Neues vom „Grünen Hahn“

 

Neues
vom „Grünen Hahn“

„Der
Grüne Hahn will doch nur sparen!??“

In unserer Gemeinde
ist die Meinung vertreten, dass der Grüne Hahn an allen Ecken und
Enden versucht nur zu sparen.

Wir, vom Umweltteam,
möchten an dieser Stelle dieses Vorurteil ins rechte Licht rücken.

Natürlich wollen
wir sparen! Genauso wie der Bundeshaushalt, ist auch der Gemeindehaushalt
arg gebeutelt. Wie Sie wissen, mussten wir in den vergangenen Jahren
deshalb auch einige Gemeindehäuser aufgeben. Wir haben uns zur Aufgabe
gemacht, mit den uns von Gott zur Verfügung gestellten Ressourcen
und den Mitteln des Kirchenhaushalts sinnvoll im Kirchenalltag umzugehen.
Dabei versuchen wir soweit wie möglich, durch kleine Änderungen
in unseren eingefahrenen Alltäglichkeiten, zu beginnen.

Diese sind jedoch
nicht nur im Gemeindehaus und in der Kirche anzuwenden, sondern
können beliebig auch in die privaten Haushalte übertragen werden.
Das kann z. B. die Änderung der Thermostateinstellungen der Heizung
beim Verlassen der Räume von Stellung 3 auf 1 sein. Versuchen Sie
es doch einmal zu Hause!

Besonders müssen
wir in unseren Kirchen bei der Beheizung darauf achten, dass sich
die Temperaturen und besonders die relative Luftfeuchtigkeit in
einem für die Orgeln und das Kirchengebäude, optimalen Bereich befinden.

Diese Faktoren
machen eine Beheizung auf Wohnzimmer-Temperatur nahezu unmöglich.
Somit steht hier nicht die Energieeinsparung beim „Beheizen“ der
Kirchen im Vordergrund, sondern der Erhalt der denkmalgeschützten
Bausubstanz und der Einbauten. Schließlich kommt die Anpassung der
Temperaturen in den Kirchen auch dem sinnvollen Umgang mit Ihrem
Geld, das Sie für die neue Orgel in der Talkirche gespendet haben,
zugute. Bei Veranstaltungen haben die Verantwortlichen dafür Sorge
zu tragen, dass die Räume ausreichend und rechtzeitig beheizt werden.
Nach Beendigung ist darauf zu achten, dass die Heizungseinstellung
reduziert und die Beleuchtung ausgeschaltet ist.

Fazit:

Wie Sie sehen,
bedeutet sinnvoller Umgang mit Energie nicht automatisch, dass Sie
im Dunklen sitzen und dabei frieren müssen.
Letztendlich geht
es um Einsparungen die uns allen zu Gute kommen.

Ihr
Umweltteam vom Grünen Hahn


 

Kurz notiert

 

 

