50 Jahre Wenschtkirche – Rückblick und Ausblick

50 Jahre Wenschtkirche – Rückblick
und Ausblick

Der Bau des evangelischen
Gemeindezentrums Wenscht hängt aufs Engste mit der Entstehung der
Wenschtsiedlung zusammen. Zwischen 1952 und 1961 entstanden hier
1600 Wohneinheiten vor allem für die Beschäftigten der Stahlwerke
Südwestfalen, die den Bau der Siedlung denn auch kräftig förderten.
Viele „Flüchtlinge“ aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, aber
auch Einheimische und Zugereiste aus der näheren Umgebung fanden
hier ein neues Zuhause. Anfang der sechziger Jahre lebten schließlich
rund 4500 Menschen in der „Gartenstadt Wenscht“.

Die Kirchengemeinde
Klafeld sah von Anfang an die große Herausforderung, die ihr damit
gestellt war. Mit den bestehenden Gebäuden im Tal war die kirchliche
Versorgung der Siedlung kaum zu gewährleisten, zumal es zwischen
den Neubürgern und den alteingesessenen Klafeldern und Geisweidern
noch erhebliche Barrieren gab, die so leicht nicht zu überwinden
waren. Im Dezember 1953 bildete das Presbyterium deshalb einen „Ausschuss
für die Wenschtsiedlung“. Neben Pfarrer Erich Schmidt, dem die Frage
„Wie wird Siedlung zur Gemeinde?“ ein Herzensanliegen war, das er
mit großem Einsatz vorantrieb, gehörten diesem Ausschuss der Kirchmeister
Gellbach sowie die Presbyter Buchner, Dreisbach, Heider und Schepp
an. Ziel der Ausschussarbeit war die Errichtung eines evangelischen
Gemeindezentrums auf der Wenschthöhe.


Kirchturm
im Rohbau

Allerdings hatte
die Gemeinde für ein solches Vorhaben eigentlich kein Geld. An der
Talkirche liefen umfangreiche Reparatur- und Renovierungsmaßnahmen,
die nach den Kriegsjahren dringend nötig waren. Das Jugendheim in
Setzen war gerade fertig und noch nicht abbezahlt, und im 1951 geschaffenen
III. Bezirk wurde ein Pfarrhaus gebraucht. Trotzdem sah man sich
in der Pflicht, diese weitere Baumaßnahme irgendwie zu stemmen.
So beschloss das Presbyterium am 6. Februar 1954 auf Vorschlag des
Wenscht-Ausschusses, Mittel für den Grundstückserwerb bereit zu
stellen und einen Architekten mit der Planung eines Gemeindezentrums
zu beauftragen. Die Bewältigung der Kosten verursachte danach noch
manches Kopfzerbrechen, gelang aber schließlich, obwohl die Gesamtkosten
am Ende mit 508 204,62 DM fast doppelt so hoch lagen wie ursprünglich
veranschlagt. 26 % der benötigten Mittel kamen durch Spenden und
Zuschüsse zusammen, 14 % aus laufenden Mitteln der Gemeinde, 60
% mussten über Darlehen finanziert werden.


 Richtfeier
am 22.7.1956

Als der Bebauungsplan
für die Reihenhaussiedlung im Vorderen Wenscht stand, wurde noch
1954 mit dem Ankauf der benötigten Grundstücke an der oberen Ziegeleistraße
begonnen. Danach fiel am 27. Juli 1955 der endgültige Beschluss
zum Bau einer Kirche mit Gemeindezentrum. Den Entwurf erstellte
Oberbaurat Brunne aus Hemmerde, der auch die Siedlung im Vorderen
Wenscht geplant hat, die Bauleitung übernahm der Geisweider Architekt
Karl-Heinz Stutte. Am 7. November 1955 fand der erste Spatenstich
statt, und am 22. Juli 1956 erfolgte im Beisein von Superintendent
Ernst Achenbach sen. die Grundsteinlegung. Am gleichen Tag wurde
übrigens das fünfzigjährige Bestehen der Talkirche gefeiert. Obwohl
da der Rohbau schon weitgehend stand, zog sich die Fertigstellung
noch in die Länge – aus finanziellen Gründen, aber auch weil die
erreichbaren Handwerker mit dem Großprojekt Wenscht alle Hände voll
zu tun hatten. Am Heiligen Abend 1956 läuteten die Glocken im Turm
zum ersten Mal, aber erst Ende 1957 konnten die Gemeinderäume in
Betrieb genommen werden. Am 4. Advent hielt dort Pastor Schmidt,
der inzwischen selbst als Siedler in den Rehweg gezogen war, den
ersten Gottesdienst und taufte auch gleich die ersten vier Kinder.


