Predigt vom 17.7.2011

 

GOTTESDIENST FÜR DEN VIERTEN
SONNTAG NACH TRINITATIS

Talkirche, 17.7. 2011
Pfr.
Dr. Klein
Text: Gen 50,15-21

Die Beerdigung
des alten Herrn Jacobi war vorüber. Sie war das gewesen, was man
in Wien „a schöne Leich“ genannt hätte. Die große Backsteinkirche,
in der die Trauerfeier stattgefunden hatte, war bis auf den letzten
Platz gefüllt gewesen. Alles, was in der Stadt Rang und Namen hatte,
ja sogar Polit-Prominenz aus Berlin war gekommen. Der Domchor hatte
gesungen, und der Bischof persönlich hatte die Predigt gehalten.
Und anschließend war eine lange Kolonne von schweren Limousinen
hinter dem Leichenwagen her zum Friedhof gefahren, wo der Patriarch
einer großen Familie in der Gruft seiner Ahnen zur letzten Ruhe
gebettet worden war, begleitet von Salutschüssen der örtlichen Schützenbrigade.

So ein Begräbnis
hatte die kleine Stadt in der ostdeutschen Provinz lange nicht erlebt.
Das lag weniger an der Person des Verstorbenen. Denn der hatte im
Ort zwar einiges Ansehen besessen, war aber nur ein einfacher Bauer
gewesen. Es lag auch nicht an seinen Söhnen aus erster Ehe, unauffälligen
Gestalten, schon mehr oder weniger grauhaarig, die mit ihren Frauen
und Kindern in schlichter schwarzer Kleidung dem Sarg folgten. Nein,
es lag an IHM, dem gut aussehen-den Mann im teuren Maßanzug, auffällig
– unauffällig eskortiert von breitschultrigen Gestalten mit Sonnenbrillen:
Prof. Dr. Dr. h. c. Johannes Jacobi, renommierter Wirtschaftswissenschaftler
und Staats-sekretär mit Sondervollmachten im Bundeskanzleramt. Sein
erfolgreiches Konzept zur Bewältigung der schwersten Wirtschaftskrise
der Nachkriegszeit hatte ihm sowohl die Bewunderung der Fachwelt
als auch das Vertrauen des deutschen Kleinsparers eingebracht und
ihn zur rechten Hand des Bundeskanzlers gemacht. Er hatte immer
als Sohn eines rheinischen Geschäftsmanns gegolten, der ihn adoptiert
und ihm sein Vermögen vermacht hatte. Erst vor wenigen Jahren war
bekannt geworden, dass er in Wirklichkeit aus einer ostdeutschen
Bauernfamilie stammte und in der DDR aufgewachsen war. Die Boulevardblätter
waren damals voll gewesen mit Bildern und Geschichten über das ergreifende
Wiedersehen mit seinem Vater und seinen Brüdern nach vielen Jahren
der Trennung. Und natürlich würden sie auch jetzt zu Tränen Rührendes
über die Beerdigung zu berichten haben.

Den Brüdern des
Herrn Prof. Jacobi ging dagegen ganz anderes durch den Kopf, als
sie mit finsteren Mienen vom Friedhof nach Hause gingen. Rudolf,
der Älteste, sprach schließlich aus, was sie alle dachten: „Jetzt
ist es so weit. Jetzt, wo unser Vater unter der Erde ist, wird er
uns alles heimzahlen!“

Die anderen nickten
nur. Sie wussten genau, was er meinte. Schließlich waren sie alle
dabei gewesen, damals, vor vielen Jahren. Und sie hatten alle mitgemacht.
Hatten ihn verprügelt, den Schönling, den Angeber, ihn getreten,
auf ihm herumgetrampelt in blinder Wut, hatten ihm die teuren Westklamotten
vom Leib gerissen, die der Vater für ihn, und nur für ihn, gekauft
hatte. Immer hatte er Johannes allen seinen Brüdern vorgezogen.
Denn er war das einzige Kind seiner zweiten Frau, die seine große
Liebe gewesen war. Sie war bei Johannes’ Geburt gestorben, und so
war ihr Kind das einzige, was ihm von ihr geblieben war. Also wurde
Johannes mit Geschenken überhäuft, und die Brüder gingen leer aus.
Johannes durfte die Oberschule besuchen, während die Brüder sich
auf den Feldern abrackern mussten. Johannes konnte sich alles erlauben,
und wenn er was ausgefressen hatte, bekamen die Brüder die Schläge
dafür. Kein Wunder, dass ihm das zu Kopf gestiegen war. Er hielt
sich für was Besseres, prahlte mit seinen Einser-Zeugnissen, schwelgte
in den tollsten Karriereträumen – und merkte nicht wie Wut und Neid
in seinen Brüdern langsam überkochten.

Eines Tages hatten
sie ihm dann aufgelauert, auf dem Heimweg von der Schule. Sie hatten
ihn ins Gebüsch unten am Fluss gezerrt. Und nachdem sie einmal angefangen
hatten, auf ihn einzuprügeln, hatten sie nicht mehr aufhören können.
Schließlich war Johannes bewusstlos geworden, und sie hatten geglaubt,
sie hätten ihn totgeschlagen. Voller Angst, dass alles rauskommen
würde, hatten sie ihn ins Wasser geworfen. Dem Vater hatten sie
nur erzählt, sie hätten seine Sachen am Fluss gefunden. Die Polizei
war zu dem Schluss gekommen, dass Johannes einem Verbrechen zum
Opfer gefallen sei – Täter unbekannt. Sein Leichnam wurde nie gefunden.

