirchengemeinden haben dazu kreative Ideen
entwickelt. Wir in Klafeld haben schon frühzeitig einen Tauferinnerungsgottesdienst
geplant und dann auch durchgeführt. Am 4. September in der Talkirche.
Eingeladen waren alle getauften Kinder im Alter von fünf oder sechs
Jahren, und natürlich auch ihre Eltern und Geschwister und Paten.
Pfarrer Frank Boes begrüßte alle recht herzlich. In seiner kurzen
Predigt erzählte er dann ganz kindgerecht die Geschichte von Jesus,
von den Kindern und von den Jüngern, nachzulesen bei Markus im 10.
Kapitel (13 – 16). Anschließend die Taufe von Sophie-Marie Böcking
und Johannes Schleifenbaum. Die Taufe – ein Gottesgeschenk! Sie
zeigt den unendlichen Wert, den jeder Mensch vor Gott hat. „Ganz
Auge und ganz Ohr“ waren dabei die 30 Mädchen und Jungen, die
selbst vor fünf oder sechs Jahren das „Gottesgeschenk“
erhalten haben und nun einmal alles hautnah miterleben konnten,
die Fragen an die Eltern und Paten, das Vorlesen der Taufsprüche,
die eigentliche Taufzeremonie, das Entzünden der beiden Kerzen,
der Zuspruch des Segen Gottes an die Täuflinge, die Eltern und Paten.
Dann aber kamen sie selbst nach vorne. Zur Erinnerung erhielten
sie ein Wasserkreuz in ihre Hände. Und eine Taufkerze, die ganz
behutsam und überaus vorsichtig getragen wurde; einige hatten ihre
eigene mitgebracht. Den Gottesdienstbesuchern bot sich im Chorraum
ein schönes und  eindrucksvolles Bild: Die 30 Kinder hatten
sich mit ihren brennenden Kerzen in einem Halbkreis aufgestellt.
Pfarrer Frank Boes: „Jetzt zeigt ihr, dass ihr getauft seid
und zur Gemeinde von Jesus Christus gehört. Gott möge immer bei
euch sein, er möge euch auf allen Wegen begleiten und beschützen!“
Dann das Lied „Vergiss es nie“ mit dem tollen Refrain:
„Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur
… Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu. Du bist
du, das ist der Clou, ja der Clou. Ja, du bist du.“ Übrigens:
Einen Tauferinnerungsgottesdienst wird es jetzt jedes Jahr geben!

  • Begeistert:

