Berichte von der Synode am 29.6.2011

 

Wo schlägt das Herz des Evangelischen
Kirchenkreises Siegen?

Jahresbericht der Superintendentin
Annette Kurschus

In
ihrem Jahresbericht vor der Synode des Evangelischen Kirchenkreises
Siegen stellte Superintendentin Annette Kurschus in Anlehnung an
die Losung des diesjährigen Deutschen Evangelischen Kirchentages
die Frage: Wo schlägt gegenwärtig unser Herz als Evangelischer Kirchenkreis
Siegen? Damit verbunden waren die Fragen, „wofür haben wir unsere
Kraft eingesetzt, unsere Fantasie, unsere Zeit? Was haben wir mit
Leidenschaft weitergebracht? Was haben wir ins Werk gesetzt – welche
Pläne geschmiedet?“ Oder: „Was macht uns immer wieder Hoffnung?“

Den Berichten
der Kirchengemeinden entnahm die Superintendentin, dass diese sich
zunehmend in der schwierigen Kunst des Aufhörens üben müssten.  Kurschus:
„Wie beenden wir Traditionen, die vertraut sind und an denen die
Herzen vieler Gemeindeglieder hängen – für die aber in Zukunft keine
Kraft und kein Geld mehr da sein wird?“

Die klassischen
Felder der Gemeindearbeit erreichen die Menschen am Anfang und am
Ende ihres Lebens. Die Menschen, die aktiv in der Verantwortung
für unsere Gesellschaft stünden, so Kurschus, fänden mit ihren Fragestellungen
und Bedürfnissen nur schwer einen Ort in den Gemeinden.

Viele Kirchengemeinden
setzen bei dieser Lücke an und entwickeln neue Ideen für Menschen
in der Mitte des Lebens. So gibt es je nach unterschiedlicher Tradition
und theologischer Ausrichtung unterschiedliche Formen von Glaubenskursen,
theologischen Seminaren und Gesprächskreisen sowie eher meditativ
ausgerichteten geistlichen Projekten. Superintendentin  Kurschus:
„Ich ermuntere Sie ausdrücklich, diese Fährte weiter zu verfolgen.
Zahlreiche Menschen nehmen sie dankbar auf und entdecken so die
Kirche für sich neu als attraktiv, einladend und wegweisend.“

Auch das so genannte
zweite Gottesdienstprogramm wird im Kirchenkreis Siegen bunter und
vielfältiger – und ist in manchen Gemeinden inzwischen stärker angenommen
als der traditionelle Gottesdienst am Sonntagmorgen. Der Gottesdienst
wird sich in seinen äußeren Rahmenbedingungen auf die veränderten
Lebensgewohnheiten einstellen müssen.

Auch das musikalische
Gottesdienstrepertoire hat sich in fast allen Gemeinden erweitert.
Zusätzliche Liederbücher werden angeschafft und die Orgel ist für
viele dieser Lieder kein geeignetes Begleitinstrument. Die Superintendentin,
selbst ausgesprochen musikalisch und musikkundig, spricht sich deutlich
dafür aus, hier keine falschen Alternativen aufzustellen, die die
populäre und traditionelle Kirchenmusik gegeneinander auszuspielen
versuchen. „Unterschiedliche Musikstile haben in der Kirche ihren
Ort; wir brauchen musikalische Vielfalt und sollten diese als Reichtum
begreifen und fördern.“

