Kinderfreizeit in Ulrichstein

 

Sommerfreizeit 2012 in Ulrichstein

 „Wir wollen aufstehn,
aufeinander zugehn!“

Unter diesem musikalischen
Motto ging es auch in diesem Jahr wieder auf Freizeit.  Dieses
Mal in das beschauliche Örtchen Ulrichstein in Hessen. Im Gepäck:
29 Kinder, 8 Mitarbeiter und viel Vorfreude auf die bevorstehenden
11 Tage!

Hierzu ein paar
nähere Einzelheiten: In der zweiten und dritten Sommerferienwoche
2012 waren wir im Ev. Freizeitheim in Ulrichstein; bei Frieren und
Nieselregen in der 1. Woche und Sonnenschock bei 30 Grad in der
2. Woche haben wir zur Geschichte „Ein Zwilling kickt selten
allein“  ein „schlutes“ Gefühl kennengelernt
(Sie wissen nicht, was „schlut“ ist? – das kennt jeder
von uns – halb schlecht, halb gut), uns gemeinsam Kinderrechte angeschaut,
(fast) alles über „Fair play“ gelernt, Vertrauensübungen
gemacht, typische Mädchen- und Jungengewohnheiten unter die Lupe
genommen, viel gebastelt, wenig geschlafen, viel gesungen und noch
mehr gelacht u. v. m.

Zum Freizeitprogramm
gehörten neben Fußball, Federball und Indiaka spielen auch Jonglieren
mit Bällen, Keulen, Diabolos und Tellern. Ein Turnierabend mit Kicker,
Tischtennis (dabei haben wir leider die Platte gehimmelt ), Jenga
und Tabu gehörten genauso dazu. Unterhaltsam waren auch die Ritterspiele
in der Burgruine zu Ulrichstein. Passend zu den Olympischen Spielen
dieses Jahr wurden auch wir in Ulrichstein olympisch: Die Wasserolympiade
mit anschließender „Aftershow-Wasserschlacht“ gab jedem
die Möglichkeit, sich abzukühlen.

Abkühlen war auch
am folgenden Tag das Motto: Die Reisegruppe eroberte das nächstgelegene
Freibad und erprobte sich dort im Rutschen, Springen und „Wassertoben“.

In der gesamten
freien Zeit haben alle Teenies gemeinsam Verstecken gespielt (zumindest
kam es uns Mitarbeitern so vor….kaum zu glauben, aber wahr…)

Wie die Überschrift
vermuten lässt, kam auch musikalisch jeder auf seine Kosten. Mit
Bettina Lübke am E-Piano und Katrin Nöll als Vorsängerin wurden
Lieder wie „Aufstehn, aufeinander zugehn“, „Thy word“
oder „Eine Hand voll Erde“ der absolute Renner.Das Ergebnis
ist eine rundum gelungene sonnige Teeniefreizeit, die allen Riesenspaß
gemacht hat.

Die Mitarbeiter
in alphabetischer Reihenfolge:
Lukas Hermling, Jessica Look,
Bettina Lübke, Katja Mohn, Katrin Nöll, Gunnar Pickhan, Andreas
Pretsch und Silke Wittich.

 

 

Predigt vom 15.7.2012

 

GOTTESDIENST FÜR DEN SESCHSTEN
SONNTAG NACH TRINITATIS

Pfr. Dr. Martin Klein
Talkirche,
15.7. 2012
Text: Apg 8,26-39

Aber der Engel
des Herrn redete zu Philippus und sprach: „Steh auf und geh nach
Süden auf die Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt und
öde ist.“ Und er stand auf und ging hin. Und siehe, ein Mann aus
Äthiopien, ein Kämmerer und Mächtiger am Hof der Kandake, der Königin
von Äthiopien, welcher ihren ganzen Schatz verwaltete, der war nach
Jerusalem gekommen, um anzubeten. Nun zog er wieder heim und saß
auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. Der Geist aber sprach
zu Philippus: „Geh hin und halte dich zu diesem Wagen!“ Da lief
Philippus hin und hörte, dass er den Propheten Jesaja las, und fragte:
„Verstehst du auch, was du liest?“ Er aber sprach: „Wie kann ich,
wenn mich nicht jemand anleitet?“ Und er bat Philippus, aufzusteigen
und sich zu ihm zu setzen. Der Inhalt aber der Schrift, die er las,
war dieser: »Wie ein Schaf, das zur Schlachtung geführt wird, und
wie ein Lamm, das vor seinem Scherer verstummt, so tut er seinen
Mund nicht auf. In seiner Erniedrigung wurde sein Urteil aufgehoben.
Wer kann seine Nachkommen aufzählen? Denn sein Leben wird von der
Erde weggenommen.« Da antwortete der Kämmerer dem Philippus und
sprach: „Ich bitte dich, von wem redet der Prophet das, von sich
selber oder von jemand anderem?“ Philippus aber tat seinen Mund
auf und fing mit diesem Wort der Schrift an und predigte ihm das
Evangelium von Jesus. Und als sie auf der Straße dahinfuhren, kamen
sie an ein Wasser. Da sprach der Kämmerer: „Siehe, da ist Wasser;
was hindert’s, dass ich mich taufen lasse?“ Und er ließ den Wagen
halten, und beide stiegen in das Wasser hinab, Philippus und der
Kämmerer, und er taufte ihn. Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen,
entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Kämmerer sah
ihn nicht mehr; denn er zog seine Straße fröhlich.