  • 2.032,84
    Euro – diesen Betrag konnte Christine Albertin vom Gemeindebüro
    hinter der Talkirche als Summe aller Kollekten von Gründonnerstag
    bis zum 2. Osterfeiertag an das Kreiskirchenamt in Siegen überweisen.
  • Im Jahr 2001
    übernahmen Elfriede Jung und Lieselotte Kreutz die Leitung des
    Wenschter-Mittwoch-Clubs. Letztere ist inzwischen aus gesundheitlichen
    Gründen aus dem Amt ausgeschieden. Ein großes Lob und ein aufrichtiges
    Dankeschön für alles!
  • Auf Empfehlung
    des Kinder- und Jugendausschusses berief das Presbyterium in
    seiner April – Sitzung Lukas Hermeling erneut zum Jugendpresbyter.
  • Anlässlich
    seines 50. Geburtstages lud Pfarrer Frank Boes am 22. 4. die
    Gottesdienstbesucher in der Talkirche zu einem Empfang ein;
    alle Geldgeschenke stellte er für das neue Gemeindezentrum „mittendrin“
    zur Verfügung. Dafür herzlichen Dank!
  • Margot Käßmann,
    die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland,
    wurde am 27. April in das Amt einer Botschafterin für das Reformationsjubiläum
    2017 eingeführt.
  • Im Gottesdienst
    am 20. Mai in der Talkirche verabschiedete Pfarrer Frank Boes
    unsere langjährige Presbyterin Erika Nöll; gleichzeitig wurde
    Heidi Soose nach ihrer Berufung feierlich ins Amt eingeführt.
  • Derzeit sind
    nur noch fünf Studierende aus dem Kirchenkreis Siegen an bundesdeutschen
    Universitäten im Vollzeitstudium mit dem Studienfach Theologie
    eingeschrieben.
  • Bei der Wahlversammlung
    der Priester im Dekanat Siegen wurde Pfr. Karl-Hans Köhle bereits
    zum zweiten Mal in den Priesterrat des Erzbistums Paderborn
    gewählt. Herzlichen Glückwunsch!
  • „Du
    brauchst keine Angst haben. Der Jesus hat nämlich meistens ziemlich
    gute Ideen!“ – Nach der Veröffentlichung des Artikels über
    die Einführung von Annette Kurschus als Präses unserer Landeskirche
    gingen bei uns mehr als zwei Dutzend positive Rückmeldungen
    ein.
  • Presbyterin
    Katrin Breitweiser und Alt-Presbyter Winfried Krahl brachten
    am 24. Mai „verschwitzt, aber froh“ das Alu der letzten
    Sortieraktion zu einem Recyclingunternehmen in Buschhütten;
    das Wiegen ergab genau 187 kg!
  • Vom 9. –
    14. September wird in Südwestfalen die Woche der Diakonie durchgeführt;
    die Veranstaltung am vorletzten Tag in Geisweid (10 – 13 Uhr)
    hat das Thema „Demenzfreundliche Gemeinde“.
  • Der nächste
    Evangelische Kirchentag findet in der Zeit vom 1. bis 5. Mai
    2013 in Hamburg statt; sein Motto „Soviel du brauchst“
    (2. Mose 16,18). Bitte vormerken!

Peter – Christian Rose

 

Übergabe der Stimmgabel

 

Übergabe der Stimmgabel:

Wechsel  in  der
Chorleitung  des  Gemischten  Chores  Birlenbach

von Friedhelm Hanisch und Peter-Christian
Rose


 Der
Eine – Ingo Gieseler – geht ..
.

„Nach
langer erfolgreicher Zusammenarbeit hat unser Chorleiter
Ingo Gieseler den Chor letztmalig im Ostergottesdienst
im Wenscht geleitet.“ Mit dem „Irischen Reisesegen“
und seinem Refrain „… und bis wir uns wiedersehn,
möge Gott seine schützende Hand über dir halten“
endete nach elf Jahren für alle Beteiligten eine unvergessliche
Ära. Für die Kirchengemeinde Klafeld sprach ihm Pfarrer
Dr. Martin Klein seinen Dank aus. Er erinnerte an die
vielfältigen Dienste und Verdienste von Ingo Gieseler,
der das Amt des Chorleiters beruflich bedingt aufgibt.
Pfarrer Klein überreichte ihm einen Blumenstrauß und
wünschte ihm für seinen weiteren Lebensweg Gottes Segen.

„Die
Sängerinnen und Sänger des Chores verabschiedeten ihren
´alten Dirigenten´ bei einem gemütlichen Zusammensein
im Restaurant ´Olymp´ in Buschhütten. Hier gab es reichlich
Zeit und Gelegenheit, danke zu sagen für sein Wirken
und die vielfältigen Auftritte und Konzerte.“

Er hat die Sängerinnen
und Sänger immer wieder begeistert bei der Stimmbildung, beim Üben,
beim Einsingen und auch mit einer abwechslungsreichen Chorliteratur.
„Mit viel Geduld und großer Toleranz hat Ingo Gieseler den
Chor immer wieder neu gefordert und gefördert, so dass wir unseren
großen Gott mit unseren Stimmen in unterschiedlichster Art und Weise
loben und preisen konnten.“

„Gott
sei Dank geht es bezüglich der Chorleitung nun nahtlos
weiter. Mit Rena Nothnagel haben wir eine junge Frau
gewinnen können, die sich selbst als ´musikalische Spätzünderin´
bezeichnet.“ Geboren wurde sie in Berlin, aufgewachsen
ist sie in Neuss und Biberach. Nach dem Abitur dann
die berufliche Orientierung in der Hansestadt Lübeck.
Zwei Präferenzen kristallisierten sich klar heraus:
„Die Vorliebe für die Arbeit mit Menschen und die
Leidenschaft für die Musik, insbesondere den Gesang.“
So beschreibt es Rena Nothnagel selbst.

