50 Jahre Wenschtkirche – Rückblick und Ausblick

50 Jahre Wenschtkirche – Rückblick
und Ausblick

Der Bau des evangelischen
Gemeindezentrums Wenscht hängt aufs Engste mit der Entstehung der
Wenschtsiedlung zusammen. Zwischen 1952 und 1961 entstanden hier
1600 Wohneinheiten vor allem für die Beschäftigten der Stahlwerke
Südwestfalen, die den Bau der Siedlung denn auch kräftig förderten.
Viele „Flüchtlinge“ aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, aber
auch Einheimische und Zugereiste aus der näheren Umgebung fanden
hier ein neues Zuhause. Anfang der sechziger Jahre lebten schließlich
rund 4500 Menschen in der „Gartenstadt Wenscht“.

Die Kirchengemeinde
Klafeld sah von Anfang an die große Herausforderung, die ihr damit
gestellt war. Mit den bestehenden Gebäuden im Tal war die kirchliche
Versorgung der Siedlung kaum zu gewährleisten, zumal es zwischen
den Neubürgern und den alteingesessenen Klafeldern und Geisweidern
noch erhebliche Barrieren gab, die so leicht nicht zu überwinden
waren. Im Dezember 1953 bildete das Presbyterium deshalb einen „Ausschuss
für die Wenschtsiedlung“. Neben Pfarrer Erich Schmidt, dem die Frage
„Wie wird Siedlung zur Gemeinde?“ ein Herzensanliegen war, das er
mit großem Einsatz vorantrieb, gehörten diesem Ausschuss der Kirchmeister
Gellbach sowie die Presbyter Buchner, Dreisbach, Heider und Schepp
an. Ziel der Ausschussarbeit war die Errichtung eines evangelischen
Gemeindezentrums auf der Wenschthöhe.


Kirchturm
im Rohbau

Allerdings hatte
die Gemeinde für ein solches Vorhaben eigentlich kein Geld. An der
Talkirche liefen umfangreiche Reparatur- und Renovierungsmaßnahmen,
die nach den Kriegsjahren dringend nötig waren. Das Jugendheim in
Setzen war gerade fertig und noch nicht abbezahlt, und im 1951 geschaffenen
III. Bezirk wurde ein Pfarrhaus gebraucht. Trotzdem sah man sich
in der Pflicht, diese weitere Baumaßnahme irgendwie zu stemmen.
So beschloss das Presbyterium am 6. Februar 1954 auf Vorschlag des
Wenscht-Ausschusses, Mittel für den Grundstückserwerb bereit zu
stellen und einen Architekten mit der Planung eines Gemeindezentrums
zu beauftragen. Die Bewältigung der Kosten verursachte danach noch
manches Kopfzerbrechen, gelang aber schließlich, obwohl die Gesamtkosten
am Ende mit 508 204,62 DM fast doppelt so hoch lagen wie ursprünglich
veranschlagt. 26 % der benötigten Mittel kamen durch Spenden und
Zuschüsse zusammen, 14 % aus laufenden Mitteln der Gemeinde, 60
% mussten über Darlehen finanziert werden.


