Nachruf Herbert Solms

 

„Wir danken ihm für alles!“

Die
Ev.-Ref. Kirchengemeinde Klafeld trauert um Herbert Solms – zusammen
mit seiner Ehefrau, seiner Familie, allen Freunden, Bekannten, Nachbarn,
allen Kameraden bei der Feuerwehr, allen Mitgliedern der Waldgenossenschaft
und der Jagdgenossenschaft in Obersetzen. Herbert Solms verstarb
am 29. März im Alter von 70 Jahren nach schwerer Krankheit.

Am 6. März 1988
wurde er in einem feierlichen Gottesdienst in Setzen von Pfarrer
Albert Fricke in das Presbyteramt eingeführt. Sogleich entschied
er sich, im Bauausschuss unserer Kirchengemeinde mitzuarbeiten.
Und wie er das tat! Herbert Solms war nicht ein Mann der großen
Worte; wenn er gerufen wurde, kam er sofort und packte an.

1996 übernahm
er von Wolfgang Strohmann das Amt des Baukirchmeisters. Ein schwieriges
Amt und überaus zeitaufwändig, mussten doch insgesamt 20 Gebäude
unterhalten werden. Dazu die Außenanlagen. Herbert Solms war sich
der großen Verantwortung bewusst, als er am 12. Juni die erste Sitzung
des Bauausschusses leitete. Wichtig war ihm von Anfang an eine gute
Zusammenarbeit in „seinem“ Gremium. Anfang 2005 gründete
er mit Helmut Setzer und Paul-Heinrich Groos das Bauteam unserer
Kirchengemeinde: Es wurden unzählige Einsätze gefahren mit vielen
hundert Arbeitsstunden, um all die vielen „Klüngelarbeiten“
zu erledigen, und es wurden viele Gelder eingespart.

Herbert Solms
war kompetent, umsichtig und sehr fleißig, sein Engagement kann
man ohne Übertreibung als riesig und beispielhaft bezeichnen. Wenn
man alles auflisten wollte, was er für unsere Kirchengemeinde geleistet
hat, würde dies sicherlich mehrere Bücher füllen. Vormittags war
er zu Hause nie zu erreichen: Hier die Brandschau in den Kindergärten,
dort musste ein Geländer befestigt werden, hier wartete ein Raum
auf einen neuen Anstrich, dort wurden zwei Bäume gefällt. Zwischendurch
noch schnell ins Pfarrhaus, dort ließen sich die Kellerfenster nicht
mehr verriegeln. Mit dem Trecker fuhr er das Streusalz aus und holte
die Weihnachtsbäume. Eng und vertrauensvoll arbeitete Herbert Solms
mit Kurt Völker und den „guten Geistern“ vom Gemeindebüro
zusammen. Sie können, wie auch alle anderen ehrenamtlich tätigen
„Mitstreiter“, nur Positives von ihm berichten.

„Auch nach
seinem Ausscheiden als Presbyter (im Jahr 2008) war er stets ansprechbar
und hilfsbereit“, so Pfarrer Frank Boes in der Traueranzeige
des Presbyteriums. „Mit ihm verlieren wir eine gute Seele der
Gemeinde. Seine Liebe zu den Menschen, seine Ruhe und Gelassenheit
strahlten viel von dem aus, was wir als Kirchengemeinde den Menschen
vermitteln wollen. Wir danken ihm für alles, was er uns Gutes getan
hat.“

Herbert Solms
war eine „ehrliche Haut“, nicht nachtragend und überall
sehr beliebt. „Er hatte ein Herz für die Menschen und besonders
auch für die Kinder.“ So formulierte es Pfr. Frank Boes in
seiner Traueransprache. Katrin Osterburg drückt dies folgendermaßen
aus: „Wir in den Kindertageseinrichtungen des Familienzentrums
haben Herrn Solms als einen ganz besonderen Menschen kennengelernt,
der immer ein offenes Ohr für die Belange der Kitas, Kinder und
Mitarbeiterinnen hatte. In seiner wertschätzenden, hilfsbereiten,
zuverlässigen und freundlichen Art war er stets bei Groß und Klein
willkommen.“ Und sie fährt fort: „19 Jahre, seit Eröffnung
der Setzer Kita, war Herbert Solms – unabhängig von seinen Ämtern
in der Kirchengemeinde – immer unterstützend und begleitend für
uns da. Er hat den Begriff ´nach Setzer Art´ geprägt, was ein Ausdruck
für schnelle, zuverlässige, tatkräftige Hilfe und Unterstützung
wurde.“

In der Zeit seiner
Krankheit haben viele Menschen an Herbert Solms gedacht, für ihn
gebetet, ihm geschrieben und ihn besucht. Und viele, viele, viele
sind erschienen, als er am 1. April auf dem Friedhof in Obersetzen
beerdigt wurde. Noch einmal Pfarrer Boes: „Die Art und Weise
seines Lebens und dann auch die Zeit vor seinem Tod haben gezeigt,
dass er nicht nur für sich selbst gelebt hat.“ Und: „Er
hat eine Hoffnung über den Tod hinaus gehabt. Ein Leben nach dem
Tod war fester Bestandteil seines Glaubens.“ Am Ende der Ansprache
folgende Worte: „Seine Art zu leben hat auf jeden Fall Spuren
hinterlassen, Spuren, in die wir gerne treten, weil sie in die richtige
Richtung weisen. In Richtung auf ein gelungenes, von Gott getragenes
und erfülltes Leben.“

