Chorleiter/in gesucht !

 

Chorleiter/in gesucht !  

Wir über uns:

32
aktive Sängerinnen und Sänger wollen derzeit mit ihren Stimmen anderen
Menschen das Evangelium ins Herz singen. Dies geschieht sowohl bei
der Mitgestaltung von Gottesdiensten im Kirchspiel Klafeld, als
auch zu besonderen Gottesdiensten an Ostern, Weihnachten, Konfirmationen
oder anderen Anlässen. Auch in Krankenhäusern und Seniorenheimen
erfreuen wir Menschen mit unseren Liedern. Dabei reicht unser Liedgut
von alten Meistern bis zu neuzeitlichen, modernen Kompositionen.

Da unser derzeitiger
Chorleiter Ingo Gieseler im nächsten Jahr die musikalische Leitung
unseres Chores aus beruflichen Gründen abgeben wird, suchen wir
bereits heute nach einer Nachfolgerin bzw. einem Nachfolger.

Haben wir Sie
jetzt neugierig gemacht bzw. haben Sie schon immer nach solch einer
Aufgabe gesucht  ? – Dann sind Sie bei uns genau richtig und
ich freue mich über Ihren Anruf bzw. Ihre eMail !

Friedhelm Hanisch
1.
Vorsitzender Gem.Chor Birlenbach
Tel. 0271/71330
Mobil 0151/12432285
eMail:
hanisch1210@aol.com  

 

 

Predigt vom 18.9.2011

 

GOTTESDIENST FÜR DEN DREIZEHNTEN
SONNTAG
NACH TRINITATIS

Pfr.
Dr. Martin Klein
Wenschtkirche, 18.9. 2011 (mit Taufe von Paul
Winkel)
Text: Mk 3,31-35

Wenn man den Umfragen
glauben darf, dann ist für uns Deutsche die Familie immer noch eins
der höchsten Güter. „Hauptsache, die Familie hält zusammen“, sagen
viele, wenn sie nicht gerade überzeugte Singles sind. Blut ist eben
dicker als Wasser, heißt es, und Familienbande sind stärker als
alle anderen. Vater, Mutter, Kind in fröhlicher Eintracht und immer
für einander da – das ist unser Ideal.

Dieses Ideal existiert
freilich nur in der Fernsehwerbung. Nicht nur, dass aus der Großfamilie
früherer Zeiten längst die Kleinfamilie geworden ist, die die Oma
nur noch ab und zu besuchen fährt. Heute werden immer mehr Kleinfamilien
zu Kleinstfamilien aus allein erziehender Mutter (oder Vater) und
Kind, zu so genannten Patchwork-Familien mit meinen Kindern, deinen
Kindern, unseren Kindern – oder zu mehr oder weniger fest liierten
Paaren, die gar keine Kinder haben. Aber auch in Familien, die äußerlich
im konservativen Sinne intakt sind, ist das Familienleben oft auf
Sparflamme reduziert. Tagsüber geht jeder für sich seiner Beschäftigung
nach – zur Arbeit, zur Schule oder zum Kindergarten, und abends
sitzt jeder vor seinem eigenen Fernseher oder Computer oder kümmert
sich um die eigenen Freunde und Hobbys. Und wenn man dann doch mal
längere Zeit miteinander verbringt – im Urlaub zum Beispiel -, dann
geht man sich entsetzlich auf die Nerven. Dabei habe ich die so
genannten „Problemfamilien“ mit ihren gewalttätigen Eltern und verwahrlosten
Kindern noch gar nicht mitgerechnet. Und obwohl sich auch in der
Politik alle immer gern familienfreundlich geben, ist die Gründung
einer Familie hierzulande eine der sichersten Methoden, um sich
finanziell zu ruinieren. Wer richtig Geld und Karriere machen will,
bleibt jedenfalls besser kinderlos. Also habe ich manchmal das Gefühl,
dass die gute, alte Vater-Mutter-Kind-Familie eine aussterbende
Lebensform ist – allen Lippenbekenntnissen zum Trotz. In fünfzig
Jahren gibt’s so was vielleicht gar nicht mehr.

„Das geht doch
nicht!“ mögen Sie jetzt denken. Die Familie ist doch die Keimzelle
jeder funktionierenden Gesellschaft: Kinder brauchen ihre Eltern,
am besten beide, damit sie ihnen den Weg ins Leben zeigen; und Eltern
brauchen ihre Kinder, damit sie im Alter versorgt sind und jemand
für ihre Rente aufkommt!“ So steht es doch schon in den Zehn Geboten:
„Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem
Land, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.“ Und in Psalm 127
heißt es: „Kinder sind eine Gabe des HERRN, und Leibesfrucht ist
ein Geschenk.“

Ich gebe Ihnen
ja Recht, wenn Sie so denken. Ich bin schließlich auch ein Familienmensch
und kann mich nur schwer damit abfinden, dass sich die Familienbande
immer mehr auflösen. Dem kleinen Paul wünsche ich, dass er das nie
erleben muss – seinen Eltern natürlich auch. Und ich bin auch immer
noch überzeugt, dass jeder Mensch eine Familie braucht. Aber so
wie die Dinge nun einmal stehen, sollten wir uns an die auch schon
biblische Erkenntnis erinnern, dass diese Familie nicht unbedingt
die leibliche Verwandtschaft sein muss. Dazu müssen wir nur den
heutigen Predigttext lesen. Er steht im Markusevangelium, in Kapitel
3:

Und es kamen
Jesu Mutter und seine Brüder und standen draußen, schickten zu ihm
und ließen ihn rufen. Und das Volk saß um ihn. Und sie sprachen
zu ihm: „Siehe, deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern
draußen fragen nach dir.“ Und er antwortete ihnen und sprach: „Wer
ist meine Mutter und meine Brüder?“ Und er sah ringsum auf die,
die um ihn im Kreise saßen, und sprach: „Siehe, das ist meine Mutter
und das sind meine Brüder! Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein
Bruder und meine Schwester und meine Mutter.“

