„Segen bringen, Segen sein“

 

55. Aktion Dreikönigssingen 2013

„Segen bringen, Segen sein“

Liebe
Christen im Wenscht, in Sohlbach und Buchen,

Sie finden diese
Anrede ungewöhnlich? Es geht auch um ein ungewöhnliches Projekt!

Die Sternsinger
kommen! „Schön, da freue ich mich“ sagt der Katholik… „Na und?“
sagt der Evangele… jedenfalls in ganz Deutschland. Ganz Deutschland?
Nein! Eine kleine, feine Gemeinde (naja, streng genommen sind es
ja zwei Gemeinden) sagt geschlossen „Na klar, die Sternsinger kommen!“.

Seit vielen, vielen
Jahren kommen die (eigentlich katholischen) Sternsinger bei uns
zu allen Christen – und diese Sternsinger sind katholisch und evangelisch!
Wir als Sternsingerteam (gemischtkonfessionell) sind immer wieder
stolz darauf, dass wir Ökumene leben und mit Kindern und Jugendlichen
beider Konfessionen etwas auf die Beine stellen, um Kindern in Not
zu helfen! Diese ökumenische Zusammenarbeit ist vielleicht nicht
einzigartig, aber wir finden sie bemerkenswert!

Die Sternsinger
kommen! Wir laufen am Samstag, dem 05. Januar 2013 (und evtl. am
Sonntag, dem 06.01.2013) und bringen den Segen „20*C+M+B*13“.
Dies
bedeutet „Christus mansionem beneficat 2013“ = „Christus segnet
dieses Haus 2013“ – ein Segen, der konfessionenübergreifend für
alle Christen gültig ist – egal, ob evangelisch, katholisch, freikirchlich…
Wir alle glauben an denselben Schöpfer!

Die Sternsinger
werden am Samstag, dem 05.01.2013, 11 Uhr in einem ökumenischen
Gottesdienst in St. Marien Immaculata im Wenscht ausgesegnet – zu
diesem Gottesdienst laden wir Christen aller Konfessionen herzlich
ein!

In eigener Sache:
Leider wird der Kreis der Sternsinger in allen Gemeinden kleiner,
so auch bei uns! Das bedeutet, dass nicht alle Straßen abgelaufen
werden können. Wenn Sie den Besuch der Sternsinger unbedingt wünschen,
so tragen Sie sich bitte in der ausliegenden Liste ein (bitte mit
Anschrift und gerne Telefonnr.). Nach Möglichkeit werden die Sternsinger
dann bei Ihnen vorbeikommen.

Bei Fragen können
Sie sich auch gerne an uns wenden:

Katja Mohn: 0271 8706237
Christine Bänfer
0271 870328

 

Alt werden ist nichts für Feiglinge

Gottesdienst zum Sonntag der Diakonie:

Alt werden ist nichts für
Feiglinge

„Kaum jemand
verließ die Kirche, ohne sich aufrichtig zu bedanken oder uns für
den gelungenen Gottesdienst zu gratulieren. Selbst am Montag erreichten
mich noch dankbare und zustimmende Telefonanrufe“, so Pfarrerin
Almuth Schwichow im Nachgang zu dem besonderen Gottesdienst am 14.
Oktober in der Talkirche. Auch von den anderen Mitgliedern des Diakonie-Ausschusses
war Ähnliches zu hören: „Eine überaus positive Resonanz!“
– „Viele Besucher waren wirklich angetan, sie haben sich sehr
angesprochen gefühlt.“

Pfarrerin Almuth
Schwichow und die Mitglieder des zuständigen Fachausschusses hatten
den Gottesdienst auch sorgfältig geplant und gewissenhaft vorbereitet.
Lesungen und Gebete, Lieder und Texte, die Predigt und das Interview
– alles sollte und musste aufeinander abgestimmt sein. Schon Psalm
90 mit seinen Ausführungen zur „Zuflucht in unserer Vergänglichkeit“
und die gesammelten Gedanken der Teammitglieder zu den Stichworten
„Alt ist, wer …“, „Im Alter fürchte ich mich vor
…“ und „Im Alter freue ich mich auf …“ führten
gleich hinein in die Thematik des Gottesdienstes. Dann das interessante
Interview von Pfarrerin Schwichow mit Dr. Horst Bach. Er ist seit
kurzem Vorsitzender des Seniorenbeirates der Stadt Siegen und bezog
während der Befragung engagiert Stellung gegen gängige Formen der
Altersdiskriminierung. Kritisch beleuchtete er auch Begriffe wie
„Senioren“ oder „Ruhestand“. Dr. Bach rief die
Gottesdienstbesucher dazu auf, sich frühzeitig mit dem eigenen Älterwerden
auseinanderzusetzen und auch im Alter aktiv zu bleiben.