Einholen
der Glocken am 9.12. 1956

Nun konnte es
endlich an den Ausbau der Kirche gehen. Noch bis unmittelbar vor
der Einweihung wurde daran hektisch gearbeitet. Auch das große Sgraffito
von Hermann Kuhmichel an der Chorwand – eine Stiftung des Künstlers
– entstand erst wenige Wochen vorher und löste im Presbyterium erst
einmal heftige Diskussionen aus. Aber dann, am 29. Juni 1958, war
es so weit: Bei typischem Siegerländer Sommerwetter („Bedeckt –
diesig – abends Sonne“ hielt P. Schmidt in seinem Tagebuch fest)
und im Beisein von Präses Wilm, Superintendent Achenbach, der gesamten
Lokalprominenz aus Kirche, Kommune und Stahlwerken sowie einer zahlreich
versammelten Gemeinde fand die feierliche Schlüsselübergabe statt.
Der Präses hielt eine Ansprache über Epheser 2,17-22, und Pastor
Schmidt predigte über Apostelgeschichte 15,7-12, wobei er am Beispiel
von Juden- und Heidenchristen der Apostelzeit das ungehinderte Zusammenwachsen
von „alter“ und  „neuer“ Gemeinde anmahnte.

Seitdem hat das
Gemeindezentrum Wenscht fünfzig Jahre lang treue Dienste getan.
An der Ausstattung wurde im Lauf der Jahre noch manches verbessert
(vom Einbau der Orgel 1960 bis zum Anbau einer Behinderten-Toilette
200.), aber äußerlich ist der Bau weitgehend unverändert geblieben.
Schon während der Bauzeit und erst recht danach entwickelte sich
ein reges Gemeindeleben, das dem Wagnis, dieses Haus zu bauen, im
Nachhinein recht gab: für alle Altersgruppen und viele verschiedene
Interessen fanden die Wenschter hier offene Türen, so dass wirklich,
wie erhofft, „Kirche mitten in der Siedlung“ entstand.

Heute erleben
wir andere Zeiten. Der Wandel der Bevölkerungsstruktur und der Lebensart
hat auch die Gemeindearbeit im Wenscht nicht unberührt gelassen.
Die beiden Pfarrstellen, die in der Gründerzeit der Siedlung errichtet
wurden, hat die Gemeinde inzwischen wieder verloren. Gruppen wie
die Frauenhilfe und der Kirchenchor, die das Wenschter Gemeindeleben
lange Zeit geprägt haben, mussten sich in den letzten Jahren schweren
Herzens auflösen. Wurde vor fünfzig Jahren nicht nur in unserer
Gemeinde ein Haus nach dem anderen errichtet, um mit der wachsenden
Bevölkerung und ihren Bedürfnissen Schritt zu halten, so ist heute
Rückbau angesagt, weil wir immer weniger werden und entsprechend
auch immer weniger Geld und Personal zur Verfügung steht. Der Tiefpunkt
dieser Entwicklung war am 30. September 2007 erreicht, als auf einen
Schlag vier Kirchen und Gemeindehäuser geschlossen werden mussten.

Das Gemeindezentrum
Wenscht allerdings hat dadurch noch einmal eine ganz neue Funktion
bekommen. Es ist sozusagen über die Grenzen der Siedlung hinausgewachsen,
für die es ursprünglich bestimmt war, und beherbergt jetzt die Kinder-,
Jugend- und Konfirmandenarbeit sowie besondere Gottesdienstangebote
für die ganze Gemeinde. Auch sonst hier hat mancher Gemeindekreis,
der seine bisherige Bleibe verloren hat, Zuflucht gefunden und füllt
die Räume mit Leben. Ob und wie lange es dabei bleiben wird, ist
noch nicht abzusehen. Aber wer schon mal bei einer „Guten-Abend-Kirche“
gewesen ist oder etwas von der Kinderbibelwoche in den Osterferien
mitbekommen hat, wer sieht, wie an manchen Abenden alle Räume belegt
sind und sich dadurch Gemeindeglieder begegnen, die sich sonst nie
getroffen haben, der kann durchaus den Eindruck gewinnen, dass die
Wenschtkirche mit fünfzig, trotz bröckelndem Putz, ihren zweiten
Frühling erlebt. Den sollten wir auf jeden Fall erst einmal dankbar
genießen und nutzen zum Wohl der ganzen Gemeinde. Und für die Zukunft
gilt weiterhin das alte Psalmwort: „Wenn der HERR nicht das Haus
baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.“ In diesem Sinne:
Alles
Gute und Gottes Segen zum Fünfzigsten!

Pfr.
Dr. Martin Klein


Konfi-Cup 2008

Konfi-Cup 2008 – Fair Play-Fair
Life

Konfis aus Alchen setzen sich
bei den Vorausscheidungen
im Konfi-Cup durch

Die Konfi-Kickerinnen
und -Kicker aus Alchen gewannen die Wettkämpfe im Kirchenkreis
Siegen

Nach dem Erfolg
des Konfi-Cups zur Weltmeisterschaft 2006 richtet die westfälische
Landeskirche einen zweiten Konfi-Cup zur Europameisterschaft 2008
aus. Die Ausscheidungsspiele im Kirchenkreis Siegen fanden jetzt
auf dem Sportplatz in Kaan-Marienborn statt. Pfarrer Thomas Walter,
Burbach, Beauftragter für die Konfirmandenarbeit im Kirchenkreis
Siegen, hatte zu den sportlichen Wettkämpfen eingeladen. Unterstützt
wurde er von seinem Kollegen Pfarrer Jochen Ahl, Eichen, Beauftragter
für die Sportarbeit im Kirchenkreis. Der sportliche Eifer der Mannschaften
war verbunden mit dem Gedanken „Fair Play – Fair Life“.