Peter-Christian Rose

 

Kirchmeister – Info: Gemeindeversammlung

 

Information der Gemeindeglieder

Liebe Gemeindeglieder,

wie Sie in der
Siegener Zeitung lesen konnten wird die Kirchengemeinde die Trägerschaft
des Kindergartens Gerberstraße an den „Verein für soziale Arbeit
und Kultur Südwestfalen“ zum 01.08.2011 abgeben. Der Verein engagiert
sich bereits seit Jahren in der Grundschule im Ortsteil und wird
den Kindergarten für zunächst 10 Jahre mieten. Das Gebäude bleibt
somit in unserem Eigentum, so dass sich für alle dort beheimateten
Gruppen und den Mietern nichts ändern wird. Übrigens bleibt die
Kirchengemeinde mit fünf Kindergärten der größte Träger im Kirchenkreis.
Die dort arbeitenden Erzieherinnen mit unbefristetem Vertrag haben
Angebote des Kindergartenausschusses in den Einrichtungen in Setzen
und der Talkirche angenommen. Wir möchten uns auch auf diesem Wege
recht herzlich für die Arbeit der letzten Jahrzehnte bei allen Erzieherinnen,
den Raumpflegerinnen und dem Hausmeister bedanken.

Am 7. April haben
wir in einer Gemeindeversammlung über die Baumaßnahme an der Talkirche
umfassend informiert. Neben dem U3 Ausbau für den Kindergarten soll
hier ein notwendiger Gemeindesaal gebaut werden. Dies wurde auch
anhand eines durch das Presbyterium beschlossenen Nutzungskonzepts
begründet. Inzwischen signalisiert die Verwaltung der Stadt Siegen
die Bereitschaft, den vor fünf Jahren bereits durch mich angesprochenen
Tausch der Grundstücke und der Kindergartengebäude Hoher Rain und
Talkirche zu verwirklichen. Entscheidungen dazu sollen im Bauausschuss
und im Rat der Stadt Siegen im Mai getroffen werden. Das Gemeindehaus
am Hohen Rain einschließlich der Wohnung wird jedoch im Besitz der
Kirchengemeinde bleiben.

Mit Herrn Krome,
Baudezernent der Landeskirche, sowie Frau Busse und Herrn Schaaf
vom Kirchenkreis Siegen, wurde bei einem Termin vor Ort der geplante
Bau frühzeitig besprochen. Herr Krome begrüßt die geplante dauerhafte
Zentralisierung. Der Weg den die Gemeinde gegangen sei, sei sicherlich
nicht einfach aber notwendig gewesen.

Bereits im Jahr
2006 haben wir im Zusammenhang mit dem schmerzlichen Schließen von
Kirchen und Gemeindehäuser auf diesen notwendigen Neubau hingewiesen.
Nun ist es uns möglich durch die Einnahmen aus dem Verkauf der Gebäude
dieses Projekt zu beginnen.

Die veranschlagten
Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro sollen wie folgt finanziert
werden:

1. Entnahme aus dem Kapitalvermögen  400.000 €
2. Entnahme Baurücklage 100.000 €
3. Beihilfe Kirchenkreis 180.000 €
4. Darlehen Kirchenkreis 180.000 €
5. Eigenleistung + Sachleistungen
Handwerker
100.000 €
6. Spenden 240.000 €

Liebe Gemeindeglieder,

die Spenden, die
20% der gesamten Baukosten ausmachen, möchten wir durch gezielte
Aktionen innerhalb der nächsten drei Jahre einwerben. Dies ist sicherlich
eine sehr große Herausforderung. Dazu benötigen wir weiterhin ihre
Hilfe. Ich bin mir sicher, dass uns dieser Bau weiter zusammenführen
wird.

Des Weiteren hoffen
wir sehr, dass es uns gelingt genügend Ehrenamtliche zu finden damit
wir, wie im Nutzungskonzept beschrieben, Angebote wie z. B. einen
Mittagstisch für Bedürftige oder aber eine Hausaufgabenhilfe, einrichten
können.

Denn nicht die
Kirchen oder die Gebäude sind wichtig, sondern das  größte
und vornehmste Gebot das Jesus und gegeben hat. Es steht in Matthäusevangelium
im Kapitel 22, Verse 37-39 und lautet: „Du sollst lieben Gott, deinen
Herrn, von ganzen Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt“.
Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem
gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“.