18. September:
„Autofrei und Spaß dabei“ – die einundachtzigste. Ziel
an diesem Sonntag ist Siegburg. 24 Frauen und Männer sind gekommen,
um an dem Ausflug teilzunehmen, einige sind zum ersten Mal dabei.
Umso ärgerlicher der einstündige Zwangsaufenthalt auf dem Siegener
Bahnhof: Der Zug um 13.07 Uhr fällt aus! Begründung: Technische
Probleme. Doch die Gruppe lässt sich die Vorfreude nicht nehmen.
Entschädigt wird man dann in Siegburg, denn dort wartet ein „toller“
Stadtführer, freundlich, belesen und sehr kompetent. Ihm selbst
scheint der Rundgang durch die schöne Kreisstadt des Rhein-Sieg-Kreises
Spaß zu machen; er überzieht die Zeit um 45 Minuten! Zunächst ein
kurzer geschichtlicher Rückblick: Schon 1.000 – 500 v. Chr. entstanden
Siedlungen am Rande des heutigen Stadtgebietes. Seit 1.000 n. Chr.
entwickelte sich in Siegburg das Töpferhandwerk. 1064 gründete Erzbischof
Anno II von Köln die Abtei Michaelsberg. Die Stadtrechte erhielt
man im Jahr 1182. Seit dieser Zeit wurden auch Blei- und Kupfererze
gefördert, bis man das Bergwerk 1878 aus wirtschaftlichen Gründen
schließen musste. 14 Jahre später kam es zur Ansiedlung von Rüstungsbetrieben,
in denen während des Ersten Weltkrieges bis zu 20.000 Menschen arbeiteten.
Ende Dezember 1944 und im März 1945 wurde die Stadt bombardiert
und teilweise zerstört; zu beklagen waren viele Tote und Verletzte.
Seit 2003 ist Siegburg an die ICE-Schnellfahrstrecke Köln – Frankfurt
angebunden. Eigens dafür erhielt die Stadt ein neues Bahnhofsgebäude
mit umliegenden Geschäften. Die Besucher aus Klafeld zeigen sich
sehr interessiert und beeindruckt, auch von den Sehenswürdigkeiten
in der Stadt: Siegessäule, Zeughaus, Stadtmuseum und Pfarrkirche
St. Servatius mit der großen Orgel und dem spätromanisch-gotischen
Siegburger Kirchenschatz. Nebenbei erfährt man so einiges über den
bekanntesten Sohn der Stadt: Engelbert Humperdinck (Komponist /
1854 – 1921). Aber auch Ernst H. Hilbich (Schauspieler und Kabarettist)
und Wolfgang Overath (Fußballspieler und jetziger Präsident des
1. FC Köln) wurden hier geboren. Dann der Höhepunkt des Tages, genau
133 Stufen über der Stadt: Der Michaelsberg, gleichzeitig Wahrzeichen
der 40.000 Einwohner – Kommune. Gekrönt wird der erloschene Vulkan
von der Benediktinerabtei St. Michael, um das Jahr 800 als Burganlage
errichtet. Erwähnenswert auch der herrliche Blick hinauf ins Siegtal
und hinüber zum Rhein. In der Abteikirche befindet sich das Grab
des oben erwähnten Erzbischofs und der Annoschrein aus dem Jahr
1183. Beim abschließenden Kaffeetrinken zeigt sich die Besuchergruppe
begeistert vom Gesehenen und den informativen Ausführungen zu den
Bereichen Geschichte, Wirtschaft, Verkehr und Kultur. „Rundum
gelungen“, so hieß das Fazit der letzten Exkursion vor der
verlängerten Winterpause. Denn erst im Mai 2012 heißt es wieder
„Autofrei und Spaß dabei – der Schöpfung zuliebe“.

  • Ökumenisch:

