Rückblick: Jubiläum Wenscht

Nun danket alle Gott, mit Herzen, Mund und Händen

50 Jahre evangelische Wenschtkirche – mitten in der Siedlung


Evangelische Wenschtkirche Geisweid
Das evangelische Gemeindezentrum im Wenscht.
( Fotos Karlfried Petri)

Die
evangelische Wenschtkirche wird 50 Jahre alt. Am 29. Juni 1958 wurde
sie in einem festlichen Gottesdienst in Dienst gestellt. In einem
ökumenischen Festgottesdienst feierten jetzt die evangelischen und die
katholischen Christen gemeinsam dieses Jubiläum. „Kirche mitten in der
Siedlung“ sollte sie sein, die evangelische Wenschtkirche, und „Gottes
Wort für den Alltag an alle“ ausrichten, so hatte es Pfarrer Erich
Schmidt, der erste evangelische Seelsorger im Wenscht, formuliert.
In
seiner Predigt erinnerte Pfarrer Dr. Martin Klein an die Flüchtlinge,
die den Russen und Polen entkommen waren, die wiederum selbst unter den
Deutschen gelitten hätten. Die Flüchtlinge fanden hier im Wenscht ein
neues Zuhause, zunächst beargwöhnt von den Alteingesessenen. Mit Hilfe
der Stahlwerke hätten sie ihre Siedlung errichten können. Viele seien
Gott dankbar für das Behüten in schwerer Zeit. Neben dem neuen Zuhause
sei auch eine neue geistliche Gemeinschaft, eine Gemeinschaft der
Glaubenden entstanden. Klein: „Wir alle sind Kirche in der Welt. Dazu
gehört, dass wir gute Bürger und Nachbarn sind, denen ihre Mitmenschen
nicht egal sind.“
Den musikalischen Teil des Gottesdienstes
gestaltete der CVJM-Posaunenchor Setzen und ein Projektchor, der eigens
zu diesem Anlass aus ehemaligen Chormitgliedern des evangelischen und
katholischen Kirchenchores gebildet wurde. Für Landrat Paul Breuer, der
das Grußwort als Vorsitzender der Siedlergemeinschaft überbrachte, ein
Bild für die ökumenische Zusammenarbeit im Wenscht und vielleicht eine
zukunftsweisende Entwicklung. Zum Schluss sang die Festgemeinde das
Lied, das auch bei der Indienststellung des Gotteshauses gesungen
wurde: „Nun danket alle Gott, mit Herzen, Mund und Händen.“

Auf
eine kurze aber bewegte Zeit kann die evangelische Wenschtkirche
bereits zurückblicken. Drei Jahre nach dem Baubeginn der ersten
Siedlung im Obersten Wenscht, am 27. Juli 1955 beschloss das
Presbyterium der Ev.-Ref. Kirchengemeinde Klafeld den Bau einer Kirche
mit Gemeindezentrum für die Wenschtsiedlungen; am 7. November erfolgt
der erste Spatenstich an der oberen Ziegeleistraße. Am 22. Juli 1956
feierte die Kirchengemeinde Grundsteinlegung und Richtfest. Noch vor
der Indienststellung im Beisein des Präses der westfälischen
Landeskirche Ernst Wilms am 29. Juni 1958 wurde bereits am 22.12.1956
im Gemeindesaal ein erster Gottesdienst mit vier Taufen gefeiert.
Erwähnt
werden muss in diesem Zusammenhang, dass am 22. Juni 1958, am heutigen
Hans-Böckler-Platz, der erste Spatenstich für die katholische St.
Marienkirche erfolgte – und damit zugleich der Grundstein gelegt wurde
für eine lebendige Ökumene, die bis heute gepflegt wird. Der
Weltgebetstag, das Kinderfest und der Martinszug sind seit Jahrzehnten
feste Termine, die gemeinsam gefeiert werden.
Am 1. Januar 1959
wurde im Untergeschoss des Gemeindezentrums ein behelfsmäßiger
Kindergarten eingerichtet, der dort bis Ende 1966 bestand. Er wurde
abgelöst durch die Kindertagesstätte am Jasminweg, die 1964 ihre Arbeit
aufnahm.
Im Mai 1979 fand die erste Kinderbibelwoche im
Gemeindezentrum Wenscht statt. Von 1993 bis 1998 hatte die
Superintendentin Annette Kurschus die Pfarrstelle im Hilfsdienst im
Wenscht inne.
Der Kirchenchor musste am 30. Juni 2002 seine Tätigkeit mangels Mitglieder einstellen.
Seit August 2007 ist Pfarrer Dr. Martin Klein Seelsorger der evangelischen Christen im Wenscht.
Aufgrund
der prekären Finanzlage der Kirchengemeinde hat das Presbyterium ein
Haushaltssicherungskonzept mit einschneidenden Sparmaßnahmen
beschlossen, von dem auch Beschäftigte der Wenschtkirche betroffen
sind. Mit der Stilllegung des Lutherhauses und der Gemeindezentren in
Birlenbach, Sohlbach-Buchen und Setzen erhält das Gemeindezentrum
Wenscht eine neue Funktion. Es beherbergt nun die Kinder-, Jugend-, und
Konfirmandenarbeit der Kirchengemeinde sowie besondere
Gottesdienstangebote für die ganze Kirchengemeinde; etliche
Gemeindegruppen aus den stillgelegten Häusern finden hier eine neue
Bleibe.

