Neues aus Gemeinde und Presbyterium

 

Neues aus Gemeinde und Presbyterium

von Peter – Christian Rose,
Christa Reuter und Georg Klanke  

  • Königsallee und Rheinturm  

Wieder einmal war der Frauentreff Wenscht auf Tour. Nach Reisen in die Städte
Würzburg, Speyer, Trier und Münster und nach Aufenthalten in Wiesbaden,
Paris und Hannoversch-Münden ging es in diesem Jahr in die Hauptstadt
von Nordrhein-Westfalen: Düsseldorf. Das Wetter am letzten September-Wochenende
spielte mit, und die Stimmung und der Zusammenhalt der Frauen konnten
kaum besser sein! Was kam zuerst nach der Zugfahrt und nach dem
Einchecken im Hotel? Dreimal darf geraten werden. Natürlich ein
Einkaufsbummel. Auf der Kö und in angrenzenden Ladenpassagen. Dann
„Hop on – Hopp off“, eine Stadtbesichtigung mit dem Bus.
Zur Kunsthalle und zum Carsch-Haus, zum Stadttor und zum Rathaus,
zum Schloss Jägerhof und zur Kirche St. Lambertus, zum Aquazoo und
auf die linksrheinische Seite. Man erfuhr viel Historisches und
auch Aktuelles von der Rheinmetropole mit ihren 600.000 Einwohnern.
Nach so vielen Anstrengungen ließ man den Tag dann – verdientermaßen
– bei „Schumacher“ ausklingen. Am Sonntag stand zunächst
eine Schifffahrt auf dem Programm, rheinaufwärts und wieder rheinabwärts,
mit guter Sicht auf den interessanten MedienHafen mit dem „Neuen
Zollhof“ und auf die Altstadt. Dann zu Fuß zu den Gebäuden
des Landtags und zum Rheinturm. Mit seinen 240,50 Metern ist er
das höchste Bauwerk in Düsseldorf, zugleich Fernsehturm und das
Wahrzeichen der Stadt. Der Turm trägt als Besonderheit eine sogenannte
Lichtskulptur, die größte digitale Uhr der Welt. Mit einem Aufzug
ging es zum Kaffeetrinken hinauf ins Restaurant, mit seinen 180
Sitzplätzen dreht es sich in einer Stunde einmal um die Turmachse.
Ein tolles Erlebnis! Und eine phänomenale Aussicht! Ein kleiner
Wermutstropfen am Schluss: Die Rückfahrt gestaltete sich etwas schwierig;
nach zwei Zugverspätungen in Düsseldorf und Köln und durch eine
Großbaustelle auf der Rhein-Sieg-Strecke kamen die Wenschter Frauen
erst mit einer Stunde Verspätung wieder zu Hause an.

 

  • Veränderungen
    und Zuversicht   

30. September:
Pfarrer Heiner Montanus hielt in der Haardter Kirche seine Abschiedspredigt.
Sechs Jahre lang war er Gemeindepfarrer in Weidenau. Jetzt der Wechsel
ins östliche Ruhrgebiet. Dort hatte er am Monatsbeginn eine neue
Stelle als Leiter des Fachbereichs Bildung und Begegnung der vereinigten
Kirchenkreise Dortmund angetreten. Der Abschied fiel ihm nicht leicht.
Auch der Gemeinde nicht, war Heiner Montanus „doch ein überaus
beliebter Pfarrer“. Presbyter Wolfgang Birkefeld vertrat unsere
Kirchengemeinde bei der Verabschiedung und überreichte dem „Neu-Dortmunder“
ein Geschenk. Schon am nächsten Tag war das Pfarrhaus an der renovierten
Christuskirche wieder bewohnt. Von Janine Kimminus. Sie arbeitet
in unserer Nachbargemeinde ab sofort mit einer 75-Prozent-Stelle
als Pfarrerin im Entsendungsdienst. Wir heißen „die Neue“
ganz herzlich willkommen und wünschen ihr für ihren Dienst viel
Kraft und Freude und Gottes Segen! Janine Kimminus ist 30 Jahre
alt, ihr vor kurzem beendetes Vikariat absolvierte sie in Bad Berleburg.
Das Personalkarussell in Weidenau dreht sich aber weiter. Ende Dezember
geht Pfarrerin Sabine Haastert in den Vor-Ruhestand, sie hatte eine
50%-Stelle inne. Da die beiden verbleibenden Pfarrer Christoph Felten
und Martin Eerenstein zusammen 1 3/4 Stellen bekleiden, müssen die
Weidenauer in Zukunft mit weniger Personal auskommen. Das wurde
der Gemeinde im letzten Pfarrbrief für die Monate Oktober und November
mitgeteilt. Mehr noch: „Die Zeiten, in denen die Gebäudezahl,
das Geld und Personal sich vermehren, die sind wohl vorbei.“
Die Rede ist von Veränderungen, von Umstrukturierungen, vom Umdenken
und Einfühlen in neue Bedingungen, von der Konzentration der Angebote.
Pfr. Christoph Felten schreibt: „Wir sollten zusammenrücken
und mit Mut und Zuversicht den neuen Wegen vertrauen, denn ´das
Schiff, das sich Gemeinde nennt´, ist geborgen – inmitten der Wellen.
Wenn wir von unserem Schiff in Weidenau nur einmal in Richtung ´Schiff
Kirchengemeinde Nikolai´ oder ´Schiff Kirchengemeinde Klafeld´ schauen,
dann lässt sich erkennen: Die haben solche Prozesse der Veränderung
bereits hinter sich – und fahren weiter.“   

 

