15 Jahre Partnerschaft Klafeld-Bagamoyo

15 Jahre Partnerschaft Klafeld-Bagamoyo

Jubiläumsgottesdienst am Pfingstsonntag
2007 in der Talkirche

Vor nunmehr 15
Jahren, am 28. Juni 1992, wurde unsere Partnerschaft mit Bagamoyo/Tansania
gegründet. Hierzu besuchte uns seinerzeit Pfr. Palahu aus Bagamoyo
und erzählte uns folgendes:

„In
Bagamoyo leben heute ca. 5000 Menschen. Die Stadt hat
eine bewegte Geschichte hinter sich. Als Stadt am indischen
Ozean unter jahrhundertelangem arabischen Einfluss wurde
sie die Endstation der ungezählten Sklavenkarawanen,
die aus dem Inneren Afrikas zur Verschiffung an die
Küste getrieben wurden. Seit 1884 war Bagamoyo Sitz
der ersten deutschen Kolonialverwaltung in Afrika. Die
Mehrzahl der Einwohner sind nach wie vor Muslime. In
den letzten 100 Jahren sind allerdings auch eine Reihe
von christlichen Gemeinden entstanden.


Pfr.
Schäfer, Pfr. Hölzer, Pfr. Palahu,
Superindendent
Hiza und Pfr. Paehl beim Verlesen
der Partnerschaftsvereinbarung
in der Wenschtkirche 1992 am Gemeindetag für Weltmission

Unsere Gemeinde
ist noch jung. Sie besteht seit 1957. Zur Zeit haben wir ca. 240
erwachsene Gemeindeglieder und unsere Gemeinde wächst weiter. In
1985 lebten 60 lutherische Christen in Bagamoyo, in ein paar Jahren
so hoffen wir, werden wir 400 Gemeindeglieder sein. Unsere kleine
Kirche platzt aus allen Nähten. Sie fasst nur 30 % der Gottesdienstbesucher.
Deshalb bauen wir z. Zt. ein neues Gemeindehaus. Eine ständige Sorge
für uns ist, dass 75 % unserer Gemeindemitglieder ohne regelmäßiges
Einkommen leben müssen. Der 28. Juni 1992 ist für uns Christen in
Bagamoyo ein historischer Tag. Wir haben lange auf diese Partnerschaft
gewartet und sehen ihr nun mit sehr viel Spannung und Hoffnung entgegen.
Hoffentlich können wir bald einige Klafelder in Bagamoyo begrüßen.“

Inzwischen gab
es viele Besuche hin und her und es wurden auch persönliche Freundschaften
geknüpft.

Am Pfingstsonntag,
dem 27. Mai 2007 durften wir unseren Jubiläumsgottesdienst zum 15jährigen
Bestehen der Partnerschaft mit Bagamoyo in der Talkirche feiern.

Zwei Tage zuvor
waren die 7 Frauen der Frauendelegation aus Tansania angereist.
In Klafeld freuen wir uns über den Besuch von Frau Rosemary Mwakatobe.
Sie ist Lehrerin in Bagamoyo.
Am Samstag half sie uns, die Kirche
für den Festgottesdienst zu dekorieren und war, als sie die Kirche
mit Magdalena Kröber betrat, bei der sie zur Zeit zu Gast ist, zunächst
tief beeindruckt von unserer Talkirche, während wir tief beeindruckt
waren von ihr, denn die kleine Frau trug leichtfüßig einen riesengroßen
Wäschekorb voller Stoffe, Holzfiguren und Dekomaterial auf dem Kopf
herein.

Am Sonntag war
es dann soweit.
Nachdem wir zur Freude von Frau Mwakatobe, die
laut mitsang, eine Strophe unseres ersten Liedes auf Kisuaheli
gesungen hatten, erinnerte Pfarrerin Almuth Schwichow an die Entstehung
der Partnerschaft und gab einen kurzen Rückblick auf die vergangenen
15 Jahre.

Anschließend
ging es in einem Anspiel auf „Sejerlänner Platt“ um
die typischen Fragen, die wir hier so im Kopf haben,
wie z.B.: „Gob et da in Tansania och Duffeln?“ oder
„Wo häste da geschloofe, etwa ob dr Ähr orrer in ner
Hängemadde?“. Die Antworten von Paul Heinrich Groos,
der in dem Anspiel den aus Tansania zurückgekehrten
Besucher spielte, überraschten zum Teil, denn so, wie
man sich das hier manchmal vorstellt, ist es dann doch
nicht.