Den hatte es freilich
auch nie gegeben. Johannes war im kalten Wasser wieder zu Bewusstsein
gekommen und hatte sich trotz einiger gebrochener Rippen ans Ufer
retten können. Aus Angst vor seinen Brüdern hatte er sich nicht
mehr nach Hause getraut. Bei Nacht hatte er sich über die Landstraße
davon geschleppt. Ein LKW-Fahrer hatte ihn schließlich mitgenommen
und nach West-Berlin geschmuggelt. Dort hatte er eine Zeitlang in
übelsten Verhältnissen gelebt, bis ihn jener Geschäftsmann aus dem
Rheinland aufgegabelt hatte. Der erkannte, wie talentiert Johannes
war, gab ihm einen Ausbildungsplatz in seiner Firma, ließ ihn dann
das Abitur nachholen, finanzierte ihm sein Studium und adoptierte
ihn schließlich, weil er keine eigenen Kinder hatte. Und so machte
Johannes tatsächlich die Karriere, von der er immer geträumt hatte.

Die Brüder dagegen
wurden ihres Lebens nicht mehr froh. Äußerlich wahrten sie zwar
die Fassade, aber in ihnen nagten die Schuldgefühle. Und wenn sie
gehofft hatten, dass Johannes nun nicht mehr zwischen ihnen und
ihrem Vater stehen würde, so hatten sie sich getäuscht. Der alte
Jacobi blieb untröstlich in der Trauer um seinen Lieblingssohn,
und so bestimmte der als vermeintlich Toter ihr Verhältnis zu einander
noch stärker als zuvor.

So waren die Jahre
verstrichen. Die DDR war untergegangen, und die Brüder hatten den
väterlichen Hof wieder aus der LPG lösen können. Aber als dann die
schlimme Wirtschaftskrise gekommen war, hatten sie wie viele Bauern
vor dem Aus gestanden. Da hatte es sich begeben, dass der neue starke
Mann der Regierung, jener Prof. Dr. Jacobi, ihre Gegend bereiste.
Die Brüder hatten Unterschriften gesammelt, mit der sie um staatliche
Hilfsgelder baten. Und als sie die dem Herrn Staatssekretär überreichen
wollten, da hatte der sofort erkannt, wen er vor sich hatte. Unter
Tränen hatte er sich seinen Brüdern zu erkennen gegeben und Wiedersehen
mit seinem Vater gefeiert, der dieses Wunder kaum fassen konnte.
Und nicht aus Staatsgeldern, sondern aus seinem Privatvermögen hatte
er den väterlichen Hof saniert und Brüdern mit ihren Familien ihr
Auskommen gesichert. Über die Geschichte von damals hatte er kein
Wort verloren.

Aber jetzt war
der Vater tot. Und die alte Angst kroch den Brüdern wieder ins Genick.
Ihre Tat war zwar verjährt, aber wirtschaftlich und gesellschaftlich
konnte Prof. Jacobi sie immer noch ruinieren. „Wir müssen mit
ihm reden“, sagte Rudolf schließlich, „am besten sofort.“

Sie fragten im
Hotel nach ihm, aber dort hieß es, er habe eine Weile allein sein
wollen und sei spazieren gegangen. Doch wenn seine Brüder nach ihm
fragen würden: er sei unten am Fluss zu finden – sie wüssten dann
schon Bescheid!

Er hatte also
geahnt, dass sie kommen würden. Und der Ort, zu dem er sie bestellt
hatte, bestätigte ihre schlimmsten Befürchtungen. Mit klopfendem
Herzen und weichen Knien gingen sie zu der Stelle am Fluss, die
sie alle bestens kannten, auch wenn sie sich bis heute nie wieder
dorthin getraut hatten.

Johannes Jacobi
stand dort und schaute gedankenverloren aufs Wasser hinaus. Die
Brüder trauten sich zuerst nicht an ihn ran. Dann schickten sie
wie immer Rudolf vor – er hatte schon damals dem Vater die schlimme
Nachricht bringen müssen. Rudolf trat einen Schritt näher und räusperte
sich. „Johannes, wir müssen dir etwas sagen!“

Johannes drehte
sich um und schaute Rudolf an. „Das hab ich mir gedacht“,
sagte er, „also schießt schon los!“

„Nun“,
begann Rudolf und schlug verlegen die Augen nieder, „wir haben’s
ja hier im Osten nicht so mit der Kirche, aber unser Vater, der
war noch ein richtig frommer Mann. Wenn er gewusst hätte, was damals
wirklich passiert ist – hier an dieser Stelle – ich weiß nicht,
was er dann mit uns gemacht hätte. Aber jetzt, nach so langer Zeit
– da hätte er sicher gehofft, dass du uns vergibst.“

„Und ihr
glaubt, dass ich das nicht tue, nicht wahr?“ sagte Josef, und
seine Brüder merkten, dass er ganz rote Augen hatte. „Ihr glaubt,
dass ich jetzt wie Ben Hur oder der Graf von Monte Christo über
euch komme und Rache nehme!“

Die Brüder sagten
nichts, sondern nickten nur stumm.