  • Döner
    und Käsekuchen   

Es war ein erster
Schritt, ein ganz kleiner; nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Und vielleicht der Anfang für weitere interkulturelle Begegnungen:
Das 1. Friedensfest im Wenscht am 6. Oktober. Initiiert wurde das
Fest als Gemeinschaftsprodukt der KSG Siegen, der Selimiye-Moschee
Geisweid und Wenschtbewohnern. In Kooperation mit der kath. Kirchengemeinde
St. Marien und unserer Kirchengemeinde. Ohne Federführung von Katharina
Pokrzywa, früher Gemeindeassistentin und heute Netzwerk-Koordinatorin
der KSG, aber wäre aber das Fest mit Sicherheit nie zustande gekommen.
Geboren wurde die Idee in Assisi, wo Katharina Pokrzywa den Schauspieler
Patric Tavanti traf, mit dem sie bereits in den Sommerferien im
Wenscht erfolgreich ein Theaterprojekt für Jugendliche durchgeführt
hat. Patric Tavanti war es dann auch, der das Friedensfest mit einer
Lesung aus dem Buch „Tiere des Himmels“ vor einer interessiert
lauschenden Zuhörerschaft eröffnete. Gegen Mittag füllte sich der
Platz vor dem ehemaligen Schleckermarkt mit Menschen unterschiedlicher
Kulturen und Religionen. Bei Drehleier-, Schifferklavier- und Flötenmusik
lockten kulinarische Genüsse aus deutscher und türkischer Küche,
vom Döner bis zum klassischen Käsekuchen. Dabei ergaben sich immer
wieder Möglichkeiten der Begegnung und des Gesprächs. Auch wenn
es manchmal etwas schwierig war, weil die einen nicht so gut Deutsch
sprechen konnten und die anderen des Türkischen nicht mächtig waren.
Eine Hüpfburg, die Herstellung von Buttons und Schlüsselanhängern
und die Möglichkeit zur Gestaltung von Friedensgrußkarten waren
weitere Programmpunkte. Um 18.00 Uhr fand das Fest dann seinen Höhepunkt.
Als Margit Werner, neue kath. Gemeindereferentin, der Imam der Selimiye-Moschee
und unser Pfarrer, Dr. Martin Klein, auf der Bühne im Saal nacheinander
beteten. Ein ganz und gar ungewohntes Bild! Sicherlich nicht nur
für mich! Es ging um Unterschiede und Gemeinsamkeiten, um gegenseitiges
Verstehen und Respektieren, um Solidarität, um Gewaltverzicht, um
das Eintreten für den Frieden. „O Herr, mach mich zum Werkzeug
deines Friedens, dass ich Liebe übe, wo man sich hasst …“
Und: „Gib Frieden, Herr, gib Frieden, die Welt nimmt schlimmen
Lauf.“ Und: „Friede soll mit euch sein, Friede für alle
Zeit!“ Auch im nächsten Jahr wird es im Wenscht ein Friedensfest
geben. Dieses Versprechen gab Katharina Pokrzywa am Ende der Feierlichkeiten.

 

  • Ehrenamt
    und Dankopferbüchsen  

Dreißig Jahre
lang war Winfried Krahl Presbyter hier bei uns in Klafeld, im Frühjahr
2012 schied er aus Altersgründen aus dem Leitungsgremium aus. Trotzdem
aber engagiert er sich weiterhin für „seine“ Kirchengemeinde.
In vielen Bereichen. Und auch diese Tätigkeit übt er sehr zuverlässig
aus: Er kümmert sich – seit 2001 – um Spendengelder für die Vereinigte
Evangelische Mission in Wuppertal. Dazu gehört in erster Linie das
Ausgeben und Einsammeln der Dankopferbüchsen. Jetzt konnte Winfried
Krahl 840,44 Euro im Gemeindebüro bei Christine Albertin und Brigitte
Veltzke abliefern; von dort wurde das Geld sofort an die VEM überwiesen.
Sie ist eine aus 34 Kirchen in Afrika, Asien und Deutschland sowie
den von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel gebildete Missionsgesellschaft.
Sie verfolgt seit ihren Anfängen ein ganzheitliches Missionsverständnis.
Das heißt, neben der Verkündigung des Evangeliums möchte sie die
schulischen, diakonischen und medizinischen Bedingungen der Menschen
verbessern sowie für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung
eintreten. Wir danken Winfried Krahl für seinen ehrenamtlichen Dienst,
den er übrigens auch weiterhin ausüben möchte. Und wir danken allen
Missionsfreunden in unserer Kirchengemeinde für ihre Spendenbereitschaft!
Möchten auch Sie eine Dankopferbüchse haben, dann melden Sie sich
bitte unter der Rufnummer 0271 / 3 86 98 31.   

 

  • Spielstraße
    und Kuchenbüfett   

Frischer Waffelduft lockte beim diesjährigen Bürgerfest am 14. Oktober wieder viele
Besucher an den Stand unseres Fördervereins für die Arbeit mit Kindern
und Jugendlichen. Unterstützt von vier Konfirmandinnen konnten einige
Vereinsmitglieder zahlreiche Waffeln verkaufen. „Dabei kommt
der Erlös von rund 175 Euro unmittelbar der jungen Generation in
unserer Kirchengemeinde zugute. Der Förderverein bezuschusst viele
Aktionen, Projekte und Freizeiten“, so dessen Vorsitzender
Matthias Hess. Deshalb wurde auch beim Bürgerfest wieder eifrig
um neue Mitglieder geworben. Rund um den Waffelstand hatten die
hauptamtlichen Jugendreferenten Wolfgang Hofheinz und Wolfgang Larbig
gemeinsam mit ihrem Team ehrenamtlicher Mitarbeiter eine Spielstraße
aufgebaut. Großspiele wie das „Riesen-Vier-Gewinnt“ oder
der Yenga-Turm zogen Groß und Klein in ihren Bann. „Ich möchte
mich bei allen bedanken, die zum Gelingen unseres Aktionsstandes
beigetragen haben“, sagte Matthias Hess zu „Gemeinde jetzt“.
Und er fügte hinzu: „Bei so viel Engagement für die gute Sache
wird es sicherlich auch im nächsten Jahr einen Stand für unsere
Kinder und Jugendlichen geben!“ Mittendrin, zwischen Marktstraße
und Röntgenstraße, hatte auch der Kirchenchor Klafeld sein Zelt
aufgeschlagen bzw. aufschlagen lassen. Wieder vom Malteser-Hilfsdienst.
Die Hilfsbereitschaft und die Zuvorkommenheit wurden mit einer Spende
belohnt. Chormitglieder hatten im Vorfeld 25 Kuchen und Torten gebacken
und dreißig Euro für Kaffee aus fairem Handel gespendet, andere
kümmerten sich nun um den Service und den Verkauf. Insgesamt florierte
das „Geschäft“, und kurz nach 16.30 Uhr, als sich das
Wetter verschlechterte und leichter Nieselregen einsetzte, waren
alle Kuchenteller und Tortenplatten leer. Edith Groos, die Vorsitzende
unseres Kirchenchores, zeigte sich deshalb auch überaus zufrieden:
„Alles in allem war das hier und heute wieder eine runde Sache!“

 