Die
Treffen der beiden Pfarrgemeinderäte von St. Marien und St. Joseph
mit unserem Presbyterium haben schon eine lange Tradition. Sie dienen
der Vertiefung der ökumenischen Beziehungen und der Planung von
gemeinsamen Veranstaltungen vor Ort, und sie verlaufen stets freundschaftlicher
Atmosphäre. Zuletzt am 16. September, als man im Ev. Gemeindezentrum
im Wenscht zusammenkam. Von kath. Seite waren Pfarrer Karl-Hans
Köhle, Gem.-Ref. Ulrike Weber, Gem.-Ass. Nicoleta Balint, Vikar
Johnson Achandy und fünf Mitglieder der Pfarrgemeinderäte erschienen,
unsere Kirchengemeinde war durch zehn Presbyterinnen und Presbyter
sowie durch Pfarrerin Almuth Schwichow, Pfarrer Dr. Martin Klein
und Pfarrer Frank Boes vertreten. Letzterer eröffnete den Abend
mit Gedanken zum Wochenspruch „Das geknickte Rohr wird er nicht
zerbrechen …“ (Jes. 42, 3) und einem Gebet. Nach dem gemeinsamen
Abendessen eine kurze Vorstellungsrunde, dann der Jahresrückblick:
Ein reger Gedankenaustausch, ganz offen und kritisch, positiv bewertend
und weniger Gutes nicht aussparend, vom Weltgebetstag über das Kinderfest
und den Gottesdienstbesuch bis hin zum Firmenlauf. Angesprochen
wurde dabei auch die geringere Resonanz bei der ökumenischen Bibelwoche
und beim Gottesdienst am Pfingstmontag sowie die doch schon störende
Unruhe bei der Andacht mit Anspiel vor dem Martinszug. Auf der Tagesordnung
dann die Veranstaltungsplanung für die nächsten zwölf Monate. Besonders
wichtige Ereignisse auf ev. Seite sind der Gottesdienst zum Beginn
des Bauprojektes „Mittendrin“ und die Kirchenwahlen Anfang
Februar. Da zur Zeit zwei Presbyterstellen unbesetzt sind und weitere
Mitglieder aus Altersgründen bzw. persönlichen Gründen nicht mehr
antreten, wird die vollständige Besetzung des Leitungsgremiums nicht
so leicht werden. Sorgen auch in St. Marien: Nach dem Ausscheiden
von drei gewählten Mitgliedern hat der Pfarrgemeinderat beschlossen,
mit der geringeren personellen Ausstattung nicht weiterarbeiten
zu wollen; Pfarrer Karl-Hans Köhle wird daher in Paderborn die Ansetzung
von Neuwahlen beantragen. Außerdem: Im Jahr 2012 wird es in St.
Marien erstmals keine Kommunion geben, da am Stichtag keine Anmeldungen
vorlagen. Doch auch über positive Ereignisse wurde von unseren kath.
Mitchristen berichtet, z.B. über die Fahrt zur Papstmesse in Erfurt,
den Fersehgottesdienst am 23. Oktober in St. Joseph und die Planung
der „Nacht der Lichter“. Zwei aller festgelegten Termine
seien schon an dieser Stelle genannt: 7. Januar 2012 (Aussendung
der Sternsinger) und 24. Juni (Ökum. Kinderfest). Die Konfirmationen
finden am 29. April (Tal), 6. Mai (Wenscht) und 13. Mai (Tal) statt;
am 9. September feiert der kath. Pastoralverbund Hüttental/Freudenberg
sein 10-jähriges Bestehen. Nach einem Schlussgebet mit der Bitte
um Gottes Segen für die weitere ökumenische Zusammenarbeit in unserer
Region bedankte sich Pfarrer Karl-Hans Köhle für die Einladung,
die tolle Bewirtung und den offenen Gedankenaustausch.

  • Traurig:

Die Evangelisch-reformierte
Kirchengemeinde Klafeld trauert um Siegfried Legler. Ganz plötzlich
verstarb er am 18. September im Alter von 83 Jahren, er wollte sich
gerade für den Gottesdienst in der Talkirche zurechtmachen. Siegfried
Legler war zusammen mit seiner Frau Ursula von 1966 bis 1991 als
Küster in unserer Gemeinde tätig, zuerst in Setzen, dann im Lutherhaus
und in der Talkirche. „Größtenteils ehrenamtlich hat er dieses
Amt gewissenhaft und mit viel Sorgfalt und Liebe ausgeübt“,
so ist es in der Traueranzeige unseres Presbyteriums zu lesen. Und
das ist vielleicht noch untertrieben. „Siegfried Legler machte
eher alles 200-prozentig“, weiß sich Alt-Kirchmeister Erwin
Messerschmidt zu erinnern. „Besser und ordentlicher konnte
man einfach nicht arbeiten!“ Gefegt wurde am Samstagnachmittag
sogar bei strömendem Regen, denn zum Gottesdienst am nächsten Morgen
sollte um die Kirche herum alles sauber sein. Ja, Siegfried Legler
war in all den Jahren überaus pflichtbewusst. Als die Ordination
seines Sohnes anstand, wollte er nicht hinfahren. Denn er hatte
ja Dienst! Nach langem Zureden aller Presbyterinnen und Presbyter
– „Wir übernehmen deine Aufgaben und Verrichtungen …“
– fuhr er dann doch, aber nur schweren Herzens, wie er sagte. Bei
der Trauerfeier am 23. September auf dem Geisweider Friedhof lobte
Pfarrer Frank Boes seinen Einsatz und sein Engagement für unsere
Kirchengemeinde. Und während der sich anschließenden Nachfeier wusste
Pfarrer i. R. Burkhard Schäfer auch nur Gutes über Siegfried Legler
zu berichten. Er würdigte in erster Linie dessen Verlässlichkeit
und Menschlichkeit. Zur Beerdigung war auch Renate Kramer, selbst
83 Jahre alt, aus dem fernen Detmold angereist. Einige von Ihnen,
liebe Leserinnen und Leser, werden Frau Kramer noch kennen. Sie
arbeitete derzeit in unserem Gemeindeamt und versah den Organisten-
und Chorleiterdienst an der Talkirche, kannte den Verstorbenen also
sehr gut. Siegfried Legler wohnte zuletzt in der Marktstraße. Als
treuer Kirchgänger blieb er unserer Gemeinde bis zu seinem Tod immer
eng verbunden. „Unsere Gebete begleiten seine Kinder und alle,
die um ihn trauern.“