Ehrenamtliche
Leitung entlasten und stärken

Die Mitarbeit
in der Leitung von Kirchengemeinden erscheint immer weniger attraktiv.
In einigen Gemeinden arbeiten die Presbyterien auf Dauer hart an
der Grenze ihrer Beschlussfähigkeit; vakante Stellen lassen sich
nur mit großer Mühe oder gar nicht wieder besetzen. Das Amt der
Presbyterin oder des Presbyters ist durch die starken finanziellen
und strukturellen Veränderungsprozesse mit wenig Ehre, dafür mit
umso mehr quälenden Entscheidungen und anspruchsvoller fachspezifischer
Arbeit verbunden. Frust von Gemeindegliedern landet in der Regel
zuerst bei den Presbyterinnen und Presbytern. So stellt das Amt
für Menschen, die im Beruf oder in der Familie oder in beidem zugleich
ihren Mann oder ihre Frau stehen, eine immer größere zusätzliche
Belastung dar. Die leitende Theologin des Kirchenkreises befürchtet,
dass die Kirchengemeinden das sehr deutlich zu spüren bekommen,
wenn im Februar des kommenden Jahres Presbyteriumswahlen anstehen.
Superintendentin Kurschus: „Ich halte es für dringend nötig, dass
wir uns sowohl in den Gemeinden als auch auf Kirchenkreisebene Gedanken
machen, wie wir die Arbeit in den Presbyterien attraktiver gestalten
können.“ Für eine Hauptaufgabe derer, die hauptamtlich Verantwortung
tragen, sieht sie, Menschen für ihre ehrenamtliche Arbeit zu gewinnen
und zu motivieren, sie zu befähigen, zu stärken und zu begleiten.
Dadurch könnten die Hauptamtlichen neue Freiräume für ihre eigenen
Kernaufgaben gewinnen.

Auf Kirchenkreisebene
wird häufig der Wunsch nach besserer Koordination und Vernetzung
der unterschiedlichen Ausschüsse, Dienste, Arbeitsbereiche und Beauftragungen
geäußert. Die Kompetenzen könnten so noch effektiver genutzt und
für gemeinsam abgesprochene Ziele fruchtbar gemacht werden. Die
Superintendentin verspricht, dass sich der Kreissynodalvorstand
sich damit befassen und ein geeignetes Konzept zur Verbesserung
der Zusammenarbeit entwickeln wird.

„Mit großer Hochachtung
erlebe ich“, so Kurschus, „wie unsere Mitarbeitenden im Kreiskirchenamt
auch nach dem plötzlichen Tod von Verwaltungsleiter Hartmut Menzel
ihre Arbeit mit größtenteils erhöhtem Einsatz an Zeit und Kraft,
mit bemerkenswerter Kollegialität untereinander und verlässlicher
Loyalität gegenüber der Kirchenkreisleitung leisten. Die zeitliche
Planung sieht vor, dass die Stelle des Verwaltungsleiters zum 1.
Januar 2012 wieder besetzt ist.

Die Superintendentin
schildert in ihrem Bericht die Situation der Ehe-, Familien- und
Lebensberatungsstelle des Kirchenkreises, die in diesem Jahr ihren
25. Geburtstag feiert. Die Mitarbeitenden kämpfen täglich mit eigenen
Kräften und eigener Fantasie für die dauerhafte finanzielle Absicherung.
Die Einrichtung sei zu einer Art Markenzeichen des Kirchenkreises
Siegen geworden, weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt
und geschätzt. Derzeit wird in Kooperation mit der Bürgerstiftung
Siegen an der Gründung einer Stiftung zum Erhalt und zur Förderung
der Ehe-, Familien- und Lebensberatung gearbeitet.

Außerordentlich
geschätzt wird der kirchliche Dienst der Krankenhausseelsorge und
zwar nicht nur von den Patienten, sondern auch von den Geschäftsführenden
und Mitarbeitenden der Krankenhäuser. Kurschus: „Unsere Krankenhausseelsorgerinnen
und -seelsorger genießen in sämtlichen Häusern hohes Ansehen.“

Abschließend geht
die Superintendentin auf die Erarbeitung der Kirchenkreiskonzeption
ein. Noch in diesem Jahr soll den Synodalen ein Entwurf zur Beratung
vorgelegt werden. Zum Leitsatz der Konzeption habe die Arbeitsgruppe
das Motto „…da wird auch dein Herz sein“ erklärt. Die Konzeption
werde etwas mit Schätzen und Herzblut und Lebendigkeit zu tun haben,
„weil unser Kirchenkreis ein ausstrahlungsreicher Kirchenkreis voller
Herz und Leben ist.“

kp


Taufe als lebenslanger „Prozess“

menschlicher Gottesbegegnungen

Schweizer Untersuchung bietet
vielfältige Praxisanknüpfungen

Das Thema „Taufe“
nahm die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Siegen, die am
Mittwoch, 29. Juni 2011, in der CVJM-Jugendbildungsstätte in Wilgersdorf
tagte, in den Fokus. Ein Thema, das die Evangelische Kirche von
Westfalen und die Evangelische Kirche in Deutschland in diesem Jahr
besonders beschäftigt.

