Setzer Blaumilchkanal

Naturgemäß sind nicht alle Nachrichten erfreulich.
So
war am Freitag, 20. Februar 2004 in der Siegener Zeitung zu lesen:

Wasserfall auf Stühlchenkreis

Im Setzer Kindergarten entlud sich ein Abflussrohr

Kindergartenleiterin zeigte Courage

Obersetzen.
Es geschah am Mittwoch
vor einer Woche. kurz vor Ende eines gewöhnlichen Kindergartenvormittags.
Die Kindergartenleiterin Anneliese Trinnes saß zum Ausklang mit
einer der beiden Setzer Kindergartengruppen im Stühlchenkreis. Plötzlich
nahm sie ein merkwürdiges Geräusch von oberhalb der Gruppenraumtür
wahr: Knirsch, knirsch – und noch ehe die Erzieherin das Geräusch
und die sich in Sekunden bildende Tapetenblase richtig einordnen
konnte – machte die Tapete oberhalb der Tür .ratsch. und blitzschnell
brachen sich ca. 300 Liter Wasser rund um die Tür herum ihre Bahn.
Die Tapete hing in Fetzen. es dauerte nur wenige Minuten, und schon
zeigte auch der dortige Linoleumboden Berge und Täler.
 

Anneliese Trinnes reagierte geistesgegenwärtig
richtig und drehte zuerst die Hauptsicherung aus. An der Wand befanden
sich nämlich Schalter und Steckdosen. Gedacht, getan, dann wurden
mit Hilfe der anderen Erzieherinnen alle Kindergartenkinder geordnet
und ohne Panik in die angrenzende Sporthalle in Sicherheit gebracht.
Noch vor der Ankunft der Eltern, die ihren Nachwuchs abholen wollten,
waren alle Kinder bereits in die Turnhalle umgezogen.

Gemeinsam machten sich Eltern und Erzieherinnen
kurz ein Bild von der Lage. Dann stellten sie sämtliche beweglichen
Teile in der Turnhalle ab. Gleichzeitig kamen Schrubber, Lappen
und Eimer zum Einsatz. Kurz darauf informierte die Leiterin die
Kirchengemeinde Klafeld, die Trägerin des Setzer Kindergartens.
Pfarrer Thomas Hölzer und Kirchbaumeister Herbert Sohns beauftragen
noch für den selben Tag zwei heimische Firmen für die Analyse der
Wasserschäden und die professionelle Trocknung. Als Ursache des
kleinen Setzer "Blaumilchkanals" machten die Experten
schnell ein vom Dach kommendes PVC-Abflussrohr in der Wand aus,
das zehn Jahre vor Indienststellung des Kindergartens beim Anschluss
des Gebäudes an die Kanalisation über die vorhandene Sickergrube
offensichtlich schlichtweg vergessen wurde – denn besagtes PVC-Rohr
endete buchstäblich im Nichts. Dieser Zustand ist inzwischen beendet,
eine dritte heimische Firma hat in den vergangenen Tagen das Rohr
ordnungsgemäß angeschlossen.

Inzwischen hat sich bei Eltern und Erzieherinnen
der erste Schreck gelegt, und der typische, bei Wasserschäden auftretende,
muffige Geruch gehört dank der professionellen Trocknungsgeräte
bereits weitgehend der Vergangenheit an. Auch die 50 Kindergartenkinder
haben den derzeit provisorischen Betrieb inzwischen verinnerlicht.
Zurück bleiben neben der Sorge einiger Eltern vor eventuell später
auftretendem Schimmelbefall allerdings einige Fragen: Wieso bemerkte
niemand den fehlenden Anschluss des Rohrs? Wer kommt für den Schaden
auf?

Dipl.-Ing. Britta, Wagner-Groß von der Abteilung
Hochbau der Stadt Siegen hat sich jetzt ein Bild von der Lage gemacht.
Sie kommt wie auch Herbert Solms zu dem Ergebnis, dass sich aufgrund
des vergessenen Anschlusses nach und nach ein Wasserrückstau gebildet
hat, der sich dann in dem Gruppenraum und einem nebenliegenden Büroraum
Bahn brach. Vor einem befürchteten Schimmelpilzbefall konnte die
Diplom-Ingenieurin bereits in einem Telefonat mit der SZ Entwarnung
geben. Diesbezüglich brauchten sich die Setzer Eltern keine Sorgen
zu machen.