  • Zuversichtlich:

Ein herzliches
Dankeschön gebührt allen Gemeindegliedern und allen Nicht-Klafeldern,
die uns in der letzten Zeit mit kleinen und größeren Geldbeträgen
unterstützt haben! Für das Projekt „Gemeindesaal ´mittendrin´
an der Talkirche“ (Mai/Juni) lautet der Endstand 1.292,36 €,
für das Projekt „Konfirmandenarbeit“ (Juli/August) 465,00
€. Für das Projekt „Gemeinde jetzt“ (September/Oktober)
wurden in den ersten vier Wochen bereits 2.564,00 € eingezahlt oder
überwiesen; hier müssen natürlich auch jene 1.025,00 € Erwähnung
finden, die schon in den Monaten Januar bis August für unsere Kirchennachrichten
– manche sagen ja auch einfach „Blättchen“ – gespendet
worden sind. Wir vom Öffentlichkeitsausschuss sind zuversichtlich,
dass von Christine Albertin und Brigitte Veltzke im Gemeindebüro
noch weitere Gelder auf der Habenseite verbucht werden können. Denn
unser Ziel ist wieder, dass „Gemeinde jetzt“ auch im Jahr
2011 ausschließlich durch Spenden und Werbeeinnahmen finanziert
werden kann. Zum Schluss noch die Kollekte der Eisernen Konfirmation
am 18. September in der Talkirche: Sie betrug 506,24 € und soll
für das neue Gemeindezentrum verwendet werden. Für alle Gelder nochmals
aufrichtigen Dank!

  • Unternehmungslustig:

„Wo Werra
sich und Fulda küssen – Sie ihre Namen büßen müssen – Und hier entsteht
durch diesen Kuss – Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss“:
Diese vierzeilige Aufschrift ziert seit Ende Juli 1899 den Weserstein.
Wissen Sie, wo er steht? Richtig, in Hannoversch Münden. Diese Stadt
zwischen Kassel und Göttingen war dieses Mal das Ausflugsziel des
Wenschter Frauentreffs – nach Münster, Trier und Paris in den drei
letzten Jahren. Und um es schon vorweg zu nehmen: Es war wieder
eine tolle Fahrt! Mit schönem Wetter, bester Stimmung und einer
wirklich guten Gemeinschaft. Und es wurde viel und herzhaft gelacht!
Am 17. September trafen sich die unternehmungslustigen Frauen in
aller Frühe in Siegen, um mit der Bahn über Gießen und Kassel in
die „Dreiflüssestadt“ zu gelangen. Ausgesucht hatte das
Organisationsteam das ganz zentral und trotzdem sehr ruhig gelegene
Hotel „Alte Windmühle“ in der Altstadt. Sofort nach dem
Einchecken stand die 90-minütige Stadtführung auf dem Programm.
Die Frauen aus Klafeld waren ganz angetan von der Stadt, von den
700 Fachwerkhäusern – eins prächtiger als das andere – mit sehenswerten
Erkern, Inschriften und Portalen, von der alten Steinbrücke, vom
historischen Renaissance-Rathaus mit dem Doktor-Eisenbart-Glockenspiel,
vom Welfenschloss und den vielen Wehrtürmen und Befestigungsanlagen.
Die sich anschließende Schifffahrt auf Fulda, Werra und Weser stand
der interessanten Stadtführung in nichts nach. Darauf
ein Spaziergang zum Weserstein. Zum Abendessen Einkehr im urigen
Ratsbrauhaus, dann noch in die St. Blasius Kirche zur Veranstaltung
„Kultur und Kirche“. Die lange Nacht mit Musik, Gospel
und Theater, veranstaltet von der Stadtkirchengemeinde und mit unserer
„Nacht der offenen Kirchen“ vergleichbar, fand auch bei
den Besucherinnen aus dem Wenscht Anklang. Kleine Speisen und Getränke
gab es auf dem Platz vor der Kirche, den man mit ansprechender Illumination
perfekt in Szene gesetzt hatte. Alle genossen die laue Spätsommernacht.
Der zweite Tag begann mit einem ausgedehnten Frühstück. So gestärkt
begab man sich in den Skulpturenpark und zum Aussichtsturm „Tillyschanze“
hoch über der Stadt; der Name des Bauwerkes geht übrigens auf die
Belagerung und Erstürmung der Stadt im 30-jährigen Krieg zurück.
Danach das gemeinsame Mittagessen, ein weiterer Bummel durch die
stimmungsvollen Gassen der alten Handelsstadt und das abschließende
Kaffeetrinken im mittelalterlichen Café in der inzwischen entwidmeten
St. Aegidienkirche. Etwas müde, aber guter Dinge und mit vielen
schönen Erinnerungen und einem aufgefrischten „Wir-Gefühl“
im Gepäck wurde man am Siegener Bahnhof von einigen „Fahrern“
empfangen.

