Predigten aus Klafeld

GOTTESDIENST FÜR DEN SONNTAG
ROGATE

mit Taufe von Finya Schmidt
Wenschtkirche,
27.4. 2008
Pfr. Dr. Martin Klein

Text: Ex 32,7-14

Der HERR sprach
aber zu Mose: „Geh, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland
geführt hast, hat schändlich gehandelt. Sie sind schnell von dem
Wege gewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes
Kalb gemacht und haben’s angebetet und ihm geopfert und gesagt:
,Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat.’“

Und der HERR
sprach zu Mose: „Ich sehe, dass es ein halsstarriges Volk ist. Und
nun lass mich, dass mein Zorn über sie entbrenne und sie vertilge;
dafür will ich dich zum großen Volk machen.“ Mose aber flehte vor
dem HERRN, seinem Gott, und sprach: „Ach, HERR, warum will dein
Zorn entbrennen über dein Volk, das du mit großer Kraft und starker
Hand aus Ägyptenland geführt hast? Warum sollen die Ägypter sagen:
Er hat sie zu ihrem Unglück herausgeführt, dass er sie umbrächte
im Gebirge und vertilgte sie von dem Erdboden? Kehre um von deinem
grimmigen Zorn und lass dich des Unheils gereuen, das du über dein
Volk bringen willst. Gedenke an deine Knechte Abraham, Isaak und
Israel, denen du bei dir selbst geschworen und verheißen hast: ,Ich
will eure Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel, und dies ganze
Land, das ich verheißen habe, will ich euren Nachkommen geben, und
sie sollen es besitzen für ewig.’“ Da gereute den HERRN das Unheil,
das er seinem Volk zugedacht hatte.

 

Wäre Gott ein
Mensch, dann könnten wir seinen Zorn gut verstehen. Da hat er mit
viel Mühe und gewaltigem Aufwand sein Volk aus Ägypten befreit:
hat zehn Plagen geschickt, um den widerspenstigen Pharao klein zu
kriegen, hat schließlich sogar erreicht, dass die Ägypter den Israeliten
noch Gold und Silber hinterher warfen, damit sie nur ja endlich
abhauten, hat dann ein ganzes Meer trockengelegt, als die Ägypter
es sich anders überlegten und den entflohenen Sklaven nachsetzten,
hat Quellen für sie sprudeln lassen in der Wüste, hat Brot und Wachteln
vom Himmel regnen lassen, hat nichts ausgelassen um ihnen seine
Macht und seine Liebe zu zeigen – und was tun sie? Kaum ist sein
Knecht Mose mal ein paar Tage weg, weil er viel mit ihm zu besprechen
hat oben auf dem Berge Sinai, da haben sie ruckzuck alles wieder
vergessen: „Mose ist weg, und diesen Gott, von dem er immer geredet
hat, den sieht man ja nie, kann ihn nicht anfassen und nicht begreifen
– vielleicht gibt es ihn gar nicht!“ Und Aaron, der Priester, Moses
Bruder, hat viel Verständnis für die Leute: Die sind nun mal keine
Intellektuellen, die rein geistig mit Gott verkehren können. Sie
brauchen einen handfesten Glauben, einen, wo man etwas sehen, spüren,
anfassen kann – heute würde man sagen: etwas mit Event-Charakter.
Und das darf dann auch ruhig was kosten. „Also, ihr Israeliten,
her mit euren goldenen Ohrringen, dann sollt ihr ihn endlich zu
sehen bekommen, den Gott, der euch aus Ägypten geführt hat!“ Bald
darauf tanzen sie alle fröhlich ums Goldene Kalb. Endlich ein Gott,
mit dem man etwas anfangen kann: der immer dann zur Verfügung steht,
wenn man ihn braucht, den man aber auch wegpacken kann, wenn er
mal im Wege ist, und der sich darüber nicht beklagt.