Eigentlich ist
das unerhört, was hier passiert. Da ist die Familie von Jesus den
ganzen weiten Weg von Nazareth nach Kapernaum gelaufen, über staubige
Straßen und durch Sonnenhitze, und dann lässt der sie eiskalt abblitzen.
Stellen Sie sich vor, Sie würden Ihren erwachsenen Sohn oder Tochter
besuchen und würden nicht einmal rein gelassen! Und als Begründung
bekämen Sie zu hören: „Meine Mutter? Mein Vater? Kenn ich nicht!
Meine Freunde hier, die sind meine Familie!“ Ich bin schon vielen
Eltern begegnet, denen es so ähnlich ergangen ist: Da hat man die
Kinder mit viel Mühe groß gezogen, und dann wollen sie plötzlich
nichts mehr von einem wissen. Ich kann sie verstehen, wenn sie darüber
verbittert sind. Aber hätten Sie so etwas von Jesus erwartet? Gilt
denn nicht auch für ihn das Gebot: „Du sollst Vater und Mutter ehren“?

Wenn man im Markusevangelium
etwas zurückblättert, dann kann man allerdings auch Jesus verstehen.
Denn aus Mk 3,21 lässt sich entnehmen, dass die Mutter und die Geschwister
Jesus nicht nur einfach aus familiärer Verbundenheit besuchen. Dort
heißt es, dass sie sich auf den Weg machen, um Jesus nach Hause
zu holen, notfalls mit Gewalt. Denn sie glauben, dass Jesus plötzlich
völlig verrückt geworden ist und dass sie ihm erst einmal seine
Flausen austreiben müssen. Sie können es nicht fassen, dass ein
erwachsener Mann von dreißig Jahren plötzlich alles stehen und liegen
lässt, um mit zweifel-haften Freunden als Prediger durchs Land zu
ziehen. Müsste er sich als ältester Sohn nicht eigentlich um seine
Mutter kümmern, die wohl schon verwitwet ist? Auf solches Unverständnis
stoßen viele erwachsene Kinder, wenn sie einen anderen Lebensweg
einschlagen als die Familie erwartet hätte. Und auch sie kann ich
verstehen. Aber würden sie es übers Herz bringen, ihre arme, alte
Mutter einfach vor der Tür stehen zu lassen?

Jesus richtet
sich freilich nach ganz anderen Maßstäben. Familiäre Pflichten sind
ihm nicht mehr wichtig. Für ihn geht es allein darum, den Willen
Gottes zu tun. Der hat ihn ganz für sich in Anspruch genommen, als
er am Jordan getauft wurde: „Du bist mein lieber Sohn, an dem ich
Wohlgefallen habe.“ Und deshalb kann er jetzt nicht anders als durchs
Land zu ziehen und zu verkünden: „Kehrt um, denn das Reich Gottes
ist nahe herbeigekommen!“ Wenn die Familie das nicht akzeptieren
kann, dann muss er sich eben von ihr trennen. Aber Jesus ist dabei
nicht einsam geblieben. Viele hören ihm zu, viele lassen sich mitreißen
und spüren die Nähe Gottes, die von ihm ausgeht. Und etliche ziehen
auch mit ihm und teilen mit ihm das unstete Leben, das er führt.
Sie tun wie er den Willen Gottes, und deshalb sind sie seine wahre
Familie.

Seine Geschwister
haben das erst nach Ostern begriffen, als sie dem auferstandenen
Jesus begegneten. Bis dahin war er für sie immer nur der große Bruder,
mit dem sie aufgewachsen waren und den sie bestens zu kennen glaubten
– bis er dann plötzlich den Verstand verlor. Und auch Maria kannte
die ganzen Verheißungen noch nicht, die erst viel später mit der
Geburt Jesu verbunden wurden. Aber nach Ostern gehörten sie und
ihre Kinder auch mit zur neuen Familie Jesu – nicht der Blutsbande
wegen, sondern weil sie nun überzeugt waren, dass alles, was Jesus
tat und sagte, Gottes Wille war. Für diese Überzeugung gingen sie
nun gemeinsam durch dick und dünn, und mindestens einer seiner Brüder
ließ dafür später sogar sein Leben.

Es bleibt also
dabei: Eine Familie braucht der Mensch, aber es müssen nicht unbedingt
die leiblichen Verwandten sein. Und so hat sich die christliche
Kirche immer als „Familie Gottes“ verstanden. In der Gemeinschaft
von Christen zählt nur die Bindung an Gott durch Jesus Christus.
Alle anderen Bindungen müssen dahinter zurücktreten. Manchmal ist
Wasser also doch dicker als Blut, nämlich wenn es sich um das Wasser
der Taufe handelt. Paul ist heute in eine neue Familie aufgenommen
worden, in die große Gemeinschaft der Christen. Und auch wenn er
da nun erst noch hineinwachsen muss, kann ihn doch nichts mehr von
der Liebe Christi trennen, die diese Familie zusammenhält.

Das heißt natürlich
nicht, dass all die Winkels und Drucksens, die heute hier sind,
nun nicht mehr Pauls Familie sind. Und auch als erwachsener Christ
muss man nicht alle anderen Bindungen kappen, die einen sonst noch
mit Menschen verbinden. So läuft das in manchen Sekten, aber nicht
in der Gemeinde Jesu Christi. Doch es heißt, dass ich zu dieser
Gemeinschaft immer gehören kann, egal ob ich mit Familie oder als
Single lebe, egal, ob ich mich da, wo ich wohne, fremd oder zu Hause
fühle, egal, ob ich jung oder alt bin. Diese Gemeinschaft ist also
auch nicht abhängig davon, ob die Formen unseres Zusammenlebens
in Zukunft noch die gleichen sein werden, die wir gewohnt sind.

