Projekt Mai / Juni

Projekt Mai / Juni

“Unsere Kirche wird 100!”

 


Aus diesem Grund bitten wir Sie um ein Geburtstagsgeschenk
für die Talkirche. Wie Sie wissen, braucht die Orgel ein neues Werk.
120.000 € sind bis heran Spenden dafür eingegangen. Wir hoffen,
dass uns der besondere Anlass des Geburtstages nochmals einen Schritt
weiter bringt. Als Geburtstagsgeschenk können Sie einen Betrag auf
das Konto der Ev.- Ref. Kirchengemeinde Klafeld, Nr. 30 306 872
bei der Sparkasse Siegen (BLZ 460 500 01)
mit dem Kennwort “Orgel“
überweisen. Eine Spendenbescheinigung stellen wir gerne aus.

Auf ein Wort….

Er deckt mich in seiner Hütte
zur bösen Zeit,
er birgt mich im Schutz seines Zeltes.

Psalm 27, 5

Liebe Leserinnen und Leser!

Manchmal stehen wir im Regen – und unser Schirm
hofft zu Hause auf besseres Wetter. Manchmal fühlen wir uns ausgeliefert,
können uns nicht schützen, nicht verstecken, träumen von einem Dach
über dem Kopf, aber werden nass bis auf die Haut. Wenn wir Glück
haben, ist es nur ein Schauer, der vorüberzieht. Wenn wir Pech haben,
regnet es Tag und Nacht.

Das ist ein Bild fürs Leben. In einem alten
amerikanischen Schlager heißt es: „Why does it allways rain on me?“
Warum regnet es immer auf mich? Wir hören dieses Lied im Radio und
denken vielleicht: Der singt unser Lied.

David ist es auch immer wieder so gegangen in
seinem Leben. Dann hat er ein eigenes Lied geschrieben, einen Psalm.
Psalm 27 ist so ein Regenpsalm. Ein Psalm, der von „bösen Tagen“
erzählt, von „schlimmen Zeiten“. Und doch nimmt sein Lied eine andere
Wendung als der alte amerikanische Schlager. Denn er weiß: Ich habe
einen, der mich schützt. Ich habe ein Dach über dem Kopf.

„Er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit,
er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“ Wer? Gott! Er nimmt uns
bei sich auf. Er gibt uns Schutz unter seinem Dach. Das hebräische
Wort, das hier steht, bedeutet auch „Schutzhütte“. Gott ist eine
Schutzhütte für böse Tage, für schlimme Zeiten. Da kann man rein.
Da ist man sicher. Da fühlt man sich zu Hause, auch wenn es draußen
stürmt und schüttet. Da hat man ein Dach über dem Kopf und vier
Wände. Da ist es warm und gemütlich. Da ist man zu Hause, ist man
gut aufgehoben für Zeit und Ewigkeit.

Wie kann man eigentlich leben ohne eine solche
Schutzhütte?!

Oder besser gesagt: Wie kann man überleben,
wenn man einsam und schutzlos durch die Welt stolpern muss? Wir
glauben, wir könnten es nicht. Es tut so gut zu wissen, dass da
einer ist, der auf uns aufpasst, der unserem Leben Bestand gibt,
der sorgt, dass wir jedes Wetter durchstehen. Es tut so gut, immer
wieder in diese Schutzhütte fliehen zu können. Die Tür ist nie verschlossen.
Wir können ein- und ausgehen, wann immer wir wollen.

 

Liebe Leserinnen und Leser,

unser Auftrag für diese Sieite ist es,
die Andacht mit einer kurzen persönlichen Vorstellung zu verbinden.
Das erschien uns schwierig. Der oben genannte Psalmvers macht uns
dieses Unterfangen aber einfacher. Wir, das sind Jutta Petzold und
Jörg Hoffmann- Petzold, Sandro, Mia und Hundedame Angie, wohnen
nun schon seit Ende Februar am Otto-Brenner-Platz 12a im hinteren
Wenscht.
 