Wie gesagt, wäre
ich Gott, dann würde mich das auch wütend machen. „Das ist nicht
mehr mein Volk“, würde ich denken, „die können mir von jetzt an
gestohlen bleiben. Sollen Sie sich doch von ihrem goldenen Blechgott
durch die Wüste führen lassen und dabei verrecken! Ich fang dann
eben mit Mose noch mal von vorn an – so wie damals mit Noah oder
mit Abraham.“

Wenn Gott ein
Mensch wäre, dann würde ich es allerdings auch genauso machen wie
Mose. Vielleicht wäre ich für einen Moment geschmeichelt von dem
Angebot, der Stammvater eines neuen Gottesvolks zu werden. Aber
dann würde wohl doch das Mitleid mit meinen Leuten überwiegen. Und
ich würde genau wie Mose mit Menschen- und Engelszungen reden, um
Gott umzustimmen. „HERR“, würde ich sagen, „nun hast du dir doch
so viel Arbeit gemacht mit diesem Volk! Was hast du nicht alles
für sie getan! Und da willst du jetzt einfach Schluss machen – von
jetzt auf gleich? Was war denn dann die ganze Mühe wert? Und was
werden die Ägypter dazu sagen? Vor denen bist du doch in alle Ewigkeit
blamiert, wenn du jetzt nicht zu Ende bringst, was du angefangen
hast! Und denk doch daran, was du zu Abraham, Isaak und Jakob gesagt
hast: Ich mache euch zu einem großen Volk und gebe euch das Land,
wo Milch und Honig fließt. Das hast du fest versprochen, und zwar
mehrmals. Willst du denn als wortbrüchig dastehen? Also beruhige
dich, lass ab von deinem Zorn! Bleib dir treu, und deinem Volk auch!
Alles andere passt nicht zu dir!“

Und wenn ich Gott
wäre, dann müsste Mose mich gar nicht lang überreden. Schließlich
bin ich von Natur aus nachgiebig, kann niemandem lange böse sein
und will es auch gar nicht. So ernst war’s ja auch gar nicht gemeint,
was ich in der ersten Wut gesagt habe. Ich hab meine Kinder doch
lieb und würde ihnen nie wirklich etwas antun. Und bei meiner Ehre
lass ich mich auch nicht gern packen. „Na gut, Mose, du hast recht“,
würde ich also antworten. „Es tut mir leid, dass ich so wütend war!
Vergiss einfach, was ich gesagt habe!“

Aber nun ist Gott
ja Gott und kein Mensch – ewig, allmächtig und gerecht sowohl in
seinem Zorn als auch in seiner Barmherzigkeit. Trotzdem läuft die
Geschichte genau so, wie ich es gerade beschrieben habe: Gott will
zuschlagen, wutentbrannt, Mose legt sich ins Zeug für seine Leute,
und Gott gibt nach. Das ist erstaunlich, wenn nicht gar unbegreiflich.
Warum ist Gott überhaupt so enttäuscht und wütend, wenn er doch
von Ewigkeit her weiß, wie die Menschen nun mal sind? Und wenn sein
Zorn gerechtfertigt ist und sein Volk die Strafe verdient hat, warum
lässt er sich dann wieder davon abbringen? Wenn das öfter passiert,
dann nimmt ihn doch irgendwann keiner mehr ernst! Er verhält sich
ja dann wie Eltern, die ihren Kindern etwas verbieten und es ihnen
dann einfach durchgehen lassen, wenn sie es trotzdem tun. So lernen
Kinder nie, Grenzen zu akzeptieren und eine ernst gemeinte Warnung
von einer leeren Drohung zu unterscheiden. Weiß Gott das denn nicht,
wo es doch in jedem halbwegs vernünftigen Erziehungsratgeber steht?

Zum Teil beantworten
sich diese Fragen, wenn man das Kapitel in der Bibel weiter liest.
Denn dann stellt man fest, dass die Strafe für Israels Abfall zwar
abgemildert, aber keineswegs aufgehoben ist. Es wird nicht das ganze
Volk vernichtet, aber 3000 Menschen müssen sterben. Das mögen wir
Heutigen auch wieder problematisch finden: Warum gerade diese 3000,
und warum muss es gleich die Todesstrafe sein? Aber die Menschen
von damals, die uns diese Dinge überliefert haben, sahen darin keine
Schwierigkeit. Für sie hatte Gott, anders als demokratische Politiker,
durchaus das Recht, das Volk aufzulösen und sich ein anderes zu
wählen, wenn es ihm die Treue aufkündigte. Verglichen damit sind
3000 Tote immer noch schlimm, erscheinen aber trotzdem als relativ
geringes Strafmaß. Und weil alle schuldig waren, hat es auch keinen
Falschen getroffen.

