„Grünen Hahn“: Umweltleitlinien

 

Informationen
vom „Grünen Hahn“

Damit Sie in der
Gemeinde erfahren, welche Ziele und Konzequenzen mit der Beteiligung
am Umweltmanagement „Grüner Hahn“ verbunden sind, geben wir die
Umweltleitlinien, die am 17.02.2011 einstimmig vom Presbyterium
beschlossen worden sind, wie folgt bekannt:

Umweltleitlinien

  1. Wir prüfen
    und dokumentieren kontinuierlich die Umweltschutzaktivitäten
    unserer Kirchengemeinde.
  2. Wir wollen
    in Zukunft Belastungen und Gefahren für die Umwelt verringern
    und, wo es möglich ist, vermeiden. Dabei setzen wir bestverfügbare
    Produkte und Technik ein, soweit es wirtschaftlich vertretbar
    ist.
  3. Wir verpflichten
    uns zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und überprüfen dies
    jährlich.
  4. Wir bevorzugen
    umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen und legen bei
    unseren Partnern ökologische Maßstäbe an.
  5. Dem schonenden
    Umgang mit Rohstoffen und Energie kommt besondere Bedeutung
    zu.
  6. Gemeindeglieder
    und Öffentlichkeit werden regelmäßig über unsere Umweltaktivitäten
    informiert.
  7. Wir sorgen
    dafür, dass Gruppen und Kreise sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
    aktiv in den Prozess einbezogen werden. Ihre Anregungen werden
    aufgenommen und berücksichtigt.
  8. Wir verpflichten
    uns, den „Grünen Hahn“ dauerhaft einzuführen und sein Fortschreiten
    jährlich zu überprüfen.

Es ist uns wichtig,
dass diese verbindlichen Leitlinien im Alltag der Kirchengemeinde
bei allen Mitarbeitern und den einzelnen Gemeindegliedern präsent
sind und unser Handeln bestimmen.

Ihr Umweltteam vom „Grünen Hahn“

 

 

Klimaschutzförderpreis

 

Klimaschutz zentrale Jahrhundertherausforderung

Kirchengemeinden erhalten
Klimaschutzförderpreis

Für ihre Umwelt-
und Klimaschutzaktivitäten im Zeichen des „Grünen Hahnes“ wurden
jetzt die Evangelischen Kirchengemeinden Klafeld und Kaan-Marienborn
gemeinsam mit dem geteilten zweiten Platz im Rahmen des Klimaschutzförderpreises
der Fachinnung Sanitär-Heizung-Klima im Kreis Siegen-Wittgenstein
und der Stadt Siegen im Haus der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd
ausgezeichnet. Das Preisgeld betrug jeweils 2.000 Euro. Mit dem
Geld sollen auch die Bemühungen um hohe ökologische Standards bei
den geplanten Neubauten unterstützt werden. Das Evangelische Familienzentrum
Sternenzelt und die Evangelische Kirchengemeinde Banfetal erhielten
jeweils einen sozialen/pädagogischen Sonderpreis in Höhe von 1.000
Euro für ihre Klimaschutzaktivitäten und zur Unterstützung weiterer
Projekte.

Den ersten Preis
erhielt der Verein für Soziale Arbeit und Kultur Südwestfalen e.V.
und die beiden weiteren Sonderpreise die Einrichtung Kinderzuhause
in Burbach und die Gemeinschaftsgrundschule Eichen.

Die Auszeichnungen
überreichten der Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft,
Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen Johannes
Remmel und der Bürgermeister der Stadt Siegen Steffen Mues.

Als eine zentrale
Jahrhundertherausforderung bezeichnete Nordrhein-Westfalens Umweltminister
Johannes Remmel den Klimaschutz. Die Erderwärmung in 40 Jahren um
2 Grad zu senken sei eine gewaltige Aufgabe. Hier seien die kleinen
und mittleren Unternehmen, die Kommunen und die Stadtwerke gefragt.
Mit dem Vorrang der erneuerbaren Energie müsse ernst gemacht werden.

