Auf ein Wort ….

Wo euer Schatz ist, da wird
auch euer Herz sein.
(Lukas 12,
34)

Die wichtigsten
Dinge im Leben kannst du nicht kaufen oder erzwingen. Eine weit
verbreitete Erkenntnis. Und doch spielen die Gene uns Menschen immer
wieder einen Streich. Wir meinen uns immer besser absichern zu müssen,
immer mehr anzuhäufen, damit wir eines Tages in Ruhe leben können.
„Ausgesorgt haben“ nennen wir das.

Doch Jesus führt
an manchen Beispielen in der Bibel vor, dass das ein Trugschluss
ist. Der reiche Kornbauer hat nichts von seinen gesammelten Gütern,
weil Gott sein Leben viel früher beendet, als er es erwartet und
erhofft.

Wenn Jesus uns
mit solchen Worten mahnt, klingt das für viele nach der üblichen
Spaßbremse, die das Christentum ihrer Meinung nach darstellt.
Doch
Jesus will uns nicht den Spaß nehmen, sondern tiefe Befriedigung
für das eigene Leben erreichen.

Natürlich macht
das auch Mühe:

  • immer wieder
    die Beziehungen zu meinen Mitmenschen pflegen,
  • immer wieder
    bereit sein das zu teilen, was ich habe
  • immer wieder
    mich mit religiösen Fragen beschäftigen, weil es nie eine fertige
    Antwort gibt.

Aber wir groß
ist dann der Schatz, den ich habe. Und das nicht erst nach diesem
Leben, sondern jetzt und immer wieder. Viele alte Menschen, denen
ich begegne strahlen das aus.

  • Sie haben
    keine Angst vor dem Sterben.
  • Sie sind
    trotz kleiner Rente in ihrer kleinen Wohnung zufrieden.
  • Sie haben
    auf Fotos die Lieben ihrer Familie an der Wand und ihre Bibel
    im Schrank.

Wirklich reich
werden ist nicht immer leicht, aber es kann so einfach sein und
es kann jeder und jede.
Ich wünsche eine gute Zeit und allen
echten Reichtum, den sie brauchen.

Ihr
Frank Boes, Pfarrer

Auf ein Wort…..

Packen Sie gerade
für den Urlaub? Dann machen Sie’s bestimmt wie ich: Alles, was der
Erholung dient, muss mit – alles, was Stress und Sorgen macht, bleibt
zu Hause und wird mal eine Weile vergessen. Manchmal klappt das.
Aber sehr oft geht es schief. Da macht man mit dem Stress im Urlaub
weiter, indem man von Besichtigung zu Besichtigung hetzt. Oder das
ungewohnt enge Zusammensein der Familie löst Streit aus. Oder man
strengt sich so an, sich bloß keinen Stress zu machen, dass das
auch schon wieder stressig ist. Aber selbst wenn uns das Abschalten
gelingt und der Urlaub wunderbar und harmonisch verläuft, stellen
wir beim Heimkommen fest, dass die Sorgen noch genau da liegen,
wo wir sie vor zwei, drei Wochen hinterlassen haben.

Menschen früherer
Zeiten hatten diese Probleme nicht. Die meisten von ihnen betrieben
tagaus, tagein ihr Handwerk oder ihre Landwirtschaft, ruhten sich
nach Feierabend oder am Sonntag und wären nie darauf gekommen, Urlaub
zu brauchen. Sie blieben im Lande, nährten sich redlich und betrachteten
fahrendes Volk aller Art mit großem Argwohn. Ihr Leben war anstrengender
als unseres, aber wohl trotzdem stressfreier.

Wer damals reiste,
tat es, weil er musste: Nomaden mussten Weide für ihr Vieh finden.
Fahrende Gesellen mussten Arbeit suchen. Händler reisten mit ihrer
Ware, See- und Fuhrleute transportierten sie. Soldaten wurden in
den Krieg geschickt. Und nicht nur für die war Reisen lebensgefährlich.
Man konnte verdursten oder ertrinken. Man konnte von Räubern erschlagen
werden oder an unbekannten Krankheiten sterben. Und auch Hab und
Gut waren nicht sicher – weder unterwegs noch inzwischen zu Hause.
Zwar geschehen auch heute noch schlimme Dinge auf Reisen: Busse
verunglücken, Flugzeuge stürzen ab, Touristen werden entführt oder
ausgeraubt. Aber obwohl das dann groß in der Zeitung steht, hält
es kaum einen vom Reisen ab. Es passiert wohl selten genug, um von
der Annahme auszugehen, dass es einen selber nicht treffen wird.