  • Geborgenheit
    und Nächstenliebe

Am 28. Oktober
gab es nach einem Festakt in der Erlöserkirche einen „Tag der
offenen Tür“, drei Tage später erfolgte der endgültige Umzug
in die neuen Räumlichkeiten. Die Rede ist vom Ev. Hospiz Siegerland.
17 Jahre nach der Gründung war ein Neubau nicht mehr zu umgehen.
Zwar bleibt das Platzkontingent vorerst unverändert bei acht Zimmern,
doch sind die Räume mit 27 m² plus persönlichem Sanitärbereich wesentlich
geräumiger als die alten und zudem technisch auf dem neuesten Stand.
Auch der direkte Zugang auf die Außenterrasse – mit oder ohne Bett
– ist jetzt kein Problem mehr. Dazu Hospizleiter Burkhard Kölsch:
„Es ging nicht um Quantität, sondern um eine Qualitätsverbesserung.“
Zum neuen Wohntrakt gehören auch noch ein Entspannungsbad, ein Wohnzimmer,
ein Wintergarten und ein „Raum der Stille“ sowie Arbeits-
und Sozialräume für das 13-köpfige Pflegeteam und die 18 ehrenamtlichen
Kräfte. Diese waren im vergangenen Jahr rund 2.600 Stunden im Einsatz.
Alle Mitarbeitenden wie auch die Verantwortlichen des Ev. Krankenhausvereins
Siegerland als Träger sind auch weiterhin darauf bedacht, den Aspekt
der menschlichen Wärme und der Nächstenliebe nie aus den Augen zu
verlieren. Und, so Burkhard Kölsch weiter: „Wissend, dass wir
das Zuhause unserer Gäste nicht ersetzen können, unternehmen wir
im Hospiz in Siegen den Versuch, ein familiäres Umfeld zu schaffen,
in dem sich unsere Gäste nicht abgeschoben, sondern geborgen fühlen.
Zusammen mit Familie und Freunden, Pflegekräften, Seelsorgern, Ärzten,
Physiotherapeuten und den Ehrenamtlichen begleiten wir unsere Gäste
und tun alles in unseren Kräften stehende, damit sie nicht nur in
Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben können.“ Der
Neubau hat insgesamt 2,3 Millionen Euro gekostet. Zahlreiche Groß-
und Kleinspenden haben das Vorhaben erst möglich gemacht; der größte
Betrag, nämlich 1,2 Mill. €, kam vom Förderverein. Zuschüsse gab
es sowohl von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW (650.000 €) als
auch vom Deutschen Hilfswerk – ARD Fernsehlotterie (200.000 €).

 

  • Konzeption
    und Turmbau

Am 3. November fand der diesjährige Studientag des Presbyteriums im Gemeindezentrum Wenscht statt. Dazu konnte Gerhard Etzien – früher Pfarrer in Buschhütten und Superintendent in Herford – als Moderator gewonnen werden. Neben
interessanten Impulsen zur Gemeindeanalyse diente der Tag auch als
Meilenstein zur Überprüfung der Gemeindekonzeption von 2008. Was
haben Presbyterium und Gemeinde erreicht? Welche „Projekte“
sind zur Umsetzung der Konzeption noch zu entwickeln? Es wurden
zahlreiche Ziele definiert, die in der nächsten Zeit anzugehen sind.
Abschließend galt es die Potentiale im Presbyterium zu entdecken.
Beim „Tower of Power“ mussten alle Mitglieder an einem
Strick ziehen, damit der Turmbau gelingen konnte. Gar nicht so einfach.
Aber es klappte! Das Ergebnis war schon nach kurzer Zeit zu sehen.

 

  • Homepage
    und Klicks

Die meisten von
Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, kennen inzwischen unsere Homepage.
Es gibt sie seit Mai 2003, der erste Eintrag (siehe Archiv) datiert
vom 27. April: Ein Kurzbericht über den 3. Sing- und Gospelworkshop
– geschrieben von Klaus Mackenbach. Damals konnte Daniel Mohr für
das Homepage-Projekt gewonnen werden, er nahm dann auch die Programmierung
der Seiten vor. Die Betreuung und die ständige Aktualisierung liegen
seitdem in den Händen von Günter Gollos. Dafür ein herzliches Dankeschön!
Wie oft wurde unsere Homepage im Monat Oktober 2012 angeklickt?
Was denken Sie? Ich glaube, Sie haben nicht richtig geschätzt. Ihre
Zahl ist viel zu klein! Hier das – fast unglaubliche – Ergebnis:
Unsere Homepage wurde in jenen 31 Tagen 11.558 Mal (!) direkt angeklickt,
über die Kirchenkreisseiten noch einmal 3.509 Mal. Pro Tag also
insgesamt 486 Mal. Mit einem solchen Erfolg hat damals niemand gerechnet,
auch wir vom Öffentlichkeitsausschuss nicht!  

 

  • Laternen
    und Fackeln

Am 11. November
im Wenscht: Ökumenischer Martinszug in der „Gartenstadt“,
inzwischen schon der 42. seiner Art! Bei absolut idealen Witterungsbedingungen
und mit so vielen Teilnehmern wie selten zuvor. Um 17 Uhr fand zuerst
ein kurzer Wortgottesdienst in der kath. Kirche St. Marien statt;
Gemeindereferentin Ulrike Weber stimmte alle auf das Motto des Nachmittages
ein: „Teilen will gelernt sein!“ Dann ging es hinauf:
Musikalisch begleitet durch das Siegener Blasorchester näherte sich
der Martinszug dem ev. Gemeindezentrum. Vorne weg ritt St. Martin
im roten Umhang, und niemand störte es, dass der „Reiter“
Katrin Krämer hieß, und dass das Pferd auf den recht modernen Namen
„Gina“ hörte. Auf dem Kirchplatz dann eine ganz besondere
Stimmung: Unzählige bunte Laternen, weit über hundert flammende
Fackeln und das riesige und hoch lodernde Martinsfeuer, dazu der
Duft von Kinderpunsch, Glühwein und den frischen Wecken. Presbyter
Peter-Christian Rose begrüßte Jung und Alt, Groß und Klein. Er vertrat
Pfarrer Dr. Martin Klein, der sich an diesem Wochenende mit dem
Collegium Vocale des Bach-Chores in Rom aufhielt, um in der Kirche
„Santa Maria Ara Coeli“ die Marienvesper von Claudio Monteverdi
zu singen. Im Grußwort und in der Ansprache ging es zum einen um
den Heiligen St. Martin und um den 1984 verstorbenen Pfarrer Martin
Niemöller. Beide lagen quer zum jeweiligen Zeitgeist und machten
sich reichlich unbeliebt. Und sie versuchten, in aller Konsequenz
Jesus nachzufolgen; so wurden beide auch zu Vorbildern, „von
denen wir für unser Leben und Handeln als Christen vieles lernen
können.“ Zum anderen ging es um das Teilen der Wecken und um
Geldspenden für die Straßenkinder in Haiti: „Haben wir ein
offenes Ohr für die Ärmsten der Armen, und haben wir ein offenes
Portmonee, um ein kleines Zeichen der Mitmenschlichkeit zu setzen.
Wir wollen solidarisch sein und etwas abgeben von unserem Wohlstand,
von unserem Überfluss.“ Nach der Ansprache konnte jeder das
Motto des Zuges beherzigen und seinen Wecken mit anderen teilen;
manchem soll es nicht so ganz leicht gefallen sein. Dafür kann sich
der diesjährige Erlös des Martinszuges sehen lassen: Er betrug stolze
1.186,01 Euro! Vielen Dank allen, die zu dieser Summe beigetragen
haben! Besondere Worte des Dankes fand Peter-Christian Rose auch
für all die vielen Helferinnen und Helfer, ohne die eine solch große
Veranstaltung gar nicht durchführbar wäre. Angefangen bei Helmut
Hammer und Lutz Allamode, die das Martinsfeuer aufschichteten und
entzündeten, bei Christiane Stötzel-Ditsche und ihrem Ehemann Reimund
für den Verkauf der Fackeln, bei Kevin und Jörn für das Bedienen
der Mikrofonanlage, bei Wolfgang Birkefeld für die Zugbegleitung,
bei den Konfis für das Verteilen der Martinswecken und schließlich
beim Frauentreff für den Verkauf der wärmenden Getränke. Dank auch
an die Feuerwehr und die Polizei und an die Sponsoren, die hier
bewusst genannt werden sollen: Bäckerei Fischbach, unser Förderverein
für die Kinder- und Jugendarbeit, Sparkasse Siegen und die Firmen
Mackenbach, Kottmann und Willmeroth. Viele freuen sich schon auf
den 17. November 2013, wenn St. Martin wieder hoch zu Ross durch
die Wenschtsiedlung reitet!