Gleich im Anschluss
ein weiterer Höhepunkt: Presbyter Volker Mackenbach verlas einen
Brief eines alt gewordenen Menschen an seinen Sohn bzw. an seine
Tochter. Er bittet ihn/sie um Geduld, um Rücksicht, um Verständnis,
wenn er sich verändern und vergesslich und krank und gebrechlich
werden sollte, wenn er eines Tages nicht mehr leben möchte. Ergreifende
und aufwühlende Zeilen! Es stellt sich die Frage, wie Kinder und
Eltern miteinander umgehen sollen. In der Bibel finden wir dazu
folgende bekannte Weisung: „Du sollst deinen Vater und deine
Mutter ehren, auf dass dir´s wohl ergehe und du lange lebest auf
Erden.“ Noch deutlicher wird dies im Buch Jesus Sirach ausgedrückt:
„Nimm dich deines Vaters und deiner Mutter im Alter an. Betrübe
sie ja nicht, solange sie leben. Habe Nachsicht mit ihnen, wenn
sie kindisch werden, und verachte sie ja nicht im Gefühl deiner
eigenen Kraft.“

In der Predigt
griff Pfarrerin Schwichow dann noch einmal ganz direkt das Thema
des Gottesdienstes auf, einen Ausspruch der amerikanischen Schauspielerin
Mae West: „Alt werden ist nichts für Feiglinge.“ Sie führte
aus: „Im Rückblick auf unser Leben können wir erkennen, dass
Gott uns nie im Stich gelassen hat, und daraus Mut und Tapferkeit
schöpfen, um auch dem Alter gelassen entgegenzugehen.“ In den
abschließenden Fürbitten, vorgetragen von Friedhelm Bäcker, Edith
Kunze und Volker Mackenbach, wurde besonders für die alten Menschen
gebetet. Dass ihnen Verständnis entgegengebracht wird, dass sie
Wertschätzung und Achtung erfahren, dass sie nicht unter Bevormundung
und Abhängigkeit leiden müssen. Und: „Bewahre sie vor der Sorge,
nicht mehr gebraucht zu werden, und vor der Angst, den Herausforderungen
des Lebens nicht mehr gewachsen zu sein.“ Zum Schluss eine
allgemeine Bitte: „Schenke uns allen im Angesicht des Todes
die Zuversicht, dass wir von dir angenommen und bei dir geborgen
sind bis in Ewigkeit!“

Peter-Christian Rose

 

Interview mit dem Neuen

 

Von Wolfgang  …  zu
Wolfgang

Nach einem Auswahlverfahren
und einem Gespräch mit dem Presbyterium beschloss unser Leitungsgremium
am 23. Mai 2012, Wolfgang Larbig ab 1. September als neuen Gemeindepädagogen
einzustellen. Um einen guten Übergang zu schaffen, arbeitete er
zwei Monate lang mit Wolfgang Hofheinz zusammen. In einem feierlichen
Gottesdienst am 28. Oktober wurde nun der eine verabschiedet, der
andere – Wolfgang Larbig – in sein neues Amt eingeführt.

 

Vielleicht
kannst du dich unseren Leserinnen und Lesern zunächst einmal kurz
vorstellen.

Wolfgang Larbig:
Gerne! Ich bin 48 Jahre alt und klassischer „Ruhrpottler“
– geboren in Essen und dort auch katholisch aufgewachsen. Dementsprechend
waren meine ersten Kontakte zur Kinder- und Jugendarbeit: Messdiener,
Pfadfinder, Mitarbeit im „Jugendmeßteam“. Nach Abitur
und Zivildienst absolvierte ich erst einmal einige Semester kath.
Theologie, bevor ich mich dann zum Studium der Sozialpädagogik an
der ev. Fachhochschule Bochum entschied. Nach meinem Abschluss im
Jahr 1990 als Dipl.-Sozialpädagoge war ich noch ein Jahr im katholischen
und dann – nach meinem Übertritt zur ev. Kirche – in verschiedenen
Bereichen evangelischer Kinder- und Jugendarbeit tätig.

Nenne einige
Stationen und Arbeitsschwerpunkte deines bisherigen Berufslebens.