Allerdings räumte sie ein, dass die dortige
Dachkonstruktion gewisse Tücken aufweise (worauf schon seit längerem
der Geisweider Dachdeckermeister Hegner hingewiesen hatte). Grund
dafür sei ein im falsch ausgebildetes Gefälle auf dem begrünten
Flachdach, wodurch bei starken Regenfällen immer wieder Wasser direkt
an einer der Außenwände herunter laufe. Die dadurch hervorgerufenen
schwarzen Flecken im Fensterbereich hatte schon seit langem regelmäßig
Beschwerden der Eltern auf den Plan gerufen. Aber auch da gab Wagner-Groß
Entwarnung. Die Flecken seien zwar optisch nicht schön, in bezug
auf das Innenraumklima aber nicht relevant. Inzwischen erklärte
der stellv. Abteilungsleiter des Fachbereichs Hochbau Henning Roth
gegenüber der SZ, dass nach dem derzeitigen Stand die Stadt Siegen
die anfallenden Kosten rund um den Anschluss des PVC-Rohrs an die
Kanalisation voraussichtlich übernehmen werde.

Die innen anfallenden Reparaturarbeiten bliebe
dagegen Sache des Trägers bzw. der Eltern. Immerhin, in Sachen Malerarbeiten
haben die Setzer Eltern schon Übung. Es ist gerade einmal zwei Jahre
her, dass sie gemeinsam mit den, Erzieherinnen zu Pinsel und Farbe
griffen und für eine optische Auffrischung des Kindergartens sorgten
(die Farbe spendierte damals die Kirchengemeinde Klafeld).

Wie Petra Arnold waren viele Eltern mit den
Erzieherinnen des Setzer Kindergartens Einsatz, um die Spuren des
unfreiwilligen Wasserfalls zu beseitigen.

Presbyteriums-Wahlen

Zum 28. März scheiden aus dem Presbyterium
aus:

Frau Martina Hofheinz, Wartburgstr. 20. Sie ist seit 2000
Presbyterin im II. Bezirk, außerdem hat sie im Diakonieausschuß und im Theologischen
Ausschuß mitgearbeitet.

Frau Regine Paeschke-Lück, An der Talkirche 8. Seit 1996
ist sie Presbyterin im II. Bezirk. Sie war zudem Mitglied des Finanz- und Personalausschusses
und Vorsitzende des Theologischen Ausschusses.

Frau Inge Well, Friesenstr. 17 a. Seit 1996 ist sie Presbyterin,
zunächst im Wenschtbezirk und nach der Neugliederung der Gemeinde 1999 im II.
Bezirk. Sie ist Mitglied im Kindergartenausschuß und im Theologischen Ausschuß.

Wir danken den auscheidenden Presbyterinnen herzlich für
die sehr engagierte Mitarbeit im Presbyterium, in der Ausschußarbeit und der
alltäglichen Gemeindearbeit. Jede hat ihre Gaben eingesetzt und entfaltet zum
Wohle der Gemeinde und der Menschen, für die sie Verantwortung übernommen haben.
Das kostete immer wieder Zeit und auch Kraft und Ausdauer, aber (wir glauben)
es hat auch Freude gemacht. An solchen Aufgaben wächst man auch. Wir bedanken
uns vom Presbyterium aus für eine immer gedeihliche und fruchtbare Zusammenarbeit!

Zugleich freuen wir uns darüber, daß folgende Mitglieder
des Presbyteriums sich zur Wiederwahl gestellt haben:

Bezirk I a, Hoher Rain

Eike Buschmann
Heidemarie Georg

Bezirk II

Winfried Krahl

Bezirk III

Helmut
Fick
Martina Stötzel

Bezirk IV

Günter Gollos
Paul-Heinrich Groos
Hartmut
Heinbach

Wir danken diesen Presbyterinnen und Presbytern herzlich,
daß sie auch weiterhin bereit sind, Verantwortung für unsere Gemeinde zu übernehmen.
Wir wünschen allen dazu Kraft, Phantasie und Freude – und zu allem Tun Gottes
Segen.

Die Einführung der neuen und die Verabschiedung der ausscheidenden
Presbyteriumsmitglieder findet in den Gottesdiensten am 28. März statt.