 

Eine schöne Geschichte
ist das. Eine meiner Lieblingsgeschichten aus dem Neuen Testament.
Schon deshalb, weil sie mit dem Wort „fröhlich“ endet. Aber auch,
weil sie viel davon deutlich macht, wie man ein fröhlicher Christenmensch
wird. Also hab ich mich gefreut, dass ich mal wieder darüber predigen
darf. Aber als ich dann überlegt habe, wie ich das denn mache, da
habe ich auch wieder festgestellt, dass es gar nicht so einfach
ist, über diesen schönen Text zu predigen. Denn das, was hier berichtet
wird, scheint von uns heute unendlich weit weg zu sein.

Mal ganz zu schweigen
von Engelsbotschaften und Entrückungen durch den heiligen Geist,
fängt das schon bei der schlichten Beschreibung der Situation an:
Da sitzt also der äthiopische Finanzminister auf der Heimreise von
einer Pilgerfahrt nach Jerusalem auf seinem Wagen und liest den
Propheten Jesaja.

Ich habe versucht,
mir eine ähnliche Situation in unserer Zeit zu vorzustellen. Das
war gar nicht so einfach. Denn die Schwierigkeiten fangen schon
damit an, dass da jemand in einem Buch liest. Das ist heute überhaupt
nicht mehr selbstverständlich. Es werden zwar mehr Bücher gedruckt
und verkauft als je zuvor. Aber die Zahl derer, die sie auch lesen,
wird immer kleiner. Auch E-Books und Ähnliches ändern daran wenig.
Immer mehr junge Menschen reagieren nur noch auf visuelle Reize
aus dem Fernseher oder dem Computer. Mit einem längeren geschriebenen
Text können sie dagegen nichts mehr anfangen. Ihn zu entziffern
und dann auch noch zu verstehen, ist ihnen viel zu mühsam. Ich denke,
wir Theologen und Pfarrer müssen uns noch manche Gedanken machen,
was das für das Christentum als Buchreligion für Konsequenzen hat.
Immerhin: Damals gab es wahrscheinlich noch weniger Menschen, die
lesen konnten, und von einer höhergestellten Persönlichkeit wie
einem Minister wird man auch heute noch erwarten können, dass er
in der Lage ist, ein Buch zu lesen.

Aber dann taucht
gleich die nächste Schwierigkeit auf: Der Mann liest in der Bibel.
So weit, so gut. Aber wer tut das denn heute noch ernsthaft? Viele
können wie gesagt mit einem Buch überhaupt nicht mehr umgehen. Das
merke ich immer an unseren Konfirmanden: Die ersten scheitern schon
daran, die Bibel an der richtigen Stelle aufzuschlagen, die nächsten
daran, das, was da steht, zu entziffern. Ob sie auch verstehen,
was sie lesen, wage ich dann schon gar nicht mehr zu fragen. Aber
auch die Menschen, die gern und viel lesen, halten sich eher an
Belletristik oder aktuelle Sachbücher. Eine Bibel haben sie wohl
auch, aber die steht eher ungelesen im Regal. Selbst viele Theologiestudenten
lesen erstmals ausgiebig in der heiligen Schrift, wenn ihre Bibelkundeprüfung
ansteht. Aber immerhin: Wenn ich heute morgen im Gottesdienst eine
Umfrage machen würde, fände ich wahrscheinlich noch einige, die
durchaus öfter mal einen Blick in die Bibel werfen – vielleicht
sogar ganz freiwillig.

Aber dann geht’s
weiter: Wer heute noch in der Bibel liest, der tut das meistens
für sich allein im stillen Kämmerlein. Oder vielleicht noch mit
ein paar Gleichgesinnten in einem Bibelkreis. Aber die Bibel als
Reiselektüre? Im Zug oder im Bus? Selbst interessierte Bibelleser
kämen auf die Idee wohl kaum. Ich kann mich zwar an ein paar Situationen
erinnern, in denen ich das getan habe, aber dann war’s in der Regel
dienstlich. Und irgendwie wird man schon komisch angeguckt.