Sogleich
begann sie mit einer konsequenten musikalischen Ausbildung
mit Klavier- und Gesangsunterricht zur Vorbereitung
auf das Schulmusikstudium, das sie dann 2006 an der
Universität Siegen aufnahm.


Die
Andere – Rena Nothnagel – kommt ..

Gesangsunterricht
erhielt sie bei Prof. Thomas Heyer und Susanne Schlegel, Unterricht
in Bereich Chorleitung bei Michael Blume und Ute Debus. Ergänzt
wurde alles durch die Beteiligung an Opernprojekten. 2011 schloss
sie ihr künstlerisches Hauptfach mit der Note „sehr gut“
ab.

„Rena Nothnagel
wünscht sich für die gemeinsame Zukunft im Gemischten Chor Birlenbach,
dass es ihr gelingt, die lebhafte Energie und Freude des Chores
am Singen weiter zu fördern und so mit dem gesungenen Wort den Gottesdienst
in seiner Farbigkeit zu bereichern. Dazu wünschte der ´alte Dirigent´
der ´neuen Dirigentin´ viel Erfolg und übergab ihr mit den besten
Wünschen die von Bertram Krieger ´geerbte Stimmgabel´.“

„Wir, die
Sängerinnen und Sänger, freuen uns nun auf die ersten Schritte mit
unserer neuen Chorleiterin. Genauso offen, wie wir für die neue
Chorleiterin sind, so offen sind wir auch für interessierte Sängerinnen
und Sänger. Wir garantieren: Es macht einfach Spaß, bei uns mit
dabei zu sein! Probieren Sie es doch einfach mal aus!“

Der Gemischte
Chor Birlenbach übt jeden Donnerstag ab 20 Uhr im Gemeinderaum in
der Gerberstraße. Bezüglich Rückfragen und weiterer Informationen
wenden Sie sich bitte an Friedhelm Hanisch, den 1. Vorsitzenden
des Chores; er ist unter den Rufnummern 0271/71330 und 015112432285
zu erreichen.

 

„Geschichte zwischen Himmel und Erde“

 

„Geschichte zwischen
Himmel und Erde“

Der Feiertag Christi
Himmelfahrt, der Gottesdienst der Ev. Allianz und der Klafelder
Markt gehören inzwischen schon fast untrennbar zusammen. Diesen
Eindruck konnte man am 17. Mai gewinnen, als sich über 300 Frauen,
Männer und Kinder auf dem freien Platz vor der Sparkasse versammelt
hatten. Und aus Leibeskräften sangen. Und gemeinsam beteten. Und
auf Gottes Wort hörten. Und sich von den beschwingten Klängen des
Bläserchores anstecken ließen. Nach 2010 und 2011 nun schon zum
dritten Mal eine „Proklamation des Glaubens in der Öffentlichkeit“.
Das Wetter war nicht so gut wie im Vorjahr, aber um einiges besser
als bei der Premiere. Das Thermometer zeigte diesmal nur 10° C an,
aber die Sonne und ihre wärmenden Strahlen meinten es gut mit allen
großen und kleinen Besuchern. „Dafür hat unser Gott ein Dankeschön
verdient“, so Pfarrer Dr. Martin Klein bei der Begrüßung.

Die Leitung: Pfr.
Dr. M. Klein,
Pastor N.Kämpfer,
F. Wunderling
und
Pastor W. Jung

