Interview mit dem „Neuen“

 

8. November 2008 – Interview
mit dem „Neuen“:

„ Ich hatte schon Angst um
meine Figur … “

Vor
genau 100 Tagen, am 1. August, nahm Pfarrer Frank
Boes seinen Dienst hier bei uns in Klafeld auf.
Zeit, eine erste kleine Zwischenbilanz zu ziehen.

Ich
schelle am Pfarrhaus in der Johann-Hus-Straße, um
ihn zu interviewen. Niemand öffnet. Ich treffe Pfarrer
Boes hinter der Talkirche: Er hilft beim Umzug des
Gemeindebüros vom Ruhrstgarten in die erste Etage
des ehemaligen Pfarrhauses. Seine Frau Charlotte
hat für die fleißigen Helferinnen und Helfer einen
leckeren Kuchen gebacken. Auch Elisabeth macht sich
nützlich, indem  sie kleinere Teile nach oben
trägt, während ihr Bruder Johannes draußen im Kinderwagen
eingenickt ist.

Hier nun meine zehn Fragen und seine zehn
Antworten:

Vor
genau 100 Tagen begann dein Dienst in unserer Gemeinde. Wie hast
du dich mit deiner Frau und deinen beiden Kindern in Klafeld eingelebt?

Manchmal
denke ich, dass wir schon viel länger hier leben; so viel ist schon
passiert. Die Kontakte werden immer intensiver und das tut mir und
meiner Familie sehr gut.

Gab
es in den vergangenen vierzehn Wochen schon ein überragendes Ereignis,
Erlebnis, ein Highlight? Oder mehrere?

Neben
vielen schönen Erfahrungen bei meinen Besuchen hat mich besonders
der Erntedankgottesdienst in Setzen gefreut. Die gute Zusammenarbeit
mit dem Kindergarten und dem Posaunenchor war beispielhaft.

Wie
bist du von den Gemeindegliedern – auch in den Gruppen und Kreisen
– aufgenommen worden?

Der Mütterkreis
im Tal hat gleich zur Begrüßung ein opulentes Büfett für mich zusammengestellt.
Ich hatte schon Angst um meine Figur, als ich das alles sah. Auch
in den anderen Gruppen wurde ich mit viel Herz und Freude begrüßt.

Was
hat dich bewogen, schon recht bald in unseren Kirchenchor einzutreten?

Das
stand für mich von vornherein fest. Ich habe immer schon im Chor
gesungen. Leider musste ich mich jetzt für einen Chor entscheiden.
Für mehr reicht die Zeit nicht.

Wie
gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Almuth Schwichow, Martin Klein,
Wolfgang Hofheinz, den beiden Kirchmeistern und den anderen Presbyterinnen
und Presbytern?

Mit meiner Kollegin
und meinen Kollegen verstehe ich mich gut. Sehr offen tauschen wir
uns in unseren wöchentlichen Dienstbesprechungen aus und planen
unsere gemeinsame Arbeit. Die beiden Kirchmeister leisten eine hervorragende
Arbeit, und die Presbyterinnen und Presbyter sind sehr engagiert
und bringen sich zusätzlich mit vielen Anregungen und Ideen ein.
So kann es weitergehen!

In
der Predigt am Tag deiner Einführung gabst du an, dass dir zwei
Tätigkeiten besonders wichtig sind, die Wortverkündigung und das
diakonische Handeln. Haben sich inzwischen weitere Schwerpunkte
ergeben?

Ja. Einer ist die neu
strukturierte Konfirmandenarbeit. Sie ist zwar zeitintensiv aber
auch sehr spannend und macht viel Freude. Daneben ist die Arbeit
mit den Kindergärten ein Schwerpunkt geworden. Die Entwicklung zum
Familienzentrum ist schon eine große Herausforderung.

Hinter
der Kirchengemeinde Klafeld liegt ein schwieriger Weg, der auch
noch nicht zu Ende ist. Einiges haben wir verloren, einiges hat
sich verändert. Was haben wir deiner Meinung nach gewonnen?

Gewonnen
haben wir noch nichts. Aber wir sind auf einem guten Weg, die Menschen
zu überzeugen. Wenn sie sich an die neuen Strukturen gewöhnt haben,
wird auch der Blick für das Erreichte frei sein. Ich weiß aber auch,
dass der Weg dahin noch weit ist.

Der
Gemeindeaufbau geht weiter. An welchen „Baustellen“ sollte kurz-
und mittelfristig gearbeitet werden?

Für
ein Zusammenwachsen der Gemeinde sollten wir noch mehr gemeinsame
Veranstaltungen und Projekte planen und ins Leben rufen. Ich denke
da an Festtage wie Himmelfahrt oder an Ausflüge. Wir müssen die
Menschen zusammenbringen und so gemeinsam am Reich Gottes bauen.

Neben
Pfarrer Martin Klein bist auch du ein passionierter Radfahrer. Ist
es in den ersten Wochen schon zu einer gemeinsamen Tour gekommen?
Wenn ja, wohin?

Leider noch nicht!
Wir haben zu sehr unterschiedlichen Zeiten Freiraum. Allein bin
ich schon bis zur Siegquelle und nach Kirchen und Freudenberg geradelt.
Zum Radfahren ist es hier sehr schön, wenn auch oft anstrengend.