Siegens Bürgermeister
Steffen Mues hob hervor, dass die Stadt in Sachen Klimaschutz anerkanntermaßen
gut aufgestellt sei. Erst kürzlich erhielt die Stadt unter dem Krönchen
die Auszeichnung Europäische Energie- und Klimaschutzkommune. Dies
mache Appetit auf mehr. Mues kündigte an, künftig über einen EnergieVerein
die Informationen und Beratung zum Thema Energetische Sanierung
zu bündeln und zu stärken.

Das Preisgeld
in Höhe von insgesamt 12.000 Euro wurde zu 90 % über den Erfolg
der Kampagne „1000 Pumpen für Siegen“ finanziert. 12 Euro jeder
in Siegen-Wittgenstein verkauften Hocheffizienzpumpe der Marke WILO
kamen dem Förderpreis zugute. Den Rest finanzierten beteiligte Fachgroßhändler
und Installationsbetriebe.

Am 1. September
2010 startete die Kampagne „1000 Pumpen für Siegen“, beworben von
der Stadt Siegen und dem Leistungsverbund der Innung Sanitär-Heizung-Klima
in Siegen-Wittgenstein. Im Zuge der Aktion sollten mindestens 1000
alte Heizungspumpen – häufig der größte „Stromfresser“ im Haushalt
– gegen moderne Hocheffizienzpumpen ausgetauscht werden. Dieses
gesetzte Ziel wurde deutlich überschritten. Insgesamt 1500 neue
Pumpen konnten im Kampagnenzeitraum eingebaut werden. Durch den
Austausch einer alten Heizungspumpe kann soviel Strom (80–90%) eingespart
werden, dass sich der Austausch schon nach zwei bis drei Jahren
rechnet.

kp

Frau Leidel
(Kgm Klafeld) mit Umweltminister Johannes Remmel
und Bürgermeister
Steffen Mues.


 

Infos vom Grünen Hahn

 

Neues vom Grünen Hahn

Der
Grüne Hahn freut sich über seine 85 bunten Federn, die Sie ihm am
Schöpfungs-gottesdienst angeheftet haben. Sie haben tolle Vorschläge
und Anregungen fürs Schöpfungbewahren aufgeschrieben. Dabei wurden
Vorschläge zu folgenden Themen gemacht: Verkehr (30x), Stromsparen
(30x), Heizen und Lüften (21x), Wasser sparen (18x), nachhaltiges
Einkaufen (12x),  Müll vermeiden (11x),  und speziell
für Kirchen und Gemeinderräume  (5x).

Heute kräht der
Grüne Hahn zu Beginn der kalten Jahreszeit mit diesen und weiteren
Tipps für sparsames Heizen und richtiges Lüften.

Richtig Heizen

  • Vor Beginn der Heizperiode Heizungsanlage
    warten und Nachtabsenkung einstellen lassen.
  • Thermostatventile richtig nutzen.

Die Merkzahl auf dem Einstellknopf steht für
folgende Temperaturen:

  • Sternchen   (ca.6°C)  Frostschutzstellung
  • Merkzahl 1   (ca.12°C), Absenkstellung
  • Merkzahl 2   (ca. 16°C)
  • Merkzahl 3   (ca.20°C), Grundeinstellung
    für Zimmertemperatur
  • Merkzahl 4   (ca. 24°C)
  • Merkzahl 5   (ca. 28°C)

Thermostatventile
halten automatisch die vorgewählte Raumtemperatur und bleiben solange
geöffnet bis diese erreicht ist.
Ungenutzte Räume auf 1 oder
2 zurückstellen. Frostschutzstellung ist nur bei längerer Abwesenheit
sinnvoll.
Heizkörper sollten nicht verkleidet, zugestellt oder
von langen Vorhängen verdeckt sein, damiit die Wärme besser zirkulieren
und der Raum günstiger beheizt werden kann.