Pastorin Jutta
Petzold

Pastor Jörg Hoffmann-Petzold


Nach unserem Theologiestudium waren wir
zunächst zwei Jahre ohne Anstellung durch die Landeskirche. In dieser
Zeit arbeiteten wir als Pferdepfleger, Briefträger, Krankenpflegehelfer,
Altenpflegehelfer und als Jugendreferent. Nach dieser Zeit begann
unser Vikariat, für Jutta in der Kirchengemeinde Klafeld im Wenscht
und für Jörg in der Kirchengemeinde Krombach. Die Zeit als Pfarrer
zur Anstellung verbrachte Jörg in der Kirchengemeinde Krombach und
Jutta als Frauenreferentin des Kirchenkreises Siegen. Im Jahr 2001
wechselten wir als Pfarrerehepaar in die Kirchengemeinde Wunderthausen-Diedenshausen
im Kirchenkreis Wittgenstein. Hier begleiteten wir eine halbe Gemeindestelle
und eine halbe Stelle Schuldienst am Institut Schloß Wittgenstein.
Vielerlei Umstände führten uns dahin, bei der Landeskirche um unsere
Abberufung aus unserer Pfarrstelle zu bitten. Wir fanden Unterstützung
und unser Weg ging zurück in den Kirchenkreis Siegen. Gespannt warteten
wir dann, wo dieser Schritt uns hinführen würde. Und an dieser Stelle
greift genau der oben genannte Psalmvers: Wir haben uns auf Gottes
Schutz und sein Zelt verlassen. Er hat uns nicht im Regen stehen
lassen. Und so landeten wir dann mit dem Arbeitsauftrag „Vertretungsaufgaben
im Kirchenkreis Siegen“ in unserem Haus im Wenscht. Nun ist aus
dieser Aufgabe eine Vetretung in der Kirchengemeinde Klafeld geworden.
Mittlerweile haben wir uns hier sehr gut eingelebt, war doch dieser
Neuanfang für uns schon mit vielen bekannten und vertrauten Gesichtern
verbunden. Wir leben gerne hier im Wenscht und legen alles weitere
in Gottes gute Vaterhände.

Mit einem lieben Gruß und Gott befohlen!

Ihre Pastorin Jutta Petzold  &
 Pastor Jörg Hoffmann-Petzold

Auf ein Wort………

Liebe Leserinnen und Leser,

im August 2005 haben Ursula Stutte aus Geisweid
und ich an einer Reise des westfälischen Landesverbandes der Frauenhilfe
teilgenommen. Unser Ziel war Südafrika, das Land, aus dem in diesem
Jahr die Ordnung für den Weltgebetstag kommt.

Im Lehrerzimmer einer christlichen Privatschule
in Pretoria treffen wir Sarie Janssen, eine vornehme ältere Dame,
die langjährige Vorsitzende des südafrikanischen Weltgebetstags-Komitees.
Sie erzählt uns, dass Südafrika 1999 als Gastgeberland für den diesjährigen
Weltgebetstag ausgewählt wurde. Das Internationale Weltgebetstags-Komitee
legte das Thema fest: Zeichen der Zeit. Die südafrikanischen Frauen
suchten passende Bibeltexte aus, formulierten die Gebete und baten
die Künstlerin Estelle Rose, ein Titelbild zu entwerfen. Sie begleiteten
die Künstlerin mit Gesprächen, Bibelarbeiten und Gebeten, und so
entstand in einem geistlichen Prozess das Bild, das auf dieser Ausgabe
von „Gemeinde jetzt“ abgedruckt ist. Das deutsche Weltgebetstags-Komitee
hat dieses Bild leider durch ein anderes ersetzt. Die Enttäuschung
darüber ist Sarie Janssen deutlich anzumerken. Sie erlaubt uns ausdrücklich,
das Original-Titelbild für unsere Plakate, Einladungen und Karten
zu verwenden. Diesen Vorschlag greifen wir in Klafeld gerne auf
und stellen Ihnen das Bild hier vor.