In diesem Sinn grüßt Sie herzlich
Hartmut
Heinbach (Finanzkirchmeister)

 

Predigt vom 3.4.2011

 

GOTTESDIENST FÜR DEN SONNTAG
LAETARE

Pfr. Dr. Martin Klein
Wenschtkirche,
3.4. 2011
Text: Joh 6,51-58

 

Jesus sprach
zu ihnen: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist.
Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und dieses
Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt.“

Da stritten
die Juden untereinander und sagten: „Wie kann der uns sein Fleisch
zu essen geben?“ Jesus sprach zu ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich
sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohns esst und
sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch
isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde
ihn am Jüngsten Tage auferwecken. Denn mein Fleisch ist die wahre
Speise, und mein Blut ist der wahre Trank. Wer mein Fleisch isst
und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich
der lebendige Vater gesandt hat und ich lebe um des Vaters willen,
so wird auch, wer mich isst, leben um meinetwillen. Dies ist das
Brot, das vom Himmel gekommen ist. Es ist nicht wie bei den Vätern,
die gegessen haben und gestorben sind. Wer dies Brot isst, der wird
leben in Ewigkeit.“

„Das ist eine
harte Rede; wer kann sie hören?“ So reagieren die Jünger auf diese
Worte Jesu. Und es kommt zu einer Spaltung unter ihnen: Viele verlassen
Jesus, nur wenige bleiben da.

Ich kann sie gut
verstehen. Denn auch mir gehen diese Verse ziemlich quer runter.
Jesu Fleisch essen (wörtlich heißt es sogar: „zerkauen“)? Sein Blut
trinken? Ja, sind wir denn Kannibalen oder Vampire? Bei solchen
Sprüchen ist es kein Wunder, dass sich bei Römern und Griechen bald
das Gerücht verbreitete, die Christen würden bei ihrem Abendmahl
kleine Kinder schlachten und verspeisen. Das war natürlich ein entsetzliches
Missverständnis, und selbstverständlich sind Jesu Worte nicht wörtlich
zu nehmen. Aber es gibt eben Bilder und Vergleiche, die sind einfach
daneben, weil sie Gedankenverbindungen auslösen, die an der Sache
vorbeigehen und zu Missverständnissen geradezu einladen. Dieser
Abschnitt aus dem Johannesevangelium ist in der Hinsicht mindestens
grenzwertig.

Manche Ausleger
haben deshalb versucht, ihn elegant loszuwerden. Als Aussage des
irdischen Jesus kann er ohnehin nicht gelten. Wie alle Jesus-Reden
bei Johannes ist auch die so genannte „Brotrede“ in Joh 6 vom Evangelisten
formuliert. Was er Jesus sagen lässt, das ist geprägt von dem, was
er und seine Gemeinde von Jesus glauben: dass er nämlich der Christus,
der Sohn des lebendigen Gottes ist. Und so ist es auch hier. Aber
die besagten Ausleger gehen noch darüber hinaus. Sie meinen, dass
dieser spezielle Abschnitt auch nicht vom Evangelisten stammt, sondern
erst später angefügt wurde. Eine so genannte „kirchliche Redaktion“
habe mit dieser und anderen Erweiterungen das recht eigensinnige
Evangelium an den kirchlichen „Mainstream“ anpassen wollen. An dieser
Stelle habe man zum Stichwort „Brot des Lebens“ vor allem Aussagen
über das Abendmahl vermisst und sie deshalb ergänzt. Und die Verfasser
dieser Ergänzung hätten in punkto Abendmahl ganz handfest-real gedacht:
Für sie verwandeln sich Brot und Wein beim Abendmahl tatsächlich
und leibhaftig in Fleisch und Blut Christi. So dienen sie dann allen,
die davon gläubig essen und trinken, als Heilmittel für die Seele,
das Unsterblichkeit verleiht. Dieses Abendmahlsverständnis, das
wir zuerst beim Kirchenvater Ignatius von Antiochien um 100 nach
Christus finden, ist für die katholische Kirche sehr prägend geworden.
Die Reformatoren dagegen haben es abgelehnt. Sollte es an dieser
Stelle nachträglich ins Johannesevangelium eingefügt sein, könnten
wir Evangelischen es also getrost ad acta legen.

Aber dass es sich
so verhält, ist keineswegs sicher. Gut möglich, dass die Zuspitzung
auf das Abendmahl vom Evangelisten selber stammt. Dann wollte er
uns sagen: Jesus ist das Brot des Lebens, das heißt, nur in ihm
können wir zu Gott und zum wahren, ewigen Leben finden, und konkret
erfahrbar wird das durch das Brot und den Wein des Abendmahls.

Wenn es so ist
– und ich glaube, es ist so –, dann müssen wir uns freilich noch
mal Gedanken machen: Wie ist das denn nun beim Abendmahl? Christus
lädt uns ein an seinen Tisch, sagen wir gern. Er ist mitten unter
uns, wenn wir Abendmahl feiern, sagen wir auch. Und irgendwas muss
das mit dem Brot und dem Wein zu tun haben. Denn sonst könnte Christus
ja auch so mitten unter uns sein. Schließlich hat er uns das schon
für den Fall versprochen, dass zwei oder drei sich in seinem Namen
versammeln. Aber was genau verbindet Brot und Wein mit Jesus? Was
haben sie mit seinem Leib oder gar Fleisch und seinem Blut zu tun?
Oder bleibt es jedem selber überlassen, sich da irgendetwas vorzustellen?