Trotzdem bleibt
es für alle Reisenden empfehlenswert, sich an die bekannten Worte
von Psalm 37 zu halten: „Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe
auf ihn; er wird’s wohl machen.“ Denn wohin wir auch reisen – Gott
ist schon da und wir sind in seiner Hand: im Flugzeug, im Auto,
auf dem Schiff, am Strand, in den Bergen oder beim Sightseeing.
Und deshalb gibt es auch keinen Ort auf Erden, wo Gott nicht seine
Leute hat. Für mich gehört es darum auch zum Urlaub, in die Kirche
zu gehen – nicht nur zum Besichtigen, sondern auch zum Gottesdienst.
Man lernt dabei immer wieder nette und interessante Glaubensgeschwister
kennen und erfährt etwas von der Vielfalt der weltweiten Christenheit.
Auch das ist für mich ein Stück Erholung.

Noch wichtiger
ist allerdings, dass Gott auch da ist, wenn ich wieder nach Hause
komme. Dass da nicht nur die Sorgen und der Ärger auf mich warten,
sondern auch der, der sie mir tragen hilft. Ich muss mich also nicht
den ganzen Urlaub vor diesem Moment fürchten, sondern kann unverzagt
wieder an meine Arbeit gehen. Denn nicht nur der Urlaub, sondern
meine ganze Lebensreise liegt in Gottes Hand. In diesem Sinne wünsche
ich Ihnen einen guten und erholsamen Sommer – sei’s im Urlaub oder
sei’s zu Hause!

Ihr Pastor Klein

Auf ein Wort…..

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Mensch, wo bist du?“ – Ich kann mir gut vorstellen,
wie jemand diesen Satz in sein Handy spricht. Ungeduldig steht er
am vereinbarten Treffpunkt, doch der, auf den er wartet, lässt sich
nicht blicken. Schließlich greift er zum Telefon und ruft an: „Mensch,
wo bist du denn?“

„Mensch, wo bist du?“ – Diese Frage steht
als Losung über dem Evangelischen Kirchentag, der im Mai in Bremen
gefeiert wird. Hier ist es Gott, der den Menschen anruft. Wer so
angesprochen wird, der ist gerade nicht da. Er stellt sich nicht
der Verantwortung, entzieht sich, versteckt sich. So wie die beiden
ersten Menschen, Adam und Eva im Paradiesgarten. Wenn Sie die Geschichte
im 1. Buch Mose nachlesen, werden Sie feststellen, dass es dort
heißt: „Adam, wo bist du?“ Aber das hebräische Wort Adam bedeutet
übersetzt nichts anderes als „Mensch“. Die Geschichte vom „Sündenfall“,
wie sie in der Bibel überschrieben ist, ist also eine Geschichte
über das Menschsein, über die Möglichkeiten und Grenzen des Lebens,
unsere Wünsche und Versuchungen, Ziele und Herausforderungen.

Gott, so wird erzählt, hat mitten in der Wüste
einen Garten angelegt. Die ersten Menschen sollen ihn bebauen und
bewahren. Sie haben alles, was sie brauchen und müssen sich nur
an eine Regel halten: Von dem einen Baum, dem Baum der Erkenntnis
von Gut und Böse, dürfen sie nicht essen. Aber sie tun es natürlich
doch, verführt von der Schlange und getrieben von ihrer eigenen
Neugier, von dem Wunsch, Grenzen zu überschreiten. Da, so heißt
es, wurden ihnen die Augen aufgetan. Und was sehen sie? Nicht, dass
sie wie Gott sind, wie die Schlange es ihnen versprochen hat, sondern
dass sie nackt sind. Nackt waren sie von Anfang an, doch sie schämten
sich nicht. Nun aber haben sie ihre Unbefangenheit verloren. Sie
schämen sich voreinander und flechten sich Schurze aus Feigenblättern.
Und sie schämen sich auch vor Gott und verstecken sich im Gebüsch.