  • Fleißig:

Parlamentarier
werden in die „Sommerpause“ geschickt, es gibt sie bei
Fernsehserien, im Fußball und in der Spielzeit von Theatern und
Opernhäusern. Auch unser Presbyterium und die Ausschüsse hatten
während der Ferien dienstfrei. Ab September aber haben alle Gremien
ihre Arbeit wieder aufgenommen. Den Anfang machte der Theologische
Ausschuss, er tagte am 5. September im Wohnzimmer von Familie Klein
neben der Wenschtkirche. Wenige Tage später kamen der Diakonieausschuss
und der Ausschuss für Finanz-, Personal- und Bauangelegenheiten
zusammen. Am 15. September dann gleich zwei Sitzungen, zuerst die
des Ausschusses für Kinder- und Jugendarbeit, dann um 19 Uhr die
des Presbyteriums im Gemeindehaus Tal. Pfarrer Frank Boes hieß als
Vorsitzender alle Mitglieder herzlich willkommen. Zu Beginn bekam
Presbyter Winfried Krahl ein kleines Geschenk überreicht; Finanzkirchmeister
Hartmut Heinbach dankte dem Dienstältesten für die ehrenamtliche
Vertretung von Küster Rudolf Hasenkamp während dessen Urlaub und
Rekonvaleszenz. Am nächsten Tag endete die Sommerpause auch für
den Öffentlichkeitsausschuss; es ging vorrangig um die nächste Ausgabe
von „Gemeinde jetzt“ für die Monate November und Dezember,
in der Sie gerade blättern und lesen. Am 20. September schließlich
hatte unser Ausschuss für Tageseinrichtungen für Kinder wieder eine
lange Tagesordnung abzuarbeiten. Und um kein Gremium zu vergessen:
Die Sitzungstermine des Partnerschaftsausschusses und auch des Ausschusses
zur Bewahrung der Schöpfung standen bei Redaktionsschluss noch nicht
fest.