Bekanntlich haben
auch evangelische Christen sich darüber lange und heftig gestritten.
Brot und Wein sind beim Abendmahl wirklich Leib und Blut Christi,
hat Martin Luther gesagt. Schließlich hat Jesus doch gesagt: „Nehmt
und esst, das ist mein Leib.“ Brot und Wein sind nur Zeichen, hat
Ulrich Zwingli entgegnet. Sie bedeuten, dass Christus wirklich und
leibhaftig für uns gestorben ist. Aber jetzt sitzt er samt seinem
verklärten Leib zur Rechten Gottes – wie soll dieser Leib dann gleichzeitig
auf Erden in einem Stück Brot zu finden sein? Darüber haben sich
die beiden heftigst entzweit, anno 1529 in Marburg. Und so kam es,
dass die Reformation in ein lutherisches und ein reformiertes Lager
zerfiel. Zeitweise haben die sich gegenseitig heftiger bekriegt
als Protestanten und Katholiken.

Gott sei Dank
ist das vorbei. Denn im Laufe des vergangenen Jahrhunderts hat sich
herausgestellt, dass es im Neuen Testament diesen Gegensatz von
„ist“ und „bedeutet“ gar nicht gibt. Der kam eher dadurch zustande,
dass Luther und Zwingli aus verschiedenen Denktraditionen des Mittelalters
stammten. Also konnten sich die reformierten und lutherischen Kirchen
Europas 1973 auf dem Leuenberg bei Basel darauf einigen, dass ihr
unterschiedliches Abendmahlsverständnis sie nicht mehr trennt. Seitdem
können sie uneingeschränkt gemeinsam Abendmahl feiern. „Im Abendmahl
schenkt sich der auferstandene Christus in seinem für alle dahingegebenen
Leib und Blut durch sein verheißendes Wort mit Brot und Wein.“ So
lautet die Formel auf die man sich verständigt hat. Wie Christus
nun genau „mit Brot und Wein“ gegenwärtig ist, das hat man damals
bewusst offen gelassen. Ja man hat sogar gesagt, dass die Gefahr
besteht, den Sinn des Abendmahls zu verdunkeln, wenn man es zu genau
wissen will.

Wenn wir in unseren
Predigttext schauen und vom „Fleisch essen“ und „Blut trinken“ lesen,
mag uns das zu schwammig vorkommen. Aber es ist natürlich richtig:
Immer wenn jemand festlegen wollte: „So ist es, und nicht anders“,
hat dies die Spaltung unter Christen vertieft. Und weil die katholische
Kirche da bis heute sehr festgelegt ist, gibt es ihrerseits eben
keine Abendmahlsgemeinschaft mit uns Evangelischen. Auch ich werde
mich also hüten, Sie heute morgen in dieser Hinsicht auf irgendetwas
festzulegen. Zwar klingt unser Predigttext da sehr genau und konkret,
aber er ist eben innerhalb des Neuen Testaments auch nur eine von
vielen Stimmen. Immerhin macht er mir Mut, Ihnen konkret zu sagen,
wie ich persönlich über die Art der Gegenwart Christi beim Abendmahl
denke. Und Sie mögen dann selber überlegen und beurteilen, was Sie
für sich damit anfangen können.

Ich glaube, dass
auch beim Abendmahl Brot und Wein nichts anderes sind als Brot und
Wein – oder Traubensaft. Deshalb ist es für mich kein Unglück, wenn
mal ein Stück Abendmahlsbrot versehentlich auf den Boden fällt oder
ein Schluck Wein verschüttet wird. Dem Leib Christi und dem neuen
Bund in seinem Blut fügt das keinerlei Schaden zu. Und wenn ich
verbliebene Reste hinterher nicht gern wegwerfe, dann deshalb, weil
ich das bei Lebensmitteln sowieso zu vermeiden versuche, nicht deshalb,
weil die Abendmahlsreste irgendwie besonders heilig wären. Für mich
sind Brot und Wein Symbole, aber solche, die wirklich etwas bedeuten
und die ich deshalb mit entsprechender Achtung behandle. Durch sie
erfahre ich, welchen Sinn das Leiden und Sterben Jesu für mich haben,
und das nicht nur mit dem Verstand, sondern mit allen Sinnen: ich
höre die Einsetzungsworte, ich sehe und berühre das Brot und den
Kelch, ich rieche und schmecke das Brot und den Wein. Und damit
„schmecke und sehe ich, wie freundlich der Herr ist“. Schade finde
ich es deshalb, dass bei unseren üblichen Abendmahlsfeiern die sinnlichen
Eindrücke auf ein Minimum reduziert sind. Hier im reformierten Siegerland
gibt es ja immerhin richtiges Brot und nicht nur Oblaten, die nach
nichts schmecken und einem auch nichts zu kauen geben. Aber satt
macht so ein kleines Stück Brot natürlich auch nicht. Und trotz
all der guten Gründe, die für Traubensaft statt Wein sprechen: ein
guter Schluck Wein ist einfach ein intensiveres Erlebnis als ein
Schluck Saft. Wenn’s also nur nach mir ginge und ich auf niemanden
Rücksicht nehmen müsste, gäbe es beim Abendmahl richtiges Brot und
richtigen Wein – noch besser eine richtige Mahlzeit. Deshalb lade
ich herzlich ein zum Gottesdienst am Gründonnerstag, weil wir das
Abendmahl wenigstens da mal so feiern.

