Gospelworkshop 2008: Rückblick

„The same procedure as every
year.“

Gospelworkshop des Chor Wegweiser
aus Geisweid

Und so ging es
auch dieses Jahr wieder aufs Neue daran, 12 Liter Gulaschsuppe,
144 Flaschen Wasser zu besorgen, 10 Salate zu machen und ein reichhaltiges
Kuchenbuffet zu backen. So saßen wir dann auch wieder am Freitag,
den 15. Februar 2008 nun bereits zum achten Mal zusammen und warteten
darauf, dass alle Teilnehmer eingetroffen waren und es 18.00 Uhr
wurde. Mit frischem feierabendlichen Enthusiasmus starteten wir
gemeinsam, in diesem Jahr wieder mit Helmut Jost, in das erste Stück.
Die rund 70 Teilnehmer, etwa 30 davon Mitglieder des Chores, kämpften
sich, wenn auch mit sehr viel Freude, durch die ersten zwei Stücke
und Helmut schien sichtlich begeistert von so viel munterem Gesang
an einem Freitagabend. Nach 3 Stunden Probe waren wir dann aber
doch recht kaputt und sehnten uns nach einer Couch, Wolldecke und
dem üblichen Freitagabend – Fernsehprogramm. Wir ließen es uns jedoch
nicht nehmen uns für den nächsten Morgen bereits um 9.30 Uhr zu
verabreden um rechtzeitig bis ca. 16.00 Uhr mit den Liedern „durch
zu sein“, damit uns noch etwas Zeit blieb um bei einer gemütlichen
Tasse Kaffee und dem ein oder auch anderen Stück(chen) Kuchen ein
bisschen zu „schwätzen“.

Ein bisschen verschlafen
und mit einem leichten Kratzen im Hals trafen dann am Samstagmorgen
nach und nach wieder 70 Männer und Frauen (an dieser Stelle muss
erwähnt werden, dass auch stolze 11 „unter – 15 – Jährige“ unter
uns waren) im Gemeindezentrum zusammen und legten gleich damit los,
die gelernten Stücke vom Vorabend noch einmal aufzufrischen. So
lernten wir bis zum lang ersehnten Mittagessen noch 2 weitere Stücke
und konnten es uns dann mit Würstchen, Suppe, Salaten und Brot so
richtig gut gehen lassen. Nach dem Essen ging es sofort weiter mit
einem neuen Stück, was wir auch, wie die vier anderen, in null Komma
nichts „auf dem Kasten“ hatten. Also improvisierte Helmut ein bisschen
und legte kurzer Hand noch ein Stück ohne jeglichen schriftlichen
Text oder Noten für die Teilnehmer oben drauf. Dann ging es ans
Wiederholen, Wiederholen und Wiederholen, die Feinarbeit so zu sagen.
Nach insgesamt 8 ½ Stunden Singen waren wir, und viel mehr unsere
Stimmen fertig. Die Lieder waren gelernt, der Gottesdienst für den
nächsten Tag geplant und die Suppe verputzt. Also ab nach Hause!
Aber nein, da war doch noch was… Ja! Das zuvor etwas in den Hintergrund
gerückte Konzert von dem Freundenberger Chor „Gospel Generation“
und unserem Chor Wegweiser, das in diesem Jahr erstmals im Anschluss
an einen Gospelworkshop stattfand. Einige von uns hetzten noch schnell
nach Hause um sich noch mal „frisch zu machen“ andere blieben direkt
da. Nach knapp 1 ½ Stunden Pause trafen nun auch schon wieder die
ersten Gäste ein und hinter der Bühne wurde es ruhiger. Leider waren
nicht so viele Besucher da, wie wir es uns eigentlich erhofft haben,
aber die Aufregung kam trotz alledem nicht zu kurz. So fanden wir
uns alle kurze Zeit später auf der Bühne wieder, wo wir nach 5 sehr
gut gelungenen Stücken, mit denen wir dem Publikum einheizten, von
„Gospel – Generation“ abgelöst wurden. Glücklich und fertig ließen
wir uns erst in die Kirchenbank fallen um den Liedern des anderen
Chores zu lauschen und kurze Zeit später todmüde in unsere Betten.