Die Fans feuerten
ihre Mannschaft an

Angetreten waren
acht Konfi-Gruppen aus Eisern, Geisweid, Kaan-Marienborn, Burbach,
Eichen und Alchen. Kaan-Marienborn und Eichen traten gleich mit
zwei Mannschaften an. In fast jeder Mannschaft spielten Jungen und
Mädchen.

Teilnehmen konnten
alle Konfirmandinnen und Konfirmanden, und alle, die die im Frühjahr
2008 konfirmiert werden, soweit sie nicht älter als 14 Jahre sind.
Jede Mannschaft spielte mit sechs Feldspielern und einem Torwart
nach Kleinfeldregeln.

Voller Einsatz,
aber Fair Play

Einige Konfis
zeigten deutlich, dass sie schon öfters Ballkontakt hatten. Es wurde
gedribbelt und getäuscht, Pässe wurden genau gesetzt und auch die
Torwarte hatten gut zu tun. Die Spiele blieben spannend bis zuletzt.
Bei allem sportlichen Engagement war Fair-Play angesagt. Und auch
nur scherzhaft war der Zuruf gemeint: „Strengt euch an, ihr spielt
um eure Konfirmation.“ Der 3. Platz musste zwischen Klafeld und
Eisern durch ein 7-Meter-Schießen ermittelt werden, das Eisern für
sich entschied. Und auch das Endspiel zwischen Kaan I und Alchen
konnte Alchen nur im 7-Meter-Schießen mit 5:4 gewinnen. Klafeld
belegte den 4. Platz und der fünfte Platz musste viermal vergeben
werden an die Mannschaften Eichen II, Kaan II, Burbach und Eichen
I.

Voller Einsatz,
aber Fair Play

Torwart … hatte
alle Hände voll zu tun.
Der Ball war im Kasten.

Die Konfis aus
Alchen dürfen nun am 14. Juni ins Stadion nach Hamm fahren, wo die
Ausscheidungsspiele auf Landeskirchenebene stattfinden. Der Siegermannschaft
dieser Endausscheidung winken Freikarten für ein Bundesligaspiel
einer westfälischen Mannschaft.

kp
(Fotos Karlfried Petri)


Familienfreizeit 2008


 

  • Haben Sie Familie?
  • Verreisen Sie gern preisgünstig?
  • Haben Sie im Urlaub gern Gesellschaft
    für sich und Ihre Kinder?
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Dann sind Sie genau richtig
bei unserer

FAMILIENFREIZEIT!

Ort:

Ferienzentrum Zartwitz am Woterfitzsee mitten
im wunderschönen Müritz-Nationalpark (Mecklenburg)

Zeit:

27.9. bis 4.10. 2008 (erste Woche der Herbstferien)
 

Leistungen:

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    2-4 Personen (Dusche und WC)
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  • ein Grillabend mit Lagerfeuer
  • günstige Angebote für Rad- und Kanutouren
    oder Kutsch- und Schiffsausflüge in die Umgebung
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Kosten:
 

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p. P. für Erwachsene und Kinder ab 12

  • 120 €

p. P. für Kinder unter 12

  •     0 €

für Kinder unter 3


    > Wenn der Stadtjugendring die
    Freizeit wie beantragt bezuschusst, werden die
       Kosten
    für Kinder und Jugendliche noch um ca. 30 € pro Person sinken.

    > Die Anfahrt ist mit Privat-PKWs vorgesehen,
    also nicht im Preis inbegriffen.
       Mitfahrmöglichkeiten
    lassen sich arrangieren.

Wir gehen zur
Zeit von einer Teilnehmerzahl von 40 Personen aus. Bis Ende November
müssten wir wissen, ob diese Zahl realistisch ist, weil wir dann
fest buchen müssen. Wenn Sie also gern mitfahren möchten oder zumindest
ernsthaft interessiert sind, sollten Sie uns das bis zum 25. November
2007 mitteilen – am einfachsten, indem Sie den Anmeldeabschnitt
unten ausfüllen und abgeben. Möglichst viele verbindliche Anmeldungen
wären uns natürlich am liebsten, aber zu wissen, wie groß der Kreis
der Interessenten ist, hilft uns auch schon weiter!

Wenn Sie Fragen haben, stehe ich Ihnen für
Auskünfte gern zur Verfügung:

Pfr. Martin Klein, Tel.: 82151, E-Mail: pastor-klein@kirche-klafeld.de.


Bitte ankreuzen:

 

Hiermit melde ich folgende Personen
zur Familienfreizeit im Ferienzentrum Zartwitz vom 27.9.
bis 4.10. 2008 verbindlich an:                   

 

Hiermit bekunde ich für folgende
Personen Interesse an der Freizeit:

Namen und Alter
zu Beginn der Freizeit:

 

Name:

Alter:

1.

