Türkischer Kochnachmittag

 

Türkischer Kochnachmittag
ein voller Erfolg

Am 22.April hatte
die Ev. KiTa Hüttental im Rahmen des Familienzentrums zu einem „Türkischen
Kochnachmittag“ eingeladen. Ein sehr spannender und aufregender
Tag erwartete uns. Zuerst wurden alle ankommenden Mütter herzlich
begrüsst .

Für die ankommenden
Kinder wurde eine Kinderbetreuung in der KiTa angeboten.

Danach
ging es dann für die Mütter in den Gemeinderaum Gerberstrasse, der
sich direkt unter der Einrichtung befindet. Dort sollte nun gemeinsam
gekocht und im Anschluss im Saal die türkische Spezialität verzehrt
werden. Damit sich auch alle wohl fühlten, wurde der Saal festlich
geschmückt, und es standen Getränke wie Kaffee, Wasser und Tee für
die Kinder bereit.

In der Küche ging
es im wahrsten Sinne des Wortes „heiß“ her; dort wurde gemeinsam
mit den Müttern das sog. „Börek“, eine türkische Spezialität bestehend
aus einer Art Blätterteig gefüllt mit den unterschiedlichsten Dingen,
wie z.B. Schafskäse, Marmelade oder Nutella, hergestellt.

Nach Fertigstellung
des Gerichtes trafen sich dann alle, Mütter und Kinder gemeinsam
im Saal, um dort mit einem Begrüßungslied einmal auf deutsch und
dann auf türkisch, das gemeinsame essen zu starten, miteinander
zu reden und zu lachen.

Um das gemeinsame
Essen sinnvoll und harmonisch ausklingen zu lassen, haben wir alle
miteinander das Lied „Über mich“  gesungen, indem die Kinder
noch einen Tanz vorführten und die Eltern begeistert mitmachten.

Es war ein gelungener
Nachmittag voller Freude, Engagement und herzlichem Lachen.

Martina Diehl
Juliane Kretzer
– Hering

 

Bei Sonne kann ja jede…

 

Bei Sonne kann ja jede…

Wir, die wetterfesten
15 Radlerfrauen aus Klafeld und Umland, haben weder Regen noch 7
° Celsius gescheut, die Lahn von Marburg nach Limburg zu erradeln.
In täglicher Begleitung: Regenschutz in 15 Variationen, ein üppiges
tägliches Picknick und `ne Menge guter Laune — fürs Lachen hatten
wir immer Zeit! Die Elisabethkirche in Marburg, der Wetzlarer Dom,
der Schlossgarten von Weilburg und der Limburger Dom waren sehenswerte
Ziele; alle diese Orte faszinierten mit ihren verträumten und verwinkelten
Altstädten! Stephanie gab uns vorab Einblicke in das Leben der Elisabeth
von Thüringen und wir erfuhren einiges über die Geschichte des Wetzlarer
Doms. Die Stadt Wetzlar bleibt uns in guter Erinnerung, denn man
gewährte uns im Foyer des Rathauses „ Asyl“, damit wir ein warmes
und trockenes Picknickplätzchen hatten. Das ist länderübergreifende
Soforthilfe „Hessen hilft NRW“!!!

Für die Übernachtungen
mit Frühstück wurden Radler Hotels angefahren. Dort standen unsere
Räder sicher, und nicht nur wir, sondern auch unsere Regenkleidung
konnte „durchatmen“. In Weilburg hatten wir einen Gepäck-Shuttle-Service,
so dass wir unsere Räder nur noch die 11% Steigung zum Radhotel
schieben brauchten, aber wir wurden mit erfrischenden Getränken
belohnt. Das war eine sehr nette Geste!
Erika
sorgte beim Frühstück für ein gutes Wort auf dem Weg und fuhr als
Wegweiser voraus. Stephanie und Brigitte ließen ihre „ Herde“ nicht
aus den Augen und waren auch als Pannenhilfe sofort zur Stelle.
Die gesamte Strecke ließ sich gut fahren, auch Ungeübte konnten
mithalten (oder mitschieben?) Die schönste Strecke war zwischen
Weilburg und Limburg. Und tatsächlich kam doch die Sonne hervor
und mit ihr 15 T-Shirts. Wir besichtigten mittels einer kleinen
Führung den Limburger Dom .Im Anschluss ließen wir unsere Reise
in einem Eis-Cafe  ausklingen.

Von Limburg brachte
uns das Busunternehmen, welches uns auch bis Marburg gebracht hat,
wieder sicher nach Geisweid. Es waren drei schöne Tage-ein
herzliches Miteinander und eine tolle Hilfsbereitschaft untereinander.
Danke für alles und vielleicht auf ein Radler-Wiedersehen.