„Wer den
Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine
Mutter“, sagt Jesus. „Wer den Willen Gottes tut“ – das heißt
auch für uns als Familie Gottes in Klafeld und Umgebung, dass die
Gemeinschaft der Christen sich nicht für alle Zeiten auf die Menschen
beschränkt, die schon immer dabei waren. Eine Kirchengemeinde besteht
eben nicht nur aus denen, die irgendwo mitarbeiten, die regelmäßig
im Gottesdienst, in den Frauenkreisen oder in den Chören sitzen
und dabei immer wieder den gleichen Leuten begegnen. „Wer den Willen
Gottes tut“, das ist eine offene Größe. Als Jesus das sagte, waren
alle gemeint, die gerade zufällig um ihn herum saßen. Und heute
sind es mindestens alle, die getauft sind und einer christlichen
Gemeinde angehören. Oder sagen wir: sie könnten und sollten es zumindest
sein. Sie alle könnten zur Familie gehören. Eigentlich müsste uns
etwas fehlen, solange sie nicht dabei sind. Aber manchmal habe ich
den Eindruck, dass wir uns in unseren gewohnten Kreisen so wohl
fühlen, dass wir die anderen gar nicht so schrecklich vermissen.
Ich glaube, das ist gefährlich. Denn wir könnten dann eines Tages
feststellen, dass Jesus längst einen anderen Kreis um sich geschart
hat und wir plötzlich die Familie sind, die draußen steht und den
Anschluss verpasst hat. So weit sollten wir es nicht kommen lassen.
Und deshalb sollten wir uns immer wieder bewusst machen, dass die
Einladung Jesu allen Menschen gilt. Zu seiner Familie kann jeder
gehören. Und unsere Sache ist es, zu überlegen, wem wir diese Einladung
weitergeben könnten und wie wir das tun könnten. Dar-über wird in
unserer Gemeinde ja auch durchaus nachgedacht, und das ist gut so.
Ich wünsche uns dafür weiterhin Mut, Phantasie und gutes Gelingen
unter Gottes Segen. Und alle, die irgendwann mal getauft wurden,
aber sich bisher oder in letzter Zeit wenig aus ihren geistlichen
Familienbanden gemacht haben, die lade ich ein, zu entdecken, wie
Mut, Kraft und Trost sich daraus ziehen lässt, zur Familie Jesu
Christi zu gehören und seinen Willen zu tun.

Amen.

 

Sommerfest der Kirchenmäuse

 

Die Kirchenmäuse haben ihr
Sommerfest gefeiert!

Wie jedes Jahr
im Sommer so feierten auch dieses Jahr die insgesamt 16 Kinder mit
ihren Eltern der Krabbelgruppe Kirchenmäuse ihr traditionelles Sommerfest.
Im August haben sich alle bei Sonnenschein und mit viel guter Laune
getroffen. Manche haben sogar die Mühe nicht gescheut und sind mit
dem Rad den Berg hochgefahren. Dieses Jahr war es ein besonderes
Sommerfest.

Begonnen
wurde das Fest mit einem Krabbelgottesdienst zum Thema „Wasser“.
Gemeinsam haben alle überlegt, was man mit Wasser alles machen kann.
Bei dem warmen Wetter ist Trinken ganz wichtig. Aber auch die Blumen
brauchen Wasser zum Trinken. Schiffe fahren auf dem Wasser. Alles
das konnten die Kinder ausprobieren. Nicht zuletzt erinnert Wasser
auch an die Taufe. Die Kinder haben Wasser in das Taufbecken geschüttet.
Und wir haben uns daran erinnert, dass Gott uns alle lieb hat und
uns begleitet.

Nach dem Gottesdienst
haben wir gegrillt und lecker gegessen. Auch das hat schon Tradition
bei den „Kirchenmäusen“. Jeder bringt etwas mit und so kommt ein
leckeres Buffet zustande, wo für jeden etwas dabei ist  – über
Kartoffelsalat bis hin zu indischen Leckereien. Hungrig musste also
keiner nach Hause gehen. Da das Wetter uns doch noch mit Sonnenschein
beglückt hatte, konnten die Kinder draußen spielen und Spaß haben.
Und die Eltern reden und sich entspannen.

Und warum war
es dieses Jahr ein besonderes Sommerfest? Auch dieses Jahr haben
wir viele Kinder in den Kindergarten verabschiedet. Das besondere
war, dass es viele Kinder „der ersten Generation Kirchenmäuse“ waren,
die uns jetzt verlassen. Und neben den Kindern hören auch Sandra
Kleinschmidt und Marcella Ciraldo auf. Sie haben die Krabbelgruppe
gemeinsam mit Charlotte Boes über zwei Jahre geleitet und gesehen
wie die Kleinen zu Großen wurden. Dafür hat sich Pastor Boes bei
Ihnen herzlich bedankt. Aber gleichzeitig ist es auch schön zu sehen,
wie viele neue Kinder jetzt bei den „Kirchenmäusen“ sind. Und auch
Nachfolgerinnen haben sich gefunden. Sandra Nelle-Weber, Ina Kissing-Runnebaum
und ab 2012 Dagmar Schäfers werden die Gruppe weiterführen und viel
Spaß mit unseren Kirchenmäusen haben.

Wer Lust hat zu
kommen, ist herzlich jeden Donnerstag von 9.30 bis 11 Uhr im Gemeindezentrum
Wenscht eingeladen.