 Richtfeier
am 22.7.1956

Als der Bebauungsplan
für die Reihenhaussiedlung im Vorderen Wenscht stand, wurde noch
1954 mit dem Ankauf der benötigten Grundstücke an der oberen Ziegeleistraße
begonnen. Danach fiel am 27. Juli 1955 der endgültige Beschluss
zum Bau einer Kirche mit Gemeindezentrum. Den Entwurf erstellte
Oberbaurat Brunne aus Hemmerde, der auch die Siedlung im Vorderen
Wenscht geplant hat, die Bauleitung übernahm der Geisweider Architekt
Karl-Heinz Stutte. Am 7. November 1955 fand der erste Spatenstich
statt, und am 22. Juli 1956 erfolgte im Beisein von Superintendent
Ernst Achenbach sen. die Grundsteinlegung. Am gleichen Tag wurde
übrigens das fünfzigjährige Bestehen der Talkirche gefeiert. Obwohl
da der Rohbau schon weitgehend stand, zog sich die Fertigstellung
noch in die Länge – aus finanziellen Gründen, aber auch weil die
erreichbaren Handwerker mit dem Großprojekt Wenscht alle Hände voll
zu tun hatten. Am Heiligen Abend 1956 läuteten die Glocken im Turm
zum ersten Mal, aber erst Ende 1957 konnten die Gemeinderäume in
Betrieb genommen werden. Am 4. Advent hielt dort Pastor Schmidt,
der inzwischen selbst als Siedler in den Rehweg gezogen war, den
ersten Gottesdienst und taufte auch gleich die ersten vier Kinder.


Einholen
der Glocken am 9.12. 1956

Nun konnte es
endlich an den Ausbau der Kirche gehen. Noch bis unmittelbar vor
der Einweihung wurde daran hektisch gearbeitet. Auch das große Sgraffito
von Hermann Kuhmichel an der Chorwand – eine Stiftung des Künstlers
– entstand erst wenige Wochen vorher und löste im Presbyterium erst
einmal heftige Diskussionen aus. Aber dann, am 29. Juni 1958, war
es so weit: Bei typischem Siegerländer Sommerwetter („Bedeckt –
diesig – abends Sonne“ hielt P. Schmidt in seinem Tagebuch fest)
und im Beisein von Präses Wilm, Superintendent Achenbach, der gesamten
Lokalprominenz aus Kirche, Kommune und Stahlwerken sowie einer zahlreich
versammelten Gemeinde fand die feierliche Schlüsselübergabe statt.
Der Präses hielt eine Ansprache über Epheser 2,17-22, und Pastor
Schmidt predigte über Apostelgeschichte 15,7-12, wobei er am Beispiel
von Juden- und Heidenchristen der Apostelzeit das ungehinderte Zusammenwachsen
von „alter“ und  „neuer“ Gemeinde anmahnte.

Seitdem hat das
Gemeindezentrum Wenscht fünfzig Jahre lang treue Dienste getan.
An der Ausstattung wurde im Lauf der Jahre noch manches verbessert
(vom Einbau der Orgel 1960 bis zum Anbau einer Behinderten-Toilette
200.), aber äußerlich ist der Bau weitgehend unverändert geblieben.
Schon während der Bauzeit und erst recht danach entwickelte sich
ein reges Gemeindeleben, das dem Wagnis, dieses Haus zu bauen, im
Nachhinein recht gab: für alle Altersgruppen und viele verschiedene
Interessen fanden die Wenschter hier offene Türen, so dass wirklich,
wie erhofft, „Kirche mitten in der Siedlung“ entstand.

Heute erleben
wir andere Zeiten. Der Wandel der Bevölkerungsstruktur und der Lebensart
hat auch die Gemeindearbeit im Wenscht nicht unberührt gelassen.
Die beiden Pfarrstellen, die in der Gründerzeit der Siedlung errichtet
wurden, hat die Gemeinde inzwischen wieder verloren. Gruppen wie
die Frauenhilfe und der Kirchenchor, die das Wenschter Gemeindeleben
lange Zeit geprägt haben, mussten sich in den letzten Jahren schweren
Herzens auflösen. Wurde vor fünfzig Jahren nicht nur in unserer
Gemeinde ein Haus nach dem anderen errichtet, um mit der wachsenden
Bevölkerung und ihren Bedürfnissen Schritt zu halten, so ist heute
Rückbau angesagt, weil wir immer weniger werden und entsprechend
auch immer weniger Geld und Personal zur Verfügung steht. Der Tiefpunkt
dieser Entwicklung war am 30. September 2007 erreicht, als auf einen
Schlag vier Kirchen und Gemeindehäuser geschlossen werden mussten.

