Frauen(sonn-)tag im Kirchenkreis

Der Kirchenkreis lädt ein:

Frauen haben Courage !

Frauen(Sonn-)tag

im Kirchenkreis Siegen

12. September 2004

Ev. Gemeindehaus Bürbach
Im
Wiesengarten 12
57074 Siegen – Bürbach
 

10:30 Uhr Gottesdienst
„Mit Kuchen,
Klugheit und Courage – Abigail“ (1.Sam 25)

12:00 Uhr Imbiss

13:15 Uhr Entspannung am Mittag

14:00 Uhr Infos aus dem Frauenreferat

14:15 Uhr Impulsreferat
„Frauen
haben Courage:
Die Spirale der Gewalt unterbrechen!“
(Pfarrerin
Ute Hedrich, Amt für Mission, Ökumene und Weltverantwortung, Dortmund)

 

 

14:45 Uhr Workshops

  1. Lebensgeschichtlicher Zugang zur biblischen
    Abigail-Geschichte (Evelyne Dzaak, Siegen)
  2. Konflikttraining (Elisabeth Engel, Netphen)
  3. Globale Gewalt am Beispiel der AIDS-Thematik

    (Ute Hedrich, Dortmund)

16:15 Uhr: Gemeinsamer Abschluss
 

Alle Frauen, am Thema interessiert oder
einfach nur neugierig, sind herzlich eingeladen!

Damit wir
planen können, wäre es schön, wenn Sie im Frauenreferat bei
Pfarrerin z.A. Silke Panthöfer (Tel.: 0271/5004-346) oder Doris
Schwarz (Tel.:0271/5004-293) Bescheid geben. Kurzentschlossene sind
auch willkommen!

 

Bericht: Kreissynode

Bericht von
der Kreissynode:

Globalisierung

Kreissynode
des Kirchenkreises Siegen fordert umfangreiche Informationen und
Selbstverpflichtung

Der Ausschuss
für Weltmission und Ökumene, der Ausschuss für Öffentliche Verantwortung
und der Theologische Ausschuss haben gemeinsam zur Thema Globalisierung
eine Beschlussvorlage für die Kreissynode erarbeitet, die Sensibilisierung,
Information und vor allem Selbstverpflichtung der Kirchengemeinden
und des Kirchenkreises zum Inhalt hatte. Die Kreissynode machte
sich den Antrag mit großer Mehrheit zu eigen und bittet die Kirchengemeinden
dringend, sich ein differenziertes Bild über den gegenwärtigen Prozess
der Globalisierung zu verschaffen. Sie sollen der Frage nachgehen,
inwieweit sie dem christlichen Glauben und seiner Vision vom Reich
Gottes entspricht oder widerspricht. Insbesondere empfahl die Kreissynode,
das Gespräch mit den Verlierern des neoliberalen Wirtschaftens zu
suchen, sowohl im Rahmen von internationalen Partnerschaften, wie
auch mit der zunehmenden Zahl der Globalisierungsverlierer bei uns.

Die Kreissynode
forderte die Kirchengemeinden auf, sich an der Welthandelskampagne
„Gerechtigkeit jetzt“ zu beteiligen und ohne Berührungsängste Kontakt
zu örtlichen Gruppen aufzunehmen, die sich ebenfalls den Fragen
der Globalisierung stellen.

Die Kirchengemeinden
sollen, sofern nicht bereits geschehen, selbst Mitglied bei der
Ökumenischen Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit werden und sich
möglichst mit einer Geldanlage von 10% der Rücklagen bei Oikocredit
beteiligen.

Die Kreissynode
beauftragte den Finanzausschuss des Kirchenkreises, intensiv zu
prüfen, wie die Rücklagen verstärkt nachhaltig angelegt werden können:
Es soll eine Beteiligung am Nachhaltigkeitsfonds INIK, der unter
Mitwirkung der EKvW aufgelegt worden ist, geprüft werden. Auch das
Engagement des Kirchenkreises soll bei Oikocredit verstärkt werden.