Nun war zwar die
Straße von Jerusalem nach Gaza ziemlich einsam, wie Lukas ausdrücklich
vermerkt. Lästige Beobachter gab es also kaum. Trotzdem muss diesen
Äthiopier sein Jesaja brennend interessiert haben. Sonst hätte er
die teure und schwer zu bekommende Schriftrolle erstens nicht gekauft
und zweitens nicht gleich auf der holprigen und anstrengenden Fahrt
zu lesen begonnen. Und wahrscheinlich wäre er sonst erst gar nicht
mehrere Tausend Kilometer nach Jerusalem gereist, um den Gott der
Juden anzubeten. Dieser äthiopische Hofbeamte war einer von denen,
die damals von ihrer alten Religion enttäuscht waren und deshalb
im jüdischen Glauben den Sinn ihres Lebens suchten. Das waren gar
nicht wenige, gerade unter den Gebildeten. Sie waren fasziniert
davon, dass es bei den Juden nur einen Gott gab und dass der sich
auch noch den Menschen zuwendete und ihnen gute Regeln zum Leben
gab. Einige dieser so genannten Gottesfürchtigen traten auch ganz
zum Judentum über und ließen sich beschneiden. Aber dieser Weg war
dem Äthiopier versperrt. Als Diener einer Königin war er ein Eunuch.
Und ein Verschnittener konnte und durfte nicht Jude werden. Trotzdem
ließ er nicht locker und versuchte, dem Gott Israels so nahe zu
kommen wie nur irgend möglich: indem er seinen Tempel besuchte und
indem er die Worte seiner Propheten las.

Wo gibt es solche
Menschen heute? Menschen die von Ideologien, Religionen und Kirchen,
auch christlichen, enttäuscht sind, die aber gerade deshalb in der
Bibel nach Antwort auf ihre Fragen suchen? Mag sein, dass das seltene
Vögel sind heutzutage. Mag aber auch sein, dass wir Christen ihnen
selbst nicht mehr die Botschaft vermitteln, dass die Bibel ein Ort
ist, an dem man überhaupt Antwort erwarten kann. Entweder, weil
wir meinen, die Bibel hätte uns schon alle Fragen beantwortet. Oder
weil wir selber aufgehört haben, Fragen an die Bibel zu richten.
Wenn wir aber auch als Christen die Bibel nur noch auf dem Altar
verstauben lassen und nicht mehr mit ihr leben, dann müssen wir
uns nicht wundern, wenn sich auch sonst niemand mehr für sie interessiert.

Aber zurück zur
Ausgangssituation. Da schickt also nun Gott den Philippus zu dem
Mann aus Äthiopien und lässt ihn fragen: „Verstehst du auch, was
du da liest?“ Wie würden Sie reagieren, wenn Sie gerade in der Bibel
lesen und diese Frage gestellt bekommen? Vielleicht würden sie sich
ertappt fühlen bei ihrem so ungewöhnlichen Tun. Vielleicht wären
Sie ärgerlich über die Störung. Vielleicht würden Sie beleidigt
antworten: „Natürlich verstehe ich, was ich lese. Ich bin ja schließlich
nicht blöd!“

Nun, blöd war
der äthiopische Minister auch nicht. Er war ein gebildeter Mann
und konnte dem Wortlaut seiner griechischen Bibelübersetzung sicher
spielend folgen. Aber es ist eben ein Unterschied, ob man nur die
Worte versteht oder auch den Sinn begreift. Denn nur der Sinn des
Textes könnte ja auch Antwort geben auf die Fragen nach dem Sinn
des Lebens, die den Äthiopier offenbar umtreiben. Ihm fehlt das
Aha-Erlebnis, das ihn weiterbringen könnte. Vielleicht kann Philippus
ihm ja auf die Sprünge helfen, und deshalb kommt er ihm gerade recht.

Er ist bei Jesaja
53 hängen geblieben, einem der geheimnisvollen Lieder vom Gottesknecht.
Um zu begreifen, was da steht, müsste er wissen, von wem der Prophet
denn da eigentlich redet. Aber gerade das lässt der Text offen,
und die Gelehrten streiten sich bis zum heutigen Tag darüber. Ein
redlicher Bibelausleger könnte letztlich nur sagen: „Ich weiß nicht,
wer gemeint ist, weil sich das eben aus dem Text nicht eindeutig
erschließen lässt.“

Philippus freilich
weiß die Antwort. Zumindest kennt er eine Antwort, die dem Äthiopier
das ersehnte Aha-Erlebnis beschert. Aber diese Antwort hat er nicht
aus dem Text, sondern aus seinem Glauben. Er glaubt, dass das, was
Jesaja über den Gottesknecht sagt, sich in Jesus erfüllt hat: Er
ist der, der sich widerstandslos wie ein Lamm hat zur Schlachtbank
führen lassen. Er hat unsere Krankheit getragen und unsere Strafe
auf sich geladen, damit wir Frieden hätten. Er hat in seiner Erniedrigung
das Gericht über unsere Schuld auf sich genommen. Und er ist dafür
von Gott zu neuem Leben erweckt worden.