Das Gemeindezentrum
Wenscht allerdings hat dadurch noch einmal eine ganz neue Funktion
bekommen. Es ist sozusagen über die Grenzen der Siedlung hinausgewachsen,
für die es ursprünglich bestimmt war, und beherbergt jetzt die Kinder-,
Jugend- und Konfirmandenarbeit sowie besondere Gottesdienstangebote
für die ganze Gemeinde. Auch sonst hier hat mancher Gemeindekreis,
der seine bisherige Bleibe verloren hat, Zuflucht gefunden und füllt
die Räume mit Leben. Ob und wie lange es dabei bleiben wird, ist
noch nicht abzusehen. Aber wer schon mal bei einer „Guten-Abend-Kirche“
gewesen ist oder etwas von der Kinderbibelwoche in den Osterferien
mitbekommen hat, wer sieht, wie an manchen Abenden alle Räume belegt
sind und sich dadurch Gemeindeglieder begegnen, die sich sonst nie
getroffen haben, der kann durchaus den Eindruck gewinnen, dass die
Wenschtkirche mit fünfzig, trotz bröckelndem Putz, ihren zweiten
Frühling erlebt. Den sollten wir auf jeden Fall erst einmal dankbar
genießen und nutzen zum Wohl der ganzen Gemeinde. Und für die Zukunft
gilt weiterhin das alte Psalmwort: „Wenn der HERR nicht das Haus
baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.“ In diesem Sinne:
Alles
Gute und Gottes Segen zum Fünfzigsten!

Pfr.
Dr. Martin Klein


Familienfreizeit 2008


 

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Wir gehen zur
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müssten wir wissen, ob diese Zahl realistisch ist, weil wir dann
fest buchen müssen. Wenn Sie also gern mitfahren möchten oder zumindest
ernsthaft interessiert sind, sollten Sie uns das bis zum 25. November
2007 mitteilen – am einfachsten, indem Sie den Anmeldeabschnitt
unten ausfüllen und abgeben. Möglichst viele verbindliche Anmeldungen
wären uns natürlich am liebsten, aber zu wissen, wie groß der Kreis
der Interessenten ist, hilft uns auch schon weiter!

Wenn Sie Fragen haben, stehe ich Ihnen für
Auskünfte gern zur Verfügung:

Pfr. Martin Klein, Tel.: 82151, E-Mail: pastor-klein@kirche-klafeld.de.


Bitte ankreuzen:

 

Hiermit melde ich folgende Personen
zur Familienfreizeit im Ferienzentrum Zartwitz vom 27.9.
bis 4.10. 2008 verbindlich an:                   

 

Hiermit bekunde ich für folgende
Personen Interesse an der Freizeit:

Namen und Alter
zu Beginn der Freizeit:

 

Name:

Alter:

1.

 

 

2.

 

 

3.

 

 

4.

 

 

5.

 

 

 

Adresse:

Telefon:

E-Mail:

Datum:

Unterschrift:


Bericht von der Kreis-Synode

Kreissynode Siegen bildete
sich neu

Erika Sturm neues Mitglied
im Kreissynodalvorstand

Sie ist kleiner geworden, die Synode des Kirchenkreises
Siegen, die sich jetzt in der CVJM-Jugendbildungsstätte Wilgersdorf
konstituierte. Von vormals 181 stimmberechtigten Mitgliedern ist
sie auf derzeit 159 Synodale mit Stimmrecht reduziert. Insbesondere
die Vertretung der  Verbände, Werke und Referate hat der Kreissynodalvorstand
verringert, um das Gremium überschaubarer zu gestalten. Die Synode
setzt sich nach den Presbyteriumswahlen am 25. Februar neu zusammen.
Eine große Anzahl neuer Mitglieder legte denn auch zu Beginn der
Tagung ihr Gelöbnis ab.
„Der Kirchenkreis ist mehr als die als Gemeinschaft
der Gemeinden und eine Größe eigener Art“, erinnerte Superintendentin
Annette Kurschus zu Beginn mit einem Hinweis auf ein solidarisches
Miteinander aller Synodale. „Ein zusätzlicher, weiterer Blick als
der auf die eigene Gemeinde ist hier gefordert.“