Die Kreissynode
forderte die Kirchengemeinden zu einer Selbstverpflichtung auf,
Fair-TradeProdukte in ihren Veranstaltungen zu verwenden.

Der Kirchenkreis
verpflichtete sich, für seine Einrichtungen, Veranstaltungen, Referate
und das Kreiskirchenamt entsprechend zu verfahren.

Die Küstervereinigung
wurde aufgefordert, auf Küstertreffen mit Unterstützung von Fairhandelsgesellschaften
Hilfen zur Vermarktung und Nutzung entsprechender Produkte zu geben.

Ein Einkaufsführer
für fair gehandelte Waren, der vom Verein für soziale Arbeit und
Kultur Südwestfalen e.V. erarbeitet wurde, soll durch Verteilung
und durch Beiträge unterstützt werden. Konfirmanden o.a. Gruppen
in den Gemeinden sollen ermitteln, wo und wie fair gehandelte Waren
vor Ort gekauft werden können, die Ergebnisse sollen dem Öffentlichkeitsreferat
übermittelt werden, von wo aus sie für den Einkaufsführer zusammengefasst
und zur Verfügung gestellt werden. Eine evtl. Neuauflage wird vom
Kirchenkreis finanziell unterstützt.

Das Thema „Globalisierung“
soll bei der Teilnahme des Kirchenkreises an der nächsten Siegerlandausstellung
aufgenommen werden. Die Zusammenarbeit mit dem landeskirchlichen
Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung soll angestrebt
werden.

Die Kreissynode
forderte den Kirchenkreis und die Landeskirche auf, das Gespräch
mit politischen Entscheidungsträgern zu suchen. Sie sollen ihren
Einfluss geltend machen, dass die GATS-Verhandlungen (General Agreement
on Trade in Services -allgemeines Abkommen über Handel mit Dienstleistungen)
solange aufgeschoben werden, bis intensive Studien über die voraussichtlichen
Langzeitfolgen über die Privatisierung von öffentlichen Dienstleistungen
im Bereich der Daseinsvorsorge (Gesundheit, Bildung, Wasser) vorliegen.

Die Kreissynode
bittet die Kirchengemeinden, ihre Mitglieder vermehrt auf alternative
Formen der Geldanlage und des Einkaufs hinzuweisen und sie zu ermutigen,
auch persönlich Schritte hin zu mehr Gerechtigkeit zu gehen.

Im Rahmen der
Gemeinde- und Synodalberichte, so die Synode,  wird im kommenden
Jahr über erfolgte Schritte berichtet werden. Der Superintendent
erinnert die Gemeinden, Beauftragten und Einrichtungen an diese
Berichtspflicht.

kp


Neue Strukturen im Kirchenkreis

Die Synode nahm mit Mehrheit den Abschlussbericht
der Steuerungsgruppe „Strukturen im Kirchenkreis“ zur Kenntnis und
beschloss wie vorgeschlagen die Einführung von sogenannten Fachbereichen
als künftige Organisationsstruktur im Kirchenkreis Siegen.

Statt über 39 Gremien und 49 Referaten, Einrichtungen
und Beauftragungen soll es, so der Vorschlag der Steuerungsgruppe
im Kirchenkreis, nur noch 8 Fachbereiche geben, für die jeweils
ein zugeordnetes Gremium Beratungs-, Vernetzungs-  und Entscheidungskompetenzen
hat. Es gibt nur noch fünf sogenannte Querschnittsausschüsse wie
den Theologischen Ausschuss, den Finanzausschuss oder den Nominierungsausschuss.
Begleitet wurde der Beratungsprozess von der Hamburger Firma Lischke
Consulting.

