Kinderfest 2008 – Kurzbericht

„Kinder helfen Kindern“

–  dies ist das Motto,
unter dem seit 38 Jahren im Wenscht ökumenisch gefeiert wird. Sicher
ist das ökumenische Kinderfest eine Traditionsveranstaltung, aber
immer wieder neu und immer wieder spannend. So wurden auch am 10.
August die vielen ehrenamtlichen Helfer der kath. Gemeinde St. Marien
und der Ev. – Ref. Kirchengemeinde Klafeld für ihren unermüdlichen
Einsatz bei der Vorbereitung und Durchführung durch strahlende Kinderaugen
entschädigt.

Nach einem Gottesdienst
um 11 Uhr in der kath. Kirche „St. Marien“ und dem gemeinsamen Mittagessen
spielte auch das Wetter mit und es  wurde auf dem Kirchplatz
der ev. Wenschtkirche weiter gefeiert. Neben Vorführungen der Hip-Hop-Tanzgruppe
des TV Gosenbach, Kaspertheater und Auftritten des Zauberers Raselli,
standen Kistenklettern, Kinderschminken und jede Menge Bastel- und
Aktionsspiele auf dem Programm. Der Erlös aus Tombola, Kaffee und
Kuchenverkauf, zusammen mit allen anderen  Aktionen betrug
3240.- € und ist in gleichen Teilen, wie in den Vorjahren auch,
für ein von der kath. Gemeinde getragenes Projekt in Peru (Trujillo),
ein von der ev. Gemeinde mitfinanziertes Waisenhaus in Tansania
bestimmt und geht zu einem Drittel an eine in Not geratenen Familie
nach Geisweid.


Predigt vom 10. August

GOTTESDIENST FÜR DEN ZWÖLFTEN SONNTAG NACH
TRINITATIS

mit Taufe von Tim Edelmann, Chelsy Rick und
Vivien Samiev
Pfarrer Dr. Martin Klein
Talkirche, 10.8. 2008

Text: 1. Kor 3,9-15

Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid
Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. Ich nach Gottes Gnade, die mir
gegeben ist, habe den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein
anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut.
Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher
ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf den Grund baut Gold, Silber,
Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, so wird das Werk eines jeden offenbar
werden. Der Tag des Gerichts wird’s klar machen; denn mit Feuer
wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist,
wird das Feuer erweisen. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf
gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. Wird aber jemandes Werk verbrennen,
so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden,
doch so wie durchs Feuer hindurch.

Wissen Sie, warum evangelische Kirchen meistens
zugeschlossen sind? Nun, das hat unterschiedliche Gründe. Die Lutheraner
wollen nicht, dass jemand was hinausträgt; die Reformierten dagegen
fürchten, dass jemand was hineinbringt. Die einen sorgen sich um
ihre Kunstschätze, die anderen um ihre bild- und schmucklose Kargheit.

Das ist natürlich nur ein Witz. Aber einer
mit realem Hintergrund: Tatsächlich sind die meisten evangelischen,
aber auch etliche katholische Kirchen fest verschlossen, wenn nicht
gerade Gottesdienst ist. Bei einer alten Dorfkirche in Dortmund,
die ich mal besichtigen wollte, war sogar der Kirchhof mit einem
hohen Gitterzaun gesichert, und in die Fenstersimse waren Glasscherben
einbetoniert. Eine Kirche muss schon hohen Sehenswert besitzen,
wenn man sie zu bestimmten Zeiten besichtigen kann, aber auch die
sind oft eng begrenzt. Auch unsere Klafeld-Geisweider Kirchen sind
in der Regel zu.

Natürlich verstehe ich die Gründe dafür. Ich
weiß ja, wie gern auch in und um Kirchen herum geklaut, randaliert
und mutwillig zerstört wird. Entsprechend unruhig wird man, wenn,
wie jüngst in der Wenschtkirche, plötzlich irgendwelche Schlüssel
und Gegenstände verschwinden. Und man kann ja vom Küster oder Pastor
auch nicht erwarten, dass er immer parat steht, um potenziellen
Besuchern aufzuschließen. Trotzdem finde ich es schade, dass man
viele unserer Kirchen nur zu Gottesdienstzeiten betreten kann. Denn
unabhängig von ihrem Alter und ihrem kunsthistorischen Wert geben
Kirchen Zeugnis von einer Kultur, die vielen der Menschen, die heute
um sie herum leben, fremd geworden ist. Sie könnten ihnen Raum bieten,
um zur Ruhe zu kommen, an eine Geschichte anzuknüpfen, die auch
ihre ist, sich ihren Wurzeln zu nähern und so letztlich das Fundament
zu entdecken, von dem Paulus spricht: „Einen anderen Grund kann
niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“

Nun könnten Sie zwar zurecht einwenden, dass
der Glaube nicht an irgendwelchen Gebäuden aus Holz und Stein hängt.
Aber für mich sind die verschlossenen Kirchen auch nur ein Symptom
für einen tiefer liegenden Mangel, den ich an uns Christen heutzutage
wahrnehme: Wir haben über die Jahrhunderte hinweg einen großen Schatz
geerbt, nämlich das Evangelium von Jesus Christus, das allen Manschen
Heil und Leben verheißt. Aber wie unsere Kirchen halten wir auch
diesen Schatz, auf den sie hinweisen unter Verschluss – außer zu
besonderen und eng begrenzten Zeiten. Viele tun es wohl deshalb,
weil sie seinen wahren Wert nicht kennen, so dass sie gar nicht
erst auf den Gedanken kommen, dass dieser Schatz ihnen selbst oder
anderen etwas bedeuten könnte. Aber selbst diejenigen, die wissen,
wie wertvoll diese Botschaft ist, lassen die Schatztruhe zu. Vielleicht,
weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen, wenn sie anderen etwas
davon zeigen. Vielleicht, weil sie meinen, dass nur Experten – also
Theologen – damit ordentlich umgehen können. Vielleicht auch, weil
sie denken, dass die oder der es gar nicht verdient haben, diesen
Schatz zu Gesicht zu bekommen. Und so gleicht die Christenheit hier
und heute weithin einem Museum: zu bestimmten Zeiten werden sachkundige
Führungen angeboten, aber ansonsten beherbergt es Gegenstände, die
man als geschichtsbewusster Mensch zwar erhalten muss, aber im heutigen
Alltag nicht mehr gebrauchen kann. Kinder wie Tim, Chelsy und Vivien
haben so kaum eine Chance, den Glauben, auf den sie getauft sind,
kennen zu lernen und bewusst damit zu leben – obwohl wir ihnen das
doch heute versprochen haben.