Viele neue Synodenmitglieder legten
ihr Gelöbnis ab.
(Foto Karlfried Petri)

Alle vier Jahre steht die Synode im Zeichen
von Wahlen. „Im Kirchenkreis Siegen kommt ein besonderer Akzent
hinzu“, so der stellvertretende Vorsitzende des Nominierungsausschusses
Pfr. Jochen Wahl. „Am 28. November 2007 sind eine neue Kreissatzung
des Kirchenkreises Siegen und eine neue Geschäftsordnung der Kreissynode
beschlossen worden. Dadurch wurde die Fachbereichssatzung außer
Kraft gesetzt und das Ausschusswesen rekonstruiert.“ Viele neue
Ausschüsse müssen somit besetzt werden. Unter hohem zeitlichen Druck
trat der Nominierungsausschuss zu etlichen Sitzungen zusammen, um
die Vorschläge für die Ausschussbesetzungen zusammenzustellen. Über
130 Personen wurden für die unterschiedlichsten Kandidaturen im
Vorfeld der Tagung des höchsten Kirchenkreisgremiums ermittelt.
Gewählt wurden von der Synode die Delegierten für die Landessynode,
etliche Synodalbeauftragte und die Mitglieder für die Ausschüsse
für Theologie, Finanzen, Bewahrung der Schöpfung, Ehe-, Familien-
und Lebensberatung, Ev. Gymnasium, Schule, Seelsorge und Beratung,
Telefonseelsorge, den Frauenausschuss, den Ausschuss für Gemeindeentwicklung
sowie den Nominierungsausschuss. Damit sind aber noch nicht alle
Ausschüsse besetzt. Dies war zeitlich nicht zu leisten und soll
in der nächsten ordentlichen Synode erfolgen.

 

Hella
Jochum sammelt Stimmzettel ein
(Foto Karlfried Petri)

Zu wählen war auch ein neues Mitglied des
Kreissynodalvorstandes. Marlies Kring, noch für vier Jahre gewählt,
scheidet auf eigenen Wunsch aus dem Gremium aus, weil sie das Presbyterium
ihrer Kirchengemeinde verlässt. Zur Wahl stellten sich Eva Holzhauer,
Presbyterin der Kirchengemeinde Niederschelden, und Erika Sturm,
Presbyterin der Kirchengemeinde Weidenau. Mit 84 Stimmen wird Erika
Sturm als neues Mitglied des Kreissynodalvorstandes für die Restwahlzeit
von vier Jahren gewählt. Die gebührende Verabschiedung von Marlies
Kring erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. 
 

 

Erika Sturm
wurde in den Kreissynodalvorstand
gewählt.
 (Foto Karlfried Petri)


 

Antrag auf Änderung der Kirchenordnung:

Synodenstimmrecht nur für
volle Pfarrstellen

Eine engagierte Diskussion löste gegen Ende
der Kreissynode ein Antrag der Kirchengemeinde Olpe aus. Als ungerecht
empfindet es die Kirchengemeinde, dass zwei halbe Pfarrstellen auf
der Synode bei Abstimmungen doppelt so viel zählen wie eine ganze
Pfarrstelle. In der gegenwärtigen Fassung der Kirchenordnung sind
sämtliche Pfarrerinnen und Pfarrer, die eine Pfarrstelle innehaben,
stimmberechtigte Mitglieder der Kreissynode. Bei geteilten Pfarrstellen,
wenn sich beispielsweise ein Pfarrerehepaar eine Pfarrstelle teilt,
haben beide volles Stimmrecht. Dies führt zu einer stimmlichen Übergewichtung
der Gemeinden, die geteilte Pfarrstellen haben. Der Vorschlag aus
Olpe: Die Kirchenordnung möge so gefasst werden, dass die Entsendung
von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie von weiteren Abgeordneten aus
den Presbyterien ausschließlich nach Maßgabe der Gemeindegliederzahlen
erfolgt.