 

Predigt zum 3. Advent

 

GOTTESDIENST FÜR DEN DRITTEN
ADVENT

Talkirche, 16.12. 2012
Pfr.
Dr. Martin Klein
Text: Jesaja 40,1-11

1
Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott.
2
Redet mit Jerusalem freundlich und ruft ihr zu,
dass ihre
Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist;
denn
sie hat doppelte Strafe empfangen von der Hand des HERRN für
alle ihre Sünden.
3 Es ruft eine Stimme:
In
der Wüste bereitet dem HERRN den Weg,
macht in der Steppe
eine ebene Bahn unserm Gott!
4 Alle Täler sollen
erhöht werden,
und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt
werden,
und was uneben ist, soll gerade,
und was hügelig
ist, soll eben werden;
5 denn die Herrlichkeit
des HERRN soll offenbart werden,
und alles Fleisch miteinander
wird es sehen;
denn des HERRN Mund hat es geredet.
6
Es spricht eine Stimme: „Predige!“
Und ich sprach: „Was soll
ich predigen?
Alles Fleisch ist Gras
und alle seine Kraft
ist wie eine Blume auf dem Felde.
7 Das Gras verdorrt,
die Blume verwelkt,
wenn der Wind des HERRN darüber weht.“

„Ja, Gras ist das Volk!
8 Das Gras verdorrt,
die Blume verwelkt.
Aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.“
9
Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg;
Jerusalem,
du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht;
erhebe sie
und fürchte dich nicht!
Sage den Städten Judas: Siehe, da
ist euer Gott!
10 Siehe, Gott der HERR kommt gewaltig,
und
sein Arm wird herrschen.
Siehe, was er gewann, ist bei ihm,

und was er sich erwarb, geht vor ihm her.
11
Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte.
Er wird die Lämmer
in seinen Arm sammeln
und im Bausch seines Gewandes tragen

und die Mutterschafe führen.

Es herrscht Aufbruchsstimmung
in diesem Text. Freudige Erregung und gespannte Hoffnung brechen
sich Bahn. Etwas Neues fängt an, und dafür werden buchstäblich Himmel
und Erde in Bewegung gesetzt. Befehle werden erteilt und weitergegeben:
„Tröstet“, „redet freundlich“, „bereitet den Weg“, „macht ebene
Bahn“. Es geht zu wie in einem geordneten Staatswesen – nach damaliger
Vorstellung: Der Herrscher gibt eine Anweisung, sein Wesir leitet
sie weiter an den Hofstaat, und dort veranlasst jeder an seinem
Platz das Nötige, um die Anweisung in die Tat umzusetzen. So geht
es nach diesen Worten auch im Himmel zu, wenn der HERR sich seinem
Volk wieder zuwendet.

Lange haben Jerusalem
und seine verschleppten Bewohner in Babylon nichts mehr von ihrem
Gott gehört. Seit ihre Stadt zerstört wurde und sie ihre Heimat
verloren, hat er geschwiegen. Und das Letzte, was er ihnen hatte
sagen lassen, war wenig erfreulich gewesen: „Es geschieht euch recht“,
hatte es bei Jeremia oder Hesekiel geheißen, „ihr habt meine Gebote
missachtet, ihr habt auf Kosten der Armen gelebt, ihr habt euch
in falscher Sicherheit gewiegt und ihr habt mir nicht vertraut,
sondern euch lieber auf eure Waffen und eure zweifelhaften Bündnispartner
verlassen. Und für all das trifft euch nun die Strafe – meine Strafe,
denn auch ein König Nebukadnezar handelt nur in meinem Auftrag.“

Seitdem war Funkstille
gewesen, fast fünfzig Jahre lang. Die einen hausten in den Trümmern
der zerstörten Stadt, die anderen saßen im Exil, zuerst noch auf
gepackten Koffern, dann mit wachsender Resignation. Die Alten waren
gestorben, und die nachwachsende Generation hatte sich mit den Verhältnissen
abgefunden. Die Klage-lieder über die verlorene Heimat waren anfangs
noch von Herzen gekommen, inzwischen sang man sie nur noch aus Gewohnheit
und ohne Leidenschaft. Man stumpft eben ab, wenn man keine Hoffnung
mehr hat.

Aber jetzt: Jetzt
kommt Bewegung ins Geschehen. Das babylonische Reich gerät ins Wanken
durch Thronwirren im Innern und Angriffe von außen. Und auch das
geschieht nicht einfach so. Auch hier ist wieder Gott am Werk. Doch
nun geht es nicht mehr um Strafe, denn die Strafe ist im vollen
Umfang abgeleistet. Nun soll Gottes Volk getröstet und aufgerichtet
werden. Und wenn Gott seine himmlischen Heerscharen zum Trösten
ausschickt, dann geht es nicht nur um ein paar seelische Streicheleinheiten,
nicht nur um Trauerbegleitung und Verlustbewältigung. Nein, hier
wird ein Triumphzug vorbereitet: Gott der HERR kehrt zum Zion zurück,
wo einst sein Tempel stand: mitten durch die Wüste, an der Spitze
seines Volkes, das er aus der Knechtschaft befreit hat – so wie
beim Auszug aus Ägypten damals, nur noch viel gewaltiger. Dafür
muss eine Straße her, die dem Anlass angemessen ist: breit und eben,
gut gepflastert und ohne Schlaglöcher. Wenn Hügel dafür im Weg stehen,
müssen sie eben weichen, und wenn Täler stören, werden sie aufgeschüttet.
Das wäre ein Traum für jeden Tiefbauingenieur und ein Alptraum für
die Umweltschützer; aber zum Glück waren beide damals noch nicht
erfunden. Da war nur eines wichtig: Nichts und niemand soll den
Triumphzug aufhalten können. Alle sollen es sehen und staunen, und
alle sollen davon erfahren, so schnell wie möglich.