Was müsste geschehen, damit sich das ändert?
Wie kann aus dem altehrwürdigen Bauwerk Kirche, das wir mit immer
weniger Erfolg gegen den Verfall sichern, wieder eine betriebsame
Baustelle werden? So eine wie die, von der Paulus im Predigttext
spricht: Wo alle mit anpacken, so dass der Bau Gottes wächst und
gedeiht? Ich finde, wir müssten dazu die Grundsätze wieder neu beachten
lernen, die Paulus aufstellt, um die Arbeit auf dem Bau Gottes zu
beschreiben. Wenn ich recht sehe, sind das vor allem zwei:

Der erste Grundsatz: Um das Fundament müssen
wir uns keine Gedankten mehr machen. Denn das Fundament ist schon
da, und es hält und trägt seit 2000 Jahren: „Einen anderen Grund
kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“
In Jesus Christus sind Gott und Mensch miteinander versöhnt, ein
für alle Mal. Das heißt: Auf dieser Basis ist Glaube überhaupt erst
möglich: ein Band des Vertrauens zwischen mir und Gott. Nur auf
dieser Basis macht es Sinn, Kinder zu taufen und ihnen Verheißungs-
und Segensworte mitzugeben. Nur auf dieser Basis können wir so etwas
wie Kirche bauen: eine Gemeinschaft von Menschen, die Gott in ihrer
Mitte hat. Es heißt aber auch: abseits von diesem Fundament müssen
wir mit unseren Bauwerken scheitern. Wenn die Kirche ihr Fundament
vergisst, wenn sie nicht mehr auf Christus baut, sondern auf ihre
Unverzichtbarkeit für das Sozialgefüge oder auf ihre Meinungsführerschaft
in Sachen Wertevermittlung oder auf ihr Auch-dabei-Sein bei allem,
was gerade „in“ ist, dann kann sie nur noch Luftschlösser bauen,
die der Wind verweht, oder Sandburgen, die von der nächsten Flut
weggespült werden. Ich habe den Eindruck, dass solche zweifelhaften
Bauwerke in letzter Zeit wie Pilze aus dem Boden schießen, während
das eigentliche Fundament der Kirche immer mehr verschütt geht.
Es wäre also an der Zeit, es endlich wieder freizulegen. Das macht
sicher mehr Mühe und weniger Eindruck, als mal eben eine schöne,
bunte Kulisse hinzustellen. Aber wenn wir wirklich eine Kirche sein
wollen, in der auch unsere Kinder noch ein geistliches Zuhause finden,
dann sollten wir diese Mühe nicht scheuen. Gott wird sie nicht unbelohnt
lassen.

Und der zweite Grundsatz: „Wir sind Gottes
Mitarbeiter“. Auf Baustellen sind Leute, die nur herumstehen und
zuschauen, nicht willkommen, denn sie bringen sich selbst in Gefahr
und sind eine Gefahr für andere. Deshalb hängt dort immer das Schild:
„Betreten der Baustelle verboten“. Auch auf Gottes Baustelle sind
bloße Zuschauer nicht gefragt. Allerdings heißt die Konsequenz dort
nicht: „Betreten verboten“ sondern „Mitmachen erwünscht“: Wer die
Baustelle betritt, der soll auch mit bauen. Denn anders als auf
einem gewöhnlichen Bau gibt es keinen, der nicht irgendetwas zum
Gelingen beitragen könnte. Da kann der eine gut reden, der andere
gut zuhören, der eine hat gute Ideen, der andere kann kräftig zupacken,
der eine kann nüchtern kalkulieren, der andere einfühlsam mit Menschen
umgehen – all diese Gaben und noch viele andere werden gebraucht.
Sicher gibt es dabei Tätigkeiten, die mehr oder weniger Gewicht
haben. Gemeinden zu gründen, wie Paulus es tat, war etwas anderes
als beim Abendmahl den Tisch zu decken. Und auch heute ist es wohl
eine größere Aufgabe, in einer Gemeinde Pfarrer oder Presbyter zu
sein als in seiner Straße den Gemeindebrief auszutragen. Trotzdem
ist es wichtig festzuhalten, dass vor Gott die großen und die kleinen
Aufgaben dasselbe Ansehen haben. Beide müssen treu erfüllt werden,
damit der Bau gedeiht. Was vor Gott mit der Größe der Aufgabe wächst,
ist nur die Größe der Verantwortung. Dazu hat Paulus mahnende Worte
zu sagen: „Ein jeder sehe zu, wie er baut, denn vor Gott wird das
Werk eines jeden offenbar werden.“ Und er rechnet damit, dass nicht
jedes Bau-Werk vor Gottes Gericht bestehen kann. Paulus nimmt also
nicht schon den guten Willen für die Tat, wie wir es bei Kirchens
so gern tun, sondern es geht ihm darum, dass jeder bei seiner Aufgabe
sein Bestes gibt. Das heißt vor allem: dass keiner das Fundament
aus den Augen verliert und jeder darauf so gut baut, wie er kann.
Und Paulus rechnet auch damit, dass die Qualität der Arbeit hier
auf Erden nicht unbedingt zu erkennen ist: da mag etwas wie Gold
glänzen und sich dann im Feuer des Gerichts doch als Heu und Stroh
entpuppen. Ich weiß also noch nicht, ob meine Arbeit als Pfarrer
vor Gott wird bestehen können. Und Sie als Eltern und Paten wissen
auch noch nicht, ob Ihnen das mit der christlichen Erziehung so
gelingt, wie Sie es heute bei der Taufe versprochen haben. Vielleicht
müssen wir zusehen, wie ein Großteil unseres Lebenswerks vor Gott
in Flammen aufgeht. Deshalb ist es mehr als ein kleiner Trost für
mich und für uns alle, dass wir selber nicht mit unserem Werk verbrennen
werden, wie Paulus sagt. Wir selber werden Gottes Gericht überstehen,
wenn auch sozusagen mit angesengten Haaren. Denn dass wir gerettet
sind für Zeit und Ewigkeit, das ist in Jesus Christus beschlossen
und besiegelt. Das ist uns allen seit unserer Taufe gültig zugesprochen.
Das ist das Fundament, das wir nicht mehr errichten müssen. Wir
sind verantwortlich für unser Tun und Lassen. Die Verantwortung
für unser Heil und Leben hat Gott auf sich genommen, weil wir sie
nicht tragen könnten. Deshalb muss uns unsere Verantwortung keine
drückende Last sein. Im Gegenteil: sie kann ein Ansporn sein, der
uns mehr erreichen lässt, als wir uns vorher zugetraut hätten. Und
auch das sagt Paulus: Gute Arbeit bekommt von Gott auch ihre Anerkennung.
Er weiß es durchaus zu schätzen, wenn wir auf seiner Baustelle mit
Eifer bei der Sache sind.