Es gab allerdings auch kritische Stimmen gegen
dieses Modell. Der Vorsitzende des Theologischen Ausschusses Rolf
Fersterra machte deutlich, dass für ihn das neue Modell tiefgreifende
Veränderungen der Ausgestaltung des presbyterial-synodalen Systems,
also der basisdemokratischen Ausgestaltung der Beratungs- und Entscheidungsfindung
im Kirchenkreis, mit sich bringe. Bisher seien 13 Ausschüsse mit
breiter Beteiligung durch die Synode entstanden. Sie hätten in der
Synode ihre Begründung und Zielrichtung gefunden und seien an der
Meinungsbildung innerhalb des Kirchenkreises beteiligt gewesen.
Dieses Beteiligungssystem würde geschwächt. Statt bisher 11 oder
15 Mitglieder bestünden die neuen Ausschüsse in den Fachbereichen
nur noch aus 7 Mitgliedern und wären überwiegend mit Lenkungs- und
Verwaltungsaufgaben betraut. Es sei ein Einflussverlust der Kreissynode,
der Kirchengemeinden und der Ehrenamtlichen zu erwarten. Dagegen
werde der Verwaltungseinfluss gestärkt und der Einfluss der Hauptamtlichen
aus den Referaten. Es entstehe zusätzlicher Abstimmungsbedarf in
einigen Fachbereichen.

Verwaltungsleiter Hartmut Menzel machte deutlich,
dass als Verwaltungsaufgaben lediglich das Versenden der Einladungen
und das Anfertigen der Niederschriften vorgesehen sei, was die Ehrenamtlichen
entlaste.

Auch der Superintendent stritt für das neue
Modell, durch das er selbst und der Kreissynodalausschuss entlastet
werden soll. Zudem will man über diesen Weg mehr Transparenz in
den Kirchenkreis bringen.

Der Ausschuss für Seelsorge und Beratung habe
sich der Thematik angenommen und stelle den Antrag, so der Ausschusssprecher
Rolf-Christian Wangemann, den vorliegenden Beschlussvorschlag zu
erweitern. In einer zweijährigen Einführungsphase soll gelernt werden,
in den neuen Organisationsstrukturen zu arbeiten. Eine Steuerungsgruppe
erhält den Auftrag, den Prozess zu begleiten und zu moderieren.
Sie nimmt die Zwischen- und Abschlussberichte aus den Fachbereichen
entgegen und stellt die Ergebnisse dem Kreissynodalvorstand und
der Synode zur Verfügung. Diesem Vorschlag schlossen sich die Synodalen
an.

Nun werden auf einer Sondersynode
im Herbst dieses Jahres die konkrete Ausgestaltung der Fachbereiche,
die erforderlichen Fachsbereichssatzungen sowie die Änderung der
Kreissatzung des Kirchenkreises beraten und ggf. beschlossen. Bis
dahin setzen die bestehenden Gremien ihre Arbeit fort.

kp


Wahlmarathon
ließ Synodale stöhnen

Wahlen beherrschte
mehrere Stunden lang die Kreissynode Siegen. Da im Februar die Presbyterien
im Kirchenkreis zum Teil neu besetzt worden waren, mussten der Kreissynodalvorstand
und etliche Ausschüsse neu besetzt werden. So waren bis auf den
Superintendenten alle neun ordentlichen Mitglieder des Kreissynodalausschusses
und deren Stellvertretungen neu zu wählen. Da die Kirchenordnung
hier Einzelwahl vorschreibt, begann ein Wahlmarathon im Mehrzweckraum
der CVJM-Jugendbildungsstätte in Wilgersdorf, dem Tagungsort der
Kreissynode. Während der Zählphasen wurden zur Beschleunigung der
Sitzung Tagesordnungspunkte vorgezogen beraten.

Durch die anstehende
Umstrukturierung im Kirchenkreis wurden nur die synodalen Querschnittsausschüsse
neu besetzt. Dies sind der Theologische Ausschuss, der Finanzausschuss,
der Nominierungsausschuss und der Rechnungsprüfungsausschuss. Zudem
wurden die Delegierten und ihre Stellvertretenden für die Landessynode
bestimmt.