Mit
einem ökumenischen Festgottesdienst feierte die Christen im Wenscht das
50-jährige Bestehen des evangelischen Gotteshauses. Eigens dazu wurde
ein Projektchor unter der Leitung von Rolf Becker gebildet, bestehend
aus Sängerinnen und Sängern der beiden ehemaligen evangelischen und
katholischen Kirchenchöre. Im Hintergrund das von Hermann Kuhmichel
gestaltete Wandgemälde.

Karlfried Petri

Jubiläum:
50 Jahre Wenschtkirche
 
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Grüße aus Bagamoyo

Grüße aus Bagamoyo

Im vergangenen
Sommer hat Rosemary Mwakatobe, die Leiterin der Frauengruppe in
unserer Partnergemeinde Bagamoyo, uns besucht. Manche von Ihnen
werden sich bestimmt an die Begegnungen mit ihr erinnern: im Partnerschaftsgottesdienst
am Pfingstsonntag, bei der Goldenen Konfirmation, bei der Fahrt
zum Jahresfest der Frauenhilfe oder an den fröhlichen Nachmittag
mit der Frauenhilfe in Birlenbach. Auch Frau Mwakatobe denkt gern
an ihren Besuch in Klafeld zurück. In einem ausführlichen Brief
hat sie nun die Zeit, die sie mit uns verbracht hat, Revue passieren
lassen und sich nochmals herzlich für unsere Gastfreundschaft sowie
die Spenden für die Gemeinde und das Waisenhaus bedankt. Besonders
beeindruckt war sie vom Kirchcafé nach dem Gottesdienst in der Talkirche
und von der Feier der Goldenen Konfirmation. Beides, so schreibt
sie, kennt man in Tansania nicht. Sie hat in Bagamoyo darüber berichtet
und würde sich freuen, wenn man diese Ideen dort aufgreifen würde.
Frau Mwakatobe lässt die Kirchengemeinde Klafeld und alle, die sie
im vergangenen Jahr hier kennen gelernt hat, herzlich grüßen.

Einen weiteren
Gruß erhielten wir von Mary Shelutete, der Begründerin des Aids-Waisenhauses
in Bagamoyo. Da ihr Mann als Landrat in den Norden Tansanias versetzt
worden ist, hat ein dreiköpfiges Leitungsteam, dem übrigens auch
Frau Mwakatobe angehört, ihre Aufgaben übernommen. Dennoch steht
sie weiterhin in engem Kontakt mit dem Waisenhaus und hat auf diese
Weise von der großzügigen Spende, die wir Frau Mwakatobe im vergangenen
Jahr mitgeben konnten, erfahren. Auch sie bedankt sich herzlich
für unsere Unterstützung.

Almuth Schwichow

Predigt vom 15. Juni – Festgottesdienst Wenscht

ÖKUMENISCHER GOTTESDIENST
ZUM WENSCHTER
SIEDLERFEST
UND ZUM 50-JÄHRIGEN BESTEHEN
DER EV. WENSCHTKIRCHE

Sonntag, 15.6. 2008, 9.30 Uhr, Ev. Wenschtkirche
Pfr.
Dr. Martin Klein

Thema: „Auf Adlerflügeln getragen“ (Ex 19,3b-8)

Und der Herr rief Mose vom Berg her zu:
„Das sollst du dem Haus Jakob sagen und den Israeliten verkünden:
Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan habe, wie ich euch
auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe. Jetzt
aber, wenn ihr auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet
ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein. Mir gehört
die ganze Erde, ihr aber sollt mir als ein Reich von Priestern und
als ein heiliges Volk gehören. Das sind die Worte, die du den Israeliten
mitteilen sollst. Mose ging und rief die Ältesten des Volkes zusammen.
Er legte ihnen alles vor, was der Herr ihm aufgetragen hatte. Das
ganze Volk antwortete einstimmig und erklärte: Alles, was der Herr
gesagt hat, wollen wir tun. Mose überbrachte dem Herrn die Antwort
des Volkes.