Gott lässt die Sache nicht einfach auf sich
beruhen. Gegen Abend geht er durch seinen Garten und sucht die Menschen:
„Mensch, wo bist du?“, ruft er. Gott ruft den Menschen zur Verantwortung.
Denn seit der Mensch weiß, was gut und böse ist, trägt er selbst
die Verantwortung für sein Tun und Lassen und dann eben auch die
Konsequenzen.

„Mensch, wo bist du?“ – Unter diesem Motto
geht es beim Kirchentag um die Suche nach Menschlichkeit in unserer
Gesellschaft. Die Losung soll nachdenklich stimmen und fragt: Mensch,
wofür stehst du im Leben? Wo schlägt dein Herz? Wo ist dein Standpunkt?
Mensch, wo bist du, wenn Wälder, Flüsse und das Klima zerstört werden?
Wo bist du, wenn Menschen im Elend leben und an Hunger sterben?
Mensch, wo bist du in der Einsamkeit der Hochhäuser und im Leid
der Slums? Mensch, wo bist du, wenn Kinder vernachlässigt und Alte
abgeschoben werden? Wo bist du, wenn Menschen wieder einmal die
Grenzen überschreiten, die im Leben heilsam sind? Mensch, wo bist
du?

Gott helfe uns, dass wir auf seine Frage antworten
können: Hier bin ich, Herr!

Ihre Pastorin
Almuth Schwichow

Auf ein Wort ….

 

Mensch, hat der’s gut …

Sehnsüchtig geht
der Blick auf die da oben. Die haben es geschafft. Die Karriereleiter
erklommen. Schöne Aussichten und ein schönes Leben.

Ich steh hier
unten, im luftleeren Raum, ohne Halt und Unterstützung. Ich muss
zu sehen, wie ich klar komme. Ich habe keine starke Hand, die mich
unterstützt.

Diesen Neid und
das Selbstmitleid kennen viele. Von Zeit zu Zeit überfällt es einen.
Dann steht die ganze Ungerechtigkeit vor Augen: die Menschen, die
sich auf Kosten der anderen bereichern; die Umstände, die gegen
mich sind. In einer Gesellschaft, in der arm und reich immer weiter
auseinander klaffen, sind diese Gefühle berechtigt und häufiger
auszumachen.

Doch dabei werde
ich blind. Blind für die Hand, die mich trägt. Gerade dann, wenn
ich nicht damit rechne; blind dafür, dass Jesus nicht als Verlierer
ans Kreuz gegangen ist, sondern als Bezwinger des Todes.

Ich weiß, dass
es vielen Menschen schwer fällt, daran zu glauben. Der Tod und die
Probleme dieser Welt sind ja auch sehr erdrückend. Doch wer es glauben
kann, wer diese tragende Hand spürt, wird nicht mehr Angst haben
müssen. Die Leere kann dann nicht mehr schrecken.

Der Raum eröffnet
vielmehr ungeahnte Freiheiten. Schwerelos und frei bin ich bereit,
mein Leben zu leben. Denn ich werde getragen. Das ist Ostern.

Ich wünsche ihnen ein gesegnetes Fest

Ihr
Frank Boes, Pfr.

Auf ein Wort ….

Was bei den Menschen unmöglich
ist, das ist bei Gott möglich.

Lukas 18,27, Jahreslosung
2009

 

Jesu Jünger sind
entsetzt. „Wie schwer kommen die Reichen in das Reich Gottes!“ Das
war das Fazit ihres Meisters gewesen, nachdem der „reiche Jüngling“
traurig weggegangen war. Alle Gebote hatte er gehalten, aber seinen
Besitz loslassen, um ungeteilt zu Gott zu gehören, das konnte er
nicht. Und Jesus setzt noch einen drauf: „Es ist leichter, dass
ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das Reich
Gottes komme!“ Drastisch, aber deutlich: Solange die Erde steht,
werden Kamele nie durch Nadelöhre passen –  also auch keine
Reichen ins Reich Gottes kommen! – „Das kann er doch so nicht gemeint
haben“, denken Jesu Jünger. „Wenn es so wäre, dann könnte ja kein
Mensch gerettet werden – denn an irgendetwas Irdischem hängen wir
doch alle, auch wenn wir nicht reich an Besitz sind.“