Zum Schluss eine kleine Anekdote, die uns
über das Gesagte vielleicht noch ein wenig weiter nachdenken lässt:
Drei Arbeiter an einer Dombauhütte werden nach ihrer Tätigkeit gefragt.
Der erste sagte: „Ich schleppe Steine aufs Gerüst und mauere sie
ein.“ Der zweite sagte: „Ich verdiene hier mein Geld.“ Der dritte
sagte: „Ich baue mit am Dom.“ Drei Antworten, drei Arbeitseinstellungen.
Welche wäre wohl die unsere?

Auf ein Wort…..

Immer wieder sonntags kommt
die Erinnerung  …

Kennen Sie das
auch? Sie bekommen eine Einladung und statt sich zu freuen …

O nein, nicht
schon wieder was.

Der Terminkalender
ist voll. Es entsteht die Neigung, sich nichts mehr aufdrücken zu
lassen. Und so manche schöne Feier wird nicht mehr genossen, sondern
abgearbeitet. Jeder ist froh, wenn es vorbei ist. Ruhe wird zum
kostbaren Gut, dass ich mir regelrecht erkämpfen muss. Ich glaube
allerdings, dass der Terminkalender nicht das eigentliche Problem
ist. Auch nicht, wie ich damit umgehe, ob ich z.B. auch nein sagen
kann.

Ich möchte es
einmal als die Unruhe der Seele bezeichnen. Vielen Menschen sieht
man es geradezu an, wie unruhig sie innerlich sind. Und die Menschen,
mit denen ich darüber ins Gespräch komme, bestätigen das. Es ist
ganz eigentümlich. Sie wissen von ihrer Ruhelosigkeit, können auch
belastende Faktoren in ihrem Leben als Grund dafür anführen und
doch. Sie wissen, dass es etwas ganz anderes ist. Sie wissen, dass
ihnen etwas fehlt, aber sie können es nicht greifen und vor allem
haben sie keine Lösung. Wie in einem Gefängnis sind sie in dieser
Ruhelosigkeit gefangen ohne direkt krank zu sein. Die meisten haben
mit dieser Unruhe leben gelernt, sich arrangiert. Und dennoch ist
die tiefe Sehnsucht in ihnen zu spüren, endlich sich fallen lassen
zu können, die Seele zu entspannen.

Jesus lädt uns
ein, genau das zu tun. „Kommt her, die ihr mühselig und beladen
seid, ich will euch erquicken.“ Es ist ein Wort, das er genau zu
solchen Menschen spricht. Menschen, in denen diese Sehnsucht zu
spüren ist.

Warum entziehen
sich viele dieser Einladung? Jeden Sonntag lädt die Kirche ein,
sich den Worten Gottes und den Worten Jesu zu stellen. Aber es wird
darin keine Kraft mehr vermutet. Es wird wie eine Einladung behandelt,
die man zum Glück auch ausschlagen kann.

Das ist schade.
Denn immer wieder sonntags kommt die Erinnerung.
Die Erinnerung
an einen Gott, der mich und alles andere Leben so großartig geschaffen
hat.
Die Erinnerung an Jesus Christus, in dem Gott selbst zu
uns Menschen gekommen ist.
Die Erinnerung, dass wir von Gott
geliebt werden, egal was wir getan haben.

Ich als neuer
Pfarrer in dieser Gemeinde möchte genau das weitergeben: diese frohe
Botschaft. Sonntags in den Gottesdiensten, mit den Kindern und Jugendlichen,
in den Gruppen oder zu Hause bei den Menschen, die ich besuche.
Lassen Sie sich erinnern. Mit allen in der Gemeinde engagierten
Menschen versuche ich diese Erinnerung wach zu halten und ihnen
nahe zu bringen. Nicht nur am Sonntag.