Estelle Rose nimmt in ihrer Darstellung Motive
aus den Bibeltexten auf, die in der Gebetsordnung vorkommen. Von
dem dunklen Hintergrund heben sich die Zeichen der Zeit ab, auf
die Jesus im Lukasevangelium hinweist: Kriege und Zerstörung (Schild
und Speere, Schachfiguren, Trümmersteine), Gefangenschaft (Handschellen),
Zeichen am Himmel (Sonne und Wolken), Seuchen (Aids-Schleifen),
Tod und Qual (Knochen, gebrochene Herzen). Doch die dunkle, gebrochene
Welt ist nicht ohne Hoffnung. Im Zentrum des Bildes steht ein großes,
weißes Blatt, ein Blatt vom Baum des Lebens. Mit seinen Blättern
werden die Völker geheilt (Offenbarung 22,2). Gerahmt wird das Bild
von einer Bordüre, die an afrikanische Stoffmuster erinnert. Der
dreibeinige eiserne Kochtopf gilt in Südafrika als Sinnbild für
Gastfreundschaft und Fürsorge, für ein Leben in Fülle.

Die südafrikanischen Frauen sehen darin ein
Zeichen für die Einladung Gottes, seine Liebe und Gnade in unserem
Leben zu empfangen. Uns von seinem Wort nähren zu lassen, damit
wir selbst Hoffnung, Liebe und Frieden in unserer dunklen Welt aufscheinen
lassen (kleine Blätter, Weltgebetstags-Kreuz). Südafrikanische Traditionen
und aktuelle Probleme verbinden sich nicht nur auf diesem Bild mit
der biblischen Botschaft, sondern auch im Leben vieler Frauen, die
wir auf unserer Reise kennen gelernt haben. In ihrem Land sehen
sie die Zeichen der Zeit in den Nachwirkungen der Apartheid, die
vor allem die schwarze Bevölkerung treffen: Armut, Arbeitslosigkeit,
Gewalt und Aids. Mit tiefem Glauben und bewundernswerter Stärke
setzen sie in einer oft düsteren und bedrückenden Umgebung Zeichen
der Hoffnung: in Aids-Waisenhäusern, Hospizen und Suppenküchen,
in Frauenhäusern und Heimen für misshandelte Kinder, in Gesprächsgruppen
für Großmütter, die ihre verwaisten Enkel aufziehen, in einer Kaffeestube
für Straßenkinder und Prostituierte, in Projekten, die Jugendliche
ausbilden und HIV-Infizierte beschäftigen, in Initiativen, die das
Wohnumfeld in den Townships verbessern, indem sie Kindergärten und
Vorschulen bauen und Gemüsegärten anlegen. Noch nie habe ich Menschen
getroffen, die so viel Hoffnung und Zuversicht ausstrahlen.

Ich freue mich in diesem Jahr besonders darauf,
den Weltgebetstag zu feiern: am 3. März um 19 Uhr in der Talkirche
und anschließend im Lutherhaus. Dazu lade ich Sie im Namen unseres
ökumenischen Vorbereitungskreises herzlich ein.

Almuth Schwichow


Auf ein Wort…. November/Dezember 2005

Banner: Auf ein Wort...

Advent ist im Dezember

In dieser Woche (also Ende September) passierte
es. Ich hab ihn gesehen: den ersten Weihnachtsmann der Saison. In
einem Mantel aus bunter Alufolie stand er da in der Süßwarenabteilung
eines Kaufhauses. Da neben und darüber fanden sich Spekulatius und
Lebkuchenherzen. Und während die Stimme aus dem Kaufhaus-Lautsprecher
darauf hinwies, dass die Bademoden nochmals reduziert worden seien,
wunderte ich mich nicht wenig – und ärgerte mich auch.
In meiner
Kinderzeit hatte die Adventszeit in unserer Familie einen ganz besonderen
Ablauf und besondere Höhepunkte. Am Samstagnachmittag vor dem ersten
Advent flocht meine Mutter den Adventskranz und verzierte ihn. Mein
Vater brachte aus dem Wald Tannenzweige mit, die in Bodenvasen gestellt
und mit Strohsternen und Lametta behängt wurden. Am ersten Advent
wurde bei einbrechender Dämmerung die erste Kerze angezündet und
die alten Adventslieder gesungen. In dieser Zeit wurden die Bratäpfel
zu einer Delikatesse. Für unsere katholischen Nachbarn waren diese
Wochen Fastenzeit; wir registrierten das mit Respekt.