Aber es gibt noch
eine andere Antwort, die für uns wichtiger ist. Und die lautet schlicht:
Gott lässt mit sich reden. Wir müssen uns ihm nicht unterwerfen
wie einem blindwütigen Schicksal oder einem himmlischen Tyrannen,
vor dem wir nur demütig im Staub kriechen können. Wenn wir überzeugt
sind, dass Gott Dinge tut oder zulässt, die nicht zu ihm passen,
dann haben wir das Recht es ihm zu sagen, zu protestieren, zu versuchen,
ihn davon abzubringen. Johannes Calvin hat unseren Text so ausgelegt,
dass Gott geradezu darauf aus ist, dass Mose ihm in den Arm fällt.
Mose soll merken, dass es nicht sein Ernst sein kann, sein Volk
zu vernichten, und er soll es ihm auch sagen. Andernfalls hätte
er diese Glaubensprüfung nicht bestanden. Da mag Calvin etwas mehr
hineingelesen haben als drin steht. Aber trotzdem hat er recht:
Wenn es stimmt, dass Gott einen Bund mit seinem Volk geschlossen
hat, dann ist er nun auch selber daran gebunden. Und darauf lässt
er sich auch festnageln.

Nun könnten wir
natürlich sagen: Ja, Mose, der große Gottesmann, mit dem Gott auf
seinem heiligen Berg von gleich zu gleich geredet hat, der durfte
das. Aber wir Normalsterblichen? Gilt nicht für uns, was Paulus
sagt: „Wer bist du denn, lieber Mensch, dass du mit Gott rechten
willst?“ Doch, das gilt, für uns wie für Mose. Gottes Ratschlüsse
werden für uns immer unerforschlich bleiben. Aber auch mit uns hat
Gott einen Bund geschlossen, der mindestens genauso unverbrüchlich
ist wie der alte Bund mit Israel. „Wenn Gott ein Mensch wäre“, habe
ich vorhin rein hypothetisch gesagt. Aber ist ja nicht nur eine
Hypothese. In und durch Christus hat Gott ja tatsächlich eine menschliche
Seite. In ihm ist er einer von uns. Und dabei bleibt es. Das hat
er jedem und jeder von uns mit der Taufe zugesagt – zuletzt der
kleinen Finya heute. Er würde wortbrüchig werden, wenn er das rückgängig
machen wollte.

Das hat Konsequenzen:
Weil Gott unwiderruflich einer von uns ist, weil er eine menschliche
Seite hat, deshalb können und dürfen wir nicht mehr klaglos akzeptieren,
dass Gott mit dem Unmenschlichen in Verbindung kommt. Wenn Gläubige,
egal welcher Religion, Unmenschliches im Namen Gottes tun, dann
dürfen wir sagen: „Herr, unser Gott, der du in Jesus Mensch geworden
bist, lass nicht zu, dass solche Verbrechen als dein Wille verkauft
werden!“ Wenn solche, die sich für fromm halten, Krankheiten, Seuchen
oder Katastrophen allzu schnell als Strafe Gottes für die Betroffenen
deuten, dann dürfen wir sagen: „Herr, der du am Kreuz Jesu unsere
Strafe auf dich genommen hast, lass nicht dazu, dass jemand sich
an deiner Statt zum Richter aufschwingt!“ Und wenn wir den Eindruck
haben, dass Gott uns selber oder unseren Lieben Unmenschliches antut
oder widerfahren lässt, dann dürfen wir sagen: „Herr, der du doch
selber gelitten hast, warum lässt du uns so leiden? Kehr um und
lass ab davon um Christi willen!“ Wenn wir so bitten, wird nicht
immer geschehen, was wir uns wünschen. Aber Gott wird uns immer
geduldig zuhören. Er wird bedenken, ob wir recht haben mit dem,
was wir sagen. Und wenn es so ist, dann wird er uns ebenso erhören
wie Mose damals, davon bin ich überzeugt. Das kann freilich auch
so aussehen, dass er uns einen Auftrag erteilt: „Es stimmt, es ist
nicht in Ordnung, was da in meinem Namen geschieht. Deshalb geh
du hin, nenn die Unmenschlichkeit laut beim Namen und setze dich
dagegen ein, so gut du kannst. Ich werde mit dir sein in allem,
was du tust.“ Auch das hat Mose erlebt, als er den Auftrag bekam,
Israel aus Ägypten zu führen. Und solche Aufträge gibt es für uns
heute genauso, im Großen und im Kleinen. Gut also, wenn auch wir
mit uns reden lassen, wenn Gott uns ruft, und danach handeln, was
er uns aufträgt. Und es sage keiner: „Ich bin doch viel zu schwach
und zu unbegabt dazu!“ Denn wie heißt es in Finyas Taufspruch: „Alle
Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“

Amen.