Da erschien ein
trauriges Lächeln auf Josefs Gesicht. „Aber warum sollte ich
das tun?“ fragte er. „Glaubt ihr denn, ich hätte meine
Freude über unser Wiedersehen die ganze Zeit nur gespielt? Ja, es
stimmt, es war schlimm, was ihr mir angetan habt. Ich hab damals
wirklich gedacht, ich muss sterben, und ich habe danach üble Zeiten
durchgemacht. Aber ich habe auch erkannt, was für ein eingebildeter
Angeber ich war und wie sehr euch das gewurmt haben muss. Trotzdem
ist alles wahr geworden, wovon ich geträumt habe: Ich habe Karriere
gemacht, ich bin reich und ich habe Einfluss. Doch mir ist deutlich
geworden, dass ich das alles weder verdient habe noch für mich behalten
kann. Ich muss es mit anderen teilen, und das zuerst mit euch.

Ja, ihr habt Recht,
unser Vater war ein frommer Mann. Er hat immer geglaubt, dass unser
ganzes Leben in Gottes Hand liegt. „Denen, die Gott lieben,
müssen alle Dinge zum Besten dienen“, hat er immer gesagt.
Ich habe oft darüber nachgedacht. Und ich bin zu dem Schluss gekommen,
dass es tatsächlich so etwas wie Fügung gibt. Ihr hattet Böses im
Sinn, aber Gott hat Gutes daraus entstehen lassen – für mich, für
unser Land und nicht zuletzt auch für euch. Gott hat euch – und
auch mir – längst vergeben, denn im Unterschied zu unserem Vater
liebt er uns alle gleich. Wer wäre ich denn, wenn ich nun nicht
tun würde, was Gott schon lange getan hat?“

Dann konnte er
nicht länger an sich halten und fiel Rudolf um den Hals. Und der
erwiderte seine Umarmung nach kurzem Zögern. So feierten sie endlich
Versöhnung – an der gleichen Stelle, wo sie sich vor so langer Zeit
entzweit hatten. Und wir dürfen uns vorstellen, dass Gott ihnen
dabei zufrieden zuschaute.

 

Die Brüder
Josefs aber fürchteten sich, als ihr Vater gestorben war, und sprachen:
„Josef könnte uns gram sein und uns alle Bosheit vergelten,
die wir an ihm getan haben.“ Darum ließen sie ihm sagen: „Dein
Vater befahl vor seinem Tode und sprach: So sollt ihr zu Josef sagen:
Vergib doch deinen Brüdern die Missetat und ihre Sünde, dass sie
so übel an dir getan haben. Nun vergib doch diese Missetat uns,
den Dienern des Gottes deines Vaters!“ Aber Josef weinte, als
sie solches zu ihm sagten. Und seine Brüder gingen hin und fielen
vor ihm nieder und sprachen: „Siehe, wir sind deine Knechte.“
Josef aber sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Stehe ich
denn an Gottes Statt? Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber
Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist,
nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk. So fürchtet euch nun
nicht; ich will euch und eure Kinder versorgen.“ Und er tröstete
sie und redete freundlich mit ihnen.

Amen

 

Berichte von der Synode am 29.6.2011

 

Wo schlägt das Herz des Evangelischen
Kirchenkreises Siegen?

Jahresbericht der Superintendentin
Annette Kurschus

In
ihrem Jahresbericht vor der Synode des Evangelischen Kirchenkreises
Siegen stellte Superintendentin Annette Kurschus in Anlehnung an
die Losung des diesjährigen Deutschen Evangelischen Kirchentages
die Frage: Wo schlägt gegenwärtig unser Herz als Evangelischer Kirchenkreis
Siegen? Damit verbunden waren die Fragen, „wofür haben wir unsere
Kraft eingesetzt, unsere Fantasie, unsere Zeit? Was haben wir mit
Leidenschaft weitergebracht? Was haben wir ins Werk gesetzt – welche
Pläne geschmiedet?“ Oder: „Was macht uns immer wieder Hoffnung?“

Den Berichten
der Kirchengemeinden entnahm die Superintendentin, dass diese sich
zunehmend in der schwierigen Kunst des Aufhörens üben müssten.  Kurschus:
„Wie beenden wir Traditionen, die vertraut sind und an denen die
Herzen vieler Gemeindeglieder hängen – für die aber in Zukunft keine
Kraft und kein Geld mehr da sein wird?“

Die klassischen
Felder der Gemeindearbeit erreichen die Menschen am Anfang und am
Ende ihres Lebens. Die Menschen, die aktiv in der Verantwortung
für unsere Gesellschaft stünden, so Kurschus, fänden mit ihren Fragestellungen
und Bedürfnissen nur schwer einen Ort in den Gemeinden.

Viele Kirchengemeinden
setzen bei dieser Lücke an und entwickeln neue Ideen für Menschen
in der Mitte des Lebens. So gibt es je nach unterschiedlicher Tradition
und theologischer Ausrichtung unterschiedliche Formen von Glaubenskursen,
theologischen Seminaren und Gesprächskreisen sowie eher meditativ
ausgerichteten geistlichen Projekten. Superintendentin  Kurschus:
„Ich ermuntere Sie ausdrücklich, diese Fährte weiter zu verfolgen.
Zahlreiche Menschen nehmen sie dankbar auf und entdecken so die
Kirche für sich neu als attraktiv, einladend und wegweisend.“

Auch das so genannte
zweite Gottesdienstprogramm wird im Kirchenkreis Siegen bunter und
vielfältiger – und ist in manchen Gemeinden inzwischen stärker angenommen
als der traditionelle Gottesdienst am Sonntagmorgen. Der Gottesdienst
wird sich in seinen äußeren Rahmenbedingungen auf die veränderten
Lebensgewohnheiten einstellen müssen.