Was
machst du in deiner Freizeit außer dem Singen und dem Radeln? Wobei
kannst du am besten entspannen?

In
meiner freien Zeit bin ich gern mit meiner Familie zusammen. Im
Urlaub, wenn ich ein bisschen mehr Zeit am Stück habe, lese ich
auch gern.

Vielen Dank. Wir
wünschen dir auch weiterhin viel Kraft und Freude und Gottes Segen
für deinen Dienst hier in unserer Gemeinde!

Peter – Christian Rose

 

Neues aus der Gemeinde und Presbyterium

Neues aus Gemeinde und Presbyterium

von Peter – Christian Rose

  • Bauteam

Wir haben ein
neues Bauteam! Die Mitglieder trafen sich zum ersten Mal am 23.
September. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde bedankte sich Kirchmeister
Hartmut Heinbach noch einmal für den Einsatz des „alten“ Teams,
das am 17. Januar 2005 unter der Regie von Herbert Solms seine Arbeit
aufgenommen hatte. Gleich im ersten Jahr wurden 52 Arbeitseinsätze
mit über 600 Stunden geleistet. Legte man einen Stundenlohn von
30 € zugrunde, käme eine Summe von 18.000 € zusammen, die eingespart
werden konnte. Denn die Mitglieder des Bauteams arbeiten ehrenamtlich!
Und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Dem neuen Team
gehören Rudolf Hasenkamp, Volker Mackenbach, Volker Nöll, Uwe Sauer,
Helmut Scheffel, Edwin Schwandt und Uli Veltzke an. Daneben gibt
es sechs „Altgediente“, die auch jetzt wieder mitmachen: Kirchmeister
Paul-Heinrich Groos, Chris Koblenzer, Winfried Krahl, Karsten Krupp,
Dr. Burkhard Leidel und Helmut Schäfer. Am Ende der Sitzung wurden
die ersten vier Projekte angesprochen: Umzug Gemeindebüro, Deckenplatten
Wenschtkirche, Hüttenaufbau Weihnachtsmarkt und Bänke Talkirche.
Den Umfang der Mitarbeit bestimmt dabei jeder selbst. „Jeder macht
so oft mit, wie er will und kann, wie es Beruf, Familie und Gesundheit
zulassen.“ Wie aus dem Bauteam zu hören war, werden noch weitere
Mitarbeiter und auch Mitarbeiterinnen gesucht! Melden kann man sich
unter der Telefonnummer 82757 oder im Gemeindebüro.

  • Abschied

Wir trauern mit
den Angehörigen um unseren ehemaligen Presbyter Friedrich-Wilhelm
Kesting, der am 22. Oktober nach langer, schwerer Krankheit im Alter
von 89 Jahren verstorben ist. Unserem Presbyterium gehörte er von
1965 bis 1977 an. Ab 1971 war er als Kirchmeister für die Finanzen
und die Gebäude unserer Kirchengemeinde zuständig. Das verantwortungsvolle
Amt führte er stets umsichtig und sehr gewissenhaft aus. Überdies
leitete er von 1959 bis 1974 den ev. Kirchenchor Setzen und drei
Jahre lang den Klafelder Kirchenchor. Auch nach seinem Umzug nach
Weidenau blieb er unserer Gemeinde sehr verbunden. Friedrich-Wilhelm
Kesting war von 1958 bis 1981 Rektor der Waldschule. Im Heimat-
und Verkehrsverein Hüttental engagiert, betreute er von 1959 bis
1970 den im Siegener Norden erscheinenden „Blickpunkt“ als Schriftleiter.
Darüber hinaus war er in der Kommunalpolitik und in der Gesellschaft
für christlich-jüdische Zusammenarbeit tätig. 1995 wurde Friedrich-Wilhelm
Kesting mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. „Wie wünschen seiner
Familie Gottes Trost und Kraft und werden sein großes Engagement
für unsere Gemeinde dankbar in Erinnerung behalten“, so Pfr. Dr.
Martin Klein und unsere beiden jetzigen Kirchmeister in der Traueranzeige.

  • Dankopferbüchsen

Vor sieben Jahren
hat Presbyter Winfried Krahl, derzeit Dienstältester im Leitungsgremium
unserer Gemeinde, eine wichtige Aufgabe übernommen. Er kümmert sich
um Spendengelder für die VEM (Vereinigte Evangelische Mission) in
Wuppertal. Jeweils Ende Oktober sammelt er die ausgegebenen Dankopferbüchsen
wieder ein. Jetzt konnte er 942,81 € im Gemeindebüro bei Christine
Albertin und Brigitte Veltzke abliefern. Wir danken Winfried Krahl
für den zusätzlichen ehrenamtlichen Dienst und allen Missionsfreunden
in unserer Kirchengemeinde für ihre Spendenbereitschaft!