„Auf Adlerflügeln getragen“ – das ist das
Motto, unter das wir diesen Gottesdienst gestellt haben. Ich weiß
nicht, welche Gedanken und Gefühle diese Worte bei Ihnen wecken.
Mich fasziniert es einerseits, wenn ich mir vorstelle, auf dem Rücken
eines starken Vogels durch die Lüfte zu fliegen. Denn das wäre ja
fast, als könnte ich selber fliegen, als könnte ich mich unbeschwert
hinauf schwingen, allem entkommen, was mich auf dem Erdboden niederdrückt
und bedrängt und irgendwo hinfliegen, wo ich wirklich frei und ungebunden
leben kann.

Andererseits wird mir bei dem Gedanken auch
ziemlich schwindelig. Denn ich kann ja nun mal selber nicht fliegen,
sondern höchstens von weit oben runterfallen. Ich bin also völlig
darauf angewiesen, dass auf den Adler Verlass ist, der mich trägt.
Dass er mich nicht irgendwann einfach abschüttelt, weil ich ihm
zu schwer oder zu lästig bin. Und dass er mich nicht in einen Horst
irgendwo auf einer Felsnase schleppt, sondern mich an einem Ort
absetzt, von dem ich mich auf meinen zwei Beinen auch wieder wegbewegen
kann.

Noch faszinierender und Schwindel erregender
muss diese Vorstellung zu Zeiten gewesen sein, als man noch keine
Flugzeuge und Hubschrauber kannte, als es eine Rettung von oben
aus horizontal auswegloser Lage eigentlich gar nicht gab und man
sich deshalb um so mehr danach sehnte. Unsere Mythen, Märchen und
Sagen bis hin zur Fantasy-Literatur von heute sind deshalb voll
von solchen Geschickten: Dädalus und Ikarus, die sich selber Flügel
bauen, um der Gefangenschaft zu entkommen, Nils Holgersson, der
mit den Wildgänsen fliegt, Harry Potter, den der Phönix aus der
„Kammer des Schreckens“ trägt.

Auch in 2. Mose 19 wird das Bild von den Adlerflügeln
in diesem Sinne gebraucht: Immer wieder auf dem Weg von Ägypten
zum Berg Sinai hat Gott Israel aus auswegloser Lage gerettet. Als
sie alle in der Falle saßen – vor sich das Schilfmeer und hinter
sich die ägyptischen Streitwagen, da schickte er einen Wind, der
das Meer gerade lange genug zur Seite blies, um Israel trockenen
Fußes hindurch ziehen, die nachsetzenden Ägypter aber ertrinken
zu lassen. Als sie in der Wüste am verdursten waren, ließ er sie
Wasser finden; als sie Hunger litten, ließ er Manna und Wachteln
regnen. Als Räuberhorden über sie herfielen, verhalf er ihnen zum
Sieg über sie. Nun sind sie da angekommen, wo Gott sie haben wollte:
an seinem heiligen Berg, wo er einen Bund mit ihnen schließen und
ihnen seine Gebote, seine Regeln für ein Leben in Freiheit geben
will.

Ich weiß nicht, ob sich die Menschen, die
vor fünfzig Jahren bei der Einweihung dieser Kirche dabei waren,
auch in diesem Sinne „auf Adlerflügeln getragen“ gefühlt haben.
Viele von ihnen waren ebenfalls Flüchtlinge: der Rachsucht von Polen
und Russen entronnen, die selber durch Deutsche Schlimmes erlitten
hatten. Gerettet, wenn auch unter Verlust ihrer Heimat, wenn auch
nur mit dem, was sie auf dem Leib trugen. Wieder sesshaft geworden
in einem freien Land und versorgt mit Arbeit, Brot und Wohnung,
wenn auch noch in bescheidenen Verhältnissen und oft beargwöhnt
von den Alteingesessenen. Viele von ihnen waren und sind Gott in
der Tat dankbar, dass er sie bewahrt und getragen hat in diesen
schweren Zeiten – das weiß ich aus zahlreichen Gesprächen. Und diese
Kirche, wie auch ein Jahr später das katholische Pendant, war ein
Ort, wo diese Dankbarkeit zum Ausdruck kommen konnte, wo man zusammen
mit dem neuen Zuhause auch eine neue geistliche Heimat finden und
die Gemeinschaft der Glaubenden pflegen konnte.