Kontakt unter:
Sandra Nelle-Weber 0170/9306880
oder
Ina Kissing-Runnebaum 0271/2383567

Charlotte Boes

 

Neues aus Gemeinde und Presbyterium

 

Neues aus Gemeinde und Presbyterium

von Peter – Christian Rose
  • Allianz und ehrenamtliche Helfer

Im letzten Jahr herrschten beim Open-Air-Gottesdienst zu Himmelfahrt
unwirtliche Verhältnisse; es nieselte unentwegt, und das Thermometer
zeigte lediglich 8° C. Trotzdem war der Gottesdienst durchgeführt
worden. Diesmal aber strahlender Sonnenschein und sehr angenehme
Temperaturen. So war es kein Wunder, dass sich etwa 300 Frauen,
Männer und Kinder auf dem freien Platz vor der Sparkasse versammelt
hatten. Und es sollte ein schöner und eindrucksvoller Gottesdienst
werden, „eine rundum gelungene Sache“, wie es Pastor Werner
Jung von der FeG nachher ausdrückte. Als Veranstalter traten gemeinsam
auf: Die Evangelische Kirchengemeinde Klafeld, der CVJM, die Ev.
Gemeinschaft am Ruhrstgarten, das Blaue Kreuz, die Freien evangelischen
Gemeinden in Geisweid und Sohlbach-Buchen, die Deutsche Zeltmission
(DZM), die Evangelisch Freikirchliche Gemeinde EFG und die Mission
für Südosteuropa MSOE. Pastor Werner Jung begrüßte die Gottesdienstbesucher.
Er sprach von einer Proklamation des Glaubens in der Öffentlichkeit:
„Wir Christen wollen unseren Glauben gemeinsam bezeugen und
zeigen, dass wir zusammenstehen. Dieser Gottesdienst soll ein Zeichen
für die Einheit der Christen und ein Bekenntnis des Glaubens sein!“
Die Predigt hielt Matthias Lauer, er ist seit 2006 Leiter der Deutschen
Zeltmission. Sehr engagiert und sehr persönlich sprach er die vielen
Gottesdienstbesucher an. Er griff das Thema „Himmelfahrt“
auf und veranschaulichte an einer schwarzen Kiste: „Gott ist
größer als unsere Box, als unsere Kirchen! Mit unserem Verstand
können wir ihn nie völlig begreifen und fassen. Er sprengt den Rahmen
unseres Denkens!“ Dann der zweite Hauptgedanke: „Jesus
hat es drauf. Er kommt in dein Leben, in mein Leben, in unsere Box,
in unsere kleinen Verhältnisse!“ Der Ablauf des zweiten Allianz-Gottesdienstes
war kurzweilig und abwechslungsreich. Die Moderation lag in den
Händen von Pastor Werner Jung und Pfarrer Dr. Martin Klein. Der
Bläserkreis der FeG Geisweid sorgte für musikalische Höhepunkte
und für eine flotte Liedbegleitung. Zum gelungenen und reibungslosen
Ablauf trug auch das Technikteam bei; Klaus Mackenbach und seine
Mitarbeiter hatten für eine sehr gute Beschallung des Marktplatzes
gesorgt. Die Evangelische Kirchengemeinde stellte Bänke und Tische
und diverse Großspiele für die Kinder, von der DZM kamen die Klappstühle
und Sitzauflagen. Und Torsten Gresser hatte sich um die Plakate
und Handzettel gekümmert. Zeit zum Austausch und zum besseren Kennenlernen
gab es im Anschluss an den Open-Air-Gottesdienst beim gemeinsamen
Mittagessen. Es ergaben sich noch wertvolle Begegnungen und Gespräche
über die eigene Gemeinde hinaus. 250 Grillwürstchen und Brötchen
sowie etwa 20 schmackhafte Salate fanden reißenden Absatz, und auch
am Getränkestand bildete sich durchgehend eine lange Schlange. Die
Veranstaltung am 2. Juni hat erneut gezeigt, dass die einzelnen
Gemeinden der Allianz im nördlichen Teil der Stadt Siegen gut zusammenarbeiten.
Und dass es viele ehrenamtliche Helfer gibt. „Wenn viele mit
anpacken, wird es für keinen zu viel“, so das Fazit von Pastor
Werner Jung. „Und ich freue mich auf eine Neuauflage an Himmelfahrt
2012!“


  • Projekte und fleißige Sammler

Auch in dieser Ausgabe von „Gemeinde jetzt“ wollen
wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, wieder ausführlich über alle
Spendeneingänge in den letzten Wochen und Monaten informieren. Darauf
legen übrigens viele Gemeindeglieder großen Wert. Und wir meinen:
Zu Recht! Für das Projekt mit der Nr. 105 „Gemeindesaal ´mittendrin´
an der Talkirche“ (Mai/Juni) sind genau 1.292,36 Euro bei uns
eingegangen; für das Projekt „Konfirmandenarbeit“ (Juli/August)
konnten wir in den ersten drei Wochen 410,00 Euro auf der Habenseite
verbuchen. Zusätzlich wurden die Kindertagesstätte Jasminweg mit
200,00 €, die Orgel in der Talkirche mit 110,00 € und „Brot
für die Welt“ mit 50,00 € von Ihnen bedacht. Erwähnung finden
sollte auch die Kollekte bei der Goldenen Konfirmation am 19. Juni
in der Talkirche, sie betrug immerhin über 700,00 €! Wir bedanken
uns ganz aufrichtig für alle Geldeingänge und legen Ihnen als Redaktionsteam
natürlich besonders das nächste Projekt für die Monate September
und Oktober ans Herz, wenn um Spenden für unsere Kirchennachrichten
„Gemeinde jetzt“ gebeten wird. Ein herzliches Dankeschön
auch für alle Gaben im Rahmen der diesjährigen Sommersammlung der
Diakonie! Das vorläufige Ergebnis lautet: 3.757,00 Euro. „Hier
fehlen aber noch alle Überweisungen, diese Summe wird uns erst im
September mitgeteilt“, so Friedhelm Bäcker aus dem Fasanenweg,
der die Sammlungen seit Ende 2007 koordiniert. 80 % der Spenden
gehen an das Diakonische Werk, 20 % verbleiben in unserer Kirchengemeinde.
„Ein besonders großes Lob verdienen die fleißigen Sammlerinnen
und Sammler, die Kraft und Zeit aufwenden und uneigennützig von
Tür zu Tür gehen, um für Kranke, Alte, Behinderte, Arme und Ratlose
Geld zu erbitten!“ Ihre Zahl wird leider von Jahr zu Jahr geringer,
so dass „wir vielleicht schon bald ganz auf das System mit
Überweisungsträgern umstellen müssen.“ Schade, denn dann werden
viele wertvolle Gespräche unterbleiben und viele wichtige Kontakte
zu unseren Gemeindegliedern fehlen!

