Rückblick: Martinszug 2008

Ökumenischer Martinszug im
Wenscht

Am 16. November
2008 veranstalteten die evangelische und katholische Kirchengemeinde
im Wenscht den traditionellen Martinszug.

Seit Jahrzehnten
treffen sich Junge und Alte, Kleine und Große und ziehen von der
katholischen zur evangelischen Wenschtkirche. Das Anspiel der Kommunionkinder
in der katholischen Kirche von der Legende von Martin und dem Bettler
stimmte die Besucher ein. Danach ging es mit Laternen und Fackeln,
angeführt von St. Martin auf dem Pferd und begleitet vom Siegener
Blasorchester, zum evangelischen Gemeindezentrum. An der evangelischen
Kirche wartete bereits das lodernde Martinsfeuer. Teilen will gelernt
sein – um das Motto des Martinszugs in die Tat umzusetzen, wurden
kostenlos Wecken ausgegeben, die man mit dem Nachbarn teilte.

Spenden und der
Erlös aus dem Glühwein- und Kinderpunschverkauf in Höhe von 435,05
€ kommen dem Projekt Valdivia (Chile) zu gute, dass für Töchter
der ärmsten Familien der Landbevölkerung neue Perspektiven schafft.

Rückblick: Oekumenisches Kinderfest

Am 10. August im Wenscht:

„Wir feiern heut´ ein Fest
…“

„… und kommen
hier zusammen.“ Mit diesem Liedvers begann diesmal der Familiengottesdienst
zum 38. ökumenischen Kinderfest in St. Marien. Das Thema hieß „Unter
Gottes weitem Schirm“. Aber nicht nur in der Kirche drehte sich
alles um Schirme, nein, sie sollten weite Teile des Festtages bestimmen.
Denn „pünktlich“ um 9.30 Uhr hatte es zu regnen begonnen. Gut, dass
es dann gegen 13.00 Uhr aufklarte und trocken blieb und der Himmel
erst wieder um 19.00 Uhr seine Schleusen öffnete. Da war das Fest
glücklicherweise bereits zu Ende.

Aber zurück zum
Gottesdienst: Im Mittelpunkt stand der 91. Psalm: „Wer unter dem
Schirm des Höchsten sitzt …“. In den Lesungen der Kinder, in allen
Aktionen und in den Gebeten, vorgetragen von Presbyterin Rosel Joppich
und Gem.-Ass. Katharina Pokrzywa, immer wurde verdeutlicht, dass
Gott uns beschirmt, dass uns seine Liebe begleitet. „Aber Gott schützt
uns nicht vor allem Übel, aber er gibt uns Gewissheit, Sicherheit
und Hoffnung.“ So Pfr. Martin Klein in seiner Predigt. Auch alle
Lieder, begleitet von Kathrin und Holger Schollmeyer, vertieften
die Thematik. „Wir feiern heut´ ein Fest und singen miteinander.“

Pünktlich
zur Mittagszeit konnten sich die vielen hundert Festbesucher
am ev. Gemeindezentrum mit einer deftigen Erbsensuppe
und leckeren Grillwürstchen stärken. Unter Langeweile
hatte dann bis zum späten Nachmittag niemand zu leiden.
Viele Großspiele, das Kistenklettern der TG Friesen,
schnelle Fahrten auf der Rollenrutsche, das Kasperle-Theater,
das Glücksrad, die unzähligen Rennen auf der Carrera-Bahn
und das Hufeisenwerfen sorgten für Abwechslung und Spannung.
Am Maltisch und beim Basteln von Holzraben und afrikanischen
Rasseln waren vor allem Phantasie, Kreativität und Geschicklichkeit
gefragt. Und wer Lust hatte, konnte sich schminken und
verschönern lassen.

Großen Beifall
erhielten der Zauberer Raselli und die Hip-Hop-Tanzgruppe des TV
Gosenbach; die jungen Damen zeigten Ausschnitte aus dem Showprogramm
der Tanz-WM 2008. Vertreten waren auch die Kindernothilfe,  der
Schachverein Weidenau/Geisweid e.V., der Imkerverein Siegen-Nord
sowie der Malteser-Hilfsdienst. Bei der Tombola warteten genau 600
Preise auf die glücklichen Gewinner. Erfrischen konnten sich die
kleinen und großen Gäste mit kühlen Getränken. Und eine überaus
reichhaltige Kuchentafel und ein Waffelstand luden im Gemeindezentrum
zum gemütlichen Kaffeetrinken ein.

