Verabschiedung Simone Nassauer

Verabschiedung Simone Nassauer
 

Im Gottesdienst
am 1. Juli wurde Simone Nassauer aus ihrem langjährigen Dienst als
Organistin in Birlenbach verabschiedet. Seit dem 1. April 1981 war
sie bei der Kirchengemeinde Klafeld angestellt, saß jedoch auch
schon vorher als Orgelschülerin in Birlenbach auf der Orgelbank,
damals, so erinnerte sie sich dankbar, noch angewiesen auf den Fahrdienst
ihrer Eltern.

Mehr als ein Vierteljahrhundert
lang hat sie die Gemeinde begleitet: in Gottesdiensten und im Kindergottesdienst,
bei Taufen, Trauungen und Beerdigungen, bei Seniorenfeiern, Festen
und Konzerten. Pfarrerin Schwichow dankte ihr, auch im Namen des
Presbyteriums, dafür, dass sie der Gemeinde so lange die Treue gehalten
habe, auch dann noch, als sich im vergangenen Jahr abzeichnete,
dass die Birlenbacher Kirche geschlossen würde. Nach dem Gottesdienst
nutzten zahlreiche Gemeindeglieder und die beiden Birlenbacher Chöre
die Gelegenheit, Frau Nassauer für die gute Zusammenarbeit zu danken
und sie mit freundlichen Wünschen zu verabschieden. Inzwischen hat
Simone Nassauer die Organisten stelle in ihrem Wohnort Eichen übernommen.
Wir wünschen ihr weiterhin viel Freude an ihrem Dienst und Gottes
Segen für sie und ihre Familie.


Orte und Gebäude vergehen …….

Orte und Gebäude vergehen,
aber der Glaube bleibt….

Informationen zur Stilllegung
der Gebäude der Kirchengemeinde

Orte und Gebäude
vergehen, aber der Glaube bleibt…., das sagt Pfr. Dr. Martin Klein
in der Predigt bei seiner Amtseinführung im Wenscht. Wohl wahr.
Aber mit dem näher rückenden Termin der Stilllegung des Lutherhauses,
des Gemeindezentrums Birlenbach, der Setzer Kirche und des Paul-Gerhardt-Hauses
verliert dieser Satz in meinem Kopf zunehmend seine froh machende
Bedeutung. „Orte und Gebäude vergehen….“ Noch nie ist es mir so
schwer gefallen, sachliche Informationen zu Papier zu bringen. Ich
bin doch nur ein Wenschter. Mich betrifft es doch eigentlich nicht
so sehr! Trotzdem: in meinem Kopf schwirren die Gedanken. Ich musste
und habe die Endscheidungen, die Ihnen liebe Leser hinlänglich bekannt
sind, mitgetragen. Aber was wurde dadurch in der Gemeinde ausgelöst?
Wie kann ein Birlenbacher, Sohlbach/Buchener oder Setzer dies alles
nachvollziehen, dem sein Gemeindezentrum vertraut und ein Stück
Heimat in Gruppen und Kreisen und im Gottesdienst geworden ist?
Oder wie wir alle, denen das Lutherhaus, in seiner über 100-jährigen
Tradition, ein nicht wegzudenkende Institution ist? „Orte und Gebäude
vergehen….“ Bei jedem von Ihnen werden diese 4 Worte sicher andere,
eigene Emotionen und Gedanken auslösen. Jedenfalls, in meinem Kopf
schwirrt es, wenn ich mir die verschieden Blickwinkel auszumalen
versuche.

Aber der Zeitpunkt
der Stilllegung rückt immer näher und wir wollen und müssen Abschied
nehmen. Am Sonntag, 30. September finden jeweils um 9.30 Uhr in
Setzen mit Pfr. Dr. Klein, in Birlenbach mit Pfrn. Schwichow und
im Paul-Gerhardt-Haus mit Pfr. Schäfer Abschiedsgottesdienste statt.
Am Mittwoch, 19. September um 19.30 Uhr lädt Pfr. Schäfer in den
Großen Saal des Lutherhauses ein, um mit Ihnen gemeinsam einen Streifzug
durch die lange und reiche Geschichte des Hauses zu machen. Am Samstag,
8. September um 18.30 Uhr findet in der Birlenbacher Kirche ein
Abschiedskonzert statt. „Vertraut den neuen Wegen…“ Musik und Impressionen.
Ausführende werden sein: Der Gemischte Chor Birlenbach, pian et
forte und Band.