  • Aufbruch und gegenseitige Hilfe

4. und 5. Juni 2011: Siedlerfest im Wenscht. Der ökumenische
Gottesdienst am Sonntagmorgen gehört dazu – schon von Anfang an.
Landrat Paul Breuer, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft, begrüßt
auf dem Schulhof der Albert-Schweitzer-Schule Pfarrerin Almuth Schwichow
und den „Neuen“ im katholischen Pfarrverbund Hüttental-Freudenberg,
Vikar Johnson Achandy, die Mitglieder des ökumenischen Vorbereitungskreises,
den CVJM-Posaunenchor Setzen unter dem Dirigat von Volker Nöll und
alle anderen Gottesdienstbesucher. Pfarrerin Schwichow predigt über
Verse aus der Apostelgeschichte, über die Gemeinschaft der ersten
Christen in Jerusalem nach Jesu Tod, seiner Auferstehung und der
Himmelfahrt. „Die ganze Gemeinde war ein Herz und eine Seele.
Alles wurde miteinander geteilt, niemand brauchte Not zu leiden.“
Sie zieht Vergleiche zu den ersten Siedlern in den 50er Jahren im
Wenscht. „Hier herrschte eine einzigartige  Aufbruchstimmung,
jeder half jedem, jeder war für den anderen da. Die Häuser wurden
gemeinsam errichtet.“ Zum Schluss spricht Pfarrerin Schwichow
die heutigen Verhältnisse an. „Ist jeder noch für den anderen
da? Hilft jeder jedem? Wird alles geteilt, was da ist?“ Danach
das Lied eG 265. Da heißt es im dritten Vers: „Er lasse uns
Geschwister sein, der Eintracht uns erfreu´n …“

  • Brötchen und mehrere Pyramiden

Wieder war der Männerkreis „Hoher Rain“ auf Tour, dieses
Mal – am 16. Juni – ging es nach Welschen-Ennest. „Welschen-Ennest?
Was gibt es da schon zu sehen?“, wird sich jetzt die eine Leserin
oder der andere Leser fragen. Lassen Sie sich überraschen: Das Ziel
der Männer und ihrer Frauen war die Großbäckerei Hesse. Um 7.45
Uhr fuhr man los; da waren die Bäcker schon fast sieben Stunden
im Stress, denn ihr Tagwerk beginnt pünktlich um 1.00 Uhr! Dieter
Kaltschmidt, der die Tagestour organisiert hatte, zeigte sich vom
Betrieb ganz angetan: „Wir waren beeindruckt von den vielen
Maschinen, Öfen, Mischanlagen und Handarbeitsplätzen sowie von der
gesamten Produktion der leckeren Backwaren!“ Nach der Besichtigung
gab es für die Besucher aus Geisweid ein reichhaltiges und wohlschmeckendes
Frühstück.
Gestärkt und guter Dinge fuhr man weiter nach Lennestadt-Meggen
zu den „Sauerland-Pyramiden“, oberhalb des neuen Industriegebietes
gelegen. Hier ist die Heimat der Firma Rayonex GmbH, der Paul-Schmidt-Akademie
und des Galileo-Parks. Ein Ort für Forschung und Ausstellungen.
Schon im Jahr 2000 begann man mit der Planung eines Themenparks,
der Einheimischen und Touristen ungewöhnliche und anspruchsvolle
Attraktionen bieten soll. Das ist gelungen! Man war begeistert.
„Die derzeit laufenden Ausstellungen ´Deeper than light – Aus
der Tiefsee´ und ´Leonardo, Erfinder und Ingenieur – Zeichnungen
und Modelle´ stießen bei und allen auf ein sehr großes Interesse.
Nur wo soll man anfangen zu erzählen, und wo soll man aufhören?“
Unser Tipp: Besuchen Sie sie doch selbst einmal, die „Sauerland-Pyramiden“!

  • Zahlen und interessante Fakten

Interessante Zahlen, die der Evangelische Pressedienst (epd)
jetzt in der Wochenzeitung „Unsere Kirche“ (UK) veröffentlicht
hat: Rund zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland gehörten Ende
2009 einer christlichen Kirche an: 24,9 Mill. Menschen waren Mitglied
der röm.-kath. Kirche, gut 24 Mill. der evangelischen und 1,3 Mill.
der orthodoxen Kirche. Im diesem Jahr wurden in der Evangelischen
Kirche in Deutschland ca. 200.000 Kinder und Erwachsene getauft
und mehr als 230.000 Jugendliche konfirmiert. Rund 300.000 Menschen
wurden kirchlich bestattet. Etwa eine Million Frauen, Männer und
Kinder besuchten jeden Sonntag einen evangelischen Gottesdienst.
Zu besonderen Anlässen, wie zum Beispiel zum Erntedankfest, war
die Zahl doppelt so hoch. An Weihnachten wurden sogar neun Millionen
Kirchgänger gezählt! In der evangelischen Kirche arbeiteten rund
19.000 Theologinnen und Theologen im Gemeindedienst, in Krankenhäusern
und Altenheimen sowie im Schuldienst. Und: In den Einrichtungen
der Diakonie waren den Angaben zufolge etwa 440.000 Frauen und Männer
beschäftigt.

