Predigt vom 6.3.2011

 

GOTTESDIENST FÜR DEN SONNTAG
ESTOMIHI

Pfr. Dr. Martin Klein
Talkirche,
6.3. 2011
Text: Lk 10,38-42

Wenn ich Geburtstagsbesuche
bei älteren Gemeindegliedern mache, komme ich meistens unangemeldet.
Ich mach das so, weil ich dann mit meiner Zeiteinteilung etwas flexibler
bin und weil ich nicht möchte, dass die Besuchten sich verpflichtet
fühlen, sich extra meinetwegen besondere Umstände zu machen. Ich
nehme dann eben ein Stückchen Kuchen, wenn sowieso welcher da ist,
und wenn nicht, ist auch gut (oder besser, jedenfalls für die schlanke
Linie). Meistens klappt das auch ganz gut. Aber manchmal passiert
auch noch, was mir früher öfter widerfahren ist, dass ich nämlich
durch mein Erscheinen genau die hektische Betriebsamkeit auslöse,
die ich eigentlich vermeiden wollte. „Ach du Schreck“, denkt dann
das – meist weibliche – Geburtstagskind, „der Pastor kommt, und
ich bin doch noch gar nicht fein gemacht und hab noch nichts vorbereitet!“
Und dann heißt es: „Ach, Herr Pastor, das ist aber eine Überraschung!
Legen Sie doch ab und setzen sich schon mal ins Wohnzimmer! Ich
mach nur schnell Kaffee und ein paar belegte Brötchen – oder möchten
Sie lieber Kuchen? Dann müsste ich aber noch mal schnell zum Bäcker.
Ich hab zwar schon Torte geholt, aber die sieht so zerdetscht aus,
die kann ich Ihnen nicht anbieten. Bitte, nehmen Sie doch Platz!
Darf ich Ihnen solange ein Gläschen Sekt anbieten oder ein Schnäpschen
vielleicht? Ach, Sie müssen ja noch fahren – na dann vielleicht
ein Glas Saft, oder lieber Tee? Ich kann Ihnen auch Tee machen!
Nehmen Sie doch den Sessel, der ist bequemer. Und entschuldigen
Sie, dass noch nicht alles aufgeräumt ist – ich dachte ja nicht
… – aber jedenfalls schön dass Sie da sind!“ Und dann sitze ich
erst mal ziemlich lange allein im Wohnzimmer herum, bis meine Gastgeberin
all ihren echten und vermeintlichen Pflichten Genüge getan hat.
Dabei hätte es mir doch völlig gereicht, mich in aller Ruhe mit
ihr zu unterhalten. Dazu bleibt dann womöglich gar keine Zeit mehr
– erst recht, wenn zwischendurch noch fünf Gratulanten am Telefon
sind.

Wahrscheinlich
haben Sie ähnliche Situationen auch schon erlebt, entweder als Gast
oder als Gastgeber. Jetzt stellen Sie sich vor, da käme jemand nicht
nur für ein halbes Stündchen am Vormittag, sondern als Übernachtungsbesuch,
und er käme nicht allein, sondern brächte noch ein rundes Dutzend
Freunde mit. Dann können Sie sich ungefähr vorstellen, wie es zuging,
als Jesus mit seinen Jüngern bei Maria und Marta einfiel. Bei Lukas,
in Kapitel 10, können wir es nachlesen:

Als sie aber
weiter zogen, kam Jesus in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen
Marta, die nahm ihn auf. Und sie hatte eine Schwester, die hieß
Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede
zu. Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und
sie trat hinzu und sprach: „Herr, fragst du nicht danach, dass mich
meine Schwester lässt allein dienen? Sage ihr doch, dass sie mir
helfen soll!“ Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: „Marta,
Marta, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist not. Maria hat
das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden.“

Nach dem, was
ich eben erzählt habe, kann ich Marta bestens verstehen, und Sie
wahrscheinlich auch. Wenn ich mir vorstelle, wir hätten Besuch zu
Hause, und an mir bliebe die ganze Arbeit hängen, während meine
Frau gemütlich bei den Gästen sitzt, dann fände ich das auch nicht
so klasse. Aber auf der anderen Seite kann ich auch Maria verstehen:
Man hat ja schließlich nicht alle Tage Jesus zu Gast – da möchte
man natürlich auch hören, was er zu sagen hat! Und ich kann verstehen,
dass Jesus Maria gegenüber Marta in Schutz nimmt. Denn schließlich
hat er mal gesagt, dass er nicht gekommen ist, um sich bedienen
zu lassen, sondern um zu dienen. Und er möchte, dass möglichst viele
etwas von seiner Botschaft mitbekommen, und zwar nicht nur die Männer,
wie es damals üblich war, sondern auch die Frauen.

