Gottesdienst für den Sonntag Judika
Text: Hebr 13,10-16
„Ein Mann kommt nach Deutschland [: …] Einer von denen, die nach Hause kommen und die dann doch nicht nach Hause kommen, weil für sie kein Zuhause mehr da ist. Und ihr Zuhause ist dann draußen vor der Tür. Ihr Deutschland ist draußen, nachts im Regen, auf der Straße. Das ist ihr Deutschland.“
„Draußen vor der Tür“ – das ist auch der Titel des Stücks, mit dem sich der junge Schriftsteller Wolfgang Borchert seine Kriegs- und Nachkriegserfahrungen von der Seele schrieb: Da kommt einer namens Beckmann aus der Gefangenschaft nach Hause, verwundet an Leib und Seele, und muss feststellen, dass Zuhause für ihn kein Platz mehr ist. Seine Frau hat ihn vergessen und liebt einen anderen. Sein Oberst, für den seine Soldaten nichts als Kanonenfutter waren, ist schon wieder obenauf und will von seiner Verantwortung nichts wissen. Alle sind mit sich beschäftigt, und niemand hat Antworten auf Beckmanns bohrende Fragen. Nicht mal die Elbe, in der er sich ertränken will, nimmt ihn auf. Er muss weiterleben und weiß doch nicht, wie und wofür. „Predigt Wenschtkirche, Sonntag, 6. April 2014“ weiterlesen