Weitere Wahlen
stehen an, wenn das neue Strukturmodell im Detail beschlossen ist
und die neu eingerichteten Lenkungsausschüsse gebildet werden müssen.

kp

Der
neu gewählte Kreissynodalvorstand besteht aus 10 Mitgliedern. Die
wurden mit Ausnahme des Superintendenten von der Synode für 8 Jahre
neu gewählt. Die Amtszeit des Superintendenten beträgt noch 5 ¼
Jahre.

Von
links im Bild: Brigitte Klöckener (Deuz), Pfr. Hans-Werner Schmidt
(Alchen), Superintendent Friedemann Hillnhütter, Dieter Steffmann
(Kreuztal), Pfr. Volker Bäumer (Ferndorf), Pfrn. Annette Kurschus,
Ulrich Bernshausen und Henriette Roloff. Nicht im Bild Marlies Kring
und Dr. Wolfgang Poltz.

(Foto Karlfried Petri)


Solidarmodelle
Kinder- und Jugendarbeit jeweils mit Mehrheit abgelehnt

„Und wie geht
es jetzt weiter?“ fragte Pfarrer Günther Albrecht, als feststand,
dass die Kreissynode sowohl den Antrag des Kreissynodalvorstandes
als auch einen Alternativantrag der Kirchengemeinden Neunkirchen,
Niederdresselndorf und Niederschelden abgelehnt hatte.

Darauf konnte
am Schluss der über 12-stündigen Synodensitzung keine Antwort gegeben
werden.

Vorausgegangen
war eine umfangreiche Diskussion über ein Konzept, die Jugendarbeit
im Einzugsgebietes des Kirchenkreises Siegen neu zu strukturieren.
Vor zwei Jahren, am 3. Juli 2002, hatte die Synode vor dem Hintergrund
der drastisch sinkenden Kirchensteuereinnahmen beschlossen, eine
Steuerungsgruppe einzurichten, die ein zukunftsweisendes Modell
finanzierbarer hauptamtlich begleiteter Jugendarbeit im Kirchenkreis
Siegen entwickeln sollte. Die vielen Ehrenamtlichen und die starke
Arbeit des CVJM sollte in die Überlegungen mit einbezogen werden.

Pfarrer Volker
Schubert, der den Prozess geleitet hatte, stellte die Arbeitsergebnisse
in der Synode vor. Danach soll der Kirchenkreis in 9 Regionen aufgeteilt
werden. Diese Einteilung soll, so weitergehende Überlegungen an
anderer Stelle, künftig für das Finanzgebaren des Kirchenkreises
eine besondere Rolle spielen, wie bei den Kindertageseinrichtungen
oder auch bei der Pfarrerfinanzierung. In jeder Region könnten nach
dem Vorschlag der Arbeitsgruppe 1,5 Jugendreferenten einen Arbeitsplatz
finden und würden vom Kirchenkreis angestellt und finanziert. Die
Kirchengemeinden hätten dann weniger Geld im Säckel, mit dem sie
frei wirtschaften könnten. Darauf wollten sich die Gemeinden nicht
einlassen, die bisher ihre Jugendarbeit über den CVJM im hohen Maße
ehrenamtlich und somit kostenminimiert gestalteten. Auf sie wären
höhere Kosten zugekommen.

Ein Alternativantrag
aus südlichen Kirchengemeinden sah im wesentlichen vor, nicht die
Jugendreferenten vom Kirchenkreis anzustellen und zu finanzieren,
sondern den Gemeinden für hauptamtliche Jugendarbeit zweckgebunden
eine jährliche Summe zur Verfügung zu stellen. Wird diese Summe
nicht verwendet, soll es in eine für Jugendarbeit zweckgebundene
Rücklage beim Kirchenkreis fließen.

Auf beide Varianten
ließ sich die Synode nicht ein, da viele Synodale die selbstverantwortete
Gestaltungsfreiheit der Kirchengemeinden zu stark eingeengt sahen.