Jesus will allerdings
mit seiner Antwort nicht sagen: Das, was Marta tut, ist weniger
wertvoll. Er will auch nicht sagen, dass Maria die emanzipiertere
Frau ist, weil sie mit den Männern dem Rabbi Jesus zu Füßen sitzt.
Marta ist nämlich keineswegs nur das Heimchen am Herd, sondern sie
ist die Gastgeberin: ihr gehört offenbar das Haus, in das sie Jesus
aufnimmt. Und Gastgeberinnen und Hausbesitzerinnen
waren damals genauso ungewöhnlich wie Schülerinnen eines Rabbi.
Also: nicht, was Marta tut, ist falsch, sondern sie tut es zum falschen
Zeitpunkt. Vor lauter Geschäftigkeit verpasst sie das, was Jesus
auch ihr zu sagen hätte. Sie hat ihn zu Gast und hat doch nichts
davon.

Nun hätte uns
Lukas diese Geschichte wohl nicht überliefert, wenn es für ihn nur
eine nette Begebenheit aus dem Leben Jesu gewesen wäre. Ich denke,
dass er den christlichen Gemeinden seiner Zeit damit etwas sagen
wollte. Denn ein paar Stichworte weisen darauf hin, dass er das
Gemeindeleben seiner Gegenwart mit im Blick hat. Für das „Dienen“
der Marta verwendet Lukas das Wort diakoniva. Wenn Sie dabei
an unser Wort Diakonie denken, dann liegen Sie völlig richtig. diakoniva
war schon zu Lukas’ Zeiten der Fachausdruck für alles, was in den
christlichen Gemeinden an tätiger Nächstenliebe geschah: Arme speisen,
Kranke pflegen, Einsame besuchen, für das äußere Wohl der Gemeinde
sorgen und so weiter und so fort. Und für die „Rede“ Jesu, der Maria
zuhört, verwendet Lukas das Wort lovgoj, und das wird oft
für das Wort Gottes gebraucht. Maria hört also auf das Wort
Gottes, das Jesus verkündigt, während Marta mit vielfältigen diakonischen
Aufgaben beschäftigt ist.

So betrachtet,
gewinnen der Protest Martas und die Antwort Jesu noch eine ganz
neue Dimension. Dann geht es hier um die Frage: Was ist wichtiger
für die Kirche, dass sie Gottes Wort hört oder dass sie sich um
die Menschen kümmert, die Hilfe brauchen? Eine Frage, die heute
genauso aktuell ist wie damals.

Für Marta und
für alle, die so denken wie sie, ist die Antwort klar: Sie sehen
die viele Arbeit, sie sehen die vielen Menschen mit ihren vielfältigen
Nöten, und sie denken nur noch: helfen! Helfen, so gut es geht und
so viel es geht. Nächstenliebe – das ist es doch, was das Christentum
ausmacht, und das ist es auch, was die Leute von uns Christen erwarten.
Wenn die Kirchen Gutes tun, genießen sie immer noch hohes Ansehen.
Und welcher Christenmensch könnte auch tatenlos zuschauen oder nicht
zumindest ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn er all das menschliche
Elend sieht – hier bei uns und überall auf der Welt. Also: Diakonie,
Nächstenliebe, soziales Engagement – das muss sein. Stillsitzen
und Jesus zuhören, das können wir immer noch, wenn alles getan ist,
was in unserer Macht steht. Aber wann ist jemals alles getan?