Doch an diesem Punkt bleibt der Predigttext
nicht stehen. Auf das „ihr habt gesehen“, auf das Bild von den „Adlerflügeln“
folgt ein „jetzt aber“. Israel bekommt für die Zukunft eine besondere
Stellung zugesprochen und damit eine besondere Aufgabe zugewiesen.
Dieses Volk, das so viel mit Gott erlebt hat, soll in besonderer
Weise sein Eigentum sein: „ein Reich von Priestern und ein heiliges
Volk“, das ganz und gar zu ihm gehört und auf seiner Seite steht.

Man kann das falsch verstehen, und gerade
hier im Siegerland gab und gibt es immer wieder Menschen, die es
falsch verstanden haben. Man kann es so auffassen, dass Israel und
in seinem Gefolge die Christenheit den Auftrag bekommt, sich abzusondern,
sich zu trennen von der „bösen Welt“. Dass sie nur im Kreis der
Eingeweihten nach innerer Heiligung streben soll, losgelöst und
unbekümmert von der Gottlosigkeit rings umher. Der Künstler Hermann
Kuhmichel, dem wir auch die eindrücklichen Sgraffiti in unserer
Kirche verdanken, hat an anderer Stelle im Wenscht einen solchen
Menschen in Bronze gegossen: den „Exklusiven“, ganz in sich gekehrt,
aber auch ganz allein – und inzwischen ziemlich zugewachsen und
vergessen.

Nein, so ist es nicht gemeint. Denn es geht
im 2. Buch Mose ja noch ein Satz voran. „Mir gehört die ganze Erde“
–  das sagt Gott zuerst, bevor er bestimmte Menschen in besonderer
Weise zu seinem Eigentum erklärt. Diese Menschen sollen also die
ganze Erde vor Gott vertreten – und umgekehrt Gottes Willen vor
der ganzen Erde. So wie es eben damals die Priester in Israel taten:
sie brachten die Opfer des Volkes und damit seine Schuld vor Gott
und Gottes vergebendes, Heil schaffendes Wort zurück zum Volk –
nicht nur für die anderen, sondern auch für sich selber. So verstanden,
sind also alle Israeliten und nach ihnen auch alle Christen Priester.
Sie gehören Gott genauso wie alle Menschen, sind also nicht heilig
im Unterschied zu irgendwelchen „Normalsterblichen“, sie haben lediglich
die besondere Aufgabe, in Wort und Tat „die Botschaft von der freien
Gnade Gottes auszurichten an alles Volk“. So formuliert es evangelischerseits
die VI. These der Barmer Theologischen Erklärung von 1934. Und was
das zweite Vatikanische Konzil dreißig Jahre später über den „Apostolat
der Laien“ sagt, ist im Grunde nichts anderes.

Aber verlassen wir die Hochebene der theologischen
Erklärungen und Konzilsverlautbarungen und fragen uns dem Anlass
dieses Gottesdienstes entsprechend, was das alles denn ganz konkret
für uns hier im Wenscht bedeutet.

Erst einmal dies: Auch die ganze Wenschtsiedlung
gehört Gott: die alten Siedler und ihre jüngeren Nachkommen, die
„Ureinwohner“ und die später Gekommenen, die mit den Siegerländer
oder Wittgensteiner Wurzeln ebenso wie die mit den ostpreußischen
oder schlesischen, Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion
ebenso wie Migranten aus Kroatien, Italien oder der Türkei. Sie
alle sind Gottes Geschöpfe, sie alle sind Menschen, die er liebt.