Auch das musikalische
Gottesdienstrepertoire hat sich in fast allen Gemeinden erweitert.
Zusätzliche Liederbücher werden angeschafft und die Orgel ist für
viele dieser Lieder kein geeignetes Begleitinstrument. Die Superintendentin,
selbst ausgesprochen musikalisch und musikkundig, spricht sich deutlich
dafür aus, hier keine falschen Alternativen aufzustellen, die die
populäre und traditionelle Kirchenmusik gegeneinander auszuspielen
versuchen. „Unterschiedliche Musikstile haben in der Kirche ihren
Ort; wir brauchen musikalische Vielfalt und sollten diese als Reichtum
begreifen und fördern.“

Ehrenamtliche
Leitung entlasten und stärken

Die Mitarbeit
in der Leitung von Kirchengemeinden erscheint immer weniger attraktiv.
In einigen Gemeinden arbeiten die Presbyterien auf Dauer hart an
der Grenze ihrer Beschlussfähigkeit; vakante Stellen lassen sich
nur mit großer Mühe oder gar nicht wieder besetzen. Das Amt der
Presbyterin oder des Presbyters ist durch die starken finanziellen
und strukturellen Veränderungsprozesse mit wenig Ehre, dafür mit
umso mehr quälenden Entscheidungen und anspruchsvoller fachspezifischer
Arbeit verbunden. Frust von Gemeindegliedern landet in der Regel
zuerst bei den Presbyterinnen und Presbytern. So stellt das Amt
für Menschen, die im Beruf oder in der Familie oder in beidem zugleich
ihren Mann oder ihre Frau stehen, eine immer größere zusätzliche
Belastung dar. Die leitende Theologin des Kirchenkreises befürchtet,
dass die Kirchengemeinden das sehr deutlich zu spüren bekommen,
wenn im Februar des kommenden Jahres Presbyteriumswahlen anstehen.
Superintendentin Kurschus: „Ich halte es für dringend nötig, dass
wir uns sowohl in den Gemeinden als auch auf Kirchenkreisebene Gedanken
machen, wie wir die Arbeit in den Presbyterien attraktiver gestalten
können.“ Für eine Hauptaufgabe derer, die hauptamtlich Verantwortung
tragen, sieht sie, Menschen für ihre ehrenamtliche Arbeit zu gewinnen
und zu motivieren, sie zu befähigen, zu stärken und zu begleiten.
Dadurch könnten die Hauptamtlichen neue Freiräume für ihre eigenen
Kernaufgaben gewinnen.

Auf Kirchenkreisebene
wird häufig der Wunsch nach besserer Koordination und Vernetzung
der unterschiedlichen Ausschüsse, Dienste, Arbeitsbereiche und Beauftragungen
geäußert. Die Kompetenzen könnten so noch effektiver genutzt und
für gemeinsam abgesprochene Ziele fruchtbar gemacht werden. Die
Superintendentin verspricht, dass sich der Kreissynodalvorstand
sich damit befassen und ein geeignetes Konzept zur Verbesserung
der Zusammenarbeit entwickeln wird.

„Mit großer Hochachtung
erlebe ich“, so Kurschus, „wie unsere Mitarbeitenden im Kreiskirchenamt
auch nach dem plötzlichen Tod von Verwaltungsleiter Hartmut Menzel
ihre Arbeit mit größtenteils erhöhtem Einsatz an Zeit und Kraft,
mit bemerkenswerter Kollegialität untereinander und verlässlicher
Loyalität gegenüber der Kirchenkreisleitung leisten. Die zeitliche
Planung sieht vor, dass die Stelle des Verwaltungsleiters zum 1.
Januar 2012 wieder besetzt ist.

Die Superintendentin
schildert in ihrem Bericht die Situation der Ehe-, Familien- und
Lebensberatungsstelle des Kirchenkreises, die in diesem Jahr ihren
25. Geburtstag feiert. Die Mitarbeitenden kämpfen täglich mit eigenen
Kräften und eigener Fantasie für die dauerhafte finanzielle Absicherung.
Die Einrichtung sei zu einer Art Markenzeichen des Kirchenkreises
Siegen geworden, weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt
und geschätzt. Derzeit wird in Kooperation mit der Bürgerstiftung
Siegen an der Gründung einer Stiftung zum Erhalt und zur Förderung
der Ehe-, Familien- und Lebensberatung gearbeitet.