Auch für Jesus
ist die Antwort klar. Doch er vertritt nicht einfach die entgegen
gesetzte Position. Er sagt nicht: „Es ist wichtig, dass ihr mir
zuhört, und alles andere ist unnötige Betriebsamkeit.“ Er stellt
nur einfach fest: „Marta, du hast viel Sorge und Mühe.“ Das ist
so, und das ist auch nicht falsch. Schließlich hat Jesus selbst
betont: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ Und er hat nicht
hinzugefügt: „Aber nur, wenn es dir nicht zuviel Mühe macht!“ Nein,
es darf uns ruhig etwas kosten, für unsere Mitmenschen da zu sein,
und zwar nicht nur Geld. Aber Sorge und Mühe ist nicht alles. Und
vor allem ist Diakonie nicht das entscheidende Kriterium,
das uns zu Nachfolgern Jesu macht. Sie ist nicht das Eine, das wirklich
not tut. Dieses Eine ist das, was Maria macht: Jesus zuhören und
durch ihn auf Gott hören.

Nun könnte man
natürlich fragen: Weshalb ist das so wichtig? Warum lange reden
und zuhören, wenn ich doch weiß, wo Not am Mann ist und was getan
werden muss? Vielleicht macht es ein schlichter Vergleich deutlich:
Wenn ich mein Auto anlasse, die Bremse löse und aufs Gas trete,
dann fährt es los. Und es fährt und fährt, fünf- sechshundert Kilometer
weit, wenn es sein muss, auch auf vollen Touren. Aber irgendwann
bleibt die Kiste stehen, und alles Gasgeben bringt sie nicht wieder
zum Laufen – es sei denn, ich hab rechtzeitig getankt.

So ähnlich ist
es auch mit unserem Christenleben: Unser Glaube, unser Vertrauen
auf Gott ist die Triebkraft für unser Handeln. Und diese Triebkraft
erneuert sich genauso wenig von selbst wie das Benzin im Tank. Glaube
kommt aus dem Hören auf Gott. Und wenn wir wirklich aus unserem
Glauben heraus handeln wollen, dann müssen wir uns von Gott immer
neu füllen lassen. Sonst laufen wir eines Tages leer. Wir funktionieren
dann vielleicht noch und machen uns immer noch viel Sorge und Mühe,
aber es kommt nichts mehr dabei heraus. Wir ziehen dann keinen Gewinn
mehr aus dem, was wir tun, und irgendwann brechen wir entweder zusammen
oder geben es auf.

Allmählich hat
sich das herum gesprochen in unserer betriebsamen, aber oft so lieb-
und lustlosen Kirche. Und deshalb fragen heute wieder mehr Christinnen
und Christen nach dem guten Teil, das Maria erwählt hat. Man nennt
es heute meistens nicht mehr Hören auf Gott oder auf Jesus sondern
„Spiritualität“ – klingt irgendwie moderner. Aber gemeint ist damit
im Grunde das Gleiche. Gemeint sind Möglichkeiten, wie man Gott
begegnen und sich bei ihm neue Kraft holen kann. Gelegenheiten,
bei denen man mal nicht für andere da sein muss, sondern einfach
sich selbst und dem eigenen Glauben etwas Gutes tun kann. Solche
Gelegenheiten gibt es öfter, als wir denken. Zum Beispiel jetzt,
wo wir gemeinsam Gottesdienst feiern. Der Gottesdienst bietet uns
eine Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, aufzuatmen und uns dafür offen
zu halten, dass Gott zu uns spricht – vielleicht durch die Predigt,
vielleicht durch das Abendmahl, vielleicht durch einen Moment der
Stille, vielleicht auch durch die Begegnung mit anderen Christinnen
und Christen. Aber es gibt auch andere Gelegenheiten, wo man Gott
begegnen kann – besondere und alltägliche. Gelegenheiten, bei denen
Gott uns ins Herz sieht und alles, was vor Augen ist, gleichgültig
wird, so wie es Sophias Taufspruch sagt. Ich denke, wir müssen jeder
selbst herausfinden, bei welchen Gelegenheiten wir Gottes
Nähe besonders spüren, was uns für unseren Glauben besonders gut
tut. Entscheidend ist nur, dass unser Glaube solche Möglichkeiten
zum Auftanken hat. Sonst geht er ein, oder er geht in hektischer
Aktivität unter. Wohl uns, wenn Gott es mit uns so weit nicht kommen
lässt. Wohl uns, wenn uns das „gute Teil“ niemand wegnimmt, auch
wir selber nicht.

