Leider: Keine Presbyteriumswahl in Klafeld

 

Leider:  Keine Presbyteriumswahl
in Klafeld

Ein Presbyterium
vertritt die Gemeinde im rechtlichen Sinne, trägt Verantwortung
für den Haushalt und als Arbeitgeber und ist verantwortlich für
die Gestaltung des Gemeindelebens. Das Presbyterium bestimmt den
Kurs der evangelischen Kirche vor Ort, setzt Schwerpunkte und trifft
in bewegten Zeiten weitreichende Entscheidungen. Deshalb sind Presbyteriumswahlen
sehr wichtig. Darauf wurde in „Gemeinde jetzt“ schon mehrfach
hingewiesen. Der noch bis Anfang März amtierende Präses Alfred Buß
formulierte das so: „Presbyteriumswahlen sind ein evangelisches
Markenzeichen. Unsere Evangelische Kirche von Westfalen wird von
Presbyterien und Synoden geleitet und nicht von Pfarrern und Bischöfen.“

Leider wird am
5. Februar in unserer Kirchengemeinde keine Wahl stattfinden. Wir
konnten nicht genug Personen finden, die das Ehrenamt in den nächsten
vier Jahren ausüben wollen. Daher gilt in Klafeld folgendes: Da
bis 23. Dezember keine Einsprüche eingegangen sind, gelten alle
im November vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten als gewählt.
Unser neues Leitungsgremium wird demnach 14 Presbyterinnen und Presbyter
zählen sowie Pfarrerin Almuth Schwichow (in Klafeld seit 1993) und
ihre beiden Amtsbrüder Dr. Martin Klein (2007) und Frank Boes (2008).
Vier Presbyter/innen-Stellen bleiben (vorerst) vakant, spätere Berufungen
sind aber möglich.

Zehn Mitglieder
des alten Presbyteriums haben sich bereit erklärt, auch in der Amtsperiode
2012 – 2016 mitzuwirken: Katrin Breitweiser (dabei seit 2008), Paul-Heinrich
Groos (1984), Hartmut Heinbach (1994), Lukas Hermeling (2008), Rosel
Joppich (1994), Georg Klanke (2011), Ute Kwarteng (2004), Volker
Mackenbach (2008), Peter-Christian Rose (1988) und Martin Wüst (2011).
Da sie Ihnen, liebe Gemeindeglieder, inzwischen bekannt sein dürften,
soll hier auf eine erneute Vorstellung verzichtet werden; außerdem
sind ja ihre Fotos und ihre bisherigen Tätigkeitsbereiche auf unserer
Homepage nachzuschlagen.

Ausführlich vorstellen
möchten sich aber unsere vier „Neuen“:
Wolfgang Birkefeld,
Armin Gotthardt, Karsten Krupp und Katja Mohn:

Wolfgang Birkefeld
Im
März 1960 kam ich im niedersächsischen Hildesheim zur Welt. Verheiratet
bin ich mit Ursula Rompel-Birkefeld. Wir wohnen seit 1990 in Geisweid,
und zwar im Triftweg 15. Wir haben drei erwachsene Kinder und ein
Enkelkind. Von Beruf bin ich Bauingenieur, beschäftigt bin ich beim
Entsorgungsbetrieb der Stadt Siegen (ESi) im Bereich Grundstücksentwässerung
und Kanalplanung. Seit über zehn Jahren singe ich im Chor Wegweiser.
Außerdem bin ich seit Sommer 2010 im Umweltteam „Grüner Hahn“
unserer Kirchengemeinde aktiv; dort habe ich mitgeholfen, dass das
Umweltmanagement im November 2011 erfolgreich zertifiziert worden
ist. Naturgemäß liegen mir die baulichen Aktivitäten der Kirchengemeinde
besonders am Herzen. Dabei halte ich es mit einem Vers aus Psalm
127: „Wo der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst,
die daran bauen.“

Armin Gotthardt
Das
Licht der Welt erblickte ich im Dezember 1965 in Siegen. Im März
1986 heiratete ich meine Frau Birgit. Zusammen haben wir vier Kinder,
und zwar Saskia (15), Sarah (13), Selina (11) und Lukas (10). Wir
wohnen seit über einem Jahrzehnt in Geisweid in der Birlenbacher
Straße 61 a. Von Beruf bin ich Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister.
Engagiert bin ich auch in der Grundschule Hüttental als Schulpflegschaftsvorsitzender,
in der Realschule „Am Schießberg“ nehme ich das Stellvertreteramt
wahr. Aus der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in der Siegener
Weststraße kommend, bin ich nun Mitglied der Ev.-Ref. Kirchengemeinde
Klafeld. Hier fühle mich wie zu Hause! Seit Anfang an arbeite ich
beim „Grünen Hahn“ mit, seit einem Jahr auch in der Teeny-Kirche
im Wenscht. Ich wünsche mir mehr Toleranz der jüngeren Generation
gegenüber der älteren, aber auch umgekehrt.

Karsten Krupp
Geboren
wurde ich 1963 in Siegen. In jungen Jahren besuchte ich den Kindergottesdienst,
dann die Jungenjungschar und die Jugendgruppe; hier lernte ich Hartmut
Heinbach kennen. Anschließend war ich für 3-4 Jahre bei den „Jungen
Erwachsenen“ im Blauen Kreuz. Das Chorsingen hat mir schon
immer Freude bereitet, zunächst im Kirchenchor, dann im Chor Wegweiser,
später auch im Jugendchor am Friedrich-Flender-Platz. Nach der Hochzeit
wohnte ich mit meiner Frau Christina zehn Jahre lang in Weidenau.
Ende 1998 erfolgte der Umzug nach Birlenbach in den Brunnenweg 25.
Von Beruf bin ich Bauleiter. Zu unserer Familie gehören auch unsere
beiden Söhne Marius und Jonas. Seit ca. 20 Jahren singe ich jetzt
schon im Gemischten Chor Birlenbach. Im Bauteam arbeite ich bereits
seit 2005 mit. Im März 2009 berief mich das Presbyterium in den
Finanz-, Personal- und Bauausschuss.