 

 

2.

 

 

3.

 

 

4.

 

 

5.

 

 

 

Adresse:

Telefon:

E-Mail:

Datum:

Unterschrift:


Predigt vom 18.Mai 2008

GOTTESDIENST FÜR DEN SONNTAG TRINITATIS

Tal- und Wenschtkirche, 18.5. 2008
Pfr. Dr. Martin Klein

Text 2.Kor 13,13

Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die
Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen!

Mit diesem Gruß beendet der Apostel Paulus seinen zweiten Brief
an die Korinther, mit ihm endet auch der für heute vorgeschlagene
Predigttext. Und dieser Text wurde deshalb für diesen Sonntag ausgewählt,
weil er eine der wenigen Stellen im Neuen Testament ist, die Gott,
Jesus Christus und den heiligen Geist in einem Atemzug nennen. Denn
heute ist Trinitatis. Die Christenheit feiert das Fest der heiligen
Dreieinigkeit Gottes aus Vater, Sohn und heiligem Geist. Mit diesem
Tag erreicht der Festzyklus des Kirchenjahres, der sich von Advent
und Weihnachten über die Passionszeit und Ostern bis Himmelfahrt
und Pfingsten erstreckt, seinen abschließenden Höhepunkt. Nach Trinitatis
werden die Sonntage dann schlicht durchnummeriert, bis wieder ein
neues Kirchenjahr beginnt.

Aber: Wird dieses Fest wirklich noch gefeiert? Schreibt noch
jemand wunderbare Kantaten dazu mit Pauken und Trompeten, wie es
der alte Bach getan hat? Gibt es aus diesem Anlass noch irgendwo
festliche Gottesdienste, denen man das auch anmerkt? Mit Pfingsten
– inhaltlich auch nicht leicht zu vermitteln – geben wir uns ja
noch Mühe, feiern ökumenische Gottesdienste, machen Pfingstausflüge
oder laden zur „Nacht der offenen Kirchen“ ein. Aber Trinitatis?
Wie um alles in der Welt sollen wir das bloß an den Mann oder die
Frau bringen, wo doch heute immer alles anschaulich, eingängig und
erlebbar sein soll? Und wissen wir überhaupt selber noch, worum
es da geht?

Die Lehre von der Dreieinigkeit scheint für die Theologie so
etwas zu sein wie die Allgemeine Relativitätstheorie für die Physik:
eine hochabstrakte Formel, mit der es für den Normalsterblichen
zwar irgendwie seine Richtigkeit haben muss, wenn ein Genie wie
Einstein sie bewiesen hat, die aber das Fassungsvermögen unserer
schlichten Gemüter weit übersteigt. Der Unterschied zwischen Relativitätstheorie
und Trinitätslehre besteht allerdings darin, dass die Physiker heute
selbstverständlich mit Einsteins Formel arbeiten, während immer
mehr Theologen die Trinitätslehre für überholt, ja für unangemessen
halten, um Gott zu beschreiben. Dass Gott zwar eines Wesens ist,
aber in drei Personen – Vater, Sohn und Heiliger Geist – existiert,
ist für sie eine theologische Spitzfindigkeit des vierten, fünften
Jahrhunderts nach Christus, die mehr griechisch-philosophisch als
biblisch gedacht ist. Denn dort, in der Bibel, steht das so nirgends,
nicht im Neuen, und erst recht nicht im Alten Testament. Auch der
Gruß aus dem zweiten Korintherbrief oder die Taufformel aus Matthäus
28, die der Sache am nächsten kommen, stellen die drei nur nebeneinander
und sagen nichts über ihr Verhältnis zueinander. Und ein Vers im
ersten Johannesbrief, der lange als biblischer Beleg der Dreieinigkeit
galt, erwies sich später als nachträglich hineingemogelt.

Demnach scheint man sich durchaus mit dem begnügen zu können,
was heute wohl die große Mehrheit der Christen über Gott denkt und
von ihm glaubt: Wenn wir von Gott sprechen, dann meinen wir in erster
Linie den Vater im Himmel, den Schöpfer der Welt. Jesus ist für
uns vor allem Mensch, vielleicht einer, der Gott besonders nahe
war, vielleicht auch „Gottes Sohn“ oder „der Herr“. Aber schlicht
und einfach zu sagen „Jesus ist Gott“, das klänge selbst in frommen
Ohren eher fremd. Und der heilige Geist, den verstehen wir als eine
Kraft, die von Gott ausgeht, als ein Band, das die Gemeinschaft
der Christen zusammenhält, aber wie soll man sich diesen Geist als
Person vorstellen – und warum auch? Dass noch Johannes Calvin damit
einverstanden war, einen Leugner der Trinität in Genf auf den Scheiterhaufen
zu bringen, scheint uns heute unfassbar und dämpft etwas die Vorfreude
auf seinen 500. Geburtstag im nächsten Jahr.