In seinem Impulsreferat
hob Prof. em. Dr. Christoph Müller, Institut für praktische Theologie
an  der Universität Bern, hervor, dass in der Schweiz viele
Taufeltern, Täuflinge und Paten die Taufe mit ihrer konkreten lebensgeschichtlichen
Situation so in Verbindung zu bringen wünschten, dass die Taufe
für sie einen nachvollziehbaren Sinn bekäme. Er bezog sich dabei
auf empirischen Untersuchungen, die 2003 bis 2006 in der Schweiz
durchgeführt wurden.

Von Bedeutung
ist danach für die meisten Betroffenen ein überzeugender Lebensbezug
der Taufe. Müller spricht sich daher dafür aus, die Taufe nicht
als Amtshandlung zu vollziehen und auch ihre Deutung nicht vorzugeben,
sondern beides im Gespräch mit den Teilnehmenden gemeinsam zu entwickeln.
Die Taufe ist so reich an Deutungsmöglichkeiten, dass keine einzelne
Taufform alle Deutungen zum Ausdruck bringen kann.

Auch wenn die
Menschen sich nicht theologisch ausdrücken, sprechen sie,  von
ihren Alltagserfahrungen ausgehend, dennoch von etwas, das sehr
wohl mit der Taufe zu tun hat, so der Theologe. Es habe sich als
entscheidend herausgestellt, von Erfahrungen, Situationen und Szenen
erzählen zu können, in denen Menschen etwas von dem aufgehen könne,
was Taufe bedeute. Der Professor formulierte Fragen konkret und
praxisnah: Wie haben Sie als Eltern erfahren, das Taufe ein „Gottesgeschenk“
ist? Wie wird dies für eine Konfirmandin, die getauft werden möchte,
greifbar und überzeugend? Wovon würde ein erwachsener Täufling erzählen?

Müller benennt
verschiedene Kennzeichen des Tauf-Rituals, mit dem Menschen in konkreten
Lebenssituationen das gemeinsam feiern, was ihrem Leben Halt, Sinn
und Orientierung gibt. Dabei sei die gemeinsame Taufvorbereitung
schon selber eine wichtige Taufbotschaft.

Prof. Dr. Müller:
„Die Taufe ist einmalig, sie „gilt“ – und sie wird in Tauf-Erinnerungen
in neuen Lebenszusammenhängen neu erfahrbar und ist so ein lebenslanger
„Prozess“ menschlicher Gottesbegegnungen, von der embryonalen Phase
bis zum Tod.“

Taufvorbereitung
auf Augenhöhe

Die Untersuchungen
in der Schweiz zeigen auf, dass Eltern und Paten sowie größere Kinder
und Jugendliche eine Taufvorbereitung und Taufgestaltung schätzen,
in der sie mit ihrer eigenen religiösen Kompetenz, ihren Erfahrungen,
Einsichten und Fragen wahrgenommen werden. Wenn sie auf gleicher
Augenhöhe mit den Pfarrerinnen und Pfarrern nach der konkreten Bedeutung
der Taufe in der jeweiligen Lebenssituation suchen können, ist die
bereits eine Art Tauf-Erfahrung. Bei solchen Gesprächen kann beispielsweise
die Frage: „Was wünsche ich für meine Kinder von der Kirche?“ von
Bedeutung sein. Müller empfiehlt, die Sichtweise der Eltern und
Paten in den Blick zu nehmen. Der Theologieprofessor ist sich sicher,
dass eine Vielfalt der Perspektiven keineswegs zu Beliebigkeit führt.
Eine Begegnung mit unterschiedlichen Überzeugungen bereichere so
manches Gespräch und wehre der Beliebigkeit.