Katja Mohn
Im
August 1970 kam ich in Hachenburg zur Welt. Inzwischen wohne ich
seit 23 Jahren in Siegen, zuerst in Bürbach, seit 1998 im Wenscht
im Dachsweg 4. Seit 1990 bin ich mit Thomas-Michael Mohn – er ist
Berufsschullehrer – verheiratet. Unsere beiden Töchter Laura (17)
und Imke (13) arbeiten schon aktiv in unserer Kirchengemeinde mit,
und zwar im Kindergottesdienst, bei der KiBiWo und bei den Kindertagen.
Nach Studium und Chemiediplom und nach vergeblicher Stellensuche
hier im Siegerland habe ich zuerst als Quereinsteigerin auf Lehramt
umgesattelt und dann innerhalb von 3 Jahren berufsbegleitend mein
2. Staatsexamen in Chemie und Physik abgelegt. Seitdem arbeite ich
gerne und mit Leib und Seele als Lehrerin an einer Hauptschule.
In der Gemeinde engagiere ich mich in der Jugend- und Konfirmandenarbeit,
beim Kinderfest, in der Gruppe FRECH und bei den Sternsingern.

Es ist toll, dass
Katja Mohn, Karsten Krupp, Armin Gotthardt und Wolfgang Birkefeld
in unserem Presbyterium mitarbeiten wollen. Sie haben sich entschieden,
Verantwortung zu übernehmen; sie haben sich zur Verfügung gestellt
und wollen ihre Gaben, Fähigkeiten und Kompetenzen zur Leitung unserer
Gemeinde einsetzen. Wir wünschen ihnen – wie auch den 10 Mitgliedern
des alten Presbyteriums – für Ihren Dienst in den nächsten vier
Jahren viel Kraft, Durchhaltevermögen, offene Ohren, gute Ideen,
vor allem aber Gottes Segen und sein gutes Geleit! – Der feierliche
Einführungsgottesdienst findet am 11. März in der Talkirche statt.

Peter – Christian Rose

 

Verabschiedung aus dem Presbyterium

 

Verabschiedung aus dem Presbyterium

„Geschätzt habe ich vor
allem das gute Miteinander.“

„Die einen
kommen, die anderen gehen.“ So kann man das beschreiben, was
im Gottesdienst am 11. März in der Talkirche geschehen wird. Hier
die Einführung von vier neuen Presbyteriumsmitgliedern, da die Verabschiedung
von drei Presbyterinnen und drei Presbytern, die sich viele Jahre
für unsere Kirchengemeinde engagiert haben, ehrenamtlich – wohl
bemerkt, die Kraft und Zeit geopfert haben, die dabei waren, als
Klafeld schwere und äußerst stürmische Zeiten zu bestehen hatte.
Viele Leute reduzieren die Tätigkeit von Presbyterinnen und Presbytern
gern auf die Teilnahme an Gottesdiensten, auf das Zählen der Kollekte
und auf das Diskutieren und Abstimmen bei Sitzungen. Dem ist aber
nicht so! Wer ein Mitglied des Presbyteriums näher kennt, wird das
sicherlich bestätigen können.

Verabschiedet
werden Winfried Krahl, Marga Kölsch, Erika Nöll, Heidi Soose, Sven
Irle und Rolf Langenbach, teils aus beruflichen, privaten oder gesundheitlichen
Gründen, teils aus Altersgründen.     

Rolf Langenbach
kann auf eine Amtszeit von 16 Jahren zurückblicken. Zuletzt engagierte
er sich im Ausschuss für Tageseinrichtungen für Kinder. Einige Zeit
leitete er dieses Gremium auch. Diesbezüglich erinnert er sich noch
genau an die Umsetzung des neuen  Kinderbildungsgesetzes in
den Jahren 2007 und 2008 und an die intensiven Planungen für unser
jetziges Familienzentrum. Rolf Langenbach war zudem über 30 Jahre
im Kindergottesdienst in Setzen tätig, im dortigen Posaunenchor
bläst er gar seit 45 Jahren. „Und das soll auch noch eine Weile
so bleiben!“ Einig ist er sich mit Sven Irle, dass die Kirchengemeinde
Klafeld im letzten Jahrzehnt eine ihrer schwierigsten Zeiten durchlebt
hat.

Sven Irle gehörte
unserem Presbyterium seit 2000 an. Anfangs war er Mitglied im Bauausschuss
und im Öffentlichkeitsausschuss, dann nur noch Mitarbeiter im zweiten
Gremium; hier kümmerte er sich in erster Linie um die Werbung in
„Gemeinde jetzt“. Häufig verrichtete er auch den Küsterdienst
in der Birlenbacher Kirche. Im Posaunenchor „CVJM Klafeld“
kann er inzwischen auf eine 21-jährige Mitgliedschaft zurückschauen.
„Ich war gerne dabei und habe meinen Dienst immer freudig verrichtet.“
Heidi Soose kam im Jahr 2004 in unser Presbyterium. Sie engagierte
sich vor allem im Diakonieausschuss und im Partnerschaftsausschuss,
der sich u. a. um die Beziehungen zu unserer Partnergemeinde Bagamoyo
in Tansania kümmert. „Mir hat das Mittun gefallen, und ich
möchte all die Erfahrungen nicht missen!“