„Et is zwar annerschd
, aber och scheer und die Li sin schwer nett. Die ha sogar dofor
gebääd dat se good akomme, bevor se Auto gefahrn sin. Do konn mir
os noch en Schieb fa abschniere!“ Und so soll es ja schließlich
auch sein. Ein Geben und Nehmen. Wir sind nicht nur die Gebenden,
wir können auch von unseren Freunden in Tansania manches lernen.

Im Anschluss an
das Anspiel sprach Frau Mwakatobe ein Grußwort. Sie überbrachte
uns Grüße von allen Gemeindemitgliedern, aber vor allem von den
Frauen der Gemeinde, denn der Besuch steht ja unter dem Motto: „Starke
Frauen – Frauen stärken!“

Frau
Mwakatobe überreichte uns einen Batikstoff auf dem ein
Kreuz zu sehen ist und über dem Kreuz steht in der Form
eines Daches: Klafeld-Bagamoyo. Unter dem Kreuz steht:
„Let brotherly love continue“ Hebräer 13,1 (Bleibt fest
in der brüderlichen Liebe), ferner überreichte sie zwei
Ebenholzdosen und für das leibliche Wohl gab es Kaffee
und Tee aus Tansania.

Frau Mwakatobe
war auch sehr beeindruckt von dem Gesang unseres Kirchenchores.
Sie fragte mich, ob wir diesen Chor extra engagiert hätten (gegen
Bezahlung!). Als ich ihr sagte, dass die Sänger und Sängerinnen
alle Mitglieder unserer Kirchengemeinde sind, war sie sehr überrascht.
Ich musste schmunzeln, denn ich hatte das Gefühl, dass hier wahrscheinlich
ein Vorurteil von tansanischer Seite bestand und zwar derart, dass
wir, bis auf einige Ausnahmen, nicht als besonders musikalisch gelten,
weil wir uns z.B. beim Kollektengang ja auch nicht wirklich rhythmisch
bewegen, wie das in Tansania der Fall ist???

In der Predigt
von Pfarrerin Schwichow kam auch noch einmal zum Ausdruck, dass
wir hier in Deutschland, in einem der reichsten Länder der Erde,
anders leben und denken, als die Menschen in Tansania, in einem
der ärmsten Länder der Erde. Frau Schwichow ließ Makonde-Schnitzereien
– Lebensbäume (auf Kisuaheli: ujamaa = Gemeinschaft) durch die Reihen
reichen, in denen ineinander verschlungene sich gegenseitig haltende
und stützende Menschen sich zu einem Turm aufbauen. Sie stehen für
Gemeinschaft, besonders in Familie, Sippe oder Volk. „Wenn auch
nur einer loslässt, brechen alle zusammen.“ Dieser Gedanke gefällt
uns Europäern ja gar nicht. Auf andere angewiesen zu sein, sich
von anderen stützen oder helfen lassen und für andere verantwortlich
zu sein und nicht, wie es ja für uns bequemer ist, nur an sich selbst
denken und alles selbst schaffen, um auch niemanden dankbar sein
zu müssen! Ganz anders denken die Menschen in Tansania: Füreinander
da sein, einander Halt geben und stützen, dankbar sein und Verpflichtung
übernehmen. Das ist in Tansania Alltag und selbstverständlich. So
heißt es auch in der Präambel der Partnerschaftsvereinbarung: „Als
Glieder des Leibes Christi sind Christen Partner, die voneinander
abhängig, aufeinander angewiesen und füreinander verantwortlich
sind.“ Diese Vereinbarung wurde vor 15 Jahren am 28. Juni in der
Wenschtkirche von Pfr. Schäfer, Pfr. Hölzer, Pfr. Palahu, Superintendent
Hiza und Pfr. Paehl verlesen und von der Gemeinde mit „Amen
so soll es sein!“ bestätigt.

Wir sind Gott
dankbar für diese Partnerschaft, für die Möglichkeit sich gegenseitig
zu besuchen und kennen zu lernen, für die fröhlichen Gottesdienste
und die Lebensfreude und das Gottvertrauen unserer tansanischen
Freunde und für neue Sichtweisen und Maßstäbe, die wir im Gespräch
mit ihnen gewinnen.

