Zum 40. Mal ökum. Kinderfest

 

Zum 40. Mal ökumenisches Kinderfest
(20. Juni 2010)
– das muss gefeiert werden!

11.00 Uhr Familiengottesdienst in St. Marien
(Hans-Böckler-Platz 12)
12.00-17.00 Uhr Spiel & Spaß und Essen &
Trinken am und im ev. Gemeindezentrum Wenscht (Ziegeleistraße
19)

Es war wohl der
Kirchenchor von St. Marien, der vor vierzig Jahren als erster ein
ökumenisches Fest für Kinder anregte, um das damals neu entdeckte
Miteinander der beiden Kirchen im Wenscht zu stärken und voranzubringen.
Mit Erfolg: Im August 1971 fand das erste Kinderfest auf dem Schulhof
der Albert-Schweitzer-Schule statt – und seitdem alle Jahre wieder.
Zunächst traf man sich weiter auf „neutralem Boden“ – an der Albert-Schweitzer-
oder später der Waldschule. Inzwischen hat es sich aber längst bewährt,
das Fest nach einem Familiengottesdienst in St. Marien am und im
ev. Gemeindezentrum
Wenscht zu feiern. All die Jahre hindurch ist es für die Wenschtsiedlung
und darüber hinaus ein fester Termin im Jahreskalender geblieben,
auf den sich Kleine und Große gleichermaßen freuen. Das ist in erster
Linie dem engagierten Team zu verdanken, das jedes Fest ein halbes
Jahr lang sorgfältig vorbereitet, und dann natürlich allen, die
beim Fest selber tatkräftig mit anpacken. Manche Altgediente sind
von Anfang an dabei; andere, die bei den ersten Festen selber noch
Kinder waren, sind dazu gestoßen und haben dazu beigetragen, dass
das Kinderfest immer mit der Zeit Schritt halten konnte. Und der
schönste Nebeneffekt
des Ganzen: Unter dem Motto „Kinder helfen Kindern“ konnte jedes
Mal ein stattlicher Erlös erwirtschaftet werden, der Kindern in
Not zugute gekommen ist – hier in Siegen und über Projekte der beiden
Gemeinden auch in Tansania, in Peru und anderswo auf der Welt. Wir
sehen also: Ökumene funktioniert immer dann am besten, wenn wir
mal alle Differenzen in Glaubensfragen beiseite lassen und einfach
gemeinsam und konkret etwas für die Menschen tun. Schade, dass wir
darauf nicht schon ein paar hundert Jahre früher gekommen sind!

Das
40. Kinderfest am Sonntag, dem 20. Juni 2010, bietet neben dem Bekannten
und Bewährten einige besondere Attraktionen, zum Beispiel Ponyreiten,
einen Luftballonstart  und einen großen aufblasbaren Kletterturm.
Der „Wenschtbrunnen“ und andere Nostalgiespiele stehen unter dem
Motto „Kinderfest wie vor
vierzig Jahren“. Tanzgruppen der italienischen und polnischen Gemeinde
sowie der TG Friesen werden ihr Können zeigen. Auch der Kinderchor
der evangelischen Gemeinde ist mit von der Partie. Und zum krönenden
Abschluss bringt uns der Zauberer Helmut Stender mit seinen Tricks
zum Staunen. Zwischendurch gibt es natürlich wieder jede Menge Gutes
zu essen und zu trinken und noch manches mehr. Wer also meint, er
könne an diesem Tag etwas Besseres vorhaben, dem ist nicht zu helfen!

 

Eingeladen zum Leben

 

Eingeladen zum Leben

„Eingeladen
zum Leben“, unter diesem Motto fand im Wenscht der Ökumenische
Gottesdienst aus Anlass des Festes der Siedlergemeinschaft statt

.