  • In der Dunkelheit
    Rollläden und Fensterläden schließen.
  • Für gute
    Dichtungen an Fenstern und Türen sorgen.
  • Türen immer
    schließen.

Richtig Lüften

Gekippte Fenster
lüften wenig und lassen viel Wärmeenergie ins Freie entweichen.
Deshalb Stoßlüften (kurz das Fenster ganz auf), kein Dauerlüften
auf kipp.Dabei immer  Thermostatventile schließen,  sonst
geht bei geöffneten Fenstern viel Wärme ins Freie.

 

Klima der Gerechtigkeit

 

Klima der Gerechtigkeit

Ausstellung zum Klimawandel
und was die Kirchen tun

„Wie wirkt sich
für Sie in Tansania der Klimawandel und der großflächige Anbau von
energetisch nutzbaren Pflanzen aus?“ Eine komplizierte Frage, die
die kleine Reisegruppe um Superintendentin Annette Kurschus im August
2008 den Partnern in Tansania stellte. Die Antwort, die die Siegerländer
erhielten, war einfach und aufrüttelnd zugleich: „Die Preise
für Grundnahrungsmittel wie Mais steigen rasant. Den ärmeren Menschen
bleibt nichts anderes, als auf eine der täglichen Mahlzeiten zu
verzichten.“

Die Welt ist klein
geworden: Von Industrieländern produzierte Treibhausgase beeinflussen
das weltweite Klima. Der Energiehunger der reichen Länder tritt
in Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau in den ärmeren Ländern.

Um diesen Zusammenhang
geht es in der Ausstellung „Klima der Gerechtigkeit“, die der Ev.
Kirchenkreis Siegen vom 25. Oktober bis 19. November in der
Rathausgalerie Siegen, Markt 2, präsentiert. Die Ausstellung
ist von der Vereinten Evangelischen Mission, der Gemeinschaft von
34 Kirchen weltweit, zusammengestellt worden. In ihr werden wissenschaftliche
Forschungsergebnisse und Prognosen mit den Erfahrungen zusammengebracht,
die Menschen in den Heimatländern der Mitgliedskirchen machen. So
entsteht ein Bild, wie Lebensstil und Lebensbedingungen auch weit
entfernt voneinander lebender Menschen eng zusammenhängen und sich
wechselseitig beeinflussen.

Aber die Ausstellung
bleibt nicht stehen bei der klagenden Beschreibung der aktuellen
Verhältnisse. Sie zeigt und würdigt vor allem das Engagement der
Menschen und Kirchen, die sich in gemeinsamer Verantwortung für
Gottes Schöpfung und getragen von der einen Hoffnung einsetzen,
die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Chancen nachhaltiger
Entwicklung zu fördern.

Viele konkrete
Schritte gehen Kirchen überall auf der Welt in Wahrnehmung ihrer
Verantwortung. So haben sich im Siegerland bereits einige Gemeinden
der landeskirchlichen Initiative „Der Grüne Hahn“ angeschlossen.

Nehmen Sie die
Gelegenheit wahr, die Ausstellung während der Öffnungszeiten des
Rathauses Siegen zu besuchen.

Für
weitere Informationen stehen Herr Hänel (m.haenel@kirchenkreis-siegen.de)

und Pfarrer Elsermann (dienst@elsermann.de)
gerne zur Verfügung.

 

Da kräht doch kein Hahn nach

 

Da kräht doch kein Hahn nach,
oder doch?

Umweltmanagement in ev. Kirchengemeinde
Klafeld auf den Weg gebracht

Doch, da kräht
ein Hahn nach. Zumindest seit vergangenem Sonntag (4. Juli) in der
ev. Kirchengemeinde Klafeld. Einen „Tag der Schöpfung“ feierte die
ev. Kirchengemeinde in der Talkirche und erinnerte die Gottesdienstbesucher
an die Verantwortung, einen nachhaltigen Lebensstil zu entwickeln
und die Erde nicht unnötig zu belasten.

