Stellenausschreibung

 

Die Ev.- Ref. Kirchengemeinde
Klafeld (Kirchenkreis Siegen)
sucht zum 1. Oktober 2012

eine/n Gemeindepädagogin /
-pädagogen oder
eine/n Gemeindediakonin / -diakon

Stellenumfang: 100 % (unbefristet)

Wir sind eine
Gemeinde mit 7500 Menschen und zwei Kirchen bzw. Gemeindezentren
im nördlichen Stadtgebiet von Siegen. Im Rahmen tief greifender
Umstrukturierungen in den letzten Jahren haben wir bewusst einen
unserer Schwerpunkte auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
gelegt. Angegliedert ist auch ein Ev. Familienzentrum mit fünf Kindertagesstätten.
Die Stelle ist wieder zu besetzen, weil der langjährige Stelleninhaber
in den Ruhestand geht.

Aufgabenfelder:

  • Fortführung
    und Weiterentwicklung der bestehenden Arbeit mit Kindern und
    Jugendlichen
    (Kibiwo, Kindertage, Projekte)
  • Gewinnung,
    Begleitung und Schulung von Ehrenamtlichen
  • Mitwirkung
    in der Konfirmandenarbeit und Vernetzung mit der Jugendarbeit
  • Mitwirkung
    bei der Vorbereitung und Durchführung von Freizeiten

Wir wünschen
uns einen Menschen, der

  • im christlichen
    Glauben verwurzelt ist und das Anliegen hat, Kinder und Jugendliche
    zum Glauben einzuladen,
  • einen guten
    Draht besitzt zu Kindern und Jugendlichen und dem, was sie beschäftigt,
  • tolerant
    ist gegenüber unterschiedlichen Formen des Glaubens und Gemeindelebens,
  • den Aufbau
    der Gemeinde insgesamt im Blick hat,
  • konstruktiv
    mit der Gemeindeleitung (Presbyterium und Jugendausschuss) und
    mit den anderen Mitarbeitenden zusammenarbeitet,
  • kreativ und,
    wenn’s geht, musikalisch ist.

Wir bieten

  • viel Freiraum
    für eigene Ideen,
  • ein engagiertes
    Team von Ehrenamtlichen,
  • gute, kollegiale
    Zusammenarbeit mit den anderen Hauptamtlichen (eine Pfarrerin,
    zwei Pfarrer) sowie beratende Mitwirkung im Presbyterium,
  • ein großzügiges
    Gemeindezentrum, das schwerpunktmäßig der Arbeit mit Kindern,
    Jugendlichen und Familien zur Verfügung steht,
  • ein abwechslungsreiches
    Umfeld zum Leben und Arbeiten,
  • Mithilfe
    bei der Wohnungssuche,
  • Bezahlung
    nach BAT/KF.

Sie glauben, dass
Sie zu uns passen? Dann richten Sie Ihre schriftliche Bewerbung
mit den üblichen Unterlagen bitte bis zum 31. März 2012 an das Presbyterium
der Ev.-Ref. Kirchengemeinde Klafeld, Koomansstraße 8, 57078 Siegen.
Tel.: 0271 / 83559.

Weitere Auskünfte erhalten
Sie bei Pfr. Martin Klein (Vorsitzender des Jugendausschusses),

Tel.: 0271 / 81251;
E-Mail: pastor-klein@kirche-klafeld.de

oder auch auf unserer Homepage: www.kirche-klafeld.de.


 

Die Bibel im Gespräch

 

Die Bibel im Gespräch

In der letzten
Ausgabe von „Gemeinde jetzt“ war an dieser Stelle von neuen und
veränderten Angeboten in Sachen „Bibel“ die Rede. Hier kommt nun
die Fortsetzung, weil sich durch neuere Überlegungen zwar nicht
die Angebote, wohl aber die Termine noch mal verändert haben.