Ev. Tageseinrichtung für Kinder „Ortsmitte

Ev. Tageseinrichtung für
Kinder „Ortsmitte"

Schwerpunkteinrichtung für Integration
An
der Talkirche 4
57078 Siegen
Tel.  0271-85883 Fax: 0271-83554
e-mail
ev.kita.ortsmitte@t-online.de

Hallo, lieber Leser! – Das sind
wir!

Hier finden Sie uns:

Unsere
evangelische Kindertageseinrichtung ist eine von 6 Tageseinrichtungen
der Evangelisch – Ref. Kirchengemeinde Klafeld und liegt
im Ortskern von Siegen – Geisweid, direkt oberhalb der
Talkirche.

Unsere Einrichtung bietet…

  • 80 Plätze
    für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren in 4 Gruppen mit je 20 Kindern
  • Tagestättenplätze
    und Kindergartenplätze
  • 5 Förderplätze
    für Kinder mit Behinderung oder für Kinder, die von Behinderung
    bedroht sind.
  • 11 Pädagogische
    Fachkräfte (Voll- und Teilzeit), davon l freigestellte Leiterin,
    1 Fachkraft für Integration / Heilpädagogin, 1 Motopädin
    mit bis zu 10 Wochenstunden und 1 Heilerziehungspflegerin
    im Anerkennungsjahr.
  • ein überwiegend
    offenes Konzept mit Bildungsschwerpunkten in den verschiedenen
    Gruppenräumen. Während des Freispiels können die Kinder das
    ganze Haus nutzen und entscheiden für das Rollenspiel, Tischspiele,
    das Bauen, das Malen und Gestalten, das Werken, das Frühstücken,
    die Bewegungsbaustelle und das Aussenglände.
  • Gruppen übergreifendes,
    individuelles und soziales Lernen, aber auch tägliche gemeinsame
    Spielkreise in den Stammgruppen für das Kennen lernen und Erleben
    von Gruppengemeinschaftsgefühl.
  • tägliche
    Angebote, Gruppen intern und Gruppen übergreifend, z. B. in
    altersspezifischen Kleingruppen.

 

Unsere Öffnungszeiten
lauten bis 31.07.08:

  • Tagesstätte:
    Montag
    bis Donnerstag von 7.15 Uhr – 16.15 Uhr
    und

    Freitag bis 14.00 Uhr
  • Kindergarten:
    Montag
    bis Freitag von 7.30 Uhr- 13.00 Uhr
    und
    Montag
    bis Donnerstag von 13.45 Uhr bis 16.15 Uhr


Ab 01.08.2008 werden gemäß dem neuen
Kinderbildungsgesetz (KiBiz) neue Konditionen für Eltern angeboten.

Für die Buchung von 25
Wochenstunden:

7.30 Uhr – 12.30
Uhr täglich

Für die Buchung von 35
Wochenstunden:

7.30 Uhr- 12.45 Uhr
täglich
und
14.00 Uhr- 16.15 Uhr Mo. bis Do.

Für die Buchung von 45
Wochenstunden:

7.00 Uhr- 16.15 Uhr Mo. bis Do.
und

7.00 Uhr – 15.00 Uhr am Freitag


Das sind unsere Ziele in der pädagogischen
Arbeit mit den Kindern:

  • Individuelle
    Entfaltung der Persönlichkeit
  • Sich
    wohl fühlen und Spaß haben
  • Sicherheit
    und Selbständigkeit entwickeln
  • Gemeinschaftsgefühl
    entdecken
  • Jeden
    mit seinen Stärken und Schwächen achten und annehmen
  • Kompetenzen
    und Fähigkeiten weiter entwickeln
  • Werte,
    Normen und Regeln erlernen
  • Lernerfahrungen
    machen
  • Freude
    am Lernen und Schulreife erlangen
  • Ganzheitliche
    Förderung