Amen.

 

Kurz notiert

 

 

  • Manfred Beyer
    und Hans-Peter Merle haben im Namen aller Goldkonfirmanden des
    Jahres 2010 den Überschuss in Höhe von 200 Euro an den Ambulanten
    Kinderhospizdienst in Siegen übergeben.
  • Stadt der
    Printen: Der Frauentreff Wenscht besuchte am 27. November den
    dortigen Weihnachtsmarkt  rund um den Dom und das Rathaus.
  • Die Kollekte
    für “Brot für die Welt” in den sechs Gottesdiensten am Heiligen
    Abend betrug 5.533,95 Euro!
  • Am 6. Januar
    wurde in der westfälischen Kirche das “Jahr der Taufe” offiziell
    eröffnet.
  • Dazu passend
    ein Zitat von Präses Alfred Buß: “Die Taufe ist ein so großes
    Geschenk, dass das Auspacken ein ganzes Leben umfasst.”
  • Die Zahl
    der Pflegebedürftigen in Deutschland könnte bis zum Jahr 2030
    dramatisch auf etwa 3,4 Millionen ansteigen; das wären 50 %
    mehr als 2007, als 2,2 Mill. Betroffene gezählt wurden.
  • Pfarrer Dr.
    Martin Klein hat für unsere Kirchengemeinde 150 Liederbücher
    “Zwischen Himmel und Erde” angeschafft. Sie werden mit Schutzumschlägen
    versehen und im Gemeindezentrum Wenscht deponiert.
  • Das Jahr
    2010 in Zahlen: 61 Taufen, 16 Trauungen, 4 Aufnahmen, 21 Austritte
    und 121 Bestattungen.
  • Nach dem
    Markt ist vor dem Markt: Der Arbeitskreis “Weihnachtsmarkt”
    traf sich auf Einladung von Kirchmeister Hartmut Heinbach bereits
    wieder am 26. Januar, um Rück- und Ausblick zu halten.
  • Aus dem neuen
    Programm unseres Männerkreises: Besichtigung der Fa. Microdrones
    in Sohlbach am 8. März und Besuch des Landtags in Düsseldorf
    am 12. April. Kontaktadresse: Elmar Friemann, Tel.: 8 56 43.
  • Machen auch
    Sie in der Passionszeit (9.3.-24.4.) bei der Fastenaktion “7
    Wochen ohne” mit! Näheres unter www.7wochenohne.de.
  • Diakonie
    netzwerkarbeit im alten Milchhof: “Wir holen Ihre gut erhaltenen
    Gebrauchtmöbel und Hausrat kostenlos ab. Auf Wunsch räumen wir
    Ihre Wohnung besenrein.” Näheres unter Telefon 0271/3720518.
  • Zwei wichtige
    Daten! Bitte vormerken:
    24 – 26. Juni – 550 Jahre Birlenbach;
    3. Juli – 550 Jahre Sohlbach-Buchen.

Peter-Christian Rose 

 

Auf zu neuen Flussufern

 

Auf zu neuen Flussufern –
Radtour für Frauen

 vom 26. – 28. Mai

Unsere
diesjährige Radtour führt uns an 3 Flüssen entlang. Zunächst fahren
wir die letzten Kilometer die Lahn entlang von Bad Ems bis zur Mündung
in den Rhein bei Lahnstein. Weiter geht es den Rhein abwärts bis
Köln-Porz. Hier werden wir den Rhein überqueren und auf der anderen
Seite flussaufwärts zurück nach Mondorf zur Siegmündung fahren.
Die letzte Etappe führt uns an der Sieg entlang bis Hennef, wo wir
die Rückreise mit dem bereits bewährten Reisebus antreten werden.
Neben
hoffentlich vielen abwechslungsreichen Natureindrücken wird der
Rhein für genügend kulturelle Abwechslung sorgen. Mehr Regen und
kältere Temperaturen als 2010 sind kaum möglich. Daher können wir
zuversichtlich der Radtour entgegenblicken.
Die Fahrt startet
am Donnerstag, 26. Mai um 8 Uhr. Die Rückkehr ist am Samstag, 28.
Mai gegen 18 Uhr. Die Reisekosten betragen ca. 40 €. Für Übernachtung
und Frühstück müssen ca. 85 € eingeplant werden.
Die Gesamtstrecke
beträgt ca. 150 km. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Frauen begrenzt.
Da es schon Voranmeldungen gibt, bitte schnell entscheiden und anmelden.