In
Arbeitsgruppen berieten die Synodalen über ihre Erfahrungen
mit der Taufe.

Er geht zudem
davon aus, dass weder die biblischen Traditionen noch gegenwärtige
Lebenswelten durch eine einzige Perspektive angemessen erfasst werden
können.

In Taufgesprächen
wagten es Menschen, von ihrer oft so verdeckten Sehnsucht nach einer
Hoffnung zu sprechen, die trägt, trotz allem Tödlichen. Und auch
von der Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe. Die Taufe könne als
Ritual des Übergangs vom Tod zum Leben erfahren werden. Menschengeschichte
und Gottesgeschichte würden miteinander verwoben. Für viele Eltern
und Täuflinge sei es wichtig, in etwas Größerem aufgehoben zu sein.
Deutlich könne auch werden, dass jeder Mensch eine unantastbare
Würde trage und soziokulturelle und religiöse Herrschafts- und Gewaltverhältnisse
und die entsprechenden Werte in Frage gestellt würden. Müller zitiert
in dem Zusammenhang Gal. 3, 28: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus
getauft seid, habt Christus angezogen. Es gibt nicht mehr Juden
und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau: denn
ihr seid eins in Christus.“

Prof.
em. Dr. Christoph Müller hatte viele praktische Vorschläge
im Gepäck. Für wichtig hält er es, die Taufvorbereitungen
mit den Beteiligten gemeinsam zu gestalten.

Der Theologieprofessor
hält die Unterschiede zwischen Säuglings-, Kinder-, Jugendlichen-
und Erwachsenen-Taufe für sinnvoll, weil sie in unterschiedlichen
Lebenskontexten gefeiert werden. Müller: „Die eine und allein gültige
Taufdeutung gibt es nicht, heute so wenig wie im Neuen Testament.“

Eine zentrale
Frage ist dem Theologieprofessor aus Bern, „ob an dem Ort, wo wir
die Taufe feiern oder an die Taufe erinnern, Menschen etwas von
der Lebens-Wahrheit entdecken, die sie frei macht“.

„Die Taufe ist
ein einmaliges Ereignis mit Lebensperspektive, sie hat Bedeutung
ein Leben lang“, resümierte Pfarrerin Dr. Katharina Stork-Denker,
als sie die Synodalen aufforderte, Teilaspekte der Taufe im Gespräch
zu vertiefen. Die Synodalen gingen in „Murmelphasen“ und Arbeitsgruppen
ihren eigenen Erlebnissen mit der Taufe nach. Es wurde beispielsweise
gefragt nach Momenten, Situationen oder Zeiten, in denen ein bestimmter
Aspekt dessen, was Taufe bedeuten kann, nahe gegangen ist. Gefragt
wurde aber auch nach Schlüsselszenen, die den Zugang zur Taufe eröffnet
haben.

Das
Taufbuch des Kirchenkreises Siegen lag auf der Synode
aus. Die Synodalen konnten dort ihren Taufspruch eintragen.
Es soll bei weiteren Gelegenheiten ausgelegt werden.
Hier trägt sich Superintendentin Annette Kurschus ein,
im Gespräch mit Pfarrerin Dr. Katarina Stork-Denker,
die die thematische Arbeit auf der Synode mit vorbereitet
hat.