 Erika Nöll
aus Birlenbach war auch acht Jahre lang Presbyterin im Leitungsgremium
unserer Kirchengemeinde. Sie brachte sich zunächst im Theologischen
Ausschuss ein, danach im Diakonieausschuss. Außerdem war sie Mitglied
der Kreissynode. Erika Nöll zeichnete in den letzten Jahren auch
für das Kirchcafé nach den Gottesdiensten in der Talkirche verantwortlich.
„Schwer gefallen ist mir die Zustimmung zum Schließen der drei
Kirchen und des Lutherhauses.“ Aber dann fügt sie hinzu: „Insgesamt
habe ich sehr gerne im Presbyterium mitgearbeitet. Wenn ich noch
ein paar Jahre jünger wäre, hätte ich noch eine Amtszeit drangehängt.“
Sie möchte als sachkundiges Gemeindeglied im Diakonieausschuss verbleiben,
auch hin und wieder eine Lesung in einem der Gottesdienste übernehmen
und sich weiterhin um das gemeinsame Kaffeetrinken kümmern. Unserer
Kirchengemeinde wünscht sie auch zukünftig Gottes Segen. „Schön
wäre es nur, wenn noch mehr Leute in die Gottesdienste kämen, ich
denke da auch an die Mitglieder der vielen Kreise, Gruppen und Chöre!“

Mit Erika Nöll
begann auch Marga Kölsch ihren Dienst. Sie engagierte sich im Diakonieausschuss
und wurde Diakoniepresbyterin. Außerdem war sie Mitglied im Ausschuss
zur Bewahrung der Schöpfung. Und sie koordinierte viele Jahre lang
die Arbeit im „Café im Pfarrhaus“, das zweimal im Monat
sonntags ab 15 Uhr für Besucher geöffnet ist und über das eine kleine
Erfolgsgeschichte geschrieben werden könnte. Zu erwähnen ist auch
folgendes: Marga Kölsch geht seit 46 Jahren in den Mütterkreis,
der sich früher im Lutherhaus traf und jetzt im Gemeindezentrum
Tal zusammenkommt. Sie schaut mit einer Portion Wehmut zurück. „Wenn
es die Altersgrenze nicht gäbe, hätte ich mit Sicherheit noch weitergemacht.
Es war für mich trotz aller Krisen, die wir zu bestehen hatten,
eine bereichernde Zeit. Geschätzt habe ich vor allem das gute Miteinander,
das es jetzt im Presbyterium gibt. Schön auch, dass ich bei der
Wahl unserer beiden Pfarrer mitwirken konnte!“ Marga Kölsch
wird uns erhalten bleiben; denn sie will sich auch weiterhin einbringen:
Als sachkundiges Gemeindeglied im Diakonieausschuss, bei Lesungen,
im „Café im Pfarrhaus“, bei der Alu-Sortier-Aktion und
„wenn meine Hilfe gebraucht wird“.

Nicht 8 Jahre,
nicht 12 Jahre, nicht 16 Jahre, nein, auch nicht 24 Jahre, sondern
30 Jahre lang war Winfried Krahl aus Dillnhütten Presbyter in unserer
Kirchengemeinde! Er kam 1982 dazu, in dem Jahr, als Pfarrer Horst-Dieter
Leckebusch nach Lüdenscheid ging. Zuletzt engagierte sich Winfried
Krahl im Finanz-, Personal- und Bauausschuss und im Ausschuss für
Tageseinrichtungen für Kinder. Er war zudem Mitglied der Kreissynode.
Er agierte auch im Arbeitskreis „Weihnachtsmarkt“, im
Bauteam und im Arbeitskreis „mittendrin“. Und er kümmerte
sich in unserer Gemeinde um die Sammlung zugunsten der Vereinigten
Evangelischen Mission. Sehr wichtig war und ist ihm die Bewahrung
der Schöpfung, bis zuletzt wirkte er im gleichnamigen kreiskirchlichen
Ausschuss mit. Wenn Not am Mann war, übernahm er auch den Küsterdienst
in der Talkirche. Winfried Krahl scheidet nur sehr ungern aus dem
Amt, aber auch er kommt an der Altersgrenze von 75 Jahren nicht
vorbei. Als sehr effektiv fand er die Bildung der Ausschüsse im
Jahr 1990. Und er befürwortet auch heute noch die Aufgabe der Gebäude.
„Es war überaus schmerzlich, aber uns blieb am Ende kein anderer
Weg.“ Insgesamt zieht er ein positives Resümee. Und er schwärmt
in höchsten Tönen vom jetzigen Teamgeist und Zusammenhalt im Presbyterium.
Auch Winfried Krahl will sich in unserer Gemeinde weiterhin engagieren:
Als sachkundiges Gemeindeglied in „seinen“ beiden bisherigen
Ausschüssen, im Bauteam, bei der VEM-Sammlung und bei möglichen
Sonderaufgaben.

Wir danken Winfried
Krahl, Marga Kölsch, Erika Nöll, Heidi Soose, Sven Irle und Rolf
Langenbach für ihren Dienst, den sie gewissenhaft und mit viel Einsatz
ausübten. Wir danken ihnen für alle Zeit und Kraft, die sie eingebracht
haben. Und für ihre Phantasie, ihr Verantwortungsbewusstsein und
ihre Entscheidungsfreude. Mit ihnen gehen 82 Jahre Erfahrung und
Engagement. Nochmals ganz herzlichen Dank und Gottes Segen für den
weiteren Lebensweg!

Peter – Christian Rose

 

Neues aus Gemeinde und Presbyterium

 