  • Es bleibt
    dabei, dass der Bibelgesprächskreis sich jetzt einmal
    im Monat montags um 18.00 Uhr im Gemeindezentrum Wenscht trifft.
    Allerdings wird es ab März der erste Montag im Monat
    sein. Das ergibt folgende Termine fürs weitere erste Halbjahr:
    7.3., 4.4., 2.5., 6.6. und 4.7. Zurzeit lesen wir fortlaufend
    das Johannesevangelium, aber ein Einstieg ist jederzeit möglich
    und willkommen!
  • Die Offenen
    Bibelabende
    werden statt am ersten am dritten Mittwoch
    im Monat
    stattfinden. Es bleibt dabei, dass die Abende sich
    aktuelle Themen vornehmen und dazu Denkanstöße aus der Bibel
    aufspüren. Jeder Abend steht für sich, verpflichtet also nicht
    zu einer regelmäßigen Teilnahme. Für März und April ist folgendes
    geplant:

 

21. März, 19.45
Uhr, Gemeindezentrum Wenscht (nach der Passionsandacht):

„Schuldenkrise
– Was sagt eigentlich die Bibel dazu?“

Überschuldung
von Einzelpersonen und von Staaten, wie wir sie gerade erleben,
war schon zu biblischen Zeiten ein Problem. Und schon damals mussten
meistens die kleinen Leute die Zeche zahlen. Aber die Bibel wäre
nicht die Bibel, wenn sie diese Zustände widerstandslos hinnehmen
würde. Schon im Alten Testament zeigen Propheten und Toragebote
Alternativen auf, die dem Willen Gottes entsprechen. Und im Neuen
Testament vertiefen Gleichnisse Jesu die Schuldenfrage zur Frage
nach der Schuld und ihrer Überwindung. Was das für unseren persönlichen
und öffentlichen Umgang mit Schuld und Schulden bedeuten kann, darüber
wollen wir miteinander ins Gespräch kommen.

 

18. April,
19.30 Uhr, Gemeindehaus Tal:

„Feiern,
Ruhen, Shoppen? – Wofür der Sonntag wirklich da ist“

Im November 2011
entschied der Rat der Stadt Siegen, 2012 keine verkaufsoffenen Sonntage
zuzulassen. Darüber gab es lange und erregte Debatten. Jetzt, wo
die Hitze des Gefechts etwas nachgelassen hat, kann man vielleicht
mal in Ruhe nachdenken: Warum feiern wir Christen eigentlich den
Sonntag? Was hat der Ruhetag des vierten Gebots mit dem Sonntag
zu tun? Und was meinte Jesus, als er sagte: „Der Sabbat ist um des
Menschen willen da, und nicht der Mensch um des Sabbats willen“
(Markus 2,27)? Lokalpolitiker, Einzelhändler und Gewerkschaftler
sind zu diesem Abend besonders herzlich willkommen, aber alle anderen
natürlich auch!

Also: Raffen Sie
sich auf und entdecken Sie neu oder wieder, was für ein faszinierendes
und brandaktuelles Buch die Bibel ist – und das schon seit 2000
Jahren! Ich freue mich auf rege Teilnahme und gute Gespräche.

Ihr Pastor Klein

 

Kirchmeister – Info

 

Information der Gemeindeglieder

Liebe Gemeindeglieder,

der Weihnachtsmarkt
2011 war trotz des Regens am Samstag ein voller Erfolg. Wir konnten
uns über das zweitbeste Ergebnis freuen. Das Musical am Samstagnachmittag
war quasi ausverkauft und ein wirkliches Highlight. Aber auch die
anderen Programmpunkte wie das „Tanzen der Kindergartenkinder“ aus
Setzen unter Leitung von Sonja Ising, das Spielen der Posaunenchöre
sowie die Big Band am Sonntagabend sind sehr gut angekommen.  

Ich möchte mich
auch im Namen des Presbyteriums bei allen Mitarbeitenden für die
herausragende Beteiligung bedanken. Ohne Euch wäre dies nicht möglich,
denn jeder Kuchen hat genauso wie die Besetzung bei den einzelnen
Ständen oder die Gestaltung von Programmpunkten zu dem tollen Ergebnis
von 8.787€ beigetragen.