Superintendentin
Annette Kurschus hatte ein Taufbuch für den Evangelischen Kirchenkreis
anfertigen lassen. Hier konnten die Synodalen ihr Taufdatum und
ihren Taufspruch eintragen. Mit den Einladungen zur Synode waren
die Synodalen gebeten worden, ihre Taufsprüche ausfindig zu machen.
Die einzelnen Nachforschungen ergaben, dass nicht in allen Kirchenbüchern
vergangener Jahrzehnte die Taufsprüche eingetragen wurden.

kp
(Fotos: Karlfried Petri)


 

Klimaschutzförderpreis

 

Klimaschutz zentrale Jahrhundertherausforderung

Kirchengemeinden erhalten
Klimaschutzförderpreis

Für ihre Umwelt-
und Klimaschutzaktivitäten im Zeichen des „Grünen Hahnes“ wurden
jetzt die Evangelischen Kirchengemeinden Klafeld und Kaan-Marienborn
gemeinsam mit dem geteilten zweiten Platz im Rahmen des Klimaschutzförderpreises
der Fachinnung Sanitär-Heizung-Klima im Kreis Siegen-Wittgenstein
und der Stadt Siegen im Haus der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd
ausgezeichnet. Das Preisgeld betrug jeweils 2.000 Euro. Mit dem
Geld sollen auch die Bemühungen um hohe ökologische Standards bei
den geplanten Neubauten unterstützt werden. Das Evangelische Familienzentrum
Sternenzelt und die Evangelische Kirchengemeinde Banfetal erhielten
jeweils einen sozialen/pädagogischen Sonderpreis in Höhe von 1.000
Euro für ihre Klimaschutzaktivitäten und zur Unterstützung weiterer
Projekte.

Den ersten Preis
erhielt der Verein für Soziale Arbeit und Kultur Südwestfalen e.V.
und die beiden weiteren Sonderpreise die Einrichtung Kinderzuhause
in Burbach und die Gemeinschaftsgrundschule Eichen.

Die Auszeichnungen
überreichten der Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft,
Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen Johannes
Remmel und der Bürgermeister der Stadt Siegen Steffen Mues.

Als eine zentrale
Jahrhundertherausforderung bezeichnete Nordrhein-Westfalens Umweltminister
Johannes Remmel den Klimaschutz. Die Erderwärmung in 40 Jahren um
2 Grad zu senken sei eine gewaltige Aufgabe. Hier seien die kleinen
und mittleren Unternehmen, die Kommunen und die Stadtwerke gefragt.
Mit dem Vorrang der erneuerbaren Energie müsse ernst gemacht werden.

Siegens Bürgermeister
Steffen Mues hob hervor, dass die Stadt in Sachen Klimaschutz anerkanntermaßen
gut aufgestellt sei. Erst kürzlich erhielt die Stadt unter dem Krönchen
die Auszeichnung Europäische Energie- und Klimaschutzkommune. Dies
mache Appetit auf mehr. Mues kündigte an, künftig über einen EnergieVerein
die Informationen und Beratung zum Thema Energetische Sanierung
zu bündeln und zu stärken.

Das Preisgeld
in Höhe von insgesamt 12.000 Euro wurde zu 90 % über den Erfolg
der Kampagne „1000 Pumpen für Siegen“ finanziert. 12 Euro jeder
in Siegen-Wittgenstein verkauften Hocheffizienzpumpe der Marke WILO
kamen dem Förderpreis zugute. Den Rest finanzierten beteiligte Fachgroßhändler
und Installationsbetriebe.

Am 1. September
2010 startete die Kampagne „1000 Pumpen für Siegen“, beworben von
der Stadt Siegen und dem Leistungsverbund der Innung Sanitär-Heizung-Klima
in Siegen-Wittgenstein. Im Zuge der Aktion sollten mindestens 1000
alte Heizungspumpen – häufig der größte „Stromfresser“ im Haushalt
– gegen moderne Hocheffizienzpumpen ausgetauscht werden. Dieses
gesetzte Ziel wurde deutlich überschritten. Insgesamt 1500 neue
Pumpen konnten im Kampagnenzeitraum eingebaut werden. Durch den
Austausch einer alten Heizungspumpe kann soviel Strom (80–90%) eingespart
werden, dass sich der Austausch schon nach zwei bis drei Jahren
rechnet.

kp

Frau Leidel
(Kgm Klafeld) mit Umweltminister Johannes Remmel
und Bürgermeister
Steffen Mues.