Und was schmecke
und sehe ich nun genau in, mit und unter Brot und Wein? Ich drücke
es immer noch gern mit den Worten des Heidelberger Katechismus aus:
So gewiss, wie ich das Brot breche und zerbeiße, so gewiss wurde
Christi Leib für mich am Kreuz zerschunden und gebrochen. Und so
gewiss ich den Wein aus dem Kelch in meinen Mund rinnen lasse und
trinke, so gewiss wurde Christi Blut für mich vergossen. Er ist
gestorben, um damit Gottes Liebe zu mir und allen Menschen ans Ziel
zu bringen. Er hat damit alles überwunden, was mich von ihm trennt
– selbst den Tod. Deshalb ist er auferstanden und lebt. Deshalb
dürfen wir mit ihm leben und sein – hier auf Erden und bis in Ewigkeit.
Deshalb ist er da, wenn wir Abendmahl feiern, und wir nehmen ihn
bei uns und in uns auf, so gewiss wie das Brot und den Wein. Und
deshalb schließt er uns mit sich zu einer Gemeinschaft zusammen,
so gewiss, wie wir alle am Brot und am Wein teilhaben. Und auch,
was uns untereinander trennt, wird dadurch überwunden. Mögen wir
daran denken, wenn wir das nächste Mal zum Abendmahl zusammen sind.

 Amen.

 

Siegener Ostergarten

 

Siegener Ostergarten

vom 3. bis 24. April 2011
im
Bunker Höhstraße

Zum
vierten Mal wird der Siegener Ostergarten seine Pforten öffnen.

Die Geschichten
von Jesu Leiden und Sterben und von seiner Auferstehung werden in
besonders gestalteten Räumen erlebbar.Der Bunker als Ausstellungsort
reizt sowohl räumlich als auch theologisch zur Auseinandersetzung.
In der bedrückenden Kargheit und der bedrängenden Enge dieses Gebäudes
wird das Thema Tod und Leben (be)greifbar.

Die Besucher beginnen
ihren Weg bei Jesu Einzug in Jerusalem. Jesu letztes Essen mit seinen
Jüngerinnen und Jüngern, Jesu Angst und Gebet, seine Verhaftung,
das Verhör und die Kreuzigung sind die folgenden Stationen. Herzstück
ist aber der Auferstehungsgarten, in welchem nach dem Erleben in
der Grabeshöhle der Sieg über den Tod gefeiert wird. Mit allen Sinnen
hören, schmecken, sehen, fühlen und riechen – und erfahren, was
Ostern bedeutet.

Der Ostergarten
lädt Kinder ab 4 Jahren, Jugendliche und Erwachsene jeden Alters
ein. Gruppen ab acht Personen bitten wir um eine Terminabsprache.
Einzelpersonen und Familien werden zu den angegebenen Öffnungszeiten
zu einer Gruppe zusammengefasst oder einer festen Gruppe zugeordnet
(max. Gruppengröße 30 Personen).

In den vergangenen
Jahren besuchten jeweils 4000 Menschen unseren Ostergarten, deshalb
sind Anmeldung für Gruppen und pünktliche Führungen ganz wichtig,
damit sich ein solch großes Projekt gut organisieren lässt. Eine
ungeführte Besichtigung des Ostergartens ist nicht möglich.

Gruppenanmeldungen
Tel.: 0271 / 22244

Gruppenführungen
finden montags bis freitags von 9–12 und von 15–18 Uhr statt. An
den Sonntagen und Feiertagen können nur Familien und Einzelpersonen
den Ostergarten besuchen.

Samstags ist der
Bunker geschlossen. Die Führungen sind geeignet für Kinder ab 4
Jahren sowie Jugendliche und Erwachsene.

 

Neues aus der Gemeinde und Presbyterium

 

Neues aus Gemeinde und Presbyterium

von Peter – Christian Rose
  • Fehler und Falschmeldungen

In der letzten
Ausgabe von „Gemeinde jetzt“ hat sich an drei Stellen
der Fehlerteufel eingeschlichen. Einige Leserinnen und Leser werden
dies sofort bemerkt haben. Auf Seite 3 gerieten die Namen Jutta
Achenbach und Renate Höfer vom Frauenkreis versehentlich zum Mütterkreis.
Auf Seite 25 fehlt unter dem Foto der Name unseres Pfarrers Frank
Boes. Der gravierendste Fehler ist auf Seite 15 unter der Rubrik
„Kurz notiert“ zu finden: Das große Fest „550 Jahre
Birlenbach“ findet nicht am 6. Juni, sondern in der Zeit vom
24. – 26. Juni statt! Wir bitten, alle Falschmeldungen und Fehler
zu entschuldigen!  