Ihr
Frank Boes

Neues aus der Gemeinde und Presbyterium

Neues aus Gemeinde und Presbyterium

von Peter – Christian Rose

  • Personalentscheidungen

In der Presbyteriumssitzung am 9. Mai im Pfarrhaus
neben der Talkirche standen neben vielen anderen Punkten auch weitere
Personalentscheidungen an. So wurden die Presbyteriumsmitglieder
für die Räte in den sechs Tageseinrichtungen für Kinder berufen,
ebenso schon eine Reihe von sachkundigen Gemeindegliedern für die
fünf Fach- und die drei beratenden Ausschüsse. So arbeiten z. B.
im Ausschuss für Kinder- und Jugendarbeit in den nächsten vier Jahren
neben Pfr. Dr. Martin Klein und den Presbyterinnen Rosel Joppich,
Ute Kwarteng und Martina Stötzel auch Sandra Uebach, Silke Wittich
und unser Gemeindepädagoge Wolfgang Hofheinz mit. Ein weiteres Beispiel:
Im Auschuss für Öffentlichkeitsarbeit fungieren neben den vier Presbyteriumsmitgliedern
Günter Gollos, Sven Irle, Peter-Christian Rose und Pfarrerin Almuth
Schwichow zusätzlich Marc Höchst, Daniel Mohr und Jutta Winchenbach.
In der nächsten Ausgabe von „Gemeinde jetzt“ können wir Ihnen nach
weiteren Berufungen sicherlich auch andere Ausschüsse vorstellen.
 

  • Veränderungen

 „Einfach unglaublich!“ Erinnern Sie
sich noch an diese Überschrift in der Ausgabe September/Oktober
2002? Mit Sicherheit nicht! Immerhin sind ja inzwischen sechs Jahre
vergangen. Ich will Sie aber nicht länger im Ungewissen lassen und
Ihnen drei Stichworte geben: Sommersammlung der Diakonie – Rekordsumme
– bestes Ergebnis in der Geschichte unserer Kirchengemeinde. Damals
kamen in den vier Klafelder Pfarrbezirken insgesamt 12.568,85 Euro
zusammen! Ein Jahr später waren es 12.441,00 €. Diese Zeiten sind
leider vorbei! Vieles hat sich in unserer Gemeinde und auch in unserer
Gesellschaft verändert. Die Zahl der Gemeindeglieder ist gesunken,
und die Spendenfreudigkeit hat insgesamt abgenommen. Noch gravierender
wirkt sich aber etwas anderes aus: Viele Sammlerinnen und Sammler
können krankheits- oder altersbedingt nicht mehr von Haus zu Haus
gehen, viele haben auch aus persönlichen Gründen mit ihrer Tätigkeit
aufgehört. Dazu Friedhelm Bäcker aus dem Fasanenweg, der die Diakonie-Sammlungen
seit Ende 2007 koordiniert: „In vielen Straßen und kleineren Bezirken
kann nicht mehr gesammelt werden, darum sind in die Kirchennachrichten
auch Überweisungsträger eingelegt worden. Vielleicht sind wir in
Kürze sogar gezwungen sein, ganz auf dieses System umzustellen.“
Dann spricht er vom vorläufigen Sammlungsergebnis: „Diesmal sind
in Klafeld 5.646,20 € gespendet worden. Hier fehlen aber noch alle
Überweisungen, diese Summe wird uns erst Ende September vom Diakonischen
Werk mitgeteilt.“ Wir danken allen, die gespendet haben, besonders
aber unseren fleißigen Sammlerinnen und Sammlern, die uneigennützig
von Tür zu Tür gehen, um für Kranke, Alte, Arme und Behinderte Geld
zu erbitten. Denn eins ist bei allen Veränderungen geblieben: Die
Zahl der Hilfsbedürftigen und Ratsuchenden in unserer Gesellschaft
ist unverändert hoch!