 

Kaum runter von
der Bühne ging es dann am Sonntag sofort wieder rauf auf die Bühne.
Nur wurden aus vorherigen 30 Sängern auf einmal 70 begeisterte Workshopteilnehmer.
Man stelle sich nun selber das Gedränge im eigentlich so kleinen
Chorraum der Wenschtkirche vor. Zum Abschluss gaben wir alle noch
einmal richtig Gas und die Freude am Singen ging auch bald auf die
Besucher über, die in dem ein oder anderen Stück zum Mitsingen aufgefordert
wurden und das auch kräftig taten.

Als Fazit kann
man also nur sagen: Wieder einmal ein wirklich gelungener Workshop
mit viel Freude und Spaß rund um den Gospel.
So wird es auch
im nächsten Jahr, am 13. Februar 2009 wieder heißen „The same procedure
as every year“.

Line Mühlnikel und Tini Katz

Rückblick: Reformierte Konferenz

OKR Dr. Thorsten Latzel in Bad Laasphe

Heute Entscheidungen treffen

für die missionarische Kirche von morgen

Selbst Orkantief
„Emma“ konnte etliche Gemeindeglieder aus den Kirchenkreisen Siegen
und Wittgenstein nicht davon abhalten, an der Reformierten Konferenz
Südwestfalen im evangelischen Gemeindehaus Bad Laasphe teilzunehmen.
„Missionarische Gemeinde  – heute! Chancen und Aufgaben im
Wandel kirchlicher Wirklichkeit“ lautete das Thema, das dem Referenten
OKR Dr. Thorsten Latzel, EKD Hannover und gebürtiger Wittgensteiner,
gestellt war.

Dass
die beiden großen Volkskirchen zu Beginn des dritten
Jahrtausends besonderen Herausforderungen gegenüber
stehen, ist kein Geheimnis. Demographie, Überalterung
der Gesellschaft und zurück gehende Kirchenbindung machen
der evangelischen Kirche noch etwas mehr zu schaffen
als der katholischen Kirche. Jedes  Jahr verliert
die evangelische Kirche 285.000 Menschen. Also fast
genau so viele, wie die Einwohnerzahl des Kreises Siegen-Wittgenstein.
„Die Menschen in unserem Land entdecken neu die Religion
– und – die Kirchenmitglieder werden weniger, älter
und sozial begrenzter“, skizziert der Referent die Wirklichkeit.

Der
Rückgang der Kirchenmitglieder ist zu zwei Drittel bedingt
durch demographische Entwicklung. Die Volkskirche ist
überaltert. Jede zweite Amtshandlung ist heute eine
Trauerfeier. Hinzu kommen die nicht gering zu achtenden
Kirchenaustritte, die zumeist in Wellenbewegungen erfolgen,
wie beispielsweise Ende der 60er Jahre und nach der
Wiedervereinigung. Dem gegenüber treten etwa 65.000
Menschen jährlich in die evangelische Kirche ein oder
wieder ein.

Dr.
Thorsten Latzel zeigte in Bad Laasphe auf, was es heute
heißen kann, missionarisch Kirche zu sein.

Foto: Karlfried
Petr
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Kirchenmitgliedschaft
wird heute nicht mehr sozial vererbt, sondern im Laufe eines Lebens
zu einer bewussten Entscheidung. Kirchenaustritte sind heute kein
Tabu-Thema mehr, weiß der Oberkirchenrat aus Hannover. Latzel: „Meines
Erachtens befinden wir uns gegenwärtig in einer Art „Schlüssel-Zeit“,
in der sich entscheidet, ob sich die Kirchenaustritte zu dauerhafter
Konfessionslosigkeit verfestigen und so im negativen Sinne sozial
weiter gegeben werden – oder ob es gelingt, Menschen neu einen Weg
zu ihrer Kirche zu eröffnen“. Wenn man davon ausgehe, dass die beiden
großen Austrittswellen in den vergangenen 35 Jahren entstanden seien,
so hätten diese geschätzten 5 Millionen Menschen noch einen lebensbiographischen
Bezug zur Kirche durch Taufe, Konfirmation oder kirchliche Trauung.
Diese Menschen böten ein Wachstumspotential, wenn es gelänge, ihnen
einen neuen Zugang zur Kirche zu eröffnen, bevor sich die Konfessionslosigkeit
verfestigt habe.  