Sie sind alle
herzlich eingeladen, um Abschied zu nehmen, Rückblick zu halten,
ein gutes Stück zu trauern und vielleicht Ihre Gedanken zu ordnen
und mit anderen ins Gespräch zu kommen. Vielleicht, und ich würde
es mir wünschen, auch um über die neuen Wege zu sprechen. Denn jede
Veränderung, so schmerzlich sie auch sei, hält neue Chancen für
uns bereit. Wir müssen sie nur annehmen wollen.

Wenn wir schon
einmal bei Veränderungen sind: in den verbleibenden Kirchen findet
ab Oktober wieder jeden Sonntag ein Gottesdienst satt. In der Talkirche
um 9.30 Uhr und in der Wenschtkirche um 11 Uhr. Auch der Kindergottesdienst
im Wenscht soll neu belebt werden. Ganz neu wird sein: „Guten Abend
Kirche“, eine neue Gottesdienstform im Wenscht an jedem 1.
Sonntag im Monat um 18 Uhr, beginnend am 7. Oktober.

Wie sich vor 100
Jahren Gemeindeglieder am Sonntag zu Familiennachmittagen trafen,
wollen wir Sie ab dem 28. Oktober, jeweils am 2. und 4. Sonntag
im Monat von 15 bis 18 Uhr ins „Cafe im Pfarrhaus“ einladen, um,
bei Kaffee und Kuchen, über Gott und die Welt zu plauschen.

Auch der Konfirmationsunterricht
wird Veränderungen erfahren: Bedingt durch Nachmittagsunterricht
in den Schulen wird Blockunterricht einmal im Monat die gewohnten,
wöchentlichen Unterrichtsstunden ablösen.

Und die Kinder-
und Jugendarbeit findet schwerpunktmäßig im Wenscht statt. Wolfgang
Hofheinz wird dann sein Büro im Turm der Wenschtkirche haben und
junge Christen und Familien werden in Zukunft das doch manchmal
so beschauliche Gemeindezentrum mit Leben füllen.

„Vertraut den
neuen Wegen…“, das soll nicht nur wieder eine solche „Kopf hoch
Parole“ sein, nein, ich fordere Sie auf vertrauensvoll mit zu tun
und Ihren Platz in der Gemeinschaft unter veränderten Bedingungen
zu finden, auch wenn noch viele Details unklar sind und noch viele
Fragen offen.

Wie z.B die Zukunft
des Paul-Gerhardt-Hauses (PGH). Die Gespräche und der Schriftverkehr
mit dem Kreissynoldalvorstand (KSV) besagen lt. der letzen Antwort,
dass eine in Aussicht gestellte, kreiskirchliche Nutzung nicht möglich
ist, sich aber der KSV noch immer in einer besonderen Verantwortung
gegenüber dem Paul-Gerhardt-Haus sieht. Weitere Gespräche laufen
zur Zeit. Es wird im September eine Gemeindeversammlung zu diesem
Thema geben. Eine Terminansage ist leider vor Redaktionsschluss
dieser Ausgabe der Gemeindenachrichten nicht möglich. Der Termin
wird in den Gottesdienststätten aber rechtzeitig abgekündigt, bzw.
für den Bereich Sohlbach / Buchen wird eine Einladung vor Auslieferung
des Blättchen eingelegt und im Internet veröffentlicht.

Auch ist noch
für einige Gruppen unklar, in welchen Räumen sie sich ab Oktober
treffen werden (siehe Wöchentliche Termine). An diesen Fragen wird
zur Zeit fieberhaft gearbeitet (z.B. Anmietung Vereinshaus Setzen)
und wir werden Sie, mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln,
rechtzeitig informieren. Dass unsere Gemeindenachrichten nur alle
2 Monate erscheinen, erschwert allerdings den Informationsfluss,
daher achten Sie auf Abkündigungen und sprechen Sie sich in den
Gruppen ab, oder klicken Sie öfters mal die Homepage an.

Bezüglich der
Verteilung des Inventars der stillzulegenden Gebäude hat der Koordinierungs-Ausschuss
Gruppen und Kreise zwecks Bedarfsermittung angeschrieben.

Auf Anfragen aus
der Gemeinde hin, hat sich das Presbyterium entschlossen in Setzen,
Birlenbach und im Paul-Gerhardt-Haus bei Sterbefällen vor Ort auszuläuten,
so lange die Gebäude keiner anderen Nutzung zugeführt werden. Die
Bestattungsunternehmen sind über diese Regelung informiert.