Weil die Dinge so stehen, beginnen wir unsere Gottesdienste und
taufen wir unsere Kinder zwar immer noch „im Namen des Vaters und
des Sohnes und des Heiligen Geistes“, aber weithin sprechen wir
damit eine altehrwürdige Formel nach, die für uns längst ihren ursprünglichen
Sinn verloren hat. Dann wäre allerdings die Frage, warum wir eigentlich
immer noch daran festhalten und diesen alten Zopf nicht endlich
abschneiden. Warum sagen wir nicht einfach „im Namen Gottes“? Warum
taufen wir nicht einfach „im Namen Jesu“, wie es schon in der Apostelgeschichte
öfter heißt?

Ich denke, wir sollten das deshalb nicht tun, weil der Vergleich
mit der Relativitätstheorie noch tiefer reicht, als bisher bedacht.
Denn in der Physik verhält es sich ja so: zur Erklärung und Nutzung
der Kräfte, deren Wirken wir alltäglich erleben, reichen die klassischen
physikalischen Gesetze bestens aus. Um einen Motor zu konstruieren
oder ein Gebäude zu errichten, brauche ich kein E = mc². Aber je
tiefer man in die Geheimnisse der Natur vordringt, in die Weite
des Weltraums oder ins Innere eines Atoms, desto mehr stößt die
klassische Physik an ihre Grenzen, desto mehr entdeckt man Gesetzmäßigkeiten,
die unser Vorstellungsvermögen übersteigen, aber trotzdem richtig
und nachweisbar sind. Inzwischen rechnen die Physiker ja schon nicht
mehr nur mit vier Dimensionen wie Einstein, sondern mit neun oder
noch mehr.

Genauso, denke ich, ist es auch mit Gott: Je mehr ich über ihn
nachdenke und je tiefer ich die biblischen Aussagen über ihn, über
Jesus über den heiligen Geist durchdringen will, desto mehr Dimensionen
entdecke ich, desto mehr Verschiedenes muss ich in eins zusammendenken,
wenn ich an dem biblischen Urbekenntnis festhalten will, dass Gott
einer ist. Und wenn schon die Wunder der Schöpfung vom Atom bis
zum Weltall unsere Vorstellungskraft übersteigen, wie viel mehr
muss das dann beim Schöpfer aller Dinge der Fall sein. Als denkender
Mensch, der glaubt, kann ich nicht anders, als auch über Gott nachzudenken
und doch muss ich wie Paulus immer wieder kapitulieren und zum Lobpreis
übergehen: „O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit
und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte
und unerforschlich seine Wege!“

Und genau das ist der Sinn des Trinitatisfestes: Dass wir nicht
meinen, mit Weihnachten, Ostern und Pfingsten sei alles über Gott
gesagt. Dass wir nicht denken, nun hätten wir ihn begriffen, wüssten
über ihn Bescheid und könnten ihn sozusagen abspeichern auf der
großen Festplatte unseres Lebens-Computers. Denn auch das Tiefsinnigste,
was je über Gott gedacht und gesagt wurde, kratzt nur an der Oberfläche
dessen, was über ihn zu sagen wäre. Das wussten auch die Väter der
Alten Kirche, die die Lehre von der Dreieinigkeit formuliert haben.
Es war ihnen klar, dass eins nie gleich drei sein kann, und doch
fühlten sie sich gerade durch das biblische Zeugnis genötigt, es
so zu formulieren. Denn da war nun mal vom Vater, vom Sohn und vom
Heiligen Geistes als Dimensionen Gottes die Rede, manchmal, wie
in unserem Predigtvers, sogar in einem Atemzug. Also mussten sie
die drei in ein Verhältnis zueinander bringen, das trotzdem festhielt,
dass Gott einer ist. Nie haben sie gedacht, damit hätten sie’s ein
für alle Mal erfasst. Und immer wieder gehen sie vom Denken und
Formulieren in den Lobpreis über: „Ehr sei dem Vater und dem Sohn
und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, so auch jetzt und
immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Aber noch mal zurück zu 2. Korinther 13,13. Denn dieser Vers
war mir zwar ein willkommener Anlass, einmal grundsätzlich etwas
zum Thema Dreieinigkeit zu sagen. Aber er beschränkt sich ja nicht
darauf, Jesus Christus, Gott und den heiligen Geist nebeneinander
zu stellen. Er ordnet ihnen jeweils auch noch etwas zu: Jesus Christus
die Gnade, Gott die Liebe und dem heiligen Geist die Gemeinschaft.
Und diese drei wiederum sollen „mit uns allen“ sein. Damit bin ich
bei dem einzig zureichenden Grund, warum ich mir überhaupt über
Gott Vater, Sohn und heiligen Geist Gedanken mache. Denn als bloße
Spielerei bleibt das Nachdenken belanglos, und ich kann es mir schenken.
Anders sieht es aus, wenn ich die Gnade, die Liebe und die Gemeinschaft,
von denen hier die Rede ist, selber erfahren habe. Denn dann bin
ich durch Gottes Gnade gewiss geworden, dass er mich liebt und dass
er Gemeinschaft gestiftet hat zwischen mir und ihm, aber auch mit
allen, die mit mir an ihn glauben. Und dann will ich verstehen,
so gut ich kann, warum Gottes Liebe ihn dazu gebracht hat, Mensch
zu werden in seinem Sohn Jesus Christus. Warum seine Gnade mir nicht
anders zuteil werden konnte als dadurch, dass er selber meine Schuld
und meinen Tod auf sich nahm. Und warum Gemeinschaft mit Gott und
zwischen den Gläubigen nicht anders möglich ist als dadurch, dass
Gott als heiliger Geist zu uns kommt und bei uns einzieht. Und ich
bin überzeugt: Je mehr ich das verstehe und verinnerliche, desto
mehr bin ich bereit, auch entsprechend zu handeln: selber gnädig
zu sein, Liebe zu üben und Gemeinschaft zu leben und anzugehen gegen
Unbarmherzigkeit, Hass und Vereinzelung. Vorhin habe ich festgestellt,
dass das Nachdenken über den dreimal einen Gott immer nur im Lobpreis
enden kann. Auch Akte der Gnade, Taten der Liebe und Zeichen der
Gemeinschaft – nicht nur mit Herz und Mund, sondern auch mit Händen
– , auch die sind eine Weise des Lobpreises. Vielleicht sind sie
sogar die beste Weise.

