Predigt Tal- und Wenschtkirche, Sonntag, 12. Oktober 2025

Gottesdienst für den siebzehnten Sonntag nach Trinitatis

Text: Jos 2,1-21

Es war still geworden. Die Hörner und das Kriegsgeschrei waren verklun­gen, die Erde hatte aufgehört zu beben, auch das Ge­töse der polternden Steine war nicht mehr zu hören. Nur Unmen­gen von Staub lagen noch in der Luft. Er kroch durch alle Ritzen und senkte sich auf alles im Haus, auch auf Rahab und ihre Familie. Als es losgegan­gen war, hatten sie sich im hintersten Winkel verkrochen. Geduckt und eng aneinander gedrängt hatten sie abgewartet, was geschehen würde. Jetzt war Rahab die erste, die es wagte, den Kopf zu heben. Lang­sam stand sie auf und schüttelte den Staub ab. Sie stieg die Treppe hoch zum Dach, steckte vorsichtig den Kopf durch die Luke und schaute sich um: Von der mächtigen Stadtmauer, Jerichos ganzem Stolz, war nichts geblieben als Schutthaufen. Es stand nur noch das Stückchen, an das sich ihr Haus lehnte.

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Predigt Wenschtkirche, Sonntag, 6. Juli 2025

Gottesdienst am dritten Sonntag nach Trinitatis

Text: 1.Tim 1,12-17

Als Pastor ist man ja sozusagen ein öffentlicher Christenmensch – ein Fachmann für alles, was mit christlichem Glauben zu tun hat. Einer, der Aus­kunft geben kann über das, was man schon immer über Religion wis­sen wollte, aber bisher nie zu fragen wagte. Eine Frage, die ich öfters höre, ist zum Beispiel die: „Sagen Sie mal, Herr Pastor, wie kommt man eigentlich dazu, ausgerech­net die­sen Beruf zu er­greifen?“ Ich kann da immer gar nicht so kurz drauf antworten. We­der war mir der Beruf des Pastors in die Wiege gelegt, noch kann ich mich an eine Stimme vom Himmel erinnern, die ge­sagt hätte: „Mar­tin, du sollst Theologie studieren und Pfarrer wer­den!“ Ich kann ei­gentlich nur davon erzählen, wie ich Christ gewor­den bin, und das klingt bei mir nicht viel anders als bei den meisten, die heute hier sitzen:

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