Wie bereits im
Juni 2006 bei der ersten Gemeindeversammlung zur Umstrukturierung
der Gemeinde angekündigt, werden Buslinien eingesetzt, um einen
Gottesdienstbesuch aller Gemeindeglieder zu ermöglichen. Folgende
Buslinien stehen kostenlos ab dem 3. Oktober jeden Sonntag zur Verfügung:

Setzen >
Talkirche

Birlenbach >
Talkirche

Buchen >
Talkirche

Obersetzen

9:10

Langenholdinghausen Mühle

9:10

Buchen Löschteich

9:10

Mittelsetzen

9:11

Birlenbach Siedlung

9:11

Buchen Waidmannsweg

9:11

Niedersetzen

9:12

Birlenbach Mitte

9:12

Buchen Feuerwehr

9:12

Dillnhütten Setzerstr.

9:13

Geisweid Müller

9:13

Sohlbach Kaisereiche

9:13

Gasthof Reuter

9:14

Geisweid SAG

9:14

Sohlbach Deller

9:14

Bergstraße

9:16

Park & ride, Geisweid

9:15

Sohlbach Mitte

9:15

Talkirche

9:17

Geisweid, Sohlbacherstraße

9:17

Geisweid Langenbachtal

9:16

Talkirche

9:19

Freibad

9:17

Talkirche

9:20

Rückfahrten erfolgen nach Ende des Gottesdienstes.

Das Presbyterium
hat im Bestreben die Umstrukturierung reibungslos zu gestalten,
versucht alle Belange der Gemeindeglieder zu berücksichtigen. Sollte
es an einzelnen Stellen nicht gelungen sein, sind wir für Ihre Vorschläge
jederzeit offen. Sprechen Sie uns an. Gehen Sie mit uns die NEUEN
WEGE…….

Günter Gollos

Amteinführung Pfr. Dr. Martin Klein

Sehnsüchtig erwartet
Dr.
Martin Klein neuer Pfarrer in der Wenscht

Als Pfarrer der
Kirchengemeinde Klafeld wurde jetzt Dr. Martin Klein von Superintendentin
Annette Kurschus in einem feierlichen Gottesdienst in sein neues
Amt eingeführt. „Selten wurden Pastoren so sehnsüchtig erwartet,
wie sie in der Kirchengemeinde Klafeld erwartet wurden“, sagte die
Superintendentin im übervollen ev. Gemeindezentrum in der Wenscht
in Geisweid. Seit über einem Jahr war die Pfarrstelle vakant. In
dieser Zeit haben das Presbyterium mit den ehrenamtlich und hauptamtlich
Mitarbeitenden der Gemeinde, besonders aber Pfarrerin Almuth Schwichow
und Pfarrer Burkhard Schäfer in der anstrengenden Phase der Umstrukturierung
der Gemeinde sich über das übliche Maß hinaus eingesetzt. „Nun“,
so Kurschus, „ist die Freude groß, dass Sie da sind.“ Seit 1. August
versieht Pfarrer Klein bereits seinen Dienst in der Gemeinde.

Während der Einführung
gab Superintendentin Kurschus der Gemeinde auf, den Dienst des Pfarrers
zu achten, ihm beizustehen und für ihn zu beten.

Seiner Predigt
legte Pfarrer Klein die Begegnung einer Frau aus Samarien mit Jesus
(Johannes 4) zugrunde. Seine Kernsätze: Nicht der Ort der Gottesanbetung,
sondern der Geist und die Wahrheit sind von Bedeutung. Das Heil
kommt von den Juden. Der Gott Israels wurde in Christus Mensch.
Ohne Judentum kein Christentum. Ohne Israel keine Kirche. Auch die
christlichen Konfessionen seien nicht mit Geist und Wahrheit gleichzusetzen.
Allerdings sage Jesus: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Wo ein Mensch Jesus begegnet, begegne er Gott. Nicht die Traditionspflege
und Religionsausübung seien bedeutsam, sondern die Begegnung mit
Jesus.

Musikalisch gestaltet
wurde der Einführungsgottesdienst von Günter Drucks an der Orgel,
dem Posaunenchor Setzen und dem Singkreis Schüren-Ost. Mit zwei
Bussen waren ehemalige Gemeindeglieder und Kollegen der Kirchengemeinde
Schüren nach Geisweid gekommen, um ihren ehemaligen Pfarrer
in seiner neuen Gemeinde zu besuchen und bei seiner Einführung mitzuwirken.