Eine Antwort des
Glaubens, wie gesagt, nicht eine Antwort des Wissens. Aber dem Äthiopier
geht dadurch ein Licht auf: „Wenn das stimmt, wenn Jesus die Schuld
der ganzen Welt auf sich genommen hat, dann gilt das ja auch für
mich. Dann muss ich nicht Jude werden, damit der Gott Israels mein
Gott wird. Sondern dann begegnet mir dieser Gott in Jesus Christus.
Und kein Hindernis steht mehr zwischen ihm und mir. Ich darf zu
ihm gehören, und er will mein Gott sein.“ Jetzt, wo ihm das aufgegangen
ist, macht der Herr Finanzminister auch gleich Nägel mit Köpfen.
Die jüdische Beschneidung ist ihm verwehrt, aber die christliche
Taufe steht ihm offen. So wie für jeden Menschen, egal, welche Voraussetzungen
er mitbringt. Gleich am nächsten fließenden Gewässer setzt er seinen
Entschluss in die Tat um. Und dann kann er fröhlich weiterziehen.
Auch ohne Philippus, der ihm auf die Sprünge geholfen hat. Denn
jetzt hat er ja den Schlüssel selber in der Hand, mit dem er die
Bibel aufschließen und gewinnbringend lesen kann.

Wollte Gott, dass
das heute auch wieder öfter geschähe! Dass wir Menschen treffen,
die uns den Sinn der Bibel erschließen. Dass die Bibel zu uns redet
– ganz aktuell und ganz persönlich. Dass sie uns hilft, unser Leben
und unsere Welt zu verstehen und einen Sinn darin zu entdecken.
Ich glaube, dass sie das kann – immer noch und immer wieder. Und
wo ich helfen kann, Sie Ihnen aufzuschließen, will ich das gern
tun – zum Beispiel nächsten Mittwoch bei „Bibel im Gespräch“: herzliche
Einladung! Ich bin überzeugt: Wenn die Bibel wieder zu uns spricht,
dann werden auch wir unsere Straße fröhlich ziehen – mit Gottes
Wort als unseres Fußes Leuchte und als Licht auf unserm Wege.

Amen.

 

Posaunenchor: Neue Ausbildungsreihe !

 

Posaunenchor CVJM Klafeld

Wann? Chorprobe jeden Mittwoch von 19.30
– 21.00 Uhr
Wo? im Ev. Vereinshaus, Im Ruhrstgarten
3 in Geisweid
Chorleitung? Matthias Otterbach

Wir haben zur Zeit ca. 30 aktive
Mitglieder und 6 Jungbläser.

Kontaktmöglichkeit:

Matthias Otterbach

Wer gerne bei
uns ein Instrument erlernen möchte, wendet sich bitte an unseren
verantwortlichen Ausbilder:

Matthias Otterbach
Tel.: 0171/8482929
m_otterbach@arcor.de

Instrumente können gestellt werden!

>>>>>>
Link:
cvjm
Klafeld

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Auf ein Wort ……

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Jesus ist überarbeitet.
Die vielen guten Taten, die er vollbringt, haben ihn völlig ausgelaugt.
Er fühlt sich matt, und auch die Wunder wollen nicht mehr so recht
klappen. Sein Arzt verordnet ihm einen freien Tag. Und Jesus genießt
diesen Tag in vollen Zügen. Er übt Radschlagen in der Wüste, jongliert
mit seinem Heiligenschein, geht schwimmen und macht einen Ausritt
auf seinem Esel. Ein richtig schöner Tag! Aber am Abend plagt ihn
dann doch das schlechte Gewissen. Was hätte er in dieser Zeit nicht
alles Gutes tun können? Stattdessen hat er den ganzen Tag vertrödelt
und nur nutzloses Zeug gemacht. Er sucht Rat bei Gott. Der beruhigt
ihn und sagt: Schau doch mal genau hin, Jesus! Überall, wo du Rad
geschlagen hast, sind in der Wüste Quellen entsprungen. Wo du jongliert
hast, tragen die Bäume die herrlichsten Früchte. Wo du geschwommen
bist, füllen sich die Netze mit Fischen. Und alle, die du auf deinem
Esel getroffen hast, wurden auf einmal fröhlich.