Wir freuen uns auf die gemeinsame
Zeit.
Erika Heinbach, Tel. 88752
Stefanie Kafka Klein, Tel.
8708615

 

Männer an die Mosel

 

Männer an die Mosel

Nach
dem Erfolg der letztjährigen Fahrt die Ruhr entlang soll es diesmal
die Mosel sein, die Ziel unserer radlichen Erkundung ist.
Start
der Radtour ist die alte Römerstadt Trier. Von da an geht es in
gemütlichen 4 Etappen bis  nach Koblenz, wo die Mosel in den
Rhein mündet. Traditionell umweltfreundlich werden An- und Abreise
mit dem Zug vorgenommen. Die Quartiere sind schlicht und daher preisgünstig.
Es sind 15 Quartiere vorgebucht.
Nun haben, denke ich, alle
Lust bekommen und fragen sich, wann das denn sein wird.

Hier die Antwort:

Wir fahren los
nach Pfingsten am Dienstag, 14. Juni und kehren zurück am Samstag,
18. Juni.
Vielleicht schaffen wir es ja, bis zum Open Air Konzert
des Chor „Wegweiser“ wieder in Geisweid zu sein.
Wer Lust bekommen
hat, kann sich bereits jetzt bei mir, Frank Boes, melden.
Tel.
0271/83589

 

Neues aus Gemeinde und Presbyterium

 

Neues aus Gemeinde und Presbyterium

von Peter – Christian Rose
und Marc Höchst

  • Abschied

Am 5. Dezember
verstarb im Alter von 85 Jahren unsere frühere Presbyterin Gerda
Schuß aus dem Kastanienweg im Wenscht. Am 6. März 1988 war sie in
einem feierlichen Gottesdienst in ihr neues Amt eingeführt worden.
Als eine von acht Frauen im damals 29-köpfigen Leitungsgremium unserer
Kirchengemeinde arbeitete sie ruhig, besonnen und freudig mit. Sie
engagierte sich besonders intensiv im Ausschuss für Ökumene und
Weltmission, der sich zusammen mit den Kirchenchören und dem Presbyterium
um ein gutes Miteinander mit den beiden Partnergemeinden Skoczow
in Polen und Rijnsburg in den Niederlanden kümmerte. 1994 schied
Gerda Schuß aus gesundheitlichen und persönlichen Gründen aus dem
Leitungsgremium aus. Pfarrer Dr. Martin Klein, der nun die Trauerfeier
leitete, schrieb in einem von Pfarrerin Almuth Schwichow, Pfarrer
Frank Boes und den Wenschter Mitgliedern des Presbyteriums unterzeichneten
Brief an die Familie: “Wir trauern mit Ihnen und werden Ihre Mutter
und Großmutter in dankbarer Erinnerung behalten.” Außerdem wünschte
er den Angehörigen Gottes Trost und Kraft.

  • Wiedereintritt

Auch die Westfälische
Landeskirche hat den Wiedereintritt vereinfacht: Ab 1. Januar 2011
reicht ein Gespräch mit einer Pfarrerin bzw. einem Pfarrer als Voraussetzung
für diesen Schritt aus. Bisher war das gesamte Verfahren bürokratischer
und langwieriger, denn das Presbyterium der jeweiligen Kirchengemeinde
musste über den Wunsch befinden, sich der Kirche wieder anzuschließen.
Die evangelische Kirche hat in Deutschland gut 24 Millionen Mitglieder.
Dabei gibt es jährlich 60.000 Menschen, die wieder aufgenommen werden,
sich als Erwachsene taufen lassen oder aus der katholischen Kirche
übertreten.