Deutlich machte
der Pfarrer, dass die evangelische Kirche in einem Bildungsdilemma
stecke. Die Kirche sei auf Bildung angewiesen, die Gebildeten kehrten
ihr aber den Rücken. Dies habe unlängst die vierte Kirchenmitgliedschaftsstudie
der EKD gezeigt. Um die Einstellungen der Kirchenmitglieder besser
begreifen zu können, erhebt die EKD im Abstand von 10 Jahren jeweils
sehr eingehend das, was die Menschen innerhalb wie außerhalb über
Kirche, Glaube und Gott denken. Herausgebildet wurden sechs Typen
von Lebensstilen, die unterschiedlich in die Kirche eingebunden
sind: hochkulturell, einfach-bürgerlich, jugendkulturell, liberal-urban,
praktisch-gesellig und gering gesellschaftlich integriert. Am stärksten
ausgeprägt ist eine Austrittsneigung bei den jugendkulturell ausgerichteten
jungen Menschen. Latzels Fazit anhand der Untersuchungsergebnisse:
Bestimmte Milieus und Lebensstile haben schon jetzt fast keinen
Raum mehr in der Kirche. Ihnen sollte sich die Kirche besonders
zuwenden.

Anhand von Leitthesen
zeigte der Referent auf, vor welchen Herausforderungen  gegenwärtig
missionarische Arbeit auf Gemeindeebene steht. Alle diese Thesen
setzen ein Vertrauen voraus, dass das Leben, Reden und Tun der Kirche,
sich gründet auf Gottes Geist, der die Gemeinde Jesus Christi beruft,
sammelt, begabt und bis an das Ende der Zeiten erhält. Dies entbinde
die Gemeinden jedoch nicht davon, die Einladung zum Glauben und
zur Teilnahme am Leben der Kirche zu fördern und zu entfalten.

In diesem Vertrauen,
so Latzel, müssten heute die Menschen in jeweiligen sozialen Milieus
offen wahrgenommen werden. Es gelte, das Evangelium einladend zu
bezeugen und biblische Texte sowie  kirchliche Traditionen
verstärkt im Horizont der Gegenwart und auf klar verständliche Weise
neu zu vermitteln. Die  „Sprachfähigkeit des Glaubens“, die
von der Hoffnung des eigenen Lebens zu erzählen wisse, müsse gefördert
werden. Zu den überzeugendsten Botschaften des Evangeliums gehöre
das Leben der Glaubenden und der Gemeinde, geprägt vom befreiten,
glaubwürdigen Umgang mit eigenen Stärken und Schwächen sowie der
unbedingten Annahme Gottes. Dem Gottesdienst komme für den Zuspruch
des Evangeliums eine besondere Bedeutung zu. In den Amtshandlungen
erführen Menschen in „Schlüsselzeiten“ ihres Lebens kirchliche Begleitung.
Die Mitarbeitenden gehörten zu dem größten Schatz, den die Gemeinden
besäßen. Sie würden künftig noch stärker an der Vermittlung des
christlichen Glaubens beteiligt sein. Dafür bedürfe es jedoch einer
Kultur der Anerkennung, Wertschätzung und Förderung.

Zum Schluss gab
Thorsten Latzel einige konkrete Hinweise zu verändertem kirchlichen
Handeln. Häufig orientiere man sich in der Kirche an der „gefühlten
Situation“ und damit an der Binnensicht derjenigen Menschen, die
die so genannte Kerngemeinde bildeten. Hier gelte es einen Perspektivenwechsel
zu vollziehen und Kirche einmal aus der Sicht der 90 Prozent der
Kirchenmitglieder zu sehen, die nicht in der Kerngemeinde auftauchen.