W. L.: Neben der
„klassischen“ Gemeindejugendarbeit (Jungschar, Projekte
mit Konfirmanden, Aufbau und Begleitung von Ehrenamtlichen, Freizeiten
etc.) waren für mich die Entwicklung und Umsetzung von Ideen und
Projekten im Bereich Jugendspiritualität (Jugendgottesdienste, mobile
Jugendkirche) und der Aufbau eines Jugendcafés in einem sozialen
Brennpunkt wichtige Stationen. 2001 verschlug es mich dann ins Bremer
Umland. Dort war ich mit einer halben Stelle in einer großen Kirchengemeinde
tätig, mit den anderen 50 % als Jugendreferent auf Kirchenkreisebene.
Die letzten 3 Jahre verbrachte ich im Kirchenkreis Aachen; hier
ging es im Rahmen einer Projektstelle darum, Modelle zu entwickeln,
um Jugendarbeit auf Gemeinde-, Regional- und Kirchenkreisebene miteinander
zu verknüpfen. Alle bisherigen Stellen, die ich innehatte, waren
zeitlich befristet. Umso mehr freut es mich natürlich, dass es sich
jetzt in Klafeld um einen unbefristeten Vertrag handelt.  

Du wirst hier
in unserer Kirchengemeinde sicher die bewährte Arbeit von Wolfgang
Hofheinz fortführen wollen, aber bestimmt auch neue Akzente setzen.
Einige Ideen und Vorhaben sind mir in der Zwischenzeit schon zu
Ohren gekommen.

W. L.: Als ich
hier angefangen habe, tat ich das mit dem klaren Vorsatz, meine
Arbeit nicht mit zu starren Vorstellungen zu beginnen, sondern die
Geschichte und die Gewohnheiten der Gemeinde und vor allem auch
der Kinder und Jugendlichen kennen zu lernen und auf vorhandenen
Stärken aufzubauen. Ich bin hier auf einen großen Kreis von hoch
engagierten Ehren- und Hauptamtlichen, auf eine tolle Kinder- und
Jugendarbeit und auf ein klares und deutliches Bekenntnis zum Wert
dieser Arbeit getroffen. All dies ist für mich natürlich eine ideale
„Ausgangsbasis“. Ich werde nicht in die Fußstapfen von
Wolfgang Hofheinz treten, dafür sind diese viel zu groß. Gerne nehme
ich aber diese Spur als Orientierung für meinen eigenen Weg. Das
heißt, dass ich Bewährtes weiterführen will, wie z. B. die Kinderbibelwoche,
das Spielekarussell, die Sommerfreizeiten und die Mitwirkung in
der Konfirmandenarbeit. Daneben möchte ich natürlich gerne neue
Impulse setzen: Die erste lange Spielenacht für Jugendliche und
Erwachsene liegt gerade erfolgreich hinter uns; Jugendgottesdienste,
wie z. B. der am 14. Dezember, sind in Planung, ebenso gezielte
Schulungsangebote für Ehrenamtliche, die Teilnahme am Kirchentag
in Hamburg und vieles mehr.     

Worauf kommt
es dir in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen besonders an?

W. L.: Als ich
das beim Vorstellungsgespräch gefragt wurde, habe ich spontan geantwortet,
dass ich mich als „Berufungshelfer“ verstehe. Ich glaube,
dass es nicht so sehr meine Aufgabe ist, Angebote für, sondern mit
Kindern und Jugendlichen durchzuführen, und gemeinsam die von Gott
gegebenen Fähigkeiten, Talente und Berufungen freizulegen. Meine
Vision für eine erfolgreiche Kinder- und Jugendarbeit orientiert
sich an drei Säulen. Christuszentriert: Ich durfte immer wieder
erleben, bei mir und bei anderen, dass der Glaube für Menschen Stütze
ist, ein Fels – und zwar ein Leben lang. Diese Erfahrung möchte
ich weitergeben. Menschenzugewandt: Kinder- und gerade auch Jugendarbeit
ist Beziehungsarbeit. Ich möchte Zeit haben und mir Zeit nehmen
für persönliche Kontakte, für Einzelgespräche, für Gemeinschaft.
Ich habe oft erlebt, wie dies Menschen und Gruppen positiv verändern
kann. Mitarbeiterorientiert: Nur gemeinsam kann man eine Vision
von Kinder- und Jugendarbeit entwickeln. Gemeinsam bedeutet, gemeinsam
mit Kindern und Jugendlichen (unter Einbeziehung ihrer von Gott
gegebenen Talente und Fähigkeiten), aber auch gemeinsam mit dem
Kinder- und Jugendausschuss, dem Presbyterium und letztendlich der
gesamten Kirchengemeinde. Eine Vision, die nicht von allen mitgetragen
wird, ist zum Scheitern verurteilt!