Mit einer solchen Regelung tat sich so mancher
Pfarrer schwer. Hätte sie doch zur Folge, dass es Pfarrer mit und
Pfarrer ohne Synodenstimmrecht gäbe. Die Synode machte sich den
Olper Antrag zu Eigen, und empfahl der Landessynode, die Kirchenordnung
entsprechend zu ändern.


 

Neues Finanzierungsmodell
für evangelische Kindergartenarbeit und hauptamtliche Jugend- und
Gemeindearbeit

Den Gemeinden wurde viel abverlangt, um in
Zukunft evangelische Kindergartenarbeit und eine hauptamtliche kirchliche
Jugend- und Gemeindearbeit auf sicherere finanzielle Füße zu stellen.
Und die Gemeinden zeigten in hohem Maße Solidarität. Mit großer
Mehrheit beschloss die Kreissynode Siegen jetzt, sowohl die evangelische
Kindergartenarbeit als auch die hauptamtliche kirchliche Jugendarbeit
im Kirchenkreis Siegen weitgehend gemeinschaftlich zu finanzieren.

Ein überzeugendes Finanzierungsmodell für
die Kindergartenarbeit und die hauptamtliche Jugend- und Gemeindearbeit
hatte Synodalassessor Hans-Werner Schmidt erarbeitet.
(Foto Karlfried Petri)

Wie kann man zukünftig die evangelische Kindergartenarbeit
verlässlich sichern und so finanzieren, dass die Kirchengemeinden
und der Kirchenkreis es verkraften können? Diese Frage beschäftigte
in den vergangenen Monaten so manchen Rechenkünstler im Kirchenkreis.
Ungezählte Vergleichstabellen und Berechnungsmodi erstellte Synodalassessor
Hans-Werner Schmidt, der die Ergebnisse des nicht einfachen Sachverhaltes
in komprimierter und verständlicher Form der Synode vorstellte.
In so manchen Ausschuss- und Gemeindesitzungen sowie in manchen
Gesprächen hatte er das Rechenwerk bereits ausführlich erläutert.
Dabei stieß er nicht nur auf Zustimmung. Befürworter wie auch Kritiker
hatten ihre Argumente, ging es doch nicht nur um Zahlen und Finanzen,
sondern auch um die selbstverantwortete Gestaltungsmöglichkeiten
der Gemeinden und damit um ein hohes Gut der reformierten Theologie.
Die Pfarrer Martin Eerenstein, Kirchengemeinde Weidenau, und Rolf
Fersterra, Kirchengemeinde Niederschelden sprachen sogar von einer
„Entmündigung“ der Gemeinden. Die deutliche Mehrheit der Synodalen
jedoch sah in dem Modell des Kreissynodalvorstandes einen angemessenen
 Vorschlag, zu dem es keine Alternative gebe.