Ein Pfarrer habe
das bei einer Visitation einmal so ausgedrückt: Ich arbeite in einer
Stadt mit 10.000 Einwohnern, 3000 gehören davon der evangelischen
Kirche an, ca. 150 Menschen tauchen davon im engeren Kreis der Gemeinde
auf, und 10 Menschen legen dann ausgerichtet an den 150 Menschen
fest, was die Ziele sind. Aber eigentlich müssten wir doch auf die
10.000 zielen.

Latzel: „Wer die
eigene Wahrnehmung verändert und über die Ziele der eigenen Arbeit
klar wird, der steht damit dann irgendwann vor der Notwendigkeit,
Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen darüber, was wir als Kirche
tun wollen – und ebenso wichtig: was wir als Kirche zukünftig lassen
wollen. Dabei gilt es zu fragen, wie Sie sich in 20, 30 Jahren die
Kirche unter den veränderten Rahmenbedingungen wünschen und vorstellen.
Und was müssen Sie heute tun, um in Zukunft so oder noch besser
dazustehen?“

kp

Rückblick: Weihnachtsmarkt 2007

Kalte Füße, ja bitte!

Also, an sich schwärme ich
ja nicht so sehr für kalte Füße –
aber einmal im Jahr freue
ich mich richtig drauf, nämlich beim

Weihnachtsmarkt rund um die
Talkirche.

Es ist einfach
schön, bei diesem stimmungsvollen „Event“ der Kirchengemeinde dabei
zu sein. Nicht nur, weil es leckere Sachen zu essen, schöne Adventsdekoration
oder Zweckmäßiges für Haus und Küche zu kaufen gibt. Nicht nur,
weil man an Kirchturmführung und Offenem Singen teilnehmen kann.
Nicht nur, weil gegen Abend die Schwedenfeuer entfacht werden und
die Turmbläser weihnachtliche Musik bieten. Nicht nur, weil es mal
ein Kinder-Musical, mal Ritterspiele, mal ein Konzert, mal eine
Kabarett-Veranstaltung gibt. Sondern auch und vor allen Dingen,
weil man an diesen zwei Tagen netten Menschen aus allen „Ecken“
unserer (Kirchen-)Gemeinde begegnet. Da geht es hin und her mit
„Na, du auch wieder hier?“ oder „Wir haben uns ja lange nicht gesehen,
wie geht es dir denn?“.

Da steht man gemütlich
am Glühweinstand zusammen und lässt das Jahr Revue passieren oder
man setzt sich in den neugestalteten Gemeinderäumen im Erdgeschoss
des Pfarrhauses ganz zwanglos am Tisch zusammen und lässt sich mit
Kaffee und Kuchen verwöhnen (und wärmt sich ganz nebenbei Hände
und Füße auf).
Und bei der Gestaltung des Weihnachtsmarkts kann
sich jede und jeder einbringen. Als Gemeindegruppe mit einem eigenen
Häuschen, in dem Gebasteltes oder Essbares verkauft wird. Als Einzelperson,
die für eine oder zwei Stunden z.B. am Glühweinstand oder an der
Kuchentheke mithilft. Als Ideengeber für neue Angebote auf unserem
Weihnachtsmarkt. Und das wird nicht nur Ihnen selber Freude bereiten,
sondern es bringt auch finanzielle Unterstützung für unsere Kirchengemeinde,
damit wir auch in Zukunft wichtige Projekte angehen können.

 Kalte Füße
gibt es – wie schon erwähnt – meist auch „kostenlos“ dabei, aber
die werden hier wirklich zur Nebensache. Hauptsache ist, dass wir
als Gemeindeglieder  für diesen Weihnachtsmarkt offen und aktiv
zusammenarbeiten, und dass wir mit diesem Weihnachtsmarkt einen
wichtigen Beitrag zum öffentlichen Leben in Geisweid leisten, der
auch von „Nicht-Kirchgängern“ gerne angenommen wird.