Zusammen mit dem
diesjährigen Erlös von 3.240 Euro konnte das traditionelle Kinderfest
im Wenscht in den letzten 38 Jahren schon ca. 70.000 € einspielen:
„Wir feiern heut´ ein Fest und danken für die Gaben.“ Seit 1999
wird der jeweilige Reingewinn gedrittelt. Ein Teil kommt diesmal
dem von der katholischen Gemeinde getragenen Projekt in Trujillo
(Peru) zugute, ein Drittel ist für das Waisenhaus in Bagamoyo (Tansania)
bestimmt, und ein Drittel geht an eine in Not geratene Familie hier
in Geisweid: „Wir feiern heut´ ein fest und teilen miteinander.“
So heißt es im vierten und letzten Vers des schönen Kinderliedes.

„Das Fest war
wieder ein Erfolg“ – dieses Resümee konnte man nicht nur von den
Mitgliedern des Vorbereitungskreises  vernehmen. Auch die Besucher
sparten nicht mit Lob. Ein Junger Familienvater sagte: „Wenn es
dieses Kinderfest nicht gäbe, müsste es umgehend erfunden werden!“
Zum Schluss allen Mitarbeitern und Helfern und dem Moderator ein
„ganz dickes Lob“, ein herzliches Dankeschön an alle privaten Spender
und an „unsere“ Sponsoren, voran die Bäckereien Elter, Fischbach
und Frank sowie die Metzgerei Weber, aber auch an alle anderen Firmen,
Banken und Geschäfte hier vor Ort und im gesamten Kreisgebiet!

Peter – Christian Rose  

Rückblick: Einführung Pfr. Boes

„Ihr Tun möge hier zum Segen
werden!“

Nur ein halbes Jahr war die
2. Pfarrstelle in unserer Kirchengemeinde vakant,
am 17. August
konnte sie mit Pfarrer Frank Boes wieder besetzt werden.

In einem Festgottesdienst
in der Talkirche wurde der neue Seelsorger von Superintendentin
Annette Kurschus in sein Amt eingeführt. Sie gab ihm in Anlehnung
an Psalm 36 folgendes mit auf den Weg: „Für Ihre vornehmste Aufgabe
hier in Klafeld halte ich, dass Sie mit den Ihnen gegebenen Gaben
helfen, dass Menschenkinder im Schatten der Güte Gottes Zuflucht
suchen und finden.“ Und: „Ihr Tun möge hier zum Segen werden!“ Dann
berichtete sie dem „Neuen“, dass sie selbst sechs Jahre lang – von
1993 bis 1999 – in Klafeld gelebt und gearbeitet habe. Während dieser
Zeit sei es zu vielen guten Begegnungen gekommen, auch habe sie
kostbare Erfahrungen gemacht. „Hier in Geisweid ist ´gut´ sein!“

Pfrn. Almuth Schwichow,
Pfr. Dr. Martin Klein, Pfr. Berthold Heiermann (Weidenau) und einige
Presbyterinnen und Presbyter sprachen Pfarrer Frank Boes verschiedene
Segensworte zu. Nach der Einführung gab die Gottesdienstgemeinde
das Versprechen, den Dienst ihres neuen Pfarrers zu achten, ihm
beizustehen und für ihn zu beten.

In seiner Predigt
führte der neue Seelsorger aus, welche Tätigkeiten für ihn besonders
wichtig sind, nämlich die Wortverkündigung und das diakonische Handeln.
Auch wolle er mit allen Haupt- und Ehrenamtlichen in der Gemeinde
auf gleicher Ebene arbeiten: „Kein Amt soll höher gestellt sein!“

Musikalisch gestaltet
wurde der Festgottesdienst von der Bläser-Spielgemeinschaft Geisweid-Birlenbach,
dem Kirchenchor mit einigen Instrumentalisten und den Mädchen und
Jungen der Kindertagesstätte Ortsmitte.