Die Lahn-Tour-Radlerinnen 6.
– 8.Mai 2010
Irene Ströhmann
(Fotos: Erika Heinbach)

 

Berichte von der Kreis-Synode

 

„Trotz alledem…“ beredt und
zukunftsweisend

Synodenbericht der Superintendentin
Annette Kurschus

Das Motto des
Kreiskirchentages 2009 „trotz alledem…“ griff Superintendentin Annette
Kurschus jetzt in ihrem Bericht vor der Synode des Kirchenkreises
Siegen in der CVJM-Jugendbildungsstätte auf. Dieses Motto bleibe
in seiner Kürze beredt und zukunftsweisend – weit über 2009 hinaus.
Glauben und Gemeinde sein und Kirche gestalten sei – auch hier im
Siegerland – immer ein „Trotz alledem“.

Kurschus: „Dieses
Motto weiß darum, dass unser Weg als Einzelne und als Kirche ein
Weg mit Widerständen und Hindernissen ist; ein Weg, auf dem wir
das Entscheidende nicht planen können und in der Hand haben: Unser
Leben nicht, unsere Zukunft nicht – und auch die Zukunft unseres
Kirchenkreises nicht.“

Die Superintendentin
betonte, dass der Kirchenkreis mehr sei als die Summe der Gemeinden
und Dienste. Er bilde eine Gemeinschaft eigener Art, die selbst
auf ihre Weise Kirche sei, in der Kirche gemeinsam gelebt, gestaltet
und verantwortet sein wolle, presbyterial aufgebaut und synodal
geleitet.


Superintendentin
Annette Kurschus zum Schluss ihres Berichtes vor der
Synode, das Motto des diesjährigen ökumenischen Kirchentages
in München („Damit ihr Hoffnung habt“) aufnehmend: „Ja,
Hoffnung haben wir. Trotz alledem. Für uns, für die
Kirche und für die Welt, in der wir leben. Gott sei
Dank.“

Eines
ihrer Schlaglichter aus dem Jahr 2009 warf sie auf die
Pfarrstellensituation. Der Rückbau von Pfarrstellen
habe vorerst rein rechnerisch abgeschlossen werden können.
Die Gemeindegliederzahlen, derzeit bei rd. 130.000 angekommen,
sinken jedoch weiterhin kontinuierlich. Es sterben mehr
Gemeindeglieder als Kinder und Erwachsene getauft werden.

In
den Gemeinden und Regionen müsse mit viel zeitlichem
und nervlichem Aufwand Neues angestoßen und auf den
Weg gebracht werden. Kurschus: „Viel Last liegt hier
auch auf den Schultern der Presbyterinnen und Presbyter
und der vielen anderen ehrenamtlichen Mitarbeitenden,
denen ich an dieser Stelle ausdrücklich für ihren Einsatz
danke.“

Vakanzzeiten nutzen

Durch die Vorruhestandsregelung
für Pfarrerinnen und Pfarrer und durch die Erhöhung der Kontingente
für den evangelischen Religionsunterricht, der von Pfarrerinnen
und Pfarrern erteilt werden kann, sei Bewegung in die Pfarrstellensituation
gekommen. Kurschus: „Neuerdings gibt es vakante Pfarrstellen in
unseren Gemeinden, die sich nur mit Mühe oder gar nicht wieder besetzen
lassen. Bewerbungen bleiben beinahe gänzlich aus.“ Dies, so die
leitende Kirchenkreistheologin, hänge auch damit zusammen, dass
viele funktionale Arbeitsbereiche dauerhaft von Pfarrerinnen und
Pfarrern im Entsendungsdienst versorgt werden, die sich nicht auf
freie Gemeindepfarrstellen bewerben.

Trotz der schwierigen
Vakanzsituationen, die Gemeinden an die Grenzen ihrer Belastbarkeit
bringen können, sieht die Superintendentin in solchen begrenzten
Zeiten eine Chance, diese Zeiten zu nutzen und Korrekturen in ihren
Ausrichtungen zu nutzen und sich auf die eigenen Kräfte und Stärken
zu besinnen. Die bisherigen Erfahrungen lehrten jedoch, dass betroffene
Gemeinden durch solche „Durststrecken“ im Nachhinein betrachtet
immer auch etwas gewonnen hätten.