Er
versäumte es auch nicht, schon gleich zu Beginn allen Helferinnen
und Helfern ganz herzlich zu danken. Denn es müssen Stühle geholt,
aufgestellt und auch wieder abtransportiert werden. Kabel müssen
verlegt werden, um eine optimale Beschallung zu erreichen. Liedzettel
müssen erstellt und verteilt werden. Und für das anschließende Mittagessen
müssen Würstchen, Brötchen und Getränke gekauft und schmackhafte
Salate zubereitet werden. Und, und, und; die Aufzählung ließe sich
noch eine Weile fortsetzen. Nach dem zweiten Lied „Unser Vater
in dem Himmel“ treten Pfarrer Klein und Friedemann Wunderlich
ans Mikrofon. Der zweite wird gleich die Predigt halten. Doch zuvor
wird er interviewt: Friedemann Wunderlich leitet seit 1998 die Mission
für Südosteuropa. Sie wurde 1903 in Schlesien gegründet, seit 1946
befindet sich die Missionszentrale in Geisweid, 1959 bezog man die
Räumlichkeiten im Wiesental 48. Die MSOE unterstützt derzeit die
Missionsarbeiten in Europa und Asien mit 120 Mitarbeitern aus 23
Ländern. Und alles wird durch Spenden eines Freundeskreises finanziert.
Dr. Martin Klein verspricht dem Missionsleiter, dass man auch weiterhin
in Kontakt bleiben wolle; denn die Zentrale wird in Kürze von Geisweid
nach Freudenberg verlegt.

Die
Gottesdienstbesucher:
Christen aus den verschiedenen
Allianz – Gemeinden vor Ort

Die Predigt hält Friedemann Wunderlich
über die letzten Verse des Matthäus-Evangeliums (Kap. 28, 16-20),
einer „Geschichte zwischen Himmel und Erde“, vielen bekannt
als „Missionsbefehl“. Die drei Hauptgedanken der sehr
engagiert vorgetragenen Predigt lauten: 1. „Jesus Christus
hat alle Autorität, alle Macht, im Himmel und auf Erden.“ 2.
„Seine Botschaft, sein Versprechen ´Ich bin bei euch bis ans
Ende der Welt´ gilt auch heute noch.“ 3. „Wir haben den
Auftrag, das Evangelium weiterzugeben und durch Taten zu bezeugen.“
Denn: „Es gibt auf der Erde drei Milliarden Menschen, die noch
nichts von Christus wissen! Und wir haben die frohe Botschaft, die
Leben und Hoffnung bringt!“ Die Fürbitten tragen Pastor Werner
Jung (FeG Geisweid), unsere beiden Presbyter Volker Mackenbach und
Armin Gotthardt sowie Pastor Norman Kämpfer (FeG Sohlbach-Buchen)
vor. Im Vorfeld des Open-Air-Gottesdienstes ist man überein gekommen,
die Kollekte für die „Hungerhilfe Mali“ einzusammeln.
Und viele greifen tief in ihr Portmonee. Nach dem Lied „Großer
Gott wir loben dich …“ und dem Segen das hörenswerte Nachspiel
der beiden CVJM-Posaunenchöre Setzen und Klafeld unter der Leitung
von Volker Nöll. Zum Schluss wieder das gemeinsame Mittagessen:
Zeit zum Austausch. Zeit zur Begegnung und zum besseren Kennenlernen.
Und viele freuen sich schon auf den nächsten Allianz-Gottesdienst.
An Himmelfahrt 2013. Am Klafelder Markt.

Peter-Christian Rose

 

Predigt vom 17.6.2012

 

 

 

GOTTESDIENST FÜR DEN ZWEITEN
SONNTAG NACH TRINITATIS

Pfr. Dr.. Martin Klein
Wenschtkirche,
17.6. 2012
Text: 1. Kor 14,1-4.15-19.23-25

Neulich beim Abendmahl
in der Wenschtkirche: Unter den Teilnehmenden befindet sich ein
Trupp Konfirmanden, der schon zuvor durch Kichern, Schwätzen und
Zappeln unangenehm aufgefallen ist und nun auch beim Mahl des Herrn
die Andacht stört. Als die Presbyterin auch an die Konfis die kleinen
Kelche austeilt und dabei wie üblich sagt: „Christi Blut, für dich
vergossen“, wird sie dann noch prompt und deutlich hörbar gefragt:
„Was hast du gesagt?“

Damit ist der
Gipfel erreicht. Alle sind sich einig, dass das so nicht geht. Mit
den Konfis wird nach dem Gottesdienst ein ernstes Wort geredet,
und sie werden ohne Unterschrift nach Hause geschickt. Presbyter
bringen die Sache in der nächsten Sitzung zur Sprache. Und eine
ältere treue Gottesdienstbesucherin sagt: „Wenn ich noch mal so
ein Abendmahl erlebe, gehe ich da nicht mehr hin!“

