Zur Verabschiedung von Barbara Leidel aus dem Ausschuss zur Bewahrung der Schöpfung
Eins ist ganz sicher: Die Bewahrung der Schöpfung, unsere Kirchengemeinde und der Name Barbara Leidel werden für immer untrennbar miteinander verbunden bleiben! Das wird einem klar, wenn man die letzten vier Jahrzehnte einmal Revue passieren lässt und sich die vielen Aktivitäten des zuständigen Ausschusses vor Augen führt. Und die Erfolge – allesamt erzielt durch Ideenreich-tum, Beharrlichkeit und außergewöhnlich großes Engagement.

Die lange und zugleich eindrucksvolle Geschichte begann eigentlich im Frühjahr 1984, als Barbara Leidel in unser Presbyterium gewählt wurde. So richtig dann aber zweieinhalb Jahre später, als man einen „Umweltausschuss“ ins Leben rief; Barbara Leidel war dabei. Nach einer Satzungsänderung und der Bildung von neun Ausschüssen im Jahr 1990 übertrug man ihr das Amt der Vorsitzenden im neuen „Ausschuss für Umweltfragen“. Besser hätte man diese Stelle damals nicht besetzen können! Wie sie mir jetzt verriet, hatte sie damals aber große Bedenken: „Ich wusste gar nicht, ob ich das überhaupt kann!“
Barbara Leidel wuchs mit den Aufgaben und wurde eine gute Vorsitzende! Sie hat ihr Amt immer mit Freude und beispielhaftem Einsatz ausgeübt. Und: Sie ist überaus kompetent und belesen und hat stets umsichtig und verantwortungsbewusst agiert. Und wenn es sein musste, hatte sie einen langen Atem. Ja, wenn sie von einer Sache überzeugt war, konnte man sie eigentlich nicht mehr davon abbringen. Bei der Aufzählung ihrer Tugenden darf man auch die folgenden auf keinen Fall vergessen: Sie war nie auf Lob und positive Beurteilungen aus und drängte sich nie in den Vordergrund. Sie sprach immer vom „Team“ oder von den „Mitgliedern des Ausschusses“ und lobte deren Zuverlässigkeit und Einsatzfreude sowie die gute Zusammenarbeit im Gremium.
Man brachte im Laufe der Zeit vieles auf den Weg. Alle Arbeitsgebiete und Aktionen aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Einige aber, viele Gemeindeglieder werden sie kennen oder von ihnen gehört haben, sollen hier Erwähnung finden, z.B. „Autofrei und Spaß dabei – der Schöpfung zuliebe“. Die erste Aktion fand am 8. Mai 1994 statt, es ging mit dem Rad zur Heesquelle. Jedes Jahr fanden und finden weiterhin drei bis fünf Wanderungen, Stadtbesichtigungen und Radtouren statt.

Barbara Leidel zählt weitere Bereiche auf: Den Kauf von fair gehandeltem Kaffee und Tee für die unterschiedlichsten Gemeindeveranstaltungen, die Anschaffung von Energiesparlampen, diverse Baumpflanzungen, die Verwendung von Umweltpapier im Gemeindebüro und von Mehrweggeschirr, den Zentraleinkauf für umweltfreundliche Putzmittel, die schon frühzeitig erfolgte Mülltrennung in den Gemeindehäusern und Kindergärten sowie Baum- und Strauchschneidekurse für unsere Küster und Hausmeister.
Gerne erwähnt Barbara Leidel auch die Einsätze bei den ökumenischen Kinderfesten im Wenscht. „Und auch die Konfirmandengruppen wurden regelmäßig über unsere Zielsetzungen informiert und an verschiedenen Arbeiten beteiligt!“ Nicht vergessen darf man zudem das Alusammeln, das 1994 begann und vor kurzem leider eingestellt werden musste, sowie das Feiern vom „Tag der Schöpfung“ mit einem Gottesdienst, einem Mittagsimbiss und einem jeweils interessanten Rahmenprogramm ab 2002. „Das Bemühen um Gottes gute Schöpfung in der Kirchengemeinde Klafeld blieb nicht unerkannt und wurde mit zwei Auszeichnungen, einem 2. Platz beim Klimaschutzförderpreis (2011) und einem 1. Rang beim kreiskirchlichen Umweltpreis (2014) honoriert.“
Am 19. Juni 2016 übergab Barbara Leidel, damals immerhin schon 77 Jahre alt, den Vorsitz des Ausschusses in jüngere Hände. Die „Stabübergabe“ an Uli Veltzke wurde in einem toll vorbereiteten Gottesdienst vollzogen. Pfarrer Dr. Martin Klein und die Ausschussmitglieder ließen es sich nicht nehmen, sie gebührend zu verabschieden und ihr für ihren Dienst und ihren unermüdlichen Einsatz während der letzten 30 Jahre aufrichtig zu danken. „Wir hoffen natürlich, dass du dem Gremium noch lange Zeit erhalten bleibst!“
Der Wunsch sollte in Erfüllung gehen! Denn Barbara Leidel hat im „Ausschuss zur Bewahrung der Schöpfung“ zehn weitere Jahre mitgearbeitet – jetzt als „ganz normales Mitglied“. Neue Aktivitäten wie z.B. Fotovoltaik, Dachbegrünung, Wasserspeicherung und eine Kräuterspirale kamen hinzu. Und weitere Preise und Auszeichnungen ließen nicht lange auf sich warten.
Jetzt aber will Barbara Leidel aufhören. Mit 87 Jahren! Nach 40-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit für den Schutz der Umwelt und die Bewahrung von Gottes guter Schöpfung! Mit ihrem Ausscheiden geht eine Ära zu Ende! Ja, so kann man es mit Fug und Recht ausdrücken. „Du kannst stolz sein auf das Erreichte“, sagte ich. Sie erwiderte: „Ich will es anders formulieren: Ich freue mich und bin sehr dankbar, dass ich mitwirken konnte und dass wir in den letzten vier Jahrzehnten doch einiges bewirkt haben und das Bewusstsein vieler Menschen beeinflussen konnten.“
Als Motivation und „Triebfeder“ ihres Handelns nannte sie wie vor zehn Jahren die Begeisterung für Gottes Schöpfung. „Ich habe eine enge Beziehung zu allem, was lebt, besonders zu Pflanzen. Gleichzeitig leide ich sehr darunter, dass die Menschen so viel zerstören.“ Barbara Leidel wünscht sich für die Zukunft, dass das Begonnene weitergeführt wird und dass die Bewahrung der Schöpfung auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil unseres Gemeindelebens bleibt.
Im diesjährigen Gottesdienst zum „Tag der Schöpfung“ am 28. Juni um 11.00 Uhr in der Wenschtkirche wird Barbara Leidel verabschiedet. Dann wird mit Sicherheit zum Ausdruck gebracht werden, dass wir ihr unglaublich viel zu verdanken haben!
Peter-Christian Rose