Goldene Konfirmation 2007

 

Goldene Konfirmation 2007

Am 3. Juni um 10 Uhr feiern wir in der Talkirche
einen Festgottesdienst zur Goldenen Konfirmation. Viele aus dem
Konfirmandenjahrgang 1957 leben auch heute im Raum Siegen. Einige
werden aber auch aus Bayern, Hamburg oder Buxtehude anreisen, um
diesen Festtag hier zu begehen. Sicher werden beim Wiedersehen viele
Erinnerungen wach: an den Unterricht bei den Pastoren Biederbeck,
Flick und Schmidt, an das Auswendiglernen von Bibelsprüchen, Liedern
und Katechismusfragen und an die immer noch arme Zeit, in der eine
Konfirmation in viel bescheidenerem Rahmen gefeiert wurde als heute.
Wir wünschen den Jubilarinnen und Jubilaren einen frohen und gesegneten
Festtag und laden die Gemeinde herzlich ein, die Goldene Konfirmation
im Gottesdienst mitzufeiern.


 

15 Jahre Partnerschaft

15 Jahre Partnerschaft Klafeld – Bagamoyo

Gottesdienst am Pfingstsonntag
in der Talkirche

Mit einem Festgottesdienst in der Wenschtkirche
wurde am 28. Juni 1992 der Beginn der Partnerschaft zwischen den
Kirchengemeinden Klafeld und Bagamoyo/Tansania gefeiert. In den
Gemeindenachrichten wurde dieses Ereignis mit vielen Fotos, ausführlichen
Berichten und einem Interview mit dem damaliger Pfarrer aus Bagamoyo
gewürdigt. Pfarrer Palahu bezeichnete den 28. Juni 1992 als historischen
Tag für die Christen in Bagamoyo. „Wir haben auf diese Partnerschaft
gewartet und sehen ihr nun mit sehr viel Spannung und Hoffnung entgegen.
Hoffentlich können wir bald einige Klafelder in Bagamoyo begrüßen“

In den vergangenen 15 Jahren haben wir uns
in regelmäßigen Abständen gegenseitig besucht und dadurch unsere
Partnerschaft gefestigt. In diesem Jahr erwarten wir eine Frauendelegation
aus dem Kirchenkreis Kibaha, der u.a. Rosemary Mwakatobe, die Vorsitzende
der Frauengruppe in Bagamoyo, angehört. Mit ihr werden wir das 15jährige
Bestehen unserer Partnerschaft im Gottesdienst am Pfingstsonntag
um 10.30 Uhr in der Talkirche feiern.

Als die Partnerschaft begründet wurde, blieb,
wie man damals in den Gemeindenachrichten lesen konnte, in der Wenschtkirche
kaum ein Platz frei. Wir würden uns freuen, wenn nun auch viele
das Jubiläum mitfeiern.
Wir laden Sie herzlich dazu ein.


Umbau Pfarrhaus II

Umbau Pfarrhaus 2

Im Rahmen der Umstrukturierung der Kirchengemeinde
Klafeld müssen bestehende Gebäude teilweise einer neuen/anderen
Nutzung zugeführt werden.
So soll das Gemeindebüro aus dem Pfarrhaus
2 ausgegliedert, die Büroräume von Pfarrer Schäfer in das Obergeschoss
verlegt und das nun freie Erdgeschoss des Pfarrhauses für Gruppennutzung
umgebaut werden.
Für die Umnutzung müssen Wände rausgerissen,
Strom-, Wasser- und Abflussleitungen verlegt, tapeziert und gestrichen
werden, neuer Fußboden und neue Lampen verlegt, die Fenster neu
isoliert und auch Türen versetzt werden.