Neues aus Gemeinde und Presbyterium

von Peter – Christian Rose
und Matthias Hess

  • Überschrift
    „Zertifizierung“

Mittwoch, 23.
November 2011: Es ist kurz nach 17 Uhr. Im Gemeindehaus hinter der
Talkirche unterschreibt Carmen Ketterl, kirchliche Umweltrevisorin
für die evangelischen Landeskirchen Württemberg und Westfalen, die
so wichtige Urkunde. Die Kirchengemeinde Klafeld hat es geschaftt!
Das kirchliche Umweltmanagement „Grüner Hahn“ ist nun
offiziell zertifiziert worden! Dem Team um Burkhard Leidel ist die
Freude ins Gesicht geschrieben. Zu Recht. Alle Bemühungen in den
beiden letzten Jahren haben sich gelohnt. Außerdem hat man wieder
ein wenig zum Erhalt von Gottes guter Schöpfung beitragen können.
Für die Zertifizierung musste zum einen ein ausführlicher Umweltbericht
unserer Kirchengemeinde vorgelegt werden mit Grundlagenermittlungen
und mit detaillierten Checklisten und mit Leitlinien und mit Verbesserungsvorschlägen,
alles musste penibel dokumentiert werden. Zum anderen nahm die Revisorin
zusammen mit Hans-Jürgen Hörner, Projektleiter des Umweltmanagements
„Grüner Hahn“ innerhalb der Ev. Kirche von Westfalen,
und dem Klafelder Team einen ganzen Nachmittag lang unsere kirchlichen
Gebäude gründlich „unter die Lupe“. Bis auf kleinste Kleinigkeiten
war alles in Ordnung. Herzlichen Glückwunsch! Schon am 21. Juni
hatte der sehr fleißig agierende Arbeitskreis jubeln können: Man
erzielte für die Kirchengemeinde den 2. Platz beim Klimaschutz-Förderpreis
der Stadt Siegen; überreicht wurden die Auszeichnung und das Preisgeld
in Höhe von 2.000 Euro von Umweltminister Johannes Remmel und Siegens
Bürgermeister Steffen Mues. Das Geld ist inzwischen in acht Effizienzpumpen
diverser Heizungsanlagen investiert worden. –  Auch unser Ausschuss
zur Bewahrung der Schöpfung unter der Leitung von Barbara Leidel
kann auf ein überaus erfolgreiches Jahr zurückblicken: Am 26. Juni
konnte in der Talkirche schon der 10. Schöpfungsgottesdienst gefeiert
werden. Dann der 80. Ausflug von „Autofrei und Spaß dabei –
der Schöpfung zuliebe“ am 18. September; er führte – wie berichtet
– nach Siegburg. Die Devise lautet „CO 2 sparen und die Umwelt
schonen“. Und schließlich ein neuer Rekord bei der Aluminium-Sortier-Aktion.
Am 19. November konnte die 4 – Tonnen – Marke “ geknackt“
werden! Begonnen hatte man mit der Aktion zu Beginn des Jahres 1994.
Die erste Tonne Alu wurde am 17. März 2001 geschafft, die zweite
Ende 2005 und die dritte am 21. November 2009. Ein herzliches Dankeschön
an alle Ausschussmitglieder und an alle Helfer für das tolle ehrenamtliche
Engagement!

 

  • Leitwort
    „Für“

Seit mehr als
60 Jahren gibt es sie schon, die Adventssammlung der Diakonie. Zuletzt
wurde in der Zeit vom 19. November bis 10. Dezember gesammelt, auch
hier bei uns in Klafeld. Die Sammlung stand unter dem einfachen
Leitwort „Für“. Ein kurzes Motto, das für die gesamte
Arbeit der Diakonie steht: Hilfe f ü r Menschen und Dienst f ü r
Gott. Leider gibt es auch bei uns immer weniger Menschen, die die
ehrenamtliche Aufgabe übernehmen und an den Haustüren in den drei
Bezirken unserer Gemeinde Geld für Bedürftige erbitten wollen. Es
ist ja auch nicht leicht! Deshalb anerkennende Worte für alle Sammlerinnen
und Sammler! Noch vor den Weihnachtsfeiertagen teilte mir Friedhelm
Bäcker, Mitglied im Diakonieausschuss und für die Endabrechnungen
zuständig, das Ergebnis der Straßensammlung mit: 3.976,40 €. „Erneut
weniger als im letzten Jahr, aber es fehlen noch die Überweisungen.
Von dieser Möglichkeit wird immer mehr Gebrauch gemacht, vor zwölf
Monaten kamen auf diese Weise noch einmal fast 2.300 € zusammen.“
Und dann fügte er noch hinzu: „Ein herzliches Dankeschön an
alle Spenderinnen und Spender. Wir freuen uns über jeden Betrag!“
Wie immer gehen 80 % an das Diakonische Werk im Kirchenkreis, 20
% (795,28 €) der Sammlung verbleiben in unserer Kirchengemeinde.

 

  • Projekt
    „Indien“

„Brot für
die Welt“ unterstützt gegenwärtig insgesamt mehr als 1.000
Projekte in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa. Ziel des
evangelischen Hilfswerks ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Dazu gehört
die Sorge um Ernährung, Wasserversorgung, Gesundheit, Bildung, Menschenrechte
und Frieden. Auch die Bekämpfung von Umweltzerstörung, Verfolgung,
wirtschaftlicher Ungerechtigkeit und Kinderarbeit ist Anliegen von
„Brot für die Welt“. Unser laufendes Projekt (1. November
– Ostern) heißt „Endlich Kind sein“ und unterstützt Maßnahmen,
Minderjährige in Indien aus der Sklavenarbeit zu befreien. Dann
können die Mädchen und Jungen die Schule besuchen und an zahlreichen
Freizeitaktivitäten teilnehmen. Bis zum 12. Januar sind laut Christine
Albertin vom Gemeindebüro hinter der Talkirche bereits 2.623,05
€ an Spenden bei uns eingegangen. Ein aufrichtiges Dankeschön!