  • Grußwort

Es hat schon sehr eine lange Tradition, dass
Mitglieder des Wenschter Bezirkspresbyteriums sowohl bei der Kommunion
als auch bei der Firmung in St. Marien Grußworte sprechen. Zuletzt
geschah dies am 24. Oktober, als 14 junge Christen durch Abt Stephan
Schröer aus der Abtei Königsmünster das Sakrament der Firmung gespendet
bekamen. Im Verlauf der feierlichen Messe übermittelte Kirchmeister
Paul-Heinrich Groos die herzlichsten Glück- und Segenswünsche. Dann
verlas er das Grußwort von Pfarrer Dr. Martin Klein. „Nach Taufe
und Erstkommunion erlebt Ihr heute die dritte und letzte Station
auf Eurem Weg, mündige Glieder Eurer Kirche zu werden.“ Leider sehe
man die meisten Konfirmierten und wohl auch Gefirmten in der Kirche
erst mal nicht wieder. „Und das, wo wir doch jede Menge junge Leute
brauchen können, die sich einsetzen und bei uns mitmachen! Wie sollen
unsere Gemeinden sonst auf die Dauer lebendig bleiben?“ Und weiter
hieß es: „Wir wissen nicht, wie Ihr das seht. Wir würden uns mit
unseren katholischen Geschwistern freuen, wenn die Firmung für Euch
ein Anfang und kein Abschied von der Kirche wäre. Bei einigen ist
das gewiss auch so. Aber auch den anderen wünschen wir: Geht mit
Gott, wenn Ihr geht. Er begleitet Euch, wohin Ihr Euch auch wenden
werdet. Wenn Ihr wollt, ist er jederzeit und überall für Euch erreichbar.
Und wo Ihr Menschen findet, mit denen Ihr über Gott reden und dann
gemeinsam etwas tun könnt, das wisst Ihr ja nun.“ In St. Joseph
fanden die Feierlichkeiten schon sechs Tage früher statt. Hier spendete
Abt Stephan Schröer 36 Jugendlichen das Sakrament der Firmung.

  • Ehrungen

Ein großer Tag
für unseren Kirchenchor: Im Gottesdienst am 9. November in der Talkirche
wurden sieben langjährige Sängerinnen und Sänger geehrt. Marlies
Kaltschmidt, Edeltraud Schmid und Rosemarie Völkel erhielten eine
Urkunde vom Landesverband der Evangelischen Kirchenchöre in Westfalen,
sie gehören dem Chor seit 25 Jahren an. Paul-Heinrich Groos singt
seit genau vier Jahrzehnten mit; Ute Rest, die aus gesundheitlichen
Gründen leider nicht anwesend war, sowie Elli Völkel traten sogar
schon 1948 in den Kirchenchor ein! Sie sind erstaunt?


    

Die Gottesdienstbesucher
waren es auch! 60 Jahre üben und singen und wieder üben, Woche für
Woche, Monat für Monat. Diese Leistung verdienst höchste Anerkennung
und ist wohl kaum zu überbieten. Doch! Eine Sängerin wurde gar für
70-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet: Elfriede Otto aus Setzen!
Herzlicher Applaus im Kirchenschiff. Zu Recht! Die Jubilarin begann
gleich nach ihrer Konfirmation mit dem Singen, zunächst im Gemischten
Chor in Wilnsdorf. Zwölf Jahre später wurde sie Mitglied im ev.
Kirchenchor Setzen; nach dessen Auflösung wechselte sie dann in
den Klafelder Chor. Bei der Ehrung in der Talkirche seien die 70
Jahre noch einmal im Schnelldurchlauf an ihr vorbeigezogen, wie
sie mir einige Tage später am Telefon berichtete. „Nur Gnade“, sagte
sie, „und ich habe immer gern gesungen!“ Edith Groos, die 1. Vorsitzende
des Chores, überreichte Elfriede Otto, wie auch den zuvor Genannten,
einen üppigen Blumenstrauß und eine Urkunde des Verbandes der Evangelischen
Kirchenchöre Deutschlands. Edith Groos, Pfarrerin Almuth Schwichow
und Chorleiterin Andrea Stötzel gratulierten den Jubilarinnen und
dem Jubilar und dankten für ihren hohen Einsatz und für ihr vorbildliches
Engagement in den vergangenen Jahrzehnten. Vielleicht möchten auch
Sie in unserem Kirchenchor mitsingen. Man wird Sie mit offenen Armen
empfangen! „Es mangelt besonders an Männerstimmen“, so die Vorsitzende,
„aber auch Sopran und Alt können die eine oder andere Verstärkung
gebrauchen.“ Die Chorproben finden immer dienstags um 19.30 Uhr
im Gemeindezentrum Wenscht statt.

  • Gemeindeaufbau

Professionell
vorbereitet und sehr informativ: Mit diesen wenigen Worten kann
man sie beschreiben, die Gemeindeversammlung am 12. November in
der Talkirche. Knapp 80 Gemeindeglieder waren erschienen, um zu
hören (und zu sehen), was seit der letzten Versammlung im September
2007 geschehen ist.