Orgel-Ausschuss

Gründung eines Orgelausschusses

Wie in der letzten Ausgabe von “Gemeinde jetzt” zulesen
war muss das Orgelwerk der Talkirchenorgel erneuert werden. Das ist das übereinstimmende
Ergebnis zweier unabhängiger Gutachter. Das Presbyterium hat in seiner Dezembersitzung
einen Orgelausschuss berufen, der alle damit zusammenhängenden Fragen prüfen
und nach verantwortlichen Löungen suchen soll.Mitglieder dieses Gremiums sind:
Superindent i.R. Ernst Achenbach, Pfarrer Matthias Hohmann, Kirchmeister Erwin
Messerschmidt, Regine Paeschke-Lück, Pfarrer Burkhard Schäfer, Kantorin Andrea
Stötzel, Kirchenmusikwart Ulrich Stötzel, Thomas Weber und Erhard Vetter.

Die konstiturende Sitzung dieses Ausschusses fand am 3.
Februar statt. Dabei wurde nochmals die bisherige Entwicklung der Orgelfrage
erörtert Doch am Ende war allen klar: wir müssen und wollen auf einen Neubau
des Orgelwerkes zugehen.

Es sollen Angebote von drei Orgelbaufirmen eingeholt werden.
Zuvor wird der Ausschuss sich fachkundig beraten lasen und Orgelneubauten in
vergleichbaren Größen ansehen und anhören. Die alles entscheidende Frage wird
die Finanzierung sein. Denn eins ist heute klar: finanzieren lässt sich eine
Orgel bei uns weitestgehend nur durch Spenden! So werden Finanzfragen auf der
Tagesordnung der nächsten Sitzung stehen.

Bedanken möchten wir uns schon heute bei vielen Spendern,
die seit November kleinere und größere Beträge für die Orgel überwiesen haben.
Insgesamt sind es über 10 000.- €. Das macht uns Mut und gibt uns Zuversicht,
daß es zu schaffen ist.

Wir werden Sie in “Gemeinde jetzt” regelmäßig über die
weitere Entwicklung und Planung informieren aund auf dem Laufenden halten.

Einblick „Kleiderkammer“

Einblick

Kleiderkammer im Lutherhaus

In jedem Gemeindebrief findet sich ein Hinweis auf diese
Einrichtung. Vermutlich ist aber wenig darüber in der Öffentlichkeit bekannt.
Seit 1992 gibt es diese Einrichtung – und im Lauf der Jahre sind hier sicher
Tonnen gebrauchter Kleidung, Schuhe, Bettzeug, Gardinen und Haushaltsartikel
weitergegeben worden an Bedürftige. Ungezählte Menschen von Geisweid bis nach
Sibirien haben hier sehr konkrete diakonische Hilfe erfahren. Es vergeht fast
kein Tag, an dem nicht Hilfesuchende hier einkehren. Die Seele des Ganzen hat
auch einen Namen: es ist Elvira Hasenkamp, die Frau unseres Küsters.

Fast immer hat sie eine offene Türe, eine offene Hand
– und (was fast noch wichtiger ist) ein offenes Ohr. Viele haben ihn in der
Kleiderkammer ihr Herz ausgeschüttet, sich ausgesprochen und ein gutes Wort
mitgenommen.

Es sind in erster Linie Rußlanddeutsche, die hier anklopfen.
In den Sprachkursen in Siegen wird die Adresse Wartburgstraße 20 schon seit
Jahren als Geheimtipp weitergegeben. Und so kommen Rußlanddeutsche aus dem ganzen
Stadtgebiet und aus Kreuztal hierher. Für junge Familien ist das eine entscheidenden
Hilfe. Für manche Rentnerin mit einer sehr geringen Rente ist die Kleiderkammer
unentbehrlich geworden. Manche Familien holen immer wieder Kleidung, um sie
in Zehn- oder Zwanzigkilopaketen zu ihren notleidenden Verwandten nach Rußland,
in die Ukraine oder nach Kasachstan zu schicken. Andere decken sich vor einer
Reise zu Verwandten nach Rußland hier mit Kleidung ein.

Natürlich steckt hinter der Organisation solch einer Einrichtung
eine Menge Arbeit: eingehende Kleidung muß sortiert, mitunter gewaschen, gefalten
und eingeräumt werden. Nach Besuchen muß ständig aufgeräumt werden. “Ladenhüter”
müssen aussortiert werden. Das kann eine Person alleine gar nicht leisten. So
hat Frau Hasenkamp treue Helferinnen gefunden, die regelmäßig kommen und in
jeder Weise anfassen. Zu nennen sind zuerst Frau Citzer, Frau Becker, Frau Galster
und andere mehr. So wird die Kleiderkammer auch zu einer Plattform für Austausch,
für Gespräche – und auch für Seelsorge.