  • Goldkonfirmanden und neues Zentrum

Eine der ersten größeren Spenden für das geplante Ev. Gemeindezentrum
„mittendrin“ konnte schon verbucht werden. Spenderinnen
und Spender waren die Konfirmandinnen und Konfirmanden des Jahrgangs
1961, die am 19. Juni in der Talkirche ihre „Goldene“
feierten. Den festlichen Gottesdienst leitete Pfarrer Dr. Martin
Klein. Beim sich anschließenden geselligen Beisammensein wurden
genau 400,00 Euro gesammelt. „Aufrichtigen Dank“ sagen
wir auch von dieser Stelle. Marlies Benfer, Dr. Alfred Otto und
Ilona Moll überreichten den Geldbetrag kurze Zeit später stellvertretend
für alle anderen. „Der Anfang ist gemacht“, meinte Pfr.
Klein erfreut und erläuterte den Anwesenden das geplante Objekt.
„Ich bin zuversichtlich, dass wir das neue Gemeindezentrum
mit Hilfe von vielen Spendern, Konzerten, einem Sponsorenlauf und
anderen Aktionen schaffen werden“, fügte er hinzu. Das Zentrum
„mittendrin“ wird – wie Sie ja schon wissen – an den vorhandenen
Kindergarten Ortsmitte angebaut. Manfred Dornseifer erwähnt, dass
sich die Gesamtkosten auf rund 1,2 Mio. Euro belaufen und dass die
Kirchengemeinde ein Fünftel, also ca. 240.000 €, selbst aufbringen
muss. Während der Baubeginn für 2012 geplant ist, sollen schon im
Herbst die ersten Spendenaufrufe gestartet werden. Wir werden Sie,
liebe Gemeindeglieder, ausführlich darüber unterrichten.

  • Schulbeginn und andere Fächer

7. September – Beginn des neuen Schuljahres 2011/2012: Für viele
Mädchen und Jungen beginnt der „Ernst des Lebens“, sie
werden in der Birlenbacher Schule, in der Geisweider Schule, in
der Hüttentalschule und in der Albert-Schweitzer-Schule eingeschult.
Wir wünschen euch I-Männchen viel Freude und Erfolg beim Lernen,
und wir wünschen euch für den neuen Lebensabschnitt Gottes gutes
Geleit. Das gilt natürlich auch für jene Schülerinnen und Schüler,
die an eine weiterführende Schule wechseln und sich dort erst einmal
orientieren und eingewöhnen müssen. Denn es gibt neue Gesichter
in der Klasse, andere Lehrkräfte, andere Fächer und neue Anforderungen.
Auch euch alles erdenklich Gute und Gottes Segen!

  • Bratkartoffeln und stehender Festzug

Besondere Feierlichkeiten in Birlenbach sowie in Sohlbach und
Buchen: 2011 jährte sich die urkundliche Erwähnung der Ortschaften
nämlich zum 550. Mal. Dazu nochmals unsere herzlichsten Glück- und
Segenswünsche! Die Birlenbacher feierten zuerst, und zwar am 25.
und 26. Juni. Trotz des zunächst durchwachsenen Wetters war das
Fest ein voller Erfolg. Der Posaunenchor des CVJM Klafeld unter
dem Dirigat von Matthias Otterbach eröffnete am frühen Samstagnachmittag
die Feierlichkeiten. Die Bläser und der Gemischte Chor Birlenbach
waren am Sonntag auch an der musikalischen Gestaltung des Ökumenischen
Gottesdienstes auf dem Schulhof der Grundschule beteiligt. Pfarrerin
Almuth Schwichow predigte im Beisein von Pfr. Karl-Hans Köhle und
Pastor Daniel Kliemt über „Suchet der Stadt Bestes“. Am
Stand des CVJM gab es an beiden Tagen leckere und gut gewürzte Bratkartoffeln;
einige Mitglieder unseres Presbyteriums zeigten, dass viele Köche
den „Brei“ nicht verderben. Die ehemalige Lehrerin und
jetzige Presbyterin Erika Nöll forderte die Kinder zu einem Quiz
zur Dorfgeschichte auf. „Viele haben mitgemacht, aber es gab
ja auch tolle Preise und Gewinne!“ Am 3. Juli fanden die Feierlichkeiten
für die Ortschaften Sohlbach und Buchen statt, und zwar mit einem
„stehenden Festzug“ in der Jakob-Scheiner-Straße und im
Gensterfeld. Die örtlichen Vereine und die christlichen Gemeinden
hatten sich zusammengetan, um das Jubiläum gebührend zu feiern.
Und der Zuspruch war riesig! Auch beim Ökumenischen Gottesdienst
zu Beginn des Festes. Pfarrer Dr. Martin Klein hielt seine Predigt
über „Das große Abendmahl“ (Lk 14,16-24), nachzulesen
auf unserer Homepage unter www.kirche-klafeld.de, und zog
die eine oder andere interessante Parallele zur 550-Jahrfeier. Von
der kath. Kirchengemeinde wirkte Gemeindeassistentin Nicoletta Balint
mit, von der FeG Pastor Norman Kämpfer. Die Mädchen und Jungen unseres
Kindergartens in der Bruchwiese führten ein Anspiel zum Predigttext
auf. An vielen Ständen und bei vielen Aktionen wurde das dörfliche
Leben einst und jetzt präsentiert und für Spiel, Spaß und das leibliche
Wohl gesorgt. Auch die Mädchenjungschar beteiligte sich mit einer
Tanzvorführung am tollen Programm.