Damit ist die
Befehlskette auf Erden angekommen, bei dem unbekannten Propheten,
der uns diese Worte überliefert hat: „Es spricht eine Stimme: Predige!“
Erzähl deinen Leuten, was sich da anbahnt! Sag ihnen, wie Gott sein
Volk trösten will! Doch hier kommt die Ausführung des himmlischen
Ratschlusses ins Stocken. Denn der Prophet ruft nicht laut „Jawohl“
und macht sich ans Werk, sondern er hat da noch eine Frage, einen
Einwand sogar: „Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras und
alle seine Kraft ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt,
die Blume verwelkt, wenn der Wind des HERRN darüber weht.“

Das ist die Sprache
der Resignation, die den Propheten und sein Volk ergriffen hat:
Was sind wir denn schon, wir Menschen? Leben für ein paar Jahre
auf dieser leidgeplagten Erde, werden plötzlich dahingerafft wie
Gras im heißen Wüstenwind. Und selbst wenn wir 70, 80 werden, war
doch nur alles Arbeit und Mühe. Was soll daran jemals anders werden?
Die Alten haben noch gehofft, irgendwann wieder nach Hause zu kommen.
Aber sie sind gestorben, und nichts ist passiert. Und deshalb glauben
wir nicht mehr an Wunder. Herrscher kommen und gehen, aber für uns
bleibt alles gleich. Das Gras ist verdorrt und wird nie wieder grün
werden. Jerusalem ist gefallen und wird nie wieder aufstehen. Also
finden wir uns besser damit ab, als von triumphaler Heimkehr zu
träumen.

Ich denke, wir
kennen sie nur zu gut, diese Stimme. Ich höre sie deutlich auch
in mir selber – gerade in diesen Adventstagen, wo die alten Verheißungen
wieder neu erklingen: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es
kommt der Herr der Herrlichkeit!“ – „Tochter Zion, freue dich, sieh,
dein König kommt zu dir!“ – „Mache dich auf, werde Licht, denn dein
Licht kommt!“ Und? Wann kommt es denn endlich, das Heil der Welt?
Wenn ich die Zeitung aufschlage, finde ich jedenfalls keine Spur
davon. Das Morden in Syrien nimmt kein Ende, das in amerikanischen
Schulen offenbar auch nicht. In Mali sterben die Leute vor Hunger.
Islamisten bauen fleißig weiter Bomben, auch für deutsche Bahnhöfe.
In Europa erreichen Schulden und Arbeitslosigkeit Rekordniveau.
Und während wahrscheinlich bald die ersten Inseln im Meer versinken,
glauben die Politiker, sie hätten immer noch Zeit, über Klimaschutz
bloß zu verhandeln – ohne Lust und ohne Ergebnis. Und ich? Danke,
mir geht’s ja ganz gut. Aber rechne ich ernsthaft damit, dass Gott
noch einmal ins Geschehen eingreift und „all unsre Not zum Ende
bringt“ – nicht nur bildlich gesprochen und ansatzweise, sondern
wirklich und endgültig? Irgendwie ist das doch genauso unwahrscheinlich
wie der Weltuntergang am nächsten Freitag. Also: Was soll ich predigen?
Alles Fleisch ist doch Gras, und so wird es bleiben.

Es ist gut, dass
die Stimme, die da im Auftrag Gottes mit dem Propheten spricht,
den Einwand nicht einfach ignoriert oder wegwischt. „Du hast Recht“,
sagt sie. „Ja, es ist so: Gras ist das Volk, und das Gras ist verdorrt.
Es steht schlimm um die Welt und um die Menschen in ihr. Tod und
Vergänglichkeit bestimmen über ihr Leben, und das oft viel zu früh.
Aber damit ist noch nicht das letzte Wort über sie gesprochen, denn
„des HERRN Wort bleibt in Ewigkeit.“ Er spricht von Trost und Rettung,
und er wird Wort halten. Sein Befehl wird nicht unausgeführt bleiben.
Was er sagt, das wird geschehen, und ihr werdet es erleben.

Reicht das, um
den Einwand des Propheten zu entkräften? Reicht es, um die Resignation
zu überwinden? Da könnte man so seine Zweifel haben – angesichts
der Erfahrungen mit menschlichen Versprechungen und Ehrenworten.
Kann ja jeder behaupten, dass er zu seinem Wort steht. Aber wo bleibt
der Beweis?

Doch dem Propheten
genügt Gottes Wort. Er muss wohl zu der Überzeugung gelangt sein,
dass es tatsächlich Gottes Wort ist, was er da vernimmt. Kein bloß
menschliches Wort, das für seine Verlässlichkeit nicht gerade stehen
kann. Kein menschlicher Wunschtraum, der womöglich dem eigenen Hirn
entsprungen ist. Nein, es ist wirklich Gott, der durch seinen Boten
zu ihm redet. Und Gott wäre nicht Gott, wenn sein Wort nicht gelten
und geschehen würde.

Also lässt er
seinen Einwand fallen und führt den Befehl aus. Er predigt. Und
wie er das tut! Er wird zum Freudenboten, zum Evangelisten des Alten
Testaments. Selbst die Trümmer Jerusalems fordert er auf, es ihm
gleich zu tun: Aufzustehen aus Ruinen, sich dem Kommen Gottes zuzuwenden
und die Botschaft weiterzugeben: an alle Städte Judas, an alle Kinder
Israel nah und fern. Nicht eher ist der Auftrag „Tröstet mein Volk!“
ausgeführt, bis die ganze Welt davon erfahren hat, bis alle Menschen
erkennen: „Siehe, da ist euer Gott!“