Partnerschaft
ist eine wunderschöne Gabe, von der auch weiterhin viel Gutes zu
erwarten ist. Allerdings: Wie alle guten Gaben Gottes ist Partnerschaft
zugleich immer auch eine Aufgabe. Sie bringt auch Mühen und Arbeit
mit sich.
„Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat“.
Das ist gar nicht so leicht, aber wir haben es seit 15 Jahren erfolgreich
geschafft, obwohl wir völlig unterschiedliche Sprachen sprechen
und in grundverschiedenen Kulturen leben. Mit ihren Liedern, ihrer
spontanen Freude und ihrem tief verwurzelten Glauben rühren unsere
tansanischen Freunde unsere Herzen immer wieder an.
Vielleicht
haben Sie Freude daran, die wunderschöne Gabe und Aufgabe unserer
Partnerschaft mit zu genießen und mit zu gestalten. Darüber würden
wir uns von Herzen freuen. Wenden Sie sich hierzu gern an mich oder
einen unserer Presbyter(innen) oder auch an Pfarrerin Schwichow
oder Pfarrer Schäfer.

Lassen Sie mich
meinen langen Bericht nun schließen mit Worten des Fürbittengebetes
aus dem Jubiläumsgottesdienst:
„…Wir bitten dich: Stärke unseren
Zusammenhalt, dass wir einander achten, auch wenn wir verschieden
sind und versuchen, uns mit unseren Einsichten und Erfahrungen gegenseitig
zu dienen. Lass die Partnerschaft wachsen und gefestigt werden.
Stärke unsere Gemeinschaft im Glauben, in der Liebe und in der Hoffnung,
um die Welt so zu gestalten, dass sie für alle lebenswert ist. Begleite
uns alle mit deinem Segen, damit wir füreinander und für unsere
Gemeinden zum Segen werden und auch für uns bitten wir um deinen
guten Geist, damit unsere Welt friedlicher, unsere Gesellschaft
menschlicher und unser Miteinander freundlicher wird. Wir bitten
dich Herr, gib uns deinen Frieden!“

Ute
Kwarteng-Acheampong


Neues aus der Gemeinde und Presbyterium

Neues aus Gemeinde und Presbyterium

von Peter – Christian Rose

  • Trauer

Am 11. Mai mussten wir von unserem früheren
Presbyter Hellmut Erlach Abschied nehmen. Er war wohnhaft in Niedersetzen
und verstarb im Alter von 82 Jahren. Hellmut Erlach wurde am 6.
März 1988 von Pfarrer Albert Fricke ins Presbyteramt eingeführt.
Er übernahm Verantwortung im Leitungsgremium unserer Gemeinde und
engagierte sich ab April 1990 vorrangig im Diakonieausschuss. Zur
Wahl im Frühjahr 1996 trat er aus Altersgründen nicht mehr an. „Wir
alle schätzten an ihm, dass er ein tiefes und herzliches Gottvertrauen
verbinden konnte mit einer freundlichen, teilnehmenden und hilfsbereiten
Menschlichkeit. So waren glaubensstärkende Gottesdienste und die
praktische diakonische Arbeit sein besonderes Anliegen“, so Pfarrer
Burkhard Schäfer in der Traueranzeige des Presbyteriums. „Wir danken
Gott für seinen Dienst in der Gemeinde und erbitten für die Angehörigen
den Trost des Evangeliums.“ Hellmut Erlach wurde am 15. Mai auf
dem Friedhof in Obersetzen beerdigt.

  • Verkauf

Das Erholungsheim Patmos der Deutschen Zeltmission
in der Sohlbacher Straße wird an einen hiesigen Investor verkauft,
der es zu einem Drei-Sterne-Hotel umbauen will. Das Haus soll mit
neuer Einrichtung und mit diversen Verschönerungen deutlich aufgewertet
werden. Die Auslastung des Erholungsheimes mit seinen 60 Betten
war im vergangenen Jahr mit 9.000 Übernachtungen nur zu 40 Prozent
gegeben. Damit die Verluste die missionarische Arbeit der Zeltmission
nicht länger belasten, beschloss eine außerordentliche Mitgliederversammlung
den Verkauf des Hauses. Tagungen, Seminare und Freizeiten sollen
wie bisher auch in Zukunft stattfinden können. Die im Park gelegene
Kapelle bleibt als Heimstatt für Gottesdienste und geistliche Musik
erhalten und geht in die noch zu gründende „Patmos-Stiftung“ über.
Die Geschäftsstelle der Zeltmission wird in ein benachbartes neues
Missionshaus umziehen, sobald es im Oktober fertig gestellt ist.