Das erzählt der
englische Schriftsteller Nicholas Allan in seinem Buch „Jesus nimmt
frei“. Hin und wieder hat Jesus tatsächlich frei genommen, wenn
auch wohl nicht zum Radschlagen in der Wüste oder für einen Ausritt
auf seinem Esel. An manchen Tagen wird ihm einfach alles zu viel:
zu viele Menschen, zu viele Erwartungen, zu viele, die ihn umringen
und an ihm zerren. Dann, so lesen wir in den Evangelien, zieht Jesus
sich zurück – auf einen Berg, auf ein Boot, an das andere Ufer des
Sees, dahin, wo er Ruhe findet. Wo er in aller Ruhe mit Gott sprechen,
beten und daraus die Kraft schöpfen kann, die über seine eigene
hinausgeht.

Viele nehmen in
diesen Wochen frei. Sie haben Ferien, machen Urlaub, erholen sich
zu Hause oder auf Reisen. Denn auch wir brauchen Orte, an denen
wir zur Ruhe kommen, Zeiten, in denen wir uns freimachen können
von Terminen und Pflichten, von Erwartungen und Zwängen. Zwischen
Beruf und Familie, zwischen Konsum und verplanter Freizeitgestaltung
bleibt im Alltag ja oft nur Platz für das Allernötigste. Was aber
ist mit dem Instrument, das ich lange Zeit nicht mehr gespielt habe,
mit dem Brief, den ich schon seit Wochen schreiben, mit der Freundin,
die ich endlich mal wieder treffen will? Und was ist mit meinem
Glauben, den ich vernachlässigt habe, mit Gott, zu dem ich lange
nicht mehr gebetet habe? Im Urlaub kann ich all das entdecken, was
im Alltag so leicht verloren geht oder was immer wieder zu kurz
kommt. Ich kann die freien Tage genießen, ohne gleich ein schlechtes
Gewissen zu haben. Kann einfach mal in den Tag hineinleben, herumtrödeln
und lauter nutzloses Zeug machen: eine Strandburg bauen, Muscheln
sammeln, den Wolken hinterherschauen, barfuß über eine Sommerwiese
laufen, Gänseblümchen pflücken oder auch Radschlagen üben – so wie
Jesus in der Geschichte von Nicholas Allan.

Jesus nimmt frei
und tut, was ihm gerade Spaß macht. Am Abend kann er nur darüber
staunen, wie viel Lebenskraft von dem ausgeht, was er für nutzlos
gehalten hat. Genau da tun sich Quellen auf, hängen herrliche Früchte
an den Bäumen, werden die Netze voll und die Menschen froh. Denn,
so sagt Gott am Ende der Geschichte: Nur wenn du selbst froh bist,
kannst du auch andere glücklich machen. Solche Tage wünsche ich
Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, in diesem Sommer: Tage, die
Sie selbst froh und andere glücklich machen.

Ihre Pastorin
Almuth Schwichow

 

Neues aus Gemeinde und Presbyterium

 

Neues aus Gemeinde und Presbyterium

von Peter – Christian Rose
und Almuth Schwichow

  •  … in großer Dankbarkeit …

Kurz nach Vollendung
ihres 78. Lebensjahres starb am 29. April unsere ehemalige Küsterin
und Hausmeisterin Inge Lettermann. Von 1975 bis 1988 war sie gemeinsam
mit ihrem Mann für das neu errichtete Gemeindezentrum und den Kindergarten
am Hohen Rain zuständig. Mit ihrer fröhlichen, warmherzigen Art
und ihrem hilfsbereiten Wesen hat sie viel zum Aufbau der Gemeinde
am Hohen Rain beigetragen. Auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Dienst
blieb sie dem Hohen Rain und der Kirchengemeinde Klafeld vor allem
über den Mütterkreis verbunden. Dankbar erinnern wir uns an das,
was sie für unsere Gemeinde getan hat. Sie und alle, die um sie
trauern, wissen wir geborgen bei dem Herrn, der uns ruft: „Kommet
her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch
erquicken.“