Armut
und Not sehen, da sei immer schon die Aufgabe der Christen gewesen.
Im Gottesdienst sollte die Not bei uns im Mittelpunkt stehen, sagte
Pfarrer Karl-Hans Köhle von der katholischen Kirchengemeinde in
seinen Begrüßungsworten. Und Dr. Martin Klein, Pfarrer der evangelischen
Kirchengemeinde, hob in seiner Predigt rief dazu auf, mitzuhelfen,
soziale Misstände zu beseitigen und sich Zeit zu nehmen für die
Menschen hier bei uns. Der Blick in ferne Länder mit Armut dürfe
nicht die Augen davor verschließen,
dass auch hier viele Menschen arbeitslos oder in die Schuldenfalle
geraten sind. Der Vorbereitungskreis trug dann die Fürbitten vor,
in denen Gott die sozialen, seelischen und physischen Nöte der Menschen
von heute empfohlen wurden. Die ausgerufene Kollekte wird
in den kommenden Tagen der „Siegener Tafel“ überreicht. Musikalisch
wurde der Gottesdienst unter freiem Himmel auf dem Schulhof der
Albert-Schweitzer-Schule vom Bläserchor Setzen begleitet.


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Nacht der offenen Kirchen: Rückblick

 

Talkirche in Geisweid – zum
zweiten Mal „offen für BeGEISTerung“

Die
Bläser haben uns diesmal gefehlt – waren einfach zu viele verreist
über Pfingsten. Aber ansonsten war es wieder eine wunderbare Kirchennacht
am Pfingstsonntag in der Talkirche. Bei herrlichem Maiwetter gab
es zu Beginn Grillwurst und Salat im Freien, und auf diese Weise
gut gestärkt, hielt es mancher ohne Schwierigkeiten bis Mitternacht
aus.

Eine Fotorallye
ließ die beteiligten Kinder auch noch die hintersten Winkel der
Kirche durchstöbern und dabei manche Entdeckung machen. Jetzt wissen
sie, wo der „Tauftopf“ steht und wo die Glocken hängen.

Die meisten Besucher
lockten die „Highlights aus der Kibiwo“ an: Viele der jungen Mitarbeiter
der Kinderbibelwoche in den Osterferien hatten sich noch mal Zeit
für „Jetzt ist Zeit“ genommen und brachten ihre Begeisterung für
das pointierte Nachspielen von biblischen Geschichten gut und glaubwürdig
rüber.

Danach gab es
interessante Einblicke in die vielen Möglichkeiten, wie man bei
Kirchens aktiv sein kann. Befragt von Erika Heinbach und Matthias
Hess gaben Paul-Heinrich Groos (Bau-Team), Katrin Osterburg (Familienzentrum),
Burkhard Leidel („Grüner Hahn“), Gisela Hecken und Nina Rösler (Diakoniestation)
sowie Christoph Greis (Konfirmandenarbeit) Auskunft über ihr Tun
und über die Gründe, warum sie im Haupt- oder Ehrenamt kirchlich
engagiert sind. Möge ihr Beispiel ansteckend wirken!

Eine ganz besondere
Stimmung herrschte in der Kirche, als Andrea Stötzel und Stefanie
Hillmann sie mit Orgel-, Klavier- und Oboentönen füllten und das
Licht- und Tonteam um Klaus Mackenbach dazu wunderbare farbige Lichteffekte
an Wände und Gewölbe zauberte.

Und schließlich
bildete die Taizé-Andacht mit Abendmahl einen würdigen Abschluss
der Kirchennacht. Besucher aus anderen Gemeinden, die sich am späteren
Abend noch in der Talkirche einfanden, waren von der spürbaren geistlichen
Gemeinschaft bei dieser Andacht besonders angetan.

Also: Natürlich
begeistern sich viel mehr Menschen für „Kultur pur“ als für eine
offene Kirchennacht in der Talkirche. Aber BeGEISTerung mit Großbuchstaben,
davon war dort mehr zu finden. Wer dabei war, kann es bestätigen,
und wer nicht, muss nun halt wieder zwei Jahre warten, bis er es
überprüfen kann. Wir werden sicher wieder dabei sein!

