Rise-up am 05. Juli 2026 „Regenbogen und Kirche – muss das sein?“

Um die Antwort vorweg zu nehmen – ja, dass muss sein! Warum das sein muss, hat Vikarin Hanna Schlüter in ihrer Predigt beim letzten Jugendgottesdienst am 05. Juli sehr persönlich und einprägsam erklärt.

Aber von Anfang an… Vielleicht haben Sie / habt Ihr mitbekommen, dass am 30. Januar 2026 der Schiedsrichters Pascal Kaiser seinem Partner Moritz im RheinEnergieSTADION einen Heiratsantrag gemacht hat. Der Antrag ereignete sich direkt vor rund 50.000 Zuschauern, wenige Minuten vor dem Anpfiff der Bundesliga-Partie zwischen dem 1. FC Köln und dem VfL Wolfsburg. Natürlich wurde das Video in den sozialen Medien veröffentlicht – und natürlich wurde es kommentiert. Die Kommentare waren vielfältig und reichten von sehr positiv leider auch hin zu sehr negativ, dabei wurden plakative Narrative verwendet und Bibelzitate völlig aus dem textlichen und historischen Zusammenhang gerissen.

Dies haben wir im Rise-up als Aufhänger genutzt, um uns der Frage zu widmen, ob Regenbogen, LGBTQ+ und Kirche überhaupt etwas miteinander zu tun haben. In einer Mentimeterumfrage wurde schnell klar, dass die Gottesdienstbesucher:innen sich selbst als sehr offen für dieses Thema sehen und auch unserer Gemeinde eher eine liberale Haltung bescheinigen.

In Hannas Predigt wurde schnell klar, was das eigentliche Problem ist. Nicht die Menschen, nicht LGBTQ+, nicht die Sichtweise der Gottesdienstbesucher:innen, sondern die Tatsache, dass viele von uns die Menschen, die nicht dem entsprechen, was im Mittelalter mal als „Standard“ galt, oft nicht als selbstverständlich, sondern als „anders“ wahrnehmen.

Ein kurzer Auszug aus der Predigt:

(…) Es gibt keine selbstverständliche Sichtbarkeit, queere Menschen müssen an jedem Ort erfahren, dass sie vermeintlich anders sind. Immer und überall müssen sie kämpfen: um ihre Rechte, um ihre Sichtbarkeit, um oft auch ihr Leben. Also ja: Regenbogen muss sein. Vor allem in einer Kirche, die sich auf Jesus beruft. Die Nächstenliebe predigt und sich für Benachteiligte einsetzen will (…)

Als Zeichen dafür setzt Gott seinen Regenbogen in den Himmel: Feststehend. Für immer und für alle. Als Zeichen für Vielfalt, Akzeptanz und Frieden. Dieses Versprechen steht nicht zur Diskussion: Gott hält zu seiner Schöpfung. Jeden Menschen, egal ob Homo, Hetero, Cis oder Trans, hat er nach seinem Ebenbild geschaffen. Bunt und vielfältig. Genau so hat Gott es gewollt. Der Regenbogen besteht aus unendlich vielen Farben: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo, Violett und allen nur erdenklichen Zwischentönen. Nur eins gibt es darin nicht: Schwarz und Weiß: Denn Gott denkt nicht in Schubladen, für ihn sind alle Menschen gleich viel wert. So wie wir sind, hat Gott uns gemacht. So sind wir richtig.

Und immer, wenn ein Regenbogen fest am Himmel steht oder eine Regenbogenflagge vor einer Kirche weht, dann freue ich mich. Denn es lässt mich hoffen. Ich hoffe auf eine Welt, in der Liebe und Akzeptanz für alle feststeht. Und das macht mir Mut, mich einzusetzen für eine Kirche, die ganz selbstverständlich offen für alle ist. Und die ihre Versprechen von Nächstenliebe auch einlöst. Also: Regenbogen und Kirche? Für mich muss das!“

Musikalisch exzellent begleitet wurde der Gottesdienst von der Jugendband, die extra zum Thema „Take me to Church“ von Hozier einstudiert hatte – Hammer!

Beim gemütlichen Get-Together wurde gegrillt, gemeinsam gegessen und noch viel diskutiert.

Der nächste Rise-up ist am 22.11.2026 um 17:00 Uhr – und auch, wenn es offiziell „Jugendgottesdienst“ heißt, sind Menschen aller Altersklassen sehr willkommen.