Kirchenkreiskonzeption

Seit August 2009
arbeitet im Kirchenkreis Siegen eine vom Kreissynodalvorstand einberufene
Projektgruppe an einer Kirchenkreiskonzeption. Kurschus: „Wir haben
uns vorgenommen, den Prozess der Konzeptionsentwicklung als eine
Chance zu begreifen und zu nutzen, um unseren Kirchenkreis zunächst
in seinem Geworden-Sein und in seiner unverwechselhaften Besonderheit
mit ihren Stärken und Schwächen in den Blick zu nehmen, zu beschreiben
und zu verstehen. Daraus wollen wir Optionen für einen verantwortungsvollen
und profilierten Weg in die Zukunft entwickeln, auf dem wir unseren
biblischen Auftrag als Teil der Kirche Jesu Christi an unserem Ort
und unter den gegebenen äußeren Bedingungen wahrnehmen und gestalten.“
Dies brauche Zeit und dank des kompetenten externen Moderators Rainer
Cordes, der den Prozess unentgeltlich begleite, gelinge es nicht,
den schwierigen Fragen und Tabu-Themen des Kirchenkreises auszuweichen.
Dabei gehe es beispielsweise auch um die Frage: Wie ist eigentlich
nach reformiertem Kirchenverständnis eine angemessene Wahrnehmung
von kirchlichen Leitungsfunktionen möglich? Die Gemeindekonzeptionen
werden in dem Kirchenkreisprozess selbstverständlich mit berücksichtigt.
Zudem werde der Prozess zur gegebenen Zeit für eine breite Beteiligung
geöffnet.

Die Besetzung
der Stelle einer Theologischen Direktorin /eines Theologischen Direktors
in der Diakonie Südwestfalen habe im vergangenen Jahr viel Zeit
benötigt. Dadurch seien die von der Sondersynode im Herbst 2008
angeregten Schritte zur Weiterentwicklung der Diakonie-Strukturen
und zur verstärkten Arbeit am evangelischen Profil der Diakonie
vorrübergehend ins Stocken geraten. Inzwischen hat Pfarrerin Jutta
Ostermann aus der Hannoverschen Landeskirche ihren Dienst als Theologische
Direktorin angetreten. Mit ihr kann nun der begonnene Weg einer
konstruktiven Weiterentwicklung überschaubarer Strukturen und eines
diakonischen Profils konsequent wieder aufgenommen und zielgerichtet
fortgeführt werden. Annette Kurschus: „Alle gemeinsam bleiben wir
beharrlich auf der Spur eines verbesserten Miteinanders von Kirche
und Diakonie. Beide können und wollen nicht ohne einander sein.
Diese Erkenntnis bedeutet Verpflichtung und Anreiz zugleich, an
einem guten und vertrauensvollen gemeinsamen Weg unbeirrt weiter
zu bauen.“

Gesellschaftlich
engagiert

Als gesellschaftliche
Themen haben den Kirchenkreis im vergangenen Jahr das Problem der
Kinderarmut und die Frage nach dem verkaufsoffenen Sonntag beschäftigt.
In manchen kontroversen Debatten seien die kirchliche Position zum
Sonntagsschutz deutlich zur Sprache gebracht worden und habe nicht
unerhebliche Gehör in der Politik gefunden.

Superintendentin
Kurschus zur Kinderarmut: „Als Kirche, die bewusst und mit Überzeugung
Säuglinge und kleine Kinder tauft, können wir nicht hinnehmen, dass
Kinder zunehmend von Armut betroffen und damit schleichend von der
gleichberechtigten Teilhabe an wichtigen Prozessen des Lebens ausgeschlossen
sind. Mit unserem taufenden Handeln nehmen wir Verantwortung für
den weiteren Weg der getauften Kinder – nicht nur für ihren Weg
im Glauben.“

kp

 

Synode 19. Mai 2010 Bericht 2

EKiKS ist Normalität geworden
– U-3-Ausbau teuer –
Staat in Finanzierungsverantwortung nehmen

 

Vor fast einem
Jahr gaben die Kirchengemeinden Burbach, Buschhütten, Siegen-Christus,
Siegen-Erlöser, Müsen, Oberholzklau und Olpe ihre Trägerschaft von
15 evangelischen Kindertageseinrichtungen an den Kirchenkreis Siegen
ab. Auf Kirchenkreisebene war zuvor die neue Einrichtung „Evangelische
Kindertagesstätten im Kirchenkreis Siegen“ (EKiKS) gebildet worden.
Auf der Kreissynode gab Verwaltungsleiter Hartmut Menzel, der gleichzeitig
Geschäftsführer der neuen Einrichtung ist, einen ersten Erfahrungsbericht.

Menzel:
„Viel Positives zeichnet sich durch EKiKS ab. Pfarrerinnen
und Pfarrer sind von vielfältigen Verwaltungsaufgaben
entlastet. Vieles Grundsätzliches war zunächst abzustimmen,
zu beraten und zu entscheiden. Aber alles wurde engagiert
angegangen und inzwischen ist auch schon Alltag eingekehrt.“
Die Verantwortung der EKiKs-Kindergärten liegt in hohem
Maße bei den Leitungen vor Ort. Die Kindergärten sind
auch weiterhin Kindergärten der Kirchengemeinden, die
die religionspädagogische Arbeit gestalten und verantworten.


Verwaltungsleiter
Hartmut Menzel forderte zusätzliche staatliche Finanzmittel

für den U-3-Ausbau kirchlicher Kindertageseinrichtungen.