Pfarrhaus
2: neuer Grundriss

Für die anfallenden Arbeiten wurde im Gewerk
Maler- und Bodenbelagsarbeiten eine schriftliche Preisanfrage durchgeführt.
In den Gewerken Mauer- und Trockenbauarbeiten, Heizungs- und Sanitärinstallationsarbeiten,
Elektroinstallationsarbeiten, Glaserarbeiten und Schreinerarbeiten
wurden mit diversen Handwerksunternehmen Ortsbegehungen durchgeführt.
Diese sehr zeitaufwendigen Planungsarbeiten wurden federführend
von Jürgen Katz durchgeführt.

Neben den detaillierten Ausschreibungen erstellte
er einen Bauzeitenplan, der einen reibungslosen Ablauf gewährleisten
soll.  An dieser Stelle sei ihm ganz herzlich für sein ehrenamtliches
Engagement gedankt.
In der März-Sitzung beschloss das Gesamtpresbyterium
die Umbaumaßnahmen.
Das Gemeindebüro wird in der Woche vom 7.5.
bis 11.5. ins Ev. Vereinshaus , Im Ruhrstgarten 3, umziehen.

Orgelneubau Talkirche: Erfreuliche Entwicklungen

 

Orgelneubau Talkirche:

Erfreuliche Entwicklungen

Sie erinnern sich: nach dem die Talkirchenorgel
immer störanfälliger wurde, bat das Presbyterium zwei Gutachter
jeweils um ein Gutachten. Dies waren Herr M. Schwartz (Orgelsachverständiger
der Ev. Kirche von Westfalen) und Herr Dr. F.-J. Vogt (Amt für Denkmalpflege).
Nach eingehender Prüfung empfahlen beide – unabhängig voneinander
– einen Orgelneubau im historischen Gehäuse.

 

Das Presbyterium berief dann einen Orgelausschuss,
der seine Arbeit im Februar 2004 auf nahm. Er sollte das Projekt
vorbereiten und vor allem die Finanzierung sichern. Denn von Beginn
an war allen Beteiligten klar, dass bei der angespannten Haushaltssituation
der Kirchengemeinde solche Projekte nur noch durch Spenden finanziert
werden können. Der Ausschuss entfaltete bald unter seinem Vorsitzenden
Superintendent i.R. Achenbach eine sehr rege und fruchtbare Tätigkeit.
Hier entstand z.B. die Idee, einen Weihnachtsmarkt rund um die Talkirche
zugunsten des Orgelprojektes zu organisieren. Mittlerweile haben
schon drei dieser Märkte stattgefunden und fanden das ungeteilte
Interesse und Lob der Geisweider Bevölkerung.  
Erstaunlich viele
Gemeindeglieder haben dabei mit gemacht. Durch die Weihnachtsmärkte
kamen insgesamt 33.000 € zusammen. Der Verkauf von Ansichtskarten,
Kalender und Orgelwein brachte weitere Einnahmen. Eine besondere
Form der Unterstützung stellte die Übernahme einer Orgelpfeifenpatenschaft
dar. 5 goldene, 3 silberne und 17 bronzene Patenschaften sind übernommen
worden. Das ergab 6.120 €. Die heimischen Chöre haben in dieser
Zeit eine große Solidarität erwiesen: der Bach-Chor Siegen, der
Gesangverein Konkordia-Frohsinn, der Seniorenchor Weidenau-Klafeld,
die DSB-Chöre Siegen-Nord, der Musikkreis unserer Gemeinde, die
Posaunenchöre und der Kirchenchor konzertierten zugunsten des Orgelprojektes.

Das Entscheidende waren allerdings die etwa
800 Einzelspenden von Gemeindegliedern. Ohne diese große Spendenbereitschaft
wäre das Projekt nicht zu verwirklichen gewesen. Einige Geisweider
haben anlässlich von runden Geburtstagen um Spenden für die Orgel
gebeten und auf Geschenke verzichtet. Ein Kindergottesdienstkind
hat sein Taschengeld als Spende gebracht. Schließlich hat ein Großspen
der 30.000 € überwiesen. Er war beeindruckt von dem Engagement in
Geisweid und wollte so den beispielhaften Einsatz unterstützen und
auch belohnen.