Außerordentlich
geschätzt wird der kirchliche Dienst der Krankenhausseelsorge und
zwar nicht nur von den Patienten, sondern auch von den Geschäftsführenden
und Mitarbeitenden der Krankenhäuser. Kurschus: „Unsere Krankenhausseelsorgerinnen
und -seelsorger genießen in sämtlichen Häusern hohes Ansehen.“

Abschließend geht
die Superintendentin auf die Erarbeitung der Kirchenkreiskonzeption
ein. Noch in diesem Jahr soll den Synodalen ein Entwurf zur Beratung
vorgelegt werden. Zum Leitsatz der Konzeption habe die Arbeitsgruppe
das Motto „…da wird auch dein Herz sein“ erklärt. Die Konzeption
werde etwas mit Schätzen und Herzblut und Lebendigkeit zu tun haben,
„weil unser Kirchenkreis ein ausstrahlungsreicher Kirchenkreis voller
Herz und Leben ist.“

kp


Taufe als lebenslanger „Prozess“

menschlicher Gottesbegegnungen

Schweizer Untersuchung bietet
vielfältige Praxisanknüpfungen

Das Thema „Taufe“
nahm die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Siegen, die am
Mittwoch, 29. Juni 2011, in der CVJM-Jugendbildungsstätte in Wilgersdorf
tagte, in den Fokus. Ein Thema, das die Evangelische Kirche von
Westfalen und die Evangelische Kirche in Deutschland in diesem Jahr
besonders beschäftigt.

In seinem Impulsreferat
hob Prof. em. Dr. Christoph Müller, Institut für praktische Theologie
an  der Universität Bern, hervor, dass in der Schweiz viele
Taufeltern, Täuflinge und Paten die Taufe mit ihrer konkreten lebensgeschichtlichen
Situation so in Verbindung zu bringen wünschten, dass die Taufe
für sie einen nachvollziehbaren Sinn bekäme. Er bezog sich dabei
auf empirischen Untersuchungen, die 2003 bis 2006 in der Schweiz
durchgeführt wurden.

Von Bedeutung
ist danach für die meisten Betroffenen ein überzeugender Lebensbezug
der Taufe. Müller spricht sich daher dafür aus, die Taufe nicht
als Amtshandlung zu vollziehen und auch ihre Deutung nicht vorzugeben,
sondern beides im Gespräch mit den Teilnehmenden gemeinsam zu entwickeln.
Die Taufe ist so reich an Deutungsmöglichkeiten, dass keine einzelne
Taufform alle Deutungen zum Ausdruck bringen kann.

Auch wenn die
Menschen sich nicht theologisch ausdrücken, sprechen sie,  von
ihren Alltagserfahrungen ausgehend, dennoch von etwas, das sehr
wohl mit der Taufe zu tun hat, so der Theologe. Es habe sich als
entscheidend herausgestellt, von Erfahrungen, Situationen und Szenen
erzählen zu können, in denen Menschen etwas von dem aufgehen könne,
was Taufe bedeute. Der Professor formulierte Fragen konkret und
praxisnah: Wie haben Sie als Eltern erfahren, das Taufe ein „Gottesgeschenk“
ist? Wie wird dies für eine Konfirmandin, die getauft werden möchte,
greifbar und überzeugend? Wovon würde ein erwachsener Täufling erzählen?

Müller benennt
verschiedene Kennzeichen des Tauf-Rituals, mit dem Menschen in konkreten
Lebenssituationen das gemeinsam feiern, was ihrem Leben Halt, Sinn
und Orientierung gibt. Dabei sei die gemeinsame Taufvorbereitung
schon selber eine wichtige Taufbotschaft.

Prof. Dr. Müller:
„Die Taufe ist einmalig, sie „gilt“ – und sie wird in Tauf-Erinnerungen
in neuen Lebenszusammenhängen neu erfahrbar und ist so ein lebenslanger
„Prozess“ menschlicher Gottesbegegnungen, von der embryonalen Phase
bis zum Tod.“

Taufvorbereitung
auf Augenhöhe

Die Untersuchungen
in der Schweiz zeigen auf, dass Eltern und Paten sowie größere Kinder
und Jugendliche eine Taufvorbereitung und Taufgestaltung schätzen,
in der sie mit ihrer eigenen religiösen Kompetenz, ihren Erfahrungen,
Einsichten und Fragen wahrgenommen werden. Wenn sie auf gleicher
Augenhöhe mit den Pfarrerinnen und Pfarrern nach der konkreten Bedeutung
der Taufe in der jeweiligen Lebenssituation suchen können, ist die
bereits eine Art Tauf-Erfahrung. Bei solchen Gesprächen kann beispielsweise
die Frage: „Was wünsche ich für meine Kinder von der Kirche?“ von
Bedeutung sein. Müller empfiehlt, die Sichtweise der Eltern und
Paten in den Blick zu nehmen. Der Theologieprofessor ist sich sicher,
dass eine Vielfalt der Perspektiven keineswegs zu Beliebigkeit führt.
Eine Begegnung mit unterschiedlichen Überzeugungen bereichere so
manches Gespräch und wehre der Beliebigkeit.

In
Arbeitsgruppen berieten die Synodalen über ihre Erfahrungen
mit der Taufe.

Er geht zudem
davon aus, dass weder die biblischen Traditionen noch gegenwärtige
Lebenswelten durch eine einzige Perspektive angemessen erfasst werden
können.