Kirchmeister Hartmut
Heinbach skizzierte die Veränderungen in unserer Gemeinde mit Hilfe
eines Beamers, mit Hilfe von Schaubildern und großen Fotos. Insgesamt
eine rundum gelungene Präsentation! Pfrn. Almuth Schwichow, Pfr.
Dr. Martin Klein, Pfr. Frank Boes, Gemeindepädagoge Wolfgang Hofheinz
und Hartmut Heinbach erläuterten kurz die einzelnen positiven Aspekte
und Maßnahmen nach der Umstrukturierung im Herbst 2007, so z. B.
die Guten-Abend-Kirche, den Fahrdienst, die „Nacht der offenen Kirchen“,
das „Café im Pfarrhaus“, das Ferienprogramm für Kinder, die traditionellen
Gottesdienste und besonderen Veranstaltungen in Setzen, Birlenbach
und Sohlbach-Buchen, die Neukonzeption der Konfirmandenarbeit, den
Neubau der Orgel in der Talkirche, die Familienfreizeit, den Weg
der Kindertageseinrichtungen zum „Evangelischen Familienzentrum“,
um nur einige wenige zu nennen. Eingegangen wurde auch auf die Entwicklung
der Gemeindegliederzahlen und das freiwillige Kirchgeld. Ein Vergleich
der Haushaltspläne von 2006 und 2009 zeigte die deutliche Reduzierung
des Defizits. Bei der abschließenden Diskussion stand die Zukunft
unserer Kirchengemeinde im Mittelpunkt. „Insgesamt sind wir ein
gutes Stück vorangekommen, aber noch längst nicht am Ziel.“ Versprochen
wurde, auch weiterhin zeitnah und ausführlich über alle Entwicklungen
und Ereignisse zu berichten, sowohl in „Gemeinde jetzt“ als auch
in weiteren Versammlungen. Pfr. Dr. Martin Klein beendete die Zusammenkunft
mit einen Abendgebet und der Bitte um Gottes Segen.

  • Ausschüsse

Heute stellen
wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die drei noch verbleibenden
Ausschüsse vor. Im Ausschuss für Tageseinrichtungen für Kinder arbeiten
die Presbyteriumsmitglieder Rolf Langenbach, Inge Behm, Pfarrer
Frank Boes und Winfried Krahl sowie Katrin Osterburg (Kindergarten
Setzen), Ulrike Blechert (Kindertagesstätte Ortsmitte) und Gerlinde
Schäfer (Kreiskirchenamt) mit; Uta Müller fungiert als beratendes
Mitglied. Dem Partnerschaftsausschuss gehören neben Pfarrerin Almuth
Schwichow, Paul-Heinrich Groos, Ute Kwarteng und Heidi Soose auch
Magdalena Kröber, Edith Groos und Inge Well als sachkundige Gemeindeglieder
an. Der Ausschuss für theologische Fragen  schließlich setzt
sich wie folgt zusammen: Pfarrer Dr. Martin Klein, Rosel Joppich,
Volker Mackenbach und Peter-Christian Rose aus dem Presbyterium
sowie Karin Krahl, Martina Hofheinz und Stephanie Kafka-Klein. Somit
haben wir Ihnen alle in der Satzung aufgeführten Fachausschüsse
und beratenden Ausschüsse vorgestellt.

  • Trauer

Viele Gemeindeglieder
hat der Tod von Barbara Mühlbach, geb. Däweritz, am 14. November
sehr bewegt und traurig gemacht. Sie verstarb nach langer, schwerer
Krankheit im Alter von 75 Jahren. Barbara Mühlbach war die Ehefrau
von Pfarrer Harald Mühlbach, der von 1969 bis 1993 die 3. Pfarrstelle
in unserer Gemeinde innehatte. Im Jahr 2007 konnten beide mit ihren
drei Kindern und der gesamten Familie das Fest der Goldenen Hochzeit
feiern, und am 8. Juni 2008 nahm sie – in Weidenau wohnend – in
der Talkirche noch an der Diamantenen Konfirmation teil, als Pfarrerin
Almuth Schwichow den Lebenssegen in den Mittelpunkt ihrer Predigt
stellte. Ihre sehr enge Verbundenheit mit Klafeld zeigte sich auch,
als sie am 17. August mit ihrem Ehemann bei der Einführung von Pfarrer
Frank Boes zugegen war. Barbara Mühlbach konnte gut zuhören und
hatte für jeden ein gutes Wort. Man schätzte ihre sehr angenehme
und zuversichtliche Art, sie war lebensfroh und gütig, zurückhaltend
und ausgleichend. Als ausgebildete Gemeindehelferin unterstützte
sie ihren Ehemann wo immer sie konnte. 1977 gründete sie in Birlenbach
zudem den Frauenkreis, den sie mit großem Engagement sechzehn Jahre
lang leitete. Für viele war Barbara Mühlbach eine tolle, ja, die
„ideale Pfarrfrau“. Die Trauerfeier fand am 20. November in der
Geisweider Friedhofskapelle statt, geleitet von Pfarrer i. R. Burkhard
Schäfer. Genau vor vierzig Jahren – am 20. 11. 1968 – war Familie
Mühlbach ins Pfarrhaus in der Bornstraße eingezogen! Mitglieder
des Gemischten Chores Birlenbach und des Kirchenchores unter dem
Dirigat von Pfarrer Dr. Martin Klein sangen „Wirf dein Anliegen
auf den Herrn“ und „Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und
Not“. Viele Menschen in unserer Gemeinde werden Barbara Mühlbach
in guter und dankbarer Erinnerung behalten. „Sie hat hier viel Gutes
getan und bewirkt, und das werden wir nicht vergessen. Wir vertrauen
darauf, dass sie nun in Gottes Hand Ruhe und Frieden findet.“