Unsere Arbeit weist besondere pädagogische
Schwerpunkte auf:

  • Erstes kennen
    lernen und Erleben christlichen Glaubens durch Erzählen biblischer
    Geschichten, Beten, Feiern von christlichen Festen und Gottesdiensten
  • Integration
    von Kindern mit Behinderungen und besonderem Förderbedarf
  • Kooperation
    mit Kinderklinik und Kinderinsel, Therapeuten und Ärzten
  • Psychomotorische
    Förderung als Grundlage zur Entwicklung weiterer Fähigkeiten,
    z. B. Spracherwerb, Feinmotorik…
  • Sprachförderung
    für Kinder mit Migrationshintergrund und „Deutsch" als
    Zweitspracherwerb
  • „Bielefelder
    Screening" – ein Test als Präventionsmaßnahme für Lese-
    und Rechtschreibschwäche mit dem Förderprogramm „Hören, Lauschen,
    Lernen" – für angehende Schulkinder
  • Emotionale
    Stärkung und Sozialerziehung auf der Grundlage des „Faustlos"
    – Projektes
  • Elternarbeit,
    z. B. Elternabende, Elternsprechtage, Systematisches Elterntraining
    (STEP) Kooperation mit dem Förderverein und das „Rucksackprojekt"
    mit den Eltern der Kinder mit Sprachförderbedarf.
  • Nachmittagsangebote,
    z. B. Musikalische Früherziehung, Religionspädagogik, Schulkindförderung
  • Angebote
    und Projekte für angehende Schulanfänger, z. B. Arbeitsgemeinschaften,
    Kinderkonferenz

Herzlich Willkommen in unserer
Kita !!!!

Wir
freuen uns auf Ihren Besuch, Ihr Interesse und ggf.
auf die Neuanmeldung Ihres Kindes. Wir bitten, wenn
möglich, um eine Vereinbarung für einen Anmeldetermin,
um Ihnen die Gelegenheit zu geben, sich ausführlich
zu informieren
(Tel. 0271 85883, Fr. Blechert)

Auf ein Wort ….

Liebe Leserin, lieber Leser,

als Kind habe
ich mich immer besonders gefreut, wenn ich in den Osterferien zu
meinen Großeltern nach Ostfriesland fahren durfte. Dort gab es nämlich
einen Brauch, den man im Siegerland damals nicht kannte: das Osterfeuer.
In der Woche vor Ostern waren vor allem wir Kinder unermüdlich unterwegs,
um alles Brennbare zu sammeln und aufzuschichten. Jedes Dorf hatte
natürlich den Ehrgeiz, ein möglichst großes Osterfeuer abzubrennen.
Am Karsamstag konnte ich es dann kaum erwarten, dass es dunkel wurde
und das Feuer endlich angezündet wurde. Meterhoch schlugen die Flammen
in den Abendhimmel. Von diesem Anblick war ich jedes Mal wieder
begeistert. Aber mir war dabei auch immer ein wenig mulmig. So ganz
geheuer war mir dieses riesige Feuer nie.

Feuer fasziniert
und erschreckt uns zugleich. Wir erschrecken vor seiner Zerstörungswut,
sind fasziniert von seinem Licht, seiner Energie und seiner Beweglichkeit.
Gern verbringen wir behagliche Stunden an einem Lagerfeuer, bei
Kerzenschein oder an einem offenen Kamin. Jahrtausende hindurch
haben die Menschen am offenen Herdfeuer gesessen. Das Herdfeuer
war die gehütete Mitte des Hauses. Da gab es Wärme, Nahrung und
Licht. Wer früher wissen wollte, wie groß ein Dorf war, der zählte
nicht die Einwohner, auch nicht die Häuser, sondern die Feuerstelle.
So viele Feuerstellen – so viele Familien.