  • Dankbar:

Der 8. Weihnachtsmarkt
an und in der Talkirche rückt immer näher. Am 2. Adventswochenende
ist es endlich wieder so weit. Das meiste ist laut Arbeitskreis
schon in „trockenen Tüchern“. Gesucht werden aber noch
weitere „Ein-EURO-Geschenke“. Der Frauenkreis Sohlbach-Buchen
will wieder einen Stand aufbauen und betreuen, an dem die dann weihnachtlich
verpackten Dinge verkauft werden. Deshalb unser Aufruf an Sie, liebe
Gemeindeglieder: Gehen Sie zu Hause auf Suche! Es gibt bestimmt
vieles, was Sie entbehren können und was für diesen Zweck bestens
geeignet ist. Wenn Sie ein oder zwei oder auch mehrere solcher „Geschenke“
gefunden haben und zur Verfügung stellen wollen, so geben Sie sie
bitte – ohne Verpackung – im Gemeindebüro hinter der Talkirche oder
bei Ingrid Fritsche (Tel.: 8 78 30) in der Bergstraße 45 ab. Schon
im Voraus herzlichen Dank für Ihre Bemühungen!

 

Auf ein Wort…..

 

Auf ein Wort…..

Warum ich evangelisch bin

Neulich war der
Papst in Deutschland. Viele Menschen waren gespannt, ob sich dabei
etwas bewegen würde im Umgang mit Priestermangel, Ehescheidung und
Missbrauchsopfern oder auch in Sachen Ökumene. Doch Benedikt XVI.
hat eigentlich wieder nur gesagt, warum die katholische Kirche so
bleiben oder wieder werden muss, wie sie immer schon war. Das war
natürlich zu erwarten, und das großartige, theologisch durchdachte
Bild, das der Papst von seiner Kirche entwirft, ist durchaus imponierend.
Trotzdem kann ich verstehen, dass viele katholische Geschwister,
die seit Jahren an und mit ihrer Kirche leiden, nun enttäuscht sind.

Für mich selber
hatte der Papstbesuch aber auch ein Gutes: Mir ist neu bewusst geworden,
wie viel es mir wert ist, evangelisch zu sein. Und weil uns Evangelischen
zum Reformationsfest ein bisschen Selbstvergewisserung sicher gut
tut, gebe ich hiermit an Sie weiter, warum ich evangelisch bin und
es auch bleiben möchte:

Erstens bin ich
evangelisch, weil ich an die bedingungs- und grenzenlose Liebe Gottes
glaube. „Ein glühender Backofen voller Liebe“ ist Gott, hat Martin
Luther gesagt und damit eins seiner vielen treffenden Bilder gefunden.
Dieser glühende Backofen steht nicht in einem verschlossenen Raum,
zu dem nur eine bestimmte Sorte Menschen Zugang hat, sondern wie
die Sonne wärmt er die ganze Welt. Es wäre also Unsinn zu sagen:
Diese Wärme gilt mir und nicht dir; ich habe sie verdient, aber
nicht du. Es wäre auch Unsinn, einen schon glühenden Backofen erst
noch anheizen zu wollen. Es wäre allerdings auch unklug, den Respekt
vor diesem Backofen zu verlieren und ihm zu nahe zu treten – dann
könnte man sich ganz schön verbrennen!

Zweitens bin ich
evangelisch, weil ich glaube, dass ich diese Liebe Gottes bitter
nötig habe. Denn ich bin von mir aus nicht so, wie ich gern wäre
und wie Gott mich gern hätte. Ich habe es auch nicht selbst in der
Hand, so zu werden. Ich lebe in einer Welt, die in Schuld verstrickt
ist, und deshalb kann ich gar nicht anders, als selber immer wieder
schuldig zu werden, wie anständig ich auch leben mag. Mein Leben
ist endlich und wird deshalb immer ein Fragment bleiben, auch wenn
ich noch so viele Ziele erreiche. Ich bleibe dem Tod unterworfen,
auch wenn ich hundert Jahre alt werde. Und weil das so ist, kann
nur Gott bewirken, dass ich mit ihm, mit mir selbst und mit meinen
Mitmenschen im Reinen bin. Denn er spricht mir zu: „Du bist mir
recht, so wie du bist, weil ich dich lieb habe.“