  •  …
    in unserer Nachbargemeinde …

Bei uns liegt
die Leitung der Kirchengemeinde beim Presbyterium. Bei unseren katholischen
Mitchristen gibt es dagegen zwei Gremien, den Kirchenvorstand und
den Pfarrgemeinderat. Letzterer hat die wichtige Aufgabe, das Leben
in der Gemeinde mitzugestalten und mitzutragen. Dabei soll er insbesondere
den Pfarrer in seinem Amt unterstützen und mit ihm alle die Gemeinde
betreffenden Fragen beraten und entscheiden. Er ist zuständig für
das Zusammenwirken im Pastoralverbund, für die Kinder- und Jugendarbeit,
für die Laiendienste in Verkündigung, Liturgie und Seelsorge, für
die ökumenische Arbeit, für soziale und caritative Aufgaben, für
die Ehe-, Familien- und Altenarbeit, für das kulturelle und gesellige
Leben sowie für die Öffentlichkeitsarbeit. In St. Marien fanden
die letzten Pfarrgemeinderatswahlen am 22. April statt. Gewählt
wurden Christa Reuter, Ulrich Gödde, Ursula Fries, Silvia Benedick
und Hans-Wolfhelm Amend. Wir gratulieren auch noch einmal von dieser
Stelle und wünschen allen viel Kraft und Freude und Durchhaltevermögen
und Gottes reichen Segen!

  •  …
    in einer Mail …

Anfang Januar
war es soweit. Die Birlenbacher Kirche sollte möglichst besenrein
übergeben werden. Diverse Räumaktionen hatte man schon im Vorfeld
durchgeführt. Aber wohin mit den 22 Kirchenbänken, die 3,50 m lang
und relativ schwer waren? Am besten wären die Bänke doch in einer
christlichen Gemeinde aufgehoben. Aber welche Gemeinde kann mal
eben 22 Bänke gebrauchen? Presbyter Volker Mackenbach dachte sofort
an die Rumänienhilfe. Und an Joachim Irle aus der Brüderversammlung
im Hüttental; er organisiert und begleitet schon seit einiger Zeit
Hilfstransporte in das osteuropäische Land. Und dann: War es ein
Zufall?

Nach einer langen
Reise:
Die Birlenbacher Bänke
im fernen
Rumänien

Eine christliche
Gemeinde in der Stadt Tirgu Jiu würde in Kürze ihren neuen Gemeindesaal
fertigstellen. Unsere Anfrage dorthin wurde schnell beantwortet:
„Gerne, ja, Bänke fehlen uns noch!“ Am 14. Januar wurden
die Birlenbacher Bänke verladen: Die Firma Hees Transport GmbH aus
Langenholdinghausen stellte einen LKW und einen Fahrer zur Verfügung.
Die Bänke kamen zunächst in ein Zwischenlager in Siegen, dann mit
Hilfe der Firma Quast nach Rumänien. Volker Mackenbach bedankte
sich sogleich in einem Schreiben bei allen Helfern und Unterstützern.
Dann eine Mail aus Tirgu Jiu. Bebe Stefu schreibt: „Im Namen
unserer Christlichen Versammlung möchten wir euch danken für die
Bänke, die Ihr uns für unsere Gemeinde geschickt habt. Wir danken
Gott, dass er es Euch aufs Herz gelegt hat, uns in dieser Weise
zu helfen. Die Bänke passen wunderbar in unseren Saal und füllen
ihn aus. Die Brüder und Schwestern haben sich über die gelungene
Überraschung gefreut, als sie zur Versammlung kamen.“

  •  …
    in zwei Fachausschüssen …

In dieser und
in den nächsten Ausgaben von „Gemeinde jetzt“ wollen wir
Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, mitteilen, wie die acht Ausschüsse
nach der Presbyteriumswahl im Frühjahr besetzt worden sind. Beginnen
wir mit dem Fachausschuss für Finanz-, Personal- und Bauangelegenheiten.
Dem Gremium gehören neben den beiden Kirchmeistern Hartmut Heinbach
und Paul-Heinrich Groos sowie den Presbytern Karsten Krupp und Wolfgang
Birkefeld auch Uli Höfer, Winfried Krahl und Edwin Schwandt als
sachkundige Gemeindeglieder an. Wolfgang Birkefeld wurde in der
Sitzung am 19. April als neues Mitglied besonders begrüßt. Im Öffentlichkeitsausschuss
arbeiten in den nächsten vier Jahren Marc Höchst und Heike Malinowski
sowie die Presbyteriumsmitglieder Katrin Breitweiser, Georg Klanke,
Peter-Christian Rose und Pfarrerin Almuth Schwichow. Jutta Winchenbach
gehört dem Gremium nicht mehr an. Sie hat seit 1990, also genau
22 Jahre lang, als sachkundiges Gemeindeglied mit großem Fleiß und
beispielhaftem Engagement in einigen Aufgabenbereichen mitgewirkt;
zuletzt war sie u.a. für das Korrekturlesen und die Anzeigen in
unseren Kirchennachrichten zuständig. Marc Höchst, auch schon seit
1990 dabei, dankte Jutta Winchenbach in der Maisitzung für all ihr
Tun und überreichte ihr zum Abschied ein Buchgeschenk.