Ich war in diesem
Gottesdienst nicht dabei. Aber ich kann die Empörung gut verstehen.
Auch ich hätte mich wahrscheinlich gestört gefühlt. Und vielleicht
hätte mich gar so ein kleiner heiliger Zorn gepackt über soviel
Missachtung von Dingen, die das Herzstück meines Glaubens bilden.
Aber die Frage „Was hast du gesagt?“, die hat mich ins Nachdenken
gebracht. Vielleicht war sie tatsächlich einfach nur albern, frech
und unpassend. Aber es könnte auch sein, dass sich hinter der Albernheit
ein echtes und ernst gemeintes Anliegen verbirgt: „Was hast du da
gesagt? Ich verstehe es einfach nicht – bitte erklär’s mir!“

Denn wir müssen
uns ja mal klar machen, wie das für einen Durch-schnitts-Konfi ist,
wenn er einen unserer Gottesdienste besucht. Erst einmal befindet
er oder sie sich in einem Lebensalter, wo Körper und Geist einem
tief greifenden Umbau unterworfen sind. Da wird sozusagen alles
auseinander genommen und neu zusammengesetzt. Wie man sich in welcher
Situation angemessen verhält, muss man auf dem Weg vom Kind zum
Erwachsenen noch mal ganz neu lernen. Schon das allein erzeugt große
Unsicherheit, und die wird dann gern durch Coolness oder Albernheit
überspielt. Dazu kommt, dass die meisten Konfis bisher nur selten
in der Kirche waren und wahrscheinlich nie in einem ganz „normalen“
Sonntagsgottesdienst. Natürlich erklären wir ihnen beizeiten, was
es mit dem Gottesdienst auf sich hat, warum er so und nicht anders
abläuft, und wie man sich da angemessen verhält. Aber erklären hilft
nicht viel. Es muss dann auch eingeübt werden. Und das geht nicht
ohne Komplikationen ab, selbst wenn es gelingt. Etwas aber steht
dem Gelingen ganz entscheidend im Weg, nämlich dass die meisten
Konfis unsere gewohnte gottesdienstliche Sprache schlicht und einfach
nicht verstehen. Was heißt denn „im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes“? Was heißt „Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten“? Was heißt: „dein
Reich komme“? Was heißt: „der Herr lasse sein Angesicht leuchten
über dir?“ Oder eben: Was bedeutet „Christi Blut, für dich vergossen“?
Uns sind diese Worte vertraut. Uns tut es gut, sie zu hören oder
mitzusprechen. Aber könnten wir sie auch in normale Alltagssprache
übersetzen? Und haben wir schon mal versucht, sie einem Kind oder
Jugendlichen zu erklären? Wenn ja, dann können wir, denke ich, nachempfinden,
dass das alles zwar deutsche Wörter sind, dass wir aber für unbedarfte
Konfi-Ohren genauso gut die lateinische Messe wieder einführen oder
in charismatisches Zungenreden verfallen könnten.

Ja, es stimmt:
Unsere kirchliche Insider-Sprache nimmt heute genau die Stellung
ein, die zu Luthers Zeiten das Kirchenlatein und zur Zeit des Paulus
die Zungenrede innehatte. Sie werden das sofort merken, wenn ich
Ihnen nun den heutigen Predigttext vorlese. Er steht im 1. Korintherbrief
im 14. Kapitel:

 

Bemüht euch
um die Gaben des Geistes, am meisten aber um die Gabe der prophetischen
Rede! Denn wer in Zungen redet, der redet nicht für Menschen, sondern
für Gott; denn niemand versteht ihn, vielmehr redet er im Geist
von Geheimnissen. Wer aber prophetisch redet, der redet den Menschen
zur Erbauung und zur Ermahnung und zur Tröstung. Wer in Zungen redet,
der erbaut sich selbst; wer aber prophetisch redet, der erbaut die
Gemeinde.