Impressionen von der Kirchennacht


 

 
 
 
 

 
 

 

Einen Schritt näher zu den Menschen

 

Einen Schritt näher zu den
Menschen

EFL des Kirchenkreises Siegen
bietet Beratungsstunden
im Gemeindehaus an der Talkirche in Geisweid
an

Ein neues Beratungsangebot
hat sich seit kurzem im Gemeindehaus an  der Talkirche in Geisweid
etabliert. Zunächst jeweils am ersten Montag im Monat, 9 bis 11
Uhr, bietet die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle (EFL)
des Kirchenkreises Siegen in Zusammenarbeit mit dem Ev. Familienzentrum
Klafeld eine Familien-Lebensberatung und Erziehungsberatung an.
Annette Mehlmann, Leiterin der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle,
bietet gemeinsam mit ihrer Kollegin Heike Utsch die Beratung an.
„Wenn der Bedarf es erfordert“, so Annette Mehlmann, „können wir
das Angebot auf 14-tägig erhöhen. Wir sind in Geisweid nicht nur
für die Eltern der Kinder in den sechs Ev. Kindertageseinrichtungen
und den Mitarbeitenden da, sondern auch für Ratsuchende aus der
Region. Die EFL kommt mit diesem Angebot den Menschen in Geisweid
entgegen.“

Die Leiterin des
Ev. Familienzentrums Klafeld Katrin Osterburg freut sich, gemeinsam
mit der EFL, diese Beratung vorhalten zu können. Es ergänzt die
Kompetenz der sechs evangelischen Kindertageseinrichtungen, die
sich zum Familienzentrum zusammengeschlossen haben. Bei Elternabenden
und der  Begleitung der Mitarbeitenden in den Einrichtungen
besteht schon seit längerem eine enge Zusammenarbeit mit der EFL.

Fast zeitgleich
mit Beginn der Beratung können vom Familienzentrum der frisch renovierte
Veranstaltungsraum sowie das Büro in der ersten Etage im ehemaligen
Pfarrhaus und jetzigen Gemeindehaus bezogen werden. Hier finden
auch die EFL-Sprechstunden statt.

Die Beratung koordiniert das Familienzentrum.
Unter der Tel. 0271/31316976 oder  unter:
ev.familienzentrum@kirche-klafeld.de können sich Ratsuchende
anmelden.


Annette
Mehlmann und Katrin Osterburg sowie Kindergartenleiterin Ulrike
Blechert (von rechts) freuen sich über das neue Beratungsangebot
in Geisweid.
(Foto Karlfried Petri)

kp

 

Kirchenladengespräch

 

Jetzt Weichen für die Zukunft
stellen

Superintendentin Annette Kurschus
im Kirchenladengespräch

Seit zwei Jahren
hat der Kirchenladen „offenBar“ seinen Platz in der Siegener Oberstadt.
In dieser Zeit entwickelte er sich zu einer verlässlichen Schaltstelle
für das kirchliche Leben in der Region. Er versteht sich als Vermittlungsstelle
zu den einzelnen Diensten, die die Ev. Kirche im Siegerland vorhält
und ist ein niederschwelliges Angebot, das auf die lokalen kirchengemeindlichen
Angebote hinweist. Weit über 5000 Gäste konnten in den zurückliegenden
zwei Jahren gezählt und 86 Wiedereintritte in die Ev. Kirche verzeichnet
werden.

Jetzt konnte Pfarrer
Raimar Leng Superintendentin Annette Kurschus zu einer Gesprächsrunde
im Kirchenladen begrüßen. Was ich die Superintendentin schon immer
mal fragen wollte, lautete das Angebot an die Gäste. Auf die erste
Frage, vor welcher besonderen Herausforderung sie die Kirche heute
sehe, antwortete die leitende Theologin des Kirchenkreises Siegen,
sie sehe die Versuchung für Kirche, aus Angst vor Verlust von Mitgliedern
und Ansehen in der Gesellschaft ihr ureigenes Evangelium in seiner
Anstößigkeit nicht mehr deutlich genug zu artikulieren. Kurschus:
„Die Menschen fragen uns gerade in unserer Widerständigkeit an.
Kirche ist nicht da zur Bestandswahrung ihrer selbst, sondern sie
ist gesandt in die Welt, als Salz der Erde und Licht der Welt. Salz
gibt Geschmack und es kann in einer Wunde brennen; Licht gibt Orientierung
und macht manches Versteckte offenbar. Kirche darf  in der
Gesellschaft nicht immer nur auf Beifall aus sein.“
Schnell kam die
Sprache auf die finanzielle Situation der Kirche. Richtig rechnen
zu können ist zwar unabdingbar, aber im kirchlichen Leben, so Kurschus,
hat der Umgang mit Geld auch eine theologische Dimension: „Wir müssen
auch das nüchterne Wirtschaften geistlich verantworten.“ Geld ist
nach reformiertem Verständnis ein uns von Gott anvertrautes Gut,
dass zum Wohl des Menschen und damit zur Ehre Gottes zu verwalten
ist, wie alle anderen Güter der Erde auch