 

25 Jahre EFL-Siegen

 

25 Jahre EFL-Siegen

Benefiz-Theater zum Auftakt

Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche
Vorgehensweisen.

Mit einem Benefiz-Theaterstück
eröffnete die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle (EFL) des
Evangelischen Kirchenkreises Siegen jetzt die Veranstaltungen anlässlich
ihres 25-jährigen Bestehens. „Der Kontrabass“, ein Monolog von Patrick
Süskind über die Hassliebe zur Musik und zur unerreichbaren Sängerin
wurde aus dem Stand ein Riesenerfolg. Im Apollo-Theater Siegen schlüpfte
Jan Becker in die Rolle des verbitterten Orchestermusikers zugunsten
der EFL. Ein Teil der Einnahmen kamen der Evangelischen Beratungseinrichtung
zugute.

Solche zusätzlichen
Einnahmen benötigt die Beratungsstelle mit ihren 14 hauptamtlich
Mitarbeitenden, teils in vollen Stellen, teils in Teilzeit, dringend.
Muss sie sich doch seit 2009 zu einem großen Teil selbst finanzieren.
Mit nur noch 26.000 Euro kann der Kirchenkreis seine Einrichtung
finanzieren. Im Herbst 1986 gründete die Synode des Kirchenkreises
Siegen die EFL. Sie sah es als eine Aufgabe der Kirche, „die Menschen
auf ihrem Weg durchs Leben mit ihrer Hilfe zu begleiten.“ Über 20
Jahre lang hat der Kirchenkreis einen großen Teil der verbleibenden
Kosten von bis zu 220.000 Euro pro Jahr übernommen. 170.000 Euro
müssen nun von der Einrichtung und ihren Freunden jährlich selbst
eingeworben werden. Annette Mehlmann, Leiterin der EFL-Siegen: „Das
ist eine schwere zusätzliche Last, die auf den Mitarbeitenden und
dem Förderverein der Beratungsstelle liegt.“ 630.000 Euro gibt die
EFL pro Jahr für Gehälter, Miete, Heizung, Verwaltung oder Sachkosten
aus. 56% der Ausgaben werden durch das Land Nordrhein-Westfalen
refinanziert.

Ein besonderer
Dank Mehlmanns gilt dem Förderverein der EFL, der unter der Leitung
von Prof. Dr. Hans-Heinrich Goßmann nun verstärkt zur Finanzierung
der Beratungsstelle beiträgt. Über weitere Mitglieder freut sich
der Verein. Soll doch die Beratungsstelle auch weitere 25 Jahre
den Rat suchenden Menschen aus der Region kompetent zur Seite stehen.

Vormerken können
sich Interessierte schon den 21. September. Dann bietet um 20 Uhr
die EFL den Vortrag des Buchautoren Eckhard Schiffer an: „Warum
Huckleberry Finn nicht süchtig wurde – Gesunde Entwicklung in Kindheit
“.

Ein Festgottesdienst
zum EFL-Jubiläum mit Superintendentin Annette Kurschus findet am
22. September, 17 Uhr, statt.

kp

Schauspieler
Jan Becker inmitten der Mitarbeitenden und Unterstützer
der EFL
im Apollo-Theater Siegen.


 Prof.
Dr. Hans-Heinrich Goßmann, Annette Mehlmann und Jan
Becker freuen sich über die gelungene Benefizveranstaltung

im Apollo-Theater Siegen.


 

Freude am Ehrenamt! – ZeitPaten

 

Freude am Ehrenamt! – ZeitPaten
– mehr Zeit für Kinder!

Dank vieler engagierter
Frauen und Männer besteht das Projekt „ZeitPaten“ der Siegerländer
Frauenhilfen seit mehr als drei Jahren im Kirchenkreis Siegen.  Die
Arbeit wächst kontinuierlich.

Das Projekt wurde
für den Salzkorn Preis der EKvW vorgeschlagen. Zwei Mitglieder de
Jury informierten sich jetzt vor Ort über die wertvolle Arbeit.