Der Superintendent
hofft, dass die umfangreiche Arbeit der Steuerungsgruppe nicht vergeblich
gewesen ist und die Synode zu einem späteren Zeitpunkt die Jugendarbeit
neu strukturieren kann. Nach wie vor soll das Ziel, mittelfristig
eine hauptamtliche Jugendarbeit im Kirchenkreis Siegen zu sichern
und damit auch eine höhere Arbeitsstellengarantie für die hauptamtlichen
Mitarbeiter in der kirchlichen Jugendarbeit zu bieten, im Blick
bleiben.

kp

Eine
Jugendgruppe aus Tansania machte eine Stippvisite auf der Kreissynode
Siegen. Die Jugendlichen stellten sich vor und Pfarrer Klaus Seidenstücker
aus Netphen, Vorsitzender des Ausschusses für Weltmission und Ökumene
übersetzte die Gäste.

(Foto Karlfried Petri)


Stärkere Profilierung
des Christentums gegenüber Islam auf Synode gefordert Position statt
Opposition

Mit einem Antrag des Presbyteriums Trupbach/Seelbach
für die Kreissynode des Kirchenkreises Siegen kam erneut das Verhältnis
von Christentum und Islam ins Gespräch. Nachdem die Sommersynode
2002 ein Papier verabschiedet hatte, das die Position des Kirchenkreises
zur anderen Religion fixieren sollte, forderte das Presbyteriums
Trupbach/Seelbach den Kreissynodalvorstand und den Superintendenten
jetzt per Antrag auf, stärker dafür Sorge zu tragen, „dass alle
Einrichtungen unseres Kirchenkreises unserem auferstandenen Herrn
Jesus Christus dienen und nicht die Arbeit fremder Religionen erledigen.“
Außerdem wurde gefordert, Christenverfolgungen im Ausland aktiver
mit Einfluss auf politische Meinungsbildung und Gebete in den Blick
zu nehmen.

Scharfe Gegenreden folgten aus den Kirchengemeinden
auf den Vortrag von Olaf Latzl. Pfarrer Raimar Leng von der Siegener
Martinikirchengemeinde kritisierte den Antrag als Affront gegen
Glaubensgeschwister aus dem Kirchenkreis, deren Rechtgläubigkeit
er von Latzl in Zweifel gezogen sehe. Mehr noch: Mit „Angriffen
auf Einrichtungen und Mitarbeitende“ müsse es ihm „völlig peinlich“
sein, sich als „Richter über Geschwister“ aufzuspielen. Dieses Amt
gehöre schließlich alleine Gott. Deshalb forderte Leng die Synode
auf, sich in ihren Dialogbemühungen nicht von dem Antrag irritieren
zu lassen. Berufsschulpfarrer Matthias Hohmann erinnerte an seinen
Berufsalltag als Religionspädagoge, bei dem sich viele interessierte
Muslime im Unterricht befänden. Gegensätze der Religionen würden
hier sehr wohl in angemessener Weise herausgearbeitet, jedoch ohne
den anderen in seiner jeweils eigenen Gottesfürchtigkeit herabzusetzen.
Er beziehe dort Position, aber nicht Opposition.

Auch der Islambeauftragte und Studierendenpfarrer
Ralph van Doorn bezog Stellung zu dem Antrag. Dankbar sei er für
die Positionierung aus Trupbach/Seelbach, fordere sie ihn doch heraus,
sein eigenes theologisches Arbeiten immer neu zu überprüfen. Als
„Pietist durch und durch“ sei das Anliegen seiner Arbeit mit Andersgläubigen
in der Dialogarbeit, Zeugnis abzugeben und exegetisch zu zeigen,
worauf sein Glaube basiert.