So sind wir nach 3 Jahren bei einem Spendenstand
von 227.053 € angekommen. Wir bedanken uns noch ein mal ganz herzlich
bei allen, die uns unterstützt haben und sagen „Vergelts Gott!“
Wir sind nun so weit, dass wir den ersten Bauabschnitt des Orgelneubaues
verwirklichen können. Dazu hat die Orgelbaufirma am 23.11.2006 ein
aktualisiertes Angebot über 215.000 € vorgelegt. Danach wird das
Instrument in seinem technischen Aufbau mit Windladen, Spiel- und
Registertraktur, Spieltisch, Windanlage und der Renovierung des
Gehäuses komplett erstellt. Allerdings bekommt die Orgel zu nächst
nur 9 Register – so weit reicht die augenblickliche Finanzierung.

Der Orgelsachverständige hat am 6.2.2007 den
Antrag auf Genehmigung des Orgelbau es bei der Westfälischen Landeskirche
stellen. Wir erwarten im Laufe des Monats Mai die Zustimmung der
Landeskirche, so dass dann umgehend die Auftragsvergabe erfolgen
kann. Mit Auftragsvergabe können wir beim Landesdenkmalamt einen
Zuschuss beantragen. Wir dürfen wohl ca. 25.000 € erwarten, so dass
dann noch weitere Register finanziert werden können.

Sie sehen, die Mühen der vergangenen drei
Jahre haben sich gelohnt. Über die weitere Entwicklung werden wir
Sie hier aktuell unterrichten. Sicher werden wir Sie auch zur gegebenen
Zeit zu einer Werkstattbesichtigung in der Orgelbauwerkstatt Mebold
in Siegen-Breitenbach einladen.

Burkhard Schäfer 


 

Rückblick: Gemeindeversammlungen

 

Gemeindeversammlungen

Am 5. März fand in der Kirche Setzen für die
Bezirke Setzen und Tal und am 6. März in der Kirche Birlenbach für
die Bezirke Birlenbach und Wenscht / Sohlbach-Buchen jeweils eine
Gemeindeversammlung statt. Zwei Termine wurden gewählt, um auf die
Probleme und Sorgen der einzelnen Bezirke besser eingehen zu können
und möglichst vielen Gemeindegliedern die Gelegenheit zu geben,
an den Versammlungen teilnehmen zu können.

Die Vorsitzende des Presbyteriums Pfrn. Almuth
Schwichow eröffnete die Versammlungen und stellte die Mitglieder
der Koordinationsgruppe vor, die anschließend über den Verlauf der
Neustrukturierung referierten.

Kirchmeister Hartmut Heinbach berichtete zuerst
über den bisherigen zeitlichen Ablauf der bisherigen  Maßnahmen
zur Umstrukturierung der Kirchengemeinde, sowie über den geplanten
Umzug des Gemeindebüros und den Umbau des Pfarrhauses  II und
erklärte die bisherige Ermittlung für den Raumbedarf der Gruppen
und Kreise.

Gemeindepädagoge Wolfgang Hofheinz beleuchtete
danach den neuen Ansatz zur Arbeit mit Kinder und Jugendlichen unter
der Präabel:
„Kinder sind das Salz in der Suppe der Gemeinde!“
Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist Ausdruck gemeinsamen
Lernens und Glaubens. Sie geschieht in Rückbindung an die befreiende
Botschaft des Evangeliums. Sie ist ein offenes und verlässliches
Angebot zum gemeinsamen Hören auf das Evangelium, zum partnerschaftlichen
Mitleben und Mitwirken in der Gemeinde.

Er erläuterte anschaulich unsere Ziele, was
dafür notwendig ist, was sich in der Zwischenzeit bereits getan
und auch schon verändert hat und zeichnete Perspektiven für die
nahe Zukunft auf.

Pfrn. Almuth Schwichow berichtete von der
bisherigen Arbeit der Gottesdienstgruppe, die sich in der Überlegung-
und Planungsphase zu neuen Gottesdienststrukturen in der Gemeinde
befindet.