  • Urlaubszeit

Für eine Presbyterin oder einen Presbyter
ist es immer wieder interessant, wenn er einmal über „den Tellerrand
schauen“ und an einem Gottesdienst in einer anderen Kirche teilnehmen
kann. An den meisten Sonntagen ist dies nicht möglich, dafür aber
in der Urlaubszeit. Und so freue ich mich jedes Jahr, Gottesdienste
in Westerland, Keitum oder Morsum besuchen zu können. Besonders
gern gehen wir, meine Frau und ich, in die Morsumer Kirche. Hier
betreut der in seiner Gemeinde außerordentlich beliebte Pastor Ekkehard
Schulz seit 1996 Einheimische, Zweitwohnungsbesitzer und Urlauber.
In dem kleinen, aber feinen Gotteshaus St. Martin hat er auch schon
so manchen Prominenten begrüßen können. Die Kirche ist ein wirkliches
Kleinod auf Sylt! Statt des üblichen Turms steht ihr ein hölzerner
Glockenstapel zur Seite. Armut zwang dereinst die Gemeinde von Fischern,
Seeleuten und Bauern, die Größe des Kirchenbaus auf ein Mindestmaß
zu beschränken und auf einen Kirchturm ganz zu verzichten. Dafür
kann St. Martin mit anderen Pfunden wuchern: Das Gotteshaus wurde
vermutlich schon im 12. Jahrhundert aus Granitquadern und Findlingen
erbaut und ist somit mit Abstand die älteste Kirche auf der Insel.
Dazu kommen das Taufbecken aus dem 9. Jahrhundert, die barocke Kanzel
und der spätgotische Flügelaltar. Pastor Ekkehard Schulz ist der
26. Pfarrer in Morsum, auf Holztafeln an einer Wand im Innenraum
der Kirche stehen sie Namen seiner Vorgänger und wichtige, dazugehörende
Daten. Energie speist der Pfarrer aus stiller Einkehr und aus Spaziergängen,
bei denen er „die befreiende Wirkung des weiten Himmels und der
elementaren Kraft des Meeres“ genießt. Am 6. Juli begrüßt er gut
80 Gottesdienstbesucher. Es ist eine bunt zusammengewürfelte Schar:
Familien mit Kindern, einige Konfirmanden, junge Leute mit langen
Rastalocken, Einheimische und Urlauber in legerer Kleidung und auch
in feinem Zwirn. Ekkehard Schulz – 43 Jahre alt, sympatisch und
freundlich, mit Kurzhaarschnitt und lauter Stimme – spricht über
die Unzufriedenheit der Israeliten (2. Mose 16) und über unsere
Unzufriedenheit. Beim anschließenden Abendmahl gibt es Rotwein und
Oblaten. Ungewohnt für einen Reformierten die lutherische Liturgie.
Abgekündigt werden auch die über 70 Jahre alten Gemeindeglieder,
die in der letzten Woche Geburtstag hatten. Sie sind anwesend, ebenso
die Trauernden und das Paar, das vor wenigen Tagen hier getraut
wurde. Und auch der am Samstag am Strand (bei Regen) getaufte Junge
mit seiner Familie nimmt am Gottesdienst teil! Am Ausgang nehme
ich mir den ausliegenden Gemeindebrief für die Monate Juni und Juli
mit. Auf der Titelseite ein Farbfoto zum Thema „Aufatmen, dem Alltagsdruck
entspringen“.

  • Glückwunsch

21 Fachwirtinnen für Erziehungswesen nahmen
im Juli ihre Zertifikate über die abgeschlossene Weiterbildung entgegen.
Darunter auch zwei Erzieherinnen aus unserer Kirchengemeinde: Katrin
Osterburg (Kindergarten Setzen) und Petra Roth (Kindertagesstätte
Jasminweg). Superintendentin Annette Kurschus, Beate Helbers, Leiterin
des Referates für Kindertagesstätten im Kirchenkreis Siegen, und
Reinhard Taubert, Lehrgangsleiter der Kolping Bildungszentren gGmbH
gratulierten zu bestandenen Prüfung. Auch wir freuen uns und sagen:
Herzlichen Glückwunsch! Die Erzieherinnen hatten sich ein Jahr lang
in 252 Unterrichtsstunden im Plenum, in Kleingruppen und in Einzelarbeit
berufsbegleitend zu Führungskräften im Sozial- und Gesundheitswesen
ausbilden lassen. In Seminaren lernten die Lehrgangsteilnehmerinnen,
Betriebsabläufe zu analysieren und zu beeinflussen, Mitarbeitende
zu führen und die Ziele von sozialen Einrichtungen mit verwaltungstechnischen
Überlegungen in Einklang zu bringen. Ein weiterer Schwerpunkt lag
in der Entwicklung der persönlichen Führungsqualifikation. Es war
übrigens der erste Kurs dieser Art im Kreis Siegen-Wittgenstein.

  • Geburtstag

Sie ist halb so alt wie ihre große Schwester
unten im Tal, jetzt konnte sie ihren 50. Geburtstag feiern: die
Kirche hoch oben im Wenscht. Am 7. November 1955 erfolgte der erste
Spatenstich, am 22 Juli des nächsten Jahres konnten die Grundsteinlegung
und das Richtfest gefeiert werden. Noch vor der Indienststellung
im Beisein von Präses Ernst Wilms am 29. Juni 1958 wurde bereits
am 22. Dezember 1956 im Gemeindesaal ein erster Gottesdienst mit
vier Taufen abgehalten. Am 1. Januar 1959 wurde im Untergeschoss
ein behelfsmäßiger Kindergarten eingerichtet, der dort bis Ende
1966 bestand. Er wurde abgelöst durch die Kindertagesstätte im Jasminweg,
die 1964 ihre Arbeit aufnahm. „Kirche mitten in der Siedlung“ sollte
sie sein, die evangelische Wenschtkirche, und „Gottes Wort für den
Alltag an alle“ ausrichten, so hatte es Pfarrer Erich Schmidt, der
erste Seelsorger im ehemaligen Neubaugebiet, damals formuliert.
Und sie wurde zu einem Anlaufpunkt für Jung und Alt, für Einheimische
und Flüchtlinge, zu einem geistlichen Zuhause für viele Kreise,
Gruppen und Chöre, und mit der Kirche St. Marien von Anfang an zu
einem Mittelpunkt gelebter Ökumene. Nach der Stilllegung des Lutherhauses
und der Kirchen in Birlenbach, Setzen und Sohlbach beherbergt das
Gemeindezentrum nun die Kinder-, Jugend- und Konfirmandenarbeit
sowie besondere Gottesdienstangebote für die ganze Kirchengemeinde.

Gefeiert wurde der 50. Geburtstag der Wenschtkirche
natürlich auch, freilich nicht so ausgiebig wie das 100. Jubiläum
der Talkirche im Jahr 2006. Am 11. Juni kam man im großen Saal zusammen,
um vor allem Rückschau zu halten, Rückschau auf die Anfänge in den
50-er Jahren, auf den 25. Geburtstag im Jahr 1983 und auf die Begebenheiten
der letzten zweieinhalb Jahrzehnte. Viele Gemeindeglieder und Gäste
waren unserer Einladung gefolgt. So konnte Pfr. Dr. Martin Klein,
selbst erst seit einem Jahr Wenschter, neben Superintendentin Annette
Kurschus sowohl Ulrike Weber als auch Katharina Pokrzywa vom Seelsorgeteam
St. Joseph/St. Marien begrüßen. Besonderen Beifall erhielten Ingrid
Redieske, erste Kindergartenleiterin, der ehemalige Organist Günter
Drucks und die ehemaligen Presbyterinnen und Presbyter Hans Klein,
Waltraud Harth, Artur Ising, Brigitte Allamode, Erika Fuhr, Gunda
Mohr und Hildegard Söhler, die eigens aus Kaiserslautern angereist
war.