Nach der Einführung
in der Talkirche hatte das Presbyterium zum Empfang im Gemeindezentrum
an der Ziegeleistraße geladen. Pfrn. Almuth Schwichow konnte über
150 Gäste begrüßen, darunter viele aus den Kirchengemeinden Iserlohn
und Hemer, in denen Pfr. Boes vorher tätig war. Landrat Paul Breuer
und der stellvertretende Bürgermeister Jens Kamieth, beide wohnhaft
im Wenscht, überbrachten die Grüße des Kreises und der Stadt Siegen.
Pfr. Berthold Heiermann von der Weidenauer „Muttergemeinde“ wünschte
seinem neuen Amtskollegen, dass die Gemeinde hinter ihm stehe. Pfr.
Karl-Hans Köhle sprach ein Grußwort für St. Joseph und St. Marien,
und Pastor Werner Jung von der FeG für die Allianz hier vor Ort.

Ursula Stutte
vom Mütterkreis, die Mitglieder des Bezirkspresbyteriums und Renate
Höfer vom Frauenkreis wünschten Pfarrer Boes Gottes Segen und viel
Kraft für seinen Dienst. Die Grüße aller 270 Kinder und aller 50
Erzieherinnen in unseren sechs Tageseinrichtungen überbrachte Katrin
Osterburg, Leiterin im Kindergarten Setzen. Die Frauenhilfe und
die Seniorenrunde aus Hemer bedauerten den Weggang „ihres“ Pfarrers,
der Kirchenchor aus Iserlohn wartete mit mehreren Liedvorträgen
auf.

Als letzter ging
Pfr. Frank Boes ans Mikrofon. Er dankte für die herzliche Aufnahme,
die guten Wünsche und die vielen Aufmerksamkeiten und Geschenke,
die er erhalten habe: Gutscheine, eine Radwanderkarte, typische
Mitbringsel aus dem Siegerland, viele Blumen, einen Natur- und Landschaftsführer,
zwei Heidelbeersträucher, eine Figur des Heiligen Joseph und diverse
Bücher. Er freue sich auf Klafeld und die Zusammenarbeit mit allen
Gruppen und Kreisen in der Gemeinde. Auch wir freuen uns auf ihn!
Und wiederholen, was die Kinder im Gottesdienst gesungen haben:
„Möge der Segen Gottes mit dir sein!“ Gleichzeitig sind wir froh,
dass die Zeit der Vakanzen vorbei ist und dass alle Pfarrstellen
wieder besetzt sind!

Peter – Christian Rose

Chorausflug 2008

Der Kirchenchor auf Reisen

Unser Kirchenchor
kann nicht nur gut und erfrischend singen, er bietet auch eine gute
Chorgemeinschaft. Das zeigt sich im Zusammenhalt in Krisenzeiten
einzelner Mitglieder, aber auch bei fröhlichen Anlässen wie Feiern
und gemeinsamen Ausflügen.

Der diesjährige
Jahresausflug hatte die altehrwürdige Kaiserstadt Speyer am Rhein
zum Ziel. Die Vorsitzende Edith Groos hatte (zusammen mit ihrem
Ehemann) wieder alles bestens vorbereitet. So konnte es am Samstag,
6. September um 7 Uhr in Geisweid losgehen. In Speyer bezog die
Reisegruppe das Hotel am Technikmuseum am Rande der Altstadt. Ein
Teil der Gruppe besuchte dieses seit 1991 entstandene imposante
Museum gleich nach der Ankunft. Zu sehen waren u.a. 70 Flugzeuge,
ein U-Boot, 50 Auto-Oldtimer, 40 historische Feuerwehrfahrzeuge,
Eisenbahnen aus aller Welt und vieles andere mehr.

Andere ließen
sich von Pfr. Schäfer durch den monumentalen Kaiserdom führen. Vor
fast 1000 Jahren entstand er als (damals) größte Kirche des Abendlandes
und Symbol kaiserlicher (salischer) Macht. „Der Kaiserdom ist ein
Gefäß so reicher historischer Erinnerungen, wie sie kein anderes
Baudenkmal unseres Vaterlandes besitzt“ – so formulierte es einst
der große Kunstgeschichtler Georg Dehio.

Nachmittags gabs
(in zwei Gruppen) eine ausgedehnte sachkundige Stadtführung. U.a.
ging es in den Judenhof mit der Ruine der mittelalterlichen Synagoge
und dem gut erhaltenen Ritualbad (um 1110 errichtet). Speyer beherbergte
im Mittelalter eine der bedeutendsten jüdischen Gemeinden nördlich
der Alpen. Man sprach damals von den „Weisen von Speyer“, hochbedeutenden
jüdischen Gelehrten. Ein Teil der Gruppe bestieg zum Abschluss noch
das Altpörtel, eins der ältesten und größten Stadttore in Deutschland.
Am Abend gab es eine fröhliche Einkehr bei gutem Essen und pfälzer
Wein.