Anschließend erläuterte Hartmut Heinbach noch
einmal die Eckpunkte des Haushaltes 2007, wie es ohne Haushaltssicherungskonzept
ausgesehen hätte. Ein Defizit von 250.000 € wäre die Folge gewesen.
Sie können sich schell ausrechnen, dass es 4 Jahre dauert, bis die
Millionengrenze überschritten wird. Hätte das Presbyterium nicht
mit dem zwingend erforderlichen Haushaltssicherungskonzept reagiert,
lägen sicherlich in Jahresfrist die Geschicke der Gemeinde in anderen
Händen.
Die Einsparungen durch das neue Gemeindekonzept
sieht wie folgt aus:

Bewirtschaftungskosten Gemeindehäuser  60.500
Bauunterhaltung Gemeindehäuser   86.500
Personalkosten „Küsterdienst“  70.200
Personalkosten „Organisten“  19.600
Darlehen  22.600
Tageseinrichtungen für Kinder   75.900
Verwaltung KKA (1,8%)    6.600 €
Sonstiges  28.500
Summe Einsparungen  370.400
Verlust Mieteinnahmen  63.000
Verlust Kirchensteuereinnahmen  81.800
Einsparungen effektiv 225.600

Selbst mit  funktionierender Haushaltsicherung
wird also das Defizit im Haushalt 2010 noch rechnerische 24.400
€ betragen, so das noch weitere Einsparmöglichkeiten bzw. erhebliche
Verbesserungen auf der Einnahmenseite gefunden werden müssen, da
in den nächsten Jahren mit einem weiterem Wegbrechen von Kirchensteuerzuwendungen
zu rechnen ist.

Zum Thema „Abwicklung Gebäude“ führte der
Kirchmeister folgendes aus:

  • es erfolgt keine Verwertung der Gebäude
    um jeden Preis
  • ein Verkauf an Muslime ist grundsätzlich
    nicht möglich
  • die erste Priorität gilt kirchennahen
    Interessenten, zur Zeit werden intensive Gespräche mit einem
    Anbieter für betreutes und altengerechtes Wohnen geführt
  • das Presbyterium wird selbstverständlich
    zeitnah informieren und deshalb sollten Sie sich nicht an Gerüchten
    beteiligen, sondern das Gespräch mit Mitgliedern des Presbyteriums
    suchen

Traurig und erbost reagierten viele der ca.
150 Gemeindeglieder bei der Versammlung in der Setzer Kirche. Der
Presbyteriumsbeschluss wurde hinterfragt: „Verbauen wir uns nicht
die Zukunft?“, „Warum ein solcher Kahlschlag in der Gemeinde?“,
„Setzer Bürger und Kinder werden nicht ins Tal zum Gottesdienst
gehen!“, Die Setzer Kirche soll erhalten bleiben, sonst ist Setzen
für die Kirchengemeinde verloren.“, „Warum kann kein Förderverein
die Setzer Kirche übernehmen und ihr (die Kirchengemeinde) sorgt
für regelmäßigen Gottesdienst?“, „Warum können die vielen Spenden
für die Talkirchenorgel nicht zur Sanierung des Haushaltes eingesetzt
werden“, „Die Setzer Kirche ist nahezu in Eigenleistung entstanden
und unterhalten worden. Warum tut ihr das uns an ??“ und „Die Kirche
muss vor Ort auf die Kinder zu gehen, warum gebt ihr das auf?“ Diesen
und vielen weiteren Fragen musste sich die Koordinierungsgruppe
stellen. Deutlich im Vordergrund stand der „Vor-Ort-Wunsch“ und
die damit verbundenen Fragen nach einem Förderverein. Kirchmeister
Heinbach, der zusammen mit Almuth Schwichow im Vorfeld der Gemeindeversammlungen
Gespräche mit den Initiatoren eines Fördervereins geführt hatte
und sich dabei ausdrücklich für das Engagement bedankte (was leider
bei der Versammlung unterging), erläuterte, dass das Gesamtkonzept
keine Ausnahmen zulasse. Zwar sei der „Vor-Ort-Wunsch“ verständlich,
aber das Konzept ziele deutlich in Richtung einer Gesamtgemeinde
und zur Konzentration der Kräfte. Zum Thema „Orgelspenden“ sagte
er: „Spenden für der die Talkirchenorgel sind sachbezogene Spenden
und dürfen und können daher keinem anderen Zweck zugeführt werden.“