In Taufgesprächen
wagten es Menschen, von ihrer oft so verdeckten Sehnsucht nach einer
Hoffnung zu sprechen, die trägt, trotz allem Tödlichen. Und auch
von der Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe. Die Taufe könne als
Ritual des Übergangs vom Tod zum Leben erfahren werden. Menschengeschichte
und Gottesgeschichte würden miteinander verwoben. Für viele Eltern
und Täuflinge sei es wichtig, in etwas Größerem aufgehoben zu sein.
Deutlich könne auch werden, dass jeder Mensch eine unantastbare
Würde trage und soziokulturelle und religiöse Herrschafts- und Gewaltverhältnisse
und die entsprechenden Werte in Frage gestellt würden. Müller zitiert
in dem Zusammenhang Gal. 3, 28: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus
getauft seid, habt Christus angezogen. Es gibt nicht mehr Juden
und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau: denn
ihr seid eins in Christus.“

Prof.
em. Dr. Christoph Müller hatte viele praktische Vorschläge
im Gepäck. Für wichtig hält er es, die Taufvorbereitungen
mit den Beteiligten gemeinsam zu gestalten.

Der Theologieprofessor
hält die Unterschiede zwischen Säuglings-, Kinder-, Jugendlichen-
und Erwachsenen-Taufe für sinnvoll, weil sie in unterschiedlichen
Lebenskontexten gefeiert werden. Müller: „Die eine und allein gültige
Taufdeutung gibt es nicht, heute so wenig wie im Neuen Testament.“

Eine zentrale
Frage ist dem Theologieprofessor aus Bern, „ob an dem Ort, wo wir
die Taufe feiern oder an die Taufe erinnern, Menschen etwas von
der Lebens-Wahrheit entdecken, die sie frei macht“.

„Die Taufe ist
ein einmaliges Ereignis mit Lebensperspektive, sie hat Bedeutung
ein Leben lang“, resümierte Pfarrerin Dr. Katharina Stork-Denker,
als sie die Synodalen aufforderte, Teilaspekte der Taufe im Gespräch
zu vertiefen. Die Synodalen gingen in „Murmelphasen“ und Arbeitsgruppen
ihren eigenen Erlebnissen mit der Taufe nach. Es wurde beispielsweise
gefragt nach Momenten, Situationen oder Zeiten, in denen ein bestimmter
Aspekt dessen, was Taufe bedeuten kann, nahe gegangen ist. Gefragt
wurde aber auch nach Schlüsselszenen, die den Zugang zur Taufe eröffnet
haben.

Das
Taufbuch des Kirchenkreises Siegen lag auf der Synode
aus. Die Synodalen konnten dort ihren Taufspruch eintragen.
Es soll bei weiteren Gelegenheiten ausgelegt werden.
Hier trägt sich Superintendentin Annette Kurschus ein,
im Gespräch mit Pfarrerin Dr. Katarina Stork-Denker,
die die thematische Arbeit auf der Synode mit vorbereitet
hat.

Superintendentin
Annette Kurschus hatte ein Taufbuch für den Evangelischen Kirchenkreis
anfertigen lassen. Hier konnten die Synodalen ihr Taufdatum und
ihren Taufspruch eintragen. Mit den Einladungen zur Synode waren
die Synodalen gebeten worden, ihre Taufsprüche ausfindig zu machen.
Die einzelnen Nachforschungen ergaben, dass nicht in allen Kirchenbüchern
vergangener Jahrzehnte die Taufsprüche eingetragen wurden.

kp
(Fotos: Karlfried Petri)


 

Predigt vom 3.7.2011

 

GOTTESDIENST ZUR 550-JAHRFEIER
SOHLBACH-BUCHEN

Ortsmitte Sohlbach, 3.7. 2011
Pfr.
Dr. Martin Klein
Text: Lk 14,16-24

Es war ein
Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud viele dazu ein.
Und er sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, den Geladenen
zu sagen: „Kommt, denn es ist alles bereit!“ Und sie fingen an alle
nacheinander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: „Ich
habe einen Acker gekauft und muss hinausgehen und ihn besehen; ich
bitte dich, entschuldige mich.“ Und der zweite sprach: „Ich habe
fünf Gespanne Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen;
ich bitte dich, entschuldige mich.“ Und der dritte sprach: „Ich
habe eine Frau genommen; darum kann ich nicht kommen.“ Und der Knecht
kam zurück und sagte das seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig
und sprach zu seinem Knecht: „Geh schnell hinaus auf die Straßen
und Gassen der Stadt und führe die Armen, Verkrüppelten, Blinden
und Lahmen herein.“ Und der Knecht sprach: „Herr, es ist geschehen,
was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da.“ Und der Herr sprach
zu dem Knecht: „Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune
und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde. Denn ich
sage euch, dass keiner der Männer, die eingeladen waren, mein Abendmahl
schmecken wird.“

Wir feiern heute
ein Fest: 550 Jahre Sohlbach und Buchen. Immerhin knapp anderthalb
dieser 550 Jahre haben wir gebraucht, um dieses Fest vorzubereiten.
Wir haben lange hin und her überlegt, ob und wie und wann wir am
besten feiern. Und als das endlich feststand, haben wir geplant
und organisiert, Mitwirkende gesucht, Briefe geschrieben und Genehmigungen
eingeholt, ein Programm auf die Beine gestellt, für die nötige Infrastruktur
gesorgt, geprobt, eingekauft, Kuchen gebacken, aufgebaut und manches
mehr. Und wir haben eingeladen: Plakate aufgehängt, Handzettel verteilt,
die Presse informiert. Ganz schön viel Arbeit. Aber wie es aussieht,
hat die Mühe sich gelohnt: Viele Menschen sind gekommen – trotz
zahlreicher Konkurrenzveranstaltungen, trotz unsicheren Wetters.
Und im Lauf des Tages kommen hoffentlich noch mehr.