Und zweitens das: Mitten in dieser Siedlung,
mal mehr auf dem „Hübbel“, mal mehr im Tal stehen nun seit (fast)
fünfzig Jahren zwei Kirchen, eine evangelische und eine katholische.
Ihre Aufgabe war es von Anfang an und ist es immer noch, nun auch
bewusst „Kirche mitten in der Siedlung“ zu sein. Sie sollen allen
Menschen in der Siedlung und darüber hinaus deutlich machen, wem
sie gehören und ihre ganze Existenz verdanken. Die Kirchen als Gebäude
sind dafür natürlich höchstens äußerliche Zeichen. Als solche mögen
sie wichtig, vielleicht sogar erhaltenswert sein. Aber Denkmäler
werden ja oft erst dann geschützt, wenn ihnen der Abriss droht,
weil sie keiner mehr braucht. So sollte es unseren Kirchgebäuden
nicht ergehen. Und dazu brauchen sie eine lebendige Gemeinschaft
von Menschen, die sich zu ihnen hält. „Die Kirche“, das sind nicht
nur ein paar Hauptamtliche, die als Dienstleister fungieren und
auf die man dann schimpfen kann, wenn man mit der Dienstleistung
nicht zufrieden ist, sondern das sind wir alle. Wir alle sind von
Gott in die Welt gesandt, die ihm gehört, um ihr seine Liebe zu
bezeugen. Nicht nur, indem wir ihnen sagen, dass Gott sie liebt,
sondern auch, indem wir es im täglichen Leben ganz praktisch werden
lassen. Indem wir gute Bürger und Nachbarinnen sind, denen die Nöte
ihrer Mitmenschen nicht egal sind, sondern die sich für sie einsetzen,
so gut sie können. Wenn das wieder mehr Menschen bewusst wird, wenn
wieder mehr getaufte Christen sich zu fragen beginnen, was sie denn
mit ihren Gaben tun können, um Gottes Liebe zu erwidern und sie
an ihre Nächsten weiterzugeben, dann muss uns um die Zukunft unserer
Gemeinden nicht bange sein, Dann werden wir es wieder erleben, dass
Gottes Adlerflügel uns tragen – hinaus in die Freiheit, hin zu den
Menschen, die uns brauchen, hin zu ihm selbst. Schwindlig muss uns
dabei nicht werden, denn Gott lässt und ganz bestimmt nicht fallen.
Und auf seinen Flügeln kommen wir sicher ans Ziel.

Amen.

Gemeindearbeit im Wenscht

KURZE CHRONIK DER EV. GEMEINDEARBEIT
IM WENSCHT

1.5. 1952  

Baubeginn
der ersten Siedlung im Obersten Wenscht; Pfarrer Erich
Schmidt  übernimmt die Seelsorge für die evangelischen
Siedler und siedelt 1957 ins  Wenscht um. Schon
in dieser frühen Zeit beginnt dort die Frauenhilfsarbeit
 

27.7. 1955

Das
Presbyterium der Ev.-Ref. Kirchengemeinde Klafeld beschließt
den Bau einer Kirche mit Gemeindezentrum für die Wenschtsiedlungen;
am 7.11. erfolgt der erste Spatenstich an der oberen
Ziegeleistraße
 

16.5. 1956

Erste
Jugendstunde im Wenscht; sie wird in der Folgezeit teils
haupt-, teils ehrenamtlich intensiv weitergeführt
 

22.7. 1956

Grundsteinlegung
und Richtfest
 

22.12. 1957 

Erster
Gottesdienst im Gemeindesaal mit vier Taufen
 

29.7. 1958 

Einweihung
der Kirche im Beisein von Präses Ernst Wilm
 

1.1. 1959

 Einrichtung
eines behelfsmäßigen Kindergartens im Untergeschoss
des Gemeindezentrums; er besteht bis Ende 1966
 

Aug. 1959

Gründung
des Ev. Kirchenchores Wenscht
 

21.10. 1962

Pfr.
Schmidt folgt einem Ruf nach Wülfrath; für seine beiden
Nachfolger, Pfr.  Dr. Lindner und Pfr. Leckebusch
(ab 15.1. 1963 Inhaber der neu errichteten 5. Pfarrstelle)
werden 1963 die beiden Pfarrhäuser am Kirchplatz gebaut
 

Juli 1964

Eröffnung
einer neuen Kindertagesstätte am Jasminweg
 

Okt. 1965

Mit
einer Vortragsreihe im Saalbau an der Eichenallee beginnt
eine intensive ökumenische Zusammenarbeit mit der
katholischen Pfarrgemeinde St. Marien; zu festen gemeinsamen
Terminen werden im Lauf der Jahre der Weltgebetstag
 (seit 1969), das Kinderfest und der Martinszug
(beide seit 1971).
 