Ein Gemeindeglied aus dem Tal war entsetzt
über die Aggressivität, die hier in Setzen zu spüren war: „Uns wird
doch allen etwas genommen!“

Superintendentin Annette Kurschus, die sich
die Zeit genommen hatte, um auch bei der Gemeindeversammlung dabei
sein zu können, erklärte: „In der Ev. Kirche stehen uns große Veränderungen
bevor. Wir müssen alle lernen, uns von Liebgewordenem zu trennen.
Kirche hängt nicht an Gebäuden, sondern an Menschen.“ Zu dem Vorwurf:
„Warum stellt ihr uns vor vollendete Tatsachen?“ sagte sie: „Die
Gemeinde ist durch vorhergehende Versammlungen und Veröffentlichungen
informiert worden. Das Presbyterium, das sind Ihre Mandatsträger,
plant und beschließt und musste aus finanzieller Not mit Hilfe einer
Haushaltssicherung eine Tugend entwickeln und hat dies mit einem
neuen Gemeindekonzept getan, das im Kreissynodalvorstand sehr kritisch
geprüft und für gut und tragfähig befunden wurde. Der KSV dankt
dem Presbyterium ausdrücklich für die konstruktive Arbeit, die sicher
mit viel Bauchschmerzen verbunden ist. Es wäre schlecht, dieses
Konzept zu unterlaufen, da dies auch ein inhaltlich sehr durchdachtes
Konzept ist.“
(Bem.: der Redaktion: Auch das Landeskirchenamt
hat mittlerweile ein großes Lob für das mutige und sicher nicht
einfache Konzept nach Klafeld gesandt.)

Annette Kurschuss weiter: „ Wir haben eine
Chance, da Sie etwas von der Kirche wollen, sonst wären Sie heute
nicht hier. Ich fände es toll, wenn wir gemeinsam Neues schaffen
können.“
Da klangen die Worte eines einzelnen Setzer Gemeindeglieds
schon etwas versöhnlicher. Er sagte: „Wir sind sehr traurig, aber
wir wollen uns gemeinsam unter Gottes Wort stellen.“

Am nächsten Tag in der Kirche in Birlenbach,
gekommen waren etwa 90 bis 100 Gemeindeglieder, war ebenso große
Betroffenheit in den vielen Wortbeiträgen zu spüren. Von vollendeten
Tatsachen, schlechter Information, Gründung einer Interessengemeinschaft,
Ursachenforschung und großer Trauer war zu hören.

Pfr. Burkhard Schäfer dazu: „Ich verstehe
die schmerzlichen Prozesse, aber wir dürfen nicht nur die Emotionen
sprechen lassen. Die Fakten liegen auf dem Tisch und wenn wir nicht
gehandelt hätten, bestimmen andere über uns“.

„Wir fühlen uns in Sohlbach-Buchen sehr verloren“
so formulierte ein Gemeindeglied die Situation in Sohlbach-Buchen
und stellte damit die Frage: „Was passiert mit dem Paul-Gerhardt-Haus?“.
Almuth Schwichow erklärte dazu: „Leider haben wir noch keine Antwort
des Kreissynodalvorstandes, was eine kreiskirchliche Nutzung des
PGH betrifft. Wir sind daher in einer sehr  misslichen Lage.
Sobald es eine Entscheidung gibt, wird es auch wieder eine Gemeindeversammlung
geben“. Kirchmeister Heinbach betonte hierzu: „Die Situation in
Sohlbach-Buchen tut mir am meisten leid, zumal die vakante Pfarrstelle
im Bezirk IV alles nicht einfacher gemacht hat.“