Hier die Angaben
zu den einzelnen Ständen: Kuchen und Kaffeeverkauf: 1.095€ / Spende
Frauenhilfe Geisweid (statt Kuchen): 130€ / Erlös Verkauf Frau Hof:
165€ / Verkaufsstand Rosi + Jutta: 824€ / Waffeln und Plätzchen
Konfis: 318€ / Sandwiches + Tannenbögen: 95€ / Glühweinstand: 656€
/ Verkauf Frau Stutte: 50€ / Reibeplätzchen Kirchenchor: 411€ /
Bücherstand: 414€ /  Spieße + Ploff von Rudolf Hasenkamp: 516€
/ Frauentreff Wenscht: 699€ / Kollekte Gottesdienst: 613€ / 1€ Stand:
412€ / Eintrittskarten: 1.558€ / Spenden der Verkaufsstände:  892€
/ Spende Fleischerei Weber: 195€ / Spende Geisweider Unternehmen:
800€ / abzgl. Kosten in Höhe von 1056€.

Im Juli 2012 wird
die Wenschtkirche für drei Woche zwecks Innenrenovierung (Austausch
Deckenplatten / Anstrich / Beleuchtung,…) geschlossen. Diese Arbeiten
wollen wir zum großen Teil in Eigenleistung erledigen. Das Bauteam
wird auch in diesem Jahr durch unterschiedliche Aktivitäten der
Kirchengemeinde viel Geld sparen. Auch für diese Hilfe vielen Dank.

Bei weiter zurückgehenden
Kirchensteuereinnahmen durch immer weniger Gemeindeglieder (Stand
01.01.2012: 7.412 ein Rückgang von 98) ist es tröstlich, dass wir
durch das Kirchgeld Einnahmen erhalten, mit der wir bei der Aufstellung
des Haushaltes planen können.  

 

Liebe Gemeindeglieder,

ich habe Sie in
den letzten Ausgaben bereits ausführlich über unsere Baumaßnahme
Ev. Gemeindezentrum Klafeld „mittendrin“ informiert. Der Kreissynodalvorstand
hat genau wie der Finanzausschuss des Kirchenkreises seine Zustimmung
gegeben. Die Genehmigung der Landeskirche ist beantragt, der Kindergarten
wird am 24. Februar zum Hohen Rain umziehen und im Frühjahr soll
es dann losgehen. Für die Spenden, die bisher eingegangen sind,
möchte ich mich gerne bedanken. So konnten wir bereits Ende 2011
zehn Prozent der angepeilten 240.000€ vereinnahmen. In diesem Jahr
sind verschiedene Aktionen geplant über die wir Sie zeitnah informieren
werden.

Wir wünschen uns
einen guten Verlauf für diese große Baumaßnahme und erbitten Gott
um seinen Segen.

Herzliche Grüße
Hartmut Heinbach
(Finanzkirchmeister)

 

Rückblick: Weihnachtsmarkt 2011

 

Weihnachtsmarkt rund um die
Talkirche

Schon der 8. Weihnachtsmarkt?
Wer hätte das im Jahr 2004 gedacht, als dieser Weihnachtsmarkt „erfunden“
wurde, um mit dem Erlös zur Finanzierung einer neuen Orgel für die
Talkirche beizutragen. Nun steht die neue Orgel bereits seit längerem
im Dienst, aber der Weihnachtsmarkt geht weiter, denn nun gilt es
das neue Gemeindezentrum „mittendrin“ zu finanzieren.
Und wie kann man schöner zu den erforderlichen Geldern kommen, als
mit einem so gut angenommenen und mittlerweile im Kalender der Geisweider
fest verankerten Ereignis wie dem Weihnachtsmarkt?