Feuer gehört zu
den Urstoffen, zu den vier Elementen, aus denen alles entstanden
ist: Wasser, Erde, Feuer und Luft. Als Naturerscheinung begegnet
uns das Feuer in vielfältiger Weise: Vulkanausbrüche mit glühenden
Lavaströmen zeigen, dass unsere Erde noch viel Feuer in sich hat.
Urplötzlich schlägt der Blitz mit seinem Feuer ein. Die Sonne erhellt
uns den Tag, wenn auch nicht immer so strahlend, wie wir es uns
wünschen. Aber das Licht und die Wärme ihres Feuers macht Leben
auf der Erde überhaupt erst möglich. Waldbrände dagegen zerstören
riesige Gebiete und bedrohen Menschen und Tiere.

Feuer fasziniert
und erschreckt uns zugleich. Und weil es so unberechenbar und schwer
einzudämmen ist, ist es auch zum Bild menschlicher Leidenschaft
geworden. Im übertragenen Sinn steckt das Feuer auch in uns selbst:
im brennenden Schmerz, in der verzehrenden Liebe, im glühenden Hass,
im feurigen Blick, also in Gefühlen, die uns oft eher peinlich sind.
Wir möchten lieber cool sein und versuchen darum, intensive Gefühle
auszulöschen oder schon im Keim zu ersticken. „Sie sind voll des
süßen Wein“, spotteten die Leute, als die Jünger Jesu vom Heiligen
Geist erfüllt wurden und vor Begeisterung außer sich gerieten. Mit
Spott, Angst oder Vernunft engen wir leidenschaftliche Gefühle ein.
Kaum jemand traut sich, im Alltag seine wahren Gefühle zu zeigen.
Es sei denn, er oder sie ist bis über beide Ohren verliebt. Das
Feuer der Liebe ist vielleicht das einzige, das nichts von seiner
Kraft verloren hat. Doch wo das Feuer fehlt, fehlt oft auch die
Erfahrung, Gott unmittelbar zu begegnen.
 

In der Bibel ist
Feuer dasjenige Symbol für Gott, das seinem Wesen am nächsten kommt.
Gottes Geist, Gottes Liebe und Gottes Zorn sind wie Feuer, und wenn
Gott den Menschen erscheint, dann häufig in Gestalt des Feuers.
Als Mose Gott begegnet, hört er seine Stimme aus einem brennenden
Dornbusch, der von den Flammen jedoch nicht zerstört wird. Als das
Volk Israel die Gebote bekam, rauchte der Sinai, „weil der Herr
auf den Berg hinabfuhr in Feuer“. In einer Feuersäule zog Gott des
Nachts seinem Volk voran auf dem langen Weg durch die Wüste. Die
Hirten auf den Feldern von Bethlehem fürchteten sich sehr, als die
„Klarheit des Herrn“ sie umleuchtete. Und Paulus stürzt vor Damaskus
zu Boden, weil das „Licht des Herrn“ ihn geblendet hatte.


Jesus hat
einmal gesagt: „Ich bin gekommen, ein Feuer anzuzünden auf Erden.
Was wollte ich lieber, als dass es schon brennte?“ Das Feuer brennt,
und zwar so, dass niemand es löschen kann. Dieses Feuer brennt in
uns, in allen, die sich anstecken lassen von dem, was Jesus gesagt
und getan hat – so wie seine Jünger. Eben noch waren sie niedergeschlagen
gewesen. Sie vermissten Jesus noch immer und wussten nicht so recht,
was sie ohne ihn anfangen sollten. Doch an Pfingsten erschienen
ihnen „Zungen wie von Feuer“ und sie wurden vom Heiligen Geist erfüllt.
Das Feuer steckte sie an, entfachte neuen Mut und Begeisterung,
und so gingen sie zu den Menschen und gaben Gottes Liebe in Wort
und Tat weiter.

Gott kann auch
uns im Feuer erscheinen, wenn auch nicht gerade in einem brennenden
Dornbusch, in einer Feuersäule oder in kleinen Flammen, die über
unseren Köpfen tanzen. Aber Gott begegnet uns da, wo wir uns mit
ganzem Herzen für etwas einsetzen, wo wir Feuer und Flamme sind,
wo wir uns von seiner Liebe begeistern und anstecken lassen. Feuer
ist unser innerer Antrieb, unsere Kraftquelle. Doch gerade im Dienst
für den Nächsten, in der Fürsorge und dem Einsatz für andere wird
unsere Energie manchmal aufgezehrt – durch Ärger, Enttäuschung oder
Überlastung. Viele kennen das Gefühl, nur noch auf Sparflamme zu
kochen, sich kraftlos und erloschen zu fühlen, ausgebrannt zu sein.
Wer gibt unserem inneren Feuer dann wieder Nahrung?