 

Predigt vom 28.8.2011

 

GOTTESDIENST FÜR DEN ZEHNTEN
SONNTAG NACH TRINITATIS

Pfr. Dr. Martin Klein
Tal-
und Wenschtkirche, 28.8. 2011
Text: Ex 19,1-8

Am ersten Tag
des dritten Monats nach dem Auszug der Israeliten aus Ägyptenland,
genau auf den Tag, kamen sie in die Wüste Sinai. Denn sie waren
ausgezogen von Refidim und kamen in die Wüste Sinai und lagerten
sich dort in der Wüste gegenüber dem Berge.
Und Mose stieg hinauf
zu Gott.
Und der HERR rief ihm vom Berge zu und sprach: „So
sollst du sagen zu dem Hause Jakob und den Israeliten verkündigen:
Ihr habt gesehen, was ich mit den Ägyptern getan habe und wie ich
euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht. Werdet
ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt
ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist
mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges
Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.“

Mose kam und
berief die Ältesten des Volks und legte ihnen alle diese Worte vor,
die ihm der HERR geboten hatte. Und alles Volk antwortete einmütig
und sprach: „Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun.“ Und
Mose sagte die Worte des Volks dem HERRN wieder.

Wenn man nur den
historischen Kern betrachten würde von dem, was uns hier beschrieben
wird, dann wäre das Ganze bestenfalls eine Randnotiz der Religionsgeschichte:
Irgendwann im 13. Jahrhundert vor Christi Geburt entkam eine Gruppe
von Hebräern der Sklaverei in Ägypten. Ein-, zweitausend Menschen
maximal, vielleicht auch nur ein paar Hundert. Ihr Anführer, Mose,
war im Namen eines Gottes aufgetreten, der damals nur von ein paar
Volksstämmen in Nordwestarabien verehrt wurde und von dem man glaubte,
dass er auf einem Berg namens Sinai seinen Wohnsitz habe. Diesem
Gott schrieben nun die ehemaligen Sklaven ihre Befreiung zu. Nach
der wunderbaren Rettung vor ihren Verfolgern am Schilfmeer zogen
sie deshalb zum Berg Sinai, um dem Gott Jahwe – so die wahrscheinlichste
Aussprache seines Namens – zu huldigen, ihm zu danken und ihn als
ihren Gott anzunehmen. Den Glauben an ihn nahmen sie mit zu ihren
neuen Wohnsitzen im Lande Kanaan.

Das alles wäre
vermutlich längst vergessen, wenn das, was diese Menschen erlebt
hatten, nicht eine ungeheure Wirkung entfaltet hätte: wenn sich
nicht in der Folgezeit um die ehemaligen Sklaven herum die Stämme
des Volkes Israel gesammelt hätten, wenn nicht aus dem Berggott
Jahwe der Gott Israels geworden wäre und wenn Israel nicht – viel
später erst – zu der Überzeugung gekommen wäre, dass dieser Gott
kein anderer ist als der Schöpfer der Welt, der einzige Gott, dem
die ganze Erde gehört, während alle anderen Götter nur von Menschen
gemachte Götzen sind.

Unser Predigttext
stammt aus der Zeit, wo sich diese Überzeugung schon durchgesetzt
hatte. Und so ist hier aus dem Erlebnis einiger flüchtiger Sklaven
die entscheidende Begegnung geworden zwischen dem ganzen Volk Israel
und dem HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Eine Begegnung,
die bis zum heutigen Tag das Herzstück des jüdischen Glaubens geblieben
ist. Eine Begegnung, die auch unser christliches Gottesbild und
auch das des Islams entscheidend geprägt hat – haben wir doch beide
einen Glauben, der jüdische Wurzeln hat.

Es lohnt sich
also, wenn wir diese Begegnung einmal näher in Augenschein nehmen.
Und der Abschnitt, der heute Predigttext ist, eignet sich dafür
besonders gut, weil er alle Äußerlichkeiten und Einzelheiten außen
vor lässt und sich auf das Wesentliche beschränkt.

Kurz gesagt: Hier
wird ein Bund geschlossen. Das ist die entscheidende Deutung, die
man in Israel später den Ereignissen am Sinai gegeben hat. Und diese
Deutung hatte große Wirkung. Von ihr her sind wir Christen es gewohnt,
das Verhältnis zwischen Gott und Israel den „Alten Bund“ zu nennen.
Von ihr her nennen wir die heilige Schrift, die diesen Bund entfaltet,
„Altes Testament“, denn testamentum ist nichts anderes als die lateinische
Übersetzung des hebräischen Wortes für „Bund“. Und wenn wir demgegenüber
das Verhältnis zwischen Gott und allen, die an Jesus Christus glauben,
den „Neuen Bund“ nennen – und das davon handelnde Buch „Neues Testament“
–, dann heißt das eigentlich gerade nicht, dass dieser neue Bund
an die Stelle des alten tritt und etwas völlig anderes ist. Sondern
es heißt, dass Gott auch uns Christen, so wie Israel immer schon,
in der Form des Bundes begegnet – nur dass dieser Bund nun in Christus
nicht mehr nur dem Volk Israel, sondern allen Menschen gilt. Wenn
wir uns also anschauen, was das für ein Bund ist, den Gott mit Israel
schließt, dann erfahren wir auch Entscheidendes über unser Verhältnis
zu Gott.

Also: Was ist
das für ein Bund, der hier geschlossen wird? Ist er so etwas wie
ein Bündnis von Staaten, die als gleichberechtigte Partner einen
Vertrag miteinander aushandeln? Ist er so etwas wie die Aufnahme
in einen exklusiven Club, derer sich der Aufzunehmende erst mal
würdig erweisen muss? Ist er eine Art Vertrag zwischen Chef und
Untergebenem: „Ich erwarte von dir, dass du dich mit der Firma identifizierst
und deine Arbeitskraft zur Verfügung stellst, und dafür zahle ich
dir den und den Lohn“? Oder ist er so etwas wie der „Bund der Ehe“,
wo zwei Menschen, die sich lieben, eine Gemeinschaft fürs Leben
bilden?