Sie berichtete als Zeitzeugin, quasi als „Frau der ersten Stunde“,
von den damaligen Ereignissen, von den Bibelstunden in der Schule,
von den Anfängen des Kindergottesdienstes, von den Jugendgruppen,
von der Gründung des Kirchenchores und vom Wirken des Mütterkreises
und der Frauenhilfe. Eine wunderschöne Diaschau mit vielen, vielen
Bildern ließ die Geschichte noch einmal lebendig werden, auch die
der zweiten 25 Jahre bis hin zur Kinderbibelwoche 2008. Zusätzlich
wurden unzählige Fotos und auch ganze Alben herumgereicht. Es gab
genügend Zeit für Gespräche und auch Zeit, zuzuhören, denn Pfarrer
Martin Klein am Klavier sang zwischendurch verschiedene Hits aus
den 50er und 60er Jahren und sorgte auch bisweilen für tolle Hintergrundmusik.

Vier Tage nach dem Gemeindeabend, also am
15. Juni, fand in der Wenschtkirche dann ein ökumenischer Festgottesdienst
statt, diesmal gleichzeitig Gottesdienst zum Siedlerfest. In seiner
Predigt erinnerte Pfarrer Klein an die Flüchtlinge, die den Russen
und Polen entkommen waren, die wiederum selbst unter den Deutschen
gelitten hätten. Die Flüchtlinge fanden in Geisweid Arbeit und im
Wenscht ein neues Zuhause, zunächst beargwöhnt von den Alteingesessenen.
Viele seien Gott dankbar für das Behüten in schwerer Zeit. Neben
dem neuen Zuhause sei auch eine geistliche Gemeinschaft, eine Gemeinschaft
der Glaubenden, entstanden. „Wir alle sind Kirche in der Welt. Dazu
gehört, dass wir gute Bürger und Nachbarn sind, denen ihre Mitmenschen
nicht egal sind.“ Den musikalischen Teil des Gottesdienstes gestaltete
der CVJM-Posaunenchor Setzen und ein Projektchor, der von Rolf Becker
eigens zu diesem Anlass aus ehemaligen Mitgliedern des evangelischen
und des katholischen Kirchenchores gebildet worden war.

Für Landrat
Paul Breuer, der das Grußwort als Vorsitzender der Siedlergemeinschaft
sprach, ein Bild für die ökumenische Zusammenarbeit im Wenscht und
vielleicht auch eine zukunftsweisende Entwicklung. Martina Geitzhaus
und Christine Bänfer überbrachten kleine Geschenke und zusammen
mit Pfr. Karl-Hans Köhle ganz herzliche Glück- und Segenswünsche
vom Pfarrgemeinderat unserer katholischen Schwestergemeinde St.
Marien. Zum Schluss sang die Festgemeinde das Lied, das auch bei
der Indienststellung der Kirche gesungen worden war: „Nun danket
alle Gott, mit Herzen, Mund und Händen.“  

  • Internet

Die Homepage unserer Kirchengemeinde ist sehr
informativ, interessant aufgemacht und – dank Günter Gollos, von
mir oft „Mr. Internet“ genannt – stets aktuell. Lob und Anerkennung
kommt von allen Seiten, von vielen Gemeindegliedern und auch von
auswärts, so vor kurzem aus Herborn, Witten und Westerland auf Sylt.
Man findet Informationen über Gottesdienste und Veranstaltungen,
über Angebote für Kinder, Jugendliche und Senioren. Es gibt die
Rubriken „Personalien“, „Konzeption“ und Predigten“, außerdem viele
Links. Mühelos kann man sich in Wort und Bild einen Einblick in
das Gemeindeleben verschaffen. Viele Chöre, Gruppen und Kreise haben
schon eine eigene Seite, wo sie sich vorstellen und über sich berichten.
So zum Beispiel der Kirchenchor, der Ausschuss für Ökumene und Weltmission,
die Frauen-Gymnastik-Gruppe, der Ausschuss zur Bewahrung der Schöpfung,
der Gemischte Chor Birlenbach, der Frauentreff im Wenscht, das Kellerfenster
und die Kindertagesstätte „Ortsmitte“, nur um einige zu nennen.
Schön wäre es, wenn alle Gruppierungen, alle Ausschüsse und alle
Tageseinrichtungen für Kinder im Internet vertreten wären! Dann
wäre unsere Homepage noch umfangreicher, noch informativer und noch
interessanter. Also: Nur Mut! Unser „Mr. Internet” wird mit Sicherheit
behilflich sein.