„Gott“, so heißt
es im 2. Timotheusbrief, „hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,
sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Kraft, Liebe
und Besonnenheit brauchen wir vor allem, wenn wir uns für etwas
einsetzen. Gott schenke uns diesen Geist. Denn er ist das eine Feuer,
von dem wir alle zehren.

Ihre Pastorin
Almuth Schwichow

Konfirmandenarbeit „Never walk alone“

Never walk alone – mit Ehrenamtlichen
in der Konfirmandenarbeit

So lautet der Titel eines Heftes, das eben
diese Mitarbeit beschreibt und begründet. Seit September 2007 hat
sich bei uns vieles grundlegend geändert; eben auch die Arbeit mit
Konfirmanden (Blockunterricht  – monatlich an einem Samstag).
Wir haben Erfahrungen sammeln können und werden auch für den neuen
Jahrgang ab Sommer diesen Weg weiter gestalten müssen. Wir, das
sind die Pfarrer, der Gemeindepädagoge und zur Zeit 6 ehrenamtliche
MitarbeiterInnen aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (Kellerfenster/Kindergottesdienst/KIBIWO),
die die Blocktage für 60 Konfirmanden(Konfirmandinnen vorbereiten
und gestalten.  

Das funktioniert nur in Teamarbeit und auch
für den neuen Konfirmandenjahrgang werden wir auf die Mitarbeit
weiterer Ehrenamtlicher in einem weiteren Team angewiesen sein.
Verdienen
kann man nichts dabei; ist aber trotzdem Gewinn für alle: Sich mit
Themen und Inhalten der Bibel auseinanderzusetzen, gemeinsam Ideen
für die praktische Umsetzung und Vermittlung in der Gruppenarbeit
entwickeln und so gleichzeitig voneinander zu lernen.

Wir wollen die Konfirmanden/Konfirmandinnen
dabei auf einen Weg mitnehmen, auf dem sie die freimachende Botschaft
des christlichen Glaubens entdecken und erleben können; wo sie für
sich selbst neue Lernerfahrungen machen und selbst aktiv und kreativ
Gemeinde mitgestalten können.

Mitarbeit in der Konfirmandenarbeit kann deshalb
vieles sein: Kontinuierlich im Team mitarbeiten oder gelegentlich
für eine  kleinere „Projektgruppe“  dazusein, eine Konfirmandenfahrt
(Wochenende) zu begleiten, ein eigenes Angebot einbringen, oder..
oder…

…wir sind erst am Anfang und laden Sie..
laden Dich ein, auf unserem Weg mitzugehen und mitzuarbeiten: Als
„Ex-Konfi“, als Elternteil, als jemand, der schon Erfahrung hat
oder der /die neugierig ist auf die Herausforderung, sich mit Konfis
und anderen Mitarbeitern/Mitarbeieterinnen auf den Weg zu machen
um die  Konzeption Konfirmandenarbeit „weiterzustricken“.

Übrigens: Konfirmandenarbeit ist nicht nur
Arbeit, sondern macht Spaß

Vor den Sommerferien wird dafür ein Treffen
stattfinden, zu dem Sie herzlich eingeladen sind .. du herzlich
eingeladen bist. Der Termin wird noch bekanntgegeben, aber bei Interesse
wäre eine Rückmeldung an

Wolfgang Hofheinz
Tel.:
87255
email: Wolfgang_Hofheinz@web.de
…oder
an Pfr. Klein/oder Pfrn Schwichow

für die weitere Planung hilfreich.