  •  …
    in seinem Grußwort …

Konfirmation –
die persönliche Bestätigung der Taufe. Konfirmation – immer noch
ein wichtiger Tag im Leben unserer Mädchen und Jungen. Konfirmation
– hoffentlich erst der Beginn der „Entdeckungsreise“ im
Land des Glaubens und unserer Kirche! An drei Sonntagen im April
und Mai wurden in unseren beiden Kirchen genau 77 junge Menschen
konfirmiert. Mit der Einsegnung sprach man ihnen die Zulassung zum
Abendmahl und auch das Recht zur Patenschaft aus. Im feierlichen
Konfirmationsgottesdienst am 6. Mai im Wenscht überbrachte Ulrich
Gödde herzliche Grüße von Pfarrer Karl-Hans Köhle, vom Pfarrgemeinderat
und allen Mitchristen in unserer katholischen Schwestergemeinde
St. Marien. Eine schöne Tradition! Gelebte Ökumene vor Ort! Ulrich
Gödde, vielen bekannt als Pädagoge am Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium,
zeigte sich vom Gottesdienst beeindruckt. Dann sprach er die Jugendlichen
direkt an: „Der heutige Tag markiert die bewusste Fortsetzung
eines Glaubensweges, der für euch mit der Taufe begonnen hat und
auf dem euch eure Eltern bis heute begleitet haben. Jetzt seid ihr
aufgerufen, euren eigenen Weg zu gehen hin ins Erwachsenenalter.“
Am Schluss seines Grußwortes betonte Ulrich Gödde folgendes: „Ich
wünsche euch weiterhin Menschen, die euch Vorbilder und gute Wegbegleiter.
Wir, alle Mitglieder von St. Marien, wünschen euch überdies Freude
und Halt im Glauben. Möge Gott seinen Segen dazu geben.“ Gelebte
Ökumene auf der untersten Ebene! Auch in St. Joseph fand ein wichtiger
Gottesdienst statt, in dem junge Menschen im Mittelpunkt standen:
16 Mädchen und Jungen gingen zum ersten Mal zur Heiligen Kommunion.
Das Motto der Feierlichkeiten lautete „Wir sind ein Teil in
Gottes Puzzle“. Wir wünschen allen Kindern und ihren Familien
auch weiterhin Gottes gutes Geleit!

  •  …
    in geheimer Wahl …

Thomas-Peter Stuberg
(53) wird neuer Superintendent des Kirchenkreises Siegen! Mit großer
Mehrheit entschied sich die Kreissynode am 25. April in Wilgersdorf
bereits im ersten Wahlgang für den Pfarrer aus der Ev. Kirchengemeinde
Oestrich. Um 19.25 Uhr gab Synodalassessor Hans-Werner Schmidt das
Ergebnis bekannt: Thomas-Peter Stuberg erhielt 97 von 144 Stimmen.
Auf seine Gegenkandidaten Pfarrer Heiner Montanus (Weidenau) und
Pfarrer Arnold Schütz (Lipperode) entfielen 30 bzw. 16 Stimmen.
Die Synodalen erhoben sich. Lang andauernder Applaus! Sichtlich
bewegt bedankte sich Pfarrer Stuberg für das ihm entgegen gebrachte
Vertrauen: „Ich trete dieses Amt mit großem Respekt, Herzklopfen
und mit Demut an. Ich habe die Hoffnung, dass Gott den Weg vor uns
her geht, den wir in den nächsten Jahren zusammen gehen werden.“
Ab 16.30 Uhr hatten die drei Kandidaten Gelegenheit, sich in jeweils
fünf Minuten vorzustellen. Informativ und unterhaltsam gleichermaßen
war anschließend eine Fragerunde – auch für die sechs Synodalen
aus unserer Kirchengemeinde – , in der die drei Pfarrer überwiegend
nur eine Minute Zeit hatten, nacheinander dreißig Fragen spontan
zu beantworten. Weitere Fragen aus dem Kreis der Synodalen schlossen
sich an.

Nach der Fragerunde:

Die Synodalen
aus unserer Kirchengemeinde

Um 19 Uhr dann
der erste Wahlgang, schriftlich und geheim. Das Ergebnis: Siehe
oben. Pfarrer Thomas-Peter Stuberg stammt aus Schalksmühle und ist
in Lüdenscheid aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte er Theologie
in Münster, Bethel und Bonn. Sein Vikariat erfolgte in Bonn-Tannenbusch.
Von 1991 bis 2003 war er Pfarrer in Iserlohn, danach wechselte er
nach Oestrich. Auch auf der Ebene des dortigen Kirchenkreises brachte
er sich ein, zunächst als Scriba, ab 2004 als Synodalassessor. Pfarrer
Stuberg und seine Ehefrau Dörte, die ihn nach Wilgersdorf begleitete,
haben drei Kinder. Die Einführung in das Superintendentenamt ist
für den 22. September vorgesehen.