  • Gottvertrauen

Welches Kirchenlied
singen Sie am liebsten? Welches Gebet ist für Sie das wichtigste?
Und: Wie heißt Ihre beliebteste Bibelstelle? Diese Fragen stellte
die Wochenzeitung „Unsere Kirche“ im letzten Sommer. Ein Berg von
Zuschriften ging ein. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Auffällig
an den Antworten: In allen drei Kategorien setzte sich das „Gottvertrauen“
klar durch. „So sind unter den beliebtesten Liedern in erster Linie
solche mit getragenen Melodien. Sie vermitteln musikalisch und auch
vom Inhalt her Geborgenheit im Glauben.“ Die ersten drei Plätze
belegten „Befiehl du deine Wege“ (EG 361), „Die Nacht ist vorgedrungen
(EG 16) und „Ich steh an deiner Krippen hier“ (EG 37). Bei den Gebeten
gab es einen eindeutigen Spitzenreiter. Keines wurde auch nur annähernd
so oft genannt wie das „Vaterunser“, von dem Jörg Zink einmal sagte:
„Es ermöglicht ein Leben ohne Angst.“ Es folgten „Luthers Morgensegen“
(EG 863) und das „Glaubensbekenntnis“. Auch in der Lieblingsgeschichte
der Bibel geht es um Geborgenheit. Der beliebteste Text ist das
„Gleichnis vom verlorenen Sohn“ (Luk. 15), das von der Großherzigkeit
Gottes handelt. Auch sehr oft wurden die „Ostergeschichte“ (Joh.
20, Mark. 16, Matth. 28) und die „Glaubensgewissheit“ (Röm. 8, 38
und 39) genannt. Psalm 23 landete hier übrigens auf Platz 6.  

  • Schallmauer

Wir haben es geschafft!!!
Die 200.000,00 € – Schallmauer konnte durchbrochen werden! Und zwar
durch eine Überweisung, die am 18. November bei uns einging. Getätigt
wurde sie durch das Ehepaar Ursula und Rudolf Rabe aus dem Ulmenweg
im Wenscht! Als ich anrief und die Kunde übermittelte, war man ganz
erstaunt. „Eigentlich geht unsere Überweisung für das Projekt ´Gemeinde
jetzt´ schon immer im September oder im Oktober weg, diesmal ist
sie irgendwie liegen geblieben. Das alles ist also reiner Zufall!“
Zwei Tage später erscheine ich mit einem Büchergutschein und einem
Weihnachtsstern. Ursula Rabe ist hocherfreut, kann alles gar nicht
fassen. Ich danke ihr auch im Namen des Presbyteriums und des Öffentlichkeitsausschusses.
„Uns ist es wichtig, die Arbeit der Kirchengemeinde zu unterstützen!
Und wir freuen uns riesig, dass immer noch so viel gespendet wird.“
Und dann bedankt sie sich bei mir, fast überschwänglich. Ja, wenn
Spender sich bedanken! 200.000,00 Euro – ein  toller     Erfolg!
Wir alle in Klafeld können uns freuen und auch ein wenig stolz sein!
Denn: Damit hätten vor 15 Jahren, genau im Januar 1994, als die
Projekt – Idee geboren und erstmals durchgeführt wurde, nicht einmal
die kühnsten Optimisten gerechnet, die Skeptiker ohnehin nicht!
Für jedes der 90 Projekte wurden durchschnittlich 2.226 € überwiesen
oder im Gemeindebüro eingezahlt. Vielen Dank für Ihre großartige
Unterstützung! Ohne diese Hilfe hätten wir in unserer Kirchengemeinde
vieles nicht anschaffen oder viele Arbeiten gar nicht erst in Angriff
nehmen können! Am erfolgreichsten waren übrigens die Jahre 2004
mit einer Summe von 22.720,33 € und 1999 mit 43.819,03 DM oder 22.404,31
€. – Nachzutragen ist das Ergebnis des Projektes „Gemeinde jetzt“
(Nr. 89): Für unsere Kirchennachrichten, die Sie gerade lesen, wurden
bisher 3.824,00 € gespendet. Nicht zu vergessen sind jene 877,67
€, die in den ersten acht Monaten des Jahres 2008 dafür bei uns
eingingen. Das sind summa summarum 4.701,67 €! Dieser Betrag wird
uns im Redaktionsteam Ansporn sein für die vor uns liegende Arbeit
im Jahr 2009. Für das 90. Projekt („Brot für die Welt – Nachhaltige
Landwirtschaft in Burkina Faso“), das noch bis Ostern läuft, konnten
wir bisher genau 85,00 € auf der Habenseite verbuchen. Nochmals
aufrichtigen Dank für die grandiose Unterstützung und die beispiellose
Spendenbereitschaft in all den zurückliegenden Jahren!

Rückblick: Wegweiser-Konzert

Chor Wegweiser und Band gaben
mitreißendes Konzert

Seit den Sommerferien
haben sie sich darauf vorbereitet: Die reguläre Probenzeit verlängert,
Sonderproben eingelegt, sogar einen internen Wochenendworkshop besucht.
Eine Woche lang konnte man Abend für Abend rote, blaue, grüne Lichter
aus den Fenstern der Wenschtkirche leuchten sehen. Und einen ganzen
Samstag hat die Band intensiv geprobt.