U-3 Ausbau kostenintensiv

Als schwierig
erweist sich der Ausbau der Einrichtungen für Kinder unter drei
Jahren. Der Bedarf ist groß. Viele junge Familien stehen vor der
Frage, wie die Betreuung der Kinder während der Berufstätigkeit
sichergestellt werden kann. Die Politik fördert den Ausbau und viele
Träger wollen sich auf den Ausbau ihrer Einrichtungen einlassen.
„Wer nimmt in den Blick, dass mit dem U-3-Ausbau die Trägeranteile
erheblich ansteigen werden? Nicht nur die einmaligen Ausbaukosten
sind zu finanzieren, sondern auch die laufenden Unterhaltungskosten
erhöhen sich“, so Menzel.

Problematisch
ist für ihn, dass mit der Solidarfinanzierung der kirchlichen Kinder-
und Jugendarbeit die Aufgabenverantwortung weiterhin bei den Trägern,
also den Kirchengemeinden liegt, während die Finanzverantwortung
der Kirchenkreis trägt. Diese Problematik so Menzel, müsse auf einer
der nächsten Synoden gelöst werden.

Die Kirche ist
für ihn ein verlässlicher Partner: „Wir halten an der Vereinbarung
über die freiwilligen Zuwendungen der Kommunen bis zum Ende der
Vertragslaufzeit fest.“ Wenn die Jugendhilfeträger jedoch zusätzliche
U-3-Plätze benötigten, stünden diese in einer besonderen Finanzverpflichtung
auch gegenüber kirchlichen Trägern, betonte der Verwaltungsleiter.
Für den zusätzlichen Ausbau von Kindergartenplätzen für unter dreijährige
Kinder forderte er eine 100%-ige Übernahme der Kosten. „Diese können
nicht aus dem 7%-igen kirchlichen Trägeranteil bestritten werden.“

Mit insgesamt
54 Kindertageseinrichtungen in Trägerschaft der Kirchengemeinden
und des Kirchenkreises ist der Kirchenkreis Siegen einer der großen
Träger innerhalb der westfälischen Landeskirche.

kp

 

Synode 19. Mai 2010  Bericht 3

Nicht nur im Kirchenkreis
und nicht nur bis 75 Jahre

Kontroverse Diskussionen um
geplante neue Regelung für die Laienprediger

Schon im Vorfeld
der Kreissynode Siegen zeichnete sich ab, dass die Beratung über
das geplante „Kirchengesetz über die Ordnung für die Wortverkündigung
und die Sakramentsverwaltung durch Prädikantinnen und Prädikanten“
kontrovers erfolgen würde. Hatten doch die Laienpredigerinnen und
Laienprediger schon in vorherigen Beratungen und durch eine eigene
Stellungnahme ihre Kritikpunkte aufgezeigt. Sie empfinden es als
eine Einschränkung ihres Dienstes, wenn sich der beispielsweise
nur noch auf die Gemeinden des Kirchenkreises erstrecken und höchstes
bis zum 75sten Lebensjahres ausgeübt werden darf.

Nach der Kirchenordnung
können Gemeindeglieder, die die Gabe der Wortverkündigung haben,
mit eben dieser und der Sakramentsverwaltung betraut werden. Das
die näheren Bestimmungen regelnde Kirchengesetz stammt aus dem Jahre
1969 und wird von vielen Seiten als überarbeitungsbedürftig bezeichnet.
In dem geplanten neuen Gesetz sollen auch die Wortverkündigung und
Sakramentsverwaltung durch andere Berufsgruppen wie die Religionslehrer
oder Jugendreferenten geregelt werden.

Pfr.
Dr. Detlef Metz erläuterte umfänglich die Beweggründe
für die Änderungen. Deutlich zu unterscheiden sei die
Beauftragung der Laienprediger von der Ordination der
Pfarrerinnen und Pfarrer, die für die ganze Kirche gilt
und auf Lebenszeit angelegt ist. Zudem umfasst sie das
Ganze des geistlichen Tuns von Predigt und Sakramentsverwaltung
über Unterricht, Bildungsarbeit, Seelsorge und Leitungstätigkeiten.
Dazu bedarf es eines soliden theologischen Fundamentes.
Metz: „Angesichts der Herausforderungen, vor denen die
Kirche in der Gegenwart steht – neuer offensiver Atheismus,
Patchwork-Religion, interreligiöser Dialog, bekenntnisfreudiger
Islam, religiöse Indifferenz – wird ein intensives Theologiestudium,
in dem auch die Gegenwartsfragen bedacht werden, immer
wichtiger.


Pfr.
Dr. Detlef Metz erläuterte kompetent die geplanten Änderungen.