Die große Vision
von der triumphalen Heimkehr durch die Wüste ist damals nicht Wirklichkeit
geworden. Die Offenbarung der Herrlichkeit des HERRN vor aller Welt
hat nicht stattgefunden. Was wirklich geschah, war ein bisschen
Heimkehr, ein bisschen Neuanfang, aber in viel bescheideneren Dimensionen.
Doch das Wort Gottes an den Propheten ist dadurch nicht hinfällig
geworden. Es hat weiter gewirkt, Hoffnung geweckt und genährt, Glauben
gefunden. Johannes der Täufer hat es aufgegriffen als „Prediger
in der Wüste“, als Wegbereiter des Messias. Und als der dann kam,
ganz anders, als die Propheten sich das vorgestellt hatten, da wurde
Gottes Wort eins mit unserem vergänglichen Menschsein, mit dem Fleisch,
das wie Gras ist. Und von daher und dadurch wirkt es weiter bis
zum heutigen Tag. Es spendet Trost, es richtet auf, es eröffnet
neue Wege, es nimmt sich unserer Zweifel an, es weist uns hin auf
Gott, der in Jesus längst zu uns gekommen ist, es schenkt uns Freude
mitten im Leid, Zuversicht mitten in der Angst, Leben mitten im
Tod. Wenn wir es nur hören. Wenn wir es nur auf uns wirken lassen.
Wenn uns nur aufgeht, dass es wirklich Gott ist, der da zu uns spricht.
Mag sein, dass wir das von uns aus nicht können. Aber Gott weiß
Wege, wie er uns dahin bringen kann, dass wir seiner Freudenbotschaft
Glauben schenken.

Amen.

 

Mittendrin – was sich bisher getan hat.

 

Mittendrin – was sich bisher
getan hat.

Zwischenzeitlich
sind einige Monate nach dem offiziellen Baubeginn am 13.08.2012
vergangen, und wer interessiert in den Baustellenbereich neben der
Talkirche schaut, wird feststellen, dass hier einiges passiert ist.

Nachdem  Abbruch-
und Baugenehmigung von der Stadt Siegen erteilt wurden, konnten
mit den Arbeiten begonnen werden. Gleich nach Beginn der Tiefbauarbeiten
wurde festgestellt, dass unter Wegen, Abfangungen und Stützmauern
vor vielen Jahren nicht an Beton gespart wurde. Der musste zuerst
zerkleinert und entsorgt werden.

Auch der 15.000
l große Erdtank, vor ca. 20 Jahren bei der Umstellung von Öl auf
Gas außer Betrieb genommen, war reichlich mit Beton eingepackt.

Genug der Überraschungen
? Nein ! Die Betonstützmauer neben der ehemaligen Wohnung Lang zum
Kindergarten erwies sich als nicht ausreichend standfest und wurde
ebenfalls incl. Treppe zerkleinert und entsorgt.

Da die Gründungssohle
des Neubaus unter der der Kindergarten liegt, musste der gesamte
Bestandsbereich aufwändig unterfangen werden. Um die Standsicherheit
der Kita nicht zu gefährden, konnte an dieser Maßnahme nur abschnittsweise
gearbeitet werden.

Als dann noch
Grundwasser zwischen alten und neuem Fundament lief und wegen schlechter
Bodenverhältnisse der Statiker zur Umstellung von einer Gründung
mit Streifen- und Stützenfundamenten auf eine Flächengründung riet,
da war für kurze Zeit die Lust am Bau des neuen Gemeindezentrums
vergangen.

Unverzagt ging
es jedoch weiter. Und heute, nachdem viele Tonnen Grobschlag und
Schotter eingbaut wurden, im Baufeld verlaufende Abwasserleitungen
verlegt sind, stehen wir wieder auf festem Boden.

Jetzt nimmt der
Neubau mit  Betonbodenplatte, Stützen und Wänden nach und nach
Gestalt an.

Das gesamte Bauteam
„Mittendrin“ mit Projektplaner Uli Hoefer an der Spitze gehen davon
aus, dass ab sofort ohne neue Probleme gebaut werden kann.

Sie hoffen auf
einen recht milden Winter, der für die weiteren Bauarbeiten genutzt
werden kann, um die Verschiebungen im Terminplan wieder kompensieren
zu können.

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Nicht alle können
sich beim Betrachten der Planunterlagen vorstellen, wie das Bauvorhaben
„mittendrin“ nach der Fertigstellung aussehen wird. Es konnte ein
Model der Baumaßnahme erstellt werden. Interessierte können sich
dieses, im Eingangsbereich der Talkirche aufgestellte Modell ansehen.
Zu den kommenden „Guten-Abend-Kirchterminen“ wird das Modell in
der Wenscht-Kirche anzusehen sein.

 

STEP – Die Weiterbildung

 

„STEP – Die Weiterbildung
für Erzieher/innen“

– Kinder wertschätzend und
kompetent erziehen –

41 pädagogische
Mitarbeiterinnen aus dem Ev. Familienzentrum Klafeld nahmen an einer
Weiterbildung teil um ihre Handlungskompetenzen in der pädagogischen
Arbeit mit Kindern in den ersten wichtigen Lebensjahren zu stärken.

„https://www.kirche-klafeld.de/admin/newspics/Step-12-2012.jpg“ width=“500″ height=“373″ border=“0″>

Pädagogische Fachkräfte
in Kindertageseinrichtungen müssen sich heute vielfältigen und oft
schwierigen Herausforderungen stellen. Damit dies besser gelingt
und die alltäglichen Situationen entspannter für Kinder und Erzieherinnen
gemeistert werden können, bietet sich Step als ein ausgereiftes
und abgerundetes Trainingsprogramm an. Step bietet ein überzeugendes
und klares Konzept und richtet sich an professionell Erziehende
in Kindertageseinrichtungen.

Ziel der Fortbildung
ist es, die Kinder mit einer wertschätzenden Grundeinstellung kompetent
anzuleiten und konsequent zu erziehen. Dabei werden die persönlichen
Ressourcen genutzt und der Stresslevel in der Arbeit deutlich reduziert.
Die Kurstage waren abwechslungsreich gestaltet: so gehörten neben
der Theorie und dem systematischen Training auch Rollenspiele und
die individuelle, praktische Umsetzung in der Kita dazu. Die jeweils
neu erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten wurden nach der Erprobung
gemeinsam in der Gruppe reflektiert. Thematische Kursinhalte sind
Entwicklungs- und Individualpsychologie, respektvolle Kommunikation,
Unterscheidung zwischen störendem  und echtem Fehlverhalten,
Ermutigung, Förderung der Kooperationsbereitschaft und die Gestaltung
einer Erziehungspartnerschaft mit den Eltern zum Wohle der Kinder.

Die Fortbildung
stieß auf durchweg positive Resonanz. Die Kursteilnehmerinnen sind
begeistert von der gewinnbringenden praktischen Umsetzung von „Step“
im beruflichen Alltag. Das Ev. Familienzentrum Klafeld strebt die
„Step Zertifizierung“ als Qualitätssicherungsmaßnahme an. Bisher
erlangten bereits 16 Erzieherinnen die Zertifizierung.