Also mitmachen
und dabei sein in diesem Jahr, die Vorbereitungsgruppe freut sich
auf Ideen und „Mitmacher“!   Kontakt: P. C. Rose, Tel.
88181

Jutta Winchenbach

Rückblick: Verabschiedung Pfr. Schäfer

13. Januar 2008: Abschied von Pfarrer Burkhard
Schäfer

„Ich war gerne und mit ganzem
Herzen hier!“

Es dauerte sehr,
sehr lange, bis sich die voll besetzte Talkirche geleert hatte;
alle Gottesdienstbesucher wollten sich am Ausgang persönlich von
Pfarrer Burkhard Schäfer verabschieden und ihm noch einmal die Hand
schütteln: Fast 27 Jahre hatte er in „seiner“ Gemeinde gewirkt.
Für die einen war er ein wichtiger Prediger, für andere ein verständnisvoller
Seelsorger, Lehrer oder guter Freund und Wegbegleiter.

„Du hast hier
deine eigenen Akzente gesetzt, du hast dich mit all deinen besonderen
Gaben eingebracht und das Evangelium hier in Klafeld unter die Leute
gebracht“, so Superintendentin Annette Kurschus. Er habe viele Menschen
über Jahre und Jahrzehnte begleitet, er sei überaus fleißig gewesen
und habe Leitungsverantwortung getragen. „Du und deine Arbeit haben
Spuren hinterlassen, auch viele unsichtbare in den Köpfen und Herzen
der Menschen!“

Dann folgte die
Entpflichtung: Burkhard Schäfer bleibt auch als Pensionär ordinierter
Pfarrer der westfälischen Landeskirche mit dem Recht zu predigen,
zu taufen und das Abendmahl auszuteilen. „Aber jetzt bist du frei.
Du bist nun nicht mehr Gemeindepfarrer in Klafeld mit den damit
verbundenen Pflichten“, so die Superintendentin. „Wir alle danken
Gott für deinen Dienst.“ Während der Handauflegung sprach sie ein
Segensgebet.

Seiner anschließenden
Predigt legte Burkhard Schäfer das Magnifikat, den Lobgesang der
Maria, aus dem Lukas-Evangelium zugrunde, jenen Lobpreis des Gottes,
der die Erniedrigten in seinen Dienst nimmt, der für immer barmherzig
sein wird und uns von der Furcht vor den Mächtigen befreit. Der
Kirchenchor, die Kindertagesstätte Ortsmitte mit dem Lied „Ich falte
meine Hände“ und der Kindergottesdienst gestalteten den musikalischen
Rahmen. Lena Achenbach, ein junges Mädchen aus der Nachbarschaft,
brachte ein Ständchen auf dem Klavier dar. Nicht fehlen durfte bei
dem gemeinsamen Gesang das Lieblingslied von Burkhard Schäfer: der
Paul-Gerhardt-Choral „Du meine Seele, singe“ (eg 302). Am Ende des
Abschiedsgottesdienstes erinnerte Pfr. Schäfer an einige besondere
Erlebnisse in der Kirchengemeinde. Dazu zähle er den Klagegottesdienst
mit Kriegsflüchtlingen und die vielen Osternachtsgottesdienste,
die eine Ahnung von der Kraft des Auferstandenen vermittelt hätten.
Besonders dankbar sei er, dass ihn die Klafelder Gemeindeglieder
auch in einer für ihn sehr schweren Zeit getragen hätten.

Nach dem Gottesdienst
hatte das Presbyterium zum Empfang ins Wenschter Gemeindezentrum
geladen. Präsentiert wurde eine bunte Mischung von musikalischen
Beiträgen und kurzweiligen Grußworten. Es kam Humorvolles zu Tage,
und es wurde viel geschmunzelt und gelacht. Auffällig die Parallele
zum Empfang im Lutherhaus am 29. Mai 1983, als Burkhard Schäfer,
der allen Klafeldern ein „Gehilfe zur Freude“ werden wollte, in
die 4. Pfarrstelle eingeführt wurde. Auch damals, so schreiben die
Chronisten, ging es fröhlich und ausgelassen zu.