 Die evangelische
Kirche ist oder besser: sollte sein, die Kirche des Wortes. Für
die zu Ordinierenden ist daher eine gründliche Beschäftigung mit
der Bibel, dem Alten und Neuen Testament einschließlich der Sprachen,
in denen diese verfasst sind, und ihrer Auslegungsgeschichte mitsamt
der sie umgebenden Geistesgeschichte sowie das Durchdenken systematisch-theologischer
Fragen unabdingbar. Das Wort Gottes liegt eben nicht einfach auf
der Straße, es ist ein teures, wertvolles Gut; es bedarf des mühevollen
Studiums in dieses Wort einzudringen, sich von ihm in Frage stellen
zu lassen, eine theologische Existenz zu entwickeln.“

Den Dienst der
Prädikantinnen und Prädikanten bezeichnete Metz als einen speziell
zugeschnittenen und ergänzenden, für den allerdings auch eine ordentliche
Berufung in der Gemeinde erfolgen müsse. Ein Dienst am Presbyterium
vorbei sei undenkbar.


Laienprediger
Klaus Vitt
aus Hilchenbach
erläuterte die Positionen
der
Laienprediger.

Für
die Laienprediger nahm Klaus Vitt das Wort. Seines Erachtens
sei das Gesetz von 1969 völlig ausreichend. Vitt: „Eine
Beschränkung auf Zeit und Ort muss nicht sein, es ist
eine unnötige Fessel. Die Altersfrage regele sich seines
Erachtens von selbst. Den Laienpredigern sei bewusst,
dass sie keine Pfarrer seien. Vitt: „Wir drängen uns
nicht auf. Wir helfen gerne aus, wenn wir gerufen werden.“

Oberkirchenrat
Dr. Ulrich Möller zollte den Laienpredigerinnen und
Laienpredigern für ihre Arbeit hohen Respekt. Dies sei
ein lebendiger Dienst innerhalb des Kirchenkreises Siegen.
Er machte deutlich, dass die Berufung aus der Gemeinde
und in der Gemeinde erfolgen müsse, dann sei alles stimmig.
Der inneren Berufung müsse die äußere Berufung folgen.

In
der Kreissynode Siegen fand das neue Prädikantengesetz
keine Mehrheit. Dennoch wollte die Synode es nicht bei
einer einfachen Ablehnung belassen.

Entsprechend
dem Antrag der Kirchengemeinde Rödgen sprach sich die
Synode mit knapper Mehrheit dafür aus, den Dienst der
Laienprediger auch künftig nicht auf den Kirchenkreis
zu beschränken und auch eine Altersbeschränkung auf
75 Jahre nicht einzuführen. Ebenfalls soll bei einem
Gemeindewechsel keine neue Beauftragung erforderlich
werden. Zudem machte sich die Synode den Antrag der
Kirchengemeinde Klafeld zu Eigen, die Mitwirkung der
Prädikanten, zumindest aber der Gruppe der Jugendreferenten
zu ermöglichen und zu regeln.

kp

 

Synode 19. Mai 2010  Bericht 4

Unter der Hermeneutik des
Verdachtes

Kreissynode Siegen lehnte
Vorschläge Kirchengesetzänderungen ab

Das ging den Synodalen
im Kirchenkreis Siegen denn doch zu weit. Sie machten sich die Stellungnahme
des Theologischen Ausschusses zu Eigen, lehnten vier Kirchenordnungsänderungsvorschläge
ab und beantragten, dass die Landessynode die Gesetzesvorlagen überarbeiten
solle. Dabei müsste die Bedeutung der gewachsenen Strukturen überschaubarer
Ortsgemeinden und Kirchenkreise berücksichtigt werden. Von einer
Kompetenzverschiebung zu Lasten der Kirchengemeinden sei abzusehen.

Worum ging es?
Es ging der Landeskirche um die Möglichkeit eingreifen zu können
bei Pflichtverletzungen des Kreissynodalvorstandes. Es ging um das
Recht der Ersatzvornahme durch die Landeskirche zu Lasten des Kirchenkreises
und es ging vor allem um die Regelung der Leistungsfähigkeit der
Kirchenkreise und Kirchengemeinden.

Dr. Detlef Metz
brachte die Änderungsvorschläge der Landeskirche in die Synode ein
und wies auf potentielle Schwachstellen des beabsichtigten Regelwerks
hin.

Ziel der Änderung
der Kirchenordnung ist es, folgende kirchlichen Handlungsfelder
sowohl auf der Ebene der Landeskirche, der Kirchenkreise sowie der
Gemeinden verlässlich auszubilden: 1) Gottesdienst, Kirchenmusik
und Kultur, 2) Seelsorge und Beratung, 3) Diakonie und gesellschaftliche
Verantwortung, 4) Mission und Ökumene, 5) Bildung und Erziehung
und 6) Leitung und Verwaltung inklusive Öffentlichkeitsarbeit. Die
Landeskirche hat die Sorge, dass sich diese Ziele in der Fläche
angesichts der zurückgehenden Kirchenmitglieder und schwindenden
Kirchensteuermittel nicht erreichen lassen. Metz: „Die hier zum
Ausdruck kommende Sorge der Landeskirche mit ihrer besonderen Perspektive,
dem Blick für das Ganze, ist ganz und gar nicht unberechtigt, in
einer Zeit, die uns vermutlich noch einige Verteilungskämpfe bringen
wird, zwischen den Kirchengemeinden, zwischen den Kirchengemeinden
und dem Kirchenkreis und dessen Einrichtungen, Referaten und Diensten,
die von der Kreissynode errichtet wurden und die die Gemeinden nicht
unwesentlich in ihrer Arbeit entlastet haben und noch entlasten.“
Einher geht damit die Sorge um den Erhalt der Solidargemeinschaft.