  • Novum

27. November –
10.10 Uhr – Birlenbach: Große Alu-Sortier-Aktion in der ehemaligen
Kirche. Auf den ersten Blick das gewohnte Bild: Unzählige Säcke
mit Rein-Alu und Bunt-Alu, der Sortiertisch und die bekannten Gesichter
der emsigen Helferinnen und Helfer: Barbara Leidel, Rosel Joppich,
Marga Kölsch, Ingrid Utsch, Burkhard Leidel, Walfried Utsch, Ute
Setzer, Katrin Breitweiser und Pfarrer Frank Boes. Beim zweiten
Blick aber sehe ich drei neue Gesichter: Lisa Müller, Angela Brombach
und Jakob Otto. Ihre Konfi-Gruppe beschäftigt sich zur Zeit mit
dem Projekt “Verantwortung für die Schöpfung”. Die drei haben sich
sofort bereit erklärt, bei der Sortier-Aktion mitzumachen.
“Wir finden es gut, dass in unserer Kirchengemeinde Aluminium gesammelt
und dann anschließend recycelt wird. Damit werden ja Unmengen Energie
und Wasser gespart.” Dann erzählen sie mir, was noch zum laufenden
Projekt gehört: Bibelarbeit über die Schöpfung, Energiesparen im
Haushalt und im Verkehr, das Umweltmanagement “Grüner Hahn” usw.
Die drei sind begeistert bei der Sache. Dann plötzlich strenger
Geruch: Ein verschimmeltes Brot kommt zum Vorschein! “Das haben
wir öfter; es ist nicht schön, aber wir haben gelernt, damit umzugehen”,
sagt jemand im Hintergrund. Und schon wird weiter sortiert. Dann
noch eine Überraschung, diesmal aber positiver Natur: Jemand kommt
und bringt 12 Teilchen vorbei: “Für die Pause!” Gegen Mittag ist
die Arbeit geschafft. Und sie hat sich wieder gelohnt. Sehr sogar.
238 kg (!) und ein Erlös von 254,60 € stehen zu Buche. “Ein tolles
Ergebnis!”

  • Blickfang

Vor gut einem
Jahr wurde das Lutherhaus an der Straße zum Geisweider Friedhof
abgerissen, und schon im März 2010 begannen die Neubauarbeiten.
Inzwischen ist dort eine schöne Wohnanlage für Senioren entstanden.
Viele der 21 Wohnungen auf drei Etagen mit einer Fläche zwischen
48 und 123 Quadratmetern sind bereits bezogen worden. Die harmonische
Einbindung des großes Hauses mit zwei Baukörpern und einer Traverse
in die gewachsene Wohnbebauung in der Johann-Hus-Straße und der
Wartburgstraße war der Stadt Siegen als Genehmigungsbehörde ein
besonderes Anliegen. Die Umsetzung und die kurze Bauzeit mit erträglichen
Lärm- und Schmutzbelästigungen stieß in der Nachbarschaft auf große
Zustimmung. Das war auch beim Tag der offenen Tür zu vernehmen.
“Die Fassadengliederung, die Balkone und die Gauben und Giebel tun
ein übriges, um das Haus architektonisch zu einem interessanten
Blickfang zu machen.” Jede Wohnung verfügt über einen Balkon oder
eine Terrasse. Im Haus gibt es zudem eine Tiefgarage und einen behindertengerechten
Aufzug, außerdem Räume für Rollstühle und Fahrräder sowie einen
großen Gemeinschaftsraum mit Küche, einen Abstellraum und WC-Anlagen.
Die Vermarktung der Wohnungen hat das Immobiliencenter der Sparkasse
Siegen übernommen; die Verwaltung sowohl in kaufmännischer als auch
in technischer Hinsicht obliegt jetzt der Diakonie Südwestfalen
in Siegen.