Dankbar berichten
die Verantwortlichen über 25 bestehende Patenschaften, weitere 15
Kinder sind im Projekt angemeldet. Um jeweils passende Tandems zu
bilden, werden dringend ehrenamtliche Frauen und Männer gesucht,
die bereit sind, eine außergewöhnliche Freundschaft zu pflegen.

Willkommen sind
Erwachsene aller Altersgruppen, die offen und neugierig auf Heranwachsende
(2 bis 14 Jahre) zugehen und an ihrer Entwicklung teilnehmen möchten.
Kinder brauchen Menschen, die ihnen zuhören, sie ermutigen und ihnen
Anregungen geben. Etwa einmal in der Woche treffen sich die Paten
mit „ihrem“ Patenkind, um mit ihm gemeinsam Freizeit zu verbringen.
Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. In Ordnung ist alles,
was beiden Freude macht: Spielen, Sport, Basteln, Kochen, Erkundungen
in der Natur usw. . Kinder zu fördern, das Miteinander der Generationen
zu stärken, Verlässlichkeit und Vertrauen zu schenken – das ist
das Ziel von ZeitPaten.

Zeitpaten stehen
ihrer Aufgabe nicht allein gegenüber. Sie werden unterstützt durch
die Koordinatorin Marianne Müller, durch Supervision und Fortbildung.

Weitere Informationen
können telefonisch bei Marianne Müller (02737-592496) oder info@zeitpaten.de
erfragt werden.

Kontakt: Erika
Spreckelmeyer, Bezirksverband der Siegerländer Frauenhilfen e.V.
e.spreckelmeyer@siegerlaender-frauenhilfe.de

www.siegerlaender-frauenhilfe.de


Zeitpaten und
ihre Patenkinder erlebten auf Einladung der Burbacher Unternehmerin
Annette Hering einen erlebnisreichen Abenteuertag im Kletterpark
von Stift Keppel. Angeleitet von Rothaarscouts und gesichert durch
die Gruppe kletterte Groß und Klein im Seilgarten, ließ sich in
luftige Baumkronen hinaufziehen und erprobten bei Gruppenspielen
Vertrauen und Teamgeist.

ZeitPaten ist
ein Projekt der Siegerländer Frauenhilfe, bei dem Erwachsene Kindern
regelmäßig Zeit schenken, in der sie gemeinsam etwas unternehmen,
was beiden Freude macht. 25 Patenschaften bestehen zurzeit, aber
rund 15 Kinder warten noch auf einen männlichen oder weiblichen
Paten. Wer gerne seine Zeit mit Kindern verbringt, kann sich unter
www.zeitpaten.de
informieren und dort auch Kontakt aufnehmen.

 

 

“ … habe dann gerne ´ja´ gesagt!“

 

“ … habe dann gerne
´ja´ gesagt!“

Interview mit Martin Wüst,
dem „Neuen“ im Presbyterium

Vielleicht
stellst du dich zunächst einmal kurz vor.

Ich bin 57 Jahre
alt und wohne mit meiner Frau Iris, geb. Messerschmidt, in Obersetzen.
Wir haben zwei Kinder, David ist 16 und Jonas 13 Jahre alt. Ich
arbeite als Angestellter im Konstruktionsbereich der Firma Bombardier
in Dreis-Tiefenbach.

Du bist ja
kein „echter“ Klafelder.

Stimmt. Geboren
und aufgewachsen bin ich in Plittershagen. Dort habe ich auch lange
Zeit gelebt. Ich komme aus einem christlichen Elternhaus und gehörte
sowohl dem CVJM und der ev. Gemeinschaft als auch der Kirchengemeinde
Freudenberg an. In dieser Zeit fand ich den persönlichen Glauben
an Jesus Christus und seine frohe Botschaft. Engagiert habe ich
mich damals in der Jugendarbeit, aber auch in den Gemeinschaftsstunden
und im Posaunenchor.

Und du warst
in Freudenberg auch Mitglied des Presbyteriums.