Pfarrer
Dr. Martin Klein wurde von den Gemeindegliedern der Kirchengemeinde
Klafeld herzlich willkommen geheißen. Nach dem Einführungsgottesdienst
im Gemeindezentrum Wenscht begrüßten ihn viele Gemeindeglieder der
neuen Gemeinde und verabschiedeten sich Gemeindeglieder aus Schüren
per Handschlag.

Foto
Karlfried Petri


Pfarrer Dr.
Martin Klein stammt aus dem Siegerland und kommt somit in seine
Heimat zurück.1964 ist er in Siegen geboren und in Burbach aufgewachsen.
Dort war er durch seine Familie eng mit dem CVJM und der landeskirchlichen
Gemeinschaft verbunden und hat als Jugendlicher auch selber im CVJM
mitgearbeitet. Klein: „Diese Prägung hat entscheidend zu meinem
Entschluss beigetragen, nach dem Abitur am Gymnasium Neunkirchen
Theologie zu studieren. Trotz aller Veränderungen in Glauben und
Denken, die das Studium mit sich gebracht hat, bin ich meinen Wurzeln
auch immer verbunden geblieben.“ Studiert hat er zunächst
in Marburg und dann in Tübingen. Dort hat er seine Frau Stephanie
kennen gelernt, die Medizin studierte. Das Ehepaar hat drei Kinder
zwischen elf und sechs Jahren.Nach dem ersten Examen erhielt Pfr.
Klein die Chance zur Promotion an der Universität Bochum, wo er
vier Jahre als Assistent an einem Lehrstuhl für Neues Testament
tätig war. Danach erfolgte, ebenfalls in Bochum, Vikariat und Entsendungsdienst,
bevor er 1999 zum Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Schüren
in Dortmund gewählt wurde. Dort hat er das Gemeindepfarramt
in all seiner Vielfalt kennen und schätzen gelernt. Schwerpunkte
seiner Arbeit waren bisher Gottesdienste jeder Art, die Arbeit mit
Kindern, Jugendlichen und jungen Familien sowie Besuchsdienstarbeit.
Klein: „An die guten Erfahrungen, die ich dabei gemacht habe, möchte
ich gern auch in meiner neuen Gemeinde anknüpfen. Das Herz des Ganzen
ist dabei für mich immer die Beschäftigung mit der Bibel gewesen,
die sich als roter Faden durch meinen ganzen Werdegang zieht. Ihre
Schätze immer wieder neu zu entdecken und für mich und andere zum
Leuchten zu bringen, darin sehe ich meine wichtigste Aufgabe. Ich
verlasse mich dabei auf Gottes Beistand und hoffe auf gutes Gelingen.“

Nach dem Einführungsgottesdienst
fand im Gemeindezentrum Wenscht ein Empfang der Kirchengemeinde
statt. Pfarrer Karl Heinz Köhle von der katholischen Nachbargemeinde,
Pfr. Heiner Montanus von der evangelischen Nachbargemeinde, Landrat
Paul Breuer, Siegens stellv. Bürgermeister Jens Kamieth, Superintendentin
Annette Kurschus für den Kirchenkreis Siegen sowie das Presbyterium
der Kirchengemeinde Klafeld hießen in ihren Grußworten den neuen
Pfarrer herzlich willkommen.

kp

Fotos vom Einführungs-Gottesdienst
>>>>
(hier anklicken)


Grußwort aus Schüren

Grußwort des
Sing-Kreis Schüren-Ost am 12.08.2007
zur Einführung von
Pfr.Dr.Martin Klein in Klafeld

Sehr geehrte Damen und Herren,
Lieber Martin
und Familie,
Liebe Schwestern und Brüder,
Liebe Klafelder….

Sie haben es schon bemerkt: Die Schürener
sind eingefallen, mit 2 Bussen und in Battalions-Stärke! Wir sind
ganz einfach unserem Martin nachgereist, haben hier seine Amtseinführung
miterlebt und möchten sehen, wo er mit seiner Familie denn abgeblieben
ist. Wir, das sind die Frauenkreise, die Männerrunde und der Singkreis
– als dessen Vertreter ich hier spreche. Und genau in diesem Singkreis
war die ganze Familie Klein voll eingebunden – nun werden sie uns
sehr fehlen, besonders die sehr schöne Tenor-Stimme unseres Martin.

Verzeihen Sie, wenn ich hier immer wieder von „unserem Martin“
spreche, das ist einfach eine Liebeserklärung und ein herzliches
Dankeschön all der hier vertretenen Schürener Kreise – natürlich
gehört er jetzt ganz Ihnen und ist nicht nur nach Klafeld ausgeliehen.