Was waren deine
ersten Eindrücke von unserer Kirchengemeinde? Und wie bist du aufgenommen
worden, von den Kindern und Jugendlichen, von den Gremien und den
Hauptamtlichen sowie von den Gemeindegliedern?

W. L.: Mich empfing
eine ganz große Offenheit und Herzlichkeit an all diesen Stellen.
Bis jetzt habe ich eine Kirchengemeinde kennenlernen dürfen, für
die eine Schwerpunktbesetzung im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit
nicht nur auf dem Papier besteht, sondern vernetzt, offen und transparent
ist und in der es Spaß macht, sich zu engagieren.

Was wünschst
du unserer Kirchengemeinde für die nächsten Jahre?

W. L.: Neben den
Dingen, über die wir gerade gesprochen haben, auch weiterhin den
Mut, Neues auszuprobieren, die Bereitschaft zur „Fehlertoleranz“,
die Gemeinschaft der Generationen und das Vertrauen auf Gottes Wirken
und Segen.

Was machst
du in deiner Freizeit? Wie entspannst du dich von deinem Dienst?

W. L.: Etwas „geoutet“
habe ich mich ja schon mit der zurückliegenden Spielenacht. Brettspiele
sammeln, erfinden und natürlich auch selbst auszuprobieren ist eine
meiner großen Leidenschaften. Ein anderes etwas ausgefallenes Hobby
ist „gelebtes Mittelalter“. Wenn die Zeit es erlaubt,
treffe ich mich gerne mal an einem Wochenende mit Freunden in mittelalterlicher
Gewandung auf einer Burg und begebe mich auf Zeitreise (Stichwort
LARP). Daneben habe ich natürlich auch noch einige etwas gewöhnlichere
Interessen: Ich lese sehr gerne und viel, interessiere mich für
alles, was mit dem PC zu tun hat, und für Musik – aktiv und passiv.

Lieber Wolfgang,
wir wünschen dir die Kraft und den Mut, die Dinge, die du dir vorgenommen
hast, erledigen zu können. Und wir wünschen dir, dass du dabei immer
wieder spürst, dass du damit nicht allein bist, weil andere dich
unterstützen und weil Gottes guter Geist mit dabei ist! Danke für
das Gespräch.

Peter-Christian Rose

 

  

 

 

Ökumenische Nacht der Lichter

 

Ökumenische
Nacht der Lichter

Weidenau
/ Freudenberg / Geisweid.
Das ganze Jahr über fahren unzählige
Jugendliche und Erwachsene nach Taizé, diesem kleinen Dörfchen im
französischen Burgund, um ihren Glauben aufzufrischen, Menschen
aus aller Welt zu begegnen und ergreifende Gottesdienste zu feiern.
Jugendliche aus dem Pastoralverbund Hüttental-Freudenberg wollen
jetzt – wie schon in den vergangenen Jahren – ein wenig Taizé in
ihre Heimat holen, andere dazu einladen und sie für Taizé, seine
Lieder und Gottesdienste begeistern.

Am Samstag, den
15. Dezember 2012, findet dazu um 19.30 Uhr die inzwischen
schon traditionelle, ökumenische „Nacht der Lichter“ in der Kirche
St. Marien im  Wenscht
(Geisweid) statt. Nach dem Gottesdienst
besteht noch Gelegenheit zum stillen Gebet in der Kirche, zum seelsorglichen
Gespräch oder zum Empfang des Bußsakramentes. Die Teilnehmer sind
ebenso eingeladen zur lockeren, adventlichen Begegnung im Gemeindehaus.
Hier besteht auch die Möglichkeit, einen Film über Taizé anzuschauen.
Interessierte sind ganz herzlich eingeladen! – Schon jetzt weist
der Pastoralverbund darauf hin, dass die nächste Fahrt nach Taizé
geplant ist für die Zeit vom 27.07. – 04.08.2013. Informationen
und Anmeldung bei Pfr. Reinhard Lenz, Tel. 02734 / 2350.

 

Demenz geht uns alle an

 

Demenz
geht uns alle an

Die „Woche
der Diakonie 2012“ in unserem Kirchenkreis begann am 9. September
mit einem Eröffnungsgottesdienst im Jung-Stilling-Krankenhaus, sie
endete mit einem Festabend für Ehrenamtliche aus Einrichtungs- und
Gemeindediakonie. Eine der vielen Veranstaltungen fand auch bei
uns statt, und zwar am 13. September von 10 – 13 Uhr im Gemeindehaus
an der Talkirche. Das Thema: „Auf dem Weg zu einer demenzfreundlichen
Gemeinde“.