Doch stellen Sie
sich vor, die Pessimisten hätten Recht behalten und es wäre anders.
Stellen Sie sich vor, es ginge uns so, wie dem Hausherrn in dem
Gleichnis Jesu, das die Kindergartenkinder uns vorgespielt haben:
Alles ist bereit – und keiner kommt! Selbst die, die fest zugesagt
hatten, haben plötzlich was Besseres vor. Der Gottesdienst findet
vor leeren Bänken statt. Die Grillwürstchen verbrutzeln und die
Kuchen vertrocknen, weil sie keine Abnehmer finden. Die Verkaufsstände
werden ihre Waren nicht los, und die ausgestellten alten Schätzchen
will keiner sehen. Katastrophe!

Aber dann stellen
Sie sich bitte auch noch vor, kurz bevor das Fest abgeblasen wird,
kämen plötzlich doch noch Gäste. Gäste, mit denen keiner gerechnet
hat. Die Sohlbach-Buchener Neubürger, die hier schon wohnen, aber
noch nicht leben, und die man sonst nie sieht. Die Unbeliebten,
die es sich wegen irgendwas mit der Dorfgemeinschaft verdorben haben.
Die verlorenen Söhne und Töchter, die irgendwann im Zorn aus dem
Sohlbachtal weggegangen sind und nie mehr wiederkommen wollten.
Die Türken aus Geisweid oder Buschhütten. Wie würden wir sie empfangen?
Begeistert und mit offenen Armen? Mit verhaltener Freude – „Na ja,
nicht das, was wir erwartet hatten, aber Hauptsache das Fest ist
gerettet“? Oder mit Ablehnung – „Was wollen die denn hier? Das die
sich hierher trauen!“?

Klar, das ist
alles etwas konstruiert. Aber es macht vielleicht etwas deutlich.
Es zeigt vielleicht, wie ungewöhnlich, ja unerhört das ist, was
der Hausherr im Gleichnis tut. Oder würden Sie wildfremde Menschen
zu sich einladen? Menschen, die Ihnen womöglich die gute Polstergarnitur
ruinieren oder hinterher das Tafelsilber mitgehen lassen? Nein,
kein Gastgeber, der noch alle Tassen im Schrank hat (und sie dort
auch behalten will), würde solche Leute zu sich einladen. Der Hausherr,
von dem Jesus erzählt, muss also komplett verrückt sein.

Stimmt, das ist
er, und genau deshalb erzählt Jesus von ihm. Denn er liebt solche
verrückten Typen. Den Kaufmann, der seinen ganzen Besitz für eine
einzige Perle hergibt. Den Hirten, der 99 Schafe ohne Aufsicht lässt,
um ein einziges wieder zu finden. Den Vater, der seinem Sohn ohne
jeden Tadel um den Hals fällt, obwohl der gerade sein halbes Vermögen
verprasst hat. Mit solchen Typen, solchen Geschichten will Jesus
unsere Maßstäbe verrücken und damit zurechtrücken. Denn Gott, will
er uns mit der Geschichte vom Gastmahl sagen, ist genauso verrückt
wie der Gastgeber. Er lädt schlicht und einfach alle ein: die Frommen
und die Gottlosen, die anständigen Bürger und die zwielichtigen
Gestalten, die Erfolgreichen und die Gescheiterten, die Stadtneurotiker
und die Landeier, die Alteingesessenen und die Zugereisten. Und
Jesus hat nicht nur so von Gott geredet, sondern er hat es uns allen
vorgelebt. Kein Naserümpfen und keine Feindseligkeit konnte ihn
davon abhalten.

Was heißt das
nun für uns? Erstens heißt es: auch wir alle sind eingeladen – nicht
nur zum Ortsjubiläum, sondern zu Gottes großem Fest. Er will uns
dabei haben, wenn er seine Herrschaft aufrichtet, wenn endlich Frieden
und Gerechtigkeit auf Erden einkehren. Er will mit uns zusammen
sein, denn dazu hat er uns geschaffen. Und bis es soweit ist, will
er das Fest mit uns gemeinsam vorbereiten. Dazu ruft er uns in die
Gemeinschaft mit ihm, in seine Kirche – und es ist völlig egal,
zu welcher Unterabteilung wir dabei gehören – evangelisch oder katholisch,
landes- oder freikirchlich, Klafeld oder Buschhütten. Überall hat
er seine Leute. Wir können uns daran freuen und vor allem können
wir dazu gehören und mitmachen. So wie heute bei diesem Fest, so
wünschen wir es uns auch für unsere Gemeinden: dass viele, am besten
alle, mit anpacken, jeder nach seinen Fähigkeiten und Interessen.
Zu tun gibt es immer genug!