Die geplanten
Änderungen, so Metz, erweitern die Interventionsmöglichkeiten der
Landeskirchenebene deutlich. Ihr Ziel sei die Schaffung und Erhaltung
starker, handlungsfähiger Kirchengemeinden und Kirchenkreise. „Insofern
sollte man die angestrebten  KO-Änderungen nicht mit der weithin
üblich gewordenen Hermeneutik des Verdachtes lesen, nach der das,
was „die da oben“ wollen, nichts Gutes sein kann.“

In der Geschichte
der Kirchenverfassung, so der Kirchenhistoriker Metz, sei mit der
presbyterial-synodalen Ordnung stets die Zielsetzung verbunden gewesen,
die jeweils untere Ebene zu stärken, dass sie ihren Auftrag erfüllen
könne.

Er sieht jedoch
die beabsichtigten Eingriffsmöglichkeiten der Landeskirche als zu
stark in die Selbstverwaltung der Kirchengemeinden und Kirchenkreise
eingreifend. Weitere Möglichkeiten der Selbstregulierung, wie beispielsweise
eine Art „konstruktives Misstrauensvotum“, das eine Kreissynode
gegenüber einem Kreissynodalvorstand aussprechen könnte, stärkten
die Kirchenkreise die Handlungsfähigkeit selbst wieder herzustellen.

Der
Theologische Ausschuss hatte in vier Sitzungen die Änderungsvorschläge
der Kirchenordnung kontrovers beraten, sie aber letztlich
allesamt abgelehnt. Pfr. Rolf Fersterra, Vorsitzender
des Theologischen Ausschusses, erläuterte die Beratungsergebnisse.
Fersterra: „Lenkung und Leitung werden immer mehr von
der Gemeinde weg nach oben verlagert.“ Er plädierte
für eine Kirchenpolitik, die die Stärke und Mündigkeit
der Kirchengemeinde mit allen Kräften fördert.


Pfr.
Rolf Fersterra erläuterte die Standpunkte des Theologischen
Ausschusses.

Oberkirchenrat
Dr. Ulrich Möller versuchte die Befürchtungen der Synodalen zu zerstreuen.
Es sei seitens der Landeskirche nicht daran gedacht, von oben nach
unten durchzuregieren. Die Auftragserfüllung durchzuhalten werde
schwieriger. Die Kirchenkreise sollten befähigt werden, ihrem Auftrag
entsprechen zu können.

kp

(Fotos Karlfried Petri)

 

Predigtext zu Christi Himmelfahrt

GOTTESDIENST FÜR CHRISTI HIMMELFAHRT

Klafelder Markt, 13.5. 2010
Pfr. Dr. Martin Klein
Text:
Apg 1,3-12

Nach seinem
Leiden zeigte sich Jesus den Aposteln durch viele Beweise als der
Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und
redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er mit ihnen zusammen
aß, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten
auf die Verheißung des Vaters, „die ihr“, so sprach er, „von mir
gehört habt; denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt
mit dem heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.“

Die nun zusammengekommen
waren, fragten ihn und sprachen: „Herr, wirst du in dieser Zeit
wieder aufrichten das Reich für Israel?“ Er sprach aber zu ihnen:
„Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater
in seiner Macht bestimmt hat; aber ihr werdet die Kraft des heiligen
Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und ihr werdet meine
Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis
an das Ende der Erde.“ Und als er das gesagt hatte, sahen sie, wie
er aufgehoben wurde, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen
weg.

Und als sie
ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen
zwei Männer in weißen Gewändern. Die sagten: „Ihr Männer von Galiläa,
was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch
weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr
ihn habt gen Himmel fahren sehen.“ Da kehrten sie nach Jerusalem
zurück vom Ölberg, der nahe bei Jerusalem liegt.