  • Rückblick
    und Ausblick

Parteien und Firmen
führen ihn durch; Universitäten, Städte und Landesregierungen laden
dazu ein; der bekannteste findet zu Beginn eines jeden Jahres aber
beim Bundespräsidenten in Berlin statt: Die Rede ist vom Neujahrsempfang.
Auch in unserer Kirchengemeinde hat er sich mittlerweile etabliert.
Ins Gemeindezentrum Wenscht waren am 4. Februar alle die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter eingeladen worden, die in unserer Kirchengemeinde
leitend tätig sind, ob in einem Frauenkreis, in einem Chor, im Männerkreis,
in der Kinder-, Jugend- und Konfirmandenarbeit, in einem Ausschuss
oder anderswo. Pfarrer Frank Boes begrüßte über 70 „Gäste“
aufs Herzlichste und sprach ihnen den Dank und die Anerkennung des
Presbyteriums aus. „Das ist der Hauptgrund, warum wir Sie und
euch eingeladen haben.“ Er dankte für alles Mitdenken, Mitreden,
Mitanpacken und Mittragen in den letzten zwölf Monaten. „Das
gilt natürlich auch für alle, die heute nicht hier sind, sich aber
in irgendeiner Weise mit Zeit und Kraft und anderen Gaben in unserer
Gemeinde einbringen.“ Stellvertretend für alle ehrenamtlich
Tätigen überreichte er den Kirchmeistern Paul-Heinrich Groos und
Hartmut Heinbach als kleines Dankeschön süße Geschenke und Gutscheine.
„Beide engagieren sich über alle Maßen für unsere Kirchengemeinde.
Das ist nicht selbstverständlich und daher überaus anerkennenswert!“
Der Empfang wurde mit einem gemeinsamen Essen fortgesetzt, es gab
eine leckere Lauchcremesuppe und eine deftige Gulaschsuppe. Und
alle hatten die Gelegenheit, mit einander ins Gespräch zu kommen,
sich (besser) kennen zu lernen und so zu spüren, dass alle gemeinsam
am Bau der Gemeinde arbeiten. Einen tollen Einblick in diese „Bauarbeiten“
gab dann Pfarrer Dr. Martin Klein, als er mit einem Beamer unzählige
Fotos des letzten Jahres zeigte. Fotos von den Konfi-Freizeiten
und der KIBIWO, von der Frauen-Radtour und dem Open-Air-Gottesdienst,
vom Presbyteriumsausflug ins Ahrtal und dem Firmenlauf, vom 40.
Kinderfest und der Job-Börse in der Rathausstraße, vom Bürgerfest
und der Orgelnacht, von der Familienfreizeit und vom Spielekarussell,
vom Weihnachtsmarkt und … und … und. Tolle Schnappschüsse! Ein
großartiger Rückblick! Mit einem kurzen Ausblick auf das laufende
Jahr endete der Empfang. Ja, auch 2011 gibt es in Klafeld wieder
vieles zu erleben, aber auch viel zu tun! Da ist es gut zu wissen,
dass wir Rückhalt in der Gemeinde haben: Hier gibt es unzählige,
die sich engagieren, viele, die uns mit Spendengeldern unterstützen,
und nicht wenige, die die Arbeit in unserer Kirchengemeinde durch
ihre Fürbitte begleiten. Bei allen bedanken wir uns ganz aufrichtig!

  • Planung
    und Baubeginn

Sie wird die 39.
Autobahnkirche in Deutschland, das kleine, weiße „Kirchlein“
am Wilnsdorfer Autohof. Schon von weitem wird sie zu sehen sein
von allen, die auf der A 45 unterwegs sind. Die Initiative geht
von dem Burbacher Ehepaar Anneliese und Hartmut Hering aus. Sie
hatten nach dem Besuch einer Autobahnkirche in Süddeutschland festgestellt,
dass im hiesigen Raum ein solches Angebot fehlt. Denn die nächsten
Gotteshäuser dieser Art gibt es bei Wiesbaden, im Ruhrgebiet und
bei Münster. Im März 2009 wurde ein gemeinnütziger Verein gegründet,
um das Projekt zu planen und die Kirche später zu unterhalten; beteiligt
sind neben mittlerweile 73 Mitgliedern auch die evangelische und
die katholische Kirchengemeinde in Wilnsdorf sowie freie Gemeinden.
Die kompletten Baukosten belaufen sich auf 950.000 Euro, die der
Verein über Sponsoren und Spenden finanziert. Inzwischen ist der
größte Teil dieser Summe bereits eingesammelt worden! Am 1. März
2011 erfolgte nun der erste Spatenstich, mit dabei Superintendentin
Annette Kurschus, Wilnsdorfs Bürgermeisterin Christa Schuppler und
Landrat Paul Breuer aus dem Geisweider Spechtweg. Der Bau soll bei
einem reibungslosen Verlauf der Arbeiten noch in diesem Jahr vollendet
werden. Die Kirche mit einer Grundfläche von 100 Quadratmetern wird
ungefähr 50 Sitzplätze bieten. Die runden Formen im Innern sollen
ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln, dabei fällt das Licht so
ein, dass eine mystische Atmosphäre entsteht. Wie aber passen Autobahn
und Kirche eigentlich zusammen? Eine Reise ist immer ein Wagnis;
deshalb sind die Bitte um den Segen und der Dank für den Schutz
auf der Reise ein uralter Brauch. Schon das Alte Testament berichtet
davon, dass Abraham unterwegs Altäre baute; im Mittelalter war es
dann üblich, an den Pilgerstrecken Kapellen und Kreuze zu errichten.