Am Sonntag hatte
der Chor die Ehre, im Gottesdienst der Gedächtniskirche mitwirken
zu können. Diese gewaltige Kirche wurde von 1893 bis 1904 gleichsam
als protestantisches Gegenüber zum Kaiserdom errichtet. Spenden
aus der gesamten evangelischen Christenheit ermöglichten den Bau
dieser gewaltigen neugotischen Kathedrale. Der Turm ist mit 104
m Höhe der höchste Kirchturm der Pfalz. Sehenswert sind auch die
prachtvollen Glasfenster. Sie geben einen Querschnitt der deutschen
Glasmalerei um 1900. Die Chorfenster stiftete Kaiser Wilhelm II.
Die Orgel mit 97 Registern ist die größte in Südwestdeutschland
und ursprünglich eine Stiftung der deutschen Kirchenchöre. Die „Gedächtniskirche
der Protestation“ erinnert an den Speyerer Reichstag von 1529, der
die Freistellung des religiösen Bekenntnisses zurücknehmen wollte,
die 3 Jahre zuvor – ebenfalls auf einem Reichstag in Speyer – beschlossen
worden war. Dagegen protestierten 1529 sechs evangelische Reichsfürsten
und 14 Reichsstädte. Seitdem hat sich die Bezeichnung „Protestanten“
für die Evangelischen eingebürgert.

Nach einem Stadtbummel
durch verträumte und romantische Altstadtgassen und einem zünftigen
Mittagessen im „Domhof“ ging es zur Schiffsanlegestelle am Rhein.
Eine eineinhalbstündige Schifffahrt zu den Altrheinarmen ließen
alle bei Sonnenschein die „Natur-pur“ erleben.

Abends kehrte
eine sehr zufriedene und fröhliche Reisegruppe nach Geisweid zurück
– randvoll mit schönen Erlebnissen, Eindrücken und Begegnungen.
Die Schriftführerin Annette Weber hatte das alles wieder in wohlgesetzte
Reime gebracht, die sie auf der Rückfahrt zum Besten gab.

Man darf sich
schon wieder auf den nächsten Ausflug freuen – Pläne dafür gibt
es schon!

Rückblick: „Jugend von heute“

Rückblick „Jugend von heute“

In Kirche und
Gemeinde erleben wir und begegnen uns Jugendliche. Meist sind Kinder
und Jugendliche in unserer Gesellschaft eine umworbene „Zielgruppe“
 Sicherlich sind sie das auch in der Kirche; aber sie sind
auch mehr.

Wie sind Jugendliche?
Was brauchen sie?

Diese Fragen standen
am Anfang der „Kleinen Abendreihe“ im Juni und August. Eigene Erfahrungen
kamen zur Sprache genauso wie Bilder, die wir in uns tragen. Schnell
wurde deutlich, das es „die Jugend“ so nicht gibt; wohl aber Jugendliche,
die in ihrem Lebensgefühl oft hin- und hergerissen sind und nach
Orientierung und Sicherheiten suchen und fragen. Erwachsene erleben
selbst dieses Spannungsfeld im Umgang mit Jugendlichen: Einerseits
Wegbegleiter sein zu wollen, andererseits aber auch die eigene Hilflosigkeit
im Umgang mit Jugendlichen zu spüren und schwer Zugänge finden zu
können.

Dabei stehen bleiben,
hilft wenig. Das braucht Austausch, Überprüfung der eigenen Bilder
und vor allem die Fragerichtung: Was stärkt Jugendliche und welche
Rolle „spielt“ dabei heute die Konfirmandenarbeit als Ort, wo wir
über eine längere Wegstrecke mit Jugendlichen „zu tun“ haben? ..
Es war gut, das an den Abenden Jugendliche selbst zu Wort kamen
und mit Erwachsenen ins Gespräch. So war der Hinweis einer Jugendlichen:
„..mit dem anfangen, was Jugendliche bewegt und beschäftigt..“ eine
sehr deutliche Beschreibung, wohin wir unseren Blick lenken sollten.
Der Austausch darüber muß weitergehen und darum ist es gut, das
sich auch weiterhin Jugendliche für Jugendliche in der Konfirmandenarbeit
engagieren, aber auch, das Erwachsene Wegbegleiter sind und werden.

Wolfgang Hofheinz