Nach
Bekanntgabe des Wahlergebnisses:
Der Assessor
und
der neue Superintendent

Zusammen mit dem
Kreissynodalvorstand leitet Thomas-Peter Stuberg dann die Geschicke
unseres Kirchenkreises und führt die Dienstaufsicht über alle hiesigen
Pfarrerinnen und Pfarrer. Wahrlich keine leichte Aufgabe, denn der
Kirchenkreis Siegen ist mit 29 Kirchengemeinden und rund 130.000
evangelischen Christen zurzeit der größte in unserer westfälischen
Landeskirche! Sie, liebe Gemeindeglieder, können den neuen Superintendenten
spätestens am 9. Dezember persönlich kennenlernen. Dann kommt er
zu uns nach Klafeld und hält die Predigt im Festgottesdienst im
Rahmen des Weihnachtsmarktes! Seine schriftliche Zusage erreichte
mich am 19. Mai. Toll! Und Pfarrer Stuberg freut sich auch schon,
das jedenfalls bringt er am Ende seines Briefes unumwunden zum Ausdruck!

  •  …
    in aller Form …

Es ist schon Usus,
Sie, liebe Leserinnen und Leser, möglichst zeitnah über die neusten
Spendeneingänge zu informieren. Und das wird auch in Zukunft so
bleiben! Abgeschlossen wurden inzwischen die Projekte „Brot
für die Welt: Endlich Kind sein“ (1. November bis Ostern) und
„Kinderbibelwoche“ (März/April); hier lauten die Endstände
4.093,45 € bzw. 1.364,16 €. Einen Zwischenstand vom Projekt „Chöre
in der Kirchengemeinde Klafeld“ (Mai/Juni) vermeldete mir Brigitte
Veltzke vom Gemeindebüro hinter der Talkirche am 25. Mai; bisher
sind 510,00 € eingezahlt oder überwiesen worden. Für Ihre tolle
Unterstützung und für alle Gaben möchten wir uns bei Ihnen ganz
aufrichtig und in aller Form bedanken!

  •  
    in unserem Café …

Pfarrer Burkhard
Schäfer und Kirchmeister Hartmut Heinbach kamen im Frühjahr 2007
auf die Idee, die umgebaute und renovierte untere Etage des ehemaligen
Pfarrhauses hinter der Talkirche an zwei Sonntagnachmittagen im
Monat in ein Café umzuwandeln. Gedacht – getan: Am 28. Oktober erfolgte
die Eröffnung, den ersten Service (inzwischen vom Backen der Kuchen
und Torten bis hin zum Spülen und Aufräumen) hatte damals der Frauenkreis
Sohlbach-Buchen übernommen. Jetzt sind fast fünf Jahre vergangen.
Und das „Café im Pfarrhaus“ ist zu einem festen Bestandteil
des Gemeindelebens geworden. Besonders unsere Seniorinnen und Senioren
nutzen das Angebot sehr gerne. Das vermeldete kürzlich auch Dr.
Horst Bach im „Blickpunkt“ (Ausgabe 2 / 2012): „Sie
beschäftigen sich nach den leiblichen Genüssen noch mit geistiger
Stärkung. Die bereitstehenden Gesellschafts- und Gedächtnistrainingsspiele
dienen der Auffrischung und dem Erhalt der geistigen Fitness.“
Von Anfang an lag die Organisation in den Händen unserer ehemaligen
Presbyterin Marga Kölsch. Sie verrichtete ihren Dienst stets mit
großer Umsicht und lobenswertem Engagement. Dafür ein aufrichtiges
Dankeschön auch von dieser Stelle! Am 1. 9. übergibt sie das Amt
nun an Ulrike Rose, die sich auch im Leitungsteam des Wenschter
Frauentreffs engagiert. Zum Schluss noch eine wichtige Information:
Letzter Öffnungstag des Cafés vor der Sommerpause ist der 8. Juli,
es empfängt Sie der Abendkreis Birlenbach. Kaffee, Kuchen und Gemütlichkeit
gibt es dann erst wieder am 26. August. Darauf möchten wir ausdrücklich
hinweisen, damit an den anderen Sonntagen niemand vor verschlossenen
Türen steht. Notieren Sie sich bitte die Termine und geben Sie sie
an Interessierte weiter!