137 Gruppen in den evangelischen Kindertagesstätten
lassen sich die Kirchengemeinden auch bei reduziertem Eigenanteil
im nächsten Jahr immer noch rund 900.000 Euro kosten. Geld, das
nicht refinanziert wird, sondern die ständig abnehmenden Haushalte
der Kirchengemeinden belastet. In den vergangenen beiden Jahren
hatten einzelne Kirchengemeinden bereits beschlossen, ihre Kindergärten
an die Kommunen abzugeben. Der Kirchenkreis leistet ab 2006 Sonderzuschüsse
in Höhe von insgesamt rund 500.000 Euro, um die Arbeit bis zum Inkrafttreten
des neuen Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) in kirchlicher Trägerschaft
zu halten. Danach werden die Rahmenbedingungen der Kindergartenarbeit
in NRW neu geregelt. Nach den bisherigen Verhandlungen im Kirchenkreis
Siegen mit den Kommunen werden die Kirchengemeinden nur 6–7% Eigenanteil
finanzieren müssen. Ein beachtenswertes Zugeständnis der heimischen
Kommunen im landeskirchlichen Vergleich, sieht doch das Gesetz einen
kirchlichen Eigenanteil von 12% vor. Das ist zwar ein ansehnliches
Zugeständnis, so die Kritiker wie Pfr. Rainer Klein aus der Kirchengemeinde
Neunkirchen, aber was nützt es, wenn der Eigenanteil die Gemeinden
immer noch erdrückt.

Künftig, so beschloss mit großer Mehrheit
die Synode, bezahlt jede Kirchengemeinde pro Gemeindeglied einen
Betrag von 2,80 Euro. Dies entspricht etwa einem Schlüssel von 2500
Gemeindegliedern pro Kindergartengruppe. Die Kirchengemeinden, die
jetzt Kindergartenarbeit vorhalten, zahlen darüber hinaus einen
Beitrag pro Gemeindeglied, der sich aus den Kosten ergibt, die durch
die Umlage von 2,80 Euro nicht gedeckt sind. Dies sind zurzeit rund
4,30 Euro. Die Gesamtsumme des kreiskirchlich aufzubringenden Trägeranteils
an Kindergartenarbeit soll nicht mehr als 7% vom Nettokirchensteueraufkommen
betragen.

Zum Erhalt der hauptamtlichen Jugendarbeit
zahlt jede Kirchengemeinde pro Gemeindeglied einen Betrag, der sich
aus der Summe der zu finanzierenden Hauptamtlichen für Jugend- und
Gemeindearbeit abzüglich öffentlicher Refinanzierung ergibt. Dies
sind zurzeit rund 4,40 Euro. Die Gesamtsumme der gemeinsam zu finanzierenden
Personalkosten hauptamtlicher Jugend- und Gemeindearbeit soll nicht
mehr als 5% vom Nettokirchensteueraufkommen betragen. Die Synode
beschloss, alle momentan im Kirchenkreis beschäftigten Hauptamtlichen
für Jugend- und Gemeindearbeit auf Ebene des Kirchenkreises anzustellen
und so in das Konzept der verlässlichen Weiterführung aufzunehmen.
Die Stellen für hauptamtliche Jugend- und Gemeindearbeit sollen
dabei gemäß Gemeindeschlüssel (zurzeit zwei Stellen bei 18.000 Gemeindegliedern)
pro Region gleichmäßig verteilt sein.

Diese Beschlusslage bringt es mit sich, dass
Gemeinden nach dieser Regelung finanziell deutlich besser dastehen
als bisher, weil sie sowohl Kindergärten betreiben, als auch hauptamtliche
Jugendarbeitende angestellt haben. Gemeinden, die weder einen Kindergarten
betreiben noch hauptamtliche Jugendarbeit, werden künftig deutlich
höhere Beiträge zu erbringen haben. Hier wird noch eine Kappung
zu beschließen sein, die die Mehreinnahmen und Mehrausgaben begrenzt.