Wenn schon
die Jünger Jesu so entsetzt waren, die doch alles liegen und stehen
gelassen hatten, um Jesus nachzufolgen, dann müssten wir es erst
recht sein. Denn wir zeigen zwar gern mit dem Finger auf Spitzenmanager,
Großaktionäre und Finanzjongleure und verfolgen mit klammheimlicher
Freude, wie die aktuelle Krise ihr Ansehen und ihre Kontostände
dezimiert. Aber im Weltmaßstab gehören wir alle zu den Reichen.
Selbst mit einem Hartz-IV-Empfänger würde ein Slumbewohner aus Rio
liebend gern tauschen. Wir alle sind Kamele, die durch kein Nadelöhr
der Welt passen. Wir hängen an unserem Besitz, und unser Besitz
hängt an uns und zieht uns herunter – weg vom Himmel, der uns verheißen
ist, hin zur Erde, zu der wir eines Tages wieder werden. – „Wer
kann dann selig werden?“ Das ist in der Tat die Frage!

Der Satz, mit
dem Jesus darauf antwortet, ist die Losung für das neue Jahr 2009:
„Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“
Dieser Satz rückt die Perspektive zurecht. Er macht deutlich, dass
es nichts gibt, was Menschen tun könnten, um sich einen Platz im
Reich Gottes zu sichern. Selbst wenn wir all unseren Besitz verkaufen
und den Armen geben würden, blieben wir am Irdischen haften, könnten
wir unsere Unzulänglichkeit und Fehlbarkeit nicht abschütteln. Aber
Gott kann es. Er lässt sein Reich, seine Herrschaft Wirklichkeit
werden. Und er gibt allen daran teil, die ihm vertrauen.

Mir gibt das Hoffnung.
Denn wenn ich an die Probleme denke, die die Menschheit in allernächster
Zukunft lösen muss, damit dieser Planet bewohnbar bleibt, dann wird
mir angst und bange: Wie sollen Regierungen, Wirtschaftsunternehmen
und ganz normale „Endverbraucher“ es schaffen, soviel Treibhausgase
zu reduzieren, dass nicht schon bald dicht bevölkerte Landstriche
im Meer versinken – wo doch im Zweifel jeder zuerst an sich selber
und den eigenen Profit denkt? Wie soll es verhindert werden, dass
der tiefe Graben zwischen arm und reich zu immer mehr Gewalt und
Terror führt? Wie soll die wachsende Menschheit noch einen erträglichen
Lebensstandard erreichen, ohne dass dadurch das Gleichgewicht der
Natur endgültig zerstört wird? Lassen wir doch ruhig mal allen Zweckoptimismus
beiseite und sagen: Bei Menschen ist das unmöglich. Auch hier passt
das Kamel nicht durchs Nadelöhr.

Und bei Gott ist
es möglich? Ja, das glaube ich. Ich glaube zwar nicht, dass wir
unsere Erde wie ein kaputtes Spielzeug zu Gott bringen können, damit
er sie wieder heile macht – oder uns eine neue schenkt. Aber ich
glaube, dass Gott Regierungen, Wirtschaftsleute und Normal-Menschen
zum Umdenken und zum Handeln bringen kann, damit sich doch etwas
zum Guten wendet. Er kann für heilsames Erschrecken sorgen – so
wie bei der jüngsten Finanzkrise. Er kann Menschen begaben und motivieren.
Und er kann dafür sorgen, dass Menschen, die etwas bewegen, in entscheidende
Positionen gelangen. Denn diese Erde gehört ihm mit allem, was auf
ihr lebt und webt. Er hat sie geschaffen, und er will sie nicht
zugrunde gehen lassen. Und deshalb wird der Tag noch kommen, an
dem in dieser Welt Friede und Gerechtigkeit sich durchsetzen und
jedes Geschöpf seinen guten Platz findet. Unmöglich? Nicht bei Gott!

Ihr Pastor Martin Klein