Drittens bin ich
evangelisch, weil Gottes Liebe bewirkt, dass vor ihm alle Menschen
gleich sind. Für mich sind alle Christen nichts anderes als begnadigte
Sünder. Wir alle haben den gleichen unmittelbaren Zugang zu Gott,
weil Gott selbst in Jesus Christus eine menschliche Seite hat. Von
daher kann für mich kein Christ einen geistlichen Vorsprung vor
anderen haben oder gar als Mittler zwischen Gott und Mensch auftreten.
„Was aus der Taufe gekrochen ist, das kann sich rühmen, dass es
schon zum Priester, Bischof und Papst geweiht sei“, schreibt Martin
Luther. Auch ich als Pfarrer bin darüber nicht hinaus. Deshalb halte
ich auch keinen Gottesdienst, sondern wir feiern ihn gemeinsam.
Ich vertrete beim Abendmahl nicht den Gastgeber, sondern bin mit
Ihnen gemeinsam Gast am Tisch des Herrn. Und was Glaubens- und Lebensfragen
angeht, habe ich Ihnen nichts vorzuschreiben, sondern kann Sie höchstens
auf Gottes Wort und Gebot hinweisen, so wie ich es verstehe. Beurteilen
müssen Sie das, was ich sage, selber – und Sie können es auch, weil
Gottes Geist Sie dazu anleitet.

Viertens schließlich
bin ich evangelisch, weil mir das eben Gesagte viel Freiheit gibt,
mein Glaubensleben in der Verantwortung vor Gott selbst zu gestalten.
Deshalb empfinde ich auch die große Vielfalt der Frömmigkeits- und
Lebensstile in der evangelischen Kirche nicht als Mangel, sondern
als Bereicherung. Natürlich sorgt diese Vielfalt auch für Streit.
Natürlich macht das Mit-, Neben- und Gegeneinander von Kirchen,
Verbänden, Vereinen und Gemeinschaften die evangelische Kirche unüberschaubar
und sorgt für unscharfe Konturen. Aber was wäre die Alternative?
Eine Kirche, die straff von oben nach unten organisiert ist? Kleine
abgeschottete Kreise von Gleichgesinnten? Eine Kirche, die sich
neu erfindet und aggressiv auf Kosten anderer missioniert? Nein,
danke! Da halte ich lieber unsere evangelische Freiheit aus und
das Risiko der Unverbindlichkeit für das kleinere Übel. Und im Übrigen
will ich es mit Martin Luther halten. Er folgte in Glaubensdingen
nur seinem Gewissen, das an der Bibel geschult war, und ließ sich
von niemandem den Mund verbieten. Gott sei Dank, dass er das getan
hat. Und weil ich weiß, dass viele Katholiken dem meisten von dem,
was ich hier geschrieben habe, zustimmen würden, ist Gott sei Dank
auch die Ökumene noch lange nicht am Ende.

Ihr Pastor Klein

 

Projekt: November / Dezember

 

Projekt:   November / Dezember

Brot für die Welt

Im Folgenden stellen
wir Ihnen das Projekt „Endlich Kind sein“ („Bewegung zur Rettung
der Kindheit“) vor, das von „Brot für die Welt“ finanziert wird.
Wir bitten Sie herzlich diese wichtige und segensreiche Arbeit zu
unterstützen.

Spenden können
auf das Konto der Ev. – Ref. Kirchengemeinde Klafeld,
Nr. 30
306 872 bei der Sparkasse Siegen (BLZ 460 500 01)
mit dem Kennwort
„Endlich Kind sein“ überwiesen werden.

Eine Spendenbescheinigung
stellen wir gerne aus.


Indien

Endlich Kind sein

Die „Bewegung zur Rettung
der Kindheit“
befreit Minderjährige aus der Sklavenarbeit

Karmi
Kumari war erst acht, als sie begann im Steinbruch zu
arbeiten. Ihre Aufgabe war es, die Steine in Körben
zu sammeln und auf dem Kopf zu Lastwagen zu tragen.
„Wir arbeiteten zwölf Stunden am Tag“, erinnert sich
das zierliche Mädchen. „Mit Ausnahme der Mittagspause
durften wir nie ausruhen, nicht einmal zur Toilette
gehen.“ Immer wieder bat Karmi ihren Vater verzweifelt,
sie möge zu Hause bleiben dürfen. Doch die Familie ist
arm und hat neun Kinder. „Ich kann euch nicht alle ernähren“,
antwortete der Vater. „Du musst arbeiten gehen.“


Karmi
Kumari musste
zwölf Stunden am Tag Steine schleppen.
Heute geht sie
dank BBA wieder in die Schule.