Auf die Frage: „Warum wurde nicht schon viel
früher reagiert?“ wurde von der Koordinationsgruppe erläutert, dass
der Prozess schon bereits vor mehr als 10 Jahren eingesetzt hatte,
damals aber immer wieder an ausgeprägtem Bezirksdenken scheiterte.
Dies konnten Presbyteriumsmitglieder nur bestätigen, wenn sie an
die unendlich vielen Beratungen und Sitzungen zurück dachten. Erst
in den letzten Jahren konnte der Wille zu einer Gesamtgemeinde in
die Perspektiven integriert werden.

Ein Gemeindeglied bemerkte: „Ich sehe den
Verfall nicht erst in den letzten Jahren. Andere Kirchengemeinden
sind überlaufen. Warum ? Ich höre in Klafeld nur Wischiwaschi-Predigten.
Andere Gemeinden missionieren, haben Zulauf. Ich sehe hier ein geistliches
Problem. Gott hat seinen Segen von Klafeld abgezogen!!“
Pfr.
Schäfer war persönlich sehr betroffen: „Ich finde es bitter im Zusammenhang
mit einer neuen Gemeindekonzeption von Wischiwaschi-Predigten zu
hören.“

Auch die Versammlung lies diese Bemerkung
nicht unwidersprochen im Raum stehen. „Ich bin regelmäßiger Gottesdienstbesucher
und habe noch keine Wischiwaschi-Predigt in Klafeld gehört. Es ist
jetzt nicht die Zeit von Schuldzuweisungen. Wichtig sind jetzt die
Inhalte. Ohne Strukturen keine Zukunft. Ich will meine Kirche lieb
haben und ich will Verantwortung mittragen.“ so eine folgende Wortmeldung.

Wer hat Schuld, was sind die Ursachen? Das kann nicht pauschal
beantwortetet werden. Das war ein Wechselspiel von Fehlern in den
vergangen Jahren und eine negative Entwicklung im Finanzbereich,
erklärte Wolfgang Hofheinz. Aber eins ist sicher, in Klafeld herrscht
kein geistlicher Notstand. Als hinterfragt wurde, warum denn Freie
Gemeinden einen solchen Zulauf hätten, bemerkte ein junge Dame aus
dem Wenscht treffend: „Ich will keine Freie Gemeinde. Ich will in
meiner Gemeinde frei sein. Und meine Kinder auch.“
Aber nicht
nur kritische Äußerungen waren zu hören. So war Lob für die Arbeit
des Presbyteriums zu hören. Besonders der Einsatz des Finanz-Kirchmeisters
Hartmut Heinbach wurden zu Recht besonders gewürdigt.

Es waren zwei sehr unterschiedliche Gemeindeversammlungen
und es war ermutigend, Menschen zu sehen, die nicht nur die Notwendigkeit
der Maßnahmen einsehen, sondern auch mittun wollen. „Ich bin gespannt
auf die Zukunft.“ so eine Äußerung gegen Ende der Versammlung. Und
beim Verlassen der Kirche war von einer Dame aus Birlenbach im Brustton
der Überzeugung folgendes zu hören: „Ich bin sicher, dass Gott seinen
Segen nicht von Klafeld genommen hat, im Gegenteil, durch Gottes
Segen wurde uns Hartmut Heinbach geschickt, der sich um die Gemeinde
sorgt.“
Dem möchte ich nicht mehr viel hinzufügen, nur
noch so viel: Angeregt durch Vorschläge vor und während der Gemeindeversammlungen
und wie schon im Konzept im letzten Jahr vorgestellt, hat sich der
Koordinierungsausschuss entschlossen, einen Linienbusfahrdienst
einzurichten, wenn die betroffenen Predigtstätten geschlossen werden,
um gerade älteren und nicht mehr so mobilen Gemeindegliedern einen
problemlosen Gottesdienstbesuch zu ermöglichen.

Günter Gollos