  • Verabschiedung
    und Einführung

27. März – 10.45
Uhr – Gottesdienst mit Abendmahl in der Wenschtkirche. Nach der
Predigt bittet Pfr. Dr. Martin Klein den ehemaligen Presbyter Günter
Gollos nach vorn. Er ist vor einigen Wochen aus beruflichen und
persönlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten; in der letzten
Ausgabe von „Gemeinde jetzt“ berichteten wir ausführlich
darüber. Heute nun soll er offiziell verabschiedet werden. Pfarrer
Klein listet all seine Tätigkeiten und seine Verdienste auf: „Seit
1996 hat Günter Gollos viel getan für unsere Gemeinde!“ Ob
im Presbyterium, im Öffentlichkeitsausschuss, im ökumenischen Bereich,
beim Kinderfest, beim Martinszug oder bei der Bearbeitung unserer
Homepage und beim Layout der Gemeindenachrichten, „Günter Gollos
war immer sehr fleißig und engagiert, stets korrekt und sehr gewissenhaft.
Für alles bedanken wir uns ganz herzlich!“ Und auch dafür,
dass er sich bereit erklärt hat, die Internetgestaltung wieder zu
übernehmen, jedenfalls in der nächsten Zeit, quasi als Hilfe in
„akuter Notlage“. Die Gottesdienstbesucher applaudieren,
als ihn Pfarrer Kein verabschiedet, ihm Gottes Segen wünscht und
ihm als kleines Dankeschön zwei Theater-Gutscheine überreicht. Es
wird deutlich, dass viele den Rücktritt von Günter Gollos sehr bedauern!
Dann bittet Pfarrer Klein den „Neuen“ ans Rednerpult:
Georg Klanke soll heute ins Presbyteramt eingeführt werden. Zunächst
stellt er sich der Gemeinde kurz vor. Er ist 45 Jahre alt und lebt
mit seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern in der Rudolfstraße
oberhalb der Talkirche. „Während der Woche kümmere ich mich
als Versorgungsingenieur um die Planung und Bauleitung von haustechnischen
Anlagen.“ Danach berichtet er von der Jobbörse (siehe auch:
„Eine fast unglaubliche Geschichte“), seinem Übertritt
in die evangelische Kirche und von seiner Berufung durch das Leitungsgremium
unserer Kirchengemeinde. Es folgen – wie in der Kirchenordnung vorgesehen
– drei Lesungen durch amtierende Mitglieder des Presbyteriums, die
„Anrede“, die Einführungsfrage und die Bestätigung: „Nachdem
wir dein Ja vernommen haben, bestätigen wir dich im Presbyteramt.
Gott, der dich berufen hat, diese Gemeinde zu leiten, erleuchte
dich dazu durch seinen Heiligen Geist und stärke dich, dass du deinen
Dienst gewissenhaft ausrichtest zur Ehre seines Namens und zum Wohl
seiner Kirche.“ Alle anwesenden Mitglieder des Presbyteriums
reichen dem Berufenen die Hand, drei sprechen außerdem ein persönliches
Votum. Zum Schluss die „Anrede an die Gemeinde“ und ein
kurzes Gebet. Georg Klanke erhält herzlichen, wohlwollenden Beifall
und ein kleines Willkommensgeschenk. Auf gute Zusammenarbeit und
Gottes gutes Geleit!

  • Projekte
    und Spenden

In den letzten
Wochen und Monaten sind wieder zahlreiche Spenden bei uns eingegangen.
Am 25. März übermittelten mir Christine Albertin und Brigitte Veltzke
vom Gemeindebüro hinter der Talkirche die neusten Endergebnisse
bzw. Zwischenstände. Für das Projekt „Kinderchor Singsalabim“
(Nr. 103 / Januar – Februar) sind insgesamt 925,26 € gespendet worden.
Für das Projekt „Wasser marsch / Brot für die Welt“ (Nr.
102), das noch bis zum Osterfest läuft, haben Sie, liebe Leserinnen
und Leser, bisher schon 2.610,62 € eingezahlt. Und: Für die Kinderbibelwoche
(Nr. 104 / März – April) konnten bereits 430,00 € auf der Habenseite
verbucht werden. Doch damit nicht genug. Für unsere Kirchennachrichten
„Gemeinde jetzt“ wurden in den ersten drei Monaten des
laufenden Jahren schon wieder 420,00 € überwiesen, für den neuen
Gemeindesaal zwischen Talkirche, altem Pfarrhaus und Kindergarten
gar 1.295,00 €. Wir bedanken uns bei Ihnen für alle Spenden, für
jeden einzelnen Euro und für jeden Cent!