Da steckt zwar
viel Arbeit in der Vorbereitung und Durchführung, das Vorbereitungsteam
trifft sich Monate vorher, das Bauteam spuckt bei manchmal eisigen
Temperaturen in die Hände, um die Hütten aufzubauen, und auch die
„Elektriker“ haben alle Hände voll zu tun. Da werden in
den Gruppen Tatkräftige für die Besetzung der einzelnen Verkaufsstellen
gesucht und in detaillierten Listen eingeplant, da wird Marmelade
gekocht, Waffelteig gerührt, Plätzchen gebacken, gebastelt, gestrickt
und gestickt, da wird von vielen Kindern für ein Musical geprobt.
Viel Arbeit, aber auch schön, weil dann am 2. Adventswochenende
alles zusammenpasst und sich bei allen Beteiligten eine geschäftig-zufriedene,
erfüllte Stimmung einstellt. Was also gibt es schöneres? Zumal beim
diesjährigen Weihnachtsmarkt auch noch das zweithöchste Ergebnis
überhaupt zusammengekommen ist, nämlich gut 8.500 Euro! Und das
beim 2. in Folge vom Wetter wirklich nicht begünstigten Weihnachtsmarkt
– nach reichlich Schnee im Vorjahr gab es nun Regen, Regen, Regen,
soviel Regen, dass sich durch eine Verkaufshütte ein kleines Rinnsal
seinen Weg bahnte. Ein umso herzlicheres Dankeschön daher an alle
vor und hinter den Kulissen, an alle vor und hinter den Verkaufstresen!

Wie wird es wohl
in 2012 beim 9. Weihnachtsmarkt sein? Wieviel Arbeit wird die Vorbereitung
machen, wie wird in diesem Jahr das Wetter sein, welche Angebote
werden die Gemeindegruppen den Weihnachtsmarktbesuchern diesmal
machen? Das ist noch offen, aber eines ist gewiss: alle Beteiligten
werden auch diesmal wieder viel Freude an ihrem Tun und an der Gemeinschaft
haben.

Wenn auch Sie
aktiv dabeisein wollen, sind Sie herzlich eingeladen, sich mit Ihren
Ideen beim Vorbereitungskreis zu melden. Denn unser Weihnachtsmarkt
lebt von der Vielfalt der eingebrachten Ideen der Menschen, die
sich an Vorbereitung und Durchführung beteiligen!

Jutta Winchenbach

 

Predigt vom 22.1.2012

 

GOTTESDIENST FÜR DEN DRITTEN
SONNTAG NACH EPIPHANIAS

Pfr. Dr. Martin Klein
Talkirche,
22.1. 2012
Text: 2.Kön 5,1-19a

Der Predigttext
für den heutigen Sonntag ist eine Geschichte aus dem Alten Testament.
Sie eignet sich schlecht dazu, dass ich sie vorlese und dann darüber
predige – nicht nur, weil sie ziemlich lang ist. Deshalb möchte
ich Ihnen die Geschichte lieber einfach erzählen – so, wie ich sie
verstehe. Sie steht im zweiten Buch der Könige, im fünften Kapitel:

Vor sehr langer
Zeit, als es in Israel noch einen König gab, da lebte in Damaskus
in Syrien ein Aramäer namens Naaman. Naaman war das, was man heute
einen „Erfolgsmenschen“ nennt. Er war ein großer, kräftiger Mann
und zugleich ein kluger Kopf mit einem ausgeprägten Machtinstinkt.
Mit diesen Gaben ausgestattet war er Offizier geworden. Er hatte
sich in den ständigen Kriegen mit Israel bewährt und den Israeliten
eine Niederlage nach der anderen zugefügt. In Israel hasste man
ihn dafür und für die hohen Tributzahlungen, die man seinetwegen
nach Damaskus schicken musste. Aber der König von Syrien war natürlich
begeistert. Er machte Naaman zum Armeechef und zu seiner rechten
Hand. Dass der darüber auch reich wurde, versteht sich von selbst.