Amen.

Bericht von der Kreis-Synode

Kreissynode Siegen bildete
sich neu

Erika Sturm neues Mitglied
im Kreissynodalvorstand

Sie ist kleiner geworden, die Synode des Kirchenkreises
Siegen, die sich jetzt in der CVJM-Jugendbildungsstätte Wilgersdorf
konstituierte. Von vormals 181 stimmberechtigten Mitgliedern ist
sie auf derzeit 159 Synodale mit Stimmrecht reduziert. Insbesondere
die Vertretung der  Verbände, Werke und Referate hat der Kreissynodalvorstand
verringert, um das Gremium überschaubarer zu gestalten. Die Synode
setzt sich nach den Presbyteriumswahlen am 25. Februar neu zusammen.
Eine große Anzahl neuer Mitglieder legte denn auch zu Beginn der
Tagung ihr Gelöbnis ab.
„Der Kirchenkreis ist mehr als die als Gemeinschaft
der Gemeinden und eine Größe eigener Art“, erinnerte Superintendentin
Annette Kurschus zu Beginn mit einem Hinweis auf ein solidarisches
Miteinander aller Synodale. „Ein zusätzlicher, weiterer Blick als
der auf die eigene Gemeinde ist hier gefordert.“

Viele neue Synodenmitglieder legten
ihr Gelöbnis ab.
(Foto Karlfried Petri)

Alle vier Jahre steht die Synode im Zeichen
von Wahlen. „Im Kirchenkreis Siegen kommt ein besonderer Akzent
hinzu“, so der stellvertretende Vorsitzende des Nominierungsausschusses
Pfr. Jochen Wahl. „Am 28. November 2007 sind eine neue Kreissatzung
des Kirchenkreises Siegen und eine neue Geschäftsordnung der Kreissynode
beschlossen worden. Dadurch wurde die Fachbereichssatzung außer
Kraft gesetzt und das Ausschusswesen rekonstruiert.“ Viele neue
Ausschüsse müssen somit besetzt werden. Unter hohem zeitlichen Druck
trat der Nominierungsausschuss zu etlichen Sitzungen zusammen, um
die Vorschläge für die Ausschussbesetzungen zusammenzustellen. Über
130 Personen wurden für die unterschiedlichsten Kandidaturen im
Vorfeld der Tagung des höchsten Kirchenkreisgremiums ermittelt.
Gewählt wurden von der Synode die Delegierten für die Landessynode,
etliche Synodalbeauftragte und die Mitglieder für die Ausschüsse
für Theologie, Finanzen, Bewahrung der Schöpfung, Ehe-, Familien-
und Lebensberatung, Ev. Gymnasium, Schule, Seelsorge und Beratung,
Telefonseelsorge, den Frauenausschuss, den Ausschuss für Gemeindeentwicklung
sowie den Nominierungsausschuss. Damit sind aber noch nicht alle
Ausschüsse besetzt. Dies war zeitlich nicht zu leisten und soll
in der nächsten ordentlichen Synode erfolgen.

 

Hella
Jochum sammelt Stimmzettel ein
(Foto Karlfried Petri)

Zu wählen war auch ein neues Mitglied des
Kreissynodalvorstandes. Marlies Kring, noch für vier Jahre gewählt,
scheidet auf eigenen Wunsch aus dem Gremium aus, weil sie das Presbyterium
ihrer Kirchengemeinde verlässt. Zur Wahl stellten sich Eva Holzhauer,
Presbyterin der Kirchengemeinde Niederschelden, und Erika Sturm,
Presbyterin der Kirchengemeinde Weidenau. Mit 84 Stimmen wird Erika
Sturm als neues Mitglied des Kreissynodalvorstandes für die Restwahlzeit
von vier Jahren gewählt. Die gebührende Verabschiedung von Marlies
Kring erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. 
 