Und das zweite:
Wenn alle zu Gott eingeladen sind, dann nicht nur ich oder wir,
sondern die anderen auch. Klingt selbstverständlich und gerät doch
leicht in Vergessenheit. Denn viel zu oft geben wir uns mit denen
zufrieden, die schon dazu gehören und die uns vertraut sind, und
lassen die anderen links liegen. Das gilt sowohl für Dorfgemeinschaften
als auch für christliche Gemeinden. Also sollten wir uns erinnern
lassen: Denke bei jedem Menschen, dem du begegnest daran, dass auch
er oder sie zu Gottes großem Fest eingeladen ist. Das kann heißen,
dass ich sie oder ihn auf diese Einladung erst einmal aufmerksam
machen muss: „Stell dir vor, Gott lädt dich ein!“ Es heißt aber
vor allem, dass ich alle Menschen, die mir begegnen, als geladene
Gäste ernst und wichtig nehme. Auch die, die mir fremd sind. Auch
die, über die man so wunderbar herziehen und lästern kann. Auch
die, um die ich sonst einen Bogen mache. Denn stellen Sie sich vor,
Sie sitzen eines Tages an Gottes Festtafel, und neben Ihnen sitzt
der Nachbar, mit dem Sie wegen irgendeiner Streitigkeit jahrzehntelang
kein Wort geredet haben. Oder jemand, von dem Sie gedacht haben,
dass der wegen seines falschen Glaubens oder falschen Verhaltens
bestimmt nicht in den Himmel kommt, und den Sie entsprechend behandelt
haben. Das wäre doch peinlich, oder?

Aber soweit muss
es ja nicht kommen. Noch sind wir alle unterwegs zum Fest und können
uns auf dem Weg zusammen tun, damit wir gemeinsam und sicher dorthin
gelangen. Und so rufe ich im Namen Gottes uns allen noch einmal
die Einladung zu: „Kommt, denn es ist alles bereit! Schmeckt und
seht, wie freundlich der HERR ist!“

Amen.

 

Anmeldung zum Konfirmandenunterricht

 

Anmeldung zum Konfirmandenunterricht

am 11. September 2011 um 10.45
Uhr im Gemeindezentrum Wenscht

Nach den Sommerferien
beginnt der kirchliche Unterricht für alle Jungen und Mädchen, die
im Frühjahr 2013 konfirmiert werden möchten.

Angemeldet  werden
in der Regel die Kinder, die 12 Jahre alt sind und nach den Ferien
die 6. oder 7. Klasse besuchen. Begrüßt werden die neuen Konfirmandinnen
und Konfirmanden aus allen Bezirken im Gottesdienst  am  Sonntag,
11. September, um 10.45 Uhr im Gemeindezentrum Wenscht. Bei der
anschließenden Anmeldung werden wir Eltern und Kinder über das Konzept
der Konfirmandenarbeit informieren und Absprachen für das erste
Unterrichtsjahr treffen.

Falls Sie bis
zum Beginn der Sommerferien keine schriftliche Einladung erhalten
haben, melden Sie sich bitte bei Pfarrerin Almuth Schwichow (Tel.:
8 13 25) oder im Gemeindebüro (Tel.: 8 35 54).

 

Kirchmeister – Info

 

Evangelisches Gemeindezentrum
Klafeld „mittendrin“

Liebe Gemeindeglieder,

auf Empfehlung
der Liegenschaftsabteilung und des Jugendhilfeausschusses hat der
Rat der Stadt Siegen dem Tausch der Grundstücke und der Kindergartengebäude
Hoher Rain und Talkirche zugestimmt. Dies wird unser Neubauprojekt
nachweisbar erleichtern. Die Zeichnungen für den U3 Ausbau für unseren
Kindergarten in der Ortsmitte liegen dem Landesjugendamt vor. Die
zuständige Sachbearbeitung hat diesen Entwurf bereits positiv zur
Kenntnis genommen. Des weiteren soll auch der Kindergarten am Hohen
Rain für Kinder unter 3 Jahren ausgebaut werden. Diese Umbaumaßnahme
soll bereits 2011 abgeschlossen werden. Somit können Anfang 2012
die Kinder des Kindergartens Ortsmitte während der Um- und Neubauphase
zum Hohen Rain umziehen.

Am Mittwoch, 18.
Mai, fand das erste Treffen von Interessierten, die sich für unser
neues Evangelisches Gemeindezentrum Klafeld „mittendrin“ engagieren
wollen, statt. Es wurden zwei Arbeitsgruppen gebildet. In dem einen
Arbeitskreis geht es unter dem Schwerpunkt „Bau“ um alle Angelegenheiten,
die im Zusammenhang mit einem Neubau von Wichtigkeit sind. Da hier
sehr viele Themenfelder zu bearbeiten sind wird sich der Arbeitskreis
vorerst wöchentlich treffen.

Die andere Arbeitsgruppe
befasst sich mit der Öffentlichkeitsarbeit und dem Spenden sammeln.
Hier sollen Ideen für eine Beteiligung der gesamten Gemeinde an
unserem Neubauprojekt entwickelt werden. Dadurch hoffen wir Sie
alle für dieses große Projekt begeistern zu können. Mit einem Gottesdienst
im Herbst wird die Kirchengemeinde die Spendenaktion starten.

Sie können aber
schon heute auf unser Sonderkonto “Gemeindezentrum Klafeld mittendrin”
Sparkasse Siegen, BLZ 460 500 01 Konto-Nr. 30 075 683 für unser
Projekt spenden. Selbstverständlich stellen wir Ihnen eine Spendenbescheinigung
aus. Über den Stand unserer Aktion werden wir Sie selbstverständlich
auf dem Laufenden halten.

Eine gesegnete Sommerzeit wünscht
Ihnen
Hartmut Heinbach
(Finanzkirchmeister)