Wie soll es
denn nun sein? Ich will beten mit dem Geist und will auch beten
mit dem Verstand; ich will Psalmen singen mit dem Geist und will
auch Psalmen singen mit dem Verstand. Wenn du Gott lobst im Geist,
wie soll der, der als Unkundiger dabeisteht, das Amen sagen auf
dein Dankgebet, da er doch nicht weiß, was du sagst? Dein Dankgebet
mag schön sein; aber der andere wird dadurch nicht erbaut. Ich danke
Gott, dass ich mehr in Zungen rede als ihr alle. Aber ich will in
der Gemeinde lieber fünf Worte reden mit meinem Verstand, damit
ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in Zungen.

Wenn nun die
ganze Gemeinde an einem Ort zusammenkäme und alle redeten in Zungen,
es kämen aber Unkundige oder Ungläubige hinein, würden sie nicht
sagen, ihr seid von Sinnen? Wenn sie aber alle prophetisch redeten
und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger hinein, der würde von
allen geprüft und von allen überführt; was in seinem Herzen verborgen
ist, würde offenbar, und so würde er niederfallen auf sein Angesicht,
Gott anbeten und bekennen, dass Gott wahrhaftig unter euch ist.

 

„Zungenrede“ ist
natürlich auch so ein Wort, das heute kein Normal-sterblicher mehr
kennt. „Zunge“ ist hier im Sinne von „Sprache“ zu verstehen. Gemeint
ist ein vom Geist Gottes bewirkter Zustand der Ekstase. Die Betroffenen
geraten außer sich und geben dabei Laute und Worte von sich, die
in der Regel keiner real existierenden Sprache entstammen und einem
unbeteiligten Zuhörer deshalb unverständlich sind. In den frühen
Zeiten der Christenheit, als die Begeisterung noch frisch war, wurde
viel in Zungen geredet. Und in Korinth wurde diese Geistesgabe besonders
hoch geschätzt. Eine maßgebliche Gruppe in der Gemeinde hat sie
wohl als „Sprache der Engel“ gedeutet und zum Kennzeichen der wahrhaft
vollkommenen Gläubigen gemacht. Wer in Zungen redet, der schwebt
in ihren Au-gen sozusagen schon im Himmel, ist eins mit Gott und
allem Irdischen enthoben.

Paulus hat da
grundsätzlich gar nichts gegen einzuwenden. Im Gegenteil: Er sagt
von sich, dass er mehr in Zungen redet als alle an-deren und Gott
dafür dankbar ist. Er weist der Zungenrede nur ihren Platz zu, nämlich
im privaten Bereich, in der ganz persönlichen Erbauung. Dort ist
sie eine wunderbare Bereicherung und Stärkung des Glaubens. Aber
im Gemeindegottesdienst hat sie nichts verloren – höchstens dann,
wenn sie jemand in normale Sprache „übersetzen“ kann und sie so
für andere nachvollziehbar und fruchtbar macht.

Wir sehen daran,
dass der Gottesdienst für Paulus gerade keine fromme Insider-Veranstaltung
ist. Es gibt dort viele Gemeindeglieder, die die Gabe der Zungenrede
nicht besitzen. Und die haben gar nichts davon, wenn da jemand in
„Engelszungen“ redet, so toll das für die Betreffenden auch
sein mag. Sie können dazu nicht Amen sagen und es sich zueigen machen.
Sie können nicht im Glauben wachsen, wenn das Wort Gottes nicht
bei ihnen ankommt. Und außerdem geht Paulus davon aus, dass jederzeit
auch Nichtchristen im Gottesdienst auftauchen können. Wenn die erleben,
dass da erwachsene Menschen mit seligem Lächeln im Gesicht unverständliches
Zeug brabbeln, dann denken sie: „Hilfe, wie bekloppt sind die denn?“,
drehen sich um und verlassen fluchtartig das Haus. Schade um die
verpasste missionarische Gelegenheit!