Auf wenige Dinge möchte ich mich konzentrieren:

  1. In Schüren wird wohl – hoffentlich nur
    heute – ein in der Besucherzahl reduzierter Gottesdienst stattfinden
    müssen. Ein sehr großer Teil der sonst üblichen Gottesdienstbesucher
    ist heute hier!
     
  2. Doch Gottes Wort wird in Zukunft hier
    und in Schüren verkündigt werden. Das sollten wir annehmen und
    dafür dankbar sein. Davon leben wir.Und damit bin ich schon
    beim 2. – den Dank an unseren Martin, daß er es in jedem Gottesdienst
    verstanden hat uns das Wort Gottes so klar und deutlich zu verkündigen,
    daß es auch die/ der Letzte verstanden hat und auch stets den
    „roten Faden“ verfolgen konnte. Keiner hatte eine Chance, während
    seiner Predigt einzuschlafen! Diese Tank-Füllung reichte für
    die ganze Woche. Und noch etwas: er hat uns vorgelebt, was er
    uns gepredigt hat, mit seiner ganzen Familie. Er war 7 ½ Jahre
    bei uns, doch in den letzten 2-3 Jahren haben wir ihn und seine
    Stärken erst richtig kennen und schätzen gelernt. Lieber Martin,
    Du besonders und wir alle, Schürener und Klafelder, wissen,dass
    wir eben keine „Heiligen“ sind, daß wir nich unfehlbar sind,
    sondern daß wir täglich der Gnade und Vergebung unseres Herrn
    bedürfen. Lieber Martin, Du hat – mit Deiner Familie – Spuren
    in Schüren hinterlassen, denen wir täglich begegnen werden,
    die uns oft an Euch erinnern werden – für die wir sehr dankbar
    sind. Manch ernste Gepräche und viele fröhliche Feiern mit Euch
    bleiben uns in Erinnerung. Du und Deine Familie war – nicht
    nur im Singkreis – immer mitten in Deiner Gemeinde und unter
    uns. Du warst immer – so wie Du bist – einer von uns.
    Du
    bist einer, der zuhören kann und sich nicht in den Vordergrund
    drängt.
    Dafür sagen wir Dir ganz herzlich einfach DANKE SCHÖN
    und Gott befohlen an Deiner neuen Wirkungsstätte. Er möge Dir,
    hier in Klafeld nicht nur neue Aufgaben, sondern auch Kraft
    dazu und treue Mitarbeiter schenken.
     
  3. Und nun liebe Klafelder Schwestern und
    Brüder gehört Euch unser Martin. Wir denken schon, daß er in
    seinem Siegerland, das er uns vor wenigen Wochen beim Chorausflug
    vorgestellt hat, schnell wieder Wurzeln schlägt. Erkennt seine
    Stärken und seid ihm gute Freunde und aufgeschlossene, hilfreiche
    Mitarbeiter. Und denkt immer daran: uns trennen nur 100 km.
    Es könnte schon passieren, daß hin und wieder ein Schürener
    den Weg nach Klafeld findet.

Wir möchten die Familie Klein nicht aus dem
Blickfeld verlieren – sie Ist uns ganz einfach ans Herz gewachsen
!

Und genau das ist nun für Euch, lieber Martin,
liebe Stefanie, liebe Kinder – Seite für Seite nachlesbar in dem
Buch, was ich Euch nun als DANKESCHÖN vom Singkreis übergebe. Ihr
werdet spüren, wie sehr wir miteinander verbunden waren und auch
weiterhin verbunden bleiben wollen.

Und wo wir uns alle von Euch finden lassen
– also Namen, Adressen, Telefon-Nr. – das steht auch alles in diesem
Buch.
Ihr seid immer herzlich bei uns willkommen.

Hans Backmann

Kirchenkabrett: Rückblick

Brillantes Kirchenkabarett
mit Sabine Henke

Der Förderverein
für die Kinder- und Jugendarbeit hatte anlässlich des 10jährigen
Bestehens zu einem Kirchenkabarett ins Lutherhaus eingeladen. Rund
120 Gemeindeglieder und Interessierte waren der Einladung gefolgt.
Sie erlebten ein Feuerwerk an Wortwitz, Situationskomik und Wandlungsfähigkeit
– gezündet von Kabarettistin Sabine Henke aus Dortmund.