Und dann war es
endlich soweit:
An einem Sonntagabend im Oktober gab der Chor
Wegweiser mit Band unter der Leitung von Jochen Schnutz ein fulminantes
Gospelkonzert in der vollbesetzten Wenschtkirche. Er bot ein abwechslungsreiches
Feuerwerk aus Gospels und Anbetungsliedern, mal mitreißend, mal
nachdenklich. Winfried Winterhager, Jochen Schnutz, Dörthe Halmann,
Laura-Christin Katz und Christine Neef kommen alle aus dem Chor
und bereicherten immer wieder einzelne Lieder mit ihren Solostimmen.
Besonders die gefühlvolle, warme Altstimme von Christine Neef. ging
den Zuhörern dabei unter die Haut. Die Band (E-Gitarre, E-Bass,
E-Piano, Schlagzeug und Saxophon) spielten packend und abwechslungsreich.
Lob verdient auch das Technikteam. Vor allem die Lichtshow, überzeugte
durch einfallsreichen Aufbau und dezente Effekte, die die Musik
unterstützten ohne sich in den Vordergrund zu spielen.
All dies
begeisterte das Publikum sosehr, dass der Chor am Ende nicht abtreten
konnte, bevor er noch zwei Zugaben bot.

Es war ein bewegender
Abend, dessen Melodien und Rhythmen in den Zuhörern (und bestimmt
auch in den Mitwirkenden) noch lange nachklangen.

Stephanie Kafka-Klein

Predigt vom 23. November

PREDIGT FÜR DEN LETZTEN SONNTAG
DES KIRCHENJAHRS

Wenschtkirche, 23.11. 2008

Pfr. Dr. Martin Klein
Text:2.Kor 5,1-10

In der Konfi-Projektgruppe,
die diesen Gottesdienst mit vorbereitet hat, haben wir uns beim
letzten Mal mit dem Lied „Tears in Heaven“ beschäftigt – Sie haben
es vorhin gehört. Der Gitarrist Eric Clapton hat es geschrieben,
nachdem sein vierjähriger Sohn tödlich verunglückt war. Es nimmt
Fragen auf, die auch Konfirmanden haben, und viele von Ihnen, die
im letzten Jahr einen lieben Menschen verloren haben, sicher ebenfalls:
„Würdest du meinen Namen wissen, wenn ich dich im Himmel sähe?“
heißt es da. „Würde es wieder wie früher sein? Würdest du meine
Hand halten, mir helfen, dass ich aufrecht stehen kann?“ Fragen,
die ohne Antwort bleiben, auch in Claptons Lied. Trotzdem endet
es tröstlich: „Hinter der Tür ist Friede und Sicherheit, und ich
weiß: im Himmel wird es keine Tränen mehr geben.“

Aber ist das so?
Viele Bibeltexte und Kirchenlieder scheinen das anders zu sehen.
Danach ist noch gar nicht ausgemacht, ob wir nicht am Ende zu den
„törichten Jungfrauen“ gehören, die nicht bereit waren und deshalb
draußen vor der Tür bleiben. Denn da droht nach dem Ende unseres
Lebens oder unserer Welt Gottes strenges Gericht: Unser ganzes irdisches
Leben kommt dabei auf den Prüfstand, und es ist noch nicht entschieden,
ob wir am Ende mit Christus in den Himmel kommen, wo dann in der
Tat „Friede und Sicherheit“ sind, oder ob wir mit dem Satan in die
Hölle gehen müssen, wo „Heulen und Zähneklappern“ herrschen. Vielleicht
haben auch beide Unrecht, und mit dem Tod ist tatsächlich alles
aus, wie viele meinen. Vielleicht ist „hinter der Tür“ einfach gar
nichts, und die Erde ist der einzige Himmel, den wir haben.

Auch der Text,
über den ich heute predigen möchte, geht diesen Fragen nach: Was
wird sein, wenn unsere Lebenszeit abgelaufen ist, und wie wird es
sein? Er steht in einem Brief, den der Apostel Paulus an die Gemeinde
in Korinth geschrieben hat. Wir ahnen sicher schon, dass auch dieser
Text nicht alle unsere Fragen endgültig beantworten wird. Trotzdem
glaube ich, dass es sich lohnt, Paulus zuzuhören. Denn erstens hält
er keine Sonntagsreden, sondern er ist gerade erst selbst mit knapper
Not dem Tod entronnen. In Ephesus war das, und es war nicht das
erste Mal. Und zweitens lebt und schreibt Paulus aus einer Erfahrung,
die für ihn alle bisherigen Maßstäbe gesprengt hat: er ist dem auferstandenen
Christus begegnet. Ich lese 2. Kor 5,1-10:

Wir wissen:
wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben
wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht,
das ewig ist im Himmel. Denn darum seufzen wir auch und sehnen uns
danach, dass wir mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet
werden, weil wir dann bekleidet und nicht nackt befunden werden.
Denn solange wir in dieser Hütte sind, seufzen wir und sind beschwert,
weil wir lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden wollen,
damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben. Der uns aber
dazu bereitet hat, das ist Gott, der uns als Unterpfand den Geist
gegeben hat. So sind wir denn allezeit getrost und wissen: solange
wir im Leibe wohnen, weilen wir fern von dem Herrn; denn wir wandeln
im Glauben und nicht im Schauen. Wir sind aber getrost und haben
vielmehr Lust, den Leib zu verlassen und daheim zu sein bei dem
Herrn. Darum setzen wir auch unsre Ehre darein, ob wir daheim sind
oder in der Fremde, dass wir ihm wohl gefallen. Denn wir müssen
alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen
Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut
oder böse.