Genau. Und zwar
von 1984 bis 1993, fast genau neun Jahre lang. Damals dauerte eine
Amtszeit übrigens noch acht Jahre.

Wann bist du
in den Bereich unserer Kirchengemeinde umgezogen?

1992. Nach der
Hochzeit wohnten wir zunächst in Geisweid. Dann kam der Umzug nach
Obersetzen.

Wie ich gehört
habe, hast du auch hier gleich engagiert mitgearbeitet.

Ja, in unserem
Bauausschuss durfte ich als sachkundiges Gemeindeglied acht Jahre
lang meine Fähigkeiten einbringen, später dann auch im Planungskreis
für die neue Gemeindestruktur. Mitglied im CVJM-Posaunenchor Setzen
bin ich seit dem Jahr 2000.

Als nächstes
möchte ich gerne wissen, warum du erneut Presbyter geworden bist.
Und: Wie ging das vonstatten? Wer hat dich angesprochen?

Schon in Freudenberg
hat mir die Arbeit großen Spaß gemacht. Außerdem bin ich der Meinung,
dass man sich nicht aus allem raushalten kann. Es ist wichtig, mitzuwirken
und seine Erfahrungen und Ideen einzubringen. Pfarrer Frank Boes
war es, der mich nach einer Beratung im Presbyterium angesprochen
und gefragt hat. Nach kurzer Bedenkzeit habe ich dann gerne „ja“
gesagt!

Welche Gefühle
und Erwartungen haben dich am Tag des Einführungsgottesdienstes
bewegt?

Etwas aufgeregt
war ich schon; aber ich wusste ja, auf was ich mich eingelassen
habe. Es ist gut, dass die Einführung im Beisein der Gemeinde vollzogen
wird. Und es ist schön, wenn einem Gottes Segen zugesprochen wird.
Es war übrigens ein eindrucksvoller Gottesdienst, und alle Mitglieder
des Presbyteriums haben mich – wie schon in der Aprilsitzung – sehr
freundlich aufgenommen.

In welchen
Ausschüssen möchtest du jetzt mitarbeiten?

Das weiß ich noch
nicht genau. Ich möchte erst einmal hier und da reinschauen, bevor
ich mich entscheide. Vielleicht gibt es ja auch einen oder zwei
Bereiche, wo dringend jemand gebraucht wird.

Nicht nur du,
sondern auch deine Familie engagieren sich in unserer Kirchengemeinde
.

Das stimmt. Und
darüber bin ich sehr froh. Meine Frau ist Mitarbeiterin im Kindergottesdienst
im Tal und meine beiden Söhne wirken im Setzer Posaunenchor mit.

Wird dir neben
dem Beruf und dem Presbyteramt noch genügend Zeit für deine Hobbys
bleiben?

Davon gehe ich
aus. Obwohl es viele Sitzungen, Termine und Verpflichtungen geben
wird. Aber für die Familie, den Posaunenchor und das Bergwandern
werde ich ausreichend viel Zeit haben.

Das Ehrenamt
erlebt zur Zeit öffentliche und sogar politische Anerkennung. Wie
reagieren deine Freunde, deine Bekannten und deine Arbeitskollegen
auf die Tatsache, dass du nun als Presbyter tätig bist?

Meine Arbeitskollegen
wissen es noch gar nicht. Die anderen eigentlich sehr positiv. Sie
finden es gut, dass ich mich in diesem Bereich engagiere.

Was wünschst
du unserer Kirchengemeinde für die nächsten Jahre?

Das kann ich schnell
beantworten. Zum einen Wachstum und dass mehr junge Leute kommen.
Zum anderen ein gutes Miteinander und weitere Anstrengungen in der
ev. Allianz und in der Ökumene. Vor allem aber wünsche ich unserer
Gemeinde auch weiterhin Gottes Segen.

Herzlichen
Dank für das Interview. Wir alle wünschen dir, lieber Martin, für
dein Amt viel Kraft und Freude und gute Ideen und Gottes gutes Geleit!

Peter-Christian Rose