Eine Traumkarriere
also. Eigentlich hätte Naaman nun glücklich und zufrieden die Früchte
seines Erfolgs genießen können. Aber da war doch etwas, das ihm
die Freude am Leben vergällte: Naaman litt an einer schlimmen Hautkrankheit,
er war aussätzig. Das, was man da-mals Aussatz nannte, war zwar
nicht direkt lebensbedrohlich und auch nicht ansteckend. Aber Aussätzige
galten als unrein. Die Leute ekelten sich vor ihnen; sie machten
einen Bogen um sie, und sie stellten den gesellschaftlichen Verkehr
mit ihnen ein. Für einen Mann in Naamans Position war das natürlich
eine Katastrophe. Er konnte seine Pflichten bei Hofe nicht mehr
wahrnehmen und seine machterhaltenden Beziehungen nicht mehr pflegen.
Der König hielt zwar an ihm fest. Er vertraute weiter auf seinen
Rat. Aber auch das konnte sich rasch ändern. Kurz gesagt: Naamans
Lage war trotz all seiner Erfolge ziemlich verzweifelt.

Da kam Hilfe von
einer Seite, von der er das nie erwartet hätte. Bei einem seiner
letzten Raubzüge nach Israel hatte er ein israelitisches Mädchen
erbeutet. Er hatte es als Mitbringsel seiner Frau geschenkt und
dann vergessen. Aber eines Tages kam seine Frau zu ihm und sagte:
„Erinnerst du dich noch an das israelitische Mädchen, das du mir
mitgebracht hast? Sie hat mir heute etwas erzählt, das dich interessieren
wird: Ach, dass mein Herr doch bei dem Propheten in Samaria wäre,
hat sie gesagt. Der könnte ihn von seinem Aussatz befreien.“ Naaman
war skeptisch: „Ein israelitischer Prophet soll mich heilen? Selbst
wenn er’s könnte – was ich bezweifle, so wie ich die Israeliten
kenne – ausgerechnet mich wird er bestimmt nicht heilen. Denen kommt
meine Krankheit doch gerade recht! Die hoffen doch bestimmt schon,
dass ich bald weg vom Fenster bin.“

Aber in der Not
greift man bekanntlich nach jedem Strohhalm. Also erzählte Naaman
seinem König von der Sache. „Du solltest hingehen“, sagte der. „Die
Israeliten sind zwar unsere Feinde, aber mir ist egal, wer dich
heilt. Hauptsache, du wirst wieder gesund. Ich brauche dich noch!
Außerdem sind die Israeliten besiegt und haben uns gefälligst zu
gehorchen. Ich werde dir einen Brief an den König von Israel mitgeben.
Da schreib ich rein: Wenn dieser Brief zu dir kommt, so wisse, ich
habe meinen Knecht Naaman zu dir gesandt, damit du ihn von seinem
Aussatz befreist. Dann soll er halt zusehen, wie er das hinkriegt.
Also mach dich auf den Weg, und komm gesund wieder! “

Das war ein Befehl,
und als alter Soldat musste Naaman natürlich gehorchen. Mit angemessenem
Gefolge machte er sich auf den Weg nach Samaria. Gleich nach seiner
Ankunft überbrachte er dem König von Israel den Brief seines Herrn.
Der las das Schreiben und war entsetzt. „Was erwartet euer König
eigentlich noch alles von mir? Erst soll ich Tribut zahlen, dass
mir kaum das letzte Hemd bleibt, und jetzt soll ich auch noch Kranke
heilen! Was glaubt er denn, wer ich bin? Etwa ein Gott, der töten
und lebendig machen kann? Er sucht doch nur einen Anlass, damit
er einen neuen Krieg anfangen kann! Geh und sag deinem Herrn, dass
ich alles tue, was er will, aber er soll bitte keine Wunder von
mir erwarten!“