  • Hungermarsch

Rund 230 Kinder, Jugendliche und Erwachsene
nahmen am 25. März am Hungermarsch des Pastoralverbundes Hüttental-Freudenberg
teil. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Solidarität geht“.
Die Schirmherrschaft hatte Landrat Paul Breuer aus dem Spechtweg
übernommen. Es konnten unterschiedliche Strecken von sechs, neun
oder 15 Kilometern nach Langenholdinghausen, Niederholzklau oder
Meiswinkel ausgewählt werden. Der Start erfolgte um 13.00 Uhr vom
Gemeindezentrum St. Marien aus. Organisiert wurde der Hungermarsch
vom hiesigen Pfarrgemeinderat und vom Eine-Welt-Kreis des Pastoralverbundes.
Er sollte erneut eine Solidaritätsaktion zugunsten der Armen und
Notleidenden in der Dritten Welt sein, wobei Bewusstseinsbildung
und gemeinsames Handeln im Vordergrund standen. Insgesamt erwanderten
die Teilnehmer über 8.000 Euro. Der Erlös kommt in diesem Jahr einem
Straßenkinderprojekt in Accra (Ghana) und der Arbeit von Pater Victor
Lotola in Ndjeka (Kongo) zugute.

  • Umzug

9. Mai 2007 – 12.45 Uhr. Ich kam gerade, als
der letzte LKW der Umzugsfirma abfuhr. Die Fenster im neuen Gemeindebüro
waren geöffnet. Die Schränke und die Schreibtische standen schon
an den jeweils richtigen Stellen. Dazwischen unzählige Kisten und
Kartons. Und dann sah ich auch sie, die „beiden guten Geister“ unserer
Verwaltung. Christine Albertin und Hella Jochum wirkten müde und
abgespannt. Und sie wirkten auch ein bisschen traurig, hatte man
doch die seit 1993 vertrauten Räumlichkeiten im Pfarrhaus hinter
der Talkirche verlassen müssen. Auf der anderen Seite, so erfuhr
ich, waren die beiden froh, schon so viel geschafft zu haben. Viel
Kraft und Zeit hatten sie aufwenden müssen, um alles zu sichten,
auszusortieren bzw. einzupacken. „Jetzt muss wieder alles eingeräumt
und einsortiert werden“, meinte Christine Albertin. Und ihre Kollegin
fügte hinzu: „Die beiden nächsten Tage werden dazu aber nicht ausreichen.“
Und schon ging die eine auf die Knie, um einen Schrank auszuwaschen,
die andere machte sich an einem Karton voller Akten zu schaffen.
Ich dankte ihnen für ihre Mühe und für ihren Einsatz. Sie wiederum
merkten an, dass man ihnen bei der anstrengenden Arbeit mehrfach
geholfen habe. Erwähnung fand vor allem unser Küster Rudolf Hasenkamp
und seine Familie. Lobend erwähnt wurden aber auch Baukirchmeister
Herbert Solms und Helmut Setzer, die die aussortierten Schriftstücke
und Papiere mit Traktor und Anhänger zur Aktenvernichtung brachten.
Wir wünschen Christine Albertin und Hella Jochum, dass sie sich
in den neuen Räumlichkeiten – im Erdgeschoss des Ev. Vereinshauses
– recht schnell einrichten und heimisch fühlen. Die neue Adresse
lautet: Im Ruhrstgarten 3. Telefonisch zu erreichen ist man weiterhin
unter der Rufnummer 8 35 54. Und auch die Öffnungszeiten sind unverändert
geblieben. Inzwischen sind neun Tage vergangen. Der Weg zum Gemeindebüro
wurde ausgeschildert. Und wie man hört, sind auch schon die ersten
Geschenke zum Einzug überbracht worden.

  • Einladung

In den Monaten April und Mai wurden in Klafeld
genau 100 Jugendliche konfirmiert und damit in die Gemeinde aufgenommen.
Mit der Einsegnung wurde ihnen die Zulassung zum Abendmahl und das
Recht zur Patenschaft ausgesprochen. In den beiden Konfirmationsgottesdiensten
in der Wenschtkirche überbrachten Dieter Patt und Martina Geitzhaus
vom Pfarrgemeinderat in St. Marien die herzlichsten Glück- und Segenswünsche
unserer katholischen Mitchristen. Gleichzeitig gaben sie ihrer Hoffnung
Ausdruck, dass die Konfirmation am Ende des fast zweijährigen Unterrichts
nicht ein Schlusspunkt sein möge, sondern ein Doppelpunkt: Fortsetzung
folgt. „Ihr werdet hier vor Ort gebraucht!“ Und wirklich: Es wäre
toll, wenn viele dieser 100 Mädchen und Jungen weiterhin am Gemeindeleben
teilnehmen und sich in Chören, Gruppen und Kreisen engagieren würden.
Hier sind z.B. das Kellerfenster, der Teen – Treff und der Helferkreis
des Kindergottesdienstes. Dort warten die Chöre, die Posaunenchöre
und der Musikkreis auf neue Stimmen bzw. Nachwuchskräfte. Und auch
beim Kinderfest, beim Martinszug und beim Weihnachtsmarkt kann man
mitarbeiten und sich einbringen. Also, liebe Konfirmandinnen und
Konfirmanden: Ihr seid herzlich eingeladen! Wir brauchen euch! Außerdem:
Ohne euch sieht unsere Kirche bald ganz alt aus!