 

Erika Sturm
wurde in den Kreissynodalvorstand
gewählt.
 (Foto Karlfried Petri)


 

Antrag auf Änderung der Kirchenordnung:

Synodenstimmrecht nur für
volle Pfarrstellen

Eine engagierte Diskussion löste gegen Ende
der Kreissynode ein Antrag der Kirchengemeinde Olpe aus. Als ungerecht
empfindet es die Kirchengemeinde, dass zwei halbe Pfarrstellen auf
der Synode bei Abstimmungen doppelt so viel zählen wie eine ganze
Pfarrstelle. In der gegenwärtigen Fassung der Kirchenordnung sind
sämtliche Pfarrerinnen und Pfarrer, die eine Pfarrstelle innehaben,
stimmberechtigte Mitglieder der Kreissynode. Bei geteilten Pfarrstellen,
wenn sich beispielsweise ein Pfarrerehepaar eine Pfarrstelle teilt,
haben beide volles Stimmrecht. Dies führt zu einer stimmlichen Übergewichtung
der Gemeinden, die geteilte Pfarrstellen haben. Der Vorschlag aus
Olpe: Die Kirchenordnung möge so gefasst werden, dass die Entsendung
von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie von weiteren Abgeordneten aus
den Presbyterien ausschließlich nach Maßgabe der Gemeindegliederzahlen
erfolgt.

Mit einer solchen Regelung tat sich so mancher
Pfarrer schwer. Hätte sie doch zur Folge, dass es Pfarrer mit und
Pfarrer ohne Synodenstimmrecht gäbe. Die Synode machte sich den
Olper Antrag zu Eigen, und empfahl der Landessynode, die Kirchenordnung
entsprechend zu ändern.


 

Neues Finanzierungsmodell
für evangelische Kindergartenarbeit und hauptamtliche Jugend- und
Gemeindearbeit

Den Gemeinden wurde viel abverlangt, um in
Zukunft evangelische Kindergartenarbeit und eine hauptamtliche kirchliche
Jugend- und Gemeindearbeit auf sicherere finanzielle Füße zu stellen.
Und die Gemeinden zeigten in hohem Maße Solidarität. Mit großer
Mehrheit beschloss die Kreissynode Siegen jetzt, sowohl die evangelische
Kindergartenarbeit als auch die hauptamtliche kirchliche Jugendarbeit
im Kirchenkreis Siegen weitgehend gemeinschaftlich zu finanzieren.

Ein überzeugendes Finanzierungsmodell für
die Kindergartenarbeit und die hauptamtliche Jugend- und Gemeindearbeit
hatte Synodalassessor Hans-Werner Schmidt erarbeitet.
(Foto Karlfried Petri)

Wie kann man zukünftig die evangelische Kindergartenarbeit
verlässlich sichern und so finanzieren, dass die Kirchengemeinden
und der Kirchenkreis es verkraften können? Diese Frage beschäftigte
in den vergangenen Monaten so manchen Rechenkünstler im Kirchenkreis.
Ungezählte Vergleichstabellen und Berechnungsmodi erstellte Synodalassessor
Hans-Werner Schmidt, der die Ergebnisse des nicht einfachen Sachverhaltes
in komprimierter und verständlicher Form der Synode vorstellte.
In so manchen Ausschuss- und Gemeindesitzungen sowie in manchen
Gesprächen hatte er das Rechenwerk bereits ausführlich erläutert.
Dabei stieß er nicht nur auf Zustimmung. Befürworter wie auch Kritiker
hatten ihre Argumente, ging es doch nicht nur um Zahlen und Finanzen,
sondern auch um die selbstverantwortete Gestaltungsmöglichkeiten
der Gemeinden und damit um ein hohes Gut der reformierten Theologie.
Die Pfarrer Martin Eerenstein, Kirchengemeinde Weidenau, und Rolf
Fersterra, Kirchengemeinde Niederschelden sprachen sogar von einer
„Entmündigung“ der Gemeinden. Die deutliche Mehrheit der Synodalen
jedoch sah in dem Modell des Kreissynodalvorstandes einen angemessenen
 Vorschlag, zu dem es keine Alternative gebe.

137 Gruppen in den evangelischen Kindertagesstätten
lassen sich die Kirchengemeinden auch bei reduziertem Eigenanteil
im nächsten Jahr immer noch rund 900.000 Euro kosten. Geld, das
nicht refinanziert wird, sondern die ständig abnehmenden Haushalte
der Kirchengemeinden belastet. In den vergangenen beiden Jahren
hatten einzelne Kirchengemeinden bereits beschlossen, ihre Kindergärten
an die Kommunen abzugeben. Der Kirchenkreis leistet ab 2006 Sonderzuschüsse
in Höhe von insgesamt rund 500.000 Euro, um die Arbeit bis zum Inkrafttreten
des neuen Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) in kirchlicher Trägerschaft
zu halten. Danach werden die Rahmenbedingungen der Kindergartenarbeit
in NRW neu geregelt. Nach den bisherigen Verhandlungen im Kirchenkreis
Siegen mit den Kommunen werden die Kirchengemeinden nur 6–7% Eigenanteil
finanzieren müssen. Ein beachtenswertes Zugeständnis der heimischen
Kommunen im landeskirchlichen Vergleich, sieht doch das Gesetz einen
kirchlichen Eigenanteil von 12% vor. Das ist zwar ein ansehnliches
Zugeständnis, so die Kritiker wie Pfr. Rainer Klein aus der Kirchengemeinde
Neunkirchen, aber was nützt es, wenn der Eigenanteil die Gemeinden
immer noch erdrückt.