Das war’s. Naaman
verließ den Königspalast genauso krank, wie er ihn betreten hatte.
Er blieb noch ein paar Tage in Samaria, unschlüssig, was er tun
sollte. Die Heilung, die er suchte, hatte er nicht gefunden-den.
Aber er konnte doch auch nicht einfach unverrichteter Dinge wieder
nach Hause ziehen. Während er darüber nachdachte, ließ ihn der König
noch einmal zu sich rufen. „Es hat sich inzwischen her-rumgesprochen,
weshalb du hier bist“, sagte er. „Auch ein Gottesmann, der hier
in der Nähe wohnt, hat davon gehört. Er heißt Elischa. Der hat mir
sagen lassen, ich soll dich zu ihm schicken, damit du merkst, dass
ein Prophet in Israel ist.“ – „Ein Prophet“, dachte Naaman. „Auch
das israelitische Mädchen hat doch von einem Propheten gesprochen.
Vielleicht kann er ja tatsächlich was. Ich werd mal zu ihm gehen.
Schaden kann’s nicht!“

So machte er sich
auf den Weg zum Haus des Propheten Elischa. Um Eindruck zu machen,
nahm er sein ganzes Gefolge mit. Zu ihm hinein zu gehen war natürlich
unter seiner Würde. Er blieb vor der Tür auf seinem Wagen und wartete,
bis der Prophet sich zu ihm hinaus begeben würde, um ihn angemessen
zu begrüßen. Aber statt des Propheten selbst kam nur ein Bote, und
der überbrachte eine seltsame Nachricht: Geh hin und wasche dich
sieben Mal im Jordan, so wird dir dein Fleisch wieder heil, und
du wirst rein werden.

„Wie bitte“, sagte
Naaman und merkte, wie ihm die Zornesröte ins Gesicht stieg. „Das
ist doch wohl eine Unverschämtheit! Das soll ein Gottesmann sein?
Da hab ich in Damaskus aber schon ganz andere gesehen. Die sind
zu dem Kranken hingegangen, haben inbrünstig die Augen verdreht,
salbungsvoll ihren Gott angerufen, theatralisch mit den Händen gewedelt,
und dann war der Kranke geheilt. So was in der Art habe ich hier
auch erwartet. Statt dessen soll ich mich im Jordan waschen – in
dieser trüben stinkenden Brühe! Dann hätte ich auch in Damaskus
in einen Fluss springen können! Da ist wenigstens das Wasser sauber.
Aber das ist mal wieder typisch Israel! Die reden nur immer von
ihrem Gott, aber man bekommt einfach nichts, was man sehen oder
anfassen könnte! Worte, Worte, immer nur Worte! Das ist wirklich
die mieseste Religion, die ich je kennen gelernt habe.“ Sprach’s,
wendete seinen Wagen und sprengte davon, Richtung Damaskus. Sein
Gefolge hatte Mühe, ihm zu folgen.

Als sie Naaman
dann doch wieder einholten, war seine Wut etwas abgeklungen. Deshalb
wagte einer seiner Diener ihn anzusprechen. „Herr“, sagte er, „wenn
dir der Prophet etwas Großes geboten hätte – langes Fasten zum Beispiel,
ein Brandopfer mit hundert Stieren oder eine Millionenspende an
die Prophetengenossenschaft – dann hättest du es doch getan, oder?“
– „Ja, schon“, gab Naaman zu. „Ich würde alles tun, um gesund zu
werden. Aber im Jordan baden – das ist doch einfach lächerlich!“
Der Diener ließ nicht locker. „Du vergibst dir doch nichts, wenn
du es versuchst“, sagte er. „Es ist doch nur eine Kleinigkeit, und
der Jordan ist gar nicht weit weg!“ Da gab Naaman schließlich nach.
„Na gut, ich probier’s. Aber wehe dir, wenn es nicht funktioniert!“