Für die Spender ist es wichtig zu wissen: gute und brauchbare
Kleidung, die im Lutherhaus abgegeben wird, die findet dankbare Abnehmer, und
diese wird auch getragen! Sie landet nicht im Reißwolf.

Danke

DANKE !

In unserer schnelllebigen Zeit ändert sich fast täglich
etwas. Dort eine Neuerung, hier eine Reform. Vieles hat (schon nach kurzer
Zeit) keinen Bestand mehr. Jedem von uns fallen an dieser Stelle eine Reihe von
Beispielen ein.
Wie
gut, dass es Ausnahmen gibt! Wie gut, dass es Bereiche gibt, in denen nicht
eine Veränderung die andere jagt, in denen Bewährtes bleibt und Bestand hat!
Von
einem dieser Bereiche soll jetzt die Rede sein:
An
Ihrer Spendenfreudigkeit, liebe Gemeindeglieder, hat sich in den letzten Jahren
nichts geändert! Trotz wirtschaftlicher Krise, trotz finanzieller Probleme. Sie
unterstützen uns auch weiterhin in großartiger Weise. Vieles könnte in unserer
Kirchengemeinde ohne Ihre Hilfe nicht mehr weitergeführt oder in Angriff
genommen werden. Und Sie unterstützen auch weiterhin die vielfältigen Dienste
an Alten, Kranken, Pflegebedürftigen, Sterbenden, Behinderten, Abhängigen und
Wohnungslosen hier bei uns und an armen und hungernden Menschen in den
Entwicklungsländern.

Dafür bedanken wir uns bei Ihnen ganz aufrichtig und
in aller Form!

  • Als erstes
    sei hier die Adventssammlung der Diakonie angeführt, die vom 15. November bis
    zum 6.Dezemberdurchgeführt wurde und uns fast wieder ein Rekordergebnis
    bescherte: Sie übergaben unseren vielen ehrenamtlichen Sammlerinnen und
    Sammlern exakt 14.199,10 Euro! „Schade, dass einige von ihnen nicht mehr zur
    Verfügung standen oder durch Krankheit ausfielen, sonst wäre ein noch höherer
    Betrag zusammengekommen“, so Horst Mackenbach aus der Bornstraße. „Aber wir
    sind auch so hoch zufrieden!“
  • Als zweites möchten wir die Eingangskollekte in unseren
    Gottesdiensten in den beiden Monaten November und Dezember erwähnen. Unter dem
    Motto „Wir bilden aus!“ baten wir gezielt um Gelder für unseren Praktikanten
    und unsere Praktikantinnen, die in den hiesigen Tageseinrichtungen für Kinder
    ihren Dienst tun. Insgesamt konnten wir 2.753,62 Euro verbuchen! „Genau diese
    Summe brauchen wir, um den jungen Leuten im laufenden Kindergartenjahr das
    freiwillige ´Taschengeld´ zu zahlen“, so Pfarrer Thomas Hölzer.
  • Schließlich wollen wir Sie darüber informieren, wie viel für
    die letzten Projekte gespendet worden ist.
    Für „Gemeinde jetzt“ (Sept./Okt.)
    lautet das Endergebnis: 6.113,20 Euro! Dieser hohe Betrag bedeutet für uns
    Redakteure zweierlei, zum einen Anerkennung unserer Arbeit, zum anderen Ansporn
    für die Erstellung der nächsten Ausgaben. Für das Projekt „Kirche Setzen“
    (Nov./Dez.) gingen im Gemeindebüro hinter der Talkirche 493,00 Euro ein. Für
    „Brot für die Welt: Mehr als ein Versprechen“ (Jan./Feb.) konnten in den ersten
    Wochen bereits 1.172,00 Euro verbucht werden. Nicht zu vergessen die
    Einzahlungen einiger Spender (sogar aus Wilnsdorf) für die Renovierung der
    Orgel in der Talkirche. Sie ergaben in kürzester Zeit schon eine Summe von
    4.735,50 Euro. In den Monaten März und April erbitten wir innerhalb des neuen
    Projektes nun alle Gemeindeglieder um Spenden für diese wichtige und
    unumgängliche Baumaßnahme.

Sie staunen über die einzelnen Beträge?

Wir auch!

Sie sind verwundert über die großartige Spendenbereitschaft der
Klafelder?

Wir auch!

Nochmals herzlichen Dank für jeden Euro und für jeden Cent!

Und Sie können sicher sein: Wir gehen auch in Zukunft ganz
sorgfältig und verantwortungsvoll mit Ihren Spendengeldern um!

Peter –
Christian Rose