 

  • Thema
    „Engel“

28. November –
Adventsfeier im Gemeindezentrum Wenscht: Pfarrerin Almuth Schwichow
begrüßt alle diejenigen, die im Besuchsdienst mitarbeiten, die zweimal
im Jahr für die Diakonie sammeln und die unsere Kirchennachrichten
„Gemeinde jetzt“ verteilen. „Letztes Jahr fiel der
erste Schnee, und alle Straßen und Bürgersteige waren glatt und
rutschig. Diesmal ist es draußen herbstlich und noch relativ warm
und mild.“ Trotzdem kommt unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
schon echte Adventsstimmung auf: Hier die sehr nett dekorierten
Tische mit vielen Kerzen und der große Adventskranz, da das tolle
vorweihnachtliche Programm. Pfarrerin Schwichow und den Mitgliedern
des Diakonieausschusses ein großes Lob! Diesmal steht der gesamte
Nachmittag unter dem Thema „Engel“. Auf jedem Platz liegt
eine Karte mit dem Gedicht „Einen Engel wünsch´ ich mir“,
daneben ein Engel, hergestellt aus einer alten Gesangbuchseite,
kunstvoll und überaus akkurat gefaltet. Eine tolle und nachahmenswerte
Idee! In der Andacht hören wir zunächst kurze Geschichten von Engeln.
Von einem Schutzengel, der bei einem Unfall auf einem Schulhof Schlimmeres
verhinderte. Und von zwei Engeln ohne Flügel, vom „Engel aus
Queens“, einem Schulbusfahrer, der Lebensmittel einsammelt
und die daraus gekochten Speisen an Obdachlose verteilt, und von
einer Mutter, die ihren körperlich und geistig behinderten Sohn
liebevoll betreut und immer für ihn da ist. „Engel sind Boten,
durch die uns Gott hier auf der Erde besucht“, sagt Pfrn. Almuth
Schwichow. Dann spricht sie von den Engeln im Neuen Testament und
von denen „aus Fleisch und Blut“. Von Menschen, die wir
kennen, die „hier ganz in der Nähe wohnen und in unserer Gemeinde
aktiv sind“. Nach der Andacht folgt das gemeinsame Kaffeetrinken,
traditionell mit Christstollen und leckerem Reibekuchen; die Ehrenamtlichen
kommen an den einzelnen Tischen miteinander ins Gespräch. Viele
Advents- und Weihnachtslieder, natürlich auch „Hört, der Engel
helle Lieder …“ (eg 54), musikalische Beiträge unserer Organistin
Mechthild Heide sowie die Geschichte „Der Engel Marius“,
die Weihnachtsgeschichte mal aus einer ganz anderen Perspektive,
runden das Programm ab. Und: Den Ehrenamtlichen wird im Namen des
Presbyteriums und des Diakonieausschusses ganz aufrichtig für ihren
treuen Dienst gedankt. Gut, dass es auch sie gibt, die Engel ohne
Flügel!

 

  • Vorschlag
    „Besucherzahlen“

Immer wieder hört
man: „Ihr müsst noch wesentlich öfter besondere Gottesdienste
anbieten, um die Besucherzahlen zu steigern.“ Zur Entgegnung
die folgende Aufzählung: Im Januar 2011 konnte man zum Abschlussgottesdienst
der Allianzgebetswoche gehen, im Februar fanden die beiden Vorstellungsgottesdienste
und der Gospel-Gottesdienst statt. Im März wurde zu den Gottesdiensten
zum Weltgebetstag und zum Abschluss des Glaubenskurses eingeladen,
im April zum Feierabendmahl am Gründonnerstag und zum Gottesdienst
in der Osternacht. Im Mai dann der Abschlussgottesdienst der Kinderbibelwoche
und vier Konfirmationen, im Juni der Allianz-Gottesdienst auf dem
Klafelder Markt, der Gottesdienst zum Siedlerfest im Wenscht, die
Goldene Konfirmation, der Gottesdienst zum Tag der Schöpfung und
der Festgottesdienst in Birlenbach. Im Monat Juli fanden wieder
fünf besondere Gottesdienste statt, und zwar zum Dorfjubiläum Sohlbach,
zum Ökumenischen Kinderfest, zur Verabschiedung der Kindergartenkinder
und zum Sommerfest des Familienzentrums, zum 100-jährigen Jubiläum
des SV Setzen und zum 75. Jubiläum des Löschzuges Sohlbach-Buchen.
Im September dann der Tauferinnerungsgottesdienst, der Gottesdienst
zum Kartoffelbratfest in Sohlbach, der Gottesdienst zur Anmeldung
der neuen Konfirmanden und die Eiserne Konfirmation. Im Oktober
konnte man den Gottesdienst zur Eröffnung des Bauprojektes „mittendrin“,
den Erntedankgottesdienst in der Festhalle Setzen und den Gottesdienst
zum Sonntag der Diakonie besuchen. In den beiden letzten Monaten
wurde zum Ökumenischen Gottesdienst an Buß- und Bettag, zum Gottesdienst
zum Weihnachtsmarkt und zu insgesamt sechs besonderen Gottesdiensten
an Heiligabend eingeladen. Die Aufzählung ist aber noch nicht abgeschlossen:
Es fehlen die vier Familiengottesdienste unserer Kindertagesstätten,
die drei Schulanfänger-Gottesdienste, die Sommer-Abend-Kirche und
die immer gut besuchte Guten-Abend-Kirche, die fünfmal stattfand.

 

  • Auflistung
    „Spendengelder“

In den letzten
Wochen und Monaten, liebe Leserinnen und Leser, sind im Gemeindebüro
eine Reihe von Geldbeträgen eingegangen. Darüber freuen wir uns
natürlich sehr! Womit soll ich beginnen? Mit dem Adventssingen der
Konfirmanden. Bei dieser Aktion sind 356,00 € für die Konfi-Arbeit
zusammen gekommen. Toll! Jetzt zu den Traukollekten im Jahr 2011:
Hier konnten 583,67 € an unseren Förderverein für die Kinder- und
Jugendarbeit überwiesen werden. Weitere Gelder sind eingegangen
für den Kinderchor „Singsalabim“ (100 €), für die Erhaltung
der Talkirche (200 €), für die Partnerschaftsarbeit (120 €), für
den Chor „Wegweiser“ (100 €), für die Orgel in der Talkirche
(270 €), für das Flötenensemble „Bella Musica“ (100 €),
für den Kindergarten in Sohlbach (20 €), für den Männerkreis (100
€) sowie für diakonische Aufgaben in unserer Gemeinde weitere 165
€. Jetzt zum Zwischenstand für das neue Gemeindezentrum „mittendrin“:
Bis zum 31. Dezember konnten genau 12.615,00 € auf der Habenseite
verbucht werden. Zum Schluss zu unserem Projekt „Gemeinde jetzt“;
nach weiteren Einzahlungen und Überweisungen beträgt der Endstand
diesmal 5.306,90 €. Dazu noch die Diakoniesammlung und das Projekt
„Indien“! Sie sind erstaunt? Wir auch! Sie haben manche
Zahl zweimal gelesen? Wir auch! Und: Wir bedanken uns bei allen,
die unsere Arbeit und all unsere Projekte in so großartiger Weise
unterstützen!