Deshalb stellt
Paulus der Zungenrede die Prophetie gegenüber und räumt ihr die
höhere Stellung ein. Auch was Prophetie ist, muss man erklären.
Für uns ist ein Prophet landläufig einer, der die Zukunft vorhersagt.
Und natürlich ging es auch damals bei Prophetie um die Ansage zukünftiger
Dinge – nicht im Sinne von Zukunftsforschung oder Science-Fiction,
sondern bezogen auf die Wiederkunft Christi, die man ja damals in
naher Zukunft erwartete. Aber hier meint Paulus wohl mit Prophetie
ganz allgemein die vollmächtige Verkündigung des Wortes Gottes.
Auch sie ist nichts, was Menschen machen könnten, sondern eine Gabe
des Heiligen Geistes. Aber sie ist nicht wie die Zungenrede auf
Ekstase aus, sondern auf Kommunikation. Sie spricht nicht das Gefühl
an, sondern die Vernunft. Und sie bleibt deshalb nicht auf die persönliche
Erbauung beschränkt, sondern dient dem Aufbau der Gemeinde. Deshalb
gehört sie und nicht die Zungenrede in den Gottesdienst. Denn erst
wenn jemand wirklich versteht, was da im Namen Gottes gesagt wird,
kann er oder sie erkennen: „da geht es ja um mich, um mein Leben,
meine Schuld, mein Verhältnis zu Gott“, und erst dann kann ihr oder
ihm aufgehen: „Wahrhaftig, hier ist Gott gegenwärtig.“

Zungenrede, wie
Paulus sie erlebt und erfahren hat, gibt es auch heute noch. In
der wachsenden charismatischen Bewegung erfreut sich ähnlich großer
Beliebtheit wie damals in Korinth. Dazu wäre von Paulus her sicher
manches Kritische zu sagen. Aber ich möchte hier ja keine Fensterreden
halten und bleibe deshalb bei unserer traditionellen Gottesdienstsprache;
denn sie halte ich, wie gesagt, für unsere Form der Zungenrede.

Ich will diese
Sprache damit keinesfalls abwerten. Das dürfte schon klar sein,
wenn man beachtet, wie Paulus die Zungenrede einschätzt. Für mich
und für alle, die mit ihr vertraut sind, ist auch sie eine gute
Gabe Gottes. Wir lieben sie und möchten sie nicht missen. Wir fühlen
uns getröstet und aufgehoben, wenn wir den Psalm 23 nach Luthers
Übersetzung hören. Uns geht das Herz auf, wenn wir die schönen alten
Paul-Gerhardt-Lieder singen. Und wenn uns jemand zuspricht: „Christi
Blut, für dich vergossen“, dann spüren wir etwas von der heilvollen
Gegenwart Christi, die damit ausgesagt werden soll, dann fühlen
wir uns dem Geheimnis unseres Glaubens ganz nah. Nach einem Gottesdienst,
der in gelungener Weise mit dieser altvertrauten Sprache umgegangen
ist, werden wir mit einem guten Gefühl die Kirche verlassen und
denken: „Das war ein richtig schöner und erbaulicher Gottesdienst!“
Und was wir gehört, gesungen und gebetet haben, wird uns nach Hause
begleiten und Kraft geben für den All-tag.

Wie gesagt: Ich
danke Gott von Herzen, dass ich diese Sprache noch von klein auf
habe lernen dürfen und dass ich daraus täglich neu Gewinn für meinen
Glauben und mein Leben ziehen kann. Aber wir sehen es ja an der
schwindenden Zahl derer, die unsere Gottesdienste noch regelmäßig
besuchen: die meisten Menschen in unserem Land, ja selbst die meisten
Mitglieder unserer Kirche verstehen diese Sprache nicht mehr, haben
sie nie verstanden und werden sie aller Vor-aussicht nach auch nicht
mehr lernen. Denn eine Fremdsprache zu lernen macht Mühe – das wissen
die meisten von uns aus der Schule –, und wenn ich nicht weiß, wofür
es gut sein soll, tue ich mir das nicht freiwillig an. Aber andererseits
sitzen diese Menschen ja durchaus in unseren Gottesdiensten: als
Konfirmanden, als Kindergarteneltern, als Gäste bei einer Taufe,
Trauung oder Beerdigung. Oft sind sie dann sogar in der Mehrheit
– und wir regen uns auf, wenn sie nicht wissen, wie man sich in
der Kirche benimmt, und wenn sie uns damit die persönliche Erbauung
verderben.