Mangelnde Information vermutete Sozialreferent
und Leiter der Familienbildungsstätte des Kirchenkreises Herbert
Perl, deren Arbeit in dem Antrag offenkundig als zu opportunistisch
kritisiert worden war. „Familienbildung ist christliche Arbeit“,
betonte Perl, es sei eine Frage der Methode, die einen Dialog ausmache.
Gespräche seien dringend notwendig. Erich Wendel vom Kreissynodalvorstand
machte deutlich, dass es ihm wichtig sei, Muslimen aus der Position
des Evangeliums heraus zu begegnen. Man habe als Christ jedoch die
Pflicht, diese hier als Mitarbeiter oder Gäste in Deutschland zu
sehen. Dennoch befürwortete er den Hinweis Latzls, den unterdrückten
Christen im Ausland stärker beizustehen, damit sie dort ebensolche
Freiheit des Glaubens genießen könnten, wie Muslime in Deutschland.
Nach zahlreichen Beiträgen von Vertretern, die sich für den interreligiösen
Dialog mit Andersgläubigen aussprachen, hatte Olaf Latzl abermals
das Wort. „Wenn fundamentale Dinge nicht mehr stimmen, muss man
die Stimme erheben“, hieß es. Das Anliegen von Trupbach/Seelbach
sei mit der Heiligen Schrift gedeckt, so seine Begründung. Obgleich
der Antrag mit großer Mehrheit von den Synodalen abgelehnt wurde,
nahm Superintendent Friedemann Hillnhütter den Vorschlag der Kirchengemeinde
ernst. Bei einer der nächsten Synoden soll die Frage nach dem christlich-islamischen
Verhältnis nach einer längeren Vorbereitungsphase abermals diskutiert
werden.

Ch.St.

 

Kunst aus Kinderhänden

Kunst aus Kinderhänden

Vernissage im Kindergarten
Hüttental

„Kleine Künstler – Große
Werke“

Also wenn Sie nicht da waren, bei der Vernissage,
die der Kindergarten Hüttental am 26. Juni in seinen Räumen veranstaltete,
wenn Sie diesen Termin nicht wahrnehmen konnten, ja dann muss
ich Ihnen sagen: Sie haben wirklich etwas verpasst. Überwältigend
war nicht nur die Menge und die Vielfalt der ausgestellten Objekte,
sondern auch deren Ausführung und der künstlerische Ansatz. Kunst
aus Kinderhänden war wirklich kein übertriebener Titel dieser Ausstellung.
Über ein halbes Jahr lang beschäftigten sich unsere „Kleinen“
in der Gemeinde mit den verschiedenen Stilrichtungen.

Renaissance, Barock und Rokoko, Romantik
und Impressionismus und die Moderne wurden für sie geläufige
Begriffe. Van Gogh´s „Sonnenblumen“, Miro´s „Rucksackmann“,
das „Blaue Pferd“ von Franz Marc und „Horizont“
von Andreas Fengler wurde zum Vorbild genommen, um eigene Interpretationen
nach zu empfinden. Aber auch die frei gestalteten Kunstwerke
waren durchweg beieindruckend. Die unterschiedlichsten Maltechniken
wurden ausprobiert und die entstandenen Gemälde konnten sich wahrlich
sehen lassen. Neben den vielen Bildern wurden auch Figuren aus Pappmaché,
Styroporkunstwerke, bemalte Seidentücher, Gips- und Flaschenvasen
ausgestellt, die versteigert wurden oder käuflich erworben werden
konnten.

Aber nicht nur für die sinnlichen Genüsse
war war trefflich gesorgt, auch das leibliche Wohl konnte bestens
zufrieden gestellt. werden, Kaffee, Kuchen und Gegrilltes wurden
vom Mitarbeiterteam und einer rührigen Elternschaft angeboten. Strahlender
Sonnenschein, für den bisherigen Sommer eher die Ausnahme, ließen
diese Vernissage zu einer gelungenen Veranstaltung werden. Ich denke,
das ich an diese Ausstellung noch lange denken werde, und das liegt
nicht nur an den vielfältigen Eindrücken dieses Tages, sondern auch
an diesem Kunstwerk eines mir unbekannten „kleinen“ Künstlers,
das seitdem fein gerahmt in meinem Arbeitszimmer hängt.

Günter Gollos

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Gemeindeversammlung

Wir laden Sie herzlich ein zu einer

Gemeindeversammlung

am Donnerstag, dem 8.
Juli
, um 20 Uhr

im Lutherhaus.
 