Schon das erste
Grußwort, das der Superintendentin, eloquent und witzig vorgetragen,
gab einen Vorgeschmack auf das, was in den nächsten Stunden alles
kommen sollte. Sie nannte den zukünftigen Ruheständler ein „Original“,
er habe sich stets getraut, „anders“ zu sein. Auch könne man bei
ihm viele (scheinbare) Gegensätze feststellen: Er sei bodenständig
und heimatverbunden, aber auch sehr reiselustig; er liebe Traditionen,
sei auf der anderen Seite aber beweglich und stets offen für neue
Ideen; er spräche gerne „platt“, liebe aber auch die Sprache der
Poesie; er liebe die Musik, könne aber keinen Ton singen (!); er
sei flott und flink und hektisch, könne aber auch die Zeit vergessen
und genießen; er „schaue manchmal finster drein“, lache aber oft
und laut und ansteckend; er sei manchmal ein Träumer, stehe aber
mitten im Leben. Und schließlich: „Du liebtest deine Gemeinde, aber
nun gehst du auch gerne!“ Sie wünschte ihrem ehemaligen Klafelder
Kollegen Gottes gutes Geleit.

Diesen Wünschen
schlossen sich Landrat Paul Breuer und der stellvertretende Bürgermeister
der Stadt Siegen, Jens Kamieth, an. Der eine nannte ihn „einen Pfarrer
mit Leidenschaft“, der andere „ein wandelndes Lexikon“. Jens Kamieth
verwies dann auf seine Sätze im letzten Gemeindebrief. Zudem führte
er aus, Burkhard Schäfer werde viele Spuren hinterlassen, „eigene
und die seines höchsten Chefs“. Die Grüße der katholischen Nachbargemeinden
St. Joseph und St. Marien trugen Pfarrer Karl-Hans Köhle und Gemeindereferentin
Ulrike Weber vor. Sie dankten für die stets herzliche und gute Zusammenarbeit.
Pfarrer Martin Eerenstein aus Weidenau überraschte seinen Amtskollegen
mit einer Klangschale. Jetzt sei die Arbeit getan, jetzt sei der
„7. Tag“ angebrochen, die Zeit des Ausruhens und der Muße. Und:
„In der Ruhe wächst ein neuer Anfang!“ Für die FEG Geisweid sprach
Pastor Werner Jung, für die landeskirchliche Gemeinschaft und die
Allianz Hans-Dieter Hilverkus. Sie dankten dem zukünftigen Pfr.
i. R. („Pfarrer in Reichweite“) für das offene und partnerschaftliche
Miteinander. Sie freuten sich mit ihm, denn „endlich ist die Zeit
der Pflichten vorbei!“

Großen Beifall
erhielten die Mitglieder der „Gemeinde Gottes“, die nach dem Mittagessen
mit Gesang und afrikanischen Klängen aufwarteten. Rudolf Stähler
überbrachte viele gute Wünsche und den Dank des Gesangvereins „Concordia
Frohsinn“. „Wir freuen uns, dass der wohlverdiente Ruhestand auf
dich wartet, aber wir sind auch traurig, dass du gehst.“ So formulierten
es Edith Groos und Andrea Stötzel vom Kirchenchor, sie blickten
zurück auf eine schöne und überaus gute und gedeihliche Zusammenarbeit.

Beim Ständchen
des Mütterkreises blieb kein Auge trocken: Viele Ereignisse und
lustige Begebenheiten wurden besungen. Und man konnte förmlich miterleben,
wie der Gemeindepfarrer bis zum Friedhof rannte, um die beiden ausgebüxten
Hängebauchschweine einzufangen und auf dem Arm wieder zum Stall
am Pfarrhaus zu tragen.