Künftig, so beschloss mit großer Mehrheit
die Synode, bezahlt jede Kirchengemeinde pro Gemeindeglied einen
Betrag von 2,80 Euro. Dies entspricht etwa einem Schlüssel von 2500
Gemeindegliedern pro Kindergartengruppe. Die Kirchengemeinden, die
jetzt Kindergartenarbeit vorhalten, zahlen darüber hinaus einen
Beitrag pro Gemeindeglied, der sich aus den Kosten ergibt, die durch
die Umlage von 2,80 Euro nicht gedeckt sind. Dies sind zurzeit rund
4,30 Euro. Die Gesamtsumme des kreiskirchlich aufzubringenden Trägeranteils
an Kindergartenarbeit soll nicht mehr als 7% vom Nettokirchensteueraufkommen
betragen.

Zum Erhalt der hauptamtlichen Jugendarbeit
zahlt jede Kirchengemeinde pro Gemeindeglied einen Betrag, der sich
aus der Summe der zu finanzierenden Hauptamtlichen für Jugend- und
Gemeindearbeit abzüglich öffentlicher Refinanzierung ergibt. Dies
sind zurzeit rund 4,40 Euro. Die Gesamtsumme der gemeinsam zu finanzierenden
Personalkosten hauptamtlicher Jugend- und Gemeindearbeit soll nicht
mehr als 5% vom Nettokirchensteueraufkommen betragen. Die Synode
beschloss, alle momentan im Kirchenkreis beschäftigten Hauptamtlichen
für Jugend- und Gemeindearbeit auf Ebene des Kirchenkreises anzustellen
und so in das Konzept der verlässlichen Weiterführung aufzunehmen.
Die Stellen für hauptamtliche Jugend- und Gemeindearbeit sollen
dabei gemäß Gemeindeschlüssel (zurzeit zwei Stellen bei 18.000 Gemeindegliedern)
pro Region gleichmäßig verteilt sein.

Diese Beschlusslage bringt es mit sich, dass
Gemeinden nach dieser Regelung finanziell deutlich besser dastehen
als bisher, weil sie sowohl Kindergärten betreiben, als auch hauptamtliche
Jugendarbeitende angestellt haben. Gemeinden, die weder einen Kindergarten
betreiben noch hauptamtliche Jugendarbeit, werden künftig deutlich
höhere Beiträge zu erbringen haben. Hier wird noch eine Kappung
zu beschließen sein, die die Mehreinnahmen und Mehrausgaben begrenzt.


 

Gemeindeglieder haben für
ihre Kirche etwas übrig

Freiwilliges Kirchgeld ein
voller Erfolg

21 Kirchengemeinden im Kirchenkreis Siegen
erbitten derzeit freiwilliges Kirchegeld oder wollen dies in Kürze
einführen. Pfarrer Wolfram Bensberg, Vorsitzender des Koordinierungskreises
Freiwilliges Kirchgeld, zog eine positive Bilanz zu den bisherigen
Aktionen der Gemeinden. 10 Gemeinden hatten über ihre bisherigen
Kirchgelderfahrungen Auskunft gegeben. Danach haben insgesamt 48907
Gemeindeglieder 132.270 Euro gespendet, 2,70 Euro im Durchschnitt.
Die meisten Einnahmen konnte die Kirchengemeinde Olpe mit 26.618
Euro verbuchen. Den höchsten Spendendurchschnitt erzielte die Kirchengemeinde
Burbach mit 4,36 Euro. Wolfram Bensberg: „Die Aktion ist bei allen
teilnehmenden Gemeinden ein voller Erfolg – die Gemeinden, die sich
noch nicht beteiligen, sind herzlich eingeladen, sich ebenfalls
dem Projekt freiwilliges Kirchgeld anzuschließen.“ Das freiwillige
Kirchgeld erhält bei zurückgehenden Kirchensteuereinnahmen immer
größere Bedeutung. Es gibt inzwischen Landgemeinden in anderen Kirchenkreisen,
so Bensberg, die auf dem besten Wege sind, mit ihrem Kirchgeld ihre
eigentliche Gemeindearbeit (außer Personal und Bauunterhaltung)
zu bezahlen.

Mit dem Slogan: „Freiwilliges Kirchgeld –
Für meine Kirche habe ich was übrig“ startete im vergangenen Winter
im Kirchenkreis Siegen das von der Synode beschlossene Projekt zur
Umsetzung des freiwilligen Kirchgeldes. Dazu wurde ein Koordinierungskreis
gebildet, der die Gemeinden berät und ihnen hilft, ihre individuellen
Kirchgeldaktionen zu gestalten. Das Projekt freiwilliges Kirchgeld
lebt von dem Engagement der Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen für
ihre Kirchengemeinde vor Ort.

kp