Wissen Sie, liebe
Leserinnen und Leser, wie viele Menschen in Deutschland an einer
Demenz-Erkrankung leiden? Die Antwort: 1.400.000 Personen. Über
zwei Drittel davon sind Alzheimer-Patienten. „Allein im Kreis
Siegen-Wittgenstein sind mehr als 4.000 Frauen und Männer demenziell
erkrankt“, weiß Andrea Schäfer-Bottenberg zu berichten. „Deswegen
müsste heute eigentlich die gesamte Siegerlandhalle gefüllt sein
und nicht nur der große Saal hier im Gemeindehaus!“ Sie ist
Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Siegen e. V. und zugleich
Beauftragte für Demenz und Ethik der diakonischen Altenhilfe Siegerland
(Tel.: 333-6482). Zusammen mit anderen Referentinnen und mit Oliver
Stellwag (Pflegedienstleiter der Diakonie-Station Weidenau) werden
Möglichkeiten aufgezeigt und erarbeitet, um in einer Gemeinde besser
mit Demenzkranken umzugehen.

Pfrn.
Almuth Schwichow, auch Vorsitzende unseres Diakonieausschusses,
wird als erste interviewt. Von Heike Dreisbach, die in der Ev. Bildungsarbeit
der Diakonie tätig ist. Unsere Pfarrerin berichtet über Erfahrungen
mit Demenzkranken hier vor Ort in Klafeld. Sie kennt ältere Menschen,
die sich verändert haben: „Die Demenzkranken bleiben dann plötzlich
von Gruppen oder dem Chor weg, wo sie jahrzehntelang mitgewirkt
haben.“ Sie sieht ihre Aufgabe darin, mehr mit den Angehörigen
zu reden und sie seelsorgerlich zu begleiten. Im Plenum wird festgestellt,
dass die gesamte Thematik viel mehr in den Fokus gerückt werden
muss: Wir haben die Aufgabe zu informieren, die Gemeindeglieder,
die einzelnen Kreise; wir müssen schon Kinder und Jugendliche sensibilisieren;
verschiedene Berufsgruppen, wie z. B. die im Einzelhandel, bei der
Feuerwehr und bei der Polizei, müssen besonders geschult werden.

 Aber daneben
gibt es noch andere Möglichkeiten der praktischen Umsetzung eines
„demenzfreundlichen“ Verhaltens: Wir sollten Erkrankten
mit Freundlichkeit begegnen. Sie brauchen unsere Wärme, unser Verständnis
und unsere liebevolle Annahme. Wir sollten uns für Begegnungsmöglichkeiten
starkmachen und versuchen, uns in die Gefühlswelt von Menschen mit
Demenz hineinzudenken, um zu verstehen, was in ihnen vorgeht. Wir
könnten selbst aktiv werden und Fahrdienste übernehmen. Wir sollten
nicht panisch reagieren, wenn ein Erkrankter vor der Tür steht und
nicht mehr nach Hause findet. Wir könnten einem entsprechenden Verein
beitreten und uns dort engagieren. Und wir müssen uns für Demenzkranke
einsetzen, immer und überall. Denn: Erkrankte wie ihre Angehörigen
gehören dazu, sind Teil der Gemeinde. „Sie sollen sich von
einem Netz getragen wissen, sollen Hilfe und Entlastung, Wertschätzung
und Zuneigung erfahren können.“

Auf schon bestehende
Unterstützungsangebote verweisen Ulrike von Bünau als Vertreterin
der „Atempause Hüttental“ (Entlastungsdienst für pflegende
Angehörige/Tel.: 2 35 82 42), Birgit Schmid von der Pflegeüberleitung
im Ev. Jung-Stilling-Krankenhaus (Tel.: 333-6478), Oliver Stellwag
(Diakoniestation Weidenau – die Geisweider Nummer lautet: 4 05 87
83) sowie Christl Schwarte und Dietlinde Hanefeld von der Alzheimer
Gesellschaft Siegen e. V. (Tel.: 39 05 21). „Wir helfen und
setzen uns dafür ein, dass Menschen trotz Demenz hier bei uns in
der Region ein Leben führen können, in dem sie gesellschaftlich
anerkannt und aufgehoben sind.“

Am Schluss der
hoch interessanten Veranstaltung dankte Pfrn. Almuth Schwichow allen
Mitwirkenden und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die engagierte
Mitarbeit. Heike Dreisbach wiederum fand lobende Worte für die tolle
Gastfreundschaft der Klafelder; die Mitglieder unseres Diakonieausschusses
hatten sich um den Tischschmuck und das gemeinsame Mittagessen gekümmert.

Peter
– Christian Rose