Der letzte Vergleich
kommt der Sache am nächsten, trifft es aber auch nicht ganz. Das
liegt letztlich an den Partnern, die zu diesem ganz speziellen Bund
gehören: auf der einen Seite Gott, dem die ganze Erde gehört, auf
der anderen Seite Menschen, die Gott geschaffen hat, die ihm also
auch gehören. Von gleichberechtigten oder auch nur eigenständigen
Vertragspartnern kann im Verhältnis von uns Menschen zu Gott also
gar nicht die Rede sein. Wir gehören ihm ohnehin und verdanken ihm
schlechthin alles. Wir haben ihm nichts anzubieten, was er nicht
auch ohne uns schon hätte. Wir könnten ihn durch nichts dazu bewegen,
einen Bund mit uns zu schließen, wenn er es nicht so haben wollte.

Das ist nun aber
genau der springende Punkt: Gott schließt einen Bund mit Israel
einzig und allein, weil er es will. An anderen Stellen im Alten
Testament sagt Gott es ganz deutlich: „Ich habe euch nicht zu meinem
Volk gemacht, weil ihr so wichtig und bedeutend wärt – im Gegenteil:
ihr seid das kleinste und unbedeutendste aller Völker. Ich habe
euch auch nicht zu meinem Volk gemacht, weil ihr mir so treu ergeben
seid und immer tut, was ich sage – im Gegenteil: ihr seid der halsstarrigste
und undankbarste Haufen, den man sich nur vorstellen kann. Nein,
ihr habt es nicht verdient, dass ich euer Gott bin. Wenn ich es
trotzdem bin und immer bleiben werde, wenn ich trotzdem einen unverbrüchlichen
Bund mit euch schließe, dann einzig und allein, weil ich euch lieb
habe.“

Kleine, aber bedeutsame
Zwischenbemerkung: Jetzt wird uns hoffentlich auch klar, warum uns
alles daran gelegen sein muss, dass dieser alte Bund mit Israel
auch angesichts des neuen Bundes in Christus seine Gültigkeit behalten
hat. Denn wenn Gott sein Verhältnis zu Israel wegen Ungehorsams
aufgekündigt hätte, was hätten wir dann wohl angesichts unseres
Ungehorsams zu erwarten, der wahrlich nicht kleiner ist?

Aber zurück zum
Bund vom Sinai: Gott nennt ihn „meinen Bund“. Er schließt ihn nicht
ab mit einem eigenständigen Partner, sondern er gewährt ihn – absolut
freiwillig und ungezwungen. Unter diesem Vorzeichen steht alles,
was unser Text zu diesem Bund ausführt.

Schon am Anfang
wird deutlich, dass Gott von sich aus in Vorleistung getreten ist:
Ihr habt gesehen, was ich mit den Ägyptern getan habe und wie ich
euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht. Die
Befreiung aus der Sklaverei, die Rettung am Schilfmeer, die Führung
und Bewahrung bis hierher zum Sinai – all das ist allein Gottes
Werk. So wie es später auch mit der Sendung Jesu der Fall war. Wenn
wir Gott also als freie Menschen gegenübertreten können, dann deshalb,
weil er uns frei gemacht hat.

Als freie Menschen
tragen wir nun aber auch eine Verantwortung, nämlich „Gottes Stimme
zu gehorchen und seinen Bund zu halten“, also so zu leben, wie es
dem Willen Gottes entspricht. Die Zehn Gebote im nächsten Kapitel
bilden dafür eine gute Grundlage. Wohlgemerkt: Das ist nicht die
Bedingung, damit Gott den Bund mit uns eingeht, sondern es ist die
Konsequenz aus dem Bund, den Gott schon gewährt hat. Denn Gott hat
ein Ziel damit. Er möchte, dass seine Menschen „ein Königreich von
Priestern und ein heiliges Volk“ sind. Das heißt nicht, dass alle
Israeliten Priester oder alle Christen Pfarrer werden müssten, sondern
dass alle Menschen, denen Gottes Bund gilt, ganz und gar sein Eigentum
sein sollen – so wie der Heidelberger Katechismus es für uns Christen
formuliert: „dass ich mit Leib und Seele im Leben und im Sterben
nicht mir, sondern meinem getreuen Heiland Jesus Christus gehöre
… – von Herzen willig und bereit, fortan ihm zu leben.“

Das klingt nach
einem hohen und weitgesteckten Ziel, und wir fragen uns vielleicht,
wie wir es je erreichen sollen. Aber wenn wir uns klar machen, dass
wir ja schon jetzt Gottes Eigentum sind, wo ihm doch die ganze Erde
gehört, dann müssen wir eigentlich nur noch werden, was wir schon
sind – und dafür reicht die Freiheit, die Gott uns schenkt allemal
aus.

Das macht der
Schluss des Textes noch einmal deutlich. Denn man könnte ja denken,
wenn der Bund allein Gottes Sache ist, dann ist es doch völlig gleichgültig,
ob ich dazu Ja oder Nein sage, ob ich sozusagen meine Unterschrift
unter die Bundesurkunde setze oder nicht. Aber wenn es so wäre,
dann wären wir ja doch immer noch Sklaven und nicht Menschen, denen
Gott die Freiheit geschenkt hat. Deshalb ist es wichtig, dass der
Text mit der Zustimmung des Volkes schließt: Alles Volk antwortete
einmütig und sprach: „Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir
tun.“ Und Mose sagte die Worte des Volks dem HERRN wieder. Als Sklaven
hat Gott Israel aus Ägypten geführt, aber als freie Menschen sagen
sie nun Ja zu ihm und seinen guten Lebensweisungen. Und auch das
gilt im neuen Bund nicht anders als im alten: Wir sind, wie Paulus
sagt, „Sklaven der Sünde“; wir haben nicht die Freiheit, aus eigenem
Willen und eigener Kraft unsere Gottesferne zu überwinden. Aber
als Gott selber Mensch wurde, da hat er uns aus dieser Sklaverei
herausgeführt, und als freie Menschen können wir nun Ja sagen zu
ihm, wo und wann immer er uns begegnet. Und dann können wir auch
tun, was ihm gefällt.

Amen.