  • Spendeneingänge

Auch in dieser Ausgabe von „Gemeinde jetzt“
wollen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, wieder ausführlich über
alle Spendeneingänge in den letzten Wochen und Monaten informieren.
Darauf legen übrigens immer mehr Gemeindeglieder großen Wert. Und
wir meinen: zu Recht! Denn jeder, der spendet, möchte wissen, wie
viel Geld zusammengekommen ist und wofür es im Einzelnen verwendet
wird. Für das Projekt „Konfirmandenarbeit“ (Mai/Juni) sind weitere
441,05 € bei uns eingegangen, so dass der Spendenstand zur Zeit
bei 1.021,36 € liegt. Für das Projekt „Kindergartenarbeit“ (Juli/August),
das 87. Projekt seiner Art, konnten wir in den ersten 29 Tagen 160,00
€ auf der Habenseite verbuchen. Beim Festgottesdienst „50 Jahre
Wenschtkirche“, gleichzeitig ökumenischer Gottesdienst zum Siedlerfest,
am 15 Juni betrug die Kollekte 744,61 €. Davon gehen 50 % in unsere
Partnergemeinde Bagamoyo (Tansania), die andere Hälfte haben unsere
Mitchristen in St. Marien für das Gemeindeaufbauprojekt Ndjeka (Demokratische
Republik Kongo) vorgesehen. Am Tag der Schöpfung am 22. Juni kamen
465,46 € zusammen. Sie kommen „Brot für die Welt“ und hier auf direktem
Wege dem „Sonnenblumenhaus“ in Kolumbien zugute. Dazu an anderer
Stelle mehr. Last not least können wir einen Betrag von 1.352,97
€ vermelden. Er kam in den Gottesdiensten im Monat Juni zusammen
und ist als „kleines Taschengeld“ für die Praktikantinnen und Praktikanten
in unseren Kindergärten und Kindertagesstätten bestimmt, die dort
ein Jahr lang unentgeltlich Dienst tun und die überaus gute Arbeit
unserer Erzieherinnen unterstützen. Wir bedanken uns ganz herzlich
für alle Spenden und Kollekten, für jeden Euro und jeden Cent!

  • Sonnenblumenhaus

Wussten Sie, dass die Sonne 150 Millionen
km von der Erde entfernt ist? Dass ihr Licht über acht Minuten braucht,
um zu uns zu gelangen? Dass ihr Durchmesser 109 mal so lang ist
wie der der Erde? Dass sie 300.000 mal mehr wiegt als unser Planet?
Dass die Temperatur auf der Sonnenoberfläche 5.512 ° C beträgt?
All diese unvorstellbar großen Zahlen, all diese Fakten und noch
viel mehr bekamen die Gottesdienstbesucher am 22. Juni zu hören,
als „Herr Sonnenstrahl“ von einem „Reporter“ interviewt wurde: Unsere
Kirchengemeinde feierte zum 7. Mal den „Tag der Schöpfung“, und
die Ausschussmitglieder um Barbara Leidel hatten wieder ein interessantes
Gottesdienstprogramm zusammengestellt. Nach den Themen „Bäume“,
„Eine Hand voll Erde“, „Das Wasser als Lebensquell“ und „Gott gab
uns Atem, damit wir leben“ drehte sich diesmal alles um den Bereich
„Sonne, Feuer, Licht und Leben – alles Gottes Geschenke an uns“.
Die Lesung, alle Texte, die Lieder der Gemeinde und des Gemischten
Chores Birlenbach unter der Leitung von Ingo Gieseler, alle Gebete
und natürlich auch die Predigt behandelten dieses Thema und vertieften
es. Auch die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte „Ortsmitte“
trugen zum Gelingen des Gottesdienstes bei. Sie brachten selbst
gemalte Bilder mit und sangen „Danke, danke, liebe Sonne, für die
Wärme, für das Licht …“. Ja, wir haben Gott zu danken für die
schöne Schöpfung und für die Sonne, ohne die es auf der Erde keinerlei
Leben gäbe. „Wenn sie ausfiele, hätten wir schon nach 24 Stunden
minus 15 ° C, nach drei Tagen minus 40 Grad und nach fünf Tagen
gar minus 80 Grad!“ Diesen Gedanken griff Pfarrer Dr. Martin Klein
in seiner Predigt auf. Er erinnerte zunächst an die letzte totale
Sonnenfinsternis in Mitteleuropa am 11. August 1999: „Für einen
Moment konnte man erahnen, wie das wäre, wenn es die Sonne nicht
mehr geben würde. Die Erde wäre finster, kalt und tot. Es gäbe weder
Licht noch Wärme noch Leben, und uns alle gäbe es dementsprechend
auch nicht.“ Im weiteren Verlauf der Predigt führte er aus, dass
die Sonne ein gutes Bild für Gott sei. „Wie der Sonne verdanken
wir ihm alles, was wir sind und haben. Wie die Sonne für Wärme,
Licht und Orientierung sorgt, macht er es hell in unseren Herzen
und gibt unserem Leben Halt und Sinn. Wie bei der Sonne wäre es
aber auch gefährlich, Gott direkt ins Gesicht zu schauen oder ihm
zu nahe zu treten. Und was besonders wichtig ist: Wie die Sonne
wirkt Gott auch dann, wenn wir ihn nicht sehen und nichts von ihm
spüren können.“ Wie gut passte hier das Lied „Gottes Liebe ist wie
die Sonne, sie ist immer und überall da …“. Diese Liebe sollen
wir weitergeben an Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens
stehen. So wurde die Kollekte am Ausgang diesmal für das Projekt
„Sonnenblumenhaus“ in Kolumbien gesammelt. Dort werden arme und
vertriebene Flüchtlingskinder betreut und in vielerlei Hinsicht
gefördert. Aber auch die Gottesdienstbesucher gingen nicht leer
aus: Passend zur Kollekte bekam jeder eine 30 – 40 cm große Sonnenblume
für den Garten, liebevoll aufgezogen, umgetopft und gehegt von Presbyterin
Marga Kölsch. Der Sonntagmorgen klang aus mit einem gemeinsamen
Mittagessen auf der Wiese neben der Kirche. Übrigens bei herrlichem
Sonnenschein, die Plätze unter den schattigen Bäumen waren heiß
begehrt! Eine kleine Ausstellung informierte über die Nutzung der
Sonnenenergie, über Solarwärme und Photovoltaik und über dringend
erforderliche Energiesparmaßnahmen. Jede und jeder von uns kann
und sollte hier tätig werden und mitmachen!