Somit ergänzt
die „Step Weiterbildung für Erzieherinnen“ das „Step Elterntrainingsprogramm“,
welches bereits fünf mal im  Ev. Familienzentrum Klafeld für
Eltern angeboten wurde.

Nähere Informationen
zum  „STEP“ Trainingsprogramm finden Sie im Internet unter:
instep-online.de

Die nächste „Step
Weiterbildung für Erzieherinnen“ startet am 24.01.2013 und beinhaltet
4 Kurstage.

Auch für 2013
sind zwei Kurse für Eltern geplant.

Bei Interesse
sind Sie herzlich zu den Infoabenden am 19.02.13 (für Eltern mit
Klein- und Grundschulkindern) und am 10.09.13 (für Eltern mit Teeangern)
eingeladen. Dort können Sie sich informieren und Näheres über die
Ziele und Inhalte erfahren.

Anmeldungen werden
im Büro des Ev. Familienzentrums unter der Telefonnummer 0271/31316976
oder per e-mail an: ev.familienzentrum@kirchengemeinde-klafeld
entgegen genommen.

 

Predigt zum 2. Advent

 

GOTTESDIENST FÜR DEN ZWEITEN
ADVENT

Talkirche, 9.12. 2012
Pfr.
Dr. Martin Klein
Text: Jes 63,15-64,3

Nun ist also wieder
Advent. Wie wohl die meisten von Ihnen wissen, heißt das auf deutsch
„Ankunft“. Und wie Sie alle wissen, muss man auf Ankunften manchmal
lange warten. Und keiner tut das besonders gern. Denn:

Warten ist lästig.
Da steht man in Kälte und Regen auf dem Bahnsteig, wartet auf den
Zug und hört dann eine dieser netten Durchsagen: „Achtung an Gleis
drei: Der Regional-Express nach Hagen, planmäßige Abfahrt 9.32 Uhr,
wird voraussichtlich 20 Minuten später eintreffen. Wir bitten um
etwas Geduld!“

Warten macht unruhig.
Da hat sich die Tochter für nachmittags zum Kaffee angekündigt,
aber es wird vier, halb fünf, fünf, und niemand kommt. Und während
der Kaffee langsam kalt wird, beginnt man sich Sorgen zu machen:
„Wo bleibt sie denn nur? Ihr wird doch nichts passiert sein! Sie
hätte doch wenigstens anrufen können, wenn sie später kommt!“

Warten ist zermürbend.
Da hat der Arzt bei einer Routine-Untersuchung bedenkliche Symptome
festgestellt. Er hat Untersuchungen angestellt, Proben genommen
und eingeschickt. Aber es dauert seine Zeit, bis die Ergebnisse
kommen, und so lange verbringt man schlaflose Nächte: „Bin ich ernsthaft
krank oder ist alles ganz harmlos? Muss ich mich auf eine Operation
gefasst machen, oder vielleicht gar auf Schlimmeres?“ Und selbst
wenn der Befund schließlich Entwarnung gibt, braucht man noch eine
Weile, bis die Angst sich gelegt hat.

Warten nimmt manchmal
kein Ende. Arbeitslose warten jahrelang auf einen Job und kriegen
keinen. Alte und lebenssatte Menschen warten auf den Tod, und er
kommt nicht. Viele Menschen auf der Welt sehnen sich nach Frieden.
Seit Jahrhunderten tun sie das schon, und Antonio Vivaldi hat  mit
seinem „Et in terra pax“ ergreifende Musik zu dieser Sehnsucht geschrieben.
Aber viel zu viele Menschen warten immer noch vergebens auf Frieden,
auf Gerechtigkeit und Freiheit.

Ja, warten kann
eine Qual sein. Davon weiß auch mein heutiger Predigttext ein Lied
zu singen. Es ist ein Klagelied, und es steht in Jesaja 63 und 64:

So schau nun
vom Himmel
und sieh herab von deiner heiligen, herrlichen
Wohnung!
Wo ist nun dein Eifer und deine Macht,
deine
innere Regung und deine Barmherzigkeit?
Halte nicht an dich,
bist du doch unser Vater!
Denn Abraham weiß von uns nichts,
und
Israel kennt uns nicht.
Du, HERR, bist unser Vater;
»Unser
Erlöser«, das ist von alters her dein Name.
Ach dass du
den Himmel zerrissest und führest herab,
dass die Berge
vor dir zerflössen,
wie Feuer Reisig entzündet
und wie
Feuer Wasser sieden macht,
dass dein Name kund würde unter
deinen Feinden
und die Völker vor dir zittern müssten,
wenn
du Furchtbares tust, das wir nicht erwarten
und das man
von alters her nicht vernommen hat.
Kein Ohr hat gehört,

kein Auge hat gesehen einen Gott außer dir,
der so wohl
tut denen, die auf ihn harren.

Hier warten Menschen
auf Gott. Und sie warten schon entsetzlich lange. Seit vielen Jahren
ist Jerusalem zerstört, liegt der Tempel des Gottes Israels in Trümmern.
Die Bevölkerung von Juda ist arm und machtlos, und den Nachbarvölkern
ist das gerade recht. Damit sind sie schließlich einen lästigen
Konkurrenten los. Und die Leute in Juda wissen: aus eigener Kraft
gibt es keinen Ausweg aus der Misere.  Dabei hatten sie noch
vor kurzem neue Hoffnung geschöpft: Die Babylonier, die Jerusalem
zerstört hatten, waren von den Persern besiegt worden. Und der Perserkönig
Kyros hatte den Exils-Juden in Babylon die Heimkehr gestattet. Ja,
er hatte sogar erlaubt, den Tempel wiederaufzubauen. Der Prophet,
den wir den Zweiten Jesaja nennen, schien recht zu behalten. „Jetzt
bricht eine neue Heilszeit an“, hatte er gesagt. „Gott wendet sich
seinem Volk wieder zu. Er beweist seine Macht an uns – noch herrlicher
als damals, als er unsere Vorfahren aus Ägypten befreit hat.“ Aber
aus alledem ist nichts geworden. Ein paar Leute sind aus dem Exil
heimgekehrt, sie haben auch den Grundstein zu einem neuen Tempel
gelegt, aber die feindseligen Nachbarn und die ärmlichen Verhältnisse
haben alle Blütenträume zunichte gemacht. An der trostlosen Lage
hat sich nichts geändert.