An einem Satz
bin ich hängen geblieben, als ich mich mit diesem Abschnitt aus
der Apostelgeschichte beschäftigt habe. Er steht ziemlich am Ende
des Textes. Da werden die Apostel von zwei Männern in weißen Gewändern
gefragt: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum
Himmel?“

Nein, hab ich
mir gedacht, als ich das gelesen habe, eines kann man uns Christen
heute in Deutschland, in Siegen, in Geisweid bestimmt nicht nachsagen:
dass wir dastehen und in den Himmel starren – nicht einmal dann,
wenn wir freien Blick auf den Himmel haben wie heute hier auf dem
Klafelder Markt. Der Vorwurf, dass wir wie so ein geistlicher Hans-guck-in-die-Luft
durch die Gegend laufen, der würde uns nicht treffen. Wir schauen
vielleicht mit verklärtem Blick in die Vergangenheit, als das Abendland
noch christlich war (jedenfalls dem Anschein nach) und die Menschen
noch besser zusammenhielten. Wir richten unser Augenmerk auf unseren
Alltag: auf die tägliche Routine im Haushalt, am Arbeitsplatz, in
unseren Gemeinden. Wir blicken sorgenvoll auf die roten Zahlen in
den öffentlichen Haushalten – nicht nur in Griechenland –, auf den
wachsenden Egoismus und das schwindende Verantwortungsbewusstsein
vieler Menscheln. Und wir sehen zu, wie wir uns da selbst möglichst
unbeschadet durchschlagen. Aber wir lassen uns bestimmt nicht dabei
erwischen, dass wir sehnsüchtige Blicke gen Himmel werfen wie die
Apostel damals. „Jesus, geh nicht weg“, sagen diese Blicke. „Wie
sollen wir denn ohne dich zurecht kommen? Komm doch wieder, wir
brauchen dich!“ Ähnliche Worte sprechen wir zwar auch noch. Wir
beten „Dein Reich komme“ und „Dein Wille geschehe wie im Himmel,
so auf Erden“. Aber wenn wir das tun, klingt nur selten echte Sehnsucht
mit. Als evangelischer Christ deutscher Zunge bleibt man eben auch
in Glaubensdingen lieber nüchtern und realistisch – erst recht,
wenn man auch noch aus dem Siegerland kommt. Und deshalb rechnen
wir im Grunde unseres Herzens eher nicht damit, dass der Himmel
eingreift und uns von allen Sorgen befreit. Wenn wir uns dieser
Einbildung hingeben würden, so denken wir, dann würde uns das nur
davon abhalten, entschieden zu handeln und unsere Probleme tatkräftig
anzupacken.

Nein, zum Himmel
schauen wir nicht. Insofern befolgen wir die Weisung der beiden
Männer in den weißen Gewändern. Aber wenn wir das so tun, wie ich
es eben beschrieben habe, dann haben wir vergessen, warum wir nicht
zum Himmel zu schauen brauchen. Das steht in V.8 des Predigttextes.
Zweierlei gibt Jesus seinen Aposteln dort mit für die Zeit, wenn
er nicht mehr bei ihnen ist: „Ihr werdet die Kraft des heiligen
Geistes empfangen, der auf euch kommen wird – das ist das eine.
Und „ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa
und Samarien und bis an das Ende der Erde“ – das ist das andere.

Zunächst das erste:
„Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen“. Kein Befehl
ist das, kein Auftrag, sondern eine Verheißung. Lukas erzählt im
nächsten Kapitel seiner Apostelgeschichte, wie diese Verheißung
in Erfüllung geht. Da weht der Geist Gottes wie eine frische Brise
durch die Reihen der Apostel und begeistert sie für die Sache des
auferstandenen Christus. Und diese Begeisterung fließt über: Sie
müssen reden von dem, was sie erfüllt. Alle können sie verstehen,
jeder in seiner Sprache. Und viele lassen sich anstecken von Gottes
Geist, von dem Vertrauen darauf, dass in Christus Heil und Leben
zu finden ist.

Warum ist davon
bei uns Allianz-Christen hier und heute so wenig zu spüren? Warum
weht der heilige Geist so kräftig in Brasilien oder in Südkorea,
während er bei uns höchstens ein laues Lüftchen ist? Warum findet
spürbare Begeisterung bei uns vielleicht bei der Fußball-WM statt
oder bei Popkonzerten, aber nicht im Gottesdienst? Sicher, Gottes
Geist weht, wo er will, und wir können ihn nicht herbeizwingen,
erst recht nicht durch künstliche Stimmungsmache und aufgesetzte
Fröhlichkeit. Aber die Verheißung Jesu gilt doch auch uns. Warum
geschieht dann so wenig?

Verhindern können
wir das Wirken des heiligen Geistes nicht, denn es ist ja das Wirken
Gottes. Aber Paulus sagt einmal, dass man den Geist „dämpfen“ kann.
Ich glaube, genau das ist unser Problem. So wie wir unsere Wohnungen
gegen Schall und Kälte isolieren, so isolieren wir oft, wenn auch
ungewollt, unser Christsein gegen den Geist Gottes. Gottlob schaffen
wir das nie vollständig. Sonst gäbe es uns schon nicht mehr. Trotzdem
haben wir es auf diesem Gebiet zu einiger Perfektion gebracht. Wenn
zum Beispiel irgendeine Veränderung ansteht, die neue Bewegung in
unser festgefahrenes Glaubens- und Gemeindeleben bringen könnte,
dann sagen wir erst einmal: „Das haben wir doch noch nie gemacht!“
Dann tragen wir alles zusammen, was dagegen spricht, einschließlich
passender oder passend gemachter Bibelstellen, und anschließend
machen wir weiter wie bisher, solange es irgend geht. Wenn’s dann
wirklich nicht mehr geht, ist die Chance des Neuen meist verpasst.