 

  • Preisvergabe
    „Luftballonwettbewerb“

Geisweider Bürgerfest
2011: Über 200 Luftballons stiegen im Oktober in den wolkenverhangenen
Himmel auf. Die bunten, mit Gas gefüllten Ballons starteten – versehen
mit Antwortpostkarten am langen Band – vom Stand unseres Fördervereins
für die Kinder- und Jugendarbeit und legten erstaunliche Entfernungen
zurück. Die drei Gewinner, deren „Fluggeräte“ die weitesten
Strecken zurücklegten, trafen sich am 14. Januar im Gemeindehaus
Tal zur Preisvergabe. Gemeinsam mit Matthias Hess, Pfarrer Dr. Martin
Klein und Silke Wittich vom Vorstand des Fördervereins schauten
sie in den Atlas und vollzogen die Reise ihrer Luftballons nach.
„Bis nach Afrika“, lautete Raul Marcel Steiners Vermutung
zum Landeplatz seines Ballons. Ganz so weit schaffte es dieser dann
doch nicht. Aber der Ballon des 8-jährigen Siegers flog immerhin
345 Kilometer bis nach Engen bei Singen am Bodensee, unweit der
Grenze zur Schweiz. Der Luftballon der zwölfjährigen Nele Lenz aus
Niederfischbach erreichte die Schwäbische Alb südlich von Stuttgart.
Mit einer Flugleistung von 235 Kilometern landete der Ballon der
Drittplatzierten Nele Münch (3 Jahre alt) in Pforzheim. Allen anderen
Ballons, die gefunden wurden, ging schon zwischen Gießen und Darmstadt
das Gas aus. Die drei Gewinner freuten sich über Büchergutscheine
im Wert von 30, 20 und 10 Euro. Ihren Erfolg genossen sie gemeinsam
mit Geschwistern und Eltern bei einer kleinen Feierstunde mit Kuchen,
Kakao und Saft. Sie vereinbarten auch, sich mit einem Brief bei
den freundlichen Findern zu bedanken.

 

  • Aktion
    „Vorsitzwechsel“

Am 31. März endet
für Pfarrer Frank Boes die zweijährige Amtszeit als Vorsitzender
unseres Presbyteriums. Zum ersten Mal hatte er die Geschicke der
Kirchengemeinde Klafeld zu leiten. Damit ist zusätzliche Arbeit
verbunden: Die Sitzungen des Leitungsgremiums müssen nicht nur vorbereitet
und geleitet werden, sondern es gilt auch, alle Beschlüsse umzusetzen
und auszuführen. Wir danken Pfarrer Boes für seinen Einsatz und
seine Arbeit in den vergangenen zwei Jahren. Turnusgemäß übergibt
er die Amtsgeschäfte am 1. April an Pfarrerin Almuth Schwichow.
Sie leitete das Presbyterium bereits in den Jahren 1995, 1999, 2003
und vom 1. Januar 2006 bis zum 31. März 2008. Sie hat also schon
viele Erfahrungen sammeln können und ist mit den auf sie zukommenden
Aufgaben bestens vertraut. Wir wünschen ihr für ihren Dienst viel
Kraft, Geschick und Gottes Segen!

 

Nachruf: Karl Felten

 

Nachruf

Karl Felten

Abschied von einem liebenswerten
Original

Karl
Felten war einer unserer Presbyter, der in besonderer Weise unsere
Gemeinde  geprägt hat. Er ist im Alter von 84 Jahren nun verstorben.
Insgesamt hat er 38 Jahre  seit 1960 im Presbyterium mitgearbeitet.
Sein feinsinniger Humor, seine Hilfsbereitschaft und sein fest gegründeter
Glaube haben ihn bekannt gemacht. Der bescheidene Eisenbahner ist
dabei immer geblieben. Sein Engagement für die Städte- und Gemeindepartnerschaft
mit Rijnsburg in den Niederlanden ist besonders hervor zu heben.
Erfindungsreich und mit starkem Willen setzte er sich immer wieder
für die Menschen ein, sei es in der Familie, der Nachbarschaft,
am Arbeitsplatz oder bei seinen vielen Nebentätigkeiten. Als begeisterter
Basssänger hatte er dabei immer ein Lied auf den Lippen und im Herzen.
Wir werden ihn vermissen und hoffentlich viel von seinem gelebten
Glauben auch in unserer Gemeindearbeit weiterführen. Seine  Frau
und seine Familie schließen wir in unsere Gebete ein.

 

Predigt vom 19.2.2012

 

GOTTESDIENST FÜR DEN SONNTAG
ESTOMIHI

Pfr. Dr. Martin Klein
Talkirche,
19.2. 2012
Text: Amos 5,21-24.27

Ich hasse eure Feiertage und verachte
sie
und mag eure Versammlungen nicht riechen.
An euren
Speisopfern habe ich kein Gefallen
und mag auch eure fetten
Dankopfer nicht ansehen.
Tu weg von mir das Geplärr deiner
Lieder;
denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören!
Stattdessen
sollte das Recht strömen wie Wasser
und die Gerechtigkeit
wie ein nie versiegender Bach.
Und ich will euch wegführen
lassen bis jenseits von Damaskus,
spricht der HERR.