Unter dem Motto
"Frohlocken aus dem Tiefkühlfach" verstand sie es in genialer
Weise, die Zuschauer in die Welt ihrer Bühnenfiguren zu ziehen.
Während das Siegerländer Publikum sich bei den anfangs angebotenen
Häppchen noch dezent zurückhielt war spätestens beim Auftritt als
Bayerin im Dirndl der Bann gebrochen. Sie demonstrierte, wie man
bei der Schrittweite des Dirndls auf der Karriereleiter gut überholen
kann. Auch in Sachen Trendsportarten erwies sie sich auf dem neuesten
Stand. Das Extrem-Fishing auf der Zugspitze hat vor allem für die
Hausfrauen einen positiven Nebeneffekt: Nach Aufwickeln der 2 Kilometer
langen Angelschnur ist der Fisch gefroren!

Auch hinsichtlich
aktueller politischer Themen war Sabine Henke auf dem Laufenden.
Ob Elterngeld, G8-Gipfel oder Schröders Autobiographie – sie fand
zu allem einen passenden Kommentar. Doch das Kirchenkabarett nahm
hauptsächlich kirchenpolitische Themen auf die Schippe. Da gab es
die Unternehmensberatung für Dr. Luther. Der musste marketingmäßig
fit gemacht werden und sollte seine 95 Thesen runterkürzen auf drei.
Am Ende hieß es gar: „Stellen Sie die Reformation zurück und arbeiten
sie erst noch am Image.“ Auch als Sprecherin von Radio Ecclesia
(„Nichts sehen – wenig hören – aber viel glauben“) löste sie so
manche Lachsalve aus. Besonders komisch waren die Liedvorschläge
für die Autofahrer auf der Autobahn. Bei Tempo 180 ist beispielsweise
zu singen: „Nun aufwärts froh den Blick gewandt“.

In Zeiten, wo
die Finanzlöcher wie galaktische Wurmlöcher über den Kanzeln schweben,
statt dass der Himmel über allen aufgeht, da hilft nur eins: die
Payback-Karte als Werbemittel für die Gemeinde. Die Zigaretten qualmende
Frau Fischer, deren Mann Manfred bei der „Agentur“ beschäftigt ist
und die seine ALG II – Einkünfte in Tupperprodukte anlegt, ist schier
begeistert davon. Im aktuellen Gemeindebrief liest sie: „Besuchen
Sie drei Mal einen Gottesdienst und bringen Sie jemanden mit, das
gibt 4 Würstchen gratis beim nächsten Gemeindefest“.

Sabine
Henke brillierte in ihrer Paraderolle als Küsterin Frida Finkeldey.
Und spätestens an dieser Stelle wurde den Besuchern klar, dass Sabine
Henke ihre kirchliche Herkunft nicht leugnen kann und will. Sehr
filigran ist in der Rolle der ehemaligen Küsterin, die nun für die
Seniorengymnastik zuständig ist, die aktuelle Entwicklung in den
Kirchengemeinden eingewoben. Der Bustransfer vom Dorf in das zentrale
Gemeindehaus wurde genauso aufs Korn genommen wie der nicht geheizte
Gemeinderaum, das selbst mitgebrachte Geschirr und der Reinigungsdienst
per Handfeger und Kehrblech. Und woher wusste Sabine Henke eigentlich,
dass es auch in Klafeld einen „beklebten“ Gemeindebus gibt? 

 

Zahlreiche andere
Rollen waren Sabine Henke ebenso auf den Leib geschrieben. Sei es
als Pfarrerin auf Fortbildung oder auf der Kanzel. Wobei der Gottesdienst
wegen Nennung der zahlreichen Sponsoren erst mit fünf Minuten Verzögerung
beginnen konnte und dann wollte ihr einfach der Hauptsponsor nicht
einfallen („Im Namen …… des Vaters“). Auch als Erzieherin, die in
Anlehnung an Herbert Grönemeyer „Nehmt den Kindern das Kommando
– Kinder an die Wand“ trällert, war Sabine Henke genial.

Dass Sabine Henke
zu den profiliertesten Kirchenkabarettistinnen in Deutschland zählt,
hat sie an diesem Jubiläumsabend des Fördervereins deutlich unter
Beweis gestellt. Bei den Zuschauern blieb kein Auge trocken. Eine
Lachsalve folgte der nächsten. Und das alles ausgelöst durch feinfühlig
beobachtetes und in brillanten Rollen dargebotenes Kirchen- und
Weltgeschehen.
 So muss Kirchenkabarett sein!

Matthias Hess