Erwin Messerschmidt
und die anderen Mitglieder des Bezirkspresbyteriums dankten „ihrem“
Pfarrer und übergaben ihre Geschenke. Sie erinnerten sich an einen
Satz aus seinen ersten Tagen in der Gemeinde: „Pfarrer ist der beste
Beruf, den ich mir vorstellen kann!“ Zwischen den Grußworten immer
wieder hörenswerte Musikbeiträge von Manuel Stötzel (Bratsche) und
seiner Mutter am Klavier. Pfr. i. R. Harald Mühlbach, bis 1992 Amtskollege
von Burkhard Schäfer, ließ den Einführungsgottesdienst vor fast
25 Jahren noch einmal Revue passieren. Er wünschte dem neuen „Ruheständler“
und seiner Familie Gottes Segen. Friedrich Schneider vom Jugendreferat
in Siegen erzählte sehr humorvoll aus der gemeinsamen „Kreuztaler
Zeit“, als der damalige Vikar Schäfer des Öfteren im Talar auf dem
Fahrrad durch die Straßen sauste. Wolfgang Hofheinz, unser Gemeindepädagoge,
überreichte seinem langjährigen Weggefährten einen Rucksack, dazu
passend Gitarrenklänge und ein Lied über den „Aufbruch in eine neue
Zeit“. Die Grüße der Kindertagesstätte neben der Talkirche überbrachte
deren Leiterin Ulrike Blechert. Sie dankte Burkhard Schäfer im Namen
der Kinder, Eltern und Mitarbeiterinnen. Sie wünschte ihm für den
nächsten Lebensabschnitt alles erdenklich Gute, vor allem aber Gesundheit.

„Danke“ sagte
auch Pfarrerin Almuth Schwichow, derzeit Vorsitzende unseres Presbyteriums.
Sie sprach für die alten Bezirke 1,3 und 4 sowie für das Gemeindebüro.
„Uns bleibt nichts anderes übrig, als uns mit dir zu freuen.“ Sie
verglich die Gemeindearbeit in Klafeld mit der nun anstehenden Gartenarbeit
in Deuz und überreichte einen dazu passenden Gutschein.

Als letzter Redner
verabschiedete sich Pfarrer Dr. Martin Klein, gleichzeitig Moderator
des Empfangs, von seinem Kollegen: „Ich hätte gern noch weiter mit
dir gearbeitet!“ Zum Schluss ging Burkhard Schäfer selbst ans Mikrofon.
Er blickte noch einmal zurück auf die 27 Jahre seines Wirkens hier
in Klafeld.

Er habe wunderbare
Erfahrungen machen dürfen und eine großartige Solidarität erlebt.
Er dankte allen für das gute Miteinander und für die tolle Verabschiedung.
Nun scheide er mit Wehmut, gehe aber mit freudiger Erwartung. „Ich
war gerne und mit ganzem Herzen hier!“

Peter – Christian Rose

Mitarbeiterfreizeit 2008

Du stellst meine Füße auf
weiten Raum!

“Aktiv-Mitarbeiter-Freizeit”
vom 26.6.-7.7.08 in Wohlde, Schleswig-Holstein

Viele Räume sind
in unserer Gemeinde weggefallen; neue sind dazugekommen. Manches
ist enger geworden, zumindest dichter aufeinander gerückt.

..und trotzdem:
Die Angebote für Kinder und Jugendliche bleiben; haben neben den
Gottesdiensten Priorität! Dazu ist Neues entstanden; in der Konfirmandenarbeit
und anderswo. Neue MitarbeiterInnen engagieren sich.

Da macht es Sinn,
wenn ehrenamtliche Mitarbeiterinnen sich ihre Arbeit mit Kindern
und Jugendlichen in einem Gemeindezentrum genauer anschauen und
ihre Fragen und Ideen miteinander teilen:

Wie können und
wollen wir mit Kindern und Jugendlichen “Räume” zum leben und glauben
gestalten? Was brauche ich für meine Arbeit?

Wie könnte Zusammenarbeit
aussehen und wie geht´s? Wir wollen aktiv und intensiv in den ersten
Tagen an diese Fragen herangehen und ganz praktische Möglichkeiten
ausprobieren.

Eingeladen sind
jugendliche und erwachsene ehrenamtliche Mitarbeiter aus Kindergottesdienst
/ Konfirmandenarbeit / KIBIWO / ”Kellerfenster”

… und auch Menschen,
die gerne mehr über die Arbeit mit Kindern erfahren möchten und
/ oder
an einer Mitarbeit interessiert sind.

 

Einladungen werden gesondert
ausgegeben.

Einzelheiten (Kosten) können
erfragt werden bei
Wolfgang Hofheinz
Tel: 8706893 oder 89200