Eines Tages standen
plötzlich Mitarbeiter der „Bewegung zur Rettung der Kindheit“ (BBA)
im Steinbruch. Sie sagten zu den überraschten Kindern: „Habt keine
Angst. Ihr seid frei.“ Karmi wurde in eine BBA-Einrichtung gebracht,
wo sie endlich Kind sein darf. Sie geht zur Schule und nimmt an
den zahlreichen Freizeitaktivitäten teil: „Am liebsten mag ich Englisch
und Tanzen“, erzählt die Zwölfjährige.

 „Noch heute
gibt es Menschen, die denken, dass es nicht so schlimm ist, wenn
Kinder arbeiten, weil sie dann zumindest etwas zu essen haben. Doch
solange wir Kinderarbeit und Analphabetismus nicht beseitigen, können
wir auch die Armut nicht überwinden“, erklärt Kailash Satyarthi,
Gründer und Leiter von BBA. Mehr als 75.000 Kinder hat die Organisation
in den vergangenen 25 Jahren bei Razzien aus den schlimmsten Formen
der Kinderarbeit befreit – meist in Zusammenarbeit mit den Behörden
und der lokalen Polizei.

Die Organisation
sorgt auch dafür, dass die befreiten Kinder die Entschädigung erhalten,
die ihnen seit 1986 nach indischem Recht zusteht – und einen Platz
in der Schule. Ist zu befürchten, dass ihre Eltern sie trotzdem
wieder zum Arbeiten schicken, nimmt BBA die Mädchen und Jungen für
sechs Monate in einer ihrer Einrichtungen auf, erteilt ihnen Nachhilfeunterricht
und finanziert ihnen eine berufliche Ausbildung – so dass sie anschließend
auf eigenen Füßen stehen können.

Neben der Befreiung
und Förderung von Kindern ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit
ein Schwerpunkt der Arbeit von BBA. Die Organisation hat gemeinsam
mit „Brot für die Welt“, dem katholischen Hilfswerk Misereor und
dem Kinderhilfswerk terre des hommes Anfang der 1990er  Jahre
die weltweit erste Konsumenten-Kampagne gegen Kinderarbeit ins Leben
gerufen. Sie klärte die deutschen Verbraucher darüber auf, dass
ein Großteil der hier erhältlichen Teppiche in Indien, Nepal und
Pakistan unter menschenunwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen
von Kindern geknüpft worden waren. Und sie forderte, nur noch Teppiche
zu kaufen, die garantiert nicht von Kinderhand gefertigt wurden.

Die Kampagne war
ein Riesenerfolg: Bis heute wurden über 3,5 Millionen Teppiche mit
dem Rugmark-Label verkauft. Dieses Gütesiegel bescheinigt dem Hersteller,
dass in seinem Betrieb keine Kinder beschäftigt sind. „Als wir die
Kampagne starteten, arbeiteten in Südasien rund eine Million Kinder
in Teppichmanufakturen“, sagt Kailash Satyarthi. „Heute sind es
noch 300.000.“

„Unser Ziel ist
eine Gesellschaft, in der kein Kind ausgebeutet wird und jedes eine
gute und kostenlose Schulbildung erhält“, sagt Kailash Satyarthi.
„Ich bin optimistisch, dass ich dies noch erleben werde.“

Text: Thorsten Lichtblau
Foto:
Jörg Böthling

Träger:  Bachpan
Bachao Andolan (BBA)
Finanzierung (drei Jahre):  „Brot
für die Welt“     € 152.082,-
www.brot-fuer-die-welt.de/projekte/bba