Projekt Mai / Juni

Projekt Mai / Juni – „Konfirmandenarbeit“

Unsere Konfirmandenarbeit
folgt seit dem letzten Sommer einer neuen Konzeption. Gründe dafür
gibt es viele. Nicht nur die Veränderungen in der Gemeinde spielen
eine Rolle, sondern auch Umstrukturierungen in den Schulen: Die
Hauptschulen stellen immer mehr auf Ganztagsbetrieb um, und auch
den Gymnasiasten bleibt bei zwölf statt dreizehn Schuljahren kaum
noch freie Zeit am Nachmittag. Daneben gibt es aber auch inhaltliche
Gründe: Damit es gelingt, junge Menschen für den Glauben und für
die Gemeinde zu gewinnen, ist es wichtig, die Konfirmandenarbeit
stärker als bisher mit der Kinder- und Jugendarbeit zu vernetzen.
Und statt Frontalunterricht beim Pastor mit viel Auswendiglernen
ist heute ein ganzheitlicher Ansatz gefragt, der es den Konfis ermöglicht,
mit allen Sinnen eigene, auch ganz praktische Erfahrungen mit dem
christlichen Glauben sammeln.

Das sind die Gründe,
warum in Sachen Konfirmandenarbeit (fast) alles anders ist als bisher.
Im neuen Jahrgang, der im letzten Sommer begonnen hat, treffen sich
alle gut 60 Konfirmandinnen und Konfirmanden der Gemeinde gemeinsam
an einem Samstagvormittag im Monat von 9.30 Uhr bis 13.30 Uhr im
Gemeindezentrum Wenscht. Betreut werden sie von einem Team aus Haupt-
und Ehrenamtlichen, das sich in der Regel zweimal pro Konfi-Tag
zur Vorbereitung trifft und den Tag dann gemeinsam durchführt. Das
erfordert viel Einsatz gerade von den Ehrenamtlichen, und dafür
sei hier einmal herzlich danke gesagt!

Die Themen sind
die gleichen geblieben. Es geht um Gott und die Welt, um die Bibel
und immer wieder um Jesus. Aber wir haben nun mehr Zeit und Möglichkeiten,
uns den Themen zu nähern und so auf die unterschiedlichen Bedürfnisse
der Konfis einzugehen. Natürlich geht das nicht über vier Stunden
mit 60 Jugendlichen auf einmal. Außer dem gemeinsamen Einstieg und
Abschluss in der Kirche verbringen wir die meiste Zeit in Kleingruppen,
wo dann auch Gelegenheit zu persönlicheren Gesprächen ist. Zwischendurch
gibt es Pausen zum Austoben, und für das leibliche Wohl wird ebenfalls
gesorgt: es haben sich bisher immer problemlos Eltern gefunden,
die reihum ein Frühstück oder Mittagessen für uns vorbereiten. Auch
dafür ein herzliches Dankeschön!

[Ein gewisser
Nachteil der neuen Form ist natürlich, dass wir uns nur einmal im
Monat treffen. Dem versuchen wir durch ergänzende Angebote abzuhelfen.
So haben wir kleine Projektgruppen gebildet, die während der Konfirmandenzeit
an bestimmten Punkten Gemeinde aktiv miterleben und gestalten sollen.
Einige haben zum Beispiel schon alten oder kranken Menschen eine
Freude gemacht, andere haben beim Weltladen-Verkauf oder bei der
Kinderbibelwoche mitgewirkt. Und natürlich gehört auch die Teilnahme
am Gottesdienst nach wie vor dazu.]  kann bei Platzmangel zur
Not entfallen

Bei den Konfis
kommt dieses Konzept gut an. Und auch uns macht die Arbeit im Team
Freude. Mit etwas Sorge blicken wir allerdings auf die Zeit nach
den Sommerferien. Denn ab dann werden zwei Jahrgänge parallel nach
dem Blocktagsmodell arbeiten, und es ist noch unklar, wie wir das
organisatorisch und personell bewältigen können. Darüber wird also
noch zu reden sein, aber grundsätzlich sind wir überzeugt, dass
wir mit unserem Konzept auf dem richtigen Weg sind.

Sie können uns
dabei helfen: durch Mitdenken und Mitarbeit, durch Gebete, aber
auch finanziell. Denn die neue Form verursacht Kosten, die wir sonst
nicht hatten (hauptsächlich fürs Essen), und die Haushaltslage der
Gemeinde ist immer noch prekär.

Wenn Sie dafür
etwas tun wollen, können Sie Ihre Spende auf das Konto der Ev.-Ref.
Kirchengemeinde Klafeld überweisen: Kto.-Nr. 30 306 872 bei der
Sparkasse Siegen (BLZ 460 500 01)
, Kennwort: „Konfirmandenarbeit“.

Vielen Dank im Voraus!