 

Auch bei uns bemühte sich die Mutter darum,
das Spritzgebäck gut zu verstecken – nicht immer mit Erfolg. Aber
nach all dem Warten und der Vorfreude waren sie doch besonders köstlich.
 “Alles
hat seine Zeit: Advent ist im Dezember”, heißt eine Initiative der
Evangelischen Kirchen. Die Kirche ruft so dazu auf, der Vermarktung
von Advent und Weihnachten schon vor der Zeit zu widerstehen. September,
Oktober und November können auch so schöne und wichtige Monate sein,
ohne dass wir sie schon als “Vorweihnachtszeit” begehen. Der erste
Oktobersonntag ist durch den Erntedank geprägt. Und der November
ist mit der “Dunklen Jahreszeit” und seinen stillen Ta gen eine
Zeit, in der auch die schweren Seiten des Lebens einmal zur Sprache
kommen dürfen. Und ich bin überzeugt: nur wer Selbstkritik zulässt
und über Umkehr nachdenkt, nur wer sich Trauer erlaubt, kann auch
voller Freude feiern.
 Geschäfte und Innenstädte voller Weihnachtsdekoration
schon vor Totensonntag, daran kann und will ich mich nicht gewöhnen.

Plakat: Advent ist im Dezember

www.advent-ist-im-dezember.de



Ist das wieder typisch kirchliche Spießigkeit? Ich glaube nicht.
Für Stollen und Weihnachtsoratorium kann ich mich sehr erwärmen.
Aber im Herbst sind mir Pflaumenkuchen und Federweißer lieber. Alles
zu seiner Zeit.
Darum mein Tipp: Gönnen Sie dem Weihnachtsmann
noch ein paar Wochen Urlaub. Der Weihnachtsmarkt an der Talkirche
und die Christvesper werden dann auch zu besonderen Erlebnissen.

In diesem Sinne eine frohe und gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Ihr B. Schäfer

Auf ein Wort…. Sept./Okt. 2005

Monatsspruch für September 2005:

Lukas 12, 15

„Mehr ist im Augenblick wirklich nicht drin“,
sagt sie. Sie meint Geld oder Zeit oder Kraft. Und ich glaube ihr.
Beneide sie ein wenig darum, dass sie ihr Maß zu kennen scheint.
Manchmal würde ich auch gerne sagen: „Mehr ist nicht drin. Das Maß
ist voll.“ Es ist gesund, das zu sagen. Es tut gut, sein Maß zu
kennen. Das rechte Maß für Arbeit und Ruhe, für Erwartungen und
Ziele, für Nächstenliebe, Gottesliebe und Selbstliebe. Es muss ein
vernünftiges Maß sein. So, dass ich mich nicht übernehme. Und dass
auch andere mich nicht überfordern oder unterfordern. Ich muss mein
eigenes Maß finden, sonst werde ich zerrieben oder meine Gaben werden
nicht wahrgenommen.

Ein Mensch kann nicht mehr geben, als ihm
gegeben ist. Das ist sein Maß.
Darunter ist Langeweile. Darüber
ist Herzinfarkt.
Darunter ist Unzufriedenheit. Darüber nur noch
Stress.
Darunter ist Jammern. Darüber Ausgebeutet-Werden.
Menschen,
die ihr Maß nicht kennen, sind sich selbst und anderen eine Last.

Auch im Glauben. Denn Glaube ohne Maß macht fanatisch.

Im Monatsspruch für September warnt Jesus
vor Maßlosigkeit: „Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn
niemand lebt davon, dass er viele Güter hat“ (Lukas 12,15) – oder
einen vollen Terminkalender. Sonst stehen wir am Ende so da wie
der reiche Kornbauer im Gleichnis Jesu: mit vollen Scheunen, tollen
Bilanzen, aber mit leeren Händen.

Diese Warnung möchte ich beherzigen. Ich möchte
in dem Maß leben, das mir gegeben ist. Meine Gaben mit Freuden einsetzen
und mit anderen teilen, aber auch aufgeben, was mein Maß übersteigt.
Denn mehr ist wirklich nicht drin.

Almuth Schwichow