 

Gemeindeglieder haben für
ihre Kirche etwas übrig

Freiwilliges Kirchgeld ein
voller Erfolg

21 Kirchengemeinden im Kirchenkreis Siegen
erbitten derzeit freiwilliges Kirchegeld oder wollen dies in Kürze
einführen. Pfarrer Wolfram Bensberg, Vorsitzender des Koordinierungskreises
Freiwilliges Kirchgeld, zog eine positive Bilanz zu den bisherigen
Aktionen der Gemeinden. 10 Gemeinden hatten über ihre bisherigen
Kirchgelderfahrungen Auskunft gegeben. Danach haben insgesamt 48907
Gemeindeglieder 132.270 Euro gespendet, 2,70 Euro im Durchschnitt.
Die meisten Einnahmen konnte die Kirchengemeinde Olpe mit 26.618
Euro verbuchen. Den höchsten Spendendurchschnitt erzielte die Kirchengemeinde
Burbach mit 4,36 Euro. Wolfram Bensberg: „Die Aktion ist bei allen
teilnehmenden Gemeinden ein voller Erfolg – die Gemeinden, die sich
noch nicht beteiligen, sind herzlich eingeladen, sich ebenfalls
dem Projekt freiwilliges Kirchgeld anzuschließen.“ Das freiwillige
Kirchgeld erhält bei zurückgehenden Kirchensteuereinnahmen immer
größere Bedeutung. Es gibt inzwischen Landgemeinden in anderen Kirchenkreisen,
so Bensberg, die auf dem besten Wege sind, mit ihrem Kirchgeld ihre
eigentliche Gemeindearbeit (außer Personal und Bauunterhaltung)
zu bezahlen.

Mit dem Slogan: „Freiwilliges Kirchgeld –
Für meine Kirche habe ich was übrig“ startete im vergangenen Winter
im Kirchenkreis Siegen das von der Synode beschlossene Projekt zur
Umsetzung des freiwilligen Kirchgeldes. Dazu wurde ein Koordinierungskreis
gebildet, der die Gemeinden berät und ihnen hilft, ihre individuellen
Kirchgeldaktionen zu gestalten. Das Projekt freiwilliges Kirchgeld
lebt von dem Engagement der Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen für
ihre Kirchengemeinde vor Ort.

kp


Neues von der Orgel

Neues von der Orgel!!!

Klingt die Orgel
anders, oder bilde ich mir das nur ein…? So wird sich vielleicht
manch eine/r in den letzten Wochen gefragt haben. Richtig gehört!!

Seit Jahresbeginn
sind die Mitarbeiter der Orgelbauwerkstatt Mebold in Siegen-Breitenbach
mit der Planung des Orgel-Neubaus beschäftigt. Und nicht nur das:
Es wurden bereits vier komplette und für das Klangbild der Orgel
tragende Register ausgebaut, um sie zu restaurieren, bzw. zu renovieren.
So fehlen der Orgel nun schon wesentliche Klangfarben. Im nächsten
halben Jahr wird unserem Instrument im wahrsten Sinne des Wortes
`die Puste ausgehen´. Schätzungsweise ab Spätsommer müssen wir uns
dann ganz von ihr verabschieden und uns für einige Monate musikalisch
anders behelfen. Wir hoffen, dass die neue Orgel dann im kommenden
Jahr nach Ostern in Dienst genommen werden kann.
 

Bis dahin gibt es noch viel zu tun.

In der Orgelbauwerkstatt
wird es nun zunehmend spannend: Dort werden die neuen Windladen
gebaut, die Traktur (Verbindung Taste-Tonventil) gefertigt und nach
und nach die einzelnen Register vorintoniert (Intonieren = Registern
ihre charakteristische Klangfarbe geben).Allen interessierten Gemeindgliedern
soll die Gelegenheit gegeben werden, ab Herbst die spannende Fortentwicklung
unserer Orgel in der Werkstatt selbst zu verfolgen. Hier kann man
das Innenleben der  `Königin der Instrumente´ in beeindruckender
Weise kennenlernen und zwar so, wie es nach der Fertigstellung nicht
mehr erlebbar ist. Der Orgelausschuss wird gemeinsam mit dem Presbyterium
zu gegebener Zeit informieren und zu Orgelexkursionen einladen.
Wir freuen uns über und auf Ihr Interesse!!