  • Projekte

„Ihre Kirchennachrichten
bestechen nicht durch ein Großformat und nicht durch Farbfotos,
sie überzeugen vom Inhalt her!“ Diesen Satz hörte von einem
auswärtigen Pfarrer i. R. kurz vor dem Weihnachtsfest. Ich habe
mich darüber sehr gefreut und das Lob in der Januarsitzung unseres
Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit an das Redaktionsteam weitergegeben.
Recht zufrieden müssen auch Sie, die Leserinnen und Leser von “Gemeinde
jetzt”, sein. Denn bis zum Jahresende gingen weitere Spenden in
unserem Gemeindebüro ein. Der Endstand des Projektes mit der Nummer
101 lautet: 5.180,80 €. Dafür ein herzliches Dankeschön! Hinzu kommen
jene 1.030,00 €, die bereits in den ersten acht Monaten des Jahres
2010 auf unser Konto eingezahlt oder überwiesen wurden. Und das
Geld für die Werbeanzeigen. Damit sind die Druck- und Nebenkosten
für die insgesamt 33.600 Exemplare von “Gemeinde jetzt” erneut gedeckt,
ohne auch nur einen Cent aus dem Haushalt entnehmen zu müssen! Ist
das nicht toll? Für unsere Projekte “Wasser marsch / Brot für die
Welt” (Nr. 102) und “Kinderchor Singsalabim” (Nr. 103) sind bisher
2.540,62 € bzw. 440,00 € gespendet worden. Auch dafür möchten wir
uns bei Ihnen ganz aufrichtig bedanken. Und seien Sie sicher: Wir
werden auch weiterhin überaus verantwortungsvoll mit allen Geldern
umgehen, die Sie uns für die einzelnen Projekte zur Verfügung stellen!
Versprochen!

  • Adventsfeier

Der erste Schnee:
Alles ist weiß, die Straßen und Bürgersteige sind glatt und rutschig.
Und es schneit weiter, dicke Flocken schweben vom Himmel herab.
Deshalb haben sich im Gemeindezentrum Wenscht am 29. November auch
weniger Frauen und Männer als sonst zur Adventsfeier der Diakonie
eingefunden. Pfarrerin
Almuth Schwichow begrüßt alle diejenigen, die in unserer Gemeinde
im Besuchsdienst mitarbeiten, die für die Diakonie sammeln und “Gemeinde
jetzt” verteilen. Zur Andacht hat sie verschiedene Krippenfiguren
mitgebracht, die sie im Jahr 2002 in Tansania käuflich erworben
hat. Die Pfarrerin beschäftigt sich eingehend mit den Hirten, mit
jenen rauen Gesellen, die ja nicht gerade gesellschaftsfähig waren.
Aber sie hörten die frohe Botschaft zuerst. Und mit den Weisen,
die den neuen König suchten, um ihm kostbare Geschenke zu überreichen.
Und mit Maria, die im Stall zu Bethlehem Jesus, unseren Heiland
und Retter, zur Welt brachte. Dann das gemeinsame Kaffeetrinken
mit Christstollen und leckerem Reibekuchen, die Ehrenamtlichen kommen
an den einzelnen Tischen miteinander ins Gespräch. Viele Adventslieder,
musikalische Beiträge unserer Organistin Mechthild Heide sowie Geschichten
zum Nachdenken und zum Schmunzeln runden das Programm ab. Den Ehrenamtlichen
wird im Namen des Presbyteriums und des Diakonie-Ausschusses ganz
herzlich für ihren treuen Dienst gedankt. Einige Sammlerinnen und
Sammler haben die laufende Adventssammlung (20. November – 11. Dezember)
schon abgeschlossen und die gespendeten Beträge bei Friedhelm Bäcker
abgeliefert. Andere sind noch nicht soweit, sie müssen noch in diese
Straße und noch mal in jenes Haus; beim ersten Mal haben sie dort
keinen angetroffen. Ja, es ist zeitraubend und nicht so leicht,
für Arme, Kranke, Alte und Behinderte Geld zu erbitten. Nicht immer
wird man freudig empfangen, nicht alle Türen werden geöffnet. Dabei
“werden die Gelder aus der Diakoniesammlung dringend gebraucht”,
so Dr. h. c. Alfred Buß, der Präses unserer Ev. Kirche in Westfalen
in seinem Aufruf. Am 20. Januar wurde dem Presbyterium das Ergebnis
der Straßensammlung mitgeteilt: 4.448,40 Euro. Dafür allen Spenderinnen
und Spendern aufrichtigen Dank! 80 % dieser Summe gehen übrigens
an das Diakonische Werk im Kirchenkreis, die restlichen 20 % verbleiben
bei uns in Klafeld. Das tatsächliche Endergebnis können wir Ihnen,
liebe Gemeindeglieder, aber erst in der nächsten Ausgabe mitteilen;
denn alle Beträge, die überwiesen wurden, sind uns noch nicht bekannt.