Da kräht doch
kein Hahn nach, wie hoch der Stromverbrauch der Kirchengemeinde
ist, oder ob Blumen aus Übersee mit Flugzeugen nach hier gebracht
werden, oder ob große Autos mit einem hohen Verbrauch gekauft werden.
Und das alles wider besseres Wissen und die Vernunft, wurde in einem
Sketch im Gottesdienst deutlich.

Das, so hat das
Presbyterium es einstimmig beschlossen, soll in der Kirchengemeinde
Klafeld jetzt anders werden. Sieben Gemeindeglieder unter der Leitung
von Burkhard Leidel bilden das neue Umweltteam der Kirchengemeinde
und sollen ein Umweltmanagement einführen. Mit unterschiedlichen
Begabungen und Berufserfahrung, so hoffen die Ehrenamtlichen, wird
das Vorhaben gelingen. Zwei der Ehrenamtlichen werden in speziellen
Seminaren der Landeskirche geschult und es beginnt die Bestandsaufnahme
der Gebäude. Wie viel Strom verbraucht die Talkirche im Jahr? Wo
können Energiesparlampen eingesetzt werden? Wo ist in kirchlichen
Gebäuden zusätzliche Dämmung notwendig, um Heizenergie zu sparen?
Sind die Heizungsanlagen optimal eingestellt und auf dem neuesten
Stand?

Ein
großer Grüner Hahn mit etlichen im Gottesdienst gesammelten
Ideen als Federschmuck erinnert künftig in der Kirchengemeinde
Klafeld an schonendes Umweltverhalten. Das neue Umweltteam
unter der Leitung von Burckhard Leidel (3. v. l.) und
mit Gemeindepfarrer Fank Boes (2. v. r.).

Zur Erinnerung
an das Vorhaben der Kirchengemeinde hatte Burkhard Leidel einen
großen Grünen Hahn aus Holz gebaut. Der Grüne Hahn ist das Symbol
der westfälischen Landeskirche für das Umweltmanagement.

Im Gottesdienst
hatten die Gemeindeglieder und Gäste Gelegenheit darüber nachzudenken,
was der Grüne Hahn in der Kirchengemeinde und in Privathaushalten
bewirken könnte. Heraus kamen beispielsweise: Das Wasser abdrehen
beim Zähneputzen; kurz zu Duschen, statt zu baden; im Winter die
Raumtemperatur abzusenken und Socken anzuziehen; weniger Auto zu
fahren. Es sind nur wenige der vielen Beispiele, die zutage traten.
Die Ideen wurden auf Pappstücke in unterschiedlichen Farben geschrieben.
Die ergaben das bunte Federkleid des Grünen Hahnes.

Für die Kirchengemeinde
Klafeld ist Schöpfungsverantwortung schon seit langem ein Thema,
wenn auch noch nicht in dieser Konsequenz. Seit 24 Jahren gibt es
einen Ausschuss zur Bewahrung der Schöpfung und der Gottesdienst
zum Tag der Schöpfung wurde in diesem Jahr zum neunten Mal gefeiert.
Regelmäßig werden gemeinsame Freizeitaktivitäten unter dem Motto
„Autofrei und Spaß dabei“ angeboten.

Am
Beffchen des Pfarrers erinnert der Grüne Hahn frech
an die kirchliche Verantwortung in Sachen Umweltschutz.

Aber es geht nicht
nur um die kirchlichen Aktivitäten und  Gebäude. Auch die Gemeindeglieder
sollen sensibilisiert werden in ihrem eigenen Verhalten auf Umweltschutz
zu achten. Zur Erinnerung erhielten alle Gottesdienstbesucher eine
Sonnenblumenpflanze und einen gebastelten Grünen Hahn an einer kleinen
Wäscheklammer aus Holz.

kp
(Fotos Karlfried Petri)