Der Tod ist die
Grenze auch für unsere sprachlichen Möglichkeiten. Deshalb fällt
es uns schwer, in Worte zu fassen, was wir nach dem Tod erwarten,
erhoffen oder befürchten. Paulus geht es nicht anders. Deshalb benutzt
er verschiedene Bilder. Er redet von der Hütte und vom Haus, vom
Nackt- und Bekleidetsein, von der Fremde und der Heimat. Zum Teil
überschneiden sich die Bilder, und das macht es schwierig, genau
zu verstehen, was er meint. Trotzdem sind mir die Bilder nah, denn
sie sind zeitlos. Eines davon möchte ich mit Ihnen näher betrachten.
Es ist das Bild vom Haus als Symbol für unser Leben.

Als ich vor inzwischen
zwölf Jahren zum ersten Mal über diesen Text gepredigt habe, da
wohnten meine Frau und ich in einer Zwei-Zimmer-Wohnung in Bochum-Linden.
Wir hatten es dort bequem und ruhig und recht billig, mit netten
Nachbarn im Haus und viel Grün drum herum. Als ich aus meiner 12-Quadratmeter-Studentenbude
dort eingezogen war, kam es mir riesig vor. Aber spätestens, als
unsere Paula kam, wurde es eng. Das kombinierte Schlaf-, Arbeits-
und Kinderzimmer quoll über und war konzentrierter Arbeit nicht
besonders zuträglich, zum Duschen mussten wir immer erst die Wickelauflage
von der Badewanne hieven, und überall lag irgend etwas herum, was
sich nirgendwo sinnvoll verstauen ließ. Deshalb sehnten wir damals
den Tag herbei, an dem wir endlich eine schöne große Wohnung oder
gar ein Pfarrhaus bewohnen würden, wo jeder sein Zimmer hat und
vielleicht noch eins für Gäste übrig bleibt.

So ist es auch
mit dem Leben im Allgemeinen. Vom Mutterleib an zieht es allmählich
immer weitere Kreise und erschließt sich neue Lebensräume: Wir werden
geboren, lernen laufen, gehen zur Schule, machen eine Ausbildung,
finden einen Lebenspartner, bekommen vielleicht Kinder und später
Enkel, machen eventuell sogar Karriere. Immer wieder öffnen sich
uns neue Horizonte. Und immer wieder müssen wir dabei Lebensräume
hinter uns lassen, die uns zu eng geworden sind, die nicht mehr
zu uns passen. Das ist gut so. Aber geht es immer so weiter?

Jetzt, zwölf Jahre
später ist unser Wunschtraum längst in Erfüllung gegangen. Wir wohnen
in einem schönen Pfarrhaus mit viel Platz darin und drum herum und
kriegen ihn mit drei Kindern auch gut ausgenutzt. Aber eines Tages
wird es uns so gehen wie jetzt meinen Eltern. Die wohnen auch in
einem großen Haus. Früher, als meine Geschwister und ich und auch
meine Großeltern noch da waren, war es gerade groß genug und voller
Leben. Heute bewohnen es meine Eltern allein. Sie haben sich auf
zwei von vier Etagen zurückgezogen, und mit Hilfe einer tüchtigen
Putzfrau kommen sie noch ganz gut zurecht. Aber was passiert, wenn
es so eines Tages nicht mehr geht? Wer kümmert sich dann um sie?
Die Kinder? Ein Pflegedienst? Oder müssen sie gar in ein Altersheim?

Auch das gilt
genauso für das Leben im Großen und Ganzen. Es besteht aus einer
langen Reihe von Abschieden, und Abschied nehmen fällt immer schwer.
Anfangs heißt „Abschiednehmen“ noch „zu neuen Zielen aufbrechen“.
So nehmen Jugendliche von der Kindheit Abschied, Erwachsene vom
Elternhaus, Eltern und Berufsanfänger von der bisherigen Umgebundenheit.
Aber später sind es die anderen, die beim Abschied weiterziehen,
während man selbst zurückbleibt: Eltern müssen ihre erwachsenen
Kinder loslassen, Rentner ihren Berufe, Gebrechliche ihre Kraft
und Gesundheit, Pflegebedürftige die eigene Wohnung. Kleiner und
kleiner wird der Lebensraum, bis schließlich nur noch ein Bett bleibt,
und endlich gar nichts mehr.

Eine Hütte, ein
Zelt ist unsere irdische Behausung, sagt Paulus. Wie Nomaden in
der Wüste ziehen wir mit ihr von einem Ort zum anderen. Nirgendwo
können wir auf Dauer bleiben. Mag unser Zelt auch prächtig und stabil
sein – allmählich wird es doch zerschlissen von Sonne und Regen
und vom vielen Auf- und Abbauen, bis es irgendwann zusammenbricht
und sich nicht wieder aufbauen lässt.