  • Patenschaft

Sie heißt Lisbeth Vallejos und wird am 23.
Juli sechs Jahre alt. Der Frauentreff im Wenscht hat im April ihre
Patenschaft übernommen. Lisbeth lebt mit ihren Eltern und mit ihrem
vier Jahre älteren Bruder Raul in einem kleinen Haus in Lagarpampa
in Bolivien (Südamerika). Der Frauentreff hat sich entschlossen,
einem Kind in einem Entwicklungsland zu helfen und ihm Hoffnung
zu schenken. Denn eine Patenschaft zu übernehmen bedeutet weit mehr
als regelmäßig Geld zu überweisen. Sie bietet neben der wirtschaftlichen
Hilfe auch die Möglichkeit, eine Verbindung zwischen verschiedenen
Kulturen zu schaffen, das Verständnis für einander zu fördern und
dem Patenkind, seiner Familie und seiner Gemeinde zu zeigen, dass
man Anteil an ihrem Schicksal nimmt. Diese emotionale Komponente
ist nicht zu unterschätzen. Inzwischen wird der erste Brief aus
Geisweid in Bolivien angekommen sein!

  • Projekte

Ein aufrichtiges Dankeschön sagen wir für
alle Spenden, die in den letzten Wochen und Monaten bei uns eingegangen
sind. Für das Projekt „Brot für die Welt“ (Nov. 2006 – Ostern 2007)
erhielten wir genau 1.843,12 €, für das Projekt „Läuteanlage in
der Talkirche“ (Januar/Februar) 1.030,00 €. Inzwischen konnte auch
unser 80. Projekt abgeschlossen werden. In den beiden Monaten März
und April baten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, um Spenden
für die Kinderbibelwoche. Insgesamt wurden 540,00 € eingezahlt oder
überwiesen. Zu addieren ist hier eine Spende in Höhe von 750,00
€, die bereits Ende letzten Jahres verbucht werden konnte. Hinzu
kommen auch noch die Kollekten der Gottesdienste am 14. April (Probepredigt
Pfr. Dr. Martin Klein), 15. April (Abschluss der KIBIWO) und 21.
April (Probepredigt Pfr. Hans Höroldt) in Höhe von 971,41 €. Nochmals
herzlichen Dank!

  • Rücktritt

Anfang April erreichte uns die Meldung, dass
Marliese Weber (Setzen) aus persönlichen Gründen ihren Rücktritt
vom Amt der Presbyterin erklärt hat. Sie schrieb: „Reifliche Überlegungen
und die Gewissheit, dass ich keinen Rückhalt mehr in unserem Bezirk
erfahre, haben mich zu diesem Entschluss gebracht.“ Die Erklärung
wurde zum 1. Mai wirksam. Alle Mitglieder des Presbyteriums bedauern
diesen Schritt, hatten den Rücktritt aber letzten Endes beschlussmäßig
zur Kenntnis zu nehmen. Die beiden anderen Presbyter aus Setzen,
Herbert Solms und Rolf Langenbach, hoben den langjährigen Einsatz
ihrer Kollegin für den 1. Bezirk, aber auch für die Gesamtgemeinde
hervor. Marliese Weber wurde am 21. Januar 1996 in einer „echten“
Wahl in das Leitungsgremium unserer Kirchengemeinde gewählt und
zwei Monate später in ihr neues Amt eingeführt. Sie war Mitglied
im Fachausschuss für Finanzen und Personal und auch im Partnerschaftsausschuss.
Überdies fungierte sie als Schatzmeisterin im Vorstand unseres Fördervereins
für die Kinder- und Jugendarbeit. Ob Marliese Weber diese drei zusätzlichen
Aufgaben weiter wahrnehmen wird, stand bei Redaktionsschluss noch
nicht fest. Wir danken ihr für ihre engagierte Mitarbeit und für
ihren unermüdlichen Dienst und wünschen ihr auch weiterhin Gottes
Segen.