 Superintendentin
Annette Kurschus beantwortet Fragen im Kirchenladen in der Siegener
Oberstadt.
Pfr. Raimar Leng moderierte das Gespräch.
(Foto
Karlfried Petri)


Allerdings seien,
in den vergangenen Jahrzehnten des finanziellen „Wohlstands“ so
manche Arbeitsbereiche ins Leben gerufen und manche Gebäude errichtet
worden, deren Unterhaltung für die Zukunft nicht zu sichern sei.
„Wir sind in Zeiten deutlich geringer werdenden Finanzmittel angehalten,
sehr genau zu überlegen, wo wir unsere Prioritäten setzen, und viel
präziser zu definieren, was uns warum wichtig ist. Auch das ist
eine Herausforderung theologischer Art.“ Nach ihrer Einschätzung
sind die Presbyterien und Synoden aufgerufen, jetzt die Weichen
für die Zukunft zu stellen, auch wenn es sich dabei oft um unbequeme
und undankbare Entscheidungen handelt. Kurschus: „Dieser Prozess
wird mit Schmerzen verbunden sein. Menschen werden womöglich diesen
Weg nicht mitgehen. Wenn beispielsweise eine Kirchengemeinde ihre
Predigtstätten von fünf auf zwei reduziert, dann wird es Gemeindeglieder
geben, die die Gottesdienste und womöglich andere kirchliche Veranstaltungen
nicht mehr besuchen.“ Daher ist für sie eine vordringliche Frage,
wie bei immer größeren Einheiten die Nähe zu den Menschen nicht
verloren geht.

Deutlich wurde
im Zuge des Gesprächs, dass die Kirche auch denjenigen Menschen
wichtig ist, die kirchliche Angebote für sich selbst nicht nutzen.
Pfarrerinnen und Pfarrer, so die Erfahrungen der Superintendentin,
haben bei den Menschen einen großen Vertrauensvorschuss. Dessen
sollten sich die kirchlichen Mitarbeitenden bewusst sein. Damit
sei auf der anderen Seite ein hoher Anspruch verbunden. Die Menschen
erwarten von der Kirche und ihren Mitarbeitenden moralische Integrität
und eine Vorbildfunktion.

Um Menschen den
Zugang zu kirchlichen Angeboten zu erleichtern, werden zunehmend
sogenannte niederschwellige  Angebote, wie beispielsweise der
Kirchenladen „offenBar“, eingerichtet. Niederschwelligkeit in den
Angeboten habe nichts zu tun mit Banalität, Plattheit oder Inhaltslosigkeit,
so Kurschus. Hier kommt der Begriff „Qualität“ ins Spiel. „Das Evangelium
will nicht irgendwie, sondern angemessen und qualifiziert unter
die Leute.“ Auch Räume spielen dabei eine Rolle. Für die Theologin
bietet beispielsweise eine Kirche eine andere Gottesdienstatmosphäre
als ein Gemeindehaus. „Als ‚fremde‘ Räume, die sich von unseren
Wohnräumen unterscheiden, bieten Kirchen in besonderer Weise die
Möglichkeit, dem ‚Anderen‘ des christlichen Glaubens spürbar zu
begegnen.“ Ihr sei es daher wichtig, die schönen, großen Kirchen,
die auch optisch die Präsenz von Kirche in der Welt deutlich machen,
zu erhalten, obwohl das kostspielig ist.

Darauf angesprochen,
was sie sich für die nahe Zukunft der Kirche im Siegerland wünsche,
antwortete die Superintendentin: „Ich wünsche mir, als Kirche stärker
im gesellschaftspolitischen Geschehen Akzente zu setzen. Armut und
Bildung, Migration und Asyl sind aktuelle Themen, zu denen Kirche
biblisch begründet Wichtiges zu sagen hat, damit ein Zusammenleben
im Sinne des biblischen ‚schalom‘ gelingt.“

kp