Andrea Stötzel
i.A.d. Orgelausschusses

Information der Gemeindeglieder

Information der Gemeindeglieder

Liebe Gemeindeglieder,

es ist mir ein
Anliegen Sie fortlaufend über die finanzielle und allgemeine Situation
zu informieren. Die Kirchengemeinde Klafeld hat zum 31.12.2007 erstmals
die Grenze von 8.000 Gemeindegliedern unterschritten. (7.987) Trotz
der vielen vorgenommenen schmerzhaften Einsparungen konnte nur durch
die Entnahme von ca. 150.000 € aus den Rücklagen der Haushalt 2007
ausgeglichen werden. Damit sind die Rücklagen, bis auf die zweckgebundenen,
komplett aufgebraucht und die Kirchengemeinde Klafeld darf im Haushaltsjahr
2008 nur noch die zur Aufrechterhaltung des Gemeindelebens dringend
notwendigen Ausgaben tätigen.

Wir sind weiterhin
und in Zukunft noch mehr auf Ihre Spenden angewiesen und werden
deshalb im Herbst auch in unsere Gemeinde im Rahmen des Kirchgeldes
um Ihre finanzielle Unterstützung bitten.

Trotz des Zuschusses
für die Überhanggruppen verbleiben bei der Kirchengemeinde für die
sechs Tageseinrichtungen für Kinder ein Betrag von über 100.000
€. Die Kirchengemeinde hofft, dass die Kreissynode im Sommer hier
eine Entscheidung mit spürbarer Entlastung fällt. Interessant in
diesem Zusammenhang ist, dass wir mit unseren gefassten Beschlüssen
in 2006, die von der Kreissynode (und damit von allen 30 Kirchengemeinden)
zu beschließende zukünftige finanzielle Sicherstellung von Tageseinrichtungen
für Kinder und hauptamtliche Jugendarbeit, bereits vorgenommen haben.

Das Presbyterium
hat bei der Landeskirche inzwischen die notwendigen Entwidmungen
der Gebäude beantragt. Wir gehen davon aus, dass sich, wie oben
beschrieben, die zwingend benötigten Einnahmen durch Verkäufe realisieren
lassen. Dabei hoffen wir Ihnen endlich bis Sommer eine Lösung, im
Sinne von altengerechtes Wohnen, auf dem Gelände des Lutherhauses
präsentieren zu können.

Liebe Gemeindeglieder,
bei allen Schwierigkeiten tut es gut zu sehen wie viele Menschen
sich in unserer Gemeinde engagieren. Bei der diesjährigen Kinderbibelwoche
haben wieder mehrere ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Urlaub genommen um eine fantastische Woche für mehr als 130 Kinder
zu gestalten. Diese vielen, neben dem Beruf in der Freizeit, erbrachten
Stunden für die Menschen in unserer Gemeinde zahlen sich durch glänzende
Augen und tiefe ehrlich gemeinte Dankbarkeit  aus. Trotzdem
aber möchte ich Sie aufrufen nach weiteren Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern zu suchen. Es sind noch drei Presbyterstellen frei.
Viele Projekte, ob „Guten-Abend-Kirche“, Kirchcafe, „Nacht der offenen
Kirche“, Konfirmandenarbeit, Kinderfest, etc. benötigen Menschen,
die mit Ihren Gaben wertvolle Arbeit für unsere Gemeinde leisten.
Aber auch kleine Dinge müssen getan werden und aus meiner Sicht
kann es doch zum Beispiel nicht sein, dass unsere Pfarrer selber
die Gemeindenachrichten eintüten und verteilen müssen. Bitte wenden
Sie sich wegen der Mitarbeit in unserer Gemeinde an unsere Pfarrerin
und Pfarrer oder sprechen Sie ein Presbyteriumsmitglied an. Auch
über Anregungen zur Verbesserung unseres Gemeindelebens würden wir
uns sehr freuen. Vielen Dank.

Hartmut Heinbach
Kirchmeister