  • Schulbeginn

Das neue Schuljahr hat am 1. August begonnen,
der Unterricht freilich erst zehn Tage später. Schulgottesdienste
für die I-Männchen fanden in Setzen, in der Talkirche, in Birlenbach
und in der Wenschtkirche statt. Danach begann er, der „Ernst des
Lebens“. Viele Mädchen und Jungen konnten den ersten Schultag gar
nicht erwarten, der gepackte Ranzen und die Schultüte standen und
lagen schon lange bereit. Viele Kinder sahen dem ersten Tag in einer
doch völlig neuen Umgebung und mit einigen fremden Gesichtern aber
mit durchaus gemischten Gefühlen oder gar Angst entgegen. Nicht
anders wird es den Schülerinnen und Schülern ergangen sein, für
die der Wechsel zu einer weiterführenden Schule anstand. Wir wünschen
allen Mädchen und Jungen viel Freude und Erfolg beim Lernen. Wir
wünschen ihnen engagierte Lehrkräfte, und letztlich wünschen wir
ihnen erziehende Eltern, damit die Schule ihrem eigentlichen Auftrag,
für die Bildung der Kinder und Jugendlichen zu sorgen, uneingeschränkt
nachkommen kann.

  • Jubiläumsjahr

Im nächsten Jahr begeht unsere katholische
Schwestergemeinde St Marien ihr 50-jähriges Gemeindejubiläum. Die
Mitglieder des Pfarrgemeinderates planen, das Jubiläumsjahr mit
mehreren Feierlichkeiten und Veranstaltungen zu begehen. Alle Aktivitäten
sollen dabei unter ein Motto gestellt werden. Das Jubiläum wird
bereits in diesem Jahr mit einer Gemeindeversammlung am 26. Oktober
eingeläutet.

Geplant ist u. a. eine Bilderausstellung mit Fotos
aus 50 Jahren St. Marien. Auch soll wieder eine Festschrift erstellt
werden. Höhepunkt aller Feierlichkeiten wird ein Festgottesdienst
am 25. Oktober 2009 mit anschließendem Fest. Am 26. Oktober 1958
hatte die Grundsteinlegung durch Prälat Baumjohann stattgefunden.
Am 25. Oktober des nächsten Jahres folgte die Einweihung des Gotteshauses
am Hans-Böckler-Platz durch Erzbischof Jäger aus Paderborn. Wir
wünschen unseren katholischen Mitchristen, mit denen wir von Anfang
an eng verbunden sind, ein gesegnetes Jubiläumsjahr, gelungene und
lebendige Veranstaltungen und viel Freude beim Feiern, denn dazu
hat man  nach fünfzig Jahren allen Grund! Außerdem gehören
Feiern zu einem gesunden und regen Gemeindeleben mit dazu!

Kurz notiert

 

  • 3 Monate
    gibt es den Kirchenladen in der Kölner Straße in Siegen, und
    schon konnte der 10. Wiedereintritt in die Ev. Kirche vermeldet
    werden.
     
  • Das Team
    „Weihnachtsmarkt“ arbeitet seit 3. Juni auf vollen Touren.
     
  • Pfarrer i.
    R. Burkhard Schäfer war während der Sommerferien 2 Wochen lang
    als Insel-Seelsorger auf Baltrum tätig.
     
  • Fast ausschließlich
    aus eigener Kraft und mit Unterstützung einiger weniger Firmen
    hat das Ev. Gymnasium in Weidenau im Rahmen seines Projektes
    „Evau baut Zukunft“ bislang die beeindruckende Summe von rund
    180.000 Euro gesammelt.
     
  • Drei Mitarbeiter
    der Firma Mebold aus Siegen-Breitenbach informierten das Presbyterium
    am 23. Juni über den Stand der Arbeiten an der neuen Orgel in
    der Talkirche.
     
  • Der Kreissynodalvorstand
    (KSV) hat die Fortschreibung des Haushaltssicherungskonzeptes
    unserer Kirchengemeinde genehmigt.
     
  • Am 12. und
    13. September unternimmt der Frauentreff im Wenscht einen Ausflug
    nach Münster.
     
  • Im Jahr 2006
    wechselten insgesamt 4.322 Protestanten zur Katholischen Kirche;
    gleichzeitig zählte die Evangelische Kirche 9.178 Ex-Katholiken
    zu ihren neuen Mitgliedern.
     
  • Claudia Wahl
    heißt die neue Jugendreferentin der Kirchengemeinde Weidenau;
    die 26-Jährige wurde mit einem Stellenanteil von 50% zunächst
    für fünf Jahre eingestellt.
     
  • Das nächste
    Treffen unseres Presbyteriums mit den Pfarrgemeinderäten von
    St. Joseph und St. Marien findet am 19. September statt.
     
  • „Der Glaube
    spielt neben den Menschen in meinem engsten Umfeld die wichtigste
    Rolle in meinem Leben“ (Jürgen Klopp, neuer Trainer von Borussia
    Dortmund).
     
  • Ein neuer
    Pilgerweg bietet sich für Touristen in Israel an: der Jesus-Pfad,
    er ist 65 km lang und führt von Nazareth bis zu dem Berg, an
    dem Jesus seine berühmteste Predigt – die Bergpredigt – gehalten
    haben soll.
     
  • Im Jahr 2009
    wird des 500. Geburtstags von Johannes Calvin gedacht, dazu
    findet in Siegen vom 19. bis 21 Juni ein Kreiskirchentag statt.