  • Dank und
    Lob

Der Wenschter-Mittwoch-Club
wird 40! Dazu schon an dieser Stelle unsere herzlichsten Glück-
und Segenswünsche. Gleichzeitig gratulieren wir Lieselotte Kreutz
und Elfriede Jung auch noch zum 10-Jährigen; denn im Jahr 2001 übernahmen
sie die Leitung des „Clubs“ von Marianne Achenbach. Diese
erinnert sich in der Festschrift „100 Jahre Kirchengemeinde
Klafeld“ an die Anfänge: „Die Idee zur Gründung des Clubs
wurde in der Frauenhilfe geboren. Die Initiatoren waren Esther Faulenbach
und Margarete Rausch. Unterstützt wurden sie von Pfarrer Adler und
Pfarrer Leckebusch. Die erste Zusammenkunft fand am 24. Mai 1971
nachmittags um 3 Uhr statt.“ 1975 ging die Leitung des Seniorenkreises
an Gertrud Jung über. Neben der Ausübung des Presbyteramtes nahm
sie die neue Aufgabe mit viel Geschick und großem Engagement wahr.
1981 wurde das 10-jährige Bestehen mit einem Gottesdienst, einem
gemeinsamen Mittagessen und einem bunten Nachmittag gefeiert. Dazu
schrieb Gertrud Jung ein tolles Gedicht, nachzulesen in „25
Jahre Gemeindezentrum Wenscht“. Als sie nach 15 Jahren krank
wurde, behielt sie zwar ihre Position, doch „die Durchführung
der Nachmittage musste sie an die Pfarrer übergeben.“ Im Mai
1997 übernahm Marianne Achenbach die Leitung des WMC. War die Mitgliederzahl
in der Zeit der Vakanz auf 20 zurückgegangen, erfuhr sie nun wieder
eine Steigerung auf 60! Vier Jahre später dann der oben schon erwähnte
Stabwechsel an Lieselotte Kreutz und Elfriede Jung. Man trifft sich
immer noch am letzten Mittwoch im Monat, und immer noch beginnt
die Zusammenkunft der rund 40 Seniorinnen und Senioren mit einer
Andacht, die seit einigen Jahren in der Regel von Pfr. Dr. Martin
Klein gehalten wird. Danach werden die „Geburtstagskinder“
gefeiert und beschenkt. Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken dann
immer ein buntes Programm. Die Gestaltung der Nachmittage ist vielfältig
und reicht von Sketchen, Musik, Lichtbildern, Gymnastik und Vorträgen
bis hin zu Ausflügen, im August zum Beispiel steht ein Besuch der
Freilichtbühne in Freudenberg an. Dazu Pfarrer Klein: „Vierzig
Jahre ´Wenschter-Mittwoch-Club´ – das ist schon ein beachtliches
Jubiläum: Vierzig Jahre lang einmal im Monat ein ansprechendes Programm
für die ältere Generation unserer Gemeindeglieder zu bieten – da
steckt viel Arbeit und viel Liebe drin. Mancher hat über die Jahre
dazu beigetragen, aber heute und in den zehn Jahren davor sind es
vor allem Lieselotte Kreutz und Elfriede Jung, denen wir da am meisten
zu verdanken haben. Wenn sie sich nicht immer wieder Gedanken machten,
Kuchen bestellten, Referenten einlüden, Ausflüge planten, Sketche
einübten und so weiter, dann wäre der WMC nicht was er ist – und
er wäre vielleicht schon nicht mehr da. Dafür haben wir alle, und
ich als Pastor besonders, herzlich zu danken!“ Ein besonderes
Lob verdienen auch Inge Biebighäuser aus Buchen und Presbyterin
Rosel Joppich für den „Küchendienst“, der stets mit viel
Umsicht und Gewissenhaftigkeit verrichtet wird. Den beiden Leiterinnen
wünschen wir weiterhin viel Kraft und Gesundheit, dazu Freude und
gute Ideen. Eine davon wurde von Elfriede Jung unlängst schon in
die Tat umgesetzt: Sie dichtete zum 40-jährigen Jubiläum das Lied
„Die kleine Kirche in unserer Siedlung“ in Anlehnung an
„Die kleine Kneipe in unserer Straße“ von Peter Alexander.
Und die drei Strophen sind im WMC gleich zum Hit geworden! Zum Schluss
noch eine Einladung von Lieselotte Kreutz: „Jede neue Seniorin
und jeder neue Senior – nicht nur aus dem Wenscht (!) – ist in unserem
Club herzlich willkommen.“

  • Gemeinde
    und Kirchenkreis

Laut Gemeindegliederentwicklung
im Kirchenkreis Siegen (Stichtag: 31. 12. 2010) wohnen in Klafeld
nur noch 7.510 evangelische Christen. Zwölf Monate zuvor waren es
7.633, was einer Differenz von 123 Kindern, Frauen und Männern entspricht.
Verantwortlich dafür sind in erster Linie zwei Gründe: Zum einen
mehr Sterbefälle als Taufen (- 60), zum anderen mehr Wegzüge als
Zuzüge (- 46). Die Kirchengemeinde Olpe bleibt mit einer Zahl von
8.477 ev. Christen weiterhin „Spitzenreiter“ im hiesigen
Kirchenkreis. An die zweite Stelle schob sich nach der Fusion die
neue Kirchengemeinde Rödgen-Wilnsdorf mit 7.829 Gemeindegliedern.
Trupbach-Seelbach (2.378), Eisern (2.247) und Buschhütten (2.193)
sind derzeit die kleinsten Gemeinden im gesamten Kirchenkreis, in
dem Ende des letzten Jahres genau 130.046 evangelische Kinder, Jugendliche
und Erwachsene lebten.