Von Paulus her
müssen wir allerdings ganz klar sagen: Sie alle haben ein Recht
dort zu sein, auch wenn sie uns stören. Ja, gerade um sie geht es,
wenn wir Gottesdienst feiern. Unsere persönliche Erbauung in den
vertrauten Worten und Formen, die können wir auch für uns allein
oder im kleinen Kreis von Gleichgesinnten finden. Aber der Gottesdienst
ist und war schon immer eine öffentliche Veranstaltung. In ihm geht
es eben nicht um die Erbauung des Einzelnen, sondern um den Aufbau
der Gemeinde. Der geschieht dadurch, dass Menschen im Glauben wachsen
und ihren Platz in der Gemeinde finden. Und er geschieht dadurch,
dass Menschen, die keine Christen sind, dort dem lebendigen Gott
begegnen, umkehren und als Glied am Leib Christi ein neues Leben
beginnen.

Damit das gelingt,
braucht es auch heute die Gabe der Prophetie: Verkündigung des Wortes
Gottes in der Kraft des Heiligen Geistes und in einer Sprache, die
jeder verstehen kann. Und wenn ich dann in einem Gottesdienst nur
fünf Worte sage, die bei den Konfis wirklich ankommen und ihnen
Gott näher bringen, dann ist das tausendmal mehr wert, als die beste
Predigt, der schönste Choral, das andächtigste Gebet, von dem sie
nichts verstehen.

Was heißt das
nun für uns als Gottesdienstgemeinde? Es heißt erstens, so schwer
uns das fallen mag: Wir müssen es ertragen lernen, wenn Menschen
zu uns kommen, die unsere gewohnte Ordnung stören. Denn sie haben
ein Recht, dort zu sein und Gott zu begegnen, und wir sollten froh
sein, wenn sie wenigstens gelegentlich davon Gebrauch machen, auch
wenn es für sie erst mal ganz andere Gründe haben mag, warum sie
dort hinkommen, auch wenn sie sich in unseren Augen „danebenbenehmen“,
weil sie es nicht besser wissen.

Zweitens müssen
wir uns noch viel mehr darum bemühen, unseren Glauben in den Worten,
der Musik, den Formen unserer Zeit auszudrücken, auch wenn wir dabei
auf manches verzichten müssen, was uns lieb und teuer ist. Wir müssen
die Frage „Was hast du da gesagt?“ ernst nehmen und darauf antworten
können. Denn sonst wird die Sprache unseres Glaubens eines nicht
fernen Tages so tot sein wie Babylonisch oder Altgriechisch. Das
ist natürlich in erster Linie eine Aufgabe für die Pfarrer und alle
anderen, die mit der öffentlichen Verkündigung beauftragt sind.
Aber es ist wichtig, dass mit ihrer Unterstützung auch andere Christen
sprachfähig werden, um den Menschen um sie herum ihren Glauben weitergeben
zu können – in Wort und Tat.

Und drittens –
das ist das Entscheidende – : Wir dürfen alle miteinander nicht
nachlassen, Gott immer wieder um die Gabe der Prophetie zu bitten,
wie Paulus sie versteht. Denn wir haben sie ja nicht in der Hand,
die richtigen Worte, mit denen Gott zu den Menschen reden kann.
Sie sind ein Geschenk des Heiligen Geistes. Natürlich kann er auch
unsere „Zungenrede“ auslegen und so Menschen für Christus gewinnen.
Aber wenn Paulus recht hat, spricht er doch lieber eine einfache,
klare Sprache, die auch der letzte geistliche Analphabet begreifen
kann. Wenn das geschieht – und ich glaube, es geschieht auch bei
uns öfter, als wir denken –, dann wird auch der hibbeligste Konfirmand
keinen Quatsch mehr machen. Dann wird auch die ahnungsloseste Kindergartenmutter
ihren Fotoapparat vergessen. Dann wird auch der kirchenfernste Konfirmationsgast
nicht mehr zwischendurch rauchen gehen. Sondern sie alle werden
begreifen: „Hier geht es um mich, hier redet Gott, und ich will
hören, was er zu sagen hat.“ Weil das so ist, gehört das Lied von
Manfred Siebald, das wir gleich singen, noch zur Predigt: „Gib mir
die richtigen Worte, gib mir den richtigen Ton: Worte, die deutlich
für jeden von dir reden, gib mir genug davon!“

Amen.