Seit Jahren sind die Gemeindegliederzahlen der
Kirchengemeinde Klafeld rückläufig. Von ehemals mehr als 13.000 gibt es derzeit
nur noch ca 8.000 Evangelische innerhalb unserer Gemeinde. Dies würde
zwangsläufig dazu führen, dass auf Dauer der Erhalt aller vier Pfarrstellen
nicht zu gewährleisten ist.

Nun ist die Kirchengemeinde Buschhütten an uns heran
getreten mit der Anfrage einer Anbindung der Ortsteile Sohlbach / Buchen und
des Bereichs Kölsbachgrund / Setzer Straße an die Kirchengemeinde Klafeld, um
eine dauerhafte pfarramtliche Versorgung dieser Ortsteile abzusichern. Mit dann
ca 8.800 Gemeindegliedern wäre der Erhalt aller vier Pfarrstellen zunächst
gesichert. Unumgänglich sind dabei jedoch auch Veränderungen in der
Zuständigkeit der Pfarrer/in innerhalb unserer Kirchengemeinde

Gespräche beider Presbyterien und eines neu gebildeten
Ausschusses sind soweit gediehen, dass wir beiden Gemeinden die Ergebnisse
unserer Überlegungen vorstellen möchten, um sie mit Ihnen zu beraten.

Dies geschieht in Sohlbach / Buchen bereits am 1. Juli.

Es wäre schön, wenn Sie am 8. Juli dabei sein könnten, um
ggf. Ihre Meinung in die Debatte mit einbringen zu können.

Es grüßt Sie herzlich im Namen des Presbyteriums

Ihr Burkhard Schäfer, Pfr.

Gemeindefahrt 2004

Natur und
Kultur

gabs zu sehen
und zu erleben bei der Gemeindefahrt, die 46 Geisweider mit Pfr.
Schäfer für eine Woche nach Mecklenburg-Vorpommern brachte.

Am 9. Mai startete
die Gruppe in Geisweid bei schlechtem Wetter, an der Ostsee strahlte
die Sonne vom blauen Himmel. Standort war das Morada-Hotel in Kühlungsborn,
direkt am Stand gelegen. So lud der Ostseestrand jeden Abend wieder
zu ausgedehnten Spaziergängen ein.

Montags stand
Bad Doberan auf dem Programm. Das Münster war der erste große Backsteinbau
im Besichtigungsprogramm. Bewundernswert auch die geschlossene großartige
mittelalterliche Ausstattung. Zurück gings mit der MOLLI, der Schmalspurbäderbahn.

Der Dienstag wurde
zum anstrengendsten Tag. Zunächst gings mit dem Bus nach Stralsund.
Hier beeindruckte uns vor allem das einmalige Bauensemble der Ratskirche
St. Nikolai und der Schaufassade des gotischen Rathauses. Über den
Rügendamm führen wir auf die Insel Rügen und besuchten den Königstuhl,
Saßnitz und Binz.

Mittwochs standen
die Hansestadt Wismar und die Landeshauptstadt Schwerin auf dem
Programm. Im Schweriner Dom beeindruckte uns vor allem der Kreuzaltar,
dessen Bildprogramm uns eine eindrucksvolle Predigt hielt.

Donnerstag gabs
Natur pur: wir besuchten den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft
und führen über Barth auf die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Einen
Besuch statteten wir auch dem Deutschen Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten
ab.

Freitags gings
dann nach Rostock. In der großen Marienkirche bewunderten wir die
große astronomische Uhr von 1472 und den sehr kunstvollen Taufkessel
von 1290. Nach dem Mittagessen in Warnemünde stand noch eine große
Hafenrundfahrt auf dem Programm.

So schloß sich
der Kreis eines sehr vielseitigen und interessanten Besichtigungsprogrammes.
Wohltuend war die rücksichtsvolle und angenehme Atmosphäre in der
Reisegruppe. Besinnliche und humoristische Beiträge, Musik und Gesang
ließen nie Langeweile aufkommen.

So wars auch nicht
verwunderlich, daß auf der Rückfahrt schon neue Reiseplänge angedacht
wurden.

Burkhard Schäfer