Stellen Sie sich
vor, wir feiern hier in der Talkirche einen festlichen Gottesdienst.
In den Bänken wird es eng, sogar die Empore ist gut gefüllt. Auf
dem Altar steht das Abendmahlsgeschirr, silbern glänzend und frisch
poliert. Die Sonne scheint herein und taucht die bunten Chorfenster
in ein zauberhaftes Licht. Alle sind gut gelaunt und freuen sich
auf einen schönen, erbaulichen Vormittag. Beim Vorspiel zeigt Andrea
Stötzel, was sie kann und was die 28 Register der Mebold-Orgel an
wunderbaren Klängen hergeben. Nach der Begrüßung singt der Kirchenchor,
vielleicht spielen auch die Bläser aus Klafeld oder Setzen. Alle
haben fleißig geübt und tun ihr Bestes zur Ehre Gottes und zur Freude
der Gemeinde. Die will da natürlich nicht zurückstehen und singt
beim ersten Lied kräftig und fröhlich mit. Die Eingangsliturgie
nimmt ihren Lauf. Der Wochenpsalm wird gesprochen, und nach dem
Gebet will der Pastor gerade Amen sagen, da ruft in einer der hinteren
Reihen plötzlich jemand laut und vernehmlich: „Halt, hört auf damit!“

Der Pastor guckt
verdutzt, alle drehen sich um oder beugen sich über die Emporenbrüstung,
um zu sehen, was da los ist. Der Mann, der jetzt aus seiner Bankreihe
in den Mittelgang tritt, ist fremd in Geisweid. Auch in Setzen,
Buchen oder Birlenbach kennt ihn niemand. Was will der hier, und
was hat er bloß? Aber noch bevor irgendwer diese verwirrten Fragen
sortieren kann, beginnt der Mann mit erhobener Stimme zu sprechen:
„Hört auf! Gott hasst eure Festgottesdienste, und eure Abendmahlsfeiern
kann er nicht ausstehen. Eure Kollekten sind ihm egal, und er pfeift
auf eure großzügigen Spenden. Lasst ihn in Ruhe mit eurer ewigen
Singerei! Euer Getröte und Orgelgedudel geht ihm auf die Nerven.
Geht lieber nach Hause und setzt euch für eure Mitmenschen ein:
Besucht die Einsamen, kümmert euch um die Kranken, verteidigt die,
denen Unrecht geschieht, lindert mit eurem Geld die Not der Ärmsten,
statt es für teure Neubauten und Mikrofonanlagen rauszuschmeißen!
Aber weil ihr das ja sowieso nicht tun werdet, sage ich euch, dass
Gott euch strafen wird: Immer mehr Leute werden euch wegsterben
und aus der Kirche austreten, ihr werdet immer weniger Kirchensteuern
einnehmen, ihr werdet auf Pfarrer und anderes Personal verzichten
und noch mehr Häuser verkaufen müssen, bis ihr irgendwann nur noch
ein kleines, vergessenes Häuflein seid, das wehmütig der guten alten
Zeit nachtrauert. Wundert euch nicht, wenn es so kommt, denn ihr
habt es nicht besser verdient!“

Was würde wohl
nach diesem Auftritt passieren? Wahrscheinlich wäre erst einmal
Totenstille. Für einen Moment wären alle geschockt, und mancher
würde darüber nachdenken, ob der Mann nicht Recht haben könnte.
Aber dann würde sich wohl doch die Entrüstung Bahn brechen: „Das
ist ja wohl der Gipfel! Wie kann der sich nur so aufblasen? Wie
kann der sich einfach hier rein schleichen und unseren Gottesdienst
stören? Er ist ja noch nicht mal von hier! Wie kann er sich da herausnehmen,
über uns zu Gericht zu sitzen, und das auch noch im Namen Gottes?
Er kann doch gar nicht beurteilen, ob das wahr ist, was er uns vorwirft!
Der gehört bestimmt zu einer Sekte, zu irgend so einem Verein von
fundamentalistischen Spinnern, die glauben, dass sie die Wahrheit
für sich gepachtet haben.“ Dann würden Küster und Presbyter den
Störenfried wohl höflich aber bestimmt hinausexpedieren und ihm
für die Zukunft Hausverbot erteilen. Wahrscheinlich wäre der Vorfall
noch eine Zeitlang Stadt- und Dorfgespräch, vielleicht gäbe es auch
einen Artikel in der Siegener Zeitung mit anschließender Leserbriefdebatte,
aber irgendwann würde der nächste Aufreger kommen und das Ganze
in Vergessenheit geraten lassen.

Aber was wäre,
wenn der Mann tatsächlich im Namen Gottes reden würde? Wenn er ein
Prophet wäre, wie Amos einer war? Dessen Worte stehen heute in der
Bibel. Deshalb gehen wir davon aus, dass er recht hatte, als er
die Opfergottesdienste im Reichsheiligtum zu Bethel verurteilte
– wir haben es eingangs gehört. Die Israeliten, zu denen er sprach,
sind für uns Heuchler und Schurken: feiern prächtige Gottesdienste,
aber kümmern sich nicht um die Not der Armen. Dagegen gilt uns der
Prophet Amos als mutiger Kämpfer für Recht und Gerechtigkeit und
für Gottes Gebot. Damals jedoch war diese Rollenverteilung keineswegs
klar. Die Menschen im Heiligtum von Bethel waren genauso überzeugt,
Gottesdienst zur Ehre Gottes zu feiern, wie wir das sind. Sie hielten
sich bestimmt mit nicht weniger Recht für anständige Menschen, wie
wir das heute auch tun. Und als der Priester Amazja Amos aus Bethel
nach Juda, in seine Heimat, abschob, da war er überzeugt, im Namen
Gottes zu handeln.

Könnten die Worte
des Amos also auch uns gelten, der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde
Klafeld im Jahre 2012 nach Christus? Geschähe uns Recht mit einer
solchen Strafpredigt? Wir sollten es uns mit der Antwort auf diese
Frage nicht zu einfach machen.