Jan. 1971

Gründung
des „Wenschter Mittwochs-Clubs“.
 

Mai 1979

Erste
Kinderbibelwoche im Gemeindezentrum Wenscht.
 

26.6. –
3.7. 1983

Das
25-jährige Jubiläum der Wenschtkirche wird mit einer
großen Festwoche gefeiert.
 

1988

Einrichtung
des „Kellerfensters“ im Untergeschoss des Gemeindezentrums
als städtisch anerkanntes „Haus der teiloffenen Tür“
(TOT). Dafür wird 1994 eine halbe Jugendreferentenstelle
eingerichtet, die bis … besetzt bleibt.
 

1992

Nach
dem Weggang von Pfr. Adler wird dessen Pfarrstelle aufgehoben.
Stattdessen wird 1993 eine ständige Stelle im Hilfsdienst
eingerichtet, die bis 1998 mit Pfrn. Annette Kurschus
besetzt bleibt.
 

30.6. 2002

Der
Kirchenchor muss mangels Mitgliedern seine Arbeit einstellen.
 

1.1. 2005 

Mit
der Eingliederung der Ortsteile Sohlbach und Buchen
in die Kirchengemeinde Klafeld werden die Pfarrbezirke
neu eingeteilt. Ein Teil der Wenschtsiedlung (südöstlich
der Wenschtstraße) kommt damit zum 3. Pfarrbezirk (Pfrn.
Schwichow).
 

2006

Mit
dem Weggang von Pfr. Siemon beginnt für den Wenschtbezirk
eine mehr als einjährige Vakanz und damit eine schwierige
Zeit. Sie endet im August 2007 mit der Einführung von
Pfr. Dr. Martin Klein.
 

Juni 2006

Aufgrund
der prekären Finanzlage der Gemeinde muss das Presbyterium
ein Haushaltssicherungskonzept mit einschneidenden Sparmaßnahmen
beschließen. Auch Beschäftigte an der Wenschtkirche
sind von Kündigung betroffen.
 

Dez. 2006

Die
Wenschter Frauenhilfe löst sich auf, weil sich kein
neuer Vorstand mehr findet.
 

Okt. 2007

 Mit
der Stilllegung des Lutherhauses und der Gemeindezentren
in Birlenbach, Sohlbach-Buchen und Setzen erhält das
Gemeindezentrum Wenscht eine neue Funktion: es beherbergt
nun die Kinder-, Konfirmanden- und Jugendarbeit sowie
besondere Gottesdienstangebote für die ganze Kirchengemeinde;
etliche Gemeindegruppen aus den stillgelegten Häusern
finden hier eine neue Bleibe.

 

Den Pfarrdienst
im Wenscht versahen:

Pfr. Erich Schmidt (+)

1945/49-1962
(wohnte seit
1957 im Wenscht)
 

Pfr. Horst-Dieter Leckebusch

1962/63-1982
 

Pfr. Dr. Reinhold Lindner (+) 

1963-1969
 

Pfr. Hans-Peter Adler

1970-1992
 

Pfr. Herbert Siemon 

1983/85-2006
 

Pfrn. i. E. Annette Kurschus 

1993-1999
 

Pfrn. Almuth Schwichow

seit 2005 für den Südost-Teil
der Wenschtsiedlung zuständig
 

Pfr. Jörg Hoffmann-Petzold
und
Pfrn. Jutta Petzold 
 

2006 (Vakanzvertretung)

Pfr. Dr. Martin Klein 

seit 2007

 

Als Presbyterinnen
und Presbyter amtierten:

Alfred Neef (+)

  1956-1968

Willi Söhler (+)

  1956-1967

Ernst Lange (+)

  1958-1968

Walter Joppich (+)

  1960-1964

Hans Klein

  1960-1972

Bertold Winterhager
(+)

  1960-1967

Waltraud Heifer
(+)

  1964-1971

Günther Schneider
(+)

  1964-1968

Hans Borski (+)

  1967-1988

Horst Achenbach
(+)

  1968-1971

Karl-Friedrich Julius
(+)

  1968-1976

Gerhard Noll (+)

  1968-1980

Kurt Fröhlich

  1972-1976

Friedhelm Schäfer
(+)

  1969-1972

Heinrich Stute (+)

  1972-1980

Gertrud Jung (+)