  • Dankbrief

18. Januar. Die
Waldschule im Amselweg erreicht ein Schreiben aus Bethel. Pastor
Ulrich Pohl bedankt sich für über 7.000 Briefmarken, die in den
letzten Monaten von den Schülerinnen und Schülern und von vielen
Gemeindegliedern gesammelt und zu den von Bodelschwinghschen Stiftungen
versandt worden waren. “Durch Ihre Spende helfen Sie mit, die wertvollen
Arbeitsplätze für kranke und behinderte Menschen zu erhalten. Für
Ihr hilfreiches Engagement danke ich Ihnen sehr herzlich! Bitte
geben Sie meinen Dank auch weiter an die Ev.-Ref. Kirchengemeinde
Klafeld.” So geschehen in der Sitzung des Presbyteriums am 20. Januar.
Pastor Ulrich Pohl berichtet in seinem Brief auch, wie die Marken
in Bethel bearbeitet werden: “Das Wässern, Ablösen, Trocknen und
Pressen der Briefmarken erfordert großes Geschick. Dabei ist die
meist langjährige Erfahrung der Beschäftigten eine große Hilfe.
Zu regelrechten Experten haben sich diejenigen entwickelt, die die
Marken dann sortieren und für den Weiterverkauf bewerten.” Er schreibt
auch, dass die 130 kranken und behinderten Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter auf ihre Leistung stolz sind und sich über den beliebten
Arbeitsplatz freuen. Nun unsere Bitte an Sie, liebe Leserinnen und
Leser: Machen auch Sie mit beim Sammeln! Denn: Briefmarken gehören
nicht in den Papierkorb. Abgeben kann man sie in den drei Pfarrhäusern,
bei den Presbyterinnen und Presbytern oder in unseren beiden Kirchen
im Tal und im Wenscht.

  • Rücktritt

Wenn Sie ein regelmäßiger
Besucher unserer www.kirche-klafeld.de;  sind, werden
Sie bemerkt haben, dass es in den vergangenen Wochen nur wenige
aktuelle Artikel „ins Web“ geschafft haben. Leider ist unser Redaktionsmitglied
und Presbyter Günter Gollos Anfang Dezember aus beruflichen und
persönlichen Gründen aus dem Presbyterium und aus dem Ausschuss
für Öffentlichkeitsarbeit zurückgetreten.
Günter Gollos war seit
1996 Mitglied des Presbyteriums und davon viele Jahre auch Mitglied
im Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit. Sein großes Hobby war gleichzeitig
unser großes Glück: Er hat die Homepage der Kirchengemeinde und
auch die Kirchengemeinde-Homepage innerhalb der Homepage des Kirchenkreises
Siegen initiiert und ständig – und dies meine ich im wörtlichen
Sinne – mit Leben gefüllt. Bis spät in die Nacht oder mal eben in
der Mittagspause hat er wichtige Berichte für die Gemeinde im Internet
veröffentlicht. Auch hat er großen Anteil am Layout und Inhalt der
Gemeindenachrichten „Gemeinde jetzt“. Vorbildlich hat der das Layout
der Gemeindenachrichten ausgearbeitet, die technische Nacharbeit
war somit schnell erledigt.
Auch auf vielen anderen Tätigkeitsfeldern
war stets Verlass auf Günter Gollos, z. B. bei der technischen Vorbereitung
und der Moderation des Kinderfestes und des Martinszugs im Wenscht.
Wir
danken Günter Gollos für seinen treuen Dienst an der Gemeinde, im
Presbyterium sowie im Redaktionskreis und wünschen ihm alles Gute
und Gottes Segen.
Das Loch in der Ausschussarbeit, welches durch
Günter Gollos Rücktritt entstanden ist, wird jetzt beim Layout richtig
deutlich. Ich würde mich daher sehr freuen, wenn wir aus der Mitte
der Gemeinde jemanden finden würden, der großen Spaß an der Internetgestaltung
hat und diese verantwortungsvolle und spannende Arbeit für den Ausschuss
übernehmen könnte. Bitte melden Sie sich bei Interesse bei Marc
Höchst, Tel. 87 00 88, gemeinde.jetzt@kirche-klafeld.de

Marc Höchst
Vors. Ausschuss
für Öffentlichkeitsarbeit