Natürlich gibt
es vieles in unserer Gemeinde, wofür wir froh und dankbar sein können:
Für die vielen engagierten Mitarbeiter, für den guten Gottesdienstbesuch
und das vielfältige Angebot, für das friedliche Miteinander, für
die endlich wieder soliden Gemeindefinanzen, für die vielen Menschen,
die oft ganz im Stillen viel Gutes tun. Wenn man wie ich auch schon
Gemeinden kennen gelernt hat, in denen es das alles kaum oder gar
nicht gab, weiß man diese Dinge sehr zu schätzen. Und ich denke,
dass sich auch Gott darüber freut.

Aber wenn an den
Worten des Amos etwas dran ist, dann ist das alles kein sanftes
Ruhekissen. Man kann sich wohl fühlen in der Gemeinde Klafeld, vieles
für sich mitnehmen und sich vielfältig einsetzen – das ist wahr
und das ist ein Grund zur Freude. Aber es steckt auch immer eine
Gefahr darin. Die Gefahr nämlich, dass die, die drin sind, sich
so wohl fühlen und so sehr mit sich selber beschäftigt sind, dass
sie gar nicht mehr an die denken, die draußen sind. Und das sind
nicht wenige, sondern es ist der Großteil unserer 7400 Gemeindeglieder
– von all den anderen, die um uns herum leben, ganz zu schweigen.
Haben wir uns damit abgefunden, weil es ja immer so war und immer
so bleiben wird, oder treibt es uns noch um?

Es gibt zum Beispiel
bei uns viele alte Menschen, die krank und ein-sam sind, und es
werden immer mehr. Etliche von ihnen haben sogar einmal dazugehört,
kamen zum Gottesdienst, waren im Chor oder in der Frauenhilfe, aber
jetzt sind sie draußen. Denken wir an sie? Werden wir auf sie aufmerksam,
wenn sie in unserer Nähe wohnen? Können wir uns um sie kümmern,
und wenn ja, wie?

Ein zweites Beispiel:
Wir haben zurzeit verteilt auf zwei Jahrgänge gut 150 Konfirmanden.
Und wir sind Träger eines Familienzentrums, das in fünf Tagesstätten
rund 250 Kinder betreut. Viele der Konfis und viele der jungen Familien
haben mit Kirche nicht wirklich was am Hut. Aber vielleicht ändern
sie ihre Meinung, wenn sie merken, dass sie uns willkommen sind,
dass wir bereit sind auf ihre Fragen, ihre Bedürfnisse einzugehen,
auch wenn es andere sind als unsere, so dass sie bei uns einen Platz
zum Dabeisein und Mitmachen finden. Sind wir dafür offen? Tun wir
genug dafür? Oder regen wir uns nur gern auf über Konfis oder Kindergarteneltern,
die sich in der Kirche nicht benehmen können – und gehen deshalb
zu Vorstellungs- oder Familiengottesdiensten, wo man ihnen begegnen
könnte, am liebsten gar nicht hin?

Drittes und letztes
Beispiel: Wir haben als Kirche immer auch einen gesellschaftlichen
Auftrag. Viele erwarten Orientierung von uns: Stellungnahmen zu
aktuellen Problemen und entsprechendes Handeln. Wir mögen uns damit
überfordert fühlen und es deshalb ganz gern den Hauptamtlichen und
den Experten überlassen, aber wir können trotzdem nicht daran vorbei.
Trauen wir uns noch, in Streitfragen eine christlich fundierte Position
zu beziehen, auch wenn wir dafür Prügel einstecken? Nehmen wir unser
Stück Verantwortung für die Geschicke dieser Welt wahr, auch wenn
es vielleicht nur ein sehr kleines Stück ist?

Das sind nur Fragen,
auf die ich keine fertigen Antworten habe. Aber ich finde, wir müssen
darüber nachdenken, und das immer wieder. Wir werden nie alle Probleme
lösen und alle Not beenden können, nicht einmal dann, wenn wir nur
an unsere engste Umgebung denken. Wir werden es auch nie erreichen,
dass alle unsere Gemeindeglieder sich auch am Gemeindeleben beteiligen.
Aber auch wenn wir im Kleinen anfangen, können wir viel bewegen.
Wir müssen es nur wollen und müssen es dann auch tun. Mit einem
„wir können doch eh nichts ändern“ gibt Gott sich jedenfalls nicht
zufrieden. Wenigstens das sollten wir uns von Amos hinter die Ohren
schreiben lassen.

Bevor ich meine
Predigt beende, muss ich allerdings noch ein mögliches Missverständnis
ausräumen. Wir könnten von den Worten des Amos her versucht sein,
Gottesdienst und Dienst am Menschen gegeneinander auszuspielen nach
dem Motto: Gerechtigkeit statt Gottesdienst, Arbeiten statt Beten.
Aber das wäre falsch. Im Gegenteil: Je mehr wir unsere Verantwortung
für unsere Mitmenschen wahrnehmen, desto dringender brauchen wir
den Gottesdienst. Denn wir müssen ja irgendwo Kraft schöpfen für
das, was wir tun. Wir brauchen Vergebung für das, was wir falsch
machen. Und wir brauchen die Gemeinschaft mit Gott und unseren Mitchristen,
die uns Halt gibt. Sonst wird unser Handeln blinder Aktionismus,
und uns wird bald die Puste ausgehen. Damit ist keinem geholfen.
Gottesdienst und Dienst am Menschen gehören zusammen wie Einatmen
und Ausatmen. Also ist es gut, wenn wir auch weiterhin schöne Gottesdienste
feiern – mit Wort und Sakrament, mit Musik und mit Stille, mit Reden
und mit Hören, mit Ernst und mit Freude. Und wenn wir das ausgiebig
getan haben, dann können wir uns frisch gestärkt dorthin wenden,
wo Menschen uns brauchen. Gott segne uns dabei.

 Amen.