  1972-1988

Waltraud Harth

  1972-1996

Dr. Manfred Groos

  1976-1992

Lore Schneider (+)

  1976-1992

Artur Ising

  1976-1995

Hildegard Söhler

  1980-1988

Karl-Rudolf Völker 

  1980-1988

Paul-Heinrich Groos

  seit 1984

Gerda Schuß

  1988-1994

Peter-Christian
Rose

  seit 1988

Christel Saßmann

  1992-1994

Erika Fuhr

  1992-1996

Brigitte Allamode

  1992-2006

Rosel  Joppich

  seit 1994

Hartmut Heinbach

  seit 1994

Gunda Mohr

  1996-1999

Inge Well

  1996-1999/2004

Günter Gollos

  seit 1996

   

Die Orgel spielten

(und den Chor leiteten bis 2002):

Gerhard Ungethüm (+)

1957-1973
 

Rolf Becker

1973-1996
 

André Neef

1996-2002
 

Günter Drucks

2002-2007
 

Mechthild Heide

seit 2007
 

 

Als Küsterinnen
waren tätig:

Johanna Achenbach (+)
 

1958-1968

Marianne Achenbach
 

1968-1974

Christiane Haardt 
 

1974-1991

Marianne Achenbach
 

1991-1999/2004

Susanne Drechsler,
Heike Leh,

Heidi Soose
 

1999/2001-2007

Jutta Mühlnikel
 

seit 1999/2001

Elvira Haberkorn
 

seit 2007

 

Hauptamtlich für
Jugendarbeit zuständig waren:

Dieter Lueken   

1962-1965
 

Ruth Bellmann   

1994-1995
 

Silvia Hillnhütter-Hoffmann
  

1996-2000
 

Sünje Simone Frenken
  

2000
 

Wolfgang Hofheinz
  

seit 1983,
im GZ Wenscht ansässig seit
2007


Kita An der Talkirche: Projekt

Religionspädagogisches Intensiv-Projekt in
der Kita An der Talkirche

In der Kindertagesstätte Ortsmitte gibt es
von Januar bis Juli 2008 ein besonders umfangreiches, religionspädagogisches
Angebot an Vor- und Nachmittagen. Das ist zur Zeit möglich, weil
Manuela Gerhard, ausgebildete Erzieherin und Gemeindediakonin 5
Stunden in der Woche (Entlastungskraftstunden einer Sprachfördermaßnahme)
bei uns arbeitet.

Nach Weihnachten hörten unsere Kinder Geschichten
von Jesus Christus, der viele Wunder tat und den Menschen dadurch
Gottes Liebe bezeugte. Gemeinsam staunten sie über den Fischzug
des Petrus, die Kindersegnung, die Sturmstillung, die Heilung des
blinden Bartimäus und die Lebenswende des Zöllners Zachäus. Die
Passionsgeschichte aus der Sicht des Petrus zeigte uns den Sinn
des Osterfestes.Nach der Himmelfahrts- und der Pfingstgeschichte
erlebten sie die Heilung eines Gelähmten durch den inzwischen mutigen
Jünger Petrus. Mit dem Finanzminister aus Äthiopien kommt ein Fremder
auf die Bühne, der durch den Jünger Philippus erfährt, wer Jesus
war.


 

Um die Geschichten anschaulich darzustellen,
verwendete Manuela Gerhard sog. Egli-Figuren. Das sind biblische
Erzählfiguren, die dem Aussehen der Menschen zur Zeit Jesu  nachempfunden
sind. Abläufe, Situationen und Gefühle können mit ihnen ganz besonders
ausdrucksstark in Szene gesetzt werden. Meistens haben die Kinder
selbst mit den Figuren Teile der Geschichte gespielt, was ihnen
viel Spaß gemacht hat.

Passend zu den Geschichten lernten sie etliche
Lieder, die sie lautstark zur Gitarre sangen. Jede Woche wünschten
sie sich das Lied „Ich falt´ meine Hände“, dass sie zur Verabschiedung
von Pfarrer Schäfer in der Kirche vorgesungen hatten.

Wir wünschen uns, dass unsere Kinder durch
dieses religionspädagogische Angebot etwas von der Geborgenheit
des Glaubens mitbekommen haben. Wir sind gerne eine evangelische
Einrichtung und freuen uns auch weiterhin über eine unsere religionspädagogische
Arbeit ergänzende Unterstützung.

U. Blechert