Und dann? „Wir
wissen: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir
eine Wohnung von Gott, ein ewiges Haus im Himmel, das nicht von
Menschenhand errichtet ist“ (V.1). „Wir wissen“, sagt Paulus. Woher
ist er sich so sicher? Eigentlich kann das doch gar kein Mensch
wissen. Paulus würde wahrscheinlich antworten: „Ich habe gesehen,
dass Jesus lebt, weil Gott ihn von den Toten auferweckt hat. Und
deshalb bin ich überzeugt, dass auch über uns der Tod nicht das
letzte Wort hat.“ Aber ich denke, dass es auch im Leben des Paulus
Momente gab, in denen er sich fragte, ob er sich damals vor Damaskus
nicht doch etwas eingebildet hat. Vielleicht würde er deshalb auch
sagen: „Dass ich meiner Sache so gewiss bin, liegt nicht an mir
selbst, sondern an Gottes gutem Geist, der mir diese Hoffnung schenkt.“
Deshalb nennt Paulus den Geist Gottes das „Unterpfand“, die „Anzahlung“
auf das, was noch kommt.

Den auferstandenen
Christus haben wir nicht gesehen, aber die Hoffnung, die Gottes
Geist bewirkt, die gilt auch für uns. Vielleicht ist er ja schon
dort am Werk, wo wir eine vage Ahnung davon bekommen, dass unser
Leben hier auf Erden nur ein Fragment ist, auch wenn es neunzig
Jahre und mehr dauert – ein Bruchstück eines größeren Ganzen, das
wir erst erkennen können, wenn wir die Grenze des Todes überschritten
haben. Ich glaube, dass aus dieser Ahnung Gewissheit werden kann,
wenn wir Gottes Wirken in Jesus Christus für uns wahr sein lassen.
Ich vertraue darauf, dass uns der Glaube eine Hoffnung geben kann,
die mit dem Tod nicht untergeht. Diese Hoffnung ist nicht unerschütterlich;
manchmal ist sie nur ein schwacher Schlimmer, aber sie trägt, weil
sie von Gott getragen ist.

Ein ewiges Haus
erwartet uns, eines, das nicht mit Händen gemacht ist, sagt Paulus.
Was für ein Haus wird das sein? Wie wird es aussehen? Paulus zeichnet
uns keinen genauen Grundriss, aber ein paar Konturen können wir
doch erkennen.

Eines ist besonders
wichtig: Es wird nicht irgendein Haus sein, sondern mein Haus, so
wie meine irdische Hütte auch nicht irgendeine sondern meine war.
Gott liebt mich so, wie ich bin, so unverwechselbar, wie er mich
erschaffen hat. Und wenn es so ist, dass Gottes Liebe über den Tod
hinausreicht, dann glaube ich, dass ich auch dann ich selbst sein
werde, die Person, zu der Gott Ja gesagt hat, ein für alle Mal.
Ich glaube nicht, dass alles wie früher sein wird. Aber dass ich
meinen Namen noch kenne, bei dem Gott mich gerufen hat, darauf vertraue
ich.

Wenn es aber so
ist, dass ich auch nach dem Tod ich selbst bleibe, weil Gott mich
auch weiter bei meinem Namen ruft, dann bleibe ich auch für mein
irdisches Leben verantwortlich und bin Gott dafür Rechenschaft schuldig.
Deshalb sagt Paulus: „Wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi
offenbar werden, damit jeder seinen Lohn empfängt für das Gute oder
Böse, das er im irdischen Leben getan hat.“ (V.10) Das ist natürlich
keine angenehme Vorstellung, einem Richter gegenüberzustehen, der
nicht nur meine bekannten Wohl- und Missetaten vor Augen hat, sondern
der mich bis ins Innerste durchschaut. Ein Richter, der alles ans
Licht bringt, was ich bisher vor anderen verborgen habe, vielleicht
sogar vor mir selbst. Das kann und sollte uns durchaus einen gewaltigen
Schrecken einjagen. Aber stellen Sie sich vor, es wäre anders: Stellen
Sie sich vor, der Tod würde all das Unrecht endgültig unter den
Teppich kehren, das auf Erden ungesühnt bleibt! Wäre diese Vorstellung
nicht noch viel schrecklicher? Gott will nicht Rache nehmen, aber
er will Gerechtigkeit, und das ist gut so.

Und dann ist noch
eins wichtig: Paulus sagt, dass der Richter kein anderer ist als
Jesus Christus. Derjenige, der meine Schuld beurteilt, ist also
kein anderer als der, durch den Gott mich annimmt, wie ich bin.
Dann kann der Schrecken des Gerichts aber eigentlich nur ein Erschrecken
über mich selber sein: So verstrickt in Schuld bin ich, und so barmherzig
ist Gott trotzdem zu mir. Natürlich habe ich mehr davon, wenn mich
dieser heilsame Schrecken schon auf Erden packt – und meine Mitmenschen
auch. Aber sollte es im Gericht dafür wirklich zu spät sein? Sollte
dann nicht mehr gelten, dass Gott die ganze Welt mit sich versöhnt
hat?

Im Himmel werden
Friede und Sicherheit sein, und es wird dort keine Tränen mehr geben,
singt Eric Clapton. Wenn es stimmt, was Paulus schreibt, dann ist
das mehr als eine vage Hoffnung. Dann ist es eine Gewissheit, aus
der wir jetzt schon leben können – in der Verantwortung vor Gott
dem Richter und im Vertrauen auf seine grenzenlose Liebe.

Amen.