Also bogen sie
bei der nächsten Gelegenheit rechts ab und ritten zum Jordan hinunter.
Und wie Elischa gesagt hatte, stieg Naaman in den Fluss und tauchte
sieben Mal unter. Als er nach dem siebten Mal wieder auftauchte,
war das Wunder geschehen: seine Haut war wieder glatt und rein wie
bei einem Baby. Naaman erkannte sofort, dass das nicht am Wasser
liegen konnte. Wie oft hatte er in allem möglichen gebadet, und
es hatte nichts geholfen! Nein, es war das Wort des Propheten gewesen,
das dieses Wunder bewirkt hatte – das schlichte Wort, das er zuerst
so verachtet und dann doch befolgt hatte. Was musste das für ein
Gott sein, dem dieser Prophet diente! Ein Wort nur von ihm, durch
einen Menschen gesprochen, und alles war anders geworden: Er war
wieder gesund, er konnte wieder am Leben teilnehmen, aber noch mehr:
Er war ein anderer Mensch als vor seinem Bad im Jordan. Er beschloss,
noch einmal zu Elischa zurückzukehren und ihm zu danken.

Diesmal stieg
er ab von seinem Wagen und ging durch die niedrige Tür zu Elischa
ins Haus. „Nun weiß ich, dass kein Gott ist in allen Landen, außer
in Israel. Deshalb sag mir, wie ich dir danken kann – du kannst
von mir verlangen, was du willst!“ Aber Elischa sagte: „So wahr
der HERR lebt, vor dem ich stehe, ich nehme nichts von dir. Ihm
sollst du danken, nicht mir.“ – „Das will ich auch tun“, sagte Naaman.
„Ich werde nie mehr anderen Göttern opfern, sondern allein dem HERRN.“
Deshalb bitte ich dich nun um eine Gabe: „Lass mich zwei Maultierladungen
Erde aus Israel mitnehmen, damit ich deinem Gott auf seinem eigenen
Land opfern und zu ihm beten kann. Und noch etwas bitte ich dich:
Du weißt, ich bin in Damaskus eine hochgestellte Persönlichkeit.
Es gehört zu meinen Pflichten, dass ich den König begleite, wenn
er in den Tempel Rimmons geht, um dort zu opfern. Der HERR möge
mir verzeihen, wenn ich das auch weiterhin tue!“ Naaman war gespannt,
wie Elischa auf diese Bitten reagieren würde. Würde er die Sache
mit der Erde nicht für finsteren Aber-glauben halten? Und musste
er das Zugeständnis an die syrische Staatsreligion nicht als faulen
Kompromiss verurteilen? Ihm wurde klar, dass er im Grunde noch kaum
etwas über den Gott Israels wusste. Er kannte weder seine Gebote
noch die Art und Weise, wie man ihn verehrte. Er wusste nur eins:
Auf das Wort dieses Gottes konnte man sich verlassen. Er hatte ihn
geheilt und dafür schuldete er ihm sein Leben.

Elischa sagte
zuerst gar nichts. Weder Belehrungen, noch Ermahnungen, noch Vorwürfe.
Er schaute Naaman nur lange in die Augen, und dann sagte er: „Zieh
hin mit Frieden!“ Mehr nicht. Naaman wusste zuerst nicht, was er
damit anfangen sollte. War das nun eine Zustimmung oder eine freundliche
Absage an seine Bitten? Er wartete, ob Elischa noch etwas sagen
würde. Aber es blieb dabei: „Zieh hin mit Frieden!“ Und schließlich
wurde Naaman klar, was diese Worte für ihn bedeuteten: Ja, er hatte
das gefunden, was die Israeliten Schalom nannten: Frieden mit einem
feindlichen Volk und ihrem Gott, Gesundheit für seinen Körper, Heil
für seine Seele, und das hieß letztlich: Frieden mit sich selbst.
Diesen Frieden, diesen Schalom würde ihm niemand mehr nehmen können.
Er würde mit Frieden im Herzen nach Damaskus zurückkehren. Und alles
weitere würde sich dort finden. Es würde sich schon zeigen, wie
er dem Gott Israels auf seine Weise dienen konnte – auch als Nicht-Israelit,
auch in einem fremden Land. Denn er hatte ja am eigenen Leib erfahren,
dass dieser Gott keinen Unterschied machte zwischen Freund und Feind,
zwischen „uns“ und „denen“. Jeder konnte bei ihm Frieden finden,
so wie er. Getrost und voller Freude machte er sich auf den Heimweg.

Amen.