Jedenfalls noch
nicht. Denn wenn eine großartige Hoffnung einmal geweckt ist, dann
ist sie so leicht nicht wieder tot zu kriegen. Die Menschen in Juda
und Jerusalem erwarten immer noch alles von ihrem Gott. Und deshalb
haben sie das Warten noch nicht aufgegeben, so zermürbend und qualvoll
es auch ist. Allerdings ist ihr Geduldsfaden zum Zerreißen gespannt.
Sie bestürmen ihren Gott geradezu mit Klagen, Bitten und Hilferufen.
Der Text, den ich gelesen habe, ist davon nur ein kleiner Ausschnitt.
Sie lassen nichts unversucht, um bei Gott Gehör zu finden.

Sie erinnern ihn
an seine großen Taten: „Damals, beim Auszug aus Ägypten, da hast
du tatsächlich den Himmel zerrissen wie einen Vorhang, der dich
vor der Welt verbarg. Du hast dein Volk befreit und die Ägypter
im Schilfmeer versinken lassen. Du hast sie durch die Wüste geführt.
Und am Berg Sinai bist du ihnen erschienen in Feuer, Donner und
Erdbeben. Keiner konnte da noch an dir zweifeln.“

Sie packen ihn
bei seiner Ehre: „Es ist doch dein Volk, das so miss-handelt wird,
es ist dein Heiligtum, das man mit Füßen tritt! Wie kannst du das
so einfach hinnehmen? Wie kannst du die Feinde nur denken lassen,
dass du deine Leute nicht im Griff hast, dass du zu schwach warst,
um sie bei der Stange zu halten?“

Sie nageln ihn
fest auf seine Zusagen: „Hast du nicht immer gesagt, dass wir dein
Volk, dein Erbteil sind? Hat es nicht immer geheißen: Barmherzig
und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte? Was ist nun
mit all diesen großen Worten?“

Sie erinnern ihn
an seine Verantwortung: „Unsere irdischen Stammväter, Abraham, Isaak
und Jakob, sind längst zu Staub zerfallen. Sie können nichts für
uns tun. Aber du, du bist doch in Wahrheit unser Vater, unser Erlöser,
unser Gott und unser Herr! Wer soll uns denn helfen, wenn nicht
du?“

Und sie trauen
ihm etwas zu: „Du hast die Macht, um die Feinde zum Zittern zu bringen
und ihnen das Maul zu stopfen. Du kannst mehr tun und bewirken,
als wir Menschen uns vorstellen können. Du kannst die ganze Weltgeschichte
umkrempeln, wenn du nur willst.“

Man kann es fast
unverschämt nennen, wie das Volk hier auf seinen Gott einredet.
Nichts lassen sie unversucht, um ihn zu einer Antwort zu bewegen.

Der Text des altkirchlichen
Gloria tut es ihnen gleich. Auch dort werden im Lobpreis alle verdienten
Ehrentitel Gottes aufgezählt: „Herr, Gott, himmlischer König, allmächtiger
Vater, Herr Jesus Christus, eingeborener Sohn, Lamm Gottes, das
der Welt Sünde trägt“. Und auch dort mündet die dankbare Aufzählung
immer wieder ein in die flehentliche Bitte um Erhörung: „erbarm
dich unser, nimm an unser Gebet.“ Wir werden noch hören, was Vivaldi
musikalisch daraus gemacht hat.

Aber lohnt sich
die Anstrengung? Hat sie sich für die Menschen von Juda gelohnt?
Hat das Gloria von Vivaldi oder von wem auch immer noch einen anderen
Wert als den musikalischen und kulturellen? Bewirkt all das Beten
und Fragen, all das Singen und Reden etwas – außer vielleicht für
das eigene seelische Wohlbefinden? Oder verhallt es letztlich doch
im Nichts – weil es zu dem, den wir mit unseren Gebeten meinen,
gar nicht durchdringt? Oder weil da im Himmel gar keiner ist, der
uns zuhört?

Ich denke, wir
kennen das. Wir haben alle schon Situationen erlebt, in denen uns
danach war, Gott mit den Fragen zu überschütten, die uns quälen:
Warum treffen Leiden, Not und Tod anscheinend immer die falschen,
warum ausgerechnet mich? Warum kann ich mich abstrampeln, wie ich
will, und komme doch nie auf einen grünen Zweig? Warum schwimmen
die einen im Geld, und die anderen ertrinken in Schulden? Was soll
aus mir, aus meiner Familie, meiner Kirche, meinem Land, meiner
Welt werden, wenn alle nur noch an sich selber denken und auf den
eigenen Vorteil aus sind? Und wann antwortet Gott endlich auf diese
Fragen? Wann fängt er endlich an damit, die Welt heil zu machen,
wie er es auch uns versprochen hat – im Alten und im Neuen Testament?

Auch ich wünsche
mir manchmal, dass Gott endlich den Himmel zerreißt und sichtbar
als Herr der Welt erscheint. Damit den Armen endlich das Himmelreich
gehört. Damit die Leidtragenden endlich getröstet werden. Damit
der Hunger nach Gerechtigkeit endlich gestillt wird. Damit die Barmherzigen
endlich Barmherzigkeit erlangen. Und damit ich endlich die Zweifel
loswerde, ob ich mir und anderen nicht doch etwas vormache, wenn
ich darauf hoffe und von dieser Hoffnung rede.

Noch warte ich:
auf Antwort, auf Erfüllung, auf Gott. Und manchmal wird das Warten
lang. Aber ein Zeichen habe ich doch, dass ich nicht vergebens warte.
Der Himmel ist noch nicht zerrissen, aber er hat sich schon einen
Spalt breit aufgetan. Damals, als Jesus geboren wurde und der Engel
zu den Hirten sagte: „Euch ist heute der Heiland geboren“, bevor
er mit den himmlischen Heerscharen das allererste Gloria anstimmte.
Damals, als Jesus sich taufen ließ und eine Stimme vom Himmel sagte:
„Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“ Damals,
als der Auferstandene seinen Jüngern erschien und sagte: „Mir ist
gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.“ Ein Spalt nur, ein
Strahl vom Licht Gottes im Dunkel der Welt. Aber dieser Himmelsspalt
weckt berechtigte Hoffnung auf mehr. In den 2000 Jahren seit Jesus,
in den zweieinhalbtausend Jahren seit Jesaja ist diese Hoffnung
nie gestorben. Und wenn ihre letzte Erfüllung auch noch aussteht,
so hat sie doch vielen Menschen durch die Jahrtausende Trost und
Kraft gegeben und tut es noch – auch und gerade durch so herrliche
Musik, wie wir sie heute hören dürfen. Das alles ist zwar kein Beweis
für die Richtigkeit dieser Hoffnung. Aber doch ein Grund, mich auf
sie einzulassen. Und dann selber zu erfahren: Wer Hoffnung hat,
der kann auch warten. Und wartet nicht vergebens.

Amen.