Eine erfolgreiche
Isolierung gegen den heiligen Geist erreichen wir auch durch die
Einrichtung möglichst vieler Gremien – nach dem Motto: „Wenn ich
nicht mehr weiter weiß, dann gründ ich einen Arbeitskreis.“ Oder
einen Ausschuss. Oder eine Interessengemeinschaft. Oder ein Gesprächsforum.
Und so weiter und so fort. Da wird dann jeder gute Neuansatz so
lange hin- und hergewälzt und zerredet und auf geduldiges Papier
geschrieben, bis nichts mehr von ihm übrig bleibt. Und die Beteiligten
haben sich dabei so zerstritten, dass in Zukunft keiner mehr dem
anderen über den Weg traut und alle sich gegenseitig nur noch im
Weg stehen. So läuft es jedenfalls oft bei Kirchens. In freien Werken
und Gemeinden ist das wahrscheinlich alles ganz anders – oder doch
nicht? Na, dann willkommen im Club der Leidensgenossen! Kein Wunder,
dass da keine Begeisterung aufkommen kann.

Können wir dagegen
etwas tun?  Ich denke ja. Wir könnten zum Beispiel damit anfangen,
dass wir bei viel versprechenden Neuanfängen die Bedenken klein
und die Chancen groß schreiben und mit Mut und Gottvertrauen neue
Aufbrüche wagen. Und wenn wir selber am Alten hängen und damit zufrieden
sind, dann sollten wir wenigstens andere nicht hindern, neue Wege
zu beschreiten. Und bei unseren vielen Diskussionen sollten wir
die Sache Jesu Christi in den Mittelpunkt stellen und nicht unsere
Eigeninteressen und unser gegenseitiges Misstrauen. Und vor allem
sollten wir nicht beides miteinander verwechseln. Könnte ja sein,
dass wir dann schneller fertig sind und dass mehr dabei herauskommt.
Das alles sind nur Ansätze zum Umdenken. Aber dazu müsste das, was
an heiligem Geist zu uns durchdringt, eigentlich genügend Antriebskraft
liefern. Gott gebe, dass wir uns darauf einlassen.

Wenn das geschieht,
wenn wir uns der Kraft des heiligen Geistes nicht entgegenstemmen,
sondern uns von ihr tragen lassen, dann wird auch das zweite wahr,
was Jesus sagt: „Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in
ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“ Auch das
ist kein „Missionsbefehl“, sondern eine Verheißung. Die Apostelgeschichte
erzählt, wie sie Stück für Stück in Erfüllung geht, wie die Apostel
die Botschaft von Jesus Christus zuerst nach Jerusalem, dann nach
ganz Palästina und schließlich in alle Welt bringen. Aber die Geschichte
geht noch weiter. In der Bibel endet sie damit, dass Paulus nach
Rom kommt. Aber Rom ist ja nicht das Ende der Erde. Heute wissen
wir, dass die Erde eine Kugel ist. Also hat sie im Prinzip unendlich
viele Enden. Und an einem Ende leben wir: jeder von uns als einzelner
Christenmensch und wir zusammen als Gemeinde und als Evangelische
Allianz. Dass wir an unserem Ende der Erde seine Zeugen sein werden,
heute ganz konkret hier auf dem Klafelder Markt, das ist die Verheißung
Jesu an uns. Und wenn wir der Kraft des heiligen Geistes vertrauen,
dann wird sie sich auch durch uns erfüllen. Dann werden auch die
Menschen hier in Geisweid und Umgebung merken, dass es dort Christen
gibt, die begeistert sind von dem, was sie glauben, und die dabei
doch eine Sprache sprechen, die sie verstehen. Und sie werden sich
anstecken lassen von unserer Begeisterung. Ist das zuviel versprochen?
Ich denke, wir sollten es mal darauf ankommen lassen.

Jetzt ist aus
meiner Himmelfahrtspredigt unversehens eine Pfingstpredigt geworden.
Aber das schadet nichts. Denn Christi Himmelfahrt heißt ja eben
nicht, dass Jesus Christus nun weit weg ist – egal, ob wir das eher
beruhigend oder eher traurig fänden. Sondern es heißt, dass er durch
den heiligen Geist auf neue Weise zu uns kommt – so, wie ich es
eben zu beschreiben versucht habe. Ein Kanon in unserem Gesangbuch
beschreibt es etwas kürzer: „Der Himmel geht über allen auf, auf
alle über, über allen auf.“ Dass wir das nicht nur singen, sondern
dass es auch geschieht, das gebe Gott.

Amen.