  • Grußwort

Am 6. und 17. Mai fanden in unseren katholischen
Schwestergemeinden die Feierlichkeiten zur Heiligen Erstkommunion
statt. In St. Joseph empfingen 21 Kinder zum ersten Mal das heilige
Brot; in St. Marien waren es 9 Mädchen und Jungen, die am Himmelfahrtstag
diesen wichtigen Schritt im Glaubensleben gingen. Diesmal durfte
ich den Kindern zu ihrem Festtag gratulieren. Dann übermittelte
ich die besten Wünsche aller Presbyterinnen und Presbyter und auch
die von Pfarrerin Almuth Schwichow. „Ihr werdet heute aufgenommen
in die Gemeinschaft mit unserem Herrn Jesus Christus und mit den
Menschen, die auch an ihn glauben und auf ihn hoffen. Diese Gemeinschaft
soll euch von nun an stärken, stützen und euch immer wieder Mut
machen zum Leben und zum Glauben.“ In meinem Grußwort ließ ich die
Kinder wissen: „Ihr seid das Salz in der Suppe der Gemeinde; ihr
seid die Zukunft der Kirche. Beim Hineinwachsen in diese Aufgabe,
in diese Verantwortung, werdet ihr durch die Erwachsenen unterstützt;
außerdem ist jemand da, der euch begleitet und euch liebt.“ Am Schluss
gab ich den Mädchen und Jungen noch einen Satz mit auf den Weg:
„Ja, Jesus Christus hilft regelmäßig, tröstet jeden, schützt allezeit.
Die neun Worte meines Satzes beginnen wie eure neun Vornamen Jana,
Jannik – Chiara – Hanna – Rosalina, Tom – Jennifer, Stephanie –
Angelo.“

  • Geburtstag

Am 6. Mai beging Walter Nienhagen aus der
Bodelschwinghstraße seinen 80. Geburtstag. Über viele Jahrzehnte
hat er in Politik und Kirche nachhaltige Spuren hinterlassen. Von
1984 bis 1999 fungierte er als letzter ehrenamtlicher Landrat des
Kreises Siegen-Wittgenstein. Neben seinen vielen Betätigungsfeldern
in der Kommunalpolitik sind vor allem auch seine Ämter in unserer
Kirche hervorzuheben. Von 1970 bis 1996 leitete er den Sozialausschuss
der Ev. Kirche von Westfalen. Ebenfalls 1970 wurde er in die Synode
der Ev. Kirche Deutschlands (EKD) gewählt. Dort gehörte er dem Haushalts-
und Finanzausschuss an. Walter Nienhagen war zudem Mitglied der
Landessynode und der Kreissynode Siegen. Mit großem Engagement setzte
er sich dafür ein, dass sich die Kirchengemeinden um die Industriearbeiter
kümmerten. 1965 gründete er in unserem Kirchenkreis den Sozialausschuss,
dem er dann mehr als 30 Jahre lang vorsaß. Walter Nienhagen hat
sich wegen seiner christlich geprägten, sozialpolitischen Grundüberzeugung
großen Respekt erarbeitet und ist durch seine Bescheidenheit und
seine Hilfsbereitschaft für viele zu einem Vorbild geworden. Pfarrer
Burkhard Schäfer überbrachte dem Jubilar die herzlichsten Glück-
und Segenswünsche unseres Presbyteriums.

  • Rekord

Barbara Leidel, die Vorsitzende unseres Ausschusses
zur Bewahrung der Schöpfung, sprach von einem „großen Erfolg“ bei
der inzwischen 26. Alu-Sortieraktion. Sie wurde am 15. Mai bei Ulrich
Veltzke im Eibenweg durchgeführt. Und sie ergab „stolze 176 Kilogramm“!
Damit wurde der Rekord vom 17. November 1997 (160 kg) ganz klar
und eindeutig gebrochen. Herzlichen Glückwunsch! „Diesmal kamen
127 kg Bunt-Alu und 49 kg Rein-Alu zusammen. Der Erlös betrug 225,90
€.“ Es ist schon eine sehr zeitaufwändige und mühsame und nicht
unbedingt angenehme und schöne Arbeit, wenn man diversen Müll und
z. B. nasse Zigarettenkippen aussortieren muss. Davon wissen Barbara
Leidel, Marga Kölsch, Ulrich Veltzke und Winfried Krahl ein Lied
zu singen. Deshalb ist man jedes Mal froh, wenn jemand mithilft,
wenn man Verstärkung bekommt. Diesmal mischte sich Marlies Crepon
unter die fleißigen Sortiererinnen und Sortierer. Nach vier Stunden
konnten die vielen Säcke und die Aluschienen, die kleinen Bleche
und die zersägte Wäschespinne gleich zur Recyclingfirma gebracht
werden. Zu Hilfe eilte Gerhard Schuss, ein Nachbar von Ulrich Veltzke,
mit seinem Anhänger. Wir danken allen Akteuren für ihr großartiges
und beispielhaftes Engagement!

  • Seelsorge

Nach einer Mitteilung des Kreiskirchenamtes
in Siegen endet der Beschäftigungsauftrag von Pfarrerin Jutta Petzold
und Pfarrer Jörg Hoffmann-Petzold in unserer Gemeinde am 31. Juli.

Im März 2006 hatten
sie ihren Dienst hier in Klafeld offiziell angetreten; die Unterrichtung
der Katechumenen im Wenscht durch Pfrn. Petzold und der Konfirmandenunterricht
durch Pfr. Hoffmann-Petzold begannen allerdings
schon einige Wochen vorher. Die Vakanzvertretung im 4. Bezirk endete
bereits nach den Sommerferien, da die dortige Pfarrstelle zur Wiederbesetzung
freigegeben wurde und nach den landeskirchlichen Bestimmungen nicht
mehr besetzt werden durfte. Das Pfarrerehepaar wechselte in den
1. Bezirk, auch dort wurde es freundlich aufgenommen. Wir danken
beiden für ihren Dienst in unserer Gemeinde und wünschen ihnen und
ihrer Familie auch weiterhin Gottes gutes Geleit. Der Weg führt
sie nun ins nördliche Siegerland nach Hilchenbach; dort übernehmen
sie laut Superintendentin Annette Kurschus die Seelsorge in der
Neurologischen Fachklinik.



Mitgliederversammlung Förderverein

Jubiläums-Mitgliederversammlung
des Fördervereins

Die diesjährige
Mitgliederversammlung des Fördervereins für die Arbeit mit Kindern
und Jugendlichen in unserer Kirchengemeinde stand ganz im Zeichen
des 10-jährigen Jubiläums. 1997 waren es 16 Personen, die den Verein
gründeten. Heute unterstützen 80 Mitglieder den gemeinnützigen Zweck
des Fördervereins.

Außer den üblichen
Regularien wie z.B. Jahresbericht des Vorsitzenden und Bericht der
Schatzmeisterin mussten die erschienenen Mitglieder diesmal schätzen,
wie viele Fördermittel seit Vereinsbestehen für die Kinder- und
Jugendarbeit eingesetzt wurden. Was würden Sie, liebe Leserin und
lieber Leser, tippen? 25.000 €? 40.000 €? Nein, es waren über 60.000
€! Das ist eine beeindruckende Summe, die die Vereinsmitglieder
durch ihre Beiträge und etliche Einzelspender im Laufe der Jahre
zusammengetragen haben. Gefördert werden konnten damit die Ausbildung
der Ehrenamtlichen, die einzelnen Gruppenangebote in Form von Jahreszuschüssen,
verschiedene Materialanschaffungen und nicht zuletzt besondere Projekte
wie Freizeiten, Kinderbibelwoche, Kinderfeste und Workshops. Wenn
auch Sie als Förderer mit dabei sein wollen auf dem Weg zur 100.000
€ – Grenze, dann werden Sie für nur 2 € im Monat Mitglied. Eine
Beitrittserklärung können Sie über das Gemeindebüro anfordern.

Die Mitglieder
wurden auch informiert über das Umstrukturierungskonzept der Kirchengemeinde.
Im Mittelpunkt stand dabei dem Vereinsinteresse folgend die Arbeit
mit Kindern und Jugendlichen. Die anschließende ausführliche Diskussion
ergab ein zustimmendes Meinungsbild zu den beschlossenen Veränderungen
der Gemeindestruktur. Besonders wurde hervorgehoben, dass die gesamte
Thematik tief greifender betrachtet werden muss. Denn in den letzten
Wochen reduzierte sich die Diskussion oft auf die Aussage „Wir geben
ja alles auf“.

Dass diese Sichtweise
zu kurz greift, wurde bei dem Bericht von Jugendreferent Wolfgang
Hofheinz deutlich. Gerade die so wichtige Arbeit mit Kindern und
Jugendlichen wird erhalten, ja sogar durch die Konzentration im
Gemeindezentrum Wenscht noch weiter gestärkt und ausgebaut. Die
Mitglieder waren sich einig, dass auch in anderen Bereichen der
Gemeindearbeit ähnliche positive Auswirkungen der neuen Konzeption
schnell spürbar sein werden.

Und die Philosophie,
diese neuen Chancen auch zu spüren und zu gestalten, liegt in einem
Text, der die Mitgliederversammlung eröffnet hatte: „Wenn du schnell
gehen willst, gehe allein. Doch wenn du weit gehen willst, gehe
mit anderen.“

Matthias
Hess

Kennen Sie Pungkooche ?????

Kennen Sie Pungkooche
?

Alten Siegerländern
sind sie (noch) bekannt, aber dieses einst beliebte heimische Gericht
gerät zunehmend in Vergessenheit.

In der Geisweider
Frauenhilfe allerdings gab´s am 9. Mai noch mal ein großes „Pungkooche“-Essen.
Und das aus besonderem Anlass.

Am 2. März konnte
Frau Emmi Reeh, geb. Bruch, ihren 80. Geburtstag feiern. Als langjährige
Wirtin des Traditionsgasthofes „Zum Wiesental“ ist sie im Ort zu
einer Institution geworden. Üblicherweise bringt jede Frauenhilfsfrau
anlässlich des Geburtstages einen Kuchen mit zur Frauenhilfsstunde.

Emmi Reeh ist
nun immer für einen originellen „Schwadd“ eine Geschichte oder eine
Idee gut. So hat sie im Winter in er fröhlichen und geselligen Frauenhilfsrunde
versprochen:
„Ech gäwe Pungkooche us, wenn ech achtzich wärn!“

Gesagt, getan:
am 9. Mai war´s dann soweit. Von 30 Pfund Kartoffeln backte sie
– unter kräftiger Mithilfe des Enkels und Fachmannes Maximilian
– Pungkooche für 28 Personen. Dazu werden Speck und Zwiebelringe
in die Pfanne gegeben und die gestampften Kartoffeln darauf glatt
gestrichen. Zwischendurch müssen sie gewendet werden und sind nach
ca. 10 Minuten fertig. Dazu wurde Gurkensalat gereicht, der aus
11 großen Gurken zubereitet worden war.


Für den Nachtisch
sorgte Frau Schmeck. Sie hatte leckere Donauwellen mitgebracht.
So wurde aus einem Frauenhilfsnachmittag ein großes und unvergessliches
Festessen. In der 100 jährigen Geschichte der Geisweider Frauenhilfe
sicher ein einmaliges Ereignis.


Kurz notiert

  • Mit Jahresbeginn hat die Evangelische
    Kirche von Westfalen 18 Gemeinden weniger als im Vorjahr, weil
    sich 28 Gemeinden zu insgesamt zehn neuen zusammengeschlossen
    haben.
  • Von den im Seniorenheim Sohlbacher Straße
    eingesammelten Kollekten im Jahr 2006 wurde im Januar der Betrag
    von 310,00 € an das Evangelische Hospiz in Siegen überwiesen.
  • In den Wochen vor und nach dem Osterfest
    ließen sich in Deutschland wieder mehr als 270.000 Mädchen
    und Jungen konfirmieren.
  • Durch die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle
    (EFL) haben im vergangenen Jahr 5.400 Menschen in Gesprächen
    und Veranstaltungen Rat, Hilfe oder Informationen in schwierigen
    Lebenssituationen erhalten.
  • Die beiden Presbyter Winfried Krahl und
    Erwin Messerschmidt werden die Kassenprüfungen in den Kindergärten
    und Kindertagesstätten vornehmen.
  • Der Kreissynodalvorstand (KSV) hat die
    Einrichtung einer Wiedereintrittsstelle auf Kirchenkreisebene
    beschlossen.
  • Am 6. Mai feierte die Evangelische Kantorei
    Siegen in einem Gottesdienst in der Nikolaikirche ihr 60-jähriges
    Chorjubiläum.
  • In Magdeburg haben die evangelische und
    die katholische Kirche sowie nun weitere Kirchen die wechselseitige
    Anerkennung der Taufe ihrer Mitglieder förmlich bekräftigt.
  • Der Frauentreff Wenscht unternimmt am
    25. und 26. August eine Wochenendfahrt nach Trier an der Mosel.
  • Die nächsten Presbyteriumswahlen